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Christoffel papers
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Google Books scan of the first volume of Christoffel's collected mathematical papers, edited by L. Maurer with A. Krazer and G. Faber (Leipzig and Berlin, 1910). The visible text includes the editors' preface and C.F. Geiser's biography of Christoffel; the papers themselves, which the preface says cover surface theory, partial differential equations, and algebraic and Abelian functions, are not shown in the excerpt. It sits in Phil's curvilinear systems and tensor support folder, presumably as background on the Christoffel symbols.
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1
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Gesammelte mathematische
Abhandlungen
Elwin Bruno Christoffel, L.Maurer, Adolf Krazer, G.Faber
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E.B,CHRISTOFFEL
GESAMMELTE
MATHEMATISCHE ABHANDLUNGEN
UNTER MITWIRKUNG VON
A.KRAZER up G.FABER
HERAUSGEGEBEN VON
L.MAURER
ERSTER BAND
“LEIPZIG UNDBERLIN
DRUCK UND VERLAG VON B.G.TEUBNER
1910
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COPYRIGHT 1910 BY 3.0. TEUBNER IN LEIPZIG.
ALLE RECHTE, EINGCHLIESSLION DES OBERSETZUNOSRECHTS, VORBEHALTEN
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VORWORT.
Essind zehn Jahre verflossen, seit Christoffel kurz nach Voll-
endung eines 70.Lebensjahres gestorben ist. Seine Publikationen
eratrecken sich Gber einen Zeitraum von 40Jahren. Da istesselbst-
verstindlich, da® einiges davon veraltet, einerheblicher Teil durch
neue Arbeiten Gberholt ist. Aber somanches, was ergeschaffen hat,
gehdrt heute zum festen Besitz derWissenschaft —sodieBegriffs-
bildungen, dieerindieFlichentheorie eingefuhrt hat, und dieTheorie
derUnstetigkeiten, diemit dem Fortbestehen partieller Differential-
gleichungen vertriglich sind. Seine Arbeiten dber algebraische Funk-
tionen und ihre Integrale, mit denen ersich inden beiden letzten
Jahrzchnten seines Lebens fast susschlicBlich beschiftigt hat, ten
noch heute ihren EinfluB aus,
Allen Christoffelschen Arbeiten gemein istdieklare, sorgfaltig
durchgearbeitete Darstellung; ein Vorgug, der ihr Studium beson-
ders flrdieheranwachsende mathematische Generation empfehlens-
wert macht.
Ein groBer Teil der Abhandlungen istinden Annali dimate-
matica vonBrioschi erechienen undinfolgedessen manchen Fachgenossen
weniger leicht quginglich. Um sodankenswerter erscheint es,daB
der Teubnersche Verlag eine Gesamtausgabe sciner Werke unter-
nommen hat.
Herr Geiser hatdieGite gehabt, denAbdruck seiner Biographie
Christoffels aus dem 34. Band der Mathematischen Annalen zuge-
statten und sieaugleich durch Zusiitze 2ubereichorn, diedasBild der
eigenartigen Persbnlichkeit Christoffele schirfor hervortreten lassen.
Wir verdanken ihm auch diePhotographie Christoffels, die der vor-
stehenden Heliogravure zugrunde liegt.
Die Abhandiungen I—XXXII sind zuLebzeiten Christoffels er-
schienen. DieAbhandlung XXXII ,Ueber dieVollwertigkeit und die
Stetigkeit analytischer Ausdriicke“ haternoch selbst andieRedaktion
derMathematischen Annelen eingesandt, aber ihre Drucklegung nicht
mebr erlebt. Die Abhandlungen XXXIV und XXXV_,,Vollatindige
ba
Vv Vorwort
‘Theorie derRiemann'schen &-Function“ und ,,Querschnittstheorie haben
sich imNachlaB vorgefunden. Dieerstere war mitdem Vermerk ,druck-
reif verschen undistobne jede Anderung indenAnnalen erschienen.
Inderletzteron hatderHerausgeber, Krazer, diecinzelnen Abschnitte
mitOberschriften versehen; imdbrigen istauch dieses Manuskript
unveriindert zum Abdruck gekommen.
Christoffel hatte dieAbsicht, diesen Abhandlungen noch weitere
folgen zuInssen, dieebenfalls Fragen aus derTheorie derAbelschen
Funktionen behandeln sollten. Aus seinen Vorlesungen istbekannt,
daB das Material dazu bereit Ing. Leider hat seine fortschreitende
Krankheit diese Absicht nicht zurAusfihrung kommen lassen.
DIE HERAUSGEBER.
Exwm Bruxo Cupisrorren.
You
©. F,Queen in Zarich.
Elwin Bruno Christoffel istam10,November 1829 inMontjoie,
einem Kleinen Stidtchen inderpreussischen Rheinprovinz (nahe ander
belgischen Grenze)geboren. AufdemFriedrich-Wilhelms GymnasiuminKoln, woderbald darsuf durch dieBefreiung Kinkels berthmt
gewordene Karl Schurz sein Mitschiler war, erwarb ersich dasMa-
turititezougniss, Seine Studienzeit verbrachte erander Universitit
Berlin, woihn vorAllem Dirichlets Vorlesungen anzogen, mitderen
Form und Gedankeninhalt ersich aufs Genaueste und Tiefate vertraut
machte; siesind furseine ganze Thitigkeit alsLehrer und Forscher
masagebend geworden. Daneben interessirten ihnBorchardt’s gehalt-
volle Vortrige ber elliptische Functionen; Steiner's geometrische Lebren
suchte ersich wenigstens indenGrundprincipien anzueignen. Scherz-
weise bekannte ersich auch alsSchtler Martin Ohm's und belegto
dies durch cin Blatt von sweifelhaftem ktnstlerischen Werthe, auf
welchem erdenbeidiesem Docenten inderersten Vorlesung gehdrten
Satz illustrirt hatte: Lagrange stand aufden Schulte von Euler,
wiraber stehen aufden Schultern von Lagrange.“*)
DasBedtirfnisseinenvollkommenen EinblickindieVoraussetzungen zugewinnen, suf welchen Dirichlet cinzelne seiner Vorlesungen auf-
baute, veranlassto Christoffel, sich eingehender mitExperimentalphysik
zubeschiftigen, alsdies damals beiden Studirenden derMathematik ~
‘iblich war, Erkam dadurch inpersdnliche Beziehungon xDove,
*AlsWeierstrass seinenerstenBeruchbeiSteinermachte,fragteihndieser inseiner ironischen Art: ,Sie kommen wohl hauptelichlich nach Berlin, umOhm
‘ennen zulernen?™ ,,Nein, ichwollte suThnen und zuDirichlet. ,,Dann haben
BieGritee imKopf; wer Gritee hat, kommt zuDirichlet und mir, dieandern
geben maOhm.“
a ©.F,Geiser: E.B.Christof
was ihm dieMoglichkeit gewihrte, gelegentlich cigene physikalische
Versuche anzustellen. Ermuse indieser Richtung cine entschiedene
Begabung besessen haben; icherinnere mich noch lebhaft andioAn-
schaulichkeit, mitwelcher ermireinst unter blosser Benutzung eines
cisernen Lineals, eines Bindfadens und derBrettchen einer Cigarren-
iste zeigte, wiegewisse Fundamentalgesetze desMagnetismus experi-
mentell zupriifen seien. Auch indem Laboratorium desChemikers
Sonnenschein arbeitete ereifrig; ertrug beieiner Explosion schwere
Verwundungen am Kopfe davon, deren Narben noch lange Jahre
sichtbar blieben.
Nachdem Christoffel verhiltnissmissig spitseine Universitatastudien
abgeschlossen hatte (erpromovirte am12.Marz 1856), kebrto ernach
Montjoie zurfick und blieb dort bis zum Tode seiner Mutter, dieer
wihrend der Leidenszeit einer Krankheit nicht hatte verlassen wollen.
Der mehrjihrige Aufenthalt indem abgelegenen Orte, derkeinerlei
wissonschaftliche Anregung bot,jasogar dieeinfachsten geselligen Be-
zichungen vermissen liess, istvongrosser Bedeutung flrseine ganze
Individualitét geworden, Auf Grund einer hervorragenden Arbeitskraft
und einer zielsicheron Intelligenz, unbeirrt vonirgend welchen fremden
Einmischungen, gewann ereine geistige Selbstindigkeit, diesich inder
Wissenschaft freivonEinseitigkeiten und unfruchtbaren Speculationen
hielt. Erdrang tiefindieRiemann'echen Schdpfungen ein, soweit
dieselben damals schon publicirt waren. Inden Dirichlet'schen Vor-
lesungen erblickte ereine ausgezeichnete Vorechule frdieses Studium,
ebenso inden functionentheoretischen Abhandlungen Cauchy's, dieer
damals schon genau gekannt haben muss. Ermeinte gelegentlich, mit
dem Citat in§6derAbhandlung Ober dieAbel’schen Functionen habe
sich Riemann dieHilfte desUmfangs derAusarbeitung seiner Theorie
gespart. Aber indiesen Jahren einsamer und angestrengter Studien
Dildeton sich auch einige Singularititen desCharakters aus; erselbst
sagte, injenen Zeiten hitte ersogar dasSprechen verlernt. Und so
verblieb ihm einofter hervortretender Zug von Menschenscheu, sowie
eineReizbarkeit, dieauch denFreunden gegentber sichleicht inSchroft-
heit undMisstrauen gelteud machte. Selbst sein sonst sosachkundiges
und gerne anerkennendes Urtheil aber diewissenschaftlichen Leistungen
anderer Mathematiker konnte insolchen Momenten getribt erscheinen.
Als vollig reifer Mann habilitirte sich Christoffel imJahre 1859
‘anderUniversitit Berlin, woerebensowohl durch seine wissenschaft-
liche Bedeutung wiedurch scine Thitigkeit alsDocent sich dievolle
Anorkennung vonKummer undWeierstrass erwarb. Hauptsichlich auf
ihre Empfehlung hinwurde ihm 1862 diedurch Dedekind’s Weggang
©.P.Geiser: B.B.Christoffel. vn
erledigte Stelle ameidgendesichen Polytechnikum zuZtrich Ubertragen.
Bei Annahme des Rufes freute ersich darauf, voreinen grésseren
Horerkreis treten 2ukénnen, beidem ereine weitgehende mathema-
tische Vorbildung glaubte vornussotzen zudUrfen. Unter dieser An-
nahme hatte erinsbesondere alsEinleitung 2useinen Vorlesungen cine
exacte Darlegung derGrundbegriffe dorInfinitesimalrechnung sorgfaltig
‘susgoarbeitet. Dererwartete Erfolg blieb runichst aus, und dieStu-
direnden ersuchten ihn,nach Verfluss desersten Quartals, einen zuging-
licheren Weg einzuschlagen. Ohne jede Empfindlichkeit entsprach er
dem geiusserten Wunsche, begann dieVorlesang noch einmal auftotal
verinderter Grundlage und nun miteiner Wirkung, dase ersofort 2u
densusgezeichnetsten Lehrern derAnstalt gezihlt wurde. Spiter durfte
erauch erhdhte Anforderungen stellen, zudem vereinigte sich inseinen
Privatvorlesungen eingrosser Kreis von Schillern, welche ermitden-
Jjenigen Parthigon derWissenschaft bekannt machen konnte, indenen
sich seine eigene-Forschung bewegte.
Eswar einunvergleichlicher Genuss, den Vortrigen Christoffels
zufolgen. Schon dieiuseere Erscheinung deskriftig gebauten Mannos
mitderungesucht eleganten Haltung, dem festwieinBronze geprigten
und doch geistig durchgearbeiteten Kopfe, den wunderbaren Augen,
‘Ubte eine grosse Anzichungskraft aus. DieSprache war einfach und
lebendig, voneinem leichten Flusse, ohne jede unndthige Wiederholung
oder nachtrigliche Correctur. Indem flrdiekinftigen Techniker obli-
gatorischen Unterrichte liebte eres,biszuausfihrbaren geometrischen
ConstructionenundnumerischenRechnungen vorzudringen, derenSchluss- ergebnisse erohne Pritention und Pedanterie inUbersichtlicher Ord-
nung anderTafel zosammenstellte. Der Heuptreiz und der Haupt-
vwerth aller seiner Vortrige aberlagdarin, dasserinbewuseter Nachfolge
Dirichlet’s die Mathematik als eine Wissenschaft des reinen Gedankens
behandelte. Dieallgemeinen Grundbegriffe undMethoden warden immer
mit dergréssten Pricision erliutert, dieepeciellen Probleme klar und
scharf bogrenzt, diegefundenen Lésungen inBezug aufdienothwen-
digen und hinreichenden Bedingungen ihrer Richtigkeit umfassond dis-
cutirt. Betrachtungen ber dasUnendlichworden, Uber denGrenzprocess,
fiber Unstetigkeiten wandte erseine besondere Aufmerksamkeit zu,
indem ersievon denzufiilligen Umstinden, unter denen siesich dar-
boten, befreite und inihrer philosophischen, oder wieerlieber gesagt
hitte, rein begrifflichen Bedeutung auseinanderlegte. Damit hing wohl
dieKunst zusammen zuconcentriren und 2ucondensires. Sogab er
inein- biszweistiindigen Semestervorlesungen cine Theorie derbe-
stimmten Integrale, oder derpartiellen Differentialgleichungen, oder der
vu ©.F.Geiser: E,B.Christof.
krummen Oberfiichen, die alles Wesentliche enthielt und hervortreten
liess, ohne dass erndthig gehabt hitte durch geistreiche Apergus oder
deriehungsvollen Citatenreichthum diedem Gogenstand anundforsich
innewohnende Bedeutung noch besonders zuerhéhen und inktnst-
licher Beleuchtung erscheinen 2ulassen. Freilich verwandte erauf
derartige Collegien eine vorgingige Gedankenarbeit, dase ermix, jeden-
falls ohne jede Usbertreibung, beiBeginn eines derselben sagen konnte:
nich weiss jetzt schon, was ichinjeder derfolgenden Stunden vorzu-
tragen haben werde“
Insofern man sus derZeitfolge dervon ihm publicirten Abhand-
lungen einen sichern Schluss ziehen darf, soistderZiricher Aufent-
halt frChristoffel auch inBerug aufdieselbstindige wissenschaftliche
Arbeit diereichste Zeit seines Lebens gowesen. Das Inhaltaverzeichniss
des Crelle’schen Journals flr die Binde G1—70 fuhrt zehn hierher-
gehdrige Abbandlungen auf,2uwelchen man noch eine indenAnnali di
Matematica erechienene und eine von der Berliner Akademie der Wissen-
schaften verdffentlichte zurechnen hat. Eswar eine woblverdiente Aus-
zeichnung, dass erinAnerkennung dieser Leistungen vondereben ge-
nannten Kérperachaft zuihrem correspondirenden Mitgliede erwahlt wurde.
Aber nicht nur durch seine eigene Thitigkeit slsForscher und
Lehrer hatChristoffel dem Polytechnikum voraiigliche Dienste geleistet.
Ersuchte, namentlich seit ihm dicLeitung derFachlebrerabtheilung
Ubertragen war, denmathematischen Unterricht durch neueinzuftthrende
Vorlesungen jOngerer Docenten auszudehnen und aufeine hohere Stufe
zu heben. Aber schon friher war es seiner Initiative 2u verdanken
gewoven, dass beieiner Budgeterhéhung imJahre 1863 eine neue Pro-
fessur flrhdhere Mathematik vorgesehen und andiese alsVertreter
derFunctionentheorie Herr Prym berufen wurde. Wie hoch Christoffel
diewiasenschaftliche Bedeutung dieses Collegen schitzte, klingt noch
nach inderposthumen Abhandlung Uber dieTheorie derRiemann'schen
‘@-Functionen, woesheisst (Math, Annalen, Bd. 54pag. 391): Ich
kann diese Gelegenheit nicht vorlber gehen lassen, ohne dieunbeschreib-
lichen Verdienste inErinnerung aubringen, welche Herr Prym sich
durch seine damaligen Publicationen umdasVerstindniss Riemann's
erworben hat“ InderThat hatdieZdricher Schule dieEinfthrung
indieSchépfungen des grossen Gittinger Mathematikers schon 2u
ciner Zeit inihren Lebrplan aufgenommen, alsdieselben noch echwer
zuginglich und nur von einer Kleinen Zahl von Mathematikern ge-
kannt und nach ihrer ganzen Bedeutung gewirdigt waren.*)
*)Hiner Darstellung der witeuschaflichen Leistungen Clebech's entuimmt
man, dase dieser tovieleitige Mathematiker emt durch Herm Gordan, nach
C.F. Geiser: E.B.Christoffel 1
ZudenCollegen Christoffels ameidg. Polytechnikum hatte wihrend
einiger Zeit such Reuleaux gebért, dervon dort imJahre 1864 als
Professor an das Gewerbeinstitut inBerlin berufen und Ende 1867
zumDirector derausdiesemhervorgegangenen Gewerbe- Akademieemannt worden war. Dies gabdieVeranlassung, dass auch Christoffel
andieneuorganisirte Anstalt gezogen wurde. Eine bald nach Usber-
nahme derneuen Stellung anihnergangene vertrauliche Anfrage, ob
ereventuell dieLeitung derpolytechnischen Schule inAachen dber-
nehmen wirde, beantwortate erinablehnendem Sinne. Erwollte seine
wissenschaftliche Thitigkeit nicht durch Amtegeschifte sdministrativer
Natur cinschrinken Inssen —und wohl mochte erauch fulhlen, dase
ihm manche derwetentlichen Eigenschaften feblten, diecine solche
Anitsfthrang nothwendig fordert,
Christoffel hatdieRuckkehr in’sVaterland alseine grosso Ehre
und Freude geschitst. Der Aufschwung, den Berlin wihrend seiner
Abwesenheit genommen, lioss ihn dieAnregungen und Vortheile einer
Grossstadt sufs lebhafteste empfinden. Vor allem pries oresalsein
‘besonderes Gltick, dass erdiegrosse Zeit von1870—71 indem Centrum
dermateriellen und geistigen Machtentfaltung Deutschlands miterleben
durfte. Ereraihlte, wieindenTagon derErwartung desEntacheides
wahrend einer seiner Vorlesungen platzlich eine grosse Bewegung unter
den Zuhdren entstanden und aufseine Frage nach derUrsache die
Antwort ertheilt worden sei:,Der Krieg isterklirt.“ Und unvergesslich
blieb ihm diedarauf folgende, durch tiefen Ernst infesten Schranken
gehaltene Entachlossenheit derBevélkerung, insbesondere derilteren
Juhrginge dernoch waffenpfiichtigen Manner, diesich beidenControll-
stellen ansumelden hatten. Grisseres und Edleres schien ihm der
Mensch nicht erleben zukénnen, jedes persdnliche Interesse werde in
dom allgemeinen anfgeldst oder von demselben zurlckgedringt. Und
doch sprach erspiter mit einem gewissen Geftthl desMisebehagens
von den drei Jahren (1869—72) seiner Thitigkeit ander Gewerbe-
akademie, Zwar stand ermit seinem nichsten Collegon imbesten
Einvernchmen: Aronhold’s liebenswirdige und lebendige Art war ihm
durchaus sympathisch. Von derArt, wie sich dieser Mann aus den
beschrinktesten Verhiiltnissen, durch energische Usberwindung der
mannigfachsten Hindernisse cine bedeutende Stellung imLehramte und
inderWissenschaft errungen hatte, sprach ermit rickhaltloser An-
erkennung, Aber dass esihm trotz derUnterstfiteung durch einen s0
essen Habilitation inGiessen (Sommer 1863) ymit den damals noch verbiltoias-
miasig neuen und wenig verbreiteten Miemann'schen Untersuchungen" bokannt
goworden sei(Math. Annalen Bd.7pag. 19).
x ©.F.Geiser:H.B.Christof.
ausgezeichneten Mitarbeiter nicht gelingen wollte, eine groseere Anzahl
yon Studierenden zudauerndem Interesse anhdhern mathematischen
Vorlesungen heranzuziehen, veranlasste ihnzusehr unlicbsamen Ver-
gleichangen mitdenZdricher Verhiltnissen. Esmag vielleicht, wenn
auch unsusgesprochen, einAnderes dazu gekommen sein. Christoffel
war frOher Privatdocent anderUniversitit gewosen, ersihlte zuden
correspondirenden Mitgliodern derAkademie derWissenschaften; istes
nicht denkbar, dass ersich neben seiner eigentlichen Lehrverpflichtung
noch einen weitern, seinen Neigungen und Fahigkeiten entsprechenden
‘Wirkungskreis ersehnte?
Alle Schwierigkeiten dieser Situation wurden durch dieBerufung
nach Strassburg geldst. Freiherr von Roggenbach, dermitderersten
Einrichtung derneu mgriindenden Hochschule betraut war, wandte
sich, um Aber dieBosetzung dermathemstischen Professuren fach-
Kundigen Rath einzuholen, anKronecker. Dieser nannte inerster
Linie Christoffel, derauch, nachdem seinen Anforderungen entsprochen
worden war, dieihm angebotene Stellung tbernahm. Damit war er,
noch inderersten Hilfte derVierziger stehend, also invollster Mannes-
kraft ancinZiel gelangt, dasallen seinen Winschen und Hoffaungen
dieErfllang 2ugewihren schion. Aber dermitdenreichsten Mitteln
durchgefthrte grosee politische Gedanke: indemwiedergewonnenen Reiche-
Iande eine Universitat ersten Ranges aufrurichten, fand beiderdeutschen
Jugend nicht diofroudige Aufnahme, diezurSicherung einer dem aus-
gezeichneten Lehrkdrper unddenaufs grossartigste eingerichteten wissen-
schaftlichen Instituten entsprechenden Frequenz ndthig gewesen wire.
DieAnzabl derStudirenden blieb inden ersten Jahren sogar hinter
bescheidenen Erwartungen zurick; insbesondere war inden mathe-
matischen Fichern kein Grundstock von Schillen vorhanden, welche
ineiner systematisch goordneten Reihe vonVorlesungen einen hhern
Abechluss ihrer akademischen Bildung gesucht hitten. Somusste
sich Christoffel einen Hérerkreis erst heranbilden. Er that esunter
Einsetzung aller seiner Krifte, sogar unter Einschrinkung der bie
dahin mit80reichem Erfolge gekrinton Publication wissenschaftlicher
Abhandlungen. DieResultate seiner Forschung sollten nun inerster
Linie den Vorlesungen 2uGute kommen, ausderen Bedirfnissen sich
umgekebrt hiiufig dieZiele seiner Untersuchungen ergaben. Gewiss
war Strassburg durch diese Thitigkeit nicht indemselben Masso zu
einem Mittelpunkte mathematischer Studien geworden, wieesnach-
und nebeneinander Kénigeberg, Berlin, Géttingen waren oder sind.
Aber Christoffel, der inderWissenschaft gerne seine eigenen Wege
ging und beiallem licbenswirdigen Verkehr mitseinen Zuhdrern doch
©.F.Geiser: E.B,Christoffel.
diepersdulichen Bezichungen mehr vermied alsaufeuchte, hatniemals
dieNeigung besessen, einebesondere Schule zugriinden, undsoerfullte
ihn dasErreichte mitdervollsten Befriedigung.
Seitdem erinder Auswabl des zubehandelnden Stoffes imWesent-
lichen freie Hand hatte, bildete indenVorlesungen, wonigstens inden-
jenigen, deren Inhalt mir bekannt geworden ist,dieFunctionentheorie
den Hauptgegenstand. Kefolgten sich insystomatischer Anordnung:
Bestimmte Integrale und unendliche Reihen; Einleitung indieTheorie
der Functionen einer complexen veriinderlichen Griese; Theorie der
elliptischen Functionen; Theorie derAbel'schen Functionen; Anwen-
dungen derLebre von denAbel'schen Functionen. Aber auch inVor-
esungen, diemit diesem Cyklus nicht inunmittelbarem Zussmmen-
hange standen: Algebraische Theorie der homogenon Formen und
invarianton Substitutionen; Theorie der quadratischen und bilinearen
Formen; Ausgewablte Kapitel ausderLebre von denpartiellen Diffe-
rentislgleichungen, wurden Uberall dieBezichungen zuAufgaben aus
jenem centralen Gebiete derMathematik hervorgehoben. Esistviel-
leicht vonInteresse 2uwissen, dase erschon imBeginn derStrass-
burger Zeit, alsereben ernout all’ seine Arbeit derFunctionenlehre
zuwandte, dioTheorie derAbel'schen Functionen alseine vollstindige
Theorie deralgebraischen Functionen bezeichnete, diejedoch zuihrer
Erledigung nicht mit algebraischen Hilfsmitteln ausreiche, sondern
auch transcendente erfordere, Ervermied dasDirichlet’sche Princip,
dessen Wahrheit unter beschrinkenden Voraussetzungen ihm zwar un-
aweifelhaft, dessen Begriimdung ihm aber unsicher schien. Wie weit
ersich inderUmgestaltung derRiemann'schen Methoden und Resul-
tate mitWeierstrass begegnet haben mag, muss ichausdem einfachen
Grunde mangelnder Sachkenntniss dabingestellt lassen. Nur das sei
noch hervorgehoben, dass ersich unausgesetzt bemtlhte, die,impo-
santen“ Leistungen desgrossen Berliner Mathematikers, soweit dieselben
durch denUrheber selbst publicirt waren, inihrer ganzen Bedeutung
10 erfassen.
Mebr alszwanzig Jahre lang istChristoffel inseinom Strassburger
Lohramte thitig gewesen; sobald esdieindieser Hinsicht eben so
liberalen alsverniinftigen Statuten derUniversitit zuliessen, trat erin
denRahestand. Esentsprach seiner ganzen Lebensauffassung, wenn
erauch inBesug aufseine eigene Person gefunden hatte: esliege
nicht imInteresse derHochschulen, Professoren biszum Acussersten
imDienste zubelaseen und aussunutzen. DerEinwurzelung noch so
berechtigter wissenschaftlicher Richtungen und Traditionen seieine
Ablésung durch neue Krifte, diesichaufverdnderten Bahnen bewegen,
xiL C.F.Geiser: E.B.Christoffel.
vorsuzichen. Fr sich selbst hoffte ernoch aufeine Zeit intensiver,
von jeder dussern Ricksicht unabhingigen wissenschaftlichen Thitig-
eit; sogar dieAnregung: diegewonnene Musse zurAusarbeitung und
Publication solcher Ergebnisse seiner Forschung zuverwenden, denen
cerselbst einen grossen Werth beilegte, wies ervon derHand. Neben
den mathematischen Studien 2og ihn die erneute Lecttre der alten
Klassiker on. Erhatte sich einst aufdem Gymnasium eine ungewshn-
liche Kenntniss dergriechischen und lateinischen Sprache angeeignet;
wihrend desZricher Aufenthalts bildeten Plato und Tacitus) seine
Lieblingslectitre indenStunden derErholung vonangestrengter Arbeit;
jetzt vertiofte ersich indiezeitgendesischen Quellen derrémischen
Kaisorgeschichte
Leider war seine Gesundheit schon beim Rucktritte stark erschiittert,
ImJahre 1892 hatte ernoch infast jogendlicher Spannkraft des
Korpers und desGeistes einpaar frohe Tage desWiedersehens und
derErinnerang inZirich verlebt. Erhatte dieAbsicht sich von da
nach Interlaken zuwenden; aufdem Wege dorthin trafihnbeiBrannen
das Missgoschick, von einem Velocipedisten Uberfahren zuwerden und
einen Armbruch zuerleiden, dernurlangsam und mangelhaft heilte.
Zugleich vermehrten sich asthmatische Beschwerden, dieihn schon
frither gelegentlich heimgesucht hatten. Wohl brachte spiter ein
Winteraufenthalt inGrindelwald eine bedeutende Besserung und neuen
Lebensmuth, aber inden letzten Jahren, dieerinzunehmender Ab-
geschlossenheit und Einsamkeit verbrachte, sanken seine Krifte mehr
und mehr. Den siebzigsten Geburtstag verlebte eriniusserster Stille,
dsman anfseinen dringenden Wunsch von Deputationen und dergl.
ginzlich Abstand genommen hatte, Bald nachher stellten sich die
drohenden Anzeichen seiner letzten Krankheit ein, eines schweren Herz-
und Nierenleidens, zudem schliesslich noch dieWassersucht trat. Am
15, Mira 1900 hat ihn der Tod erlést.
Ueber dieStellung Christoffels anderUniversitit Strassburg und
‘uber den Eindruck, den seine Persdnlichkeit indem Kreise seiner Col-
legen hinterliess, hatsich beiderBeerdigungsfeierlichkeit Prof. Windel-
+)inen beitern Beweis seiner genauen Kenntnia des grossen Historikers
bewahrt daseidgendssische Polytechnikum. ImJabre 1864 hatte Christoffel als
Actuar derGesammtconferenz das Protokoll ineiner Sitzung 2ufuhren, welche
wogen Auflehnung der Studirenden gegen die oberste Leitung der Anstalt ein-
erufen war. AlsMotto tber seine Wiedergabe derVerbandlangen schrieb erim
Originaltext und indeutecher Usbertoteung das Citat ans den Annalen (V,6):
Bei diesem Anlasse wurden vierundviersig Reden gebalten, einige aus Furcht,
‘ie moisten aber sus Gewohnbeit=
C.F. Geiser: E.B.Christoffel. XuI
band ineiner schénen undtreffenden Rede ausgesprochen, dieinden
Math. Annalen Bd.53pag. 341 otc.abgedruckt ist. Dem Hinweis auf
dieselbe migen hiereinige Erinnerungen folgen, diedasdort entworfene
Bild des Menschen ansserhalb seiner Wissenschaft noch 2erginzen
bestimmt sind.
DieErziehung durch eine ihrem katholischen Glauben fromm er-
gebene Mutter hat nicht #0eingreifend und dauernd gewirkt, dass
Christoffel beieinem bestimmten religidsen Bekenntniss geblieben wire.
Doch haterderKirche, inwelcher eraufgewachsen war, eine lebhafte
‘Sympathie bewahrt, dieimZusammenhang mitdem Bedirfnisse stand,
sichliebe Jugenderinnerungen unverletzt undungetribt zuerhalten. Da-
mitverband sich inpolitischen Fragen eine conservative, streng monar-
chische Gesinnung, welcher ereinen um 0entachiedenern Ausdruck
gab, jemehr siesich mit den Anschauungen seiner Umgebung in
‘Widerspruch befand. Erhatte dazu indenersten Zeiten seines Ztricher
Anfenthaltes reichliche Gelegenheit. Unter seinen dortigen Landsleuten
fand sich noch einStamm alter ,Achtundviersiger’, diedasHeil ihror
Heimath inderbaldigen Aufrichtung einer Republik erwarteten, cine
jlngere Generation stand aufdem Boden desNationalvereins oder der
liberalen Mebrheit despreussischen Abgeordnetenhauses; daneben er-
hoben dieStddeutschen dieschirfaten Anklagen gegen dasnorddeutache
Junkerthum und einzelne Stimmen traten fir das im Sinne des Libe-
ralismus zureformirende Ocsterreich ein, dem dieFuhrung des zu
einigenden Deutschlands zudbertragen sei. Indiesem Gewirre war
cinMann, welcher derfesten Haltung Kénig Wilhelms undderkihnen
Kampfesweise des Ministerprisidenten Bismarck freudig zustimmte,
véllig isolirt. Eret derKrieg von1866 brachte dann diegrosso Wand-
lung und Christoffel erblickte ganz unbefangen indem Siege der
preussischen Waffen augleich eine persinliche Genugthuung flrdie
vielfachen Gegenstdsse, diesein temperamentvolles Auftreten gefunden
hatte.
Auch diepolitischen Verhiiltnisse derSchweiz, welche von den-
jenigen seines Heimathlandes soganz verschieden waren, fesselten die
‘Aufmerksamkeit Christoffels inhohem Grade, Er hat aus der Nihe
dioeigenartige Bewogung verfolgen kénnen, diedenKanton Zirich aus
¢inem reprisentativ regierten inein rein demokratisches Staatawesen
Uberfthrte. Das gelegentliche Zusammentreffen mitMitglieden der
damaligen Regierung hatte ihmdenKinblick indieverstindige Tuchtig-
keitdieser Manner gewihrt, ounsaher,wieeine geschickt geleitete
Opposition, theilweise unteratilizt voneinem talentvollen und inseinen
Mitteln nicht wahlerischen Pamphletiir, dasganze System, aufwelchem
xv ©.F.Geiser: B.B.Christoffel,
dieRegierung beruhte, und damit diese selbst xuFall brachte. Es
stimmte ihnnachdenklich, dass sogar inderRepublik, trotz derfort-
wibrenden Besprechung und Kritik der dffentlichen Angelegenheiten
durch diePresse und politische Versammlungen, sich diewahre Stim-
mung eines Volkes nicht immer aufderOberfliche derTageemeinungen
zeigt. ErwarZeuge davon, wiesich unbeachtet imUntergrunde eine
wachsende Unbehaglichkeit undUnzufriedenheit auch derruhigen Ele-
mente angesammelt hatte, dienur eines letzten ginstigen Anstosses
bedarfte, umdasStastswesen bisinseine Grundfesten zuerschilttern,
wie dann aber sofort inemnster Arbeit dioErneuerung desselben an
dieHand genommen wurde. Gottfried Keller hat inder Schluss-
erzihlang derLeute vonSeldwyla: ,Das verlorene Lachen' einleben-
diges Bild von derUmwilzung gegeben, dasChristoffel nicht nuran
one Begebenheiten erinnerte, sondern auch andieStunden, dieereinst
auf dem Zunfthause zur Safran mit dem sfrcherischen Staateschreiber
augebracht hatte.
Die Unabbingigkeit seiner Ansichten von den Tagesstrémungen
hat Christoffel in besonderm Masso wihrend der Zeiten des Cultur-
Kampfes bewihrt, daernun inentechiedener Weise sich gegen die
Kirchenpolitik Bismarcks sussprach, auch diegleichgerichteten Vor-
giinge inderSchweiz missbilligte. Wobl hatsich dabei eine starke Nei-
gung ruparadoxen Behauptungen sowie eine verachirfte Reizbarkeit
gegentber allfilligem Widerspruch geltend gemacht, aber derGrund-
gedanke seiner Argumentationen hat sich inDeutschland doch nach
und nach allgemeine Anerkennung erworben. InderSchweiz hatsich
dienimliche Wandlung vollzogen. Schon vordem vatikanischen Concil
hatte Jakob Burckhardt ineiner seiner Vorlesungen*) gesagt: ,Von
Seite desStaates isteslicherlich, wenn ergerne ‘liberale Prilaten’
bitte, dieseiner Bureaukratie keine sauren Tage machen sollten“ Und
derbedeutendste Staatsmann desLandes schrieb wihrond derKampf
amheftigsten tobte: Leider haben wir uns zaciner eigenen und
Klar vorgezeichneten Politik inden Kirchenfragen nicht ermannen
Kénnen. Wir bitten auf das Anathema des obersten der Priester mit
derProklamation derunbedingten Freiheit antworten sollen. Aber das
Vertrauen indieMacht desGeistes hatuns gefehlt und wirhaben
unshinter dieLandjiger verkrochen.
Esistwahrecheinlich, dass dertiefgehende Meinungsunterschied,
dersich indieser Frage zwischen Christoffel und denjenigen Kreisen
gezeigt hatte, aufdieeramtlich und gosellechaftlich angewiesen war,
*)Weligeschichtliche Betrachtangen, pag. 142.
©.F.Geiser: E.B.Christoffel. xv
amseiner Vereinsamung wesentlich beitrag. AlsderStreit verstummt
und einAusgleich derGegensitze méglich war, hatten vorrickendes
Alter, dann Verzicht auf das Lehramt und beginnende Krankheit die
‘Wiederaufoshme eines regen Verkehrs zunichst erschwert undschlieB-
lich vOllig unméglich gemacht. Sohatdenn sein Tod nicht eineLitcke
ineinen grossen Kreis lebendiger Interessen gerissen oder eine be-doutendedirectoWirksamkeit aufeinejtingereGeneration jiblingsunter-brochen. Aber derKleinen Zahl von Freunden, denen ereinst seine
* persdnliche ‘Theilnahme zugewendet und intreuer Anhiinglichkoit be-
wahrt hat, istderauch ausserhalb seiner Wissenschaften #0bedeutende
Mann indankbarer Erinnerung geblicben und ebenso werden diezahl-
reichen Schiler, dieerwihrend einer fast vierzigjahrigen Wirkeamkeit
heranbildete, denunvergleichlichen Lehrer nicht vergessen haben.
INHALT.
“LDemota permanent clectricitatis incorporibus homogencis. Insugural-"”
Dineriatin1860.000stcseesesseteense oO 41,Ober dieGanbische Quadratar undciseVerilgeminerang derelben,
Jouraal f.Mathematik, Bd.66,3858... ss ne 68
4M, Ueber die Tineare Abbingigkeit von Functionen einer eiasigen Ver-
Anderlichen. Journal.Mathematik, Bd.65,1658.00... 88 “FV, ZurAbhandluog vonHeine: Ueber Zahler und Nenser derNukerange-
vwerthe von Kettenbricheo” im 87. Band des Joumale fir die reine
nd aogewandie Mathematik, Joumal {a za. a,Mathematik,BU681000 ceeveteccreereece) HO Y.Ueber’ die Dispersion des Licht," Monstaberchte “der BerlinerMlademieW6lr eevee cereeteeestesHS Vi.Veraiigemeinerang ciniger Theorem desHerra Waiarsin®. Journalf.Mathematik, Bd.68,1864.0vestscreevees138 VII. Ueber diskleivenSchwingungen tines peridincheingerichtetenSyitems
natereler Pankte, Jouroal fMathematik, Bd,2, 1804... 148
VUlL, Ueber dieBestimmung derGestalt einer krummen Oberiiche durch
lokale Mesrungen aaf derelben, Journal f.Mathematik, Bd.04,1685 162
IK.Uober dieDisparvion det Licht. Annalen der Physik .Chemie,BO2,196500cece eteeee esHB X.Zor Theorie der cinwerthigen Poteatile. Jouroal £ifathensaii,BiG186eee cecescene ceeees186 1X4, Usber den Einfob von Reslitite- and Stotigheilabedingungen auf die
Lorung gendholicher Dtferetilglechangen. Joumal f.Mathematik,Ba,66,3866 Deteuttnet eresserene, 398 XM, Solproblema delle temperature staxionarie claseppreseniatione di
tna data superficie, Anneli diMatematica, Ser. Bd.1,1868...240 Mall Ueber einige allgemeine Eigeoschaften derMinimamaichen, JoaraslfMathematik, BO,4867ssceecveer cee388 XIV, Bewein des Fandamentaleasee der Invariantentheoria. Joural’f
Mathomatik,Bd.68,1868v0swewv eevee: B10 XV. Theorie der bilinesren Fonctioneo, Jourasl f.Mathematik, Ba68,WEoweeeeereneevere weeeer XVL Allgemeine ‘Theorie der geoditschen Dreiecke, AbhAndlungen der
Borliver Akademie 1868 vsstv vcs nen ess 27
XVI Uber dioTransformation gearer’bomogenct Differentialausdricke
Monstabericte der Berliner Akademie 1869. 0s sss ss M7
XVIIL, Usher dieTransformation derhomogenen Diferentiiauadzicke zweiten
Grades, Jouroalf.Mathematik,Bd.10,188.sss 52 XIX, Ueber cindieTransformation homogenet Differentialauadricke zweiten
Gradee betrefendes Theorem. Journal f.Mathematik, Bd.70, 1869 378
L
DEMOTU PERMANENT! BLECTRICITATIS
INCORPORIBUS HOMOGENEIS,
DISSERTATIO INAUGURALIS
quan
CONSENSU ET AUCTORITATE
AMPLISSIMI PHILOSOPHORUM ORDINIS
ALMA LITTERARUM UNIVERSITATE
PRIDERICA GUILELMA
Ro
SUMMIS IN PHILOSOPHIA HONORIBUS
RITE CAPESGENDIS
DIE XIL M.MARTI A.MDCCCLYI.
AUCTOR
ELWIN BRUNO CHRISTOFFEL
OPPONENTIBUS:
J.0RUHARUSER
‘AvetaVALETTEBT.GEORGE,vax.ox,AKREMER,rm.cas.
BEROLINI
TYPIS GUSTAVE SCHADE.
ImOriginal befinden sich aufSeite 8bis6folgende Widmungen:
MATRI CARISSIMAE
NEO MINUS
VIRO ILLUSTRISSIMO CELEBERRIMO EXPERIENTISSIMO
HENRICO GUILELMO DOVE
PHIL. ET MED. DOCTORI ABT. LIB. MAG. PROPESSORI P,0.IX UNIVERSITATE PRIDERICA
OUILELMA ORDDUS REGII AQUILAE RUBRAE EQUITI SOCIRTATUM MULTARUM LITTE-
‘BARIARUM SODALI CRT, ORT.
PRAECEPTORI DILECTISSIMO
HANG COMMENTATIONEM PIO ORATOQUE ANIMO OPYERT AUCTOR
Postquam @.S.Ohm theoris suaelectricitatis galvanicae") ana-
lysinovam campum aperuit, multae inguisitiones inilloinstitutae, mul-
taque egregia inventa sunt.
Consideratione enim adcorpora duarum, trium dimensionum ex-
.tensa theoria amplificabatur: casu inde speciali, quem Iustrissimus
hhujus theorise Auctor tractaverat, ¢principiis generalibus eruto, cele-
berrimae illae leges fiuminis galvanic distributionisque viselectro-
scopicse inconductoribus linearibus adsummum, quod ipsa theoria
paticbatur goneralitatis fastigium evchebantur. Omnibus hisdisquisi-
tionibus, ©quarum numero commentationes #Cl?Kirchhoff inAn-
nalibus Poggendorffii*) Tom. 64.67.75.prolatas commemorare sufficiat,
physice valde promota experimentoramque copia aucta est,
Sed tamen haec theoria incompleta erat, quum eam tantum elec
tricitatis proprietatem, corporibus procedendi adcorpora contigua,
respiceret, actione neglecta, quam corpora electrica incorpora remota
exercent, —influentia, disjunctio electricitatum conjunctarum, —quae
tamen abillins natura separari nequit. Quse quidem quum parum
momenti habere videatur adphaenomena constantia incorporibus bene
conducentibus, incorporibus male conducentibus econtrario sicprae-
valet, utillaneglecta, electricitatis distributio nullo modo explicari
possit.
Quod desiderium explere conatus, quom experientia nulla phae-
nomena suppeditaro videretur electricitatis motae, quibus calculi apto
superstrai poseent, »phaenomenis profectus sum staticis, quae eodem
modo tractare licebat, quogeometrae generaliter intransitu abactionibus
diserotis ad continuas uti solent.
1)Die galvanische Kette, mathem. bearb, von Dz.G.8Ohm. Berl, 1827.
2)Tom. 64, Usber den Durchgang eines elektrischen Stromes durch eine
Ebene, besonders eine krcisfOrmige. —67.Nachtrag dasu. —15.Usber dieAn-
wendbarkeit der Formel flrdie Intensititen der galvanischen Strtme ineinem
Systeme linearer Leiter aufSysteme, diezum Theile sus nicht linoaren Leiter.
Vestehen.
"
an!
: 4 1.Demotu permanenti electricitatis incorporibus homogeneis.
Jam etiam alia parte asuppositionibus usitatis discedere coactus
sum, ubidevielectromotorica calculo subjicienda agebatur. Equa re
nova quae sequantur cum experientia egregie consentire videntur.
Hoo incommentatione maxime curandum esse censui, utomnes
notiones, quae adelectricitatis motum, qualem hicconsideramus, faciunt,
proferantur notionibusque comparentur, quae iisintheoriis cognatis
respondent. Cujus reiutilites primum eoversatur, uttheoriam nostram
cum alia quadam frequentissima omnino congruere demonstretur: tum
eo, uteasdem notiones majori securitate tractare liceat, quando de
clectricitatis motae theoria generali collocanda agetur.
Jam quod adcalealos subductos attinet, practer casus extremos
conductorum optimorum velpessimoram electricitatis motum insphaera,
plena tractavi omni generalitate tam physica quam analytica, Qua in
reomnes calculos exhibere placuit, quorum incorporibus sphaericis
opus esse possit. Formularam autem generalium adformam simpli-
ciorem redigendaram usuique practico accommodandarum negotium ab
hac commentatione procul habendum, aliisque reservandum esse censui
occasionibus, ubiexreiutilitate necessitas oritura sit.
Demotu permanenti electricitatis incorporibus homogeneis.
Declectricitatis mota scturi enumero causarum, quibus corpus
aliquod statum clectricum induit, statuamus eas, quas abhine prac ce-
teria eonomine comprehendemus. Sunt autem illae:
1.fontes electricitatis, puta corpora electrica illicontigua, quae
ideelectricitate sua impertiunt;
2.actio illacorporum clectricorum abexistentia ipsius electrici-
tatis inseparabilis, qua simul inomnibus corporibus, quorum natura
nonrepugnat, electricitates conjunctae certo more dissociantur, simulque
corpora ipsa viribus moventibus sollicitantur;
8.viselectromotorica incontactu corporum heterogeneoram agens,
quae estcausa illorum phaenomenorum, quae proprie galvanica dicuntur.
L
Sielectricitas subdatis conditionibus incorpore Amovetur, quod
variis modi, hiepronotis habendis, cognoscitur, tempore progrediente
trium harum rerum observatur una:
1.Sicausae, quibus motus clectricitatis provocatur, manent, ita
quidem utperpetuas mutationes subeant, status electricus ipsius A
1.Demots permanenti clectricitatis incorporibus homogensis 5
perpetuo stempore pendebit, atque abuna epocha adalteram varia-
bitur. Sitamen causse illac invariabiles ffunt, hoc etiam cum stata
lectrico ipsius Alocum habebit, qua inredistinguendi sunt casus
sequentes:
2,SitAinsuperficie sua nonnisi non-conductoribus contiguum,
sitdistributio copiarum lectricitatis extra ipsum Aoccurrentium con-
stans, omnibus, quae ineystemate sunt corporibus abomni motu im-
peditis: incorpore Asequilibrium constituetur electricum, quod secun-
dum leges Electrostaticae determinatur.
3,Sitamen iprum Ainsuperficie sua invariabili modo cum
fontibus clectricis constantibus conjunctum est, ceteris conditionibus
* jisdem permanentibus, quales modo exposuimus, acerta inde epocha
clectricitatis motus inipso Astabilis fiet. Quistatus idproprii habet,
ut,clectricitate perpetuo ipsum Apermeante, innulla ipsius Apar-
ticula status electrici mutatio operetur. Quiquum eiprorsus analogue
sit,cuiintheoria caloris nomen ,motus caloris permanens“ tribuitur,
insequentibus etiam appellabitur ,electricitatis motus permanens.
Quem scouratins examinare inhaccommentatione nobis propositum est.
2.
Jam utproblema adtumeros revocetur, suppositionem facimus
generaliter acceptam, electricitatis mensuram esse densitatem electricam,
signo positivo velnegativo praeditam, prout electricitas estvitrea vel
resinoss, Quae quantitas utplane determinate sit, definitionem ejus
usitatam repetamus.
Quodsi duo corpora habemus AetB,ipsa quidem omnino paria
unitatemque voluminis occupantia, electricitatis autem ratione diversa,
quae deinceps iisdem conditionibus electroscopio opponuntur indistan-
tinr:electroscopium deinceps attractiones %,%ostendet, quainre
repulsiones proattractionibus negativis habebimus. Siigitur ponimus,
corpus illud Acontinue ineodem statu, inquo quam hocexperimen-
tum fieret ert, conservari, autinbunc statum redigi posse provolun-
tate nostra, sequitur, utasitquantitss constans, quae tamquam ex-
perientia datasupponi possit; quare rationem +,cujuslocoetiam
rationem intersingulas attractionos intercedentem %:,ponilicet,
sequentes vooem alias usitatam densitatem electricam medicam corporis,
Bsppellabimus.
6 LDemotu permanenti electricitatis incorporibus homogencis.
Porro siBestparticula corporis, perquod electricitas migrat,
omnia quae ininterioribus ejus sunt, electricitate imbuuntur. Siigitur
corpus C,quod ejusdem naturae estsicat B,eadem qua ipmm B
densitate electrica media gaudet, volumen ejus tamen estipsius Bpars
dimidia, tertia ..., electricitatis inipso Ccontentae copia manifesto
critpars dimidia, tertia ...copiae inipso Bcontentae, idest: Electri-
citatia copia, quae corpore continetur, perquod eleotricitas migrat,
producto sequiparatur edensitate electrica media volumineque corporis
conflato.
Quae definitiones hacobservatione valde simplificantor, attractionem,
quam corpora electrica exercent, abipsorum corporum substantia ease
independentem. Eoenim postulata abjiciuntur decorpore Afacta, unde
locoattractionis electricae “,vimaliquam constantem ¢natura apte
petitam introducere licet.
Quam sutem motus electricitatis generalis ineoversetur, utcor-
poris, per quod clectricitas migrat, particulne externa electricitate
impertiantur, electricitatemque propriam reddant, motum permanentem
ineopositum esse apparet, utinhacipsius electricitatis viciesitudine
nulla corporis particula densitatis clectricae mutationem patistur. Si
igitar incrementum copise electricitatis, quae insliqua particula inest,
ensuppositione computamus, utelectricitas inillamotum permanen-
tem modo relictura sit,hoc incremonto nihili sequiparato conditionem
habebimus, utinparticula illastatus electricus nonmutetur, aequationem
igitar habebimus, quamotus permanens inilladeterminatur.
Phaenomens fandamentalis,
3.
Jam exponam, quae velexperientia dantur, velhypothetice assu-
menda sunt, utincrementum illud determinetur calculorumque funda-
mentum ponatar.
Qua inremihi inmentem venire non potest, principia rursus fir-
mare atque probare, quse jamdudum abaliis proposita, atque cum ipsa
natura egregie coneentire experta sunt: simpliciter illaafferam atque
adnotabo, ubiampliora deiisinveniantur.
Jam primum illius sententise mentionem injicere debemus, secun-
dum quam electricitas profluido habenda eatcorporeo, cujus particulae
‘mutuam repulsionem exercent secundum legem Newtonianam. Cuicon-
fisus sisequationes motus permanentis exhibes fluidi illius —utsupra
‘motum permanentem vocabimus adensitatibus permanentibus —ad
1.Demotu permanenti electricitatis incorporibus homogencis, 7
eum quidem casum spectantes, quovelocitates singularum particularum
Perparrae sunt, easdem obtinebis sequationes, quales exaliis deducemas
Principiis, quae denatura ipsiue clectricitatis minus supponere vi-
dentur. Cujus sententiae autem utmerito ratio habeatur, infra occasio
invenietur.
Nos igitur, slim viam ingreseuri; aduabus rebus proficiscemur
‘experientia confirmatis, quibus phaenomenis fundamentalibus nomen erit.
Siduo corpora Aet4’,diversa densitate clectrica praedita, in
contacta perfecto sunt, alterum alteri deelectricitate suatradit. In
tomporis intervallo infimite parvo dthac ratione per clementum @
superficie’, inqua AetA’contingunt, exipso A’inAclectricitatis
copia E’transmigrat, dum exipso Acerta quaedam copia EadA
redundat. Quantitas, qua Z’ipsam Eeuperat, secundum @.8.Ohm
fadifferentia densitatum electricarum pendet, quae proxime abipso @
induobus ejus lateribus inveniuntur, Sint w’,udensitates dequibus
diximus, secundum ea,quae Ohm p.103. et106. op.1.proposuit,
differentia E’— E,quam ,fiumen condustivum“ vocabimus, hacexpree-
sione utitur:
A QW'-sodt,
ubi 2estquantitas abipsis u,wo, dtindependens, quam considera
tionibus idoneis determinare oportet.
Hacc expressio duos casus amplectitur valde distinctos, prout A
etA’oxendem vel exdiversis substantiis confecta sunt.
Jam suppositionem facimus cum experientia consentiontem, ad
motum electricitatis spectantom hanc:
1.densitatem clectricam incorpore homogeneo apuncto inpune-
tum continue variare, itautdifferentia densitatum induobus punctis
propinquis distantiae panctorum proportionalis sit. Casas simplicissi-
mus, adquem generalem revocabimus, isest,quo inter utrasque quan-
titatos perfects sequalitas intercedit;
2,densitatem clectricitatis, ubi superficiem contectus corporum
heterogeneoram transmigrat, subitas mutationes pati, unde differentia
densitatum electricarum, inpunctis propinquis, sedsuperficie illasepa-
ratis, baud amplius adistantia eorum pendet, sed generaliter valore
finito goudet, quiincasa simplicissimo, adquem ceteros revocabimus,
unitatem sequatur.
3 I,Demota permanenti electricitatis incorporibus homogeneis.
Hujus suppositionis opeexpressionem A.incasibus assignatis ita
transformare licet, utnullas quantitates involvat nisi definites.
Simplicitatis causa primo loco eum casum consideramus, quoA’
otAsunt corpora heterogenes. Siigitar eocasu, quisequatione
a w-uml
significatar,
b qodt
quantitas ostelectricitatis, quae tempore déexipso 4’inAper@
transmigrat, sequationum A.ets.openanciscimur sequentem:
Qadt =godt,
@qua hoc quidem cau
Ray
sequitur. Quantitas igitur electricitatie, quae generaliter indirectione
commemorata peripsum @transit, haec est
B. a(w'—u)odt.
Exdefinitione autem ipsius q(form. b.)apparet, quoties AotA’
boni conductores sunt, quantitatem gprocul dubio valorem valde magnum
induere.
Secundo casu, quo ©ininterioribus conductoris homogene! situm
est,roshaud itasimpliciter absolvitar.
Aconsideratione proficiscimur locorum geometricorum, inquibus
densitas electrica uvalore constante gandet, quse igitur date sunt
‘aequatione
© 4=const.
Qaum autem exsuppositione nostra usitfunctio continua coordine-
tarum, hacaequatione superficies repraesentatur, quae nisi incasibus
specialibus puncta vellineas singulares non pracbet. Quibus casibus
u—rti—.
Fig. 1.
inpracsentia exclusis, six,y,ssunt coordinates orthogonales puncti
alicajus 3Msuperficiei c.,Fig. 1,inboo puncto illaplanum tangens
ddhabet, cujus aequatio est
du au aw a(X-2)g,+(¥- Mayt+2-Day —%
siX,¥,Z sunt ipsius plani coordinatae. Jam sistatuimus, elementum
1.Demotu permanenti electrictatis incorporibus homogensis. 9
@punctum Mcontinere atque perpendiculare esse adplanum tangens
dd,esse insuper utsupra u,u’densitates electricas inutrisque ipsius
@Isteribus locum habentes, trans ©tempore disecundum suppositio-
nem nostram permeat electricitatis copia
Q(w'—u)odt.
Quum sutem exsequatione 4.pateat, uw’otunonnisi quantitatibus se-
cundi ordinis differre, manifestum est, sitantum quantitates primi or-
dinis respicimus, flumen conductivum hoccasu nihil aequale esse, ¢qua
restatim deducitur, flumen conductivam ubique adsuperficies c.per-
pendiculare esse
Quibus positis consideramus ee id
casum, quoo,etiam nune punctum ld
Mcontinens, cum plano tangenti d.
certum angulum @facit. Sitab, 7 ‘
Fig.2,ipsius@,ddautemplani¢ GB @
tangentis intersectio cum plano
tebulse,©etdinhocplanoper-pendicnlaria. Sit porro o’pro-
jectio ipsins inplanum d,a’b’ Fig.
ejus intersectio, erit angulus
bMO'=0,eto'=«cosO. Jamexiis,quaesuprastatuimus, mani-
fostum est,per@eandem necessario clectricitatis copiam fluere debere
acperipsum @.
Sint igitur Mr, Mg perpendicula inMsupra a’b', aberecta,
‘m,;,m, poncta, ipsiMfpropingue, s'coram distantia; sit1,',4,densitas
clectrica inhispunctis, secundum aequ. A.pera’tempore dtindirec-
tione m,'m, electricitatis copia
2(uy 4)o'dt
transmigrat. Jam sieocasu, adcujus normam nosgeneralem direc-
turos esse supra annunciavimus, scilicet quisequatione
e u/— 4=8"
£ ko'dt
entquantitas clectricitatis, quae indirectione dicta per o'fluit, —ubi
igitar &ostquantitas definite experientia determinanda, quae conducti-
bilitas vocari solet —nanciscimur sequationem
Rs'o'dt =ko'dt,
10 _L.Demotu permanenti electrictatis incorporibus homogeneis.
unde nostro casu
ant, ideoque .
& 2(u/—w)o'dt =k5" @'dt!)
sequitur.
Epanctis m,’,m, lines ducamus ipsi ddparallelas, perpendi-
culum Mq supra @erectum inpunctis m’,msecantes, sitque horum
punctorum distantia —s, unde s'=scos;sintdeniquew,udensitates electricae inhispunctis: uw’abw',u abw,non different nisi quanti-
tatibus secandi ordinis. Itaque expressio modo inventa g.quantitatispero”veletismper@migrantis inhancetransit:
©. bMS oft=kS"dt;
qua aequatione loco fluminis adIsevum, oblique indirectione m,’m,
per©transcuntis substituitur flamen alterum, quod indirectione ad
ipsum @perpendiculari m’m differentiationique contraria movetur.
Sienim, quod secundum hypothesin fieri debet, adlimitem trans-
imus, ubisevanescit, “—“ fitquotiens differentialis ipsius uindi-
rectione Mg formatus, unde ernimus propositionem sequentem:
Sit©clementam areso infinite parvum ininterioribus corporis
homogenei situm, sint 4,8,7anguli, quos perpendiculum certo sensu
supra @erectum cum sxibus ipsorum =,y,#facit, sitdenique uden-
sitas electrica inpunctis ipsi oquam proximis, per @tempore dtin
directione differentiationi (vel perpendiculo) opposita transmigrat elec-
tricitatia copia
au du du D.i(Gicose+Zycos+5;cosy|dt.
Qua inexpressione siponis
180°+a—a’,1804+6=f’,180+7—7,
hhane induit formam
. 44oga’4.oon84.4con9”D. —(75cone’+74cos+45c08']odt,
4)Uthomogoneltas formularum perspiciatur, hace obvervamus. Siunitatem
Tongitadinis dosignamos Z,formolae.aocuratius itaezhibenda et:t4’—ty=~
Ubigitarinsequentibus ipsum«°obvenit, ajusloconamerum ¥subintelligns.
Inf,ipsum&lineamdesignat,ing.autemlocolineae&areakLobviaeat,undo abhine aream repracscatat,
I.Demotu permanenti electricitatis incorporibus homogeneis. ‘oa
quae estintensitas ejusdem fluminis, nisi quod ejus directio indirec-
tionem differentiationis incidit. Exhoc sutem corollarium sequitur, :
flumen nogativum certa directione motum sequivalere flumini positivo
ejusdem intensitatis, quod directione opposita movetur.
Jam quod eum casum attinet, quem hactenus proexemto habui-mus,quovidelicetsuperficies u—const.punctavellineassingulares
pracbet, hoc solum reminiscaris, intalibus locia planum tangens ans-
-lytice indeterminatum ease, ideoque valere aequationes
aug ui
G278GO,FEO.
Quum igitur inpropinguitate talium locoram usitconstans, lumen
conductivam inillis nihili sequale sitnecesse est, unde expressio D.
etiam adhune casum pertinet.
Tsdenique casus, quo trium differentialiom partialium ipsius
alterum infinitum fieret, suppositione excluditur, uease functionem
coordinatarum continuam.
Corollarium. Antequam adphaenomenum fundamentale secundum
pergimus, expressionum modo impetratarum opeB.otC.significationem
mechanicam statuemus hypothesium denatura functionis usupra fac-
tarum, equibus expressiones illae sequebantur. Siconditiones, adquas
formulae illse spectant, easdem esse supponimus, itautvalores ipsorum
©,dt,(v—u) inutrisque iidem sint, atque designamus
4(v—1)odt =B,k*>"odt =6,
sequitar
“ bh, B=%0,
quae sequatio docet, electricitatom persuperficiem contactus corporum
heterogencorum migrantem resistentiam pati, quae causa est, utloco
quantitatis Cquantites infinite minor Btranseat.
Talis resistentiae effectus, quaccunque ceterum ressint, nonnisi in
hac reconsistere potest.
SitIo—Iquantitas electricitatie, quae peraream @moveretur,
irosistentia ibiunitatem sequaret: si resistentiam opponit duplicem,
triplicem, ...o**™, eritquantites quaeper@penetrat, =201”,
For... LoL"; velutaliisvorbisutamur: Siresistentia est—¢,
ceteris nihil mutatis, trans @totidem electricitatis permeat, quam per
12 1.Demotu permanenti clectrcitatis incorporibus homogencis,
elementum ons penetraret, siresistentia unitatisequalis esset.Sit
I),hace copia, erit
i h-To'-<r,
atque©=¢resistentiam metitur.
Suppositiones igitur ‘nostrae defunctione uadhoc redeunt, ut
clectricitas, ubisuperficiem contactus corporum heterogeneorum adit,
inresistentiam ingentem incidst, cujus mensura est
k z,ra
siresistentia ininterioribus corporis, equo electricitas prodit, pro
unitate habetur, designaturque &hujus corporis conductibilitas, atque s
distantia media particularum deelectricitate suatempore dtcommuni-
cantium.
Cujus resistentise magnitudo etiam experientia certissime indicatur,
praccipue observatione Cl'Péclet, superficiebus metallicis contiguis,
nullo vernicis velamine separatis vim quandam condensatoriam inesse
Jam hypotheses nostras, eforma speciali primitiva adsignifica
tionem generalem evectas adomnes casus analogos applicare licebit
atque oportebit.
2.Disjunctio electricitatum conjunctarum,
Phaenomenorum fandamentalium, quee nobis investiganda sunt
alterum actione gignitur, quam corpora clectrica incorpora remota
exercent. Quae actio duplici modo eocernitur, utcorpora conducentia,
inquae illaexercetur, simul etipsa electrica evadant (electricitas
influentia provocata), simulque locum mutare nitantur (attractio
electrica).
Quos effectus singulos soorsim tractaturus primum ostendam, ©
qnovis puncto materiali ininterioribus corporis conducentis sito,
quamdiu infiuentia electrica sollicitatur, propter hane influentiam conti-
nenter quantitatos aequales electricitatis positivae etnegativae indiree-
tiones oppositas profiuere, atque inde copias electricitatis apparere, quse
cum iis,quas insectione praecedenti determinavimus, generaliter com-
parari possint.
Fig. 3.Sicorpus electricitatem conducens B,cujus superficie 5
yocamus, inpropinquo estcorporis Aelectricitate imbuti, quam, ut
deredefinita loquamur, positivam esse statuimus: inipsius }parte ea,
1.Demotu permanenti clectricitatis incorporibus homogeneis. 13
quaeipsiAopposite est,cernitur copiaclectricitatis negative —4,dum quantitas sequivalens clectricitatis positivae +4inreliqua ipsius
bparte distributa invenitur. Jam siutraeque ipsius &partes paulisper
e 8 . 4
esOe O
Fig. 8.
corporibus «etftanguntur, quorum ulterius electricitatem positivam
indobviam tollit, electricitate negativa adipsum «transeunte: corpusBinstatumanelectricum recedit,sedpropteractionem assiduam ipsius
A,tempore certo Tdelapso, inpristinum statum restituitur, utsicut
‘antes, denuo copise —4et+4 supra bdistributae reperiantur.
‘Tempus illud 7goneraliter valde exiguum est, sicut experimentis de
influentia cleotricitatis notum est: si,quod infra supponetur, Bet
ipsum parvum est, ipsum 7’psene evanescere patet, quum evidenter
una cum Bdecrescat. —Quod experimentum sirepetitur, itatamen,
utinter singula experimenta tempus 7’intercedat, semper idem ejus
eventus erit, sipropter causas qualescunque conditio electrica ipsorum
ct6immutata manct: qui, quatenus nobis interest, eoconsistit, ut
corpora «otBcopias —4et+4obtineant, quoties cum ipso Bin
directione supra significata contingunt. Haec autem directio illoindicio
sino ulla ambiguitate definitar, siAotBinfinite parva statuuntur:
tune enim manifesto inlineam incidit corpuscula AetBconjun-
gentem. —Sitmmultitudo experimentorum, quae tali modo per
unitatem temporis instituuntur, ipsum «per idem tempus obtinet
copiam —m4——E, per tempus xigitur, quod multiplum esse
statuimus temporis 7,copiam —+Z, ubi Ejam atempore +‘indepen-
dens erasit.
Sinautem nunc corpus Bmagis magisque decrescere facimus, se-
eundum es,quae supra monuimus, etiam 7’decrescit, sedgeneraliter
Joquendo jam infra omnes limites abiorit, dum Badhuc sensibili
quamvis exiguaextensione utitur.Quopactoprimum+areservations‘llaLiberatur, utexactum multiplum ipsius 7’sit, quam propter
exiguitatem ipsius 7’ejus partes aliquotas respicere non oporteat.
Secundo loco singulse tactiones ipsius Bperaet6inunam conjun-
guntur tactionem continuam, singuli discessus electricitatis abipso B
inunam continuam emissionem. Quae emissio, sietiam Ainfinite
parvam esse statuimus, inlinea locum habet corpora AetBjungente.
14 I.Demotu permanenti electricitatis incorporibus bomogeneis.
Sijam ultra supponimus, corpora B,«,6inunumcorpusCsupra
spatium finitum patens conjungi, cujus Beatparticula ininterioribus
ita, exipso Bindirectione B—Apertempusxproceditelectrici- tatis copia —rE, indirectione autem opposita copia sequivalens ++E.
Sed quantitas Enonjam tota exintensitate influentise pendet, quam
AinBexercet, sodotiam aresistentia, inquam electricitas exB
procedens incidit. Qua inreproprincipio habendum est,
Influentiam, quaecunque sitejus intensitas, incorpusculo quo- *
dam Binfinite parvo etsubstantia conducente circumdato nun-
quam majores electricitatum conjunctarum copias rovera dis-
sociare posse, quam exeoprocedere possunt: ut,aliter lo-
quendo, electricitatis copiae, quae pro intensitate influentiae
disjunguntur, sed propter impedimenta ipsum Brelinquere
nequeunt, prorsus itasehabeant, scsi non separatae essent.
Qua responte sequitur, copias exipso Bprodeuntes semper
esse aequivalentes.
Sub factis suppositionibus denique ipsum Einfinite parvum evadit:
sedquum jam exomnibus punctis ipsius Ceodem modo quo exB
clectricitatis copiae profiuant, talium copiarum multitudo infinite con-
currit, quarum summa determinanda est. Flumina autem hae ratione
ecopiis —rE et+E ort disjuncto tractanda esse vix moneri
debet.
Jam utdeterminetir quantitas clectricitatis influentia ipsius A
provocatse, quae tempore infinite parvo déperdatum elementum arese
©pormeat, abcocasu incipiamus,
quo @perpendiculare estinrecta,
c quae punctum aliquod ipsivus @cum
,4conjungit, Fig. 4.Supra oin
———* directione A— exstruimus cylin-
drum normalem. Exomnibus punc-
tisininterioribus hujus eylindri
sitis propter influentiam ipsius A
Fig4. clectricitas negativa procedit indi-
rections @—4. Quui eutem velo-
citas electricitatis finita sit, persuasum habere possumus, tempore dt
non alia puncta copias sensibiles electricitatis exillis procedentis trans
@esse missura, nisi quae ipsi oproxime adjacent, inquae igitur A
actionem constantem exercet. Quum porro clectricitatis copine, quae
tempore dtindirectione dicta equolibet puncto procedit, ad—dt
proportionalis sit,haee proprietas etiam copiis convenit, quae epunctis
illis trans mittuntur. Sidenique loco ipsius ejus partem dimi-
I.Demotu permanenti electricitatis incorporibus bomogeneia. 1b
diam, tortiam, ...consideramus, manifesto eritelectricitatis copia priorisparedimidia,tertia,...exquointelligitur, hanecopiamadipeum@
esse proportionalem. Unde, si—H estdensitas clectricitatis per@
migrantis, porro —haodt ejus copia, sicasct H— 1,generaliter habetur
Pro quantitate clectricitatis transeuntie
—hHodt.
Estigitur Aconstans exobservationibus petenda. Puncta autem,
8quibus copia illsdiscessit, quum ipsi @quam proxime adjaceant,
manifestum est,ipsum Hnonpendere nisi abactione, quam Ainhace
puncta exercet.
Sitamen 4estcopia clectricitatia inipso Acontentee, rejus
distantia ab@:secundum legem 8Coulomb detectam inpuncta ipsi
@propinqua attractio exercetur, quaead“,proportionalis est.Quae
attractio sievanesceret, etiam Hnullum esset: attractione crescente,
ALangetur. Suppositionem igitur facimus simplicitate suacommenda-
bilem, densitatem Hease proportionalem adhanc attractionem'), poni-
musque
L Hm,
ubi¢estlinea, quum yvolumen contineat. Quantitas igitur electrici-
tatis, quae tempore dtper@indirectione @—Atransit, haec est:
Ae Aa(e m.—4-4-odt— 25(E)oat.
Jam qusestio oritur, quanta sitelectricitatis copia, quae subhypo-
thesi nostra per transit, siquidem hoc elementum quocunque modo
Versus directionem attractionis inclinatum est.
Sitab,Fig. 6,intersectio hujus elementi cum plano tabulae, atque
inhoc planum perpendicalare. Circa peripheriam ipsius @pro
directrice habitam cylindram ponimus, cnjus rectae generatrices in
directionem attractionis incidunt. Sito,ejus sectio transversa, hujus
1)Ipes hypothesis nonnova est, sedejus applicatio. Biot illam inopere
suo: ,,Traité dephysique“ (Paris 1816.) Tome Il.pag. 284. hisverbis protulit:
‘vLoraqu'un corps conducteur otisolé B,qui estdans l'état natarel, ext
‘mis onprésence d'un autre corpsAélectriséetisolé,I'électricité distri- bbuée sur lasurface deAagit par influence sur lesdeux électricités
combinées deB,endécompose une quantité proportionelle aI'intensité
aeaon action ote, ete." .
postes autem actionis infuentise intensitatem eodefinit, utattraction! electricae
eam soquiparet
16 1.Demotupermanenti electricitatis incorporibus homogeneis.
intersectio cum plano tabulse ab’; sit@angulus acutus rectis ba,b’a
interceptus, undea’[email protected], quantitates electricitatis, quae pera’et@transeunt, aequales ecse, vel
&
bad ——e |
Fig. &
siplacet, quantitatibus tantum oltiorum ordinum inter sodifferre. Quae
igitur per@transit clectricitatis copia secundum m.haec est:
» car (Fade—PapF)e088oat
Hane expressionem adformam simpliciorem redigere licet.
Supra @inpuncto aperpendiculum erigimus retrorsum spectans
aay, exa,iterum perpendiculum a,a, inacdirigimus. Sitaa,—dr,
aa,=ds,a,a,=dp,eritdr=dscos0,dp=ds-sin 8.Sintporro
0,0,,%, valores, quos©inpunctis a,a,,a, induit, habemus
me 84 ee dp me aeee oeer
velsiadlimitem pergimus, ubidsevancecit:
$5=Fin+FEcon0,
Jaminvaloremipsiuszginguiramos. Estautem1
ad
T lim 2 1 1 ‘ima,7limalyerbaps-+}lim&-0, unde 4
0
‘atque de do$cos0=F, unde obtinemus
E bay(F)ootoat=24(Feat
1.Demotu permanent clectreittis incorporibas homogensis, 17
Hee autem sequatione loco fluminis adlaevum, oblique per@
transeuntis substituitur flumen alterum,- quod indirectione aaadip-
sum ©perpendiculari differentiationique contraria movetur.
Sielectricites ipsius Anegativa esset, expressioni praecedenti tale
signum tribuendum esset, utvalor ejus positivus evaderet; quam autem
secundum §2.hoccasu pnegativum sit,forma expressionis nihil mu-
tatur, quae igitur etiam adhune casum spectat.
His praeparatis, casum aggredimur generalem, quo influentia a
‘variis copiis eleotricis, quocunque modo inspatio distributis exereetur.
Sit@clementum areae ininterioribus corporis conducentis situm, ;
sint 2,y,#coordinatae puncti ipso @contenti, sint «,p,7anguli,quos perpendiculum supra @incertam regionem exstructum Ncum axibus
coordinatarum facit. Sint porro m,,m,...varia volumina infinite parva,copiaselectricitatis 4,ug,..-possidentia; sint2,yi,4}ZYayMy---corumcoordinatae, r,,1,--- eorumdistantine abo,velsiplacet,a
puncto z,y,s.
Quonism —cos, —cosB,—cosysunt cosinus angulorum, quos
perpendiculum supra wretrorsum erectam cum axibus facit, per tom-
pore dtindirectione perpendieuli N,sigeneraliter ponimus
ap _ap ap ap
aN dxC88+GyCB+geO87
propter influentiam ipsins 4,copia electricitatis transit
Aa (my—tan(S)oas,
propter influentiam ipsius jicopia eletricitatis transit
Aa—tay(R)ed,
clectricitatis igitur copia, quae peroeodem tempore ineadem directione
propter influentiam omnium illaram quantitatum transit, haec estAad[ye 7—tan{24}ea, velsiponimus
F. Stas,
ubi»estpotentiale omnium massarum electricarum, vel,utbrevitatis
causa dicomus, polentiale elecricum, hace:
@. =2[FEcone+$5conp+$20087}wdt.
Jam quod flumen attinet”©copiis+Eformatum,omniaquae exposuimus adliteram repetuntur, nisi quod copiis electricis obve-
1B Ohrlatotet, eamacteAbbenlvagen. 2
18 1.Demotn permanenti electrictatis incorporibus homogenti
nientibus ubique signum contrarium tribuendum sit,flumenque resul-
tans indirectione opposita dirigatur. Praster copiam G.igitur per@
indirectione differentiationi opposita transit copia
H. (GEcone+GFcoh+3%cosy}oat,
ubisccentibus, quibus ipsum vornavimus, indicatur, valorem potenti-
alispaullum differre abeo,quiinform. G.obvius est. Inutrisque
enim expressionibus potentiale adeascorporis partes referendum est,
quae copiis istie electricitatis proxime ante transitum per@pene-
.trantor.
Flamina @.etH.inunum flumen colligere licet, quod lumen in-
ductioum vocare placet. Quum enim secundum corollarium eform. D.
deductum flomen H.contra directionem differentiationis motam pror-
susitesehabeat, sient fiumen
2[gEcose+fye088+Sec087]odt
indirectione differentiationis motum, manifestum estflumina G.otH.
conjunctim ita#0habere sicut flumen
indirectione differentiationis motum, quod abhoe
L —7A(7%oosa+$5coxp+$2cosy]wat
nonnisi quantitatibus altiorum ordinum differt. Quibus negloctia, I.eat
flumen, quod inductivum sppellabimus.
Experimentum, aquo inantecedentibus profecti sumus, abaltera
quoque parte, quam supra indicavimus, examinari oportet. Corporibus
enim AetBiterum advocatis, practer phaenomenum modo tractatam
inter corpora illaetiam visintercedit, quae distantiam eorum mutare
contendit. Quum igitur omne punctum materiale ininterioribus cor-
poris conducentis situm viribus accelerantibus sollicitetur, generaliter
inmotu electricitatis tertium exstat phaenomenum fundamentale, vide-
licet motus interior etexterior corporis, per quod electricitas movetur.
Simplicitatis causa autem corpora, dequibus hicagetur, supponi-
mus itaesse comparata, utneque ipsa, neque corum particulne loco
suo moveri possint.
Hisstatutis, adtempus finem facimus considerationum hypothe-
ticaram. Inposterum semel tantuminodo, ubideelectricitate incon-
tactu corporum heterogeneorum orta, deque ratione agetur, qua elec-
tricitas oxinfluentiae actione orta sehabet insuperficie corporum, ad
phaenomena redire cogemur simpliciora
IDemotu permanenti clectricitatis incorporibos homogencis. 19
‘De motu permanenti electricitatis ininterioribus corporum
homogeneorum.
4
Proponitur corpus 4,extensum, homogeneum; puneta ininteriori-
busejus sitaadcoordinatarum systema orthogonale referuntur ipsorum
z,y,#. Densitas electrica utsupra vocatur w,potentiale electricum v.
Secundum ea,quae subfinem §'2.statuimus, idnune agitur, utinore-
mentum inveniatur, quod copia electricitatis inelemento aliquo ipsius A
contenta aceiperet, sielectricitas statum permanentem modo relictura esset.
Quod incrementum secundum prineipium euperpositionis parvarum
matationum aequale estsummee incrementorum, quibus copia illaauge-
retur, siutromque phaenomenum fundamentale solum existeret. Unde
jam protinus conductionem electricitatis actionemque influentise sepa
ratas tractare nobis Licet.
Ipsum corpus Aplanis, quae coordinatarum planie parallels sunt,
inparallelepipeda dividimns infinite parva, quorum laters, axibus ipso-
rum z,y,# parallel, sunt dz,dy,dz, Brevitatis causa haec element
nomen ducent abillacuspide, cujus coordinatee algebraice minores eunt:
itaut©,g.parallelepipedum, quod cuspidibus (z,y,2)et(e+dz, y+dy, 24s) determinatur, adpunctum (z,y, 2)pertinere dicatur.
Inpraesentia tamen non alia elementa considerabuntur, nisi quae
tota ininterioribus ipsius Asita sunt, quom clementa superficiei ni-
‘ium propinqua peculiarem tractationem sibi poseant.
1.Incrementum ¢conductione ortum. Per unumquodque sex late-
ram parallelepipedi adpunctum (z,y,)pertinentis secundum ea,quae
inprima sectione §antecedentis invenimus, flumen conductirum transit,
cujus intensitas formula D.determinatur.
Sie. g.latera duo contemplamur, quae indirectione ipsorum 2
perpendicularia sunt, etplanis X—2, X—2+dz continentur: in
formula D.ponendum erito=dyde, «=0, B=y=90°. Perprius
illorum igitur indirectione abscissarum decrescentium, idestexinte-
rioribus parallelepipedi, copia electricitatis transit
kay deat;
qua inexpressione siipsum xquantitate dzaugemus, eruimus copiam,
quae abaltera parte inparallelepipedum ingreditur, igitur
R(GE+dxf)dydeat,
Dequa siquantitatem priorem deducimus, obtinemus inerementam,
Pr
20 1.Demotu permanenti electrcitats incorporibus homogeneis.
quod copia electricitatis inparallelepipedo nostro fluminibus illis acce-
Pit,hoe ”Rade dydedt.
Simili modo parallelepipedum eduabus reliquis coordinatarum direc-
tionibus incrementa accipit
kGidedydedt etkids dydedt;
unde incrementum econductione electricitatis ortum integrum hoe est:
audw,dw K. R(Gant Gytger)dedydeat
2.Incrementum exelectricitatibus influentia dissociatis. Sint
0,0 Oy
valores, quos potentiale electricum inperallelepipedis contiguis, adpuncta
(e@—dz,y,2), (9,4), (@+dz,y,#)
pertinentibus obtinet, secundum formulam @.§antecedentis
primo parallelepipedo insecundum electricitatis copia transit
. —AMaydedt,
esecundo autem intertium
hae
—Say dedt.
Porro secundum formulam H.ejusdem §
6tertioparallelepipedo insecundum copiatransit
nahdydedt,
esecundo inprimum hae
Ady dedt.
Insecundo igitur parallelepipedo, quod adpunctum (2,y,2)pertinet, copiaremanet
Ayav,dedyde Ayan,_ae’ etaetaetGe—ae)eydedt F(Z-Glave
aardydedt,
quod estincrementum copiae electricitatis inparallelepido nostro con-
tentae, illiparti fluminis inductivi debitum, quae perlatera parallel-
epipedi adplanum ipsorum yet¢parallela penetrat: atque apparet,
‘adejus formationem quantitates, quae exipso elemento processerunt,
1.Demotu permanonti electrcitatis incorporibus homogeneis. 21
nibil contribuisse, sicut revera secundum principium §'3.2)eve
nire debet.
Simili modo eduabus reliquis coordinatarum directionibus obti-
nentur incrementa
Beaadzdydedt ot27Cdedydedt,
unde omnibus collectis, incrementum exinfluentiae actione ortum inte-
grum hoc estAideate|de} L.Mist GetGSldzdy deat.
Sed©nota potentialium proprietate quum sit
Pp GtGatGaoaau,
incrementam L.hoe evadit
M —*thy.dzdydsdt,
quae expressio docet, actionis, quam inffuentia inpunctum aliquod in
interioribus corporis conducentis situm exercet effectum non pendere
nisi adensitate electrica inipsius puncti propinquitate
5.
Aequatio motus permanentis ininterioribus corporum homogencorum.
Quum autem propter suppositiones, quas denatura conductoris fecimus,
jam nulla alia incrementa speranda sint, secundum eaquae §°antece-
denti monuimus, inerementum completum, quod electricitatis copia in
isto parallelepipedo contenta obtinet, summam sequat expressionum K.
etM,unde hoo est:
‘du du dw Bah N.(RGB+FatGal—"Fs|axayaeat.
Utigitur sequatio formetur, quamotos permanens definitur, hance
quantitatem nibili sequipsramus, ¢quo, factore dzdydssublato, se-
avitar dudu h tu dtu, dtu) On 0.Raetay+aa)euO
Quae sequatio adomnia pancta spectat, quae ininterioribus cor-
poris A.versantur.
Hac occasione adnotare convenit, expressionem N.nequaquam va-
lereadaequationem motus generalem exhibendam, quod itapatet. Con-
siderationes enim, quas in§3.instituimus, praecipue eanituntar sup-
positione, distributionem electricitatis, dequaagitur, initio temporis dt
22 I.Demotn permanenti electrcitatis incorporibus homogentis,
permanentem fuisse: simul hypotheses, quas ibicollocavimus, praeser-
tim ea,quae insectione secunds posita est, nomnisi tales modificationes
sunt hypothesium generalium, quales motui permanenti conveniunt. Ad
disquisitionem denique’ motue generalis notiones inpraesentiarum ad-
hibitse non sufficiunt, quum etiam velocitates electricitatis insingulis
punctis incalealum introducere opus sit.
‘Adexactam cognitionem phaenomenorum, quae electricitas mote
praebet, praeter densitatem electricitatis etiam flumen electricum in
quovis puncto conductoris determinari oportet. Quem infinem sitrur-
sus@clementum arese infinite parrum panctum (z,y,#)continens, et
«,B,yanguli, quos perpendiculum supra@incertamregionem erectum
cum axibue coordinatarum facit. Secundum formulas D’.otI.per©
indirectione hujus perpendiculi transit flumen conductirum
—k[FEcosa+9%cos8+$*cos7}wat,
otflumen inductivam
=(FEcova+$2cou8+4°0087]ot,
unde electricitatis transeuntis copia universa haec est:
+—{ae(entBe)cone+Zt(ku+Be)con
+(ku+to)cosy}oat
Quo expressio siadunitatem areae ettemporis refertar, non
tamen neglectis iis, quae desitu aree statute sunt, eruitur flumen
clecricum adtalom arene unitatem pertinens. Unde siponimus
P. hut hom kw,
ejusdem fluminie expressio haec eat
dw ae de Q—k(GZcone+Geconf+Gycon7}.
Invenimus igitur, quod attentione satis dignum este videtur, lumen
clectricum permanens ¢duobus fiuminibus conflari, flumine ordinario
conductivo etflumine extraordinario inductivo.
Jam angulos «,,7 itadeterminare licet, utfumen Q.quam
maximum evadat.
Qua inresirelationem respicis cosa?+cos6"+cospt—1,hujus fluminie statim obtinebis expressionem
dwt,(din?,(dy? R8—kV(32)+(a)+a)
1.Demotu permanenti electrcitatin incorporibux homogeneis. 23
etadejus directionem definiendam
8. cosa=—59%,cosp—— 54%,cosy——542.
Sint «',6’,7’ anguli, quos recta inhac direction perpendicularis
cum axibus coordinstaram facit, ¢relatione cos«cos.’+cosfcosA +cosycosy’=0 sequitur, flumenelectricum inhacdirectione essenullum.
Quum autem influmen R.eaedem considerationes institui porsint,
quae initio §!3.1)factae sunt, percipitur, flumen Q.non esse nisieam
partem fluminis R.,quae per unitatem arese adform. Q.pertinentem
transit inplanum addirectionem ipsus R.perpendiculare projectam.
Flumen R.igitur estflumen electricum proprie dictum.
Quibus positis omnes notiones patent, quae inproblemate nostro
determinandae sunt: omniaque addensitatem electricam u,potentiale »
inpatio externo etfanctionem wrevocantur. Functiones autem vet
tomore satis memorabili conjunguntur, quem infra ostendemus.
De motu electricitatis permanenti insuperficie corporum
homogencorum.
6
Calouli hactenus institnti quum adomnia clementa valeant, quae
tota ininterioribus ipsius conductoris versantar, talia tantum nobis
consideranda restant elementa, quae superficiei illius quam proxime
adjacent.
Quae clementa prac ceteris corporis partibus variis proprietatibus
excellunt: primum propter ingentem resistentiam, quam clectricitas in
superficie conductoris patitur (§3.Corollarium), tum eo,quod practer
conductionem etdisjunctionem electricitatis etiam adactionem viselec-
tromotoricae respiciendum sit.
Jam inhac disquisitione iterum principio §!2.utemur, motum
permanentem electricitatis eodeterminari, utsumma singulorum incre-
mentorum, quibus electricitatis copia inelemento aliquo contenta per
datum temporis intervallum augetur, nihili aequiparetur. Quae method
acqualitas, quum inipsius reinatura posita sit, tamen nos coget, ut
actionem viselectromotoricae talimodo incaleulos introducamus, cujus
nexum cum praeceptis abIll.Ohm prolatis non primo adspectu diju-
dicare liceat.
24 I.Demotu permanenti electrictatis incorporibus homogensi
Fig.6. Sits superficie inquacorporaAt4’intersecontingunt, quam
a ubique continue curvatam essesupponi- 4i mus. (Figura nostra sicutsuperiores inter-
v}—Ip « —sectionem planam exhibet)) Sit@elemen-
. je tumillius infinite parvum, a.’ejusinter-
tt—r 4 sectio. Supra @inutrasque directiones
A cylindros perpendiculares exstraimus sec-Tie. tionibustransversistorminatosabca’,a'be'a,quorum volumina sint @@, 0’.
Secundum §3.adformationem fluminum ibideterminstorum eae
tantum corporis particalae contribuunt, quarum distantia abelemento o,
perquod illamigrant, infinite parva est,etquidem facile intelligitur,
distantiam punctoram ultimorum, ©quibus electricitatis copiae sensi-
biles trans @mittuntur, avelocitate clectricitatis pendere otamagni-
tndine elementi temporis.
Ttaque, si6et@infinite parva esse statuimus, tamen supponere
faseat, areas bc,B’c’ utique postulatis §3.respondere: dum abaltera
parte persuasum habere possumus, tales sectiones transversas fy,B’)',
quarum distantiae abaa’ respect ipsorum @,8°satis parvulae sunt,
ppostulatis iisdem nullo modo esee responsuras.
Jam utsequationes obtineamus, quibus motus permanens insuper-ficiedeterminatur, quatuorillsclementa Bbcy,aBya,,a'f'y'a,BBey’singula seorsim examinabimus.
Qua inreillsrum clectricitatis copiarum, quae per superficiem
cylindricam fiuunt, nulla ratio babenda erit: quum enim illae leges
supra exhibites sequantur, secundum §4,quae exillis oriuntur incre-
menta quarti ordinis sunt, unde, quod mox patebit, prae quantitatibus,
doquibus hicagendum est,omnino negligenda sunt.
Brevitatis causasint=,-quotientes differentiales fanctionum
P,P, exclomentis bey, f'b'c'y’ indirectionibue perpendiculi adinteri-
oracorporum A,A’spectantibus sumti*):dumfunctioP’incorporeA’ easdem partes agit, quales Pincorpore A.
Quibus positis, elementa bey, A’b'c'y’ perIatera be,b'c’tempore dt
secundum §5.q.copias electricitatis obtinent:
du.thdo’ , rdw’|2h’do’ rn (éBtraed, r. (et dp)odt
Quum sutem secundum suppositiones, quibus hae formulse nituntur,
1)Have denotatio quotientinm diferentialiom, eujus inposterum semper
suru crit, abositata tantam signo difer, aed reram natarae magis convenire
via eet,
1.Demotu permanenti electrcitatis incorporibus homogencis. 26,
xillis clementis per be,b’c’ clectricitatis copiae influentia ortae
-2Kedt, —Fipodsecesserint, exiisdemelementisquantitates
aequivalentes ted signo oppositas perBy,f’y' profluant necesse est.
Unde elementa afya’, a’f’y’a abclementis Bbey, f’b'c'y’ quantitates
obtinent:Ado :wae *Piedt, % Fede
Jamutsequationes eruantur, quaeadclementa Bbcy,f'l'c’y’ spectant,
copise determinandse sunt, quae exelementis afya,a’’y'a inille
procedunt. Quse determinatio quam exconsiderationibus superioribus
hand amplius succedat, ¢conditione nobis resultabit, motum electrici-
+tatis etiam inelementis afya’,a’6’y’a permanentem ease debere. Sint
t. Qadt, t edt
quantitates, quae requiruntur, siexpressionum r.s.t. etrt’. opein-
crementa formamus, quae elementis Bdcy, f'¥/¢'y’ accipiuntur, hisincre-
mentis, utidebet, nihili sequiparatis, obtinemus sequationes
du, thao hava kaptcapt %—cap
. yaw WW de. g, Wdo
w. Wt aptl Fano
ubj factor communis edt sponte abiit.
Adelements afya',a’f'y'a transimus. Iniisexprossiones s,#'.
pro incrementis, contra t,t. pro decrementis habendse sunt. Porro
secundum §3.B.aBya’ abipso a’6’y'a copiam obtinet
Wve q(u’—u)adt.
Jameprincipiisin§°3.prolatissequitur,utelectricitatie copine, quse ininterioribus elementorum nostrorum actione influentine separan-
tur, exiisque procedunt, prae ceteris quantitatibus incalculis nostris
obvenientibus prorsus negligendae int.
Ponamus enim, actionem influentiae (cujus intensitas abeffectu, ereli-quisconditionibus pendentebenedistinguenda est),inelementoaya’tan-tamesse,utfumenperaa’transeuns Eadtincitaret,siaa’eandemresisten-tiam exerceret, quaeininterioribus ipsiusAlocumhabet:hoeflumensecun-
dum§8.Corollerium form.k.resistentiam patitur *(abisestdistantia
‘mediaelementoram, qusetemporedttransareamwdeelectricitate suacom-‘monicent): unde pars illius tantum revera superficiem penetrat, scilicet
quantitas infinite minor 4°.Kodt, Secundum principium autem, quod
26 1.Demotu permanenti electrcitatis incorporibus homogencis.
§°3.2)collocavimus, perByetiam nilpluris transit, nisi quantites
—4Eodt, partesque fluminum, quaeininterioribus ipsius aBya’ reti-
nentur, secundum hoeidem prineipium pronon-separatis habendse sunt.
Qua resententiam nostram cum considerationibus superioribus consen-
tire evictum est.
Jam advim electromotoricam examinandam transimus, Cujus ac-
tionem inhactantum reconsistere posse manifestum eat,utiniiscor-
porum contiguorum particulis, quibus superficies corporum constant,
clectricitates conjunctas certo modo digjungat.
‘Adrem melius cognoscendam advocamus tabulam Voltae dupli-
A cfm, quae physice satisnoteeat,Fig.7.SitBy6'y'hsectabula,etquidempareafya’ezinco,| @’By'a ecupro confecta. Quaram prior propter
actionem viselectromotoricae electricitatem posi-7Gi FHtivamexhibet, dumalteraelectricitate negativa
Fig.7. imbuta est. Jam siatraque pars corpore abdu-
cente tangitur, (itatamen, utnovis tactionibus effectus viselectromo-
toricae inaa’ agentis non diminuatur), ecupro continenter totidem
clectricitatis negativae, quam ¢zinco positivae profluit. Quo experi-
mento ratio, quomodo actio visclectromotoricae incalculum introdu-
cends sit,omnino decernitur.
Sienim, Fig. 6.,discum infinite tenuem Ay6’y’ pro tabula Vol-
taica habemus, prima viselectromotoricae actio ineoconsistit, utin
duabus illius partibus electricitatum conjunctarum disjunctionem operet.
Sint—H,+H’densitates electricitatum hocmodoexelementis afya’,
a'f'y‘a versus aa’propulsarum, +Higitur et—H'densitates electrici-
tatum,quaeexillisversusBy,f’y’propelluntur: secundum formulam:
§'3. B.clementum afya’ peraa’obtinet
" +4(H' +Hodt,
ipsum a’f’y/a autem
w. ~(H+H)odt
Lilas autem copias, exactione viselectromotoricae ortas, quae perBy,
fy’ fluunt, determinare non opus est,quum expressionibus tett’con-
tineantur. Cetera siinhasquantitates inquirere velles, necnon in
istas, quae ininterioribus ipsoram aya’, a’p’y’a remanent, iterum prin-
cipio in§°3.2)collocato utendum esse
Expressionibus s,t.v.w.ets'.t’.v',w’ritecollectis, positoque
H+H=-4,
1.Demoto permanenti elecricitats incorpribus homogensis. 27
conditiones, utelectricitatis motus inparticulis uBya’,a’f’y'a perma-
nens sit,haeinveniuntur
x 2Ea+aw—u44)=0,
Pa Pay2-4 —ut4)=0,
ubifactor communis wdt sponte abiit.
Jam sisummas conficimus sequationum u.etx,u’.etx’,quanti-
tates 2et2’abeunt, eruimusque
de hav ye U.aayBee+g—ut 4)=0,
" dul hide ,wu. wet atau—w— 4)=0.
Quse inhisaequationibus adlsevam obveniunt expressiones sifac-
tore wdt afficiuntur, inerementa completa exhibent «copiis electrici-
tatis inipsis abca’,a’b’c'a contentis accepta.
Quum igitur omnibus satisfecerimas casibus, quiesitaparticulae,
perquam clectricitas migrat, oriuntur, persuasum habere possumus,
alias sequationes addensitatem electricam determinandam non amplius
esse circumspiciendas, atque ininterioribus corporis Aunam tantum
valere sequationem 0,insuperficie tamen ejus totidem sequstiones
forma U.gaudentes exstare, quot ipsum Acorporibus diversis contingit.
Sin autem sequationum x.etx’.summam fecimus, sequatio sequitur
bdo Ld )(F-9) +FaR-2)-%
quse docet, flumen electricum ipsius viselectromotoricae actione auctum,
imsuperficie perpendicalare, adutrasque ejus partes eodem valore
eademque directione uti, Quae tamen sequatio propter U.etU’.
superfiua redditur.
Acquationes nostraeU.etU’.sicumilliscomparantar, quasIl.Ohm
inopere praeclaro pag. 123, exhibuit, primo adspectu legem ampli-
tudinum constantium (das Gesetz derconstanten Spannungen) impugna-
visse videmur. Sed in§°sequenti hanc legem, experientia nonnisi in
casu apparatus voltaici aperti (deroffenen galvanischen Kette) probatam,
eodem casa etiam enostris formulis sequi demonstrabitur.
Jam propter dignitatem reiindicabimus, quis sitnexus inter aequa-
tiones nostras U.etU’.illasque, quae alias intheoria contactus galva-
niciexhiberi solent. Aequationibus illis inseductis invenimus
du|thdey|(yaw,aa(a+BS)+("5p+Fe)
28 1.Domotu permanenti electrcitatia ineorporibus homogencis.
tande sequitur, flumen electricum, insuperficie perpendiculare adutrasque
aqjus partes eodem valore eademque directione utidebere: quae est
prima conditionum aCl?Ohm prolatarum, nisi quod nostra fluminis
definitio abusitata influentise ratione differt. Porro jam in§°3.6
definitione quantitatis qconclusimus, valorem ejus, quoties AetA’
boni conductores sunt, procul dubio permagnum fore. Quod siadmitti-
mus, siconditionem addimus, flamen electricum nonnimio valore gaudere,
exU,siper pdividitar, sequitur, spproximatam haberi sequationem
u-w=4,
quae estaltera sequationum aClOhm L.¢.exhibitarum.
Jam casus nonnullos proponemas, quibus sequatio U.simpliciorem
formam impetrat. Inter quos maxime referendus estsequens.
1)Sit4’non-conductor electricitatis, erit g—=0,unde sequatio in
superficie oritur
du,thdo U,. eeethe m0.
Secundum §1.2)tamen problema nostrum non existeret, sihaec
aequatio intota superficie locum haberet.
2)Corpus 4’propristatibus utatur flatus aéris, male conducentis,
continue serenovantis: insequatione genorali ponendum ettu’=0,
4=O,eritque ae aauthe U,. Rate apen
Ratio autem, quadeperditionem electricitatis inaérem respeximus, cam
lege aCleCoulomb inventa omnino consentit.
De motu clectricitatia in condustoribus Linearibus,
actione influentise neglecta.
7
In§antecedenti amethodo hactenus intheoria contactus galva-
nici usitata discedere coacti sumus. Equa renova quae redundant
tatcam consiliis priorum comperari possint, electricitatis motum in
conductoribus linearibus tractabimus ita comparatis, utquantites
*(vide§5.0.)respecta ipsius&tamparvasit,utotipsaetomnes
quantitates ipsiproportionales sine damno negligi possint. Quae postu-
latioquumetiamitapronunciari possit, ut&ipsum*eximie superet,
manifestum est,corpora dequibus agimus, siquidem exstant, praecipue
bonis conductoribus adnumeranda esse. Etiam quae esuppositione illa
1.Demotu permaneati eletrcitatis incorporibus homogeneis, 29
resultant, egregic cum observationibus consentiunt inbonis conductoribus
institutis, dam mali conductores, sicut experientia infraque calculi
docent, longe alias leges sequuntur. Unde jam hocloco proponemus,
quod sequentibus comprobabitur, suppositionem patere adomnes optimos
conductores, neque tamen adullam aliam corporum speciem.
Fingamus igitar cyclum clausum conductorum linesrium, sectionibus
transversis constantibus utentium 4,,4,,...4q, quiinordine indicum
sese contingunt, quorum ultimus primo contiguus seriem concludit.
Conduetores omnes insuperficie libera non-conductoribus contiguos esse
statuimus,
Sint proindicis wvaloribus 1,2,...m
HarbarOurhy
densitas clectrica, longitudo, sectio transverea, conductibilitas ipsius A,,
porro u,°,u,’valores ipsius «,inpropinquitate eorum locorum, ubi
A,cum’ A,,”, resp. 4,,, contingit; sintdenique g,,4,valores, quos
ipsa q,4(conf. §6.U.U’) insuperficie contactus ‘communi corporum
A,,4,44 obtinent: siomnia puncta adcoordinstaram systema ortho-
gonale ipsorum §,7,¢referuntur, addeterminationem ipsius u,uequa-
tiones habemus sequentes.
Ininterioribus ipsius A,(§5.0.):
ce aagetagt tape=9
insuperficie libera ipsius 4,(§6.U,.):
au,
® ann
in0aipsins A,superficie, quacum A,_, contingit (§6.U’):
® BBE+aya(rns84s)=05
ot,ubiA,cumA,,, contingit (§6.0.):
C) k,=$4,(Urge +4,)=0.a
Jam sistatuimus, indicem inferiorem m,sivunitatibus augetur,
non transire in(m+) sedin»,principium equo signa quantitatom
4cliguntur, praccepto continetur, utaequationes, quae adreliquos
conductores pertinent, ¢praecedentibus eoeruantur, utomnes indices
eadem unitatum copia sugeantur. Itae.g.sequatio ipsius uf,, ¢
tertiaemergit hace: a© BaaGet!+4(twins 4,)=0.
30 I.Demotu permanent slectrictatis incorporibus homogenci.
Quae formulae utcasni nostro applicari queant, formulam notissimam
advocamus
A aA, aA radSap eae+pattnt=SSFas,
inqua dsestclementum superficiei ejusdem voluminis, supra quod
integrale triplex extenditur, denotante Ftquotientem differentislem
ipsius Aindirectione supra (§6.)determinata,
ea A Qua informola si
ote ponimusA=u,,inte 4, ¥ gralitriplice supratalem *
ipsiusA,partemextenso, er + Ape quae (Pig. 8)sectionibus
—e transversis a,d,,byc,tr-
fig8 minatur, propter 1.ob-
tinemus
au, @Sape0
Propter 2.autem exhoc integrali eapars abit, quae adsuper-
ficiem ipsius A,spectat. Unde siinposterum axes conductorum line-
arium, velrectas velcurvatas, pro axibus abscissaram habemus, in
singulis conduetoribus originem abeaparte ducentibus, quae corpori
inordine indicum antecedenti quam proxima est,ipsis insuper abscissis2%,%,..-,Yocatis,acquatio7,Intitudine discia,b,¢,d,posita=dz,,inhane transit:
“t,az,Jaaa8=0,
ubidsestclementum sectionis transversae constantis o,. Valorem
igitar medium ipsius u,inhacsectione siu,vocare pergimus, sequitur
a,
atdz,=0, veldenique ou, 8)af-°.
Equa, sif,,¢,sunt constantes indeterminatae
() el
sequitur. Inhacsequatione autem =,limites 0otJ,egrediatur mefas
est. Porro est
(10) Wate Wht Mt,
1.Demotu permanenti electricitatis incorporibas homogeneis. 31
Acquatio 7.etiam tune valet, sidsestclementum superficiei talis
partis abcd (Fig. 8)ipsius A,, quae finem ejusfacit, ubicum A,,,
contingit. Insuperficie autem hujus partis distinguenda est:
1)sectio transversa bc,cujus clomentum sitde,;
2)superficies Libera, enjus clementum sitds,;
3)superficies denique aa’,inquaA,et4,,, contingunt; aream
ejusponamus ~@,,,elementum =d2,. Quibus praeparatis, aequatio 7.
inhanetransit‘du, Pau, aw,SitetfietuSG42,=0,
ubipropter equ. 2.integrale secundum sponte abit. Intertium autem
integrale aoquationem 4.ducimus, unde, siiterum advalores medios
redimus, haneco obtinemus formulam
ay, (anyKyGe—Guu(Wessta+4,)=0,
quam factore k,affecimus,
Informula 7.ponendo 4+1loco ,siadinitium a'U'éd eam
applicamus conductoris 4,,,, eodem modo formulae 6.opeeruimus
sequentem a(12) aseasge+GR(ethgs—-4,)=0.
‘Jam in11,et12.valores introducamus e10.petitos:
as) KsQaly +We faba tou Susi—Au)=O
(14) Kaenurihers+GM(ubetS—Susi4}=9,
¢quibus igitur
(1) KisQuty=bastOnsitars
sequitur. Hane aequationem loco unius alteriusve aequationum 13,
14,introducere licet; partes expleat ipsius 14.
Jam siobservas, aequationes praecedentes non cessare recto valere,
siomnes indices cadem unitatum copia augetur, statim videbis, in
aequatione 15.systema contineri aequationum
(as) By04hy=hyOghy=bgahn:
Quantitates autem singulse, quae itaaequales inveniuntur, magni-
tudinem exprimunt fluminia electrici insingulis conductoribus; quod si
Svocamus, eruimus
8 8 8 anfim Ama fee
82 1,Demotu permanenti lectrcitats incorporibus bomogenss,
‘Adsequationum systema transimus, quod exformula 13.oritur.
Loco ipsius f,valore ejus introducto, sequatione per9,, divisa, si
ipsi valores 1,2... mtribuimus, obtinemus
s 449, 94 Su +
8
sh (18) 44a, HS te
wa 8s+
Quarum sequationum sij#primas addimus, sequitur
ms, ms, oR
vel
att 7 ko,*4,2, "
Omnibus autem sequationibus 18.computatis, omnes cabeunt,
habeturque
oan mS
vel
24 @) 8= SinDeri)
a te __.
cho ggte PyRe,thet te tae tga, tte,
‘Adbane aequationem, siinformulam q.valores nunc determinati
substituuntur, accedunt hae:
(21) Has te
hoy yk Fut 4Ly tl tesfeatnit tnetoate teamtea| —{[At4t-+4,) +6,
1.Demota permanenti electricitatis incorporibus homogencis. 33
Sitamen omnibus diversorum indicum abscissis cumipsis,originem communem esse placet, novaeque abscissse vocantur 2,inantecedentibus
ponendum est2,—2,2,4,—-2—(h+h+---+1,)) Jam casus nonnallos, quiinformulis nostris continentur, exponemus.
LSitcorpus 4,,non-conductor electricitatis, igitur k, 0,ipsins
Sdenominator infinitus est, itaque S—0. Unde formulae 21.inhasce
transeunt
Hm RGAy=G—(Ath).... Mma (ATA H+qs) Exhissequitur
HM iyMythyDayMi nt=Innaquae estlexamplitudinum constantium, quae experientia inapparatu
Voltaico aperto probate eat.
Siigitur apparatus, inquem antes inquisivimus, qui mconduc-
toribus confectus erat, eoinapparatum apertum mutatur, utconduc-
tore A,induas partes diviso, conjunctio tollatur, designaturque u,,,
densitas clectrica ineaipsius A,parte, quae cum ipso A, conjuncta
permansit, habetur
HE MG yothe(At ytya). Matta(t ate+4,), ideoqueMhMetAtAt$4. Hoe igitur modo obtinetur numerator ipsius S,quem summam
amplitudinum inapparatu aperto obviarum appellabimus.
Quoniain autem exoxpressionibus densitatum clectricarum quanti-
tates @etQabierant, inapparatu illoaperto distributio etintensitas
clectricitatis amagnitudine sectionum transversarum etsuperficierum
contactus estindependens.
Jamsiquantitatem ,"--vocamus resistentiam conductoris 4,item
izresistentiam, quamsuperficies 2,exercet, aequatio 20.docet,
""in apparatu Voltaico clauso flumen clectricum sequale esse
summse amplitudinum inapparatu aperto obvenientium, per
summam omnium resistentiarum inapparatu obviarum divisse.
Lex fluminis electrici sihisvorbis pronunciatur, omnino cum eaconsentit, quamCl.Ohmprotulit; totadifferentia ineopositaest,utinnostra formula etiam resistentise occurrant, insuperficiebus contactus
locum habentee. Quarum visscpotestas quomelius perspiciatur, casus
considerabimus sequentes.
+)Deaequ.20.et21.conf.Diegalv.Kettopag.148et178HB.Obrletettes, GommneteAtandlangss 1 A
34 I,Demotu permanenti electrcitatis incorporibus homogencis
IL.Statuamus, singulis conductoribus ordineque eorum omnino
immutatis manentibus, unam superficiem contactus diminui: quod quo-
modo fieri posit, ©figura nostra 8.satis perspicaum est; quae ubi
satis parva facta est, ipsum Siterum tantum denominatorem obtinet,
utpro evanescente haberi possit. Simul electricitatis distributio ad
1 ejus similitudinem pergit, quae inapparatu aperto invenitur.
Cum hacrecautela illainapparatibus galvanicis usitate cobaeret,
utsuperficies contactus quam maximae reddantur.
IIL.Hune denique casum fingamus, quoconductoria A,loco succes-
sive alii aliique conductores substituuntur exeadem substantia confecti,
quiitecomparsti sunt,utipsis4eto,decrescentibus, ratio4vel
Byimmutata manest.Simplicitatis causastatuamus, corporaA,ot
A,abipsaA,toteejussectione transversa tangi, esseigitur 2,,~2,—@,.
Quibus positis, simulatque ipsum o,infra certum limitem decreverit,
omnes terminos indenominatore ipsiusS$obvios praehiscei
1 " 7 .*
+gee;Megligere licet,obtinoturque
* aRAt4, +--+)Sra (4+4,4--+4,), oonity Gm Ng Gel
tyr APA TSaba tate.alta)
Haec apparatus constructio igitur, eaproprietate excellit, ut
1)fiumenelectricum valdeexigaumsit,quamvisquantitas2,4,nonnimio
valore gaudeat, quae reenotissima ¢sola deminutione conductibilitatis
ipsius A,explicari solebat, quae phaenomeno quodam secundario, quod
casu nostro evitari nequit, operatur; 2)utinconductore A,densitas
clectrica apuncto inpunctum rapide varietur, dum inreliquis condue-
toribus electricitas adinstar apparatus aperti distributa est,
Jam adquaestiones pergimus generaliores,
Calouli pracliminares.
8.
Simplicitatis causa siponimus
ke aaah an
motus electricitatis incorpore Asequationibus determinatur sequentibus:
1.Demotu permanenti electricitatis incorporibus homogeneis. 36,
Ou du a La(tataytae)
I. os LE+Wut 4)=0,
quaram prima sdinteriores ipsius Apartes spectat, altera adoss
superficiei partes, inquibus corpore 4’contingitur.
Aequstioni I.formulas nonnullas superstruamus, quae quum ad
tractationem ejus faciant, eoetiam excellunt, quod modo satis concinno
notiones quaadam inter seconjungent, quae intheoria nostra fundamen-
tales sunt.
Jom quacramus potentisle »puncti x,9,4,respocta corporis
formandum, inquo electricitatis motus permanens factus est.
Aequationis I.ope, sistatuitur
r=(2+ —#+(4— ” habemus
Cudadyd: _,(dedyde [@™,dtu,dw ofstedydsasfzs(iataptah,
ubiintegratio supra corpus universum extenditur. Inhac expressione
siintegratio perpartes more solito perficitur, obtinemus, designante ds
elementam superficie’
1 1 1 aat at sftude flaws autre, dute on-afroof{ésdz+aydytae|cedyae,
uubi{¥eatitorumquotiensdifferentialis ipsiuewindirectione perpen-
diculi sdinteriora ipsius Aspectantis formatus,
Est autem
at . auar aueaveMOF 1aw dzdzt’'°“ arr iteque gogeto —ape
unde integrale triplex informala antecedenti obveniens aequale esthuic
af'au,dedyds|
velsiloco orthogonalium coordinatae polares r,0,yintroducuntur,
punctumque z,,y,,#,earum initium esse statuitar,
dwa8fGar.sin0a0dg.
Jam casus distinguendi sunt, prout punctum attractum ininter-
ioribus ipsius Apartibus situm est,autinspatio externo.
i
36 1.Demotapermanenti electricitatie incorporibus homogeneis.
1)Punctum sttractom sitinspatio extemo. Hicquoniam distantia
rnunqusm evanescit, integrale nostrum insummam integralium transit
forma utentiom
rae:otfsinadedgfizdr—afw—w) sin0d0dg,
ubiaccentuum significatio sponte patet. Sint ds’,ds”clementa super-
ficiei radiis vectoribus 1’,r”correspondentia, «’,«”anguli aradiie illis
uno tractu cum perpendiculo adinteriora ipsius Aspectanti inter-
cepti, fit _
inpunctoanteriore sin040dg——agen,
atqueinaltero sin@d0dp— “2°”,
unde integrale nostrum invenitur esse
Inquo siintegratio aduniversam superficiem extenditur, valor
etiam integralis triplicis suppeditatur. Exclementis trigonometrine
planae patet esse
1
at ariaome oF
cona=— 4%,ideoque%f—35,
unde denique, omnibus rite collectis, habemus
1atroaa} ml. onafluan~Faghes
2)Panctum attractum autem siininterioribus ipsius partibus
versatur, eorum quae modo exposuimus nihil mutatur praeterquam
quod integralium, inquae triplex illud decomponendum est, unum
limite inferiore utitur evanescenti. Hoc autem, siuestdensitas elec-
trica inpuncto attracto, aequale fitexpressioni
arfeineavefsar=asf(uw)sin0d0dp
a4xatut afsin04049;
unde eodem modo quo supra obtinemus sequationem
1aW. ontaatuttf[ua-thos
1.Demotu permanenti electricitatis incorporibus homogeneis. 37
Quotiesigiturvalores,quosuetPAinsuperficieinduunt,inno-
tuerunt, innotuit etiam potentiale inspatio externo; quum idem prac-
terea ininterioribus adensitate electrica inpuncto attracto pendeat.
Integrale duplex inaequationibus IU.etIV.obvium summi momenti
est,quum ¢jus differentiale ininterioribus corporum flumen electricum
completum, inspatio externo tamen flumen inductivum attractionemque
electricam metintur. Quod igitar insequentibus litera distincta deno-
tabitur, statueturque
at 1Fade v wnbffetta ttl
Unde sequitur esse
waa mtwets,
prout ipsum wadpunctum inspatio externo autininterioribus ipsius
‘Asitum refertur.
‘Haec functionis wdefinitio sicum ea,quam in§°5.P.dedimus,
comparatur, aequatione V.definitionem illam amplificatam esse patet
Erationibus autem, quas infra afferemus, productum exipso wet
conductibilitate kconfiatum pressionem vocabimus electricam.
Quoniam autem ipsum w,simulatque punctum, adquod pertinet
persuperficiem ipsum Apermeat, saltum definitum facit, adsequa-
tionem pervenimus notatu dignam. Sienim adsuperficiem ipsius A
perpendiculum ducimus, ineoque adutraque superficiei latera puncta
mumimus superfciei infinite propinqua, adquae ipsum wdeinceps
refertur, inpuncto exteriori est —¢°-,, inpuncto autem interiore w
=+555quivalorpriorem illum,quumdistantia punetorum infinite
parva sit,quantitate «superat. Abaltera parte integrale
du de
ap
inutrisque casibue candem valorem impetrat, unde obtinemus
1 1
a— avi Sears aydsAnu,
at
ubi¢’adpunctumexteriusrefertar,atqueGEestquotiensdifferen-tialis inperpendiculo extrorsum spectanti formatus. —Abhaeformula
sine difficaltate adaliam quandam transire licet, intheoria attractionis
gonerali gravissimam.
38 1.Demotu permanenti electricitatis incorporibus homogeneis.
Sinenovorum calculorum institutione eformulis superioribus duas
alias sccigimus. Adquas efficiendas inmemoriam revocamus formulam
in§°4.sdhibitam
T+GatGan—saw.
Quaesifactore 4494 multiplicatur, integratione supra totum
corpus extensa, sipunctum 2,,y,,4,inspatio externo situm est,effi-
citur
at 1a
:Vu. —4dav= {ese—sates,
siautem ininteriore corpore situm est, evadit
VIL 0.S|{“rade 4 =) \oae- Fi fas.
Quae utobtineantur, nihil faciendum est,nisi utinduabus prio-
ribus formulis inparte dextra a?— 1ponatur, et»loco «substituatur.
Subsoquenti autem exemplo harum formularum usus apparebit.
Fingas solidum sphaericum radii c;sitpotentiale respectu illius in
superficie formatam functio arbitrarie data anguloram polarium 0,g’,
quam v’vocamus; sint porro R,0,pcoordinate polares puncti, in
quod sttractio exercetur, atque
08@=codcos0’+sin8sin6cos(p—g'), rit
P=c—2cRcose+R et
at at
7_ oF
ap ae"
Jam siprimum R<csupponimus, constat esse
1 -ate 1Re .7oyie FD aPa(cova), ideoque4-2(m+1)Zi,Pq(cova),
Quibus informulam VII. introductis, brevitatis causa statuto sin6'46'd”
=do, unde ds=cde, obtinemus sequationem identicam
<
=f.$
[de Domrn() “foPa(cosa)ie'— 2(2)efieP,(c080)do’,
unde coéffcientibus comparatis emergit sequens
Ix. efiP,(coso)de =(m+1){vPalcora)as.
1.Demoto permanenti electrictatis incorporibus homogentis. 39
Inspatio externo quum sitR>c, habemus
1 -as 1 a ‘ r eti-2FartPa(e0@), ideoquegt——2mF;Pa(cone);
formala igitur VIL. inhane mutatur
Sr
pent Senet (av , dave2(9) fePa(ooo)ae +>(5)of4Pq(cota)da
velsisequationem modo inventam IX.advocamus
xX onSEEGoPalomas,
quae estexpressio nota potentialis inspatio externo. Puncto autem
altracto versus superficie pergente obtinemus evolutionem notissi-
mam hane
XL °“DH Jw'P,(cos 0)de’,
cujus convergentia aCl?Lej.-Dirichlet indiario Crelliano tom. XVII.
Iucalenter demonstrate ost.
1at
Adnotamus, evolutionem XI.eformula VI.evolutionum ipsiuse
adjumento sine ullo paene calculo provenire.
Formula X.integrale completum praebet hojus sequationis
aede,ate mLantaptan~°
intoto epatio extra sphseram, radio ccirca originem coordinataram
descriptam; inqua sicoordinatse polares orthogonalium loco introdu-
cuntur, innotescit etiam integrale quod huic casui proprium estsequa-tionis :1d (aX), 1ax XMgas(8i0Ge)+anaragetmm+1)X—0, hoe est
.
X=fvP,(cos@) do’;
quae quom sintnotissima, ampliori tractationi supersedendum est. Sed
quam hisformulis inposteram utendum sit,demonstrare eas, quam
afferre solum maluimus, quippe quarum deductio satis commoda reique
conveniens vixplus operis postalaret, quam sola commemoratio.
40 I.Demotupermanenti electricitatis incorporibus homogeneis.
De motu permanenti setheris repulsivi.
a
Antequam adsccuratiorem tractationem sequationum supra ex-
hibitarum transimus, monstrabimus, qaomodo adidquoque insorvire
possunt, utelectricitatis motus quasi subvisum etadspectum ponatur.
Itae.g. indootrina demota permanenti caloris incorporibus homo-
geneis temperatura potentiali molium externarum repraesentari potest.
Aptiorem imaginem condeneatio veletiam densites praebet aéris per-
manenter semoventis, —siutsupra motum permanentem yocare per-
gimus adensitatibus permanentibus, —cujus partes nulla viaccele-
rantur, quiinclusus estparietibus, quibus sdris externi, etiam perma-
nenter semoventis sccossus ubique eodem quidem sedimperfecto modo
arootur.
Ponamus igitur omnes conditiones, quales inhoeexemplo descrip-
simus, iisque hocetiam addamns, aéris singulas partes secundum legem
Newtonisnam mutuo soropellere; tum igitur, siU,V,Wvelocitates
secundum directiones coordinatarum sunt, @densitas prima, wdensitas
instata turbato, deinde #condensatio, ideoque u— 9(1+); sideni-
que»potentiale omnium molium repellentium est, eprincipiis hydro-
dynamicis notum est,sivelocitates satis exiguse sunt, valere sequationes
au, de, do av, gide, aotat 0, Teas ao,
aw yids, de de, au av aw
ata tan aetaetayt a7%
exquibus, siprocondensatione sdensitas «introducitur, suasponte
au au du dwGeA(Gataptap)—Axem :
sequitur. Simotus estpermanens, parslava evanescit, unde patot,
hhabere nossequationem I.§'8,siquidem A*= 4x9- a"ponitur.
Jam siinsuperficie perpendiculum erigimus, duoqueinojusdirectione
esse statuimus voluminia elementa seinvicom tangentis, quorum alte-
rum superficiem tangit, necesse est,inutroque sccelorationem accurate
candem esse. Quodsi igitur w’estdensitas externa, (eiconsiderationos
85.ot6.doresistentia insuperficie hicetiam adhibentur), Q(w'—u)dt
estelementi prioris acceleratio indirectione perpendiculi introrsum
spectantis, deinde
ads, de dudBae ta)tt~(teotg+ap)
I.Demotu permsnenti electricitatis incorporibus homogeneis. 41
estscceleratio elementi alterius; quibus sequatis, etQ—4xb posito,
sceipietur oesE+bw-0,
quae absequatione Il.§'8.nonnisi deficiente termino bdiffert. Sed
hicetiam insequationem introduci posset, sisuperficie’ attribueretur
Proprietas, uta8rem motum inunam partem facilius transmitteret quam
inalteram.
Quum autem edeductione harum sequationum prima, quantum
quidem eprincipiis mechanicis concludi liceat, demonstratum sit,suffi-
cere easadipsum «omnibus numeris determinandum, alise relationes
non amplins circumspiciendae sunt. Itaque concludimus:
Electricitas ubiincorporibus homogencis inmotu permanenti est,
iisdem obtemperat legibus quibus fluidum elasticum exigue motum, cujus
partes secundum legem Newtonianam mutuo serepellunt; atque quidem
fluidi densitati respondet densitas electrica; pressioni quam fiuidam in
interiores partes propter expansionem suam etrepulsionem, inexteriores
propter repulsionem solam exercet, respondet pressio electrica; denique
accelerationi ininterioribus fluidi partibus respondet flumen electricum,
repulsioni fluidi disjanctio corpore electrico operata.
Patet igitur principia, aquibus profecti sumus, ineocasu electri-
citatis moventis, quem hicconsideramus, analytice perfecte congruere
cum iste sententia denatura electricitatis, cajus initio §'3.mentio
facta est. Unaque demonstratum est, quod disertis verbis monemus,
sialterius theorise partes sequuntar, alterius phaenomena fundamentalia
haud amplius esserespicienda. Siigitur e.g.sicut nosquidem fecimus,
influentise actionem indisjunctione electricitatum conjuncturam versari
putas, haud amplius repulsionem respicies, quam electricitates ejusdem
generis mutuo exercent, quia aliter ejusdem effectus bis rationem
haberes.
Coterum hooadextremum observamus, omnia quae contra sethe-
rem repulsivam permanenter sese moventem dici possunt, etiam dici
contra eam theoriam, quae electricitatem tale fluidum esse contendit.
Do mot permanent! electrioitatis incorporibus sphaericis.
10.
Formularum §!8,auxilio integrationem sequationis_L incorpo-
ribus sphsericis absolvere possumus. Introductis enim coordinatis po-
laribus:
z=rcosd, y=rsindcosy, s—rsindsing,
42 I.Demotu permanenti electrcitatis incorporibus homogencis.
inhane transformatur
2{4 (adm, 1a(gd 1dw XIV.ot{Se(Ge)+anado(tinGs)+igorays)=PH
cujus ¢sola comparatione cam aequ. XIII. patet esse integrale parti-
calare
Ag) X,(8, 9),
ubi¢notations usitata X,estfunctio sphacrica nordinis. Quod ubi
inequ. XIV. loco wsubstituimas, formulae XIII. openanciscimur
sequentem aaa,X,{at(PY)—n(n+1)4,]-7°4,} =0,
velsi,ipso X,sublato, statuimus
A,(r) =4,(7),
uy,Int2duu, xv.drt+ r dr~a
Integralium hujus sequationis particularium qualia circumferuntur,
‘uno tantum innostro casu utipossumus, inquo mestnumerus posi-
tivas, quum alterum omni sensu careat, quoties nextra limites 0,—1
versatur. Everificatione tamen prioris methodam petere licet sequentem.
Sitproomnibus indicis mvaloribus
Yee*(1),
facile obtinetur aequatio identica:
149641 ty Bnt3 dy atade a
Quam quoties secundum zintra tales limites intogramus, ubiy,
covanescit, formam eruimus sequationis XV. unaque integrale ejus parti-
calare. Tales limites autem sunt, siquidem quantitates (n+1)et
positivas supponantur
z=—1, +1, +0,
unde integrale completum emergit sequens:
XVIwomAfe*otrassBfeTety,
Hoe autem integrale prout casus postulat, inaliss formas redi-
gendam ost. Quoties enim revanescere, neque tamen infinitum fieri
potest, constantium una, generaliter inarbitrio nostro posits, peralte-
ram definitur, ponendumque estB—— A,unde efficitur
LDemotu permanenti electricitatis incorporibus homogeneis. 43
(@) u(r)=afore 1ydz,
quod estintegrale supra commemoratum. Quoties tamen rinfinitum
fieri, neque tamen evancscere potest, ponendum eat
@) u()= 4a,e#(e—1)'dz;
sidenique ipsiromnes valores positivi competunt, nullo excepto, fit
(3) u(r) =0.
Adinveniendam formam algebraicam integralium insequatione
XVL.occurrentium ponamas ©=ket
fore—1demets,¢sfDat1)tdz. ? #
Ubisilocoxnova altera variabilis yintroducitur ponendo x1—y, erit
aaforpysiay =(—1spJery £2yrdy.
Jam est secundum theorems binomiale
,. .nt i. as 2k)fovossray -Dagtnters ferris thSE,
unde
denique
- o 2.{ore tye=(—1ymtet 2[aiSe"):
Siigitur proomnibus quifingi possunt ipsius &valoribus ponimus
XVI. 1)YQ)ge 2
provalore ipsius &positivo erit
2)fore Inde=+(1MlV4),+
44 I.Demotupermanenti electricitatis incorporibus homogencis.
‘unde sequationis XV. integrale completum hoc est
XVI u(r)=AV,(5)+BY, (—£)-
Ipsins «inde derivatur expressio generalis baec
mx unDe{F.(5)X09)+¥.(—Z)20,9))
Formulis XVI. 1.23.respondent valores ipsius wsequentes:
DnwmBele) +V.Ca)] Xe)
2) weDrv.()X00,9)
3) u=0.
Eproprietatibus functionis V,quae adpropositum nostrum faciunt,
adnotemus sequentes.
Funetionum V,("), V,(—2) siumaaliavedenotatur V,,exin-
togralibus definitis (XVII. 2))invenitur formula recurrens:
XX.1) 80mwmVas
Cujus adjumento exsequatione XV. haec deducitur
2) (Bay,
Jamsiinsequatione XV.locoipsiusuprimum v.(2) deinde
v,(-)substituuntar, terminisquiaddextramsequationum inveniun-
turcliminatis, sequatio evadit integrabilis, ©onjus integratione prodit
nyi(-2)_ yl)_ V(E) a Da ge
ubi¢abipso rindependens est. Siinhane aequationem symbolorum
loco ipsa integralia introducis, ipsique rpost transformationem idoneam
valorem 0tribuis, invenies esse c=(—1)*+#(2a)!**4, unde aequationes
efficiuntur
av,(—£) ay,(2) tl/gq\tat ir a, nr ey ‘ta 9) EE ae
1.Demota permanenti elootrictatis incorporibus homogeneis. 45
B 8 " ry4 aytnre 4)Fa(5)Pass(—3)—Fai) Mann()CY
quarum posterior e3.formulae 1.opesuccedit.
Formuls 3.adomnes ipsius nvalores spectat, quisupra —1ver-
santur, siinquantitate (—1)*** cautiones necessariae adhibentur. Lliue
opedemonstratur, quantitates 7,(2)et¥,(-2), sihaecdenotatio
formulse XVII. 2)beneficio adomnes ipsius »valores concessos ex-
tenditor, revera integralia esse sequationis XV. aseinvicom indepen-dentin.Quodsinonesset,constantem quandam 6itadeterminare li-ceret,utaequatiohaberetur identicaV,(5)-oy,(-4)‘Toneautem”
pars laeva ipsins 3,evanesceret, quod locum non habere inconapectu
est.Quse demonstratio principio generali nititur huic.
Sin functiones unius variabilis x,puta s,,4,,..., aseinvi-
com pendere autindependentes ease convenimus, prout sequatio
Oh +yy ++ +04, =0
valoribus constantibus ipsorum a,,a,...a,, quorum unus saltem a«
nullitate differt, identica reddi potest, necne, theorema habetur
generale:
Functiones #,,s,...#, 8seinvicom pendent autindependentes
sunt, prout determinans
Ztay i?
identiceevanescit, neene.Inhoedeterminante positumeat1?Ft,
Quod theorema praesertim insequationibus differentialibus linea-
ribus utile est, quibus quum determinantis illius formatio facillima
reddatur.
Observationem adjungere placet, saepe utilius ease, sifunctionis V,
loco hace functio
ky 5) Wh)=(GyLAC)
incaleulos introducitur, quae quum variis rationibus istam simplicitate
‘superet. Cujus tamen inpraesentiaram usum non faciemus.
i.
Jam clectricitatis motum insphaera plena radii c,incujus super-
ficie clectricitatis fontes arbitrarii inveniuntur, dum non-conductores
electrici, quiquocunque modo inspatio distributi sunt, effectum ineam
46 |.Demotu permanenti electricitatia incorporibus homogencia,
exercent, examinemus. Expressionem igitur ipsius ueform. XIX. 1)
nobis sumere debemus, et,sipro hac quidem disquisitione
a ¥.(2)+¥.(-f)=4
ponimus, fit
b. umD>ru) X,(6,9)-
Deinde siVpotentiale complotum est, secundum soqu. I.pror—chabemus: aaywd : °ade,LY4bw 4)=0.
Insequentibus loco ipsius w’+ 4ejus evolutionem secundum functiones
sphaericas adbibebimus, ponemusque
a. w+4— >)46,9).
Estautem Vsumma algebraica ipsius vrespectu sphaerae formati, ot
|ipsius 04,si¢0potentiale omnium non-conductorum signamus, Jam
vero sipror—=c est
a =DEG 9)
facile eformulis VII. etVIII. intelligitur, pror<¢esse
=D>()2.69),
ideoquepror—=eae,*e ]DTA, 9).
Restatigitur,utexpressio 4(au+4.0)pror-—eevolvatur. Secun-
dum form. IV. ost
autde
o (14 1 aw 1 .--EsuaTeercavetry+Gpleserconw15)O88
syn dul ’.~EDOSSlor neefs)Plcoeerans
inquasievolutiones ipsorum uetn-—{*imponimus, reductioni-
bus obviie factis efficitur
1.Demotu permanenti electricitatis incorporibus homogencis. 47
ftattLomaDS[ul+agp|X,9),
ideoque pror—e
4(as, 2S net a &HotegeoDine"[400)+anpaden)HO9)
Jamsivaloressequationibus b.e.g.effectiinc.imponuntur, obtinetur
0D409) ~42.EO.9),
atque inde secundum theorema, unamquamque fanctionem unico tantam
modo secundum functiones sphaericas evolvi posse:
(arme—"[n (0+gaiaMO]+bem}XG9)
—4,(6, 9)—.",F089).
Equaformala utabestdifferentiale 4¥*siformulam XX.1)adhibe-
mus, etsemel omnino statuimus u,(c) =w,,adelectricitatis densitatem
insphsera exprimendam hanc habebimus sequationem
(5)mtn{02-440,9)— 7069) XXI. 3) {saat al+ (tnt Deda EE a
Porro puncti inexterno spatio sitir,8,ppotentiale sphserae respectu
formatum
ate pent .veteyenl) Hes(Beda(0.9)—7,Fx(0.9)} XXL =itil) Ae, ntba+eaay
Deinde ex f.efficitur
xxi wtih
(atmddmg+PEtes
etdenique adpressionem lectricam ininterioribus sphaerae deter-
minandam
48 1.Demotupermanenti clectricitatis incorporibus homogenels,
XXIV. wtSEM
3eytaaeigates]WOOttteF@o) bee \e) oe ee(etntbomtSA Mao
Formulae XX. 2)opehaeeummse, siterminus n=0excluditur,
simpliciores reddi possunt, quom secundum formulam illam habeatur
net tna? (atm+de),+APEygDemy+AOtay
toe 2
“tampidetentaapaMet
Exexpressione XXII. suasponte efficitur electricitatis summa in
spheera contenta; estenimsequalis coéfficienti ipsius +inevolutione
ipsius ».Quam si2vocamns, fit
Q=2xcks,-“,%
veladbibitis formulis hue spectantibus §10.
faery(E41)r XXV. Q=4sxatcd, (FG+)~,
velsi,£<xsuppotito, evolvitur
Sy(=Bangs (20) h 2=16224, >Geysi(a)
ubiB,,By,-..numeri Bernoulliani +,3,...sunt.
Exaequatione XXV. quum omne ipeorum }et»,vestigium sbie-
rit,sequitur, inmotu permanenti clectricitatis summam insphaera ho-
mogenes contentam omnino non pendere adiffcultatibus, quibus eleo-
tricitas superficiem permeans impeditur, neominus adisjunctione, quae
non-conductoribus extra sphseram positis efficitur.
Similiter Coulomb observavit, insphaeris clectricitato imbutis,
inquibus electricitas, quantum quidem fieri potest, inaequilibrio est,
deperditionem insérem circumdatum asubstantia sphserarum esse in-
dependentem. Confer Biot traité dephys. tome Il.pag. 256.
12,
Formulis §'10.omnia absolvi possunt problemata, quae epectant
adpluria corpora, quse etsphaeris concentricis definiuntur etomnia
concentrice sita sunt, Attamen computationes, illascilicet excepta,
1.Demota permanenti electrcitatis incorporibus homogencis. 49
quae incorpore indefinito, equo sphaera exsecte est, versatur, tam
molestae sunt, utearum perfectio vixoperae pretium esse videatur.
Quare hoc tantum agemus, utexemplo simplici monstremus, quomodo
corporum, quae certis conditionibus inmotu permanenti sunt, summa
electrica constitui possit.
Quem infinem theorems advocamus Gaussianum (vide Journal de
mathémat. deM.Liouville Tome VII. pag. 304. Théorémes généraux
cet.), integrale
1 [aeafap?
supra unam velplores superficies clauses extensum, moli aequale esse
attrahenti, superficiebus illis inclusae.
Quod statim formulae 6.§'7.opededucitur, inquasiloco Apo-
tentiale »substituitur, asequationesque ipsius potentialis advocantur
differentiales.
Jam casum consideramus corporis, quod duabus sphaeris concen-
tricis definitur, cujus superficies interior velamine non-conducenti ob-
ducta est. Sint c,¢radii sphserarum, ¢<q, sicontrum commune
proorigine coordinataram habemus, secundum §10.XIX. erit densitas
clectrica
. w=Srl) X,G9)+(VO 9),
Ubibrevitatis causav,(r)=7,(5),w,(r)=Va(—Z) positum est
Proinde sivestpotentiale omnium quantitatum electricitatis quae
etincavitate interiori, etinipso corpore, etinspatio externo versan-
tur, addeterminationem ipsius «habentur sequationos
du ide krc Ot azar
L rag ate bu 0)=0,
ubiUfontium electricorum insuperficie obviorum ubertatem metitur.
Quas sequationes sisupra totas superficies, adquas referuntar,
integramus, observamusque, propter sequationem 6.§7.exaequatione
1 1 1 Matut er) Maus fy adarut oo)
at aye tae
sequi
du, 1do)SH+AB)aso,
manifestum est,integrale expressionis (u—U),supra superficiem r=c, R.W.Obristettel, Gevmmnlie ADbandiangen, 1. ‘
50 I.Demotu permanenti electricitatis incorporibus homogeneis:
extensum, evanescere. Quapropter, siabhine ds,ds, sunt elementa
superficierum r—c, r—¢, habemus
mJSu-nas,=0, afaracsd[tas—o,
dw “aafiat [aas—0.
Sitamen ponimus esse&summam quaesitam electricitatis inipso
corpore contentae, @copiarum electricarum summam, quae incavitate
illius interiori versantur, etheoremate Gaussiano supra commemorato
sequitur ‘ae te Lfitas-—o, BSa= +2.
Porro exsequ. i,advocata formula XX. 1)sequitur
atfdas=2xct|y,(c)X+«,(0)Yel,
otfdda2xetle6)Xo+(6)Yas
fds, =Axed[v9(€)Xp+14(c)als
unde, sijamultra ponimus
suas, =420U,,
ubiigitur U,estubertas media fontium electricorum insuperficie,
substitutis valoribus modo acceptis inaequationes m.,adipsa2,Xy,Yy
determinands eruimus uequationes:
(6)Xo-t14(@)¥o—Uy0,
©KH+MO Veale,
814)Notmy(@)¥%o— GEE=0,
equibus deducitur
SEEberwoled ~iOmole)+gSesle0(@) mG)—male) I
:
+Uslos(a,)wa(e) —w,(4)04 (01=0,
velquum eformula XX. 3)
t9(4)¥ (4)—woe) (4)==8
sit,
1.Demotu permanenti electricitatia ineorporibus homogeneis, 51
aot
e XXVL2-- ellcane mene)
HOw)—MOM) fy—— 3a — +PrtOeomey=money~~Olt po —=lG@toe* —@—oe *
Vt Ve act (23)(24i)e* —(241)(2-1)e = tna, EVE) EHVE—Ye Ea(eaayes
Exhacformula patet, nostro casu certam partem electricitatie in
corpore contentae unice exactione proficisci copiarum electricitatis in
cavitate interiori distributarum. Facile autem demonstratur, factorem
ipsius @,quamdiu quidem ©et&positiva sunt, quod nostro casu
evenit, semper fractionem esse genuinam negativam. Siigitur e.g.
corpus illud insuperficie exteriori aére uniformiter sese moventi con-
tingitur, (§6.U,.), habetur U,—0, clectricitatisque incorpore con-
tentae copia estpars aliquota electricitatis incavitate incluase, siguo
tamen opposito praedita. Simul copia illa natura séris circumdati
ullo modo pendet.
13.
Additio ad§10. In§°10.invenimus, quoties X,(0, 9),Y,(8,9)
sunt functiones sphacricae nordinis, sequationi I.velXIV. semper
satisfieri expressione
e{¥.(4) X69) +%.(— 5)X89) -
. Cujus casas specialis is,ubin—0,pracceterisattentionedignus est. Hoc enim casu X,etY,constantes sunt, unde siloco eorum
ponimus AetB,nequationis I.habemus integrale particulare
a, uaAV,(5)+BY(-1)—2(de«—Ber),
inquo est =2*+y?+4.QuumautemaequatioI.nulloscodffi- cientes variabiles involvat, expressio illatunc etiam satisfaciet, siloco
ipsorum2,y,#ponitur2,—2,y—¥,4—#,igiturr=(x,—2)?+, —9 +(4-5), abix,y, %abipsis 2,y,ssuntindepen- dentin.
Expressionem hoemodomutatam,positoineuperA=9(2%,94,4) etB=¥(z,,%,%), sivolamine dz,dy,ds, multiplicamus supraque
volumen finitum Vintegramus, intograle
°
52 1Demotu permanent! clectricitatis incorporibus homogenci
XXVILw=f(90,404) Fol)+¥Gos)Po(-2)eerdnde,
manifesto proprietate gaudebit, ut,quoties punctum 2,y,2extravo- lumenVversatur, sequationi differentiali
sfdw, dtu sd
sotisfaciat, Quod tamen punctum sivolumine illo continetur, eadem
methodo, quaGauls incommentatione supra laudata addemonstrandas
equationes differentiales potentiales usus eat, invenitur, expressionem
equationi satisfacere
au du ae 2) aS +GtGalwet4x0(v9.8) —992))
Videmus igitur, cum aequatione XXVIII. 1)aliam quandam aretis-
sime conjunctam esse, quam informam
fee eu de 3)altetagtan)met
redigere licet. Atque sirationis memineris, qua terminus uinaequa-
tionem XXVIIL 1)ingressus est(§4.L.M.), facile casum electrici-
tatis motae finges, quiadhane aequationem ducat.
Porro exiis, quae modo invenimus, perspicitur, integrationem
aequationum 1)et8)adproblema reduci posse, utexpression. tali
modo evolvatur, utvariabiles @constantibus arbitrariie separatae pro-
deant: quoimpetrato, expressio XXVIL sine mora formam induit talem,
quam ulterius tractare licet.
Quse evolutio, sicoordinatis polaribus ordinariis utimur, sine diff
cultate ecalculis supra exhibitis elicitur. Posito enim
z= cos, y=raindcosp,=rsindsing;
z= r,c080,, mn sinO, cong, #7, sind, sing,
cos=cos0cos0,+sin0sin0,c08(~9%),
Gi—2+ (Yy—9+2)==Ber,co8@+rmBY, atque
°. n>nfunetio
a=ay,(2)+By,(-2)
Temmatis sequentibus omnibus numeris definitur:
1)@tam respect variabilium r,0p quam ipsorum r,,8,,9,
estintegrale aequationis XIV. itacomparatum, utsecundum fanctiones
1.Demotu permanent clecticitatis incorporibus homogencit. 53
sphaericas, nominatim secundum fanctiones P,(cos a)evolvi possit. In
ipso &siloco rr, ponis ra,r,4, igitar Ra’loco R,&abipso ain-
dependens evadit.
2)Ipsius &evolutio, siaininfinitum erescit, inevolutionem
Leplaceanam ipsius47”transit.
3)Inipso@siseribitur —a,B,A,locoa,4,B,&nonmutatur.4)Siponitur B=0,a—oo,fit2-0. Quibus lemmatis advocatis, invenitur
XXxIX. 2—A¥,(2)+By,(—2) ~TELE amWie i (_fh) =Somer Gant +29]
[n(2)+7 f))Pcre.
Hac formala opesequationum XVII. 2)veletiam XX. 1)et2)
‘ogrgie utilicotadevolutionem functionum V,(2), quodtamen hoc
loco omittimus.
Qua evolutione sisecundum praccepta supra tradita uteris adinte-
grationem aequationum XXVIII. 1)et3)alter quidem casa iteram
formulas §!10,obtines, sltero tamen endem resultant, quae methodo
ordinaria variationis constantium obtinorentur. Insequatione enim
XXVIIL 8)si,functione u,secundum functiones sphaericas evoluta,
adintegrationem via tentatur §'10., quaestio reducitur adinte-
grationem sequationis differentialis, quae abaequatione XV. nonnisi
novo termino differt, etvariation constantium integrari potest.
Qua inrehoc memorabile intercedit, utomnes implicationes,
quibus methodus lleIsborst, propter singularem naturam functionum
V,proreus evitari queant, quotios u,estintograle sequationis XXVIII.
1)vel8). Quod quum edaccurstiorem notitiam functionum illarum,
quae inphysice mathematica tanti momenti sunt, nonnihil afferre vi-
deatur, breviter exponamus.
Sitigitur primum
mmDe[F(A]HG9)+¥.(—4)¥.(89)},
aequatio XXVIII. 8)inbane transit:
@edu 1de pdm 1ate pa5(a)+sinodo("iOa9)+aaorayel
~res Sen()at ee 2.
54 De moto permanent electricitatis incomporibus homogenein
‘Adejus integrationem ponimas
w=U+ZA X09)+BU)Y189)),
ubiUesdem forma sit,qua«,utitur. Quae series siinp.substitui-
tur, habetur:
arex, {o[arg"Ft?4,]-4,- ¥.(2)]
+arr, {o[ay+ 84?BJ-B-¥.(-2))-9
unde
:AntYn(Z B.+¥.(- 7 AntFtape re),b+ BHnl2)
sequitur. Quarum sequationum loco generaliorem consideramus hane:
CHe¥a (6)48% (—2)
‘Adintegrationem ponimus
=Blav(s)+an(- a]
Exaequatione sutem differentiali ipsius V,(vide §10.XV.) advo-
ata formula XX. 1)sequitur
ae etee akA)
1)Methodus, quam adconelantiom variationem evitandam biosahibuimus,
‘quae 00nititar, quod siinIsevam sequationis q.partem unsalterave fanctionum
V,eubstituitur, duse line reprodacantor, ssepe, +iaple modifeatur, uaurpesi
potest, semperque methodo generali pracferenda ext. Atque utalio eam exemplo
‘Mlustremus gravi acpraestanti, afferre juvat, Cl"Neumann functionum Q,(z)
Clr Heine inattractionia otcaloria theoriam introdectaram determinations €0
revocane, utfanctio algebratcs integra (»— 1)"ordinis inveniatar, quae sequation!
« L(@—ngs)annt nsate
satisfacil, Sienim 8, oathaee functio, ecundam Neumann et:
’ @@= BH(rwirti+ss}-
Jamaiconeidernaans, functions P,,oiinlnerasequationisa.parteloeo3 subelitnitar, roproducl, facile apparet, ingrediendam eee bane viam. Pro S
1.Demota permanent olectricitatis incorporibus homogensis. 55
Unde siloco Cseriem insequationem q.substituimus, sequitur:
Do), Fags(F)+BMeee(— F)]ePa(G) +8%a(-5)s
©quadeducitur 6686oqt=844)Baniyuea,otB,ar- bitraria, coteras constantes tamen evanescere. Estigitur
«Vina(5)+8%m-1(— 4) . + BOett Ma(G) +Baa5)
Hac formula patet casus exclusos esse, ubim—0velm=n+1. Quorum ulterior etipso satis concinne functionum V,ope tractari
potest: quod tamen calculos sibi poscit, quos brevitatis causa praeter-
mittimus, Eocasu, quo habetar m=0,siloco¥,(£)et¥,(—£)
eorum expressiones substituimus, aequatio q.hancce induit formam:
_¢anolee * OmtO ante %
quam insequationes
aae*—pe® woe- (nia =0—ano
discerpi posse patet Obtinemus igitur prom—0:
1 ae*4fe* r r tOnE +00a(5)+8.%.(-5)- :
samenda estsorieesecundum ipaP,progrediens, ponendague eetloco972ajus
evolatio
Fann tenOPatOn—OP gts
tone sequitar
. an—1ans an aeerce a ee
dequa siipsius 5,_, valor depromitar, substituiturque insequationem p.,eruitur
Inti) ett gftn—t an—s an—9 &Qala ENRytgtaf PatgenPeategegPeete]
quae aequatio coinservre potest, utfonctio @,() proomnibus quifingi possunt,
ipsine 2valoribos definintar. —Quee determinatio, iattmactionis theoriam non
rospicia, etiam aliin rationibos ogrogii unas eet.
Dofonctionibus ince confer: Heine: deaoqa. diff, Berol. 1848, idem:
‘Aufg. fdrpars. Diffrenziagl. Diar. Crell. XXVI, idem: Attraction derEllipsotde
ibid. XLM. —Neumann: Magnetisirung eince Rotationsellipsoe ibid. XXXV.
56 J,Demotupermanenti electricitatis incorporibus homogeneis.
Omnes hasintegrationes exaequatione identica eruere licet sequenti.
Sitproomnibus ipsius mvaloribus
ne @-I), erit
Quae facile demonstratur, siidentitas in§°10obvia factore f(z) mul-
tiplicatur. Eodem modo, sicut haec, tractands est,functioque f(z) sin-
gulis casibus adaptands est. Qua inreadcasus modo tractatos eru-
endos formula XX. 1)utendum est.
Jam siinr,ponimus m—n, int.tamen n=O, ipsoram A,ot
B,obtinemus expressiones has:
Ap=— F*Ayaa(S), Be—Fe"B=Mas(—4),
‘ubiconstantes arbitrarise nullitati aequiparstae sunt, quae quum nisi
constantes adhuc indefinitas inipso Ucontentas afficere possint.
Aequationis p.itaque estintegrale completum
a wnu-2(eF xeeK)
+Be(Ma(SSM HI
Integratio uequationis s.formulam generaliorem suppeditabit. Sit
enim proposita aequatio
LTT Gataa]H+«Fo(5)+0%(4),
ubi1?=(z— x)?+(y—y,)* +(e— 4), atque 21,44, abipsis z,y,2
independentia. Manifesto ejus integrale completum habebitur, sialicui
ejus integrali particulari integrale additur completum Usequationis
XXVIIL. 1).Quod integrale particulare itaeligimus, utsitfunctio mera
ipsus r.Quo pacto v.inhanc transit:
auadu_teh(GOR(~4) ante arm a ~~
unde integrale illud particulare hoeest:
umslee*+pe"),
IDemotu permanenti electricitatis incorporibus homogeneis. 57
eritque generaliter
w. w=v—alee*460°),
Sitamen loco «,f datas fanctiones ipsoram z,,y,,#, ponimus
¥(21i»%)etH(2,44,4,)(quaeinipsoUcontinentur constantes arbi- frarine eteaedem protalibus functionibus haberi debent), poniturque
dz,dy,ds,=dm, esse elementum dativoluminis V:siporro integralia
Suam, Tam,
iterum vocantur «etU,poniturque
rit (vide XVII)
1) integrale soquationis
2(at5aydtu e(GatGt+Gelos aut hujus
(98 +9+G0]=m+dee, 1,9-999),
prout punctum 2, y,#extra utintra volumen Vversatur;
2)simal cat
yr u-u-4 lpet+e ham,
integrale completum sequationis
Suppositione igitur speciali defunctione u,exexpressione ipsius w
trea integrationes abierunt, velpotius nullae tres integrationes adillas
accesserunt, quae inipso tperficiendae sunt, quod tamen ©compars-
tione sequationum XXVII. etXXVIII. 2)exspectandum erst.
De locis geometricis, quae inmota permanenti electricitatis
respicienda sunt.
4.
Eformularum §'11.qq. complicatione satis intelligitar, priuequam
defanctionibus wu,’eto, quibus problema pendet, certa conjectura
facta sit,determinationes sccuratiores proponi non posse. Nihilominus
tamen hseo inuniversum observare juvat.
58 1.Demotu permanent electricitats ineorporibus homogentis.
Potentiale quum intoto spatio continuum sit,inunoquoque igi-
tur puncto unum tantum valorem recipiat, omne punctum necessario
inuna velaltera superficierum 9=c,nunquam autem induabus earam
situm est. Quodsi igitur constantem ¢continue muteri statuimus, eve-
nire oportet, utcorpus attrahens aliqua harum superficierum inpuncto
aliquo tangatur. Talia autem puncta aceteris omnibus superficiei punc-
tiseodifferant, quod iniisattractio insuperficie perpendicularis eet.
Jam siP—0 entaequatio superfciei, punctorum illoram conditio ana-
Iytica sequationibus
aedede_aPdPaP &dz'dy'ds7 dz‘dy'de
* P-0
expressa est. Curva £.estlocus geometricus eorum punctorum, inqui-
bus superficies eystematam v—c, P=’ inter seosculantur. Eodem
modo locus omnium punctorum, inquibus systematum w—c, Pc!
superficies setangunt, eoexcellit, quod superficiem iispanctis, inqui-
bbusflumen electricum adsuperficiem perpendiculare inspatium exter-
num effunditur, secat. Aequationes ejus sunt:
4 dwdw,do_aPdPdP .dedyde~dedy*des
atque adoraetiam ejus invenienda, addenda¥est aequatio 7.
Exharum curvarom definitione perspicuum est, cas, simulatque
una velalter superficieram P—c’ cuspidem pracbet eut inunum
punctum recidit, semutuo secare. Insphaera igitur utraque perejus
centrum permeat.
‘Tam vero eacurva, quae superficieram w=, »=c’oscalatione
gignitur, consideranda est. Cuitriplicom esse originem, superfcieram
systemate uc” assumpto, statim intelligetur. Attractionis directio in
eacum flumine electrico congruit; aequationes ejus sunt
dwdwde _de.do.do_ du.du.dw. “de!dydedx‘dy‘ds~da’dy’de}
quarum, prout unavelaltera origo consideratur, pars unaomitti potest.
‘Tribus hiscurvis respondent superficies hae:
. dvdP,dvaP,dvaPfe. dzdz+dydy+aede7. dwdP,dwaP,dwdPo. dzdz+dydy+dzde~
. aedw,dodw,dedea dzdz+dydy+dzds7°
1.Demotu permanenti electrictats incorporibus bomogancis. 59
Prima cerum, {",superficie 7.secat incurva, inqua attractio
inplanum superficiem tangens incidit: altera, 0",cum 7.conjuncta om-
nium punctorum hujus superficiei definit locum, inquibus flumen elec-
tricum inplanum tangens incidit, ‘Tertia denique locus estomnium
punetorum, inquibus flumen eleetricum inattractions perpendiculare est.
Jam vero haeo loca geometriea admotuum rationes infaciliori
conspectu ponendas aptissima sunt; inomnibusque doctrinis coguatis
corum invenjuntur similitudines; praeterea arctissime cobscrent cum
Maximi etMinimi determinationibus, quibus parumper immorabimur.
Curvas f.etsuperficie! ¢’.nulla alia, utfacile patet, pancta com-
mania sint, nisi quae aequationibusadeyde aP_94P_9Fe Gg79TO GAHOGyHOGem
definita sunt. Posteriora haec, quorum jam supra mentio facta est,si
negligimus, videmus, curvam {etsuperficie ¢'.communia habere
omnis puncta, inquibus potentiale Maximum, Minimum velMaximo-
Minimum eat.
Jam sint 2,y,#talispuncticoordinatae, v5ineovalorpotentials; coordinatarum origine adillud translata itautf,m,€ lant coordinatae
novae, pro omnibus punctis vieinis accipimus
20a) FhBH2SSatte,
inquaaltioris ordinis termini neglecti sunt.
Punctam autem 2,y,# siinepatio externo situm est, coéfficien-
tium ipsoram #,7%,{" summa evaneecit; estigitar une trium harum
quantitatum proedita signo aduabus reliquis diverso. Jam sivvaria-
mus, illasequatione significatur copia similium similiterque sitarum
superficierum sccundi ordinis; atque valori v=v respondet conus, qui
eatfinis inter duo systemata, quorum alterum hyperbolica, alterum
clliptica hyperboloidea continet, Quiquum simul sitomnium harum super-
ficierum asymptota, singulae superficies utrarumque copiarum paulum
‘avertice ejus distantes, eicelerrime appropinquantur.
Sinautem punctum 2,y,#ininterioribuscorporisattrahentissitam est,idaccidere potest, utsuperfcies illae inellipsoides transeant.
Eodem modo superfcies 0’.secatur curva 0.inomnibus puncts,
inquibus pressio clectrica valorem maximo-minimum sceipit.
Denique omnia puncta, quibus loca «.et«’.communibus utuntar,
fauthujus generis sunt autillias, quod supra consideravimus.
uum incorpore interiore semper sit
dhe,tw|deaot Geta
60 1.Domotu permanenti eletrcitativ incorporibus homogensis.
insecundo punctorum genere byperboloidica tantum systemata consi-
deranda sunt; inquorum centro flumen electricum, prohoram pune-
torum natura, nullum est. Sed utriusque eystematis superficieram tam
magna adasymptotaram conam appropinquatione non procal acentro
lumina fortissima existere oportet, quia hoc loco pressiones olectricae
diversse intensionis proxime sibi sunt oppositae, simulque flumen elec-
tricum virium illnrum differentine directe, distantise inverse proportio-
nale est.
Quao observationes siconjanctae cum determinstionibus nonnullis
demotu electricitatis incorporibus male conducentibus, quae mox se-
quentur, adathmosphaeram terrestrem applicantur, —deconsideratione
hiesermonem esse levi tantum spproximatione valitura vixmonendum
videtur, —memorabilia quaedam sequuntur, quae tamen hoe loco sup-
primere debemus, quum adcampum quendam aproposito nostro nimis
remotum pertinentia, oxadjumentis alienis vigorem disiderent.
De motu permanent electriottatis incorporibus male
‘conducentibus.
16.
Jam adextremum consideramus eum casum, quo corpus Aita
comparatum est,utfractio AS,quam=a?posuimus, valorem valde
exignum obtinest. Talia corpora siexistunt, manifesto praccipue cor-
poribus male conducentibus adnumeranda erunt. Neque tamen statim
contendere licet, quod postes demum probabitur, ipsum a?inomnibus
corporibus male conducentibus perparrum e380.
Exscquatione ininterioribus ipsins Alocum babente
aidetwdw waa’(Tataptzal
suppositione illasequitur, quoties expressio
Mu du ae
det apt an7&
non valore gaudet valde considerabili, densitatem uetipsam minimam
fore, etvice versa, quotios ininterioribus ipsius Adensites waliquo
loco valorem accipit, quimensura definiri potest, expressionem Kin
eodem loco valorem admodam magnum necessario induere.
Cirea punctum 2,y,¢superficiem clausam ponimus infinite parvam,
quae volumen dm continet: secundum §4.1)
kKdm
LDemotu permanenti electricitatis incorporibus homogeneis. 6L
erit quantita, qua flumen conductivam perdm transeuns, ubi invo-
Tumen hoe intrat, valorem superat, quem obtinet, ubi evolumine
eodem progreditur. Quoties igitur Kinloco quodam permagnum est,
flumen conductivum, ideoque etiam flumen electricum completum mu-
tationes rapidas patitur.
Unde videmus, ininterioribus corporum ejus naturae, qualia supra
descripsimus, densitatem electricam generaliter valde exiguam esse;
quoties tamen illa insliquo loco mensura definiri potest, intensitatem
fluminis electrici ineodem loco rapidas subire mutationes. Ininteriori-
bus talium corporum igitur evenire potest, utincerto loco flumen
electricum valorem considerabilem habeat, dum flumina circumfusa ad-
modum parva sunt.
Constans @hujus phaenomeni conditionem praebet. Quoties enim,
utrem adomnia corpora extendamus, ininterioribus corporis cujusdam
densitas electrica alicubi tanta est, utquantitates ordinis a*cum illa
comparatae pro levibus etparvulis haberi possint, semper violentae
‘illae electricitatis vicissitudines exspectandse erunt.
Longe diversa insuperficie ipsius Aeveniunt. Inaequatione U.
§'6, siponimus u’+ 4=, hanc illformam induit:
RE AGE+aH) 0,
ubi Vestpotentiale omnium copiarum electricarum obvenientium. Ex
hacaequatione patet, ipsum uinpropinquitate superficiei generaliter
valores finitos obtinere, talibusque directionibus, quae superficie’ paral-
lelae sunt, non nimias mutationes passurum esse.
Jam legem determinabimus, quadensitas electrica asuperficie inde
decrescit, suppositione nitentes, ipsum wininterioribus ipsius Anon
valores nisiexiguos induere. Qua inreomnes quantitates negligemus,
una cum ipso aevanescentes.
Quod utimpetremus, initio coordinataram inpunctum superficie’
ipsius Atranslato, perpendiculum inillopuncto introrsum spectans pro
‘xi positivorum xsumemus, axibus ipsoram yet#inplano super-
ficiem tangenti sitis. Eas denique tantum corporis partes considerabi-
mus, quae inaxiipsorum =jacent.
Quibus positis babemus sequationes:
olin+Gtaa-« etproz—0
ag+TT+au—w)=0.
62 _L.Demotu permanenti electricitats incorporibus homogensi.
Quarum prior,positoz=a§,inhanetransit
ae eu, ewaetelipt ial
velsisupponimus, quod exobservatione supra facta sequitur, quanti-
aw du sat
tatem$5+24nonnimiovaloregundere
a
apo
ex qua
wmAe t+Be,
vel
nmAe*+Be#
sequitur. Quum sutem densitas uesuppositione nostra ininterioribus
ipsius Anon valores nisiexiguos indust, ponendum estB= 0,obtine-
musque legem quacsitam, formula expressam hac
x u=Ae,
ubiAdeuno perpendiculo adalterum variatur.
Jam utadipsum Adeterminandum sequatione utipossimus pro
0 locum habento, observamus, eformula IV.§'8.exdem, inqua
hoc loco acquiescimus approximatione haberi
1
~ad 3, aftr1 Ana’noma {agi+JAlas,
vel
a 2hth raya tuthonthafay +)Ads.
Quumigiturquantites ku+2",ideoque etiamjusquotions dif-
ferentialis ipsiaproportionalis sit, hune inaequatione nostra negli-
gamus necesse est. Quae itaque, siv,designamus potentiale omnium
copiarum electricitatis externarum, loco uejus valore Asubstituto, in
bane transit:
2a4g(u,—A)=0,
unde
: 2hde,Ant Gedr
1.Demota permanent electricitatis incorporibus homogeneis. 63
denique
w(t ea)
sequitur.
Itaquo electricites incorporibus, qualia consideravimus, nonnisi in
profanditates valde exiguas procedit, densitate ejus inprogressione
geometrica decrescente.
Hae deductiones, quae cum ratione, qua electricitas incorporibus
male conducentibus versatur, optime consentire videntur, nostrae theoriseproprisesunt,nequeullomodo¢theorishactenusacceptaeruipos-sunt, Revera hace theoria ¢nostra sequitur, siubique (nisi forte in
calculis spproximatis modo propositis) ipsum aininfinitum crescere
statuitur: dum calculi modo peracti econtrario ipsum ainfinite par-
‘yum esse supponunt.
Quae phaenomena autem quum inomnibus corporibus male con-
ducentibus appareant, sequitur, utinomnibus hiscorporibus asit
quantites admodum parva Sienim incorpore male conducenti, in
quo igitar kperparvum est, ipsum avalorem acciperet finitum vel
deo infinitum, secundum caleulos nostros lectricitas non insuper-
ficio ojus moraretur, sed densitate sonsibili per tota ejus interiora
penetraret.
Formulam x.subcertis conditionibus adsubstantine qualescunque
extendere licet. Ipsum enim a-quoniam pro datis substantiis per
cortas lineas repraesentatur, quas hactenus tacite admensuram omnibus
corporibus communem rettulimas, manifesto illud valorem numericum
eominorem impetrabit, quomajor eritunitas longitudinis, quae singalis
casibus incaleulos introducitur: etvice versa, Itaque siindisqui-
sitione corporis, cujus dimensiones respectu lineae avalde considera-
biles sunt, unitas longitudinis satis magna etcalculis accommodata ad-
hibetur, linea @numero valde exiguo exprimetur.
Inde sequitur, utform. x.adomnia corpora qualiscunque valeat,
quoram dimensiones respectu linese asatis magnse sunt.
Neo minus vice versa patet, legem illam ctiam incorporibus quam .
pessime conducentibus tandem necessario irritam fieri, sidimensiones
corum magis magisque diminuuntur.
Cogitare licet,constantes ket*aseinvicem pendere, itaut
altera mutata etaltera mutetar. Sedhocjam evictum ost,ipso &in
indefinitum decrescente, quantitatem ESmultosaltemlentiusdecrescere
quamk,itautratio*€denique cumkevanescat, Eodem modo¢
64 I.Demotu permanenti electrictatis incorporibos homogensis,
consensu calculorum §'7.cum observationibus inbonis conductoribus
institutis percipitur, crescente conductibilitate etiam qnantitatem a?
suger, iteutetiam inane partem quantitas multo lentius varietur,
quam conductibilites
Quamquam igitur secundum nostram theoriam modus, quo elec-
tricitas incorpore quodam distribuitur, vere evalore pendet, quom
constans ainhoccorpore induit, tamen corporum inordinem digeren-
doram rationem semper ©conductibilitate eorum petere licet, quae
quam indeterminations ipsius aomnino praevaleat,
Die beiden lotsten Seiten dee Originals entbalten:
VITA.
Natur sum ego Elwin Bruno Christoffel inoppido Rhenano Montjoir‘anno1829die10.Novembris patreFrancisco Carolo, quemmortemihiereptum
Tugeo, matre Maria Helena ¢.g.Engels, quam vivam sdbuc veneror.
‘Fidem contteor catholicam
Primis Literarum elomentis domi imbutes Coloniam Agrippinam mecontali
‘gymnasisque, quae ibiforent, primum Catholicum deinde Friderioi Guilelmi
‘quinque per annos frequentavi
Matoritatie tostimonio munitue Berolinom petit, ubi ubIl.Busch rectore
‘magnifico inciviam acadenicorum numerum receptur otabll.Boeckh decano
spectabili inalbum faealtatis philosophicae relatis sum. Perquadriennium lee-
tionee sudivi virorum MWstrissimorom, Clarissimorum, Bxperintinsimoram
Borchardt, Lejeune-Dirieblet, Dove, Eisenstein, Encke,
Joachimsthal, Lichtenstein, Magnus, Mitscherlich, Ohm,
Steiner, Trendelenburg, Wiedemann,
Guibas omnibor viria dememaxime merits summas quam possum gratinn
| gosemperque habebo.
THESES.
1.Mathosis adomnia valet, quae menguram etordinom habent
2,Non dari aaltum innatara eatpropostio mere theoretice,
3.Incaleulo infnitesimali methodus differentialium estomnium praestantisaiia
4,Velocitatem, qua ealor propagatur, fnitam eave dice
I.
Uber dieGaufsische Quadratur und cine Verallgemeinerung
derselben.
(Gooroal fOraiereine und angowandte Mathematik, Bd.6,1868, 8,¢1—#2)
Das Folgende enthilt eine neue Darstellung desbekannten, von
Gaufs (Comm. Gott. rec. 1814—15) erfundenen Verfahrens zur an-
gentherten Berechnung bestimmter Integrale, ImAnschlufs hieran
wird dasselbe inderWeise verallgemeinert, dafs zueiner Anzahl be-
liebig gegebener Zwischenwerthe dieabrigen nach denvonGaufs auf-
gestellten Prinzipien ausgewiihlt werden. Diese neue Methode kann in
verschiedenen Beziehungen von Nutzen sein, wie weiter unten nach-
gewiesen werden soll.
1.
Dadiespiteren Entwicklungen instetigem Zusammenhange mit
den Formeln firdiemechanische Quadratur imAllgemeinen stehen,
sokann eine kurze Herleitung derletztern nicht faglich umgangen
werden. Sei
(a) f(@)=A(@@—a)(2-4) ++.(@—4,),
sofallt die Fonktion
Fe) Fea) opFao @) 90-10 pare atreine tt reera)
mitderFunktion F(z)firdieWerthez=a,,a,...a,susammen,
tndonint9(a,) =F(a), (4) =F(a), ---9(0,) —F(@.). Aus(2)
folgt
@) Sows
jl 4 , _F@)freee,Fo)(reve,,FlyPraae Ff2+Bs2S+ +Peasee,
WROhrloterte, OnamaateAthndlnge 1 5
66 I.Ober dieGaufeieche Quadratur uad eine Verallgemeinerang derselben
‘und dieser Ausdruck jistbissuf einen bestimmten Fehler gleich dem
:
Integrate _fF(z)ax.
‘Umdiein(8.)angedeutaten Integrationen auszafthren, istimAll-
gemeinen folgender Weg einzuschlagen. Istueine beliebige, aulser-
halb derGrinzen —1 und 1liegende Gréfse, sohatman identisch
fi 1 1 1LEE [28+ [Seas reotg +[Seen
Daf(z) eine rationale ganze Funktion vonzvom n'Grade ist,90ist
f@=L) sbenfalls einesolcheFunktion vom(n—1)Gradevonx
wie von u. Setzt man demnach
) [SaPe-no,
0istf;,(u) eine ganze Funktion (n—1)** Grades, und
(6) Jfete—FW)le}+fw).
Diese Formel bleibt offenbar selbst dann bestehen, wenn uzwischen
dieGrinzen —1 und +1 fallt, sobald nur dieunter dem Integral
linkerHandstehende Funktion /)innerhalb jenerGrinzen aberall
endlich bleibt. Die Formel (6.) gilt daher, wonn wueiner derGréfaen
4,,a,...a,gleich gesetzt wird, unter allen Umstinden, mégen diese
Gréfeen aufserhalb oder innerhalb dererwihnten Grinzen liegen. Da-
durch geht dieGleichung (3.)infolgende ber:
an—4%)pq)4A)1 han) (6)foo=Fa)EU)+ayFe)++FGFO),
und man hat annihernd
(a) SF@e ~free. 4 a:
Durch Zerlegung inPartislbriche folgt: :
AM) Lf) 3 ,h@) we AG) 1fw)~Fa)eatfe)watt FQ)wma
80datsfiedormittelet derZwischenwerthe i,a,...a,berechnete
ULOber dieGaufaische Quadratur andeine Verallgemeinerung derselben. 67
angeniiherte WerthdesIntegralsi2%,istsundwennmandiesin(6.)
anwendet : 7
He)ae
mp Mgt4AO).2gA)tg glety, 10)(eSt+Re)waatheywegttPeeal
Sotzt man vonjetat an
@) Jf2-H,
80istwegen (5.)”
(10, fw)es* i=) +hw,
und wegen (8.)
1
or phi), 1 fil) opAld A) hw), aypete (Radwa,tFedattPESwa)whe
Ezistsomit©)derUnterschied zwischen demwahren unddeman-
A
genitherten WerthevonJgt,lettt. Entwickelt mandsherin
(11)dieLinkeSeitenachabsteigenden Potenzen vonu,undsetatden
Uberschufs deswahren Werthes vonf2"é2 therdenangeniherten
Werth desselben, nimlich~
fala)gmgAa)gm.4Film)gm) (zyfre (pahartPaar +Beyar]hes
80 erbiilt man:
a re On ag)wtyetat fi)
Sotet man andererseits
a4) fiWa)er— A,
und allgemein
18.) Jfe)eer= As,
s
63I.Uber dieGaufsische Quadratur undeineVerallgemeinerung derselben.
forner
aoa a a"
fo)Taw tae tara toy
80ist
(as) Aw-t+aeaee-
und
mithin hy=k, =ky=~ =,_,= 0.DieFormel (7.)liefert also alle-
*
‘maldengenauen Werth vonfF(z)é2, 20oftF(z)eineganzeFunktion
-t
ist,welche den(n—1)"* Grad nicht dbersteigt. Man hatferner
B=AAyWyAA'tAA",byyyAp’A,A"tALA,ee
Kann man nun f(u) sobestimmen, dafs inderEntwicklung von/,(\)
diemersten Glieder, alsoinderEntwicklung von/(u)lg“+* die
Glieder, welche +,3,,--- ienthalten, vonselbstwegfallen, #0be-
ginntdieReihefir) mitdemTerm.Set%,, unddieFormel(7.)
istfuralle ganzen Funktionen vom (m+ —1)" oder einem niedri-
gem Grade vollkommen strenge. Gleichzeitig ist
Kage Antsy Kaper Amys +Amid’ ete.
Eswird sich bald zeigen, dafs derhichste Grad vonGenauigkeit,
welcher mitdervorausgesetzten Form vonf(z) erreicht werden kann,
dem Falle entspricht, wom—n ist. Esistdies dernimliche Fall,
den Gaufs inder oben angefthrien Abhandlung, und Jacobi in
gegenwirtigem Journal behandelt haben.
2
Das Folgende beruht aufdiesem Lemma:
Unterwirft, man cine ganze Funktion /(u) vom n'*Grade
der Bedingung, dafs aus derabsteigenden Entwicklung von
flu)igtt+ dieTerme, welche +,4,,-.. 2,enthalten, von
selbst wegfallen, sogiebt esstets eine Funktion, welche diesen
Bedingungen geniigt, und dieselbe istbisaufeinen constanten
Faktor bestimmt. Verlangt man aufserdem, dafs dasGlied mit
aviYerschwinde, sowirddieFunktion /(u)identisch gleich
U,Uber dieGaufeiache Quadratur undeineVersllgemeinerung derselben. 69
Null, indem jener constanto Faktor den bestimmten Werth
Null erhalt.
Dasselbe ergiebt sich leicht mittelst derFormeln (10.) und (14),
denenzufolge allgemein derCoefficient von+inderabsteigenden Ent-
wicklung vonF(u)ig"*t gleichfF(2)2x ist,vorausgesetat, dale
K(u)einerationale ganze Funktion ist,Seizuniichst f(w)sobe-
stimmt, daB in(10.) f,(u) dieForm
hat, und seiferner /(u)=P+Qi,woPundQreelleganzeFunk- tionenvonwsind;0multiplicire mandieGleichung(10.)mitP—Qi. Dann ist(P— Qi)f,(u) wieder eine ganze Funktion von u,wihrend
dieEntwicklung von(P—Qi)f,(u) mitdemTerm2,beginnt. Also
istderFaktor von+gleichNull. Daderselbe abergleich
ff(P-Qiou= [P+ Qow
ist,und dieElemento dieses Integrals allepositiv sind, eomufs, wenn
dasganze Integral gleich Null cin soll, jedes cinzelne Element ver-
achwinden, also, wie behauptet, /(u) identisch gleich Null sein.
Dasomit die, inBezug aufdieunbekannten Coefficionten der
Funktion f(u) linearen Gleichungen
A=0, 40, 40, Ayr0
von einander unabhingig sind, indem sich aus ihnen flrjede der
(n+1) unbekannten Gréfaen eineinziger Werth ergiebt, 20folgt, dals
man unter den(n+ 1)Coeflicienten vonf(u) wenigatens aufeine Art
einSystem vonnderselben soauswihlen kann, da(s dienGleichungen
(A) 4-0, 4-0, 2. A=0
inBerug aufdieses System vonUnbekannten voneinander unabhingig
sind. Denn wire dies nicht derFall, som(fsto man, wie leicht zu
sehen ist, ans den Gleichangen
Amy Apeey Amey Anhaa
simmtliche Unbekannten eliminiren kénnen, was nach dem eben be-
wiosenen nicht mglich ist.
70 UW.Uber dieGaufsische Quadratur und eine Verallgemeinerung derselben.
Daendlich dieGleichungen (A.) linear sind, sobestimmen sicdas
Verbiltnifs von nCoefficienten um (n+1)" aufeine cinzige Weise,
wodurch obiges Lemma inallen seinen Theilen bewiesen ist.
Differentiirt man nun die Gleichung (10.), und multiplicirt mit
uw—1,80folgt:
8) Wty ight} apsty2h4W136,
und eine nochmslige Differentiation gisbt:
Bul H)WEE=430+(05) +(HDR)
Diese beiden Gleichungen haben wieder dieForm von (10.). Nimmt
‘manaberjetztan,datsf,(u)diePotenzen 1,J,.--2nichtent-
hilt, dale also
ist,20folgt(wv) ae oy
#0dafsdioFunktion 2(ut—1)24)—n(n+1)f, nachnegativen
Potenzen vonuentwickelt, diePotenzen i,a,:®A,nicht
enthilt. Multiplicirt man daher dieGleichung (10.) mit(w+ 1)und
mbtrahirt sievon dervorstehenden, 0folgt
Lee(O°30)—m+yr)eS AEFpa(@-DFE)—meotDh+[34(—DF)—meot DA}s
unddaderFaktor vonIg"++ den(w+1)Gradnichterreicht, 80
folgt vermége desobigen Lemmas, dale eridentisch gleich Null sein
muB, Dafener aufderrechten Seite diedrei ersten Glieder nurpo-
sitive Potenzen von uenthalten, wihrend dasFolgende sich nuraus
negativen Potenzen von «susammensetst, und dadiese beiden Theile
firsich verschwinden mtssen, sohaben wir
(19) 2,(w—134)—a4yf=0,
(20) A(w-1%)—m+04-0,
(21) A(w=1)38)—nep+42=o.
ILOber dieGaufsische Quadratur undcineVerallgemeinerung derselben. 71.
‘Nach denbekannten Untersuchungen iberdieGleichung (19.) folgt hieraus
@) Ww=-Pw area.
bbe tnat 1-8-6---99-48 -*resSiw4:188g by und wegen (9.)
3) f=00=fBEE,
welche Bezeichnung von dergewéhnlichen nur wenig abweicht. So-
dann folgt, dafs dieGleichung
(24) 2(w-0¥) =nmenu—42
zuihrem completen Integrale einen Ausdruck von derForm
(25) U=AP,(u) +BQ,(u) +B,(u)
hat, woR,(w) eine rationale ganze Funktion vom (n—1)** Grade, und
nichts Anderes, alsdiebisher durch /,(u) bezeichnete Funktion ist.Die
Funktionen P,Q,Rstehen inFolge derGleichung (10.) inderRelation
(26) PWigity=Qu)+Bu), oder auch
@t) Q,(u)=Pw)lgS+4—BW),
sodafs nurnoch dieFunktion R,(w) zubestimmen dbrig bleibt. Zu-
vor will ich aber noch die Formeln
(28) (w=1)Py)SEEDR00—Px),
Qn+1uP,W) =(+ DPW) +P),
28)JOn+14) =H+DQ)+9Qa), (n+ DuRW) =(n+ DR ys) +Rw)
einschalten, welchesichaufverschiedene Art,unterandermauchmittelst
obigen Lemma’s beweisen lassen. Sctzt man z.B.in(18) P,(w) fir
f(u) ein, sobeginnt dieEntwicklung von (wu?—13mitdemTerm
—@+ 24s. Bedenkt mannun,dafemansetzenkann
(et=1)PL(W)=ays(W)+OPyaw)+0P,al)+o,
sofolgt aus unserm Lemma, dafs auf der rechten Seite alle Coeffi-
72ILWher dieGaufeische Quadratur undeine Verallgemeinerung derselben
cienten, mitAusnahme von aund 6,verschwindén. Die Bestimmung
derConstanten aund bhatkeine Schwierigkeiten. —ZurHerleitung
derGleichungen (29.) hatman nor(26.) mitu2umultipliciren, und
gant iholiche Betrachtungen anzustellen. Diese Gleichungen stimmen
‘brigens imWeeentlichen mitdenen dberein, deren sich Gaufs inden
artt, 17.und 18.seiner Abhandlung bedient.
Differentiirt man dieGleichung (28.) sofolgt wegen (19.)
Pia) —Paw) =@n+1)Pw),
also auch
Pi_a(w) —Pi_s(¥) =@n—3)P,_a(),
u.8£,wornus durch Addition
(80.) Plys(4)—(2n+1)P,(w) +(2n—3) P,_s(u) +(2n—T)P,_ (wt
folgt. Vermige dieser Formel geht dieGleichung (24.) infolgende
aber:
@L) A(w—2)-a@tnu
+4(@n—1)P,_, +@n—5)P,_, +Qn—9P,_ gto} $0.
Um nun zurBestimmung von R,(u) dberzugshen, bemerke man, dafs
dieGleichung (26.) durch Aenderung desVorzeichens vonuund nach-
folgende Multiplication mit(—1)*~! folgende Gestalt annimmt:
Pw)igstt=(—11Q(— 0)+(—RW),
woraus durch Vergleichung mit(26) R,(—u) —(—1)*-*R,(u) folgt.
Dasomit R,(u) nur diePotenzen u*~', w*-*, w°~* ete, enthalten kann,
20hat esdie Form
Ryu)—4Py_a(W)+OyPys(tl)+OyPas)+°°
Setzt man dies in(31) flrUein,sofolgt:
Oma [(n—1)mn—n(n +1)]P,_,+alm—3)(n—2)—n(n+DIP,
+4(Qn—1)P,, +4@n-5)P,,
+4,[(n—5)(n—4)—n(n+I))P,gto +4(Qn—9)Pg toy undhieraus On) Pas
tn—t 2n—5 an—9
nett, gates, gm2it3,ua.
Damit sind dieverlangten Funktionen f,f,,f,vollstindig be-
stimmt; esistnimlich:
I.Ober dieGaufsische Quadratur undeineVerallgemeinerang derselben. 73
away Mw)=PW) =grees
fiw)=Ry(w)=2(295"Pau)+gePoa)
an—o(2) +eeePest},
fw)=Q,)=P,(u)igttt—Rw)=JBide
"SS
_aepisepesepn 1
Den allgemeinen Ausdruck der Funktion P,(w) hatGaufs inseiner
Abbandlung gegeben, doch rihrt dieelegante, obenstehende Form der-
selben von Jacobi her. Auch findet man bei Gaufs den Ausdruck
von Q,(u) sowohl inForm einer hypergeometrischen Reihe, wie in
seiner Reduction aufeinen algebraischen undeinen transcendenten Theil.
Obgleich aufdiese Weise dieCoefficienten inderGleichung (6.)
explicite dargestellt sind, 80giebt esdoch mitRicksicht darauf, dale
indenGroBen {4%dortfiirwnureolcheWerthe zusubstituiren sind,
welche /(w) verscbwinden machen, noch einfachere Darstellungsweisen
frdieselben. Aus denGleichungen
Fle Pi) =n(n+Pw),
Aw DRyw) =n(n+)Rw) —APL)
folgt durch Elimination yon n(m-+1):
PZ,(wR) —RZ(wtYP.)+4P,P,=0,
und hieraus durch teilweise Integration
(RR —BP.)+221=0.
Far «=1ergiebt sichhieraus a=2,alsoistidentisch
(3) “FPWRWR) Py(w))+PAW)—1,
mithin flralle Werthe von u,fiirwelche P,(u) —0ist:
@4) 1S"PRM) =1-
Daraus folgt firdieniimlichen Werthe von u:
74ILOber dieGaafeische Quadratar undeineVerallgemeinerung derselben.
A)_Raw) 1 2 (88) Fy*Pie)~~ B= aaycrray
Dieerste dieser Darstellungen istvon Gauls gegeben; diezweite da-
gegenhatdenVorzug, dafssiedieBerechnung derCoefficienten Ae
blofs von der Funktion P,'(u) abhingig macht, deren numerischer
Werth beiderAuflésung derGleichang P,(u) —0gleichzeitig mitder
Warzel «bestimmt wird.
Sind a,, ...a,dieWarzeln derGleichung P,(u)—0, 80ist
(86)Pw)=EEEEN—a)(u—ay)(uw04),
folglich nach derzweiten Darstellungsweise :
Letteom yt(2) fla) macibte) _. F@)~A=a)EFa le—4)=a)“(Ga)”sodaissimmtliche Coefiicienten ineinfache,leichtzubildendeFaktorenzerlogt sind. Ichbemerke noch folgende Formeln, welche sich unter
der Voraussetzung, dafs P.(u)=0sei,aus(28.)und(29.)leichter- geben:
(88) (1—wPu) =nP,_y(w) =— +DPW),
hw) 20-4) tua (39)FW)"Py)” WED, ,05""
Diose Auedricke treten durch Aufléeung inlineare Faktoren incine
interessante Beziehung 2um Produkte
Balas) Balen)... Balan),
Pye) Pa)" Paton)
Dies vorangeschickt haben wirdasResultat, dafs, wenn F(2) eine
rationale ganze Funktion vonzist,welche den (2n— 1)" Grad nicht
berschreitet, man diestreng richtige Gleichung hat
*(ayaa—BHF(a.)4Be Rye) (40.)JFlayix=piesF(a)+pig)F(a)++pig)F@)-
Lafst sich ferner F(z) ineine nach positiven ganzen Potenzen von
xfortschreitende Keihe entwickeln, welche flrallezwischen —1und 1
liegenden Werthe vonzsostark convergirt, dafe man dieReihe, ohne
ihren Werth merklich zuiindern, aufihre 2nersten Glieder reduciren
Kaun, sogiltdieFormel (40.) wieder ohne merklichen Fehler. Das-
selbe gilt, wenn man vermige derbesondern Beschaffenheit von F(z)
I,Ober dieGaufsische Quadratar undeineVerallgemeinerung derselben. 75
alle aufdas2n* folgenden Glieder indensogenannten Rest derReihe
vereinigen mufs, wofern nur dieser Rest gegen 7(z) vernachlissigt
werden dart.
Unhiervon eine Anwendung 2ugeben, werde ichdieInterpola-
tionsformel (2.)ftirdenFall, wodieGrifsen a,,a,...a,dieWurzeln
dorGleichung P,(w)—0 sind, ineine andere Form bringen. Icher-
innere zudem Zwecke andie bekannten Formeln
PRR eee, [ROPE sei
von denen sich dieerstereausderBotrachtungdesProduktosP,(1)Qu9(\) unter Anwendung derGleichung (14.) leicht ergiebt.—Intnunptv-<2n und auch 2v-<2n, somuB man mittelst derFormel (40.) dengenauen
Werth dieser Integrale erhalten, und esistsomit
(41) >?.()P,(@) Be=0
(a2) DPOP =sey
wodieSummen sich sufdieWerthe a—a,, a, ...a,besiehen. Willman jetzt dioFunktion F(2) durch eine Funktion f(z) vom (n— 1)"
Grade ersetzen, welche mitihrfrdieWerthe z=a,a,...a,Sber-
instimmen soll, #okann man setzen
£(@)=BPo(z)+ByPy(2)+BrPy(z)++++ByPail),
und hat zur Bestimmung derCoefficienten B,B,,... A,» dieGlei-
chungen
F(a) =BP(a) +ByPy) +ByPal) +++ +By Peal)
F(a)=BPa(a)+ByPy(dy)+ByPa(y)++>+BusPas(a)
F(G,)=BPo(4,)+ByPa(@q)+BsPa(4,)+++ByntPaa(@)
Maltipliciert man diese derReihe nach mit
By@) (a)Bela) p(a,)Balt) Pra)Bay Pola) pays Pal) pia
undaddirt, sofallen wegen (41.) alle weg, deren Index von»vor-
schieden ist:dahingegen nach(42.)derCoefficient von,gleich5";
ist,20folgt
241 pea)pg)BO 8FD Fa)Pla)
a
76 I,Ober dieGauseische Quadratur undvine Veralgemeinerung derselben.
wodieSumme wieoben zuinterpretiren ist. Diesobestimmte Funk-
tion f(z) istmitderdurch dieGleichung (22)definirten @(z) identisch,
dabeides rationale ganze Funktionen (n—J)"* Grades sind, welche
far mWerthe von 2mit einander Abereinstimmen. Es istalso
(43.) 92)=2"FIPR@DrOr@ Re
IstF(a) eine ganze Funktion (n— 1)"Grades, sofillt diese Formel mit
derbekanntenEntwicklung zusammen. Setztmanz.BF(a)OP):80istg(2)—F(z),fernerF(a)—ze,mithin
tetd P,(@)Rela) AaEEPO)TeBe
att ‘R,(a)PAY) Py)—P,(@)Ry(a) AP POD reeePDD TO BO)
Iudiesem Ausdrucke istdieerste Summe gleich R,(y); dieandere
kann,da.PTB eineganzeFunktion vonzist,welcheden20"Grad
nicht erreicht, nach (40.) durch dasIntegralif’POPOez—Ry)
orvetat worden. Folglich ist*
6,=*F4(PWRW —RORY)
und
P,(2)—S
Iv IPE DE PRY —ROR) PG).
Setzt man hier ¢zund tystatt zund y,soGberzeugt man sich
leicht, daB f,héchstens vom (n—v— 1)" Grade sein kann.
Dieerveugende Funktion derAusdrticke
Fy=Pal)Bypm()—Pas()By),
nimlich »v=S712", gentigt derDifferentialgleichung
+
(120 +22224(@—aar =22",
wieman durch Substitution derReihe flrvmittelst (29.) leicht veri-
ficirt; und esfindet sich
=2f__soz eyi-etefVisuze
U.Cer dioGaufeinche Quadratur undeineVoralgemeinerung dervlben. 77
Daraus ergiebt sich
SPP
al) May2Dmfperi?
also wenn »<n:
PSPPapas PR-PR2Deet?
wodurch diooben nachgewiosene Reduktion bewerkatelligt ist.
Eine interessantare, auch inderFolge nitzliche Anwendung von
(43,) istfolgende. Sotzt man indieser Formel
®POP,1W—PAWPya) FG)=FOr % ,
soerhiltmanwiederg(z)—F(z),daletatereFunktioninBezugauf=ganz und vom (n—1)" Grade ist, Esistaber
mPa) Pasa) Fo)=fPa-s009, folglich
mnQv+t ‘Py(y)Py(@)Py_1(0)Ry(a)Bras ae oa) me
‘Aus (38) und (84) folgt weiter
(1a) Py@)=nP,_,@), (1—a) P(@)B,(@) =P,_,(@) Ra) 2,
mithin
ett SRY)Bo)_ett 8EEDe BGT Pw).
Es istdaher identisch
1Py(2)Py-,(V)— Pale)Pyy(2)_"5)29 A)OBEOI SPE RGR,
wieman auch durch Multiplication mitz—y undAnwendung von(29.)
verificiren kann
3.
Seijetzt, umzudom in1.angedeuteten allgemeinen Falle aber-
zugehon, f(u) cine Funktion vom (m-+n)** Grade, welche dieEigen-
schaft hat,dafssusderEntwicklung von/(u)lg"++ dieTerme +,
deyosGewepfallen, undseiwiefruher
oy fi)=f= ex;
78 U,Ober dioGauteische Quadratur undeine Veraligemeinerang dervelben.
seien fener a,,1, ...4,4, dioWurzeln derGleichung /(u)=0,20 giebtder Auedruck
AO) (2)Q=2here
imAllgemeinen einen genitherten Wert desIntegrals F(z) 22,wihrend
erdiosen Werth gonsudarstellt, #0oftF(2)eineganzeFunktion ist,
welche den (2m-+n—1)" Grad nicht abersteigt
Zur Bestimmung derFunktion /() bietet sich zunichst einWeg
dardurch dieGleichungen 1.(14.), (15.), denen zufolge dieerwihnte
Kigenschaft vonf(w) durch dieGleichungen
(8) ff@ee—0, fr@eer—0, ... ff(@e-tra-0
bedingt wird.
Dadiese Gleichungen mach dem inart.2Kingangs Bemerkten
voneinander unabhiingig sind, solassen sich ausihnen mCoefficienten
vouf(w) durch dietbrigen (w +1)ausdricken, Geht man also suf
dieWurzeln vonf(w) zurick, sosind durch dieGleichungen (8)m
dieser Wurzeln durch dietbrigen »sufeine cinzige Weise bestimmt;
Tetztere dagegen bleiben vollkommen willktzlich. Genau gesprochen
beateht also dievorliegende Aufgabe darin, da8man diejenige Funktion
{(w) vom (n4-m)** Grade bestimmen soll, welche denGleichungen (8.)
Gentge leistet, undfirgegebene nWerthe vonuverschwindet. Zu-
gleich istersichtlich, dafsdieae Aufgube stets eine, undnureineein-
rige Léeung zulifs
Gegenwirtige Methode gewihrt demnach dieMéglichkeit, beider
angeniherten Integration einer geyebenen Funktion alleVortheile 2aver-
einigen, welche einerseite ausderBerlcksichtigung desnumerischen
Verlaufs dieser Funktion, und andererseits ausderAnwendung der
Gaufsischen Methode entapringen kénnen, Man wird nimlich jene n
willktrlichen Wurzeln sowiblen, dafe firsiedieFunktion F(2) be-
sonders einfache, oder auch solche Werthe annimmt, von denen ein
grofser Einfluls aufdenWerth desgesuchten Integrals zuerwarten ist.
Man kann aber auch indonFall kommen, dale der analytische
Ausdruck vonF(z) unbekannt ist,wihrend dieWerthe F(a,), F(a),
...F(a,) beispielsweise durch Beobachtungen bestimmt worden sind.
Kann man esalsdann dahin bringen, auch noch dieWerthe vonF(z)
furdiedbrigen Wurzeln derGleichung f(z) —0zubestimmen, #0ge-
wihrt dieFormel (2.), abgesehen vonden Beobachtungsfeblern, einen
ILOber dieGaufsieche Quadratur undeine Verallgemeinerung derselben. 79
hdheren Grad vonGenauigkeit, alssich mitjenen nundirgend welchen
andern mZwischenwerthen imAllgemeinen wirde erreichen lassen.
Seien also a,a,...a,diegegebenen Wurzeln vonf(z), und
aC) y=(@—a)(e—a) ...(@—4,),
sokann man setzen
6) Fle)=(Ayam+Anant. +A).
‘Setst man ferner
(>) JSyriz-Y,,
80gehen dieGleichungen (3.)infolgende aber:
OmAnYq+AnYuintoeFADY, OmAY tAn%qytoFADY,
OmAaYams+ARYamintootAFaaay
und hieraus ergiebt sich, wenn y,,%,.-. YqdieWerthe von yfur
=%,%,... %qvorstellen, und man von einem constanten Faktor
absieht
1) fig)=ufitian stale 2)—9)=ae) s
T(E)Hyp+Sy)My!TRON Oy.Balms
Wo(Hs4---Bq)(Hy—%)(4%)(Hy—Hy)o>ttTatiybyosig irgend eine Permutation derZahlen 1,2,... m,soistdiesauch gleich
eo
VfV9<=Yul—(BM). @—Ay)
gyBayooHig)HioaBRNO Oey.Bye
Bringt man aber in17dieIndices wieder indiefrihere Ordnung, so
erhilt: a,ay-atdasselbe Vorzeichen, welches esinderDeter-
minante
Ebay. at=Me,ay---Bq)
hat. Folglich istauch
(8) Tm +1)-F(2)
-IfGe--Yal@—2)(2)oolHeMa2:ig)POR,By6p.
Dies istderallgemeine Ausdruck derFunktion f(z), undessteht seiner
80I.Uber dieGaufsische Quadratar undcineVerallgemeinerung dervelben.
Anwendung nichts imWoge, alsdiezablreichen und unbequemen In-
tegrationen, welche orinvolvirt. Ichwerde daher fireinige besondere
Fiille seine entwickelte Form hersetzen. Es ist fur
m= 0f(e)—y
m—1 f(z)—y{z%—Y%)
m2 fe) =y{21¥'—¥¥)—21¥, YYI+ KY)
(9)731@)HAL LBA LUBEWI NVM;
~ALYY,-YFLYNLNAYYLY) 441%Y-YYKANYVAN WY+tHY-W KdUS KKK BUY +YK NK)
ete. ete.
Far gowisse Anwendungen istesnéthig, dieGleichung (2.) in
eine andere Form 2ubringen. Sei
y-(@-a)(@—a)... @—a)=Ae), (2) =yBz) =yAg(z —)(@ —by) --- @—buy
80dafs dieGrofsen B,,04,..Bqmitden frther durch a4, 4)
s+.@j4q bezeichneten zusammenfallen, Seiferner
Fa)A) (10) 9-73 Ae,
F(a)A(z)Bie) FQ) A@)Be@) 1) 6)i) ety +Droehay
480istdierechte Seite von(2.) nichts anderes alsdasvonz=—1bis
= 1genommene Integral von y(z). Man kanu aber diese Funktion
such indie Form
Fo)—90) A) (12) ¥@)=90)+ay Pe
bringen, indem beide Ausdricke flrx—a,ay,.--dyyb,,yy---Om
mitF(z) tbereinstimmen, und somit alsFunktionen des(n+m—1) Grades identisch sein mUlssen. Dies festgestellt, erhalten wirstatt der
Gleichung (22)folgende:
AL) py (0) —@@)(°A(z)Biz)
welche fiirdieAnwendung gegenwirtiger Methode einen neuen Ge-
sichtspunkt darbietet. Betrachtet man nimlich
Joe -S49 re
TL.Ober dieGaufeische Quadratur undeine Verallgemeinerung dervelben. 81
1
alsersteAnniherung andenWerth von{F(z)éz, 60stelltsichder
‘Ansdruck _1
FO)—9) (A@Be) 4->Tit|42aon
alsdieCorrection dar, welche man anjener anzubringen hat, umeinen
genauern Werth zuerhalten.
Sosufgefafst kommt also unsere Methode darauf hinaus, die
Warzeln },,by,...b,80auszuwihlen, dafs diemittelst derselben be-
rechnete Correction 4eine héhere Genauigkeit erreicht, alssich im
Allgemeinen mittelst irgend welcher anderer mWurzeln wiirde er-
zielen lassen.
IstK™derbeiderIntegration von 2*begangene Febler,. sohat
man nach art.1K™=Kim ---— KM, .=0,
ear ee 0Bewatts+BREtoGSDes Jef(a)ox,
also
Ke,=timSh) afe/(a)az.
Aus (7.)folgt aber weiter, dals
4 tng
[2122 atary FiggRE2gOOBag
der Coefficient der héchsten Potenz von zin
pasIf 4 Yas@—2)(E—H) ---@—Fa4) “
+yyByosggPAE2044920. Bayar
also nach derBezeichnung derFormel (6.)gleich A,,, ist. Folglich
hatman allgemein
kp, Sat
iw AG, also 2.B.
¥¥ ¥,|[EB FB%x PeeaA in|1Bonristettet, GamatAMtaniengs, ‘
82 ILOber dieGaufsische Quadratur und eine Verallgemeinerang derselben.
4
Obgleich dieEntwicklungen desvorigen art,flralleinderPraxis
vorkommenden Félle ausreichen dltrften, 90werde ichdoch eine zweite
Herleitung derselben nicht tbergehen, dadiegesuchten Ausdricke auf
einem andern Wege eine vollkommnere Gestalt annehmen.
Istf(2) eine ganze Funktion vom (n+m) Grade, sokann man
stets setzen
F(@) APam(@)+AyPapal) $20+AnesPi@)+AngePol)
SollennunausderEntwicklung vonf(2)Ig2+1 dieTerme +,4,
+++Jeausfallen, sosichtmanausdenfriher entwickelten Eigen-
scbaften derFunktionen P,dale f(z) dieFunktionen Py,P,,... Pas
nicht enthalten darf, und esistdaher derallgemeinste Ausdruck der
Funktion (n+m) Grades, welche jener Bedingung genigt, dieser:
12)=APagm(@)+AyPrgms) +001+AnPa(@)-
Diese Funktion sollferner firz=,,0,...a, verschwinden. Wenn
man daher von einem willkirlichen constanten Faktor absicht, 80er-
halt man
CL)f=ZtParPagmils)Papm—a(ta) ++Plas
und eshandelt sich darum, diese Determinante durch das Produkt
(e—-a,)(@—q)...(@—a,)
wirklich zudividiren, Furn—1 gelingt dies mittelst derFormel (44.)art,2,Sotztmannimlichdortm+1stattnunda,statty,80or- giebt sich
Ppss(2)P(t)—Pra(t)Pras am+1 Sle aaeaTyep aPPLa)
Ichwerde jetzt cinen Halfesatz beibringen, durch welchen man von
vorstehender Formel zurDivision derGleichung (1.)durch denAusdruck
(2—a,)(2—a)... (2-4, gelangen kann. aN 0)oe)
Bezeichnet man diein(1.)rechts stehende Determinante durch 4,
sobilde man die Funktion
aa 24 Parmae5 Prom-al)gp @) U=— CENEPyim) 4TN OPrem() 4s. @=a)@=4)..Ga)+a)ea)PromealOn)p peas +ayaa). ea)
ILOber dieGaufsische Quadratur undeine Verallgemeinerung derselben. 83
also(ea)(@—4)...(@-a)Uas a4=©4)Papmal)aRGe)+E) Papm—s() oPnia)to
$=) Pagmi() gpa5*
Nun istnach den bekannten Kigenschaften derDeterminanten
a4 a4 Prymail) gpa+Parm-sgpay+
a4 +Paraildgpa5= mithin vorstehendes gleich
—{Pap @FRG+Pare aR+:
Transformirt man hier die Faktoren der Partialdetorminanten mittelst
der Formel (29. art. 2
HPgmail) =ayThe Promlt)+EBEEPromaalWs
0zerstiren sich alleGlieder, welche Faktoren von derForm
ntm—1antTai Perna)
erhalten, und dieser Ausdruck ergiebt sich gleich
atm a4 a4
~
awpio (Poem)gps+Pareara t
atm ~~ante it
Daraus folgt dieFormel
tt tmnt a Ga) ea) ea) nam U:
Dadiepartiellen Determinanten ,we vonderselben Artwie4
selber, aber cine Ordnung niedriger sind, soreducirt sich durch (4.)
dieHerstellung derQuotienten zurLinken aufdievon msndern Quo-
tionten derselben Gattung, indenen Zibler undNenner umeine Ord-
nung niedriger sind.
Mittelst derFormeln (2.)und (4.)erhilt man
EEPropsg(@)Pa14)Pon)a) ea)
am+3 EPaslPu EtPassle)Pula ATTEE[Paesloy7EPetSPA) —Py.(o)EASA EA}
mame pLapeaPOZEPayal)Pla),
”
84 ILOber dieGaufeische Quadratur undeine Verallgemeinerung derselben.
Ebenso ergiebt sich
EtPmoy(2)Paes(Qs)Psy)Pra)(@—a)(@—4)(@—4a)
am4+5 ZAPrass(®)Prue(Gs)Pra)Trp [Pao @—a)e—a)
EA Payot) Pins1(Oy)Pr +Passa) re
EdPaisle) Pos()P, +Paga(os)7FassTussleFale}
mtn Et SPHPEPasl)Paslt)Pa)
‘Man kann aufdiese Weise fortfahren, und eshatnicht diege-
ringste Schwierigkeit, durch Induktion folgende allgemeine Formel
nachzuweisen:
(8) £@) =2B Pasa(® Pane s(@) ++Pal)
INTE PEPose(0)PavalOe-DPO):
Esergiebt sich ferner unter Beibehaltung derfrihern Bezeichnung
«)[fiomBtBaslePoonsle) Pale fz) =E£ Qnsa@) Pasi) Pal,
welche Determinanten durch Permutation der anden Funktionalzeichen
befindlichen Indices zubilden sind.
Setzt man surAbktrzung
Et Papns(ts) Pagnas(ty)++Pal@y)=Bay
80erhiilt man ftirden beider Integration von 2'"+* begangenen
Fehler K™,,, welcher mit dem inart.3bestimmten identisch sein
muB, infolgender Weise einen neuen Ausdruck. Daniimlich nach art.1
Wing Wee hw)
int,sofolgt, dafe K™,, dieGriinze ist,welcher sich
afl)
wanenes OOOPA)_Pa) 22)mt TPmen)
IL.Ober dieGaufsische Quadratur undeine Verallgemeinerung derselben. 85
mit wachsondem wnihert. Man erhilt
ane)
» 2 Lede 12m pn oP), (1)nen"mfGesam—dT8eawaI afle)
2Pavn®
2 etm etme ty lOCescreeosireeree
Bezeichnet mandenCoefficienten von2inP,(2), nimlich *-5~2—=*
durch y,,und setst vorstchenden Ausdruck7dem inart.8gefundenen
gleich, 80folgt:
Amss I ssA,7emFintan We? vmithinmt ratarn Bm
4n enemy
AyTTSRMFHTwTalaTownMy Esistferner A,— 1,und wiesich leicht findet
HrooMyOyoBy folglich
aaceena yorPee (B.)gggy at20tant(OyO492g)Ae
Setzt man indiese Gleichung dieAusdricke flr&,und 1-2---m,,
cin,indem man letztern ausart.3(8.)entnimmt, #0folgt
Zt Payas(@,)--- Pal)
(cytranten00 YomM0 Pngn—1TTay+By)
a!
afYeYLTByyyHy) EyBy
Dehnt man diese Formel aufn+1Argumente z,a,,... a,aus, 90
ergiebt sich
(9) Zt Paya)Papn-s(A)+++Pale) (cyfrantsn
gm MoM YnPOPPmgnTT(yy+++Oyy2)
tmfee YaB)(Hy)oo(B=Fy)yyooHyIPA Egy
wodurch derZussmmenhang xwischen denFormeln desgegenwirtigen
und desvorigen art.dargelegt int.
Ichwerde jetzt noch einen dritten Ausdruck fr/(2) herleiten,derobenfallseigenthimolicher Naturist,Integrirt mandieGleichung (1.)
86ILOber dieGaufsische Quadratur undeineVerallgemeinerung derselben.
mmalhinter einander nach zvon —1bisx,ebenso mmal nach a,,
4,...a,von —1 bisa,,—1 bisa,...—1 bisa,,und wendet
dann injedem Term derDeterminante den Jacobischen Satz
am
2 P(n—m+41)aP,(2) JPden =ereset)
an,soerhilt man
fe tmnt)Sia(erea,...2a,)"
Em (m) nlm)
DEPoeniarfProms(OeahoofPalty)20r
Pare)... Pn +1) = *Fam+remys)...ramFw(Yat 1)...(@— DI
Et PEg(2) Pita a(@) +PQ).
Indieser Determinante kann man aber zufolge eines bekannten Satzes
alle Elemente auf ihren ersten Term reduciren. Schreibt man darauf
diegemeinsamen Faktoren aller Elemente derselben Vertikalreihen her-
‘aus, 80ergiebt sich vorstebendes
=f(x 1)(a 1)... (@— 1)PE aah"... a8
=(t=10}1)...(@E=IPTG0,4)yy2)y
wozurAbkirzung gesetzt ist .
c= 1__Remo(2m+2)m+4)---2m+ IM)y("Tf ayyttmm), (m+2.Om ay?
und ,wie iblich den Coefficienten von 2*inderEntwicklung von
(1+2) bezeichnet. Esistdemnach auch
(10) Et Pasn(E)Pasnns() +++Pa(@y)
=gehen pagyeWC—Wet 1)(= DIM O45 842)),
oder wenn man .
o 2 a =) 1)agegageUGE—DQ1).DIGG,4,1)y2))=P
setat:
2) BkPua(@)Pagal): Pal)=0”
Istnun derAusdruck Vreell oder sobeschaffen, dafs erdurch
Multiplication miteiner constanten Grifse reell gemacht werden kann,
IL,Ober dieGaufeische Quadratar undeineVerallgemeinerung derselben. 87
soschliefst man susdieser Gleichung nach bekannten Methoden, dafs
zum Mindesten mWurzeln derGleichung f(z) =0reell und zwischen
den Griinzen —1 und +1 gelegen sein milssen. Sind also zB. die
gegebenen mWurzeln a,,ay,...a,reellundaulserhalbjenerGrinzen belegen, somiissen dieibrigen mWurzeln echte Briché sein. —Sind
ferner alleWurzeln derGleichung V=O reell, sosind esauch alle
‘Wurzeln derGleichung f(z)—0, und dieAnzahl deraufserhalb der
Grinzen —1und 1liegenden Wurzeln istinbeiden dieselbe.
Hiieraus istesersichtlich, dafsman gegenwiirtiges Verfahren zur
ungeniherten Integration von F(z) mitgrofsem Vortheil 2.B.dann
wird anwenden kénnen, wenn sichF(z) fir»bestimmte, aufserhalb
desIntegrationsintervalls, undfurbeliebig viele innerhalb desselben will-
kiirlich vertheilte Werthe vonxannihernd oder genau ermitteln lifst.
Anmorkang
Indem Handeremplar Christoffel, das imVorwort erwihat ist, finden sich
siemlich umfangreiche Ausfibrangen, die auf eine Ausdehnung der Gaufsechen
Quedratar sof dou Fall unondlicher Grenson abrielen. Sie beechitigen ich
haoplatelich mit den Funktioneneyetemen, diodurch dieGleichungen
én-« O(eaten tn saWOepRwepRayaaTT) Ceposti
f="GP"&Z(e#) Cormitesche Polynome)
dlefiniert sind Dove Ausfthrongen sind indieAbhandlong Surune classe pati
calitr defonctions eatires etdefractions continues (XXVII)tbergegangen und
dort verallgemeinert. Uber dieVerwendung dieser Funktionen zurAusfihrung
AerSnUadihe eecken Tlgastin denwichnorKrAndstngen
TL.
Ueber dielineare Abhangigkeit von Functionen einer einzigen
‘Veranderlichen.
Gournal firdiereine und angewandte Mathematik, Ba.85,1868, 8.261299.)
Eine lineare Differentialgleichung n**Ordnung ohne zweiten Theil
zwischen yund der unabhingigen Verinderlichen zhat bekanntlich
stotsnIntegrale y,,Yo)-+-Y%ayderBeschaffenheit, daleesunméglichist,mConstanten ,,d,,...d, 20bestimmen, welche denAusdruck:
GY, +04% +--+ 0,4, —A
identisch 2Null machen, ohne dafs 2ugleicher Zeit alle diese Con-
stanten verschwinden; esistindiesem Falle Hdascomplete Integral
jener Differentialgleichung. Lalst sich dagegen Hdurch constante
Werthe vona,dy,...@,, diealleoder sum Theil vonNull verschieden
sind,zumVerschwinden bringen,soreichendieFunctionen ¥,,$4).-%yzurDarstellung descompleten Integrals nicht aus. —Ganz ahnliche
Verhiltniseo finden beiden linearen Differenzengleichungen statt,
Hat man demnach nIntegrale einer solchen Gleichung gefunden,
somufé man untersuchen, obzwischen denselben eine lineare homogene
Relation existirt, oder nicht, obman also ausihnen dascomplete, oder
noreinpartiknlares Integral zusammensetzen kann. DieEntacheidung
dieser Frage hiingt vonanalytischen Kriterien ab,welche imFolgenden
hergeleitet werden sollen.
Wenn ferner durch dieAnwendung dieser Kriterien gefunden ist,
dale nwischen gegebenen Functionen cine lineare homogene Relation
besteht, sokann man verlangen, dale dieselbe wirklich aufgestellt werde,
Dabei zeigt essich, dafe dieWerthe derCoefficienten, mitwelchen die
einzelnen Functionen indieser Relation behaftet sind, imAllgemeinen
von den Grenzen abbiingen, zwischen denen die unabhingige Ver-
nderliche liegt, und flrandere Grenzen ganz verschieden ausfallen.
Die folgende Untersuchung wird Iehren, dafs auch dieBestimmung
dieser Grenzen nach allgemeinen Prinsipion von Statten geht, sodale
ULVeb.dlineareAbbingighkeit v.Functionen einereinsigenVerinderlichen. 89
flrdiebeiden Hauptfragen, aufwelche man aufdiesem Gebieto stdfst,
leitende Grandsitze vorhanden sind.
Um diemdioser Untersuchung erforderlichen Unterscheidungen
troffen zukénnen, istesnothwendig, den Begriff derFunction in
folgender Weise zuerweitern.
Exbezeichne 2eine Verinderliche, welche jeden reellen Werth an-
nehmen kann, meine zweite Verinderliche, welche nur positive und
negative ganzeahlige Werthe snnimmt. Istnun eine Function f(z)
awischen denwillktrlichen reellen Grenzen aund bgegeben, sostellt
dieGleichung y—f(z) eine Curve dar, welche vonr—a bisz=
ingogebener Weiso verliuft. Die Gleichung y—/(m) dagegen stellt
vermige derOber mgetroffenen Bestimmung einSystem von Punktendar,derenAbscissen die’zwischen denGrenzenaundbenthaltenengonzenZablensind.Sowienunf(z)eineFunction von2ist,weilesflrjedeszwischen aund&liegendezeinenbestimmten Werthhat,60istf(m) eine Function vonm,weil esfirjedes zwischen aund b
liegende meinen bestimmten Werth hat, Daman aber durch jenes
System von Punkten beliebig viele unter einander nicht imMindesten
verwandte Curven y=/f,(2) legen kann, sodafs, fiirjedes awischen
aund 5liegende m,f,(m)=f(m)ist,20siehtman,dafsdieNatur dicees Systems von Punkten, nimlich dieFunction f(m) ganz un-
abhingig istvon denWerthen, welche /(z) frdienicht ganzzahligen
Abscissen annimmt, Man mufs also bei der Definition der Function
von mdieVorstellung, dafs sieineinem Ausdrucke enthalten sei,der
auch frnicht ganzzahlige Werthe derVerinderlichen gewisse Werthe
hat, aleganz unwesentlich fallen lassen, und sich diese Function ent-
woder graphisch durch einaufbestimmte Axen bezogenes System von
Pankten, oder was genau dasselbe ist,numerisch durch eine Tabelle
gegeben denken, inwelcher die cine Colonne diejenigen Werthe ent-
halt, welche monnehmen kann, wihrend dieandere Colonne jedesmal
den zugehirigen Functionalwerth liefert.
Danach dem Gesagten unzihlig viele Functionen von zdieselbe
Function von menthalten, sokann durch eine Function von mohne
Hinzufllgang weiterer Bedingungen keine einzige Function von zbe-
stimmt sein. Aber esistwesentlich zubemerken, dafs man von den
Functionen von m2udenFunetionen vonzUbergehen kann. Hingt
nimlich f(m) noch von einer willktrlichen Constanten ¢inderWeise
ab,dats/(m)=F(me)ist,wo¢nichtanderealsinderVerbindangmevor- kommt, 60setze man me=2;dann entapricht derAenderung vonmum
eine Einheit dievonzum6,d.b.umeine Gréfse, welche vermige ihrer
Willktrlichkeit aufjeden Grad von Kleinheit gebracht worden kann.
90 IL. Usb.a.lineareAbhAngigkeit v.Functionen einereinzigenVerinderlichen.
Auf dieselbe Art, wie dieFunctionen von m,lassen sich auch
Funetionen einer Verinderlichen m’definiren, welche sich nicht mebr
wiemumconstante, sondern umgany belicbige Differenzen andert.
Aber dadieWerthe, welche m’annehmen kann, eine bestimmte Auf-
einanderfolge zeigen, s0kann man m’,und folglich auch jede Function
yon m’als Function von mbetrachten.
Sindm+1Funetionen vonmgegebon,/(m),f,(m),...f,(m),80 kann man stets cine lineare homogene Relation A/(m) +A,f,(m)
+++++A,f,(m) =0aufatellen, inwelcher mindestens einer derCoef-
ficienten A,A,,-..4, von Null verschieden ist,und welche frbe-
stimmte naufeinanderfolgende Werthe von m,etwa fir m— mg,
my+1,...m-+n—1 gilltigist.Indembesonderen Falle,wodiese
nimliche Relation auch noch fiirWerthe m—my—1, 1 —2,...1%—45
my+n, m+n-+1,...m,+n-+p stattfindet, nenne ichdieFunc-
tionen f(m), f,(m), ---f,(m) linearabhiingig fiirdieWerthe m—m,—q,
my—q+1,.+.my+n +p.DieAnzahlderWerthevonm,furwelche gegebene Functionen von mlinearabhiingig sind, kann demnach nie
Kleiner sein, alsdieAnzahl derFunctionen. Esistnach dem Voran-
geschickten kaum néthig zubemerken, dafsdieEigenschaft derLinear-
abbingigkeit sichnichtaufdieFunetionen f(x),f,(2),-- f,(2)beziebt,inwelchen jene enthalten sind, sondern nuraufdiebesondern Werthe,
welche diese Functionen flrdieangegebenen ganzzahligen Werthe vonz
‘annehmen. —Sind diegegebenen Functionen indenIntervallen m—m’,
m+1,...m"—1; m=am",m"$1,om—15... ms,mit1,-..m*—1 linearabhiingig, wibrend dieRelationen, durch welche diese
Abhiingigkeit ausgedrickt wird, indeneinzelnen Intervallen verschieden
sind, sonenne ichdieFunctionen wieder linearabhingig furdieWerthe
m= m,m' +1,...mb—1. Wenn diegegebenen Functionen ineinem bestimmten Intervall
den Bedingungen derLinearabhiingigkeit nicht gentigen, sonenne ich
sie linearunabhdngig fiir die injenem Intervall enthaltenen Werthe
‘con m.
Esistnach dem oben Angedeuteten einleuchtend, wiediese Defini-
tionen sufdenFall einer continuirlichen Verinderlichen 2tbertragen
werden. Will man dieselben benutzen, umzuuntersuchen, obund
innerhalb welcher Grenzen dieFunetionen f(m), f,(m), ...f,(m) linear
abhingig sind, 90mufs man zuniichst dieCoefiicienten A,A,,...4,
0bestimmen, dafsdieGleichung Af(m) +A,f,(m) +++++A,f,(m) =Ofirm=mg,my-+1,...m,-+n—1 stattfindet, wom,irgondeinenbe-
+sonderen Werth von mvorstellt. Istdies geschehen, #0mals man‘vorsuchen, obdieseGleichung auchnochfureinenderWerthem=m,—1,
TLUeb. alineare AbhAngigkeit v.Functionen einer einsigen Vertnderlichen, 91
‘my+bestebt,undwenneinsvonbeidenderFallist,weiterver-suchen, obsieauch noch firfolgende Werthe vonmgiiltig bleibt.
‘Man gelangt alsdann von selbst zudenGrenzen, innerhalb derer dio
Linearabhingigkeit stattfindet. Besteht diese Relation aber nicht mehr
fir m=m,—1, m, +0,80mufs man dieCoefficienten A,A,,..4,
‘yon Neuem fiireinen andern Werth von m,bestimmen, und dasselbe
Verfahren wiederholen. Um dieses grade inden wichtigsten Fallen
unbrauchbare Verfahren dberfidssig zumachen, dienen dieimFolgenden
zuentwickelnden Kriterien fiirdieLinearabbingigkeit derFunctionen
von m.
1
Seien n+ 1Functionen f(m), f,(m),... fa(m) gegeben, welche fr
dieWerthe m—mg,my+1,...my +n+plinearabbiingig sind. Dann
mufe pS0 sein. Essind nun drei Fille méglich:
1)entweder bestebt zwischen diesen Functionen nur eine einzige
lineare homogene Relation, welche firallejene Werthe vonmgiltig ist;
2)oder esbestchen mehrere dieser Relationen, furdienimlichen
Werthe von m;
8)oder endlich zerfallt jene Reihe vonWerthen ing++rIntervalle
(deren jedes ausmehr alsnWerthen besteht) von zweierlei Art, #0
dale inden gIntervallen derersten Art eine einzige lineare homogene
Relation existirt, wibrend inden rIntervallen derzweiten Art dic
gegebenen Functionen durch mehr alseine dieser Relationen mitein-
ander verbunden sind. Hierin istderFall mitbegriffen, woeine der
Uahlen qoder rgleich Null ist.
Imersten Falle batman, wenn meinen derWerthe mg,m+ 1,
+++iM,+pbedeutet, dieGleichungen:
Af(m) +Aifi(m) +--+ +Agfa(m) =0,
Af(m+1) +Afi(m+1) +-+++Af(m+1)=0,
Af(m+n)+Apfi(m+n)+--++Anf(m+n)=0.
Setet man demnach:
(1) E+f(m)f,(m+1)...f,(m+n) =A(m),
@) Faoay~44>
sofolgt ausdennersten jener Gleichungen freinunbestimmtes o:
(3) A,=04,(m).
Danun der Voraussetzung gemils wenigstens einer derCoef-
ficienten A,vonNullverschieden ist,sofolgt, dajsinunserm Falle
92. IILUsb. d.ineare Abbiingigkeitv. Functionen einer einsigen Verinderlichen,
wenigstens einederGrifsen 4,(m)fiirjedesderReihem,,m,+1,ss:t™e+p+1 angehirige mconNullverschieden ist,wihrend dieDeterminante A(m)fiirdieWerthem—my,m+1,...1m)+pver- schwinde
Imsweiten Falle hat man fitrjedes der Reihe m,,my+1,
s+My+p+n angehérige mwenigstens zwei voneinander unabhingige
Relationen:
Af(m) +Ayfi(m) +--+ +Anfa(m)=0, Bf(m) +Byf,(m) +-.-+Byf,(m) =0,
worauswiederum firdieWerthem—mg,ig+1,...1mp+pdieGleichungA(m)—0 folgt. Daaber derVoraussetzung gemifs dieQuotienten
2,2.Zswenigatens sumTheilvoneinander verschioden sind,20erhilt man,‘wennausbeiden Gleichangen cinederFunctionen f,,eli-
minirt wird, stets eine Relation derselben Art zwischen den Ubrigen
Fanctionen, inwelcher wenigstens einCoefficient vonNull verschieden
ist. Daraus folgt, da/s man indiesem Falle nothwendig dieGleichungen
4,(m)=0 hat, wowjede derZablen 0,1,...n, und meinen be-
liebigen derWerthe my,my-+1,...m,-+p+1 vorstellt, Bestehen
mehr alszwei Relationen zwischen den gegebenen Functionen un-
abhiingig voneinandor, soerbilt man aufser denGleichungen 4(m)—0,
4,(m)=0 noch weitere Formeln, welche firunsern Zweck jedoch
kein niheres Intereste haben,
Wes den dritten Fall betrift, sosieht man leicht, dala, wenn alle
indenunentwickelten Determinanten 4(m) oder 4,(m) vorkommenden
Argumente demselben Intervall angebdren, sich dioindenbeiden ersten
Fallen gegebenen Erérterungon mitdennéthigen Modificationen wértlich
wiederholen lassen. Liegen diese Argumente dagegen inzwei auf-
einanderfolgenden Intervallen, solassen sich inBerug sufdieindiesen
Intervallen stattfindenden Relationen sehr verschiedene Voraussetzungen
machen, von denen hier nureine einzige discutirt werden soll. Nimmt
man an, dafé von den linearen Relationen, welche inden einzelnen
Intervallen stattfinden, keine auch imandern giltig ist,sokann man
augenscheinlich ausdiesen Relationen keine allgemeingiltigen Gleichungen
herleiten, inwelchen ausbeiden Intervallen bestimmte Functionalwerthe,
aber aufser diesen keine anderen Gréfsen mehr vorkommen. Man
Kann daher iiber denWerth von4(m) oder 4,(m) imAllgemeinen gar
nichts festsetzen, sobald die inihnen vorkommenden Argumente ver-
schiedenen Intervallen angehiren; liegen dagegen diese Argumente in
demselben Intervall, soistaufjedenFall4(m)=0,undessindaufser-
demalle4,,(m) gleich Null, oder wenigstens einTheil derselben vonNull
II],Ueb.d.lineare AbbAngigkeit v.Functionen einereinzigen Vertinderlichen. 93
verschieden,jenachdemdasIntervallvondersweitenoderdererstenArt ist Die Anzahl der Werthe von m,fir welche die in4(m) vor-
kommenden Argumente zwei aufeinanderfolgenden Intervallen angehdren
kénnen, istgleich m,und kann dieso Zahl nicht Ubersteigen, dajedes
Intorvall mehr alsnArgumente umfafst. Sind daher n+ 1Functionen
Uinearabhiingig, s0kannesvorkommen, daftn,abernichtmehrauf-einanderfolgende Werthe ihrer Determinante 4(m) vonNull verschieden
sind. Istumgekehrt 4(m) fiirmehr alsnaufeinanderfolgende Werthe‘conmvonNullverschieden, sokinnenjeneFunctionen nichtfiiralleWerthe von mlinearabhiingig sein.
2
Ichgehe jetzt von der Voraussetzung aus, dafs 4(m) fir die
Werthem—mi,m+1,...m,+pverschwindet, dagegenfirdieWerthem—my—1,m,+p+1vonNullverschieden ist.DanngiltderSatz,dafsdieFunctionen f,f,,...f, fiirdieWerthem=my,m,+1,
1:1+p+nlinearabhiingig sind. Essoll zunichst bewiesen werden, dafs dieser Satz fir+1
Functionen gilt, wenn erflrmFunctionen stattfindet. Setzt man:
qa) 9(m) =Af(m)+Af(m)+--++Anf(m), und nimmt flrdieCoefficienten A,4,,....4, bestimmte Zahlen, welche
den Gleichangen:
@) 9(m')=0, pm’ +1) =0,...9(m'+n—1) —0
gentigen, wom’irgend einen besondern Werth vonmbedeutet, soer-
hilt man ousden Gleichungen (2.)und einer derfolgenden:
Af’=1)+Ash(m1)+--+Ayh(m’—1)=@(n'—1),
Aflm!+1)+Aif(m' tn)+--++AL(om+0)=om’+n), dieGleichungen: .
(3) A,Am’ —1)= 199m! —1)4,(m/),
a) A,A(m') =o(m' +n)4,(m').
Istnunm’einederZahlenm,,m,-+1,...m +p,#0verschwindet in(4)derVoraussetzung zufolge dielinke Seite, und man hat:
(©) (mn +n)4,(m') =0,
0dafsentweder @(m'+n)—0ist,odersimmtliche 4,(m’)verschwinden.Eszerfillt daherimAllgemeinen dieReihem,,m,+1,...m,+p in
Intervalle von zweierlei Art; indenen derersten Art istwenigstens
eine derGréfeen 4,(m’) vonNull verschieden, undossinddaher, wie
94IILUeb.d.lineareAbhingigkeitv, Functionen einereinzigenVerinderlichen.
behauptet, dieFunctionen f;f;,..f, indiesem Intervall linearabhingig.
IndenIntervallen derzweiten Art, inwelchen man die+1 Rela-
tionen 4,(m’)—=0 hat, sind jemdergegebenen Functionen linear-
abbingig vermge derVornussetzung, dafs obiger Satz fiirnFanctionen
gilltig sei.InderThat haben dieDeterminanten 4,(m) dieselbe Form
wie 4(m), wihrend sieeine Function weniger enthalten.
Ineinem Intervall der ersten Art kann nur eine einsige lineare
homogene Relation swischen den gegebenen Functionen stattfinden; in
einem der zweiten Art dagegen bestehen inFolge der gemachten
Voraussetzungen m+1 Relationen, deren jede von einer Function frei
ist. Eine Anzahl von m +1Relationen dieser Form kann sich nicht
‘aus einer einzigen Relation herleiten lassen, esbestehen daher inden
Intercallen der sweiten Art mindestens swei lineare Relationen swischon
dengegebenen Functionen unabhiingig von einander.
Da(1g—1)=(—1)"{f(g—1)Jom)+f,(OMe—1)4,(m9)+---) vonNull verschieden ist,somuB vondenGrdfsen ,(m,), alsoauch
vondenzuibnen proportionalen GréBen A,,eine wenigstens vonNull
verschieden sein. DieWerthe ma,m,-+1,...my+gehdrenalsozu einem Intervall derersten Art, inwelchem nur eine einzige Relation
p(m) =O stattfindet; und diese Gleichung kann wegen (3.)nicht auch
furdenWerth m—m,—1 bestehen. —Gehért ferner derWerth my+p
zueinem Intervall derersten Art, sobesteht dieindemselben statt-
findende lineare Relation wegen (4.)auch frdenWerth m’=m,+p+n,
wibrend sieunméglich furden folgenden Werth von m’stattfinden
‘kann, Liegt jener Werth ineinem Intervall derzweiten Art, sohat
man derVoranssetzung gemifs mindestens zwei von einander un-
abbiingige lineare Relationen ¥(m) =0,z(m) —0,welche frdieWerthe
m+ p+n—l1,m+p+n—2,...stattfinden, Fardieselben Werthe
besteht also auch dieRelation ay(m) +Bz(m)—0; inwelcher man
die Zahlen «und A90bestimmen kann, dafs dieselbe auch fur
m= my+p +n stattfindet. Auch diese Relation kann unméglich fur
m= my+p+n+1 stattfinden, wie man leicht sieht, wenn man in
(4)mi!—my+p+1setzt.Esbleibt nurnoch Ubrig, obigen Satz firzwei Functionen nach
zuweisen, daeralsdann aufjede Anzahl von Functionen ausgedehnt
werden kann. Dieser Boweis ergicbt sich ohne Weiteres ausdem Voran-
gehenden, danimlich inunserem Falle 4,(m) =—f,(m), 4,(m) =f(m)
ist,sobesteht indenIntervallen derxweiten Artjede beliebige lineare
Relation zwischen den gegebenen Functionen, wihrend frdieInter-
valle derersten ArtdieLinearabhiingigkeit dergegebenen Functionen
bereits nachgewieson ist. Auch wiederholen sich die Bemerkungen,
TIL.Ueb. d.lineare Abbiingigkeit v.Functionen einer einzigen Verlinderlichen. 95
durch welche dieGrenzen nachgewiesen wurden, innerhalb deren die
Linearabbingigkeit nothwendig stattfindet.
Aus diesen Beweisen ergoben sich nun weiter folgende Sétzo:
1)Damit gegebene +1 Functionen f(m), f,(m),...f(m) flr
alloWerthe vonmlinearunabhingig sind, isterforderlich undhinreichend
dafs ihre Determinante 4(m) flralle Werthe von mvonNull ver-
schieden ist.
2)IstdioAnzahl aufeinanderfolgender Werthe von m,flrwelche
4(m) von Null verschieden ist, niegrofser alsn,sosind dieFunc-
tionen /(m), f,(m),...f,(m) firalle Werthe von mlinearabhingig.
Andiese Sitze, welche inVerbindung mit den imAnfange be-
wiesenen dievollstindigen Kriterien flrdieLinearabhiingigkeit oder
Unabhingigkeit gegebener Functionen enthalten, schliefsen sichfolgende
Bemerkungen, die zur Bestimmung der Grenzen dienen, innerhalb
welcher die Linearabhingigkeit imAllgemeinen durch verschiedene
lineare Relationen ausgedriickt wird.
8)Sind 2wei Intervalle, inwelchen 4(m) verschwindet, durch »
oder weniger Werthe von mgetrennt, firwelche 4(m) vonNull ver-
schieden ist,sokann keine lineare Relation zwischen den gegebenen
Fonetionen, welche indem einen Statt findet, auch imandern gilltig sein.
Dies ergiebt sich unmittelbar ausdem vorhin gefhrten Beweise.
Istferner m’dererste Werth von mineinem Intervall derersten Art,
m'—1 derletzte ineinem vonderzweiten Art,und@(m)—0 dieinjenem
stattfindende lineare Relation, welche alsofirm—m',m’+1,... besteht,
s0istin(3.)4(m’—1) =0,dagegen vondenGrifen 4,(m’) mindestens
eine von Null verschieden, also nothwendig g(m'—1)—=0. DafernerinderGleichung A,4(m’—2)—(—1)*- @(m’—2)4, (m'—1)beideSeitenunabhingig von(m’—2) verschwinden, sokann dieser Wert vonNull
verschieden sein, 20daB also dieRelation o(m)—0 nothwendig fur
m= m'—1, aber nicht auch firm— m'—2 stattfindet. —Istferner
m' +1dererste Werth ineinem Intervall derzweiten Art, m’der
letate ineinem von derersten Art, und g(m) —0dieinletzterem statt-.
findende lineareRelation,s0istnachdemvorhinBewiesenen (m’+-n)=0; aber dainderGleichung
A,A(m!+1)=gm’+n+1)4,(m' +1)
beide Seiten unabbingig von g(m’ ++ 1)verschwinden, sokann dies
yon Nall verschieden sein.
4)Sind also zwei Intervallo derersten Artdurch eines von der
aweiten Artgeschieden, #0istdiolineare Relation, welche indem einen
stattfindet, nicht nothwendig such indem andern giltig.
96TL.Ueb.dlineareAbbAngigkeit v.Functionen einereinsigenVerinderlichen,
5)IntcinIntervall derersten Art, welches dieWerthe m—m,,
my+1,..+m'y umfabt, durch wei andere von derzweiten Artbe-
grentt, 20findet inihm eine einzige lineare Relation statt, welche furdioWerthem=my—1,m,-..m'y+,abernichtnothwendigsuch nochfirdieWerthem,—2undm',+n+1 goltigist.
Um diese Sitze aufeinBeispiel anzuwenden, nehme ichan,dafs:
A(m)=0istfrjodesm,unddalesimmtliche 4,(m)verechwinden,‘wenn meiner derGruppen:
mm,+1,..0m!— 1;my,myLy...my—15
fees My Ayoem =D
angehért, wihrend flrjeden anderen Werth von mwenigstens cine
Jjener Gréfeen von Null verschieden ist;und seim,<2,’<1,<1,’ sse<m,<m,’.Dann findet zwischen den n+1Functionen eine inzige lineare Relation statt fir m=——oco,...m,+n—1; cine
andere farm=m,'—1,m,’,...m,+—1; einedrittefarm—m,'—1,
m,’...m, +n—1; u.8.f; und endlich eine imAllgemeinen vonjenen
veruchiedene frm —m,’—1,m,’,... 00.Dagegen sindjedebeliebige m
von den gegebenen Functionen linearabhiingig frdieWerthe m= m,,
my+1...mm!+m—25m—My,My$1,my+H—25...—My,m,+1,...m,+n—2, undesfinden indencinzelnen Intervallen
imAllgemeinen verschiedene lineare Relationen statt.
a
Ichwerdo jetzt dielineare Differenzengleichung:
(1) PCm)f(m-+ mn)+Py(m)f(m+n—1) +--+ +Py(m)f(m) =0
untersuchen, inwelcher dieCoefficienten P,P,,... P,analytische Func-
tionon vonmsind, und dabei dieerlaubte Voraussetzung machen, dats
fllr keinen Werth von msimmiliche Coofficienten verschwinden. Ist
dies nimlich nicht derFall, sodarf man (1.)nurdurch eine Function
‘9(m) dividiren, welche nar dann verschwindet, wenn simmtliche Coef-
ficienten verschwinden, und sich jedesmal inderselben Weise der Null
nihert, wie derjonigo Coefficient, welcher von allen amlangeamsten
gegen Null convergirt. Ebenso werde ichvoraussetzen, da(s flrkeinen
Werth von meiner oder mehrere dieser Coefficienten unendlich grofs
worden,
Eshandelt sich beidieser Untersuchung, wieimFolgenden bei
den linearen Differentialgleichungen, wesentlich darum, genau fost-
zusetzen, welchon Grad von Allgemeinheit dascomplete Integral einer
solchen Gleichung imAllgemeinen. und welchen dasselbe unter ge-
LLUeb. 4.lineare Abbingigkeit v.Functionen einer einzigen Verfinderlichen. 97
wissen Bedingunaen erreichen kann. Dieser Grad hiingt abvon der
Anzahl linearunabbingiger Functionen, durch welche jener Gleichung
und gleichzeitig etwaigen Bedingungen genlgt wird.
Das allgemeinste Verfahren zurIntegration von(1.)besteht darin,
dafs man dieWerthe (rm), (mm +1),... flim +»—1)dergesuchten
Function olswillktrlich gegeben betrachtet, und dann mittelst (1.)
dieWerthe f(m,+n),f(m,+n+1),...flmg+n+p) successive be-
stimmt, Istdies geschehen, und giebt man derFunction f(m) ftiralle
Ubrigen Werthe von meinen willkitrlichen Verlauf, sosage ichder
Karze wogen, dafs siederGleichung (1.)flrdieWerthe:
(«) mmmy,M+1...my+Pgentigt.
Sind nmFanctionen /,(m), f,(m),-.-f,(m) gegeben, welche der
Gleichung (1.)frdieWerthe (a)gentigen, sohatman demnach fur
dio nimlichen Werthe von m:
P(m)f,(m +n)+P,(m)f,(m +n—1)+--++Py(m)fi(m) =0
P(m)f,(m +m) +P,(m)f,(m +0—1) +--+ +Py(m)f,(m) =0,
und wenn man hieraus dieCoefficienten P,,P,,...P,_, eliminirt,
nach derfrihem Bezeichnung:
@) P(m)4_(m+1)=(—1)"P,(m)gm). Mittelst dieser Gleichung lifst sich nun zunichst leicht nachweisen,
dafs unter gewisson Umstinden mlinearunabhingige Integrale der
Gleichung (1.) existiren. Setzt _man nimlich voraus, dals dieCoef-
ficienten P(m) und P,(m) fOrdieWerthe (a) von Null verschieden
sind,sokannmandiewillktrlichen Werthe f,(m,),f,(m+1),...
F,(mg +n—1), fy(m,) etc.immer soannehmen, dats4,(m,) vonNull ver
schieden ist.Dasomitauch4,(m, +1),4g(m,+2),...4o(m +p+1)‘yon Null verschieden sind, sofolgt mach dem Frahern, dafs dieFunc-tionenfy,fyy---f, frdieWerthe:
(b) m= Mg, My+1,2. yt PtH
linearunabhingig sind.
Ichwerde jetzt umgekebrt beweisen, dafs flralleWerthe von m,
firwelche nlinearunabhingige Funetionen derGleichung (1.)genigen
sollen, dieGréfven P(m) und P,(m) vonNull verschiedon sein missen,
Sind dievorhin gegebenen Functionen firdieWerthe (b.) linear-
‘unabhiingig, s0ist44(m) vonNull verschieden frm—mg,m+ 1,...
m,+p +1, also inderganzen Ausdehnung derGleichung (3.)wederE.R.Osistoftel, GeummelteAbbandlonges. 1, 7
98IILUeb.d.lineareAbbingigkeit v.Functionen einereinzigenVerinderlichen.
4j(m) noch 44(m-41) gleich Null. Esistduher nicht moglich, dals
cine derGréfeen P(m) undP,(m), aber nicht zugleich dieandere ver-
schwinde; und umgekebrt wirde, wenn dies derFall wire, eine der
Gréfeen 4,(m) und 4,(m+1) gleich Null sein, also cine Linear-
abbingigkeit zwischen dengegebenen Functionen bestehen, DieCoef
ficienten P(m) undP,(m) kénnen aber auch firkeinen derWerthe (2.)
zugleichverschwinden. Setztmanniimlichsate)=4,,,(m),woraus
o(m) =f,(m)4o,1(m) +fam) 43(m) ++
(HU o(m+1)=film +1)Soa(m)+fal +0)Soa(m) +--+
folgt, s0ergiebt sich unter derVoraussetzung P(m) —0undP,(m) =0
ausdenGleichungen (2.), dafs entweder simmtliche Coefficienten der
Gleichung (1.), oder simmtliche Gréfsen 4,,,(m) verschwinden. Das
Erstere istgleich imAnfange auegeschlossen’ worden; wire dasAndere
dorFall, 00hitte man auch 4,(m)—0, 4,(m-+1)—0, woraus der
Voraussetzung zuwider dieLinearabhingigkeit der gegebenen Func-
tionen firdieWerthe vonm,m+1,...m-+4n folgt
Bezeichnet man demnach durch m’diebesonderen Werthe vonm,
fiirwelche einer der Coefficienten P(m) und P,(m), oder beide 2u-
gleich verschwinden, sohatman folgende Regeln:
1)Gegebene nFunctionen, welche derGleichung (1.) fireinen
derWerthe m’genigen, kénnen nicht linesrunabhiingig sein.
2)Will man dieGleichung (1.)durch mlinearunabhingige Func-
tionen integriren,' soist dazu erforderlich, dale fir Keinen der
Werthe m’jede dieser Fonctionen derGleichung (I.)Gendge liste.
8)Hat man umgekehrt nlinearunabhingige Functionen, welche
der Gleichung (1.) inbestimmten Intervallen gentigen, sokann ee
unter den Werthen m’keinen geben, firwelchen simmtliche Func-
tionen derGleichung (1.)genigen.
4)Stellt man beiderIntegration derGleichung (1.)dieBedingung,
dafs dasgesuchte Integral jener Gleichung auch noch flreinen der
Werthe m’gentige, 20giebt esKeine n,sondern hichstens m—1linear
unabhingige Functionen, welche diesen Bedingungen gengen, und ihre
Anzahl kann durch weitere Bedingungen auch noch weiter reducirt
werden.
‘Aus diesen Satzen folgt, date beiderIntegration derGleichung (1.)
dieerste Aufgabe darin besteht, diebesonderen Werthe m’2uermitteln.
Dadurch zerfiillt dieReihe derWerthe von minIntervalle, zwischen
denen dieWerthe m’eingeschaltet sind; injedem einzelnen Intervall
mule dieIntegration besonders vorgenommen werden.
ILL.Ueb. d.lineare Abbiingigkeit v.Functionen einer einzigen Veriinderlichen. 99
Hieran scbliefst sich derbekannte Satz, dafs dieGleichung (1.)
niemehr alsmlinesrunabhingige Integrale haben kann. Denn ge-
niigen dieFunctionen f,f,,...f, jener Gleichung flrdieWerthe (s.)
10folgt 4(m)—=0, woraus sich weiter ergiebt, dafs diese Functionen
flrdieWerthe (b.)linearabhingig sind. Bilden dieWerthe (a)eines
dereben beschriebenen Intervalle, und sind indemselben die Func-
tionenf,,fyy---f, linearunabhiingig, 80sind4,(m,), 4o(my+1),...
4q(m,+p-+ 1)vonNull verschieden, undesbesteht fiirdieWerthe (b.)
eine einzige lineare Relation:
Afl(o) +Ayfi(om) ++ +Afa(on) =0,
inwelcher AvonNnil verschieden sein mufs. Denn, wire A—0, so
mfifsten wegen der Linearunabhingigkeit von f,,f,,...f, auch die
‘ibrigen Coefficienten A,,4,,....4, verschwinden. Esbesteht also
firsiimmtliche Werthe (b.)eine einzige Relation von derForm;
fom)=af,(08)+ayfy(om)+--+a,Fa(m)-
Geniigen dieFunctionen f,f,,...f, derGleichung (1) inmehreren
aufeinanderfolgenden Intervallen, indenen f,,f,,.-. f,linearunabhingig
sind, sokann flreinen beliebigen derzwischen jenen Intervallen ein-
geschalteten Werthe m’wenigstens eine derletzteren Functionen der
Gleichung (1.)nicht Gentige leisten, also4(m’) nicht gleich Null sein.
Sind daher zwischen zwei dieser Intervalle noder weniger Werthe m’
eingeschaltet, somule dieindem einen stattfindende lineare Relation
‘von derimandern bestehenden ginzlich verschieden sein (§.2.3). .
4.
Die noch rickstindige Untersuchung von Funetionen, welche von
einer stetigen Verinderlichen abhingen, erledigt sich aus dem Voran-
gehenden mittelst deridentischen Gleichung:
Q)LEMMA (m+)... flmtn) =ZMm)Dh(m)-.. Ahlm),
inwelcher nach dergewdhnlichen Bezeichnung vonDifferenzen:
Afm=flm-+i)if(m+1+OPfm$12) +(YFlm)
ist. Dieselbe wird einfach dadurch bewiesen, dafs man aufderrechten
Seite frdieDifferenzen ihre Entwicklungen setzt, und dann durch Ad-
dition von Verticalreihen reducirt. Aus (1.)ergiebt sich:
(2) 4,(m)=Pe .
”
100ULUeb.a.lineareAbhogigkeitv.Funetionensinereinsigen Varkndelichen,
Nun wird anden frthern Betrachtungen garnichts geindert, wenn
man dberall statt derArgumente m,m-+q dereinzelnen Functionen
dasselbe Vielfache derselben me,(m+)e einflbrt, also auch nicht,
wenn man mé—z, ¢—/z setzt. Dann ist:
Alms) =o2.0(2),
giles 7ZHORO--. 1)=BO),
4u(ma) BE(z)pedro 72fua)7Be@s
usw. Dies festgestellt, hatman folgende Sitze:
1)Verschwindet E(z) fiiralleWerthe von x=2, bis =x,,wo
2,<~%, ist,sosind dieFunctionen f(z), f,(z),-..f,(2) frdiese ném-
lichen Werthe von zlinearabhingig. Isty(z)—0 eine derlinearen
Relationen, welchefdrz=,undkleinere Werthe vonzstattfinden,
and construirt man dieCurve y= (z) fir alle Werthe von z,die
gréfser alsx,sind, sohatdiese Curve firz=2,mitderAbscissenaxe
einen Contact von dern*®Ordnung.
2)Sind zwei Intervalle, indenen E(z)verschwindet, durch Werthe
vonxgetrennt, flrwelche E(z) vonNull verschieden ist,80wird die
Linearabbiingigkeit dergegebenen Functionen inbeiden Intervallen im
Allgemeinen durch verschiedene Relationen ausgedriickt.
8)Damit gegebene n+1Functionen f(z), f,(z),...f,(2) furalle
Werthe von zlinearunabhingig sind, isteserforderlich und hin-
reichend, dafs ihre Determinante E(z) firalle Werthe vonzvonNull
verschieden ist.
Nennt man ferner einIntervall, inwelchem mindestens eine der
Gréfsen E,(z) vonNull verschieden ist,einIntervall derersten Art,
dagegen einsolches, inwelchem simmtliche E,(z) verschwinden, eines
von der 2weiten Art, wihrend E(z)—=0 vorausgesetzt wird, sohat
man weiter:
4)Sind zwei Intervalle derersten Artdurch eines vonderzweiten
Artgeschieden, 80istdielineare Relation, welche indem einen statt-
findet, nicht nothwendig auch imandern giltig.
5)IsteinIntervall dererstenArt,welches sichvonz—2,bis
=, incl, ausdehnt, durch zwei andere vonderzweiten Artbegrenzt,
#0findet inihm eine einzige lineare Relation g(z)—0 statt. Con-
struirt man dieCurve y=g(x) fiirdieWerthe <2, undz>z,, 80
hatdererste Zweig firz=7,mitderAbscissenaxe einen Contact von
derersten, derandere flrz=z,einen von dern*Ordnung. Nur
ULUob.aKineareAbbAngighsit v.Punctionen einereinaigenVerhinderlichen. 101
inbesonderen Fillen kann indiesen Punkten der Contact auf eine
hhere Ordnung steigen.
Tehwende mich zurUntersuchung derDifferentialgleichung:
3) AG@)FM (2)+A@F*-@) +--+ 4,@L@ =0,
und betrachte statt derselben zuniichst dieGleichung:
(4)A(me)PE" 4A,(me)PEO 4...+A(medflme) =0,
welche durch die Substitution:
Ame [P,+(81) BaytOID Bytes
n(n—1)... (m—s+1)+e 2]
oder:
Pome —ott) BetCOPE a
Fe
die Form:
P(me)f((m +ne) +P,(me)f((m +m—1)e) +--+ +P,(me)f(me) =0
annimmt, Esli(st sich daber alles, was imvorigen Paragraph fest-gestelltwarde,auchaufvorstehende Gleichung (4.)tbertragen, ‘welches
auch derWerth vonssei, also auch dann, wenn ¢unter einer be-
liebigen Grenze liegt.
Bezeichnet man daher durch m’die Werthe von m,fur welche
beieinem bestimmten, unter einer gegebenen Grenze liegenden «eine
der Gréfsen
Poms) =4%,
P,(me)=(—1)"{402—4)5Aw_
oder beide zusammen imVergleich zuallen dbrigen Grifsen P,ver-
schwinden, so‘sieht man augenblicklich, dafs, wenn jene Grenze immer
Kleiner genommen wird, diese Werthe sich aufdiejenigen reduciren,
filrwelche P(mé) verschwindet.
Macht man nun dieerlaubte Voraussetzung, dals eskeinen end-
lichen Werth von xgiebt, firwelchen alle Coefficienten A,(z) ver-
schwinden, oder flrdeneinen oder mehrere derselben dieGrenzen des
Endlichen dbersteigen, und bezeichnet durch 2’diejenigen Werthe
von z,fiirwelche A(z) verschwindet, soerbilt man folgende Re-
‘sultate:
102IILUeba.ineareAbbtogigkeitv. FnctioneneinercinigenVerinderichen.
1)Gegebene »Functionen, welche derGleichung (8.) flreinen
derWorthe 2’genfgen, kénnen nicht Linearunabbingig sein.
2)Will man dieGleichung (3.)durch »linearunabhingige Fune-
tionen integriren, #0iatdazu erforderlich, dafs frkeinen derWerthe 2°
jede dieser Functionen derGleichung (3.)gentige.
3)Hat man umgekebrt »linearunabbingige Functionen, welche
derGleichung (3,)inbestimmten Intervallen geniigen, sokann esunter
den Werthen 2’keinen geben, flrden jede dieser Functionen der
Gleichung (8)gentgt.
4)Stellt man beiderIntegration von (8)dieBedingung, dafs
dasgosuchto Integral jener Gleichung auch noch ftreinen derWerthe 2°
gendge, 20giebt oskeine nm,sondern hichatens n—1linearanabbingige
Functionen, welche jenen Bedingungen gentigen, und ihre Anzahl kann
durch weitere Bedingungen such noch weiter reducirt werden.
Hat man nFunctionen f,,fy,..fy welche derin2)aufgestelltenBedingung genligen,eoerbiltmandurchElimination vonA,,4,,...dy
ausdenGleichungen:
AAO) +A@ACH@) +--+ 4,@AG@) 0
A@LO@ +AOA) +--+ 4.@F@) =0
diefolgende:
A(z)BO+Ay(2)By(e)=0.
Deinderganzen Ausdehnung dieser Gleichung A(z) vonNull ver-
schiodon ist,sohatmanentweder E,(2)—0,alsoauch4°—0,oder:
OB A
Ras+27% woraus:°mm
) Be t8
folgt. Dierechte Seite dieser Gleichung enthilt eine durch dieInte-
gration cingefthrte Constante, welche dadurch bestimmt werden mufs,
dafs man flr 2einen besondern Werth einsetzt. Dabei entacheidet
sich zugleich die"Frage, obEygleich Null oder vonNall verschieden
ist,dh. objene Integrale linearabbingig oder linearunabhiingig sind.
Dieobigen vier Sitze bedirfen einer Brliuterung, welche ichfur
dendritten und vierten Satz anzwei cinfachen Beispiclen geben will.
Die Gleichung (2"—1)f” +22f’—2/—0 hat dieIntegrale /,~ 2,
frmzig?! —2,wihrend 2’=+1istDieseIntograle sindlinoar-
ILUeb,a,lineareAbhAngigkeit v,Functionen einereinsigenVerknderlichen. 103
unabhiingig, alsodarfeinesderselben frz——1,undeinesflrz—1
dorDifferentialgleichung nicht gengen. Dies istinderThat mit/,
derFall, daf,inderNahe jener Werthe aufhért derVorauseetzung
1mentsprechen, dale seine Aenderung derAenderung von«proportional
sei,also vonderHerstellung derDifferentialquotienten f”undf”fr
jene Werthe keine Rede sein kann. —Untersucht man dieWirme-
bewegung ineiner Vollkugel nach derFourier’achen Theorie fir
den Fall, wodieTemperatar unurvon derZeit ¢und dem ausdem
Centrum’ genommenen Radiusvector xabhiingt, sohat man firalle
du_at 0 (du ne wi PunktederKugelohneAusnahme 3°—$52(z#2%).Ist«einewill-
irliche Constante, sokann man einparticulares Integral finden, wenn
mannochdieGleichung 3%——owhinzunimmt, Dannerbiltman:
und esisteinsolches Integral ausuchen, welches dieser Gleichung
fir den Punkt r=0gentigt. DieseGleichung hatdieIntegrale:
in#2 coe? haa haat
vondenen dasLetztore zuverwerfen ist,weil esderGleichung nicht
flr =0gentigt.
‘Aus art3Ubertragen wirnoch folgende Sitze. Hat man n+ 1
Funetionen f;f,,...f,y welchederGleichung (3.)fralleWerthevonz— 2,bisz=, genlgen, 00sind diceelben firdienimlichen Werthe
von2linearabhiingig. Sind dieFunctionen f,,f,,-.. f,injenem Intervall
linearunabhingig, #0besteht indemselben eine einzige Relation von
der Form:
Te)=of,2)+af(2)+--+ of,(2)-
Gentigen diese nimlichen Functionen der@leichung (3.)inzwei auf-
einanderfolgenden Intervallen, zwischen denen einWerth 2’liegt, fr
den A(z), A'(z),... A(z) verschwinden, und ist»Zn,80mula die
indem einen Intervall stattfindende lineare Relation von der imandern
bestehenden ginzlich verschieden sein.
5.
Esisthier amOrte, einige Kigenschaften derimVorhergehenden
betrachteten Determinanten anzuschliefsen. Es ist:
EtVO-V,D V0,"..V,U0 =VV...VEU0"... 0.9,
104ILUeb,dielineareAbbAngigket v.Functionen einereinsigenVertnderlichen.
undwenn man UW), —U,#)=40,0),AU,—4,0)=40,0ete. setzt:
EE UAV'SU"... FU =E400; Y,"...0f,
cine Formel, welche man aufdieselbe Art, wie dieGleichung (1.)
art.4boweist. Die Verbindung dieser Gleichungen giebt:
a) ELVU-A(VU): 300")... a0)
AVV,V,...V,2 4UAVAU"...0.
SetatmanindieserV=tp,Vi—aNena #0fogs
EEUAV'SU"... £U”
Ty (2 ue=00,0,...U,544(G)a(F).-4 (FF).
Wiederholt man diese Operation und sotzt:
me ee ums4(y)- ure,4(ine)=OM, 4(gis)=UM,ete,
voergiebt sich schliofslich:
@) 24 UAU'AU"....3°UM
DU Uy D028 038,UE UdyoP AAU,
wodurch dieDeterminante zurLinken alsdasProdukt von"+1."+# Factorendargestelit ist.SetstmanUi")—f,(me+ 1s),V,—o(ms+ pe),
me—zund6=22,soerhalt manaus(1),wenn mandurch 62?***?
dividirt und 2urGrenze dbergeht:
Bh Boh. Bl garizrg 2h2. OMe
Bezeichnet manfornerdieGrenzevon'2””durchf,,,,80dafsmanbet:
a(fe 2(he 8(fon tasaaP)> foamdefn)» feazel(pa)> le»
0folgt aus (2.):
4fhOMe peripmapact «) SAG lemPOfhi syaalan>
DieGleichungen (3.)und (4.)sind auerst von Hern Hesse im54"
Bande dieses Journals pag. 249, 250 veréifentlicht worden*)
*)Die indiesen beiden Gleichuogen enthaltonen Ergebniase waren bereits
vorInger alseinem Jabr vonHerm Christoffel gefunden und derRedaction
dieses Journals mitgetheilt worden. Nur dem Umstande, dafe derHerr Verfasser
dieser Arbeit einige Aenderangen indereelben vorsunehmen winschte, itex2a
rurchreiben, dafe dienfmlichen Ergebnisee, welche Herr Hesse indorcitirten
Abhandlang erhalten hat, von diesem friher verdffentlicht worden sind. B.
IIL,Ueb. d.lineare Abbiingigkeit v.Functionen einer einzigen Veriinderlichen. 105
Zur Transformstion der Veriinderlichen indiesen Determinanten
hat man die Formel:
BhOhahe‘atyeene) Of,Oh|Oty ©) Barat GG) Pal GdGe
welche sich sehr leicht beweisen Jafst, indem man firdieDerivirten
nach 2die nach ¢mittelst der Formel:
PLPT(a,|mot aSamGee(ge)FUGet+Fie
einflhrt, und dann durch Addition von Verticalreihen reducirt.
‘Setzt man:
ARO |Ate a4 a4, ZAbetel FE BfIeGer
sohat man folgendes System von Gleichungen, dessen Beweis ich
tbergehe:
Z44,4/4,"...4,0 =a"
24 ody"... AEP =(“Wah
2444/4"... OP=(aes E
6) J244.4' 4"... dP=(Ia zsther Oh
, f,Omfe LtAA!—(-1"-" 44h,ofoe4
em oh fy a4 -Cymesnh... Oe.
Diese Gleichungen sind von Wichtigkeit fir dieUntersuchung
solcher linearer homogener Differentialausdricke, welche nach derBe-
mennung desHerrn Hesse zueinander complementar sind. Soenthilt
2.B.dievorletzte derselben dievollstiindige Integration einer linearen
Differentialgleichung ohne zweiten Theil, frdenFall, dafsdasIntegral
ihrer Complementargleichung bekannt ist.
Montjoie, 1857.
Anmerkung.
Zndervorstehenden Abhandiang enthielt dasindorVorrede erwihnte Hand-
exemplar Christofels einen Nachtrag, derauf§.108—110 sum ersten Male ab-
gedruckt wird. Fr
106IILUsb.d,lineareAbbingigkeit v,Functionon einercinzigenVerknderlichen.
Zusats xndervorstehenden Abhandlung aber dieLineare AbhAngigkeit
von Funktionen einer einzigen Verinderlichen.
(Aus dem Nachlafs Christoffels,)
Durch eine gitige Mittheilung desHerm Prof. Kummer wurde
ichaufeinen inderAnwendung derLehre vonderLinearabhingigkeit
vorkommenden Fall sufmerksam gemacht, welcher sich mittelst derin
obigen artt. gegebenen Regeln nicht erledigen list, nimlich denFall,
woeine Function sobeschaffen ist,dale sieeiner gogebenen Differenzen-
oder Differenzialgleichung nur innerhalb eines bestimmten Intervalls
genigt. Dieinart.3.angestellte Untersuchung istnimlich nur 0
weit gefthrt worden, dale sich einSchlufa aufdasVerhalten solcher
nFunktionen ziehen liefs, welche derGleichung 1.inallen p.98be-
zeichneten Intervallen genigen. Esistdaher auch woeentliche Be-
dingang 2uden durch 1)2)3)4)bezeichneten Sitzon, dafs dieFune-
tionen f,,fy,--+f,derGleichung1.inmehralseinemIntervallgo- niigen, d.h. dale dieinFrage kommenden Werte m’zwischen Inter-
vallen liegen, indenen derGleichung 1.durch jene Functionen Gendge
geschicht, Dieansloge Bedingung giltflrdieSitze desart.4
‘Um den obigen Fall 2ubehandeln, zorloge ichnach Anleitung
vonpag. 98dieReihe derWerthe minIntervalle, zwischen denen die
Werthe m’eingeschaltet sind, und seidieReihe a.einsolches Inter-
vall; dann istalso sowobl firm—my—1, alsflrm=m,+p+1
eine derFunctionen P(m) und P,(m) oder essind beide gleich Null.
Man befindet sich demnach indem pag. 97erdrterten Falle; dieunter
den dortigen Voraussetzungen bestimmten Functionen sind firdie
Werthe b.linearunabhingig. Handelt essich nun darum, dieWerthodioserFunctionen firm=mp—1undm—m+p+1 60mbestimmen, dafs derGleichung 1.Genge geechieht, sosind folgende
Fille zuunterscheiden.
A. 1)P(m—1)=0, P(mg—1)S0. Da4(m) vonNull ver-
echieden ist,#0folgt aus3.4,(m,— 1)=oo,was unzulissigist,Eskannalsomindestens einederFanctionen f,,fy,---f,nicht biszudem Werthe m= m,—1 fortgesetzt werden.
2)P,(my—1)=0, P(my—1)—0. Aus2.folgt,dals4),,(my—1)—0firw=1,2,...m, also4y(m,)—0,wasnichtderFallist.Also haben wirdasselbe Resultat wiein1).
3)P,(m,—1)S0, P(m,—1)—0. Aus3.ergiebtsich4,(m,—1)—0;folglichsinddieFunctionen f,,fy,...f,linearabhingig flrm=my—1, mg...mgm —2.
IL,Usb. d.lineare Abbtngigksit v.Functionen einer einzigen Verinderlichen. 107
B.1)P(m+pt+1)—0, Py(myt+p+1)S0. Unter dieser Vor-
aussetzung wird 4,(m,+ p+ 2)— co,also kann zum wenig-
sten eine der Functionen f,fy,-..f,nichtbiszumWerthe m— m+ pt+n+1fortgesetztwerden. 2)P(m+p+1)=—0, Pym tp+1)—0. Hierans folgt
Ap,+p+1)=0firw=1,2,...m, alsoauch Ay(tny +p+1) =O, was nicht derFall ist,also giltwieder
dasvorige Resultat.
3)P(m)+p+1)SO,P,(my+p +1)—0liefertdieGleichungA,(mm,+ p+2)—=0; dieFunctionen f,,fy...f,kénnenda- herbiszumWerthem=m+p+1fortgesetztwerden,sind aberfirdieWerthem=m,+p+2, my+p+3,...mytp+n+1linearabhiingig.
Sollen demnach alleFunctionen f,,fz,... f,bis2obigen Wer-
then mittelst derGleichung 1.fortgesetzt werden, soistdies nur in
den Fallen A.3)und B.3)méglich, und osstellt sich dieThataache
heraus, dafs dienFunetionen flrdienextremen Werthe desumdie
Werthe m’—m,—1 und m’=m,+p-+n-+1 vermehrten Intervalle
ihre Linearunabhingigkeit nicht bewahren.
Um alle Fille zuerledigen, welche sich beider Fortectaung
obiger Fonetionen mittelst derGleichung 1.darbieten kénnon, wenn
dieselbe Oberhaupt méglich ist,gehe ichzurBetrachtung derWerthe
m=m—2, m=m+p+2 Aber. Es sind dabei folgende Falle
miglich.
A.8)@)P,(m,—2) $0,P(m,— 2)$0. Aus3.folgt 4,(1my—2)—0, dieFunctionen kénnen also fortgesetzt werden, bleiben
aber linearabhiingig.
A)P,(m—2)=0, P(m—2)S0. Aus 2folgt, daBdie
Werthe derFunetionen f;,f,,...f, frm =m,—2 willkar-
lich sind; esistalso gestattet, diese Werthe eoauszuwahlen,
dafs die FunctionenfurdieWerthem—2,my—1,...mig-+n—3 lincarunabhingig werden; jedenfalls wird aber die weitere
Fortsetoung derselben von ihrem friiheren Verlauf unab-
hiingig, indem zuderselben dieAngabe derzum—m,—2
gehdrigen Functionalwerthe erforderlich ist.
7”)P,(m,—2)S0, P(m,—2)—0; ans3.orgiebt sich
Ay(1my— 2)=0,wieina).
4)P,(0mg—2)—=0, P(my—2) =05aus2.folgt4y,,(my—2) —=0 firw=1,2,...m, also istwiein@)und7)4,(m,—2)—0.
108 Ul.Ueb. dLineare Abbiingigkeit v.Functionen einer einzigen Verinderlichen.
B.8)a)P(myt+p+2)S0, P,(me+p+2)S0giedtA4(m,+p+2)—0; dieFunctionen kénnen also zum Werthe m=m+ p+n+2
fortgesetzt werden, indem siodabei linearabhiingig bleiben.
B)Ploy+p+2)—0, P,(m+p-+2)S0; dieWerthederFunetionen f,,fy,.--f, bleiben firm— m,+p+n+2
willktirlich; siekénnen also sogewihlt werden, daB die
Functionen firm—m+ p+3, mytp+4,...mytp+nt+2
linearunabhingig werden; jedenfalls wird aber dieweitere
Fortsctaung derselben von ihrem friheren Verlnufe unab-
hbingig, indem auderselben diedurch dieGleichung 1.nicht
vermittelte Angabe derzum= m,+p-+n+2 gehorigen
Functionalwerthe erforderlich ist.
2)Pim +p +2)S0, Py(m+p+2) 0giebt wie in«)
Ai(m+P+2)—0. 4)Pim +p+2)=0, P(m+p+2)—0 giedt aus 2.fur
#=1,2,...m 4y,,(mo+p +2)=O, alsowiein«)und) Ao(my+p+2)=0. Daraus ergiebt sich nun folgender Satz:
Gontgen mlinearunabhingige Funetionen f,,fy,---f, der
Gleichung 1.ineinem bestimmten Intervalle a,welcher unten
und oben durch dieWerthe m'=m,—1 und m'=m,+p+1
begrenzt ist, sokénnen nur dann alle Functionen mittelst der
Gleichung 1.Wher das Intervall b.fortgesetst werden, wenn
P,(— 1)undP(m,-+p +1) vonNull verschieden ist;istdies
aber derFall, 0istauch dieweitere Fortsetzung derFunctionen
ulisssig und richtet sich nach folgenden Gesetzen.
Istunter den Zablen m—m,—2, m—3...mj—q die
Zahl_m,—q die cinzige, welche der Bedingung (A.3)A)
P,(m)=0P(m)$0geniigt,sosinddieFunctionen f,,fy,---f frdieWerthe m—q +1, m—q+2...my-+n—2 linearab-
hingig. ZurBestimmung derfirm—m,—q unddariber hinaus
stattfindenden Functionalwerthe reicht dieAngabe derWerthe, welche
dieFunctionen firm=m, my+1,...my+n—1 haben, nicht
mehr aus, sondern esmilssen mindestens diezum= m,—@ ge-
horigen Werthe derselben unmittelbar gegeben werden; dies kann
aber sogeschehen, dafs dieFunctionen von m,—q-+n—1 ab-
wiirts linearanabhiingig werden, dawegen derwillkirlichen Func-
tionalwerthe, welche beim,—q stattfinden, beliebig viele solche
Fortsetzungen erhalten werden kénnen.
Istunter denZahlen m—m+p+2, my+pt3,...m+p+r+2
dieZabl m,-+p-+r +2dieeinsige, welche derBedingung (B.3) 6))
Ill,Ueb. d.lineare AbbAngigkeit v.Functionen einer einsigen Verinderlichen. 109
P(m) =0,P,(m) $0gentgt, s0sinddieFunetionen f,,fy,---f.
fardieWerthemy+p+2,m+p+3,...m+p+rt+n41linearabhiingig. Zur Bestimmung der flr m=—m,+p+r+2
und dardber hinaus stattfindenden Functionalwertbe reicht die An-
gabeder Werthe,welchedieFunctionon firm=m1,..my-+n—1haben, nicht mehr aus, sondern esmilssen mindestens die zu
m—m,+p+1r+2 gehdrigen Werthe derselben unmittelbar ge-
geben werden; dies kann aber eogescheben, dafs dieFunctionen
vonm,+p+r+3 aufwirts linearunabbingig werden. Jedenfalls
kénnen aber dieWerthe, welche man hierdurch frdieFunctionen
farfer«+>fyYOmy+p+r+2 anerhiilt,nichtmehralsdioFortsetzung des friheren Verlaufs dieser Functionen betrachtet
werden, dawegen derbeim+ p+ r+2stattfindenden willktr-
lichen Functionalwerthe beliebig viele solcher Fortsetzungen er-
halten werden kénnen.
‘Was nundenUbergang vondiesen Betrachtungen zudenen des
art.4betrifft, soistdartber folgendes zubemerken. Genigen nlinear-
unabhingige Functionen f,,fy,...f,derDifferenzialgleichung 3.far alle zwischen x,’und z,'liegenden Werthe von 2,wihrend z,’undz,'
den Coeffizienten A(z) zum Verschwinden bringen, sokann essich
ereignen, dafs siederGleichung auch noch fureinen dieser Werthe
oder fOrbeide gentgen; jedenfalls hatman dann firdiesen extremen
‘Werth vonzdieGleichung a,f,0)+a,fy)+----+a,f,0—=0,pm1,2,..00. Aber dieBedingungen flrdasEintreten dieses Falles Inssen sich nur
auseiner genaueren Untersuchung derGleichungen (pag. 101) P(me)=0,
P,(ms)=0 unter Anwendung obiger Sitze herleiten und sind der
allgemeinen Untersuchung nicht zuginglich.
Iv.
Zur Abhandlung von Heine: ,,Ueber Zahler und Nenner der
Naherungswerthe von Kettenbrachen" im57.Band desJournals
fordiereine und angewandte Mathematik. .
(Journal fardiereine und angewandte Mathematik, Bd.68,1861, 8.90-92)
Herr Heine hatim§7dergenannten Abhandlung dieZabler
und Nenner derNiherungswerthe desKettenbruchs fiir
Flier typ)ie) Fedusaa k=coF(bhnB)
gefunden, und zwar erfordert derdort cingeschlagone Wog diege-
sonderte Bestimmung derbeiden aufeinander folgenden Zihler P,,,
Pinys und derenteprechenden Nenner Qa; Qinyi- Esdlirfia von
einigem Interesse sein, dap diese vier Functionen siimmilich ineiner
einzigen Form enthalten sind.
Bestimmt man nimlich zwei Reihen von Functionen Vund W
durch dieGleichungen
Konl, Narth Wat) tsWet) Vte%,(2) Vngs=(7++3)Vintat2¥mgaWorry Wimtl)Wote, Wi(9+2)Wi+2. Wasa (7+m+2)WagsttWay
80ist
Vmt [°RoR e Wn=_ -1,7+2,J, ETE 2wrth y+ y+m.
7m
rithinJderm+1*Niherungewerth desKettenbruchs fir*.Folg-
lichkinnen yV,,undW,,vonP,undQ,nurdurch einundden-
selben constanten Factor verschieden sein,
IV.Usber Zihler und Nenner der Nuberangswerte von Kettenbriichen. 111
Vergleicht man in(2.) dietber einander stehenden Gleichungen,
80zeigt sich sofort, daB, wenn
(3) Va 9(2,¥+1,m)
gesetat wird, mugleich
@) Wan9(z,%,m+1)
sein muB; damit istdieoben aufgestellte Behauptung erwiesen. Es
ergiebt sich
rytm—9 (6)9(%Hm)=Z(m—9),Re
wosdieWerthe0,1,2,...biszurgréfstenin$menthaltenen ganzen Zahl inclusive durchliuft, und statt desQuotienten der beiden I’die
enteprechende Facultét zusetzen ist, Mittelst dieser Bezsichnung
wird nun
CFNG+)G+2M—-D Pq=9(G7+1,2m—1),
6) @HYNG+2)-G+2m) Pray=(G7+1,2m), “)e@tD@+2)G+2m—-1) Qe=9%7,2m), PEAY G+2)-G+2m) Ong=9%H%2m-+1).
Der Werth von wlifat sich steta insusgefthrter Form angeben,
80oft7dieHalfte einer positiven und ungeraden Zahl ist, Fur y=}
findet man denselben inderAbhandlung desHerm Heine; ist
q@ y=42n+3), 0=0,1,2,...,
so setze man
(8) z=ty,
und
yee ayotte! @)Waser Bote
oder inanderer Form
ay, Gy ay?
aeetait tree
410)Aaysee
: 2y,@y)* ey"get tettreeaysoF
dann wird
a6 ke OOtedBaeelee und nach dem Friheren isthiervon derm+ 1*Naherungeworth
112. 1V, Usber Ztbler und Nenner der Ntherungewerte von Kettenbrchen.
Ya_94Gn+8, m) az)Wa g@dQn43,m-+i)?
welcher sich auch indiezu(11.) ganz ansloge Form
Bngnt2Mart—UnsarsBast .BasnssUe—UnsngBy Dringen TaBt
Die Functionen @scheinen oueiner gréfeeren Rolle bestimmt 2u
sein, alssich ausihrer Bezicbung zurhypergeometrischen Reihe ver-
muthen lafst, Siestehen niimlich mitdenIntegralen derRiccatischen
Gleichung ineinem sogenauen Zusammenhange, daman fastinallen
Untersuchungen aufsiegefthrt wird, welche einniheres Eingehen auf
dioNatur dieser Intograle erfordern.
Berlin, imMire 1860,
Vv.
Uber dieDispersion desLicht
(Monataberichte der Kgl. preuss. Akademie der Wissenschaften zuBerlin 1861,
8,906-981 und 997999; wieder abgedruckt inAnnalen derPhysik und Chemie
Ba.117, 1862, 8.9745)
Seit denUntersuchungen Cauchy's tber dieDispersion desLichts
hatman sich vielfach mitdiesem Problem beschiftigt, theils umnach-
zuweisen, dafs dieResultate desMémoire surladispersion, inFolge
der ihnen 2uGrunde gelegten Voraussetzungen von der Dispersion
keine Rechenschaft. zugeben vermégen, theils umdieselben von andern
Gesichtspunkten ausneuzubegriinden oder durch andere snersetzen.
Der hauptsiichlichste Einwurf, den man gegen Cauchy’s Theorie er-
heben kann, bezicht sich darauf, dale inderselben eine gentgende Er-
Srterung desjenigen Punktes vermilat wird, ufden esvorallem an-
kommt, nimlich der Frage, obdieConstanten, vermige deren die
Wollenlinge inden Ausdruck fiirdieFortpflanzungegoschwindigkeit
eingeht, auch solcher Werthe fihig sind, dafs dadurch eine wahrnehm-
bare Abhiingigkeit zwischen jenen Gréfsen begrindet wird; derselbe
trifft indiesem Sinne auch alle spiiter Uber diesen Gegenstand ver-
‘Sffentlichten Arbeiten.
Diegenauere Untersuchung dieser Frage, welche sich inahnlicher
Form auch beiandern Problemen derMolekulartheorie wiederholt, hat
gezeigt, dafs dieVoraussetzungen der§§1.2.3.desMém. s.1.disp,
aufgebithrende Grenzen eingeschrinkt, dieDispersion desLichtes in
isotropen Mittoin, mitAusschlufs bestimmter Grenzfille, vollstindig er-
Kliren, und zwar durch eine Formel, welche alle bisher aufgestellten
‘anEinfachheit wesentlich dbertrifft. Nennt man nimlich die Wellen-
linge eines Strahls imdispersionsfreien Raume und seinen Brechungs-
index fardenObergang ineinanderes isotropes Mittel dieElemente
dieses Strabls, sobesteht dievon mir gefundene Dispersionsformel in
einer Relation zwischen denElementen zweier Strahlen, von denen der
eine willktilich, derandere phyeikalisch definirt undfurdieNatur der
RMObristottel, GesammalisAMBandlengn. 1 8
14 V.Uber dieDispersion desLichta.
brechenden Substanz charakteristisch ist;wihrend dieAnniherungs-
formeln von Cauchy, Baden-Powell, Broch und Redtenbacber
ihrer Natur nach alsRelationen zwischen den Elementen von drei, die
letztere vonvier willktrlichen Strahlen sufgefafst werden missen,
Dat Mémoire s.L.disp, anwolches hier angeknOpft wird, handelt
von den kleinen Schwingungen, welche ein sich selbst Uberlassenes
System materieller Punkte umeine stabile Gleichgewichtslage heram
ausfuhrt, Inderletztern sind diePunkto retikular geordnet; ihre Ent-
fornungen von einander halten sich sowohl vor, alswahrend der Be-
‘wegung ber einer endlichen, wenn auch sehr kleinen Grenze gyNennt
man m,m’diealseinander gleich voransgesetzten Massen zweier Punkte,
rrihre gegenseitige Entfernung, sowirkt 2wischen ihnen dieAnzichung
mm'f(#), welche nebst ihrer ersten Derivirten mm'f“(r) dieEigenschaft
hat, wahrend rvon ¢»bisaueinem ander endlichen, jedoch sehr
Kleinen Werthe @wiichst, nieunendlich oder unstetig zuwerden, und
firgréfsere Werthe vonrzuverechwinden. Diese Entfernung @wird
derRadius derWirkungssphire genannt,
Hierm wird diecinschrinkende Bedingung gefligt, dafs dievon
verschiedenen lokalen Stérungen desGleichgewichts herrihrenden Er-
schiltterungen sich iberall, wosieeinander begegnen, ohne merkbare
gegenseitige Stérung superponiren. Reduzirt man dem entsprechend
diebeschleunigenden Krifte aufihre linearen Theile, #0findet sich, date
dies nur solange geschehen kann, alsdieurspriingliche gegenseitige
Lage vonPunkten, diemitmefsbarer Stirke aufcinander wirken, nur
sehrweniggeindertist.BeiWellenbewegungen lassensichzweiGrenz-fille nachweisen, indenen diese Bedingung nicht erfullt ist;man ge-
Iangt zudenselben, beiconstanter Wellenlinge durch Vergrofserung
derAmplitude, und beiconstanter Amplitude durch Verringerang der
Wellenlinge. DieGesetze, nach denen dieBewegung indiesen Fallen
vorlioft, kénnen sich demnach ausderUntersuchung dersuperponir-
aren kleinen Schwingungen nicht ergeben, dasiebeidereelben von
vornherein ausgeschlossen sind.
Dies vorausgeschickt, findet Cauchy folgendes Resultat Istdas
oben bezeichnete System isotrop, sobesteht zwischen derSchwingungs-
dauert=2*ebenerWellon,indenendieSchwingungen transverval
sind,undihrerWellenliingo 1=**eineRelation vonderForm:
1 stm al +al +iE+5
hiersinda,,,,a,,---constante Grdfsen, welchevonderEinwirkung
'¥.Ober dieDispersion desLichts, 15
abbiingen, dieirgend cinPunkt OdesSystems wahrend desGleich-
gewichts vonSeiten derObrigen, inseiner Wirkungesphire befindlichen
Punkte erfihrt; istmeiner derletstern, und rseine Entfernung von 0,
#0hatman (§9.)
cy 1p2 OeaHAtapoB A=Limp), B=Lmef'nh)—fr).
DioFortpfanzungsgeschwindigkeit dieserWellen ist1—+,folg-
lich, 80lange nicht alleConstanten a,,a, ---verschwinden, furWellen
von verschiedener Linge verschieden.
Denkt man sich jetzt zwei isotrope Medien 4undm,welche sich
lings einer Ebene Eberthren, und von denen daserstere anfeerdem
dieHigenschaft hat, Wellen vonjeder Linge mit dernimlichen Go-
schwindigkeit fortzupflanzen, #0besteht dieAufgabe derDispersions-
theorie darin, denBrechungsindex nfOrdenUbergang eines Wellen-
systems aus 4nach malsFunktion derjenigen Gréfsen darzustellen,
durch welche dieBewegung dieser Wellen in»bestimmt wird.
Bezeichnet man dieWerthe, welche dieoben eingefihrten Grofsen
inwannehmen, durch dieentsprechenden griechischen Buchstabeu, 80
hatmano*—a,23,6—°",x—3%.DafernerdieaufdieEbeneE
beziiglichen Bedingungen inlinearen Gleichungen zwischen einer end-
lichen Anzahl von rechts und links dieser Ebene stattfindenden Ver-
riickungen und Beschleunigungen bestehen, soerhilt man die be
kannten Relationen 2=nl,r=, Hieraus ergiebt sich¢—s,k="=",
xa, alsofindetzwischen nund2dieGleichung
Ce
statt, aus welcher nzubestimmen ist.
ZademEndenimmtCauchyan,dafsdieQuotientenraFaywee sehr Kleine Grofsen vonderOrdnung ¢*sind, undkebrt nun dieReihe 1.
um, woraus flr i?cin Ausdruck von der Form i= b,s*-+ dys!
+bst+ ---folgt; dieselbe Operation, auf3.angewandt, giebt n*-— b,c,
+Gales? 4Cathe? +5osfolgtausjenerVoraussetzung, dale
auch indieser Reihe jeder Coéffizient sich imVergleich sum voran-
gehenden wie cine Grifse von derOrdnung g*verhalten mals. Die
numerische Verifikation zeigt, dafs diese Voraussetzung, welche schon
imPrinzip den Zweek derUntersuchung inFrage stellt, keineswegs
”
116 V.Uber dieDispersion desLichta,
mit derErfahrung dbereinstimmt, indem selbst insolchen Fallen, wo»
sich nursehr langsam mit2iindert, dieangenommene rapide Abnahme
derCoéffizienten nicht eintritt. Auch istdieselbe keine nothwendige
Folge derfrithen Vorauasetsungen; vielmehr lifet sich leicht zeigen,
dafs durch geeigneto Bestimmungen Ober dieFunktion f(r) den Con-
stanten a,und a,jeder endliche Werth angewiesen werden kann,
wahrend aledann beiden folgenden Coéffizienten jene Grifeenordnung
allerdings stattfindet.
SeipdieAnzshl der verschiedenen Werthe von r,denen im
Innem dersuOgebérigen Wirkungeephire Punkte desSystems ent-
sprechen, soistpeine endliche, durch den Werth von @villig be-
stimmte Zahl. Jede der Summen A,enthilt dann die nimlichen
pWerthe derFunktion f(r), ber welche man, mit Bericksichtigung
der ber dieso Funktion bereits gotroffenen Bestimmungen, frei ver-
filgen kann, Betrachtet man diese Werthe vonf(r) alsUnbekannte,
sofragt essich, obman in2.dieWerthe 4,,4,,..4,_, alswill-
kitrlich gegeben betrachten darf, oder obdiederFunktion /(r) auf-
erlegten Bedingungen eine Beschrinkung inderAuswahl dieser Werthe
nach sich zichen.
Die Werthe vonf(r) missen 1)mit derStabilitit desSystems
vereinbar sein, 2)denBedingungen derIsotropie gentigen, und 3)darf
einer derselben unendlich grofs sein. Die erste Bedingung hat auf
dieaugenblickliche Untersuchung keinen Einfluls, dasienurdasZeichen,
nicht den absoluten Werth eines Ausdrucks bestimmt, welcher von den
inFrage kommenden Werthen von/(r) und/“(r) abhingt; dieIso-
tropiebedingungon bleiben vorliufig ganz beiScite, dasieerst durch
diefolgenden Betrachtungen aufihren gebhrenden Umfang eingeschrinkt
werden milssen.
Bezeichnet man jetzt dieinA,einzusetzenden Werthe von rdurch
rroder 6,jonachdem ihnen einpositiver oder negativer Werth vonf(r)
entspricht, undsetat: SImf(r,)r,*!—= R,,—Limf(s,)s,'*#— R,s0ist
A,alsSummeeinerendlichen AnzahlvonGliedern gleichRy—R'sferner lassen sich zwischen @,und @zwei Werthe r,,und 54,80aus-
wihlen, dale 2,—rifRy,R=stiRy’wird;darausfolgt AgaByBeyAyrh,Ry8h,ReyA=ettRy—thRy
Wenn nun f(r) bei der Summation sein Zeichen nicht wechselt, so
istcine derGrofsen Ry,I%’gleich Null, also findet dann, wenigstens
beidenConstanten ,,dievonCauchy angenommene Grdfsenordnung
statt, Werden dagegen Zeichenwechsel augelassen, sostebt nichts im
Wege, derFunktion f(r) einen solchen Verlauf zugeben, dale ri,von
'V.Uber dieDispersion desLichts. 7
sf,umingend eine endliche Gréfee von der Ordnung ¢*verschieden
ist;dann erhiilt man:
AyHite prAi—thido ee or aeae
oA Aldatte Amaaa aAe
Ertheilt man jetzt denGréfven 4,und A,endliche Werthe vonder-
selben Ordnung, 80werden Ryund Ry’endlich undimVergleich mu
ihnenvonderOrdnung rowasmitkeinerfrien Bestimmung im
Widerspruche steht; dagegen wird dererste Theil von4,,wenn iS2
ist,von derOrdaung gp", derandere von derOrdnung @%,also tritt
hier der oben erwihnte Umstand wirklich ein.
Durch Hiufung derBedingungen, denen f(r) unterworfen ist,kann
man bewirken, dafe r3,—st,wird.IchlassodiesenFallimFolgenden unberdcksichtigt, daesnicht derNatur derSache angemossen zuecin
scheint, dieSchlafsresultate, aus denen, wie esbeiUntersuchungen
dieser Artsteta derFall ist,jede Spur vom besondern Charakter der
Funktion f(r) herausfallt, anspezielle Voraussetzungen ther denVer-
Jauf derselben zubinden.
Dadieselbe Betrachtung aufB,anwendbar ist, sofolgt, dafe in
jeder derbeiden Reihen 4,,4,,A,....und By,B,,By,...dioawei
ersten Glieder endlicher Werthe von derselben Ordnung fihig sind,
dagegen dasdritte undjedes folgende Glied imVergleich zum voran-
gehenden eine Gréfee von derOrdnung ¢?ist. Dasselbe gilt daher
auch vonderReihe a,,a),a,...
SolangenuninderGleichung (3.)+—1 soKleinist,dafsalle
Glieder der rechten Seite einen merklichen Einflufé auf ihren Werth
iufsern, findet offenbar kein einfacher Zusammenhang zwischen nundA,
statt; ichbeschrinke daher dieUntersuchung aufdenFall, wotzum
Radius derWirkungsephire ineinem solchen Verbiltnisse steht, dats
dioGlieder, deren Coéffizienten von der Ordnung ¢,of,of, ...sind,
keinen wesentlichen Beitrag zum vollen Werthe derrechten Seite mehr
liefern. Esmufs dabei der Erfahrung tberlassen werden, zuent-
scheiden, biszuwelchen Werthen von1alle nach dem zweiten folgen-
den Glieder vernachliasigt werden ditrfen, wihrend esganz dahin ge-
stellt bleibt, wiegrofe oder klein man sich denRadius derWirkungs-
sphire zudenken hat, Abgeschen vonallen andern Bedingungen wird
also die Formel
. 4. 4,—an+2x)
118 V.Ober dieDispersion desLichts.
flrhinlinglich grofse Werthe vonJdenVorsussetzungen derTheorie
genau entsprechen, dagegen beiabnehmendem Jeinmal aufhéren, die
Resultate derselben darzustellen.
Dies festgestellt, denke man sich durch Oeine Gerade gvon be-
lisbiger Richtung gezogen, und setze, unter (rg) denWinkel zwischen
gund rverstanden,
U,=Emf(r)r*+* cost+*(rg)
B,=Lm(rf )—fr))r**** cos™+4(rg);
dann bestehen nach Cauchy (man vergl. §3.43.—46. mit§9.10.—11.)
dieBedingungen fardieIsotropie darin, dafs firi—0, 1,2,... bei
jeder beliebigen Richtung vong
1 1 5.Wmspsde Bmae sein mals,
Will man nun dieBedingung derIsotropie unbeschriinkt aufrecht
erhalten, sohatman zuuntersuchen, obdieser unendlichen Zahl von
Bedingungegleichungen bei einer endlichen Zahl von Werthen der
Funktionen f(r) und r/‘(r) —f(#) durch eine passende Anordnung des
Systems Genilge geschehen kine, d.h.obesmiglich ist,eine solche
Einrichtung desretikularen Punktensystems anzugeben, dals diese Be-
dingungsgleichungen sich von selbst aufeine endliche Zabl reduziren.
Dieser Untersuchung kann man sich aber ganz dberbeben, wenn man
dieBetrachtung soeinschrinkt, wieesvorhin geschehen ist.InderThat
Jafstsichnachweisen, dafsbeidenvorausgesetzten Werthen von/die
Gleichung 4.,oder was auf dasselbe hinauskommt, die Gleichung
st=a,k?+a,k*stattfindet, sobaldnurdieGleichungen 5.flri=0 und i—1erfilitsind,wihrendesganzgleichgiltig ist,obdiesauch mit den folgenden derFall ist.
. Die Gréfse s*istimAllgemeinen durch eine kubische Gleichung
bestimmt, deren Coéffizienten von den beiden Funktionen
1 1 1 P=G5%oP—nwGE+ GSE
1 gut 1 FB 7B —THB" +|B
abbiingen, undzwar istfirdenFall, dafsalleIsotropiebedingungenerfulltsind,s*=7+{).Da%,sichindieFormr¥{c0s™+9,Ry
—sticos™+4y,R,’ bringen lifat, und ahnliches von 8,gilt, sosind &,
und ,von derselben Ordnung, wie4,und B,, Reduzirt man daher
vorstehende Reihen aufihre beiden ersten Glieder, sowird unter der
Voraussetzung, dafs dieGleichungen 5.firi—0 undi—1 erfallt sind,
'Y.Uber dieDispersion desLichts. 119
1 1 1 1 PaatyAlnighP=BatpiyBl~ninBM darous ergibt sich firs*dienimliche kubische Gleichung, alsobin
dem Falle derunbeschrinkten Isotropie dieAusdricke fir7’und V
ebenfalls auf ihre ersten Glieder reduzirt worden waren; man erhiilt
also,wievorhin, s*=a,k*+ak.
DritcktmanindenGleichungen %,—+4,,%,—44,,By—+By,
8,—4B,, aufwelche sichinFolgederther1gemachten Voraus-
setzung dieIsotropicbedingungen reduziron, cos(rg) durch dieCosinus
derWinkel aus, welche rund gmitdrei rechtwinkligon Axen bilden,
soliefern dieselben wegen derwillkirlichen Richtang vongbeziebungs-
weise 6,15,15,28Relationen, von denen jedesmal eine ausdenObri-
gen folgt; dieZabl dervon einander unabhingigen Bedingungen ist
demnach 60. Nichts hindert, dieAnzahl pder verschiedenen Werthe
von r80groB vorauszusetzen, dafe diese linesren Gleichungen neben
den beiden, durch welche dieWerthe von f(r) und f(r) mit den
Grofsen a,unda,verknipft sind, befriedigt werden kénnen.
Diecinzige Beschrinkung, derman beiderAuswahl derWerthe
vona,und a,unterworfen ist,rihrt von den Stabilititsbedingungen
her, und besteht darin, dafs s*positiv und von Null verschieden sein
mufs. Diese Bedingung istbeidergegenwirtigen Untersuchung er-
fullt, dadieFortpflanzungegeschwindigkeit ebener Wellen inm,nim-
lichVa,, und umsomehr s—o alssehr betrichtlich vorausgesetst
wird, und dieGrofeen a,und a,demgemile bestimmt werden,
‘Wendet man dieGleichung 4.aufdioDispersion desLichtes an,
0kann man aufGrund derErfahrung, dafedenkleinern Wellenlingen
diegrifsern Brechungsindices entsprechen, dasVorzeichen derCon-
stanten 2und2bestimmen; inderThatfolgtsusdererstender
Gleichungen
BOETCPEBlades earsge,
dafs*negativ, susderandern, dale2positiv seinmufs. Dieerstere
zeigtaufserdem, dafsneben dermitwachsendem 4abnehmenden Wurzel
noch eine zweite vorhanden ist, welche mit 4augleich und zwar 80
wiichst, dafs ihrVerhiiltnifs zu4sich einer von Null verschiedenen
festen Grenze nihert. InFolge dieser Zeichenbestimmung kann man
sweipositive GrBfeen n,undA,90wien, datsS!a»5,(2a)¥2—-4 wird; dadurch nimmt dieGleichung 4.folgende Form an:
120 YV.OberdieDispersion deeLichta.
® (3)-2(0)+(@)-0
Von den Wurzeln dieser Gleichung missen drei verworfen werden,
nimlich 2wei wegen ihres Vorzeichens, diedritte ausdem doppelten
Grunde, weil siegegen dieVoruussetzung mit4zugleich wiichst, und
weil sieftirdengebrochenen Strabl eine sokleine Wellenlinge liefern
wiirde, dafs diein3.vorgenommene Vernachlissigung mindestens nicht
alszulissig nachgewiesen werden kann.
Die einige Wurzel, welche allen Vornussetzungen nachweisbar
geniigt, istdiefolgende:
1 n-—— 8
V(¥3)+V 0-9)
woalleRadikalepositivzunehmensind;dieselbeistflr>zyreell,fir4<zy compler.*)
‘Aus dem Frahern folgt, datsdiese Formel ihreGultigkeit verliert,
sobald 4unter eine, von derErfahrung festzustellende Grenzo sinkt.
Last man diese Einschrinkang flreinen Augenblick unberiicksichtigt,
sokann man sunichst dieGréfsen n,und 4)von ihrer bisherigen De-
finition durch dieConstanten derMolekulartheorie unabhingig machen,
und durch rein physikalische Bedingungen bestimmen. Danimlich,
wie aus der Theorie der Lichtbrechung und Reflexion bekannt ist,
Strahlen mit complexem Brechungsindex total reflektirt werden, so
folgt, dafs von 4nach mnursolche Strablen dbergehen kénnen, deren
Wellenliinge ther der, vonderNatur beider Medien abhingigen Grenze
4,liegt, wahrend lle Strahlen von kleinerer Wellenlinge beijedem
Einfallswinkel total refiektirt werden. Essind daher m,und 4,die
Elemente desiuBersten von 4nach mbrechbaren Strahls.
DieWellenlinge dieses charakteristischen Strahls istimAllgemeinen
sebr Klein imVergleich zur Wellenlinge der gewShnlich sichtbaren
Strahlen; nurbeidervon Dale und Gladstone untersuchten Lésung
von Phosphor inSchwefelkohlenstoff gehirt sieeinem derbisjetzt
beobachteten Theile des Spektrums an, indem bei dieser Substanz4g=0,112ist,wihrend nachEsselbach dieWellenlinge vonRindem hier angewandten Mafse 0,114 ist.
DaderNenner von msich um soweniger von 2untorscheidet,
+)Setetman4,—1sing,O<p<%, vonimmtdieGleichung7.dieForm
cos%=const.an,welchejedochfirdiemomeriacheRechoungwenigerge- eignet ist,alsdieobige.
V.Uber dieDispersion desLichts. 121
jegréBer 2imVergleich 2a2,ist, 80milssen alle Strahlen, deren
‘Wellenliinge hinlinglich gréfser als4,ist,nahezu inderselben Rich-
tung gebrochen werden. Das nach obiger Formel gebildete Spektrum
istdaher vonzwei Richtungen begrenzt, diedenBrechungsindices n,und
‘Pyenteprechon; dieersterewirddurchdencharakteristschen Strahl
gebildet, inderandern concentriren sich alleStrahlen von betricht-
licher Wellenlinge.
Die Constante n,bestimmt demgemifs beigegebenem Einfalls-
winkel diebeiden Grenzrichtungen des Spektrums, wihrend 4,die
Grenze derimSpektrum vorhandenen Strahlen angibt, und zugleich
ihre Vertheilung indemselben bestimmt. Man mufa daher dieerstere
alsdasMafa desBrechungsvermigens, dieandere alsdasMats des
Dispersionsvermigens betrachten.
‘Um Mifeverstindnissen 2abegegnen, wiederhole ich, dafs diese
Gesetze nur unter bestimmten Einschrinkungen gelten, indem siebei
abnehmendem 2einmal aufser Kraft treten werden, und Gberdies der
Fall nicht susgeschlosson ist,dafs sieinderWirklichkeit durch Er-
scheinungen modifizirt werden, von denen diegegenwirtige Unter-
suchung wegen derBedingung derSuperposition keine Rechenschaft
migeben vermag.
Dafs sich obige Formel wirklich aufdieBrechung derLichtwellen
anwonden lafst, ergibt sich ausfolgender Tafel, inwelcher verschiedene
Grade des Dispersionsvermdgens, biszum stirksten aufwarts, vertreten
sind; Nistderbeobachtete, ndernach 7.berechnete Index; beiden
Strahlen, deren Elemente zurBerechnung vonn,und2,benutzt worden
sind, istmnicht angegeben. Fur dieWellenlingen der Strahlen B,
©,D,E,F,@undHwarden, inzatgqPar.Zollausgedriickt, dieZablen ‘02541 02424 02175 0.1944 0,1791 0,1586 01457
‘angenommen; dieselben bilden dasarithmetische Mitel ausden beiden,
nur wenig von einander abweichenden Angaben Fraunhofer’s, und
milssen beiderUngewilsheit, welche von beiden diegenauere ist,ale
die wahrecheinlichsten betrachtet werden. Da diese Zahlen nur bis
aufvier Stellen bekannt, und inder letzten jedenfalls unsicher sind,
#0mufaten auch alle Indices auf cine entsprechende Zahl von Stellen
roduzirt werden.
DieBeobachtungen von Baden-Powell und derHrn. Dale und
Gladstone finden sich inden Proceed. oftheRoy. Soc. November-
heft 1859; dietibrigen Angaben sind dem Handbuche vonBeer ent-
nommen.
122 Y¥.OberdieDispersion desLichts,
Ather (Dale undGladstone).
“myiV2—18482nm,—1,9068 A,—0,04827.
|» |e|»)])#)Fr)«¢j)|#
NW|13645)1064!1,008|18690,1,8600|1,8046|1,968" 1366118668|18590,18610 13678Non| +3|- 2 ol" 4 It 6
Spikél (Baden-Powell).
myiV2—= 14607my—206681,—0.06646,
wy|aataeate)saves|a4sz9|14s08|14948|21,5000 ry 14745|14779|1,4825|1,4866 1,5018 Non +feoalealee -4
Gelbes Flintglas von Guinand (Dutirou).
myiV2—=1,7489 ny—247381,—0,07673.
“N |aeov) 478 40777|4,r802|17924|1,8062,1,8186 |[ourme nai)17068|13997 118186 yon| oj aj-" sla" +3i} i 1 1
Phenylhydrat (Dale und Gladstone).
ny:V2—1,6220 my—=2,1525 1,=0,07966.
“Tw|eae|eas|15488|15061|a.5609|18768|1,888 ”16438|15492|15508|18684 |seo Non asi al ale” 8 |406
Schwefelkohlenstoff (Dale und Gladstone).
myV2—16804ny—224221—0.00897,
N 10177|16209|1,6808|1,6434 —1,6654|ae799|1,7086” xeaiz|16807|1,6487|1,6589 1,1038, Non ar ra 3|- 3 +501
Lésung von Phosphor inSchwefelkohlenstoff (Dale und
Gladstone).
ea Teny26008 OS
N|1934] +|19627|197441,9041|20361|9,746® xgsoo|yg688|1e7aT|904s| 2.0788 Nonleak tia "a
*it nicht beobachtet,
V.Uber dieDispersion desLichts 123
Um mit Sicherheit beurtheilen aukénnen, obdie Werthe der
Differenzen N—n zum Schlusse aufcine Ungenauigkeit derFormel
berechtigen, mufs man dieGrenzen bestimmen, innerhalb deren sich die
Unterschiede zwischen den berechnoten und den wahren Indices
halten miissen, wenn dieFormel alsabsolut genau vorausgesetzt wird,
‘und dieBeobachtungsfehler bestimmt angenommene Grenzen erreichen,
aber nicht Uberschreiten kénnen; daraus ergeben sich unmittelbar die
Grenzen der,mitderGUltigkeit derFormel vertriglichen Abweichungen
der berechneten von den beobachteten Indices. Ich habe die
etwas umstindliche Rechnung firSchwefelkoblenstoff ausgefilhrt, unter
der Voraussetzung, dats dieFehler, mitdenen diebeobachteten Indices
und Wellenlingen behaftet sind, hichstens eine, beziiglich zwei Ein-
heiten derletzten Stelle betragen. Dieser Substanz wurde deshalb der
Vorzug gegeben, weil siebeiihrer starken Dispersion und derVoll-
stindigkeit derBeobachtungereihe sich zueinem wirklichen Prifungs-
mittel der Dispersionsformel eignet, und aufserdem diebei ihr vor-
Kommenden Differenzen N—n nicht unbetrichtlich sind. Es hat sich
ergeben, dafs, wenn dieFormel volle Genauigkeit besitzt, dieUnter- :
schiede zwischen denberechneten unddenwahren Indices inFolge der
beidenBeobachtungen alsméglich vorausgesetzten Fehler, abgeschen
yom Zeichen und inEinheiten derletzten Stelle, frdieStrablen C,
D,E,F,HdieGrenzen
23459
erreichen kénnen; hitte man weitere Grenzen firdieBeobachtungsfehler
angenommen, 60wiirden diese Zahlen grifser ausgefallen sein. Addirt
‘man hierzu dieméglichen Abweichungen der beobachteteu von den
wahren Indices, soerhilt man firdiezulissigen Differensen nwischen
den beobachteten und berechneten Indices die Grenzen
345610.
Dieabsoluten Werte derwirklichen Differenzen sind derTafel zufolge
gleich
34357,
undwerden demnach vollstindig durch dieBeobachtungsfebler erklirt,
selbst wenn man denBeobachtungen eineGensuigkeit zuschreibt, welche
siezuverliissig nicht besitzen.
Esachien Uberflissig, diese Untersuchung firdiedbrigen Sub-
stanzen der Tafel zuwiederholen, dabei denselben die Differenzen
durchwog kleiner, alebeim Schwefelkoblenstoff sind; diestarke Ab-
weichung beim Index HderLésung vonPhosphor inSchwofelkohlen-
stoff lifst sich vielleicht durch dieSchwierigkeit erkliiren, beiderdurch
124 Y.Ober dieDispersion desLichts,
diestarke Dispersion verursachten ungemeinen Lichtachwiiche noch
sichere Beobachtungen anzustellen.
oer dieDispersionsverhilinisse nicht isotroper Medien istbis
jetzt nichts gentigendes festgestelit; ealagjedoch nahe, durch nume-
rische Rechnung zuuntersuchen, obinsolchen Fallen derLichtbrechung,
wosich dieRichtung der Strahlen nach dem gewdhnlichen Gesetze
findert, auch firdieDispersion dasgewdhnliche Gesetz gelte. Die
folgende Tafel zeigt, dafs dies, soweit dieGenauigkeit derBeobach-
tungon reicht, wirklich der Fall ist; aufserdem ergibt sich aus den
schdnen Beobachtungen Esselbach’s (Poggendorff's Annslen 98.) das
wichtige Resultat, dafs dieFormel 7,wenigstens beieiner Substanz,
auf alle zwischen Bund dem Esselbach’schen Streifon Renthaltenen
Wellenlingen anwendbar ist.
Beidencircularpolarisirenden Substanzen zeigt sich eine Unregel-
mifsigkeit, diesichallerdings auch beim Ather findet; dieselbe besteht
indem éftern Zeichenwechsel der Differenzen N —n. Waren blofe die
aurBerechnung vonn,und2,benutzten Beobachtungen ungenan, alle .
iibrigen dagegen inUbereinstimmung mitdemdurch 7.ausgedrickten
Gesetze, sowirde inderDifferenzenreihe héchstens cineinziger Zeichen-
wechsel vorkommen kénnen,
BeiLavendelél HistdieBoobachtung slsunsicher bezeichnet; die
starke Abweichung beiDribrt, wie esscheint, davon her, dafs an
Stelle von Dnoch einmal Cbeobachtet worden ist.
Circularpolarisirende Mittel.
Lavendelél (Baden-Powell).
iV2—14525nj—20541A,—0.00896,
N|tacet)14008|aae60|47a14700ae]148807 ”14663-14685 |1.47271,4766|14900, Z| Jaela el +80
Terpentindl (Fraunhofer).
my:V2— 14599 m,— 2,047 1,—0.06086,
¥|=ivaitates|1aei7|=14089* aanie|nets|147s|1,418 14088Non sale ae aa +01
'V.Uber dieDispersion desLichts. 125
Hinaxige Krystalle.
Ordentlicher StrahlimBergkrystall, elliptisch pol.(Esselbach).VaTiyEmTSSS my—27062,—004886—198,MiliotelMili
7
Bc|D|=|¥Fo|# a|ooze|60s|080.6|s20|seas|aze7|sonewy|nome]nore|oes|1eree|16000!1864618566 wm|uses|15490|16480| 18800|1654818588,
L|M NoO P|@ R 2|stax|667|soe|seo|sino|anne|soo,
N 1,5605|1,6621166681,86761,5690|1,8702|1,6787 m0 tiseis|13676|6890|16704|18740 Nonitt ja aals
2istinMilliontel-Millimetern angegeben.
Hauptindices desDoppelspaths (Rudberg).
rarer erent ee a
“Nw|ae6s1!1,655ass|16080|1080|0702|1.5008 "|1sses|ayes65|6832|1.6077 a) von poole tt le | os
TmiVPSHATAmm2,0088=004788
W|asso]14sis|sasce|24se7|4007|14u6|14878 n 14845 14863) 14886|14906 |14978 xen, Oe te ted |e
Hauptindices zweiaxiger Krystalle (Rudberg).
“Arragonit (aegatin.
amivemneersnym2s0Te006,
NW|1,60819820|e069|16908|1,095|1.70821,r101 »| tesxo|6867|1.6906|1,8960 1105, on| Ot Bb ate 4
PBmivyesiee2 n=aso1,ope
W|novos|e778]10816|10868|1,690 0084|1.7001.” |arte|16814|1,860 43,6908| 1,7085 Nonfale et 8b? av
126 'V.OberdieDispersion desLichts.
7miV2— 15207nm,—216082,—0,04816,
|woate! ape|ator|nanan|see)1a68|aut
Non | ojt ile 4 "4
‘Topas (positiv).
7
a.myi¥2—=1,6098 n=2.27682,—0,05058
NW|e1796188]0211|ona|10200|16012|1.6351 *neist|16209|16208,1,6264 reas N=n|jt tlt ale alt 4] - 3
Bmiveaie02e m=280024,—000000. “ON xg105) nous|16187) ener|oto|1ezat|1276
«||16118|1,6186|1,6168|1,6189|16278, N-n! i+t+2+4+2/ I-38
7MiVE—16004n=22088H—0,00080,
a]e06618006[66[108|10170|146216|16264” noooa|sete|tetas|10168 11626 WonPosiesaaa) rae) \"
Nachtrag.
Aus meinen Untersuchungen iiber dieDispersion desLichtes, von
denen einAuszig inderSitzung vom 14.d.M.vorgelegt worden ist,
hatsich ergeben, dafedasSpektrum eines ausStrahlen vonallen Wellen-
ingen gemischten Lichtes zwischen zwei Richtungen eingeschlossen ist,
‘ber welche hinaus keine Strahlen gebrochen werden; dieeine von
diesen Begrenzungen rihrt davon her, dafs alleStrablen, deren Wellen-
linge kleiner alseine bestimmte Strecke 4,ist,anderOberfliche der
brechenden Substanz total reflektirt werden, und deshalb imSpektrum
feblen miissen; inder andern Grenzrichtung concentriren sich alle
Strahlen vonbetrichtlicher Wellenlinge. Diezudiesen Richtungen ge-
hérigen Brechungsindices sind inmeiner Abhandlung durchn,undibe-
zeichnet, und inden beigefiigten Tafeln firjede Substanz angegeben.
Eswurden dabei absichtlich alleFolgerungen unterlassen, welche sich
V.Ober dieDispersion deeLichts. 127
ausdenWerthen dieser Indices anfdieAusdehnung derdunklen Ge-
diete des Spektrums tichen lassen, und zwar beiden brechbarsten
Strablen ausdem wiederholt angegebenen Grunde, weil indiesen Theilen
desSpektrums dievon mir gegebeno Dispersionsformel, unbeschadet
derRichtigkeit derallgemeinen Theorie, ihre Galtigkeit verlieren kann,
beiden Strahlen von dergeringsten Brechbarkeit dagegen, weil keine
Beobachtungen vorhanden sind, dieeine Vergleichung mitderTheorie
gestatten.
Der einzige Versuch, denBrechungsindex derufsersten nachweis-
baren dunkeln Wirmestrahlen zubestimmen, istmeines Wissens von
Miller (Poggendorff's Annalen 105. p.352) gemacht worden, Miller
life ein,durch einCrownglasprisma entworfenes Sonnenspektrum auf
einen Schirm fallen, ineiner Entfernung, beiwelcher seine Breite 18™™
betrag. Indiesem Spektrum bedeckte jede Strablengattung eine, nach
Eisenlohr’s Vermuthung (Pogg. Ann 109. pag. 240) 8™™, jedenfalls
aber nicht weniger als2™" breite Fliche. Mittelst derThermosiule
warde nachgewiesen, dafsdieweniger brechbaren dunkeln Wirmestrahlen
sich jenseits Buber eine Fliche von ungefibr gleicher Breite, wiedas
leuchtende Spektrum erstreckten.
Ausdieser Beobachtung, welche zuerst vonFranz (Pogg. Ann. 101.)
gemacht worden ist,schliefst Maller 1),dafs indiesem Spektrum der
Streifen Binder Mitte zwischen Hund den aufsersten dunkeln Wirme-
strablenWliege, und dafs ausdiesem Grunde 2)derIndex vonBdas
arithmetische Mittel aus den Indices von Hund W sei. Da nach
Fraunhofer firCrownglas n,— 1,526, ny—1,546 ist,sofindet Millerhierausn,—1,506, wihrenddieAnniherungsformel Cauchy'sy=1,5156 liefort. Aus dermeinigen ergibt sich n,,—15163. Hierbei istnun zubemerken, dafs dievon Maller angewandte
Formel nurdann miteiniger Anniherung giltig seinwirde, wenn die
Indices von H,Bund Wnur umzuvernachliissigende Grdfsen von
cinander verschieden wiren; aufterdem hatderSchlufs, Bliege inder
Mitte awischen Hund W,keinen rechten Sinn, indem von den Ent-
fernungen derStrecken, ber welche diegenannten Strablengattungen
sichimSpektrum verbreiten, doch nuraufGrund bestimmt anzugebender
Conventionen gesprochen werden kann.
Dem gegentiber sucht Eisenlohr amangefUhrten Orte zuzeigen,
dafs die Versuche Milller’s mit Ricksicht auf die Divergenz der
Sonnenstrahlen eine gentigende Erklirung finden, wenn man den klein-
ston Brechungsindex flrCrownglas zu1,616 statt zu1,506 annimmt.
Eine bessere Beetatigung meiner Formel wirde sich nicht denken lassen,
wonn nicht Hr.Eisenlohr zurBegriindung seiner Schldsee gendthigt
128 Y.UberdieDispersion desLichta
gewosen wire, beiderginzlichen Abwesenheit aller erforderlichen An-
gaben Uber dieAnordnung derMaller’schen Versuche zuHypothesen
‘Aber dieselbe seine Zufucht 2u nehmen.
Auf eine Vergleichung derDispersionstheorie mitexperimentellen
Untersuchungen iiber diedunkeln Theile desSpektrams wird man wohl
vorliufig verzichten miissen, daeine, auch nurangeniherte Bestimmung
derElemente derjenigen Strahlen, welche indiese Gebiete hinein ge-
brochen werden, mit zubedeutenden Schwierigkeiten verbunden 20
sein scheint,
Anmerkung.
DieChristofiel'sche Abhandlang ,lUber dieDispersion desLichta sowie der
Nachtrag dazu warden von Weierstrafe derAkademie am14,und am81.Oo-
tober 1861 mitgeteil F
VI.
Verallgemeinerung einiger Theoreme desHerm Weierstrass.
lournal frdiereine und angewandte Mathematik, Bd.68,1864, 8.255—272)
1
Durch Untersuchungen Ober diekleinen Schwingungen eines u-
erst von Cauchy behandelten Systems materieller Punkte bin ichzur
Veraligomeinerung einiger wichtigen Theoreme desHermn Weierstrass
gelangt, welche ichjenen Untersuchungen voranschicke, dasiesuch
unabhingig von denselben vonalgebraischem Interesso zuecin scheint.
Teh bezeichne durch
P=Zlgh]u,r, w—ZGh)u,r,
gh=0,1,...0
weibilineareFunetionen derVariabeln ses, unddarch© PO.
und ¥dieWerthe, welche sieannchmen, wenn’ jedem Pasre von
Variabeln conjugirte Werthe
u,—2,+iy, %—2,—iy, ertheilt werden. ate %
Sind alsdann folgende Voraussetzungen erfllt,
1)dase dieCoetficienten [gh] und [hg], sowie (gh) und (hg)
fralle Werthe von gund hmeinander conjugirt sind, und
2)dass @nor dann verschwinden kann, wonn diereellen
Variabeln xund ysich alle zugleich aufNull reduciren,
s0finden folgende Lehraitze statt:
L@istreell und von unveriinderlichem Zeichen.
Il.DieDeterminante derbilinearen Function gistvon Null
verschieden.
IILDie Determinante 4(s) der bilinearen Function ¥—sp
verschwindet nur flr reelle Werthe von s.
EBObsiatottel, Goummals ADbanlonge. °
180 VI.Voraligemeinerung einiger Theoreme desHerm Weierstrass.
IV,Tet4,(f) ingend eine erste Unterdeterminante von4(t)
20istdieZerfillung von
440
40
inPartialbriche stets freiTvon allen Gliedern, deren Nenner in
Bezug auf¢denersten Grad Ubersteigt.
Diebeiden letzten Theoreme gehen indievonHerm Weierstrass
(Monatsberichte derBerliner Akademie vom 4.Mirz 1858, pag.213u.f.)
anfgestellten Uber, wenn man voraussetzt, dass indenCoefficienten [gh]
und (gh) die imaginiren Theile feblen, ohne anden dbrigen Be-
dingungen etwas zuinden, Sielassen sich umgekehrt ansdiesen
hherleiten, indem man dieselben auf dieDeterminante E(s) der ho-
mogenen Function zweiten Grades ¥—s@ anwendet, und dann die,
vonjeder Voraussetzung Ober dieCoefficienten [gh] und (gh) unah-
hingige Identitat E(s) =[2"+*4(s)}*benutzt-t) ImFolgenden isteinanderer Weg eingeschlagen worden.
2.
Zuniichst bemerkt man, dass wegen 1)
a©—Zigh\ 2,+iy,)(% in)
Z[hg](«,—iy,)(a+iy)=O
conjugirt, also reell ist. Daseelbe giltvon ¥.
Nun wirde @alsstetige Function wegen derzweiten Bedingung
sein Zeichen nur indem Augenblicke wechseln kénnen, woesselbst
mit allen reellen Variablen zund yzugleich durch Null geht. Dass
jedoch auch hierbei kein Zeichenwechsel von ®eintreten kann, erhellt
sofort, wenn man alleVariablen, einmal zugleich, dann auch eine nach
deranderen bisNull abuehmen, und von dort zubestimmten Werthen
bergehen 1iBt. Inbeiden Fallen gelangt ©alseinwerthige Function
zum niimlichen Endwerthe, wibrend imzweiten Falle derWerth ®=0,
also auch jeder Zeichenwechsel von ®umgangen worden ist.
1)Fur den Fall, wop—wo-+ue,..gesctstwird,istdasTheoremIl. bereits von Herm Hermite aufgestellt werden (ComptesR.tom,41,p.181—1+3). Herr Hermite atitst seinen Beweis auf eine Transformation von'4(@) und das
‘von Herm Borchardt firden Fall reeller Elemente (ik) allgemein nachgewiesene
‘Theorem (dieses Journal Band 30und Liouville's Journal 12). Unter den nim-
lichen Vornussetzungen istder Satz von Herm Clebsch (dieses Journal Band 87,
pag. 827) bewiesen worden; ineiner spitern Abhandlung bat Herr Clebach den
Satz firden allgemeineren Fall auagerprochen, wobeiden oben gesteliten Bo-
dingungen dieCoeffcienten von @belicbige reelle Werthe haben (dieses Journal
Band 62,pag. 236).
Vi.Verallgomeinerung einiger Theoreme des Herm Weierstrass. 131
Dies festgestellt, bezeichnen wirdurch sundu,1,...u, Gréssen,
welche denvon simmtlichen ¢freien Gleichungen
a) 22%280,haOt...
gentigen,
Dann ist
1 (2)enid@-0
dienothwendige und ausreichende Bedingung daftr, daB man, beivon
Null verschiedenem s,den Gleicbungen (1.)gentigen kann, ohne alle
unbekannten GréBen u,,...1, gleich Null zusetzen.
Seialso sirgend eine Grosse, welche derGleichung (2) gentigt,
und von den Gréssen u,%,...1, mindestens eine von Null ver
schieden.
Zerlegt man alsdann jedes uinseinen reellen und imaginiren
Bestandtheil, sodass u,—<x,+iy,wird,undbestimmthierausdio conjugirten Werthe z,— iy,—v,,90ergiebt sichaus(1.)
deex=zn, ai.
1v=o.
Daaber ¥und @beide reell sind, undletzteres, wasauch ¢sein
mag, vonNull verschieden ist,90kann 1)snicht imagindr sein, db.
alle Warzeln derGleichung 4(s)— 0sind reell, und 2)kann ¢nicht
unendlich gross sein, d.h.dieDeterminante von gistvonNull ver-
schieden.
Zum Boweise «des vierten Satzes genlgt es,2uzeigen, daB jode
m-fache Wurzel derGleichung 4s) =0zum Mindesten (m—1)-fache
‘Warzel simmilicher Gleichungen 4,(8)=0ist.
Zudiesem Zwecke bemerke man zuniichst, daB diein1)und 2)
gestellten Bedingungen nicht aufhéren erflllt zusein, wenn man in
derFunction ydenCoefficienten (kk) umeine reelle Grésse e,oder
diebeiden conjugirten Coefficienten (gh) und (hg) umdieconjugirten
Grdscen ge*t und ge-* vermehrt.
Bezeichnet man durch 4,,(¢) dieauseiner Aenderung desEle-mentes(gh)—{{gh] entspringende Unterdeterminante von4(f),60
erbalt man anStelle derGleichung 4(¢)=0imerstenFalle
@) 4) +04y(t) =0,
oa
182 VL.Voraligomeinerang einiger Tcoreme des Herm Weierstrass.
imaweiten dagegen
A) AO +eeAyal) +06+,0)+¢zenorngy
Folglich sind alle Wurzeln dieser beiden Gleichungen reell. Wenn
8eine m-fache Wurzel derGleichung 4(t)=0ist,somuBdemnach jede derbeiden vorstehenden Gleichungen (3.)und (4.)mreelle Wur-
zeln besitzen, diesimmtlich flrg@—0 insfibergehen. Wenn diese
‘mWurzeln nicht allefirjedes @gleich ssind, woraus offenbar der
aubeweisende Satz schon folgen wilrde, somuss wenigstens eine von
ibnen sich mit @andern.
Seit ¢eine solche Wurvel. Unter derVoraussetzung, dass der
absolute Werth von ¢hinlinglich klein ist, kann man ¢durch einen
nach steigenden Potenzen von @geordneten Ausdruck darstellen, und
erhalt, wenn man sich aufdiebeiden ersten Glieder dieser Entwicklung
beschriinkt,
t=s+ag"...
Indieser Gleichung istareell und von @unabhiingig, uisteine
von Null verschiedene positive ganse Zahl.
Wire wnegativ oder Null, sowirde ¢beiabnehmendem ¢nicht
gegen dieGrenze sconvergiren; wire jeine positive, aber keine ganze
Zabl, sowiirde man fir¢eine Reihe imaginirer Werthe erhalten
‘kénnen, indem man, was aufden Werth von akeinen Einfluss hat,
@negativ, und firg*einen dercomplexen Werthe wahlt, deren diese
Potenz unter denangegebenen Voraussetzungen fahig ist.
Um hieraus den Beweis desvierten Satzes abzuleiten, wiezujedem
anderen Beweise des nimlichen Satzes, istesnothwendig, zubemerken,
dass bei reellem ¢die Determinante
(00) —¢[00] (10)—¢[10]...! A(t)=(01)—#(01] (11)—¢[11).. .|
ebenfalls reell ist. Man erkennt dies sofort, wenn man das Zeichen
derY—1 indert, wodurch jede m*Horizontalreihe indiem*Verti-
calreihe verwandelt wird. Dadies gilt, solange dieinart. 1firdie
Coefficienten der Functionen und @gestellten Bedingungen erfillt
sind, soergiebt sich gleichzeitig dieRealitét desAusdrucks, umden
A(t) inderGleichung (4.) vermehrt worden ist. Dividirt man den-
eelben durch g,und liest hierauf @verschwinden, sofolgt, dass
'4,,()+e"4,,(f)fdrjedesreelle@und¢reell,also4,,(f)20 4,,(€) conjugirt ist. .
Vi.Verallgemeinerung einiger Theoreine desHerm Weierstrass, 183
Moltiplicirt man endlich dieGleichung (4.) mit4(f), sokann
man sie mittelst der bekannten Identitit
as 4Ggnyathay ~40849 —Ayu
infolgende Form bringen
(6)[4@+0c4,,1[4® +044,() =0°4,,( Sarl),
wodiebeiden Factoren derlinken Seite zueinander conjugirt sind.
Dies featgestellt, sei
206 firtas.(a)
Dividirt man dieGleichung (3.)inderVorausseteung eines verachwin-
4 ant
denden @durch a“(t—s)"=e(t—s) “,80folgt fr@—0 oder
t=s :
ca”+lim,“#20
“a
Daca”wederNullnochunendlich grossist,somussm—-~cineganze
Zshl, also wselbst alspositive gunze Zahl gleich 1sein,
Daraus schliesst man, dass 4,,(t) mindestens (m— 1)-mal durch
t—s theilbar ist.
Dividirt man dieGleichung (6.) beiverschwindendem gzweimal
durch(t—s)":ag"-*= e(¢—s)"-}, sofolgtfir9@—0odert—s
i ageatS00 anggatS09 iy4009 Saal Jim[eaeteaie][eae+epeo Tim,tOos
Dadierechte Seite nicht unendlich gross ist, eogilt dasselbe von
den beiden conjugirten Factoren zurLinken. Beachtet man noch, dase
w—1 nicht negativ sein kann, sofolgt, dass 4,,(¢) und4,,(¢) in
jedem Falle durch (t—s)"~1 theilbar sind, w.2.b.w.
Bezeichnet man daher dieWurzeln derGleichung 4(1)=0,#0 weit sievon einander verschieden sind, durch
Si Spy
20folgt ausdem vierten Satze, dass man durch Zerfallung inPartial-
britche erhilt
; 440yA 6) ly Aa (6)40=aoe
wodieSummation sich ber dieverschiedenen Wurzeln s,erstreckt,
und simmtliche Avon¢unabhingig sind.
184 VI.Verallgemeinerung einiger Theoreme desHerm Weierstsass.
3.
Die inderGleichung (6.)eingefUhrten Gréssen Atreten beiver-
schiedenen Untersuchungen auf, weshalb esgestattet sein mag, imFol-
genden denUrsprung ihrer wesentlichsten Eigenschaften nachzuweisen.
Man bemerkt zuniichst dieidentieche Gleichung
(SIG) —#042)4,9) ”=Y=14) 4a) +@—2) 4)dale
yo= ,
deren Richtigkeit ausdem Umstande folgt, dass ihre beiden Seiten in
Bezug aufsvom ersten Grade sind, und iiberdies firzwei Werthe
von z,nimlich ¢= und s=y dbereinstimmen.
Dieselbe enthilt insymbolischer Vereinigung alle Relationen
zwischen denCoefficienten derFunctionen gund ~und den Gréssen
A,welche inBezug aufdieletztern vom zweiten Grade sind. Um
diese Relationen zuerhalten, darf man dieGleichung (7.) nurdurch
A(z) A(y) dividiren, und aufbeiden Seiten dieFormel (6.)anwenden.
Zwischen den nimlichen Gréssen bestehen ferner zwei Systeme
von Gleichungen, welche nach den Gréssen Alinear sind Diese
Formelnsysteme sind inden folgenden Gleichungen enthalten, welche
den Ausgangspunkt der Untersuchungen des Herm Weierstrass
bilden. Aus derDefinition derDeterminanten (2) und 4,,(2) er-
giebt sich
4ys(2) O(v—29)@) [er2aav 4y,(2) Oy—29).|u-Bayeteese.
Wendet man hier dieFormel (6.)an,20folgt
1 2ao—29)
1 4ey—ze) ws eA aa?Beh a
und zwar giltdies furjedes beliebige x.Lisst man daher xaber alle
Grenzen wachsen, oder miteiner bestimmten Wurzel, etwa mits,zu-
sammenfallen, soerhilt man ausderersten Gleichung
|s-BRa GE, ®) pas ten
VI.Verallgemeinerung einiger Theoreme des Herm Weierstrass. 135
und aus der anderen
aZE4, (10)42% oyDai 28S45aDAs,
Vergleicht man indiesen Formeln dieCoefficienten derwillktr-
lichen Gréssen uund v,soerhiilt man dievorhin erwihnten linearen
Formelnsysteme.
Endlich kann man die bekannten Ausdriicke flr die aus den
GroBen 4,,(z) gebildeten Determinanten zurDarstellung vonRelationen
zwischen denGréssen Aallein benutzon, wasindessen derKtrze wegen
bergangen werden kann,
Dievorstehenden Resultate finden ihre Anwendung inderTheorie
derbilinearen Functionen und beiderIntegration linearer Difforential-
gleichungen. Icherlaube mir, indieser Bezichung einstweilen aufdie
muEingange erwihnte Abhandiung desHerm Weierstrass sowie auf
meine folgende Arbeit dber kleine Schwingungen zuverweisen.
4.
Darch dasVorangehende isteine grosse Reihe von Fragen auf
dieErmittlung der Bedingungen suriickgefihrt, welche erfillt sein
milasen, damit eine bilineare Function
= Zlgh]u,%,
deren rusammengehdrige Coefficienton [gh], [Ag] conjugirt sind, und
inwelcher jedes Paar u,,,vonVariabeln durch einPaar conjugirter
Worthe ersetzt ist,nur dann verschwinden kénne, wenn diese Variabeln
allezugleich verschwinden
Setzt_man den Coefficienten [00] gleich Null voraus, sokann
‘man @filrjeden Werth vonuzum Verschwinden bringen, indem man
alleGbrigen Varisbeln nebst ihren Conjugirten gleich Null setzt. Es
istalso sicher, dass eine der gesuchten Bedingungen darin besteht,
dass (00] vonNull verschieden sein muss. Ichflge hinzu, dass die
‘Ubrigen sich ausdieser durch Wiederholung ergeben.
Setzt man
aga [00]9—328=my,
80folgt32=0,9%=;alsoistg,cinebilineare Function der
136 ‘VI.Verallgemeinerung einiger Theoreme desHerrnWeierstrass.
Variabeln ject), welchedasPasru,0nichtmehrenthilt.Setzt
man ferner*
=Z[okhu,,0folgt n ueLoh],—Ae, —[O01[94]—(04)[90},
an, Dhoh=gua,~(0019]—(0)[09];
folglich sind diezusammengehérigen Coefficienten dieser neuen Function
wieder conjugirt
Ds man endlich
1a9de 1 &=(00)Buze*(0oj7
hhat, soerkennt man leicht, dase dieConstante [11], von Null ver-
schieden sein muss, Denn wire sicgleich Null, #0wirde man pfir
jeden Werth von zum Verschwinden bringen kénnen, indem man
4)ty«=H,gleichNullsotzt,undwdurchdieGleichung 2°—0
bestimmt.
Dies featgestellt, sei
a ae Oo, .(]e—-3- Ge- Pauydey7lhl
. ae, a a(Uk —BFE Gage, lbh
(mma Tap Steeteet og,288 Eo,
—282%. ierwaar
DavondenFunctionen g,jede ausdervorangehenden aufdie-
selbe Weise, wie9,aus @entapringt, sofolgt, daBg,inBezug auf
' | |dieVariabeln feet bilinear,undvondenVariabeln[Rotaunabhingig ist;alsoistg,,,—0. Ferner folgt,dassindiesenFanc-
tionen diezusammengehérigen Cocfficienten conjugirt, und schliesalich,
dass alle Constanten [gg], von Null verschieden sein missen.
Folglich hatman diebereits von Jacobi (Bd. 58,p.269 dieses
Journals) gegebene Transformation:
1aga 1anew. 1 2908%% Y=foojaude +(oojfii}, au,de,++[oojfia], [wnBumCry
VLVeraligemeinarang ciniger Theorome des Herm Weierstrass, 187
Ersetzt man aber inden linearen Functionen
HD, Fe—Show,
diePaare 1,9, durch dieconjugirten Werthe z+ iy, 2,—iy,, 80
erlangen sieconjugirte Werthef,+if;,fy—ify,wofy)fylineare
Funetionen von2»,¥)Zp41)+++Y_ mit reellen Coefficienten bedeuten.
Mittelst derimart. 1eingefihrten Bezeichnung erhiilt man also aus
dervorigen Gleichung
1 1 1 .OF P+)+paoAtAD+--+poatetomy,2+)
Durch diese Zerfillung derFunction ®istbewiesen, dass die
xweite Bedingung desart.1.auch durch diefolgende ersetzt werden
kann,
dass die Gréssen
{00}, (11), «fmm,
von Null verschieden und positiv sein milssen, mitAusnahme
derersten, dieeinbeliebiges Zeichen haben kann.
Esistzubemerken, da8 dieAnzahl dieser Bedingungen genau
dieniimliche ist, wie indem einfacheren Falle, wodieFunction 9
weder inihren Coefficienten, noch indenconjugirten Variabeln imagi-
niire Theile enthiilt.
5
Andievorangehenden Untersuchungen anknipfend, werde ich2u-
niichst diedort gestellten Bedingungen von einer wesentlichen Ein-
schrinkung befreien, welche ohne Nachtheil firdieEinfachheit der
Beweise und diebequeme Einsicht insimmtliche Beweisgriinde nicht
hitte unterdriickt werden kénnen.
Dieerwihnten Bedingungen bestanden darin, 1)dass injeder der
beiden bilinearen Functionen g,ydieCoefficienten von u,v, wiv, stets
zueinander conjugirt sind, und 2)dass beiconjugirten Werthen
derPaare tyv,nur mit diesen zugleich verschwinden kann. Daraus
folgten, ausser zwei Sitzen, diehier nicht mehr inBetracht kommen,
diebeiden anderen, dass dieWurzeln derGleichung 4(f)—0 reell
sind, und dass die ersten Unterdeterminanten von 4(f) jeden Linear-
factor dieser Function héchstens einmal weniger enthalten, alsdiese
selbst ihn besitzt.
Die zweite von diesen Bedingungen lisst sich, ohne dass eines
dervorstehenden Theoreme seine Giltigkeit verliert, dahin abandern,
dass beiconjugirten Werthen derPaare u,,0,unveriinderliches Zeichen
besiteen muss.
138 VI.Verallgemeinerung einiger Thooreme des Herma Weierstrass,
‘Um dieRichtigkeit dieser Behauptung einzuschen, bedarf esnur
desNachweises, dass beidiesen geinderten Bedingungen dieWurzeln
derGleichung 4(¢) =0reell bleiben, indem hieraus derandere Satz
folgt (pag. 127—129).
Um diesen Nachweis zufthren, denke man sich ymittelat des
zmEndo desvorigen art.angeflhrien Verfabrens ineine Summe von
gleichbezeichneten Gliedern zerfallt. Wenn dann gder oben erwei-
terten, aber nicht der urspriinglichen 2weiten Bedingung gendgt, so
muss injener Zerfillung eine Anzahl von Gliedern, vom letzten an
gerechnet, feblen. Dies festgestellt, kann man offenbar diebeiden
urspriinglichen Bedingungen befriedigen, indem man firjedes in@
feblende Glied einanderes von derdurch dieZerfallung verlangten
Form einsetzt, welches mit einem stetig abnehmenden Coefficienten
verachen ist. Dann werden alleWurzeln derGleichung 4(f) =0reell,
und dies bleibt biscurGrenze bestehen, wodieneu eingefihrten
Glieder wieder verschwinden.
Hieran schliessen sich nun einige weitere Untersuchungen, welche
dieausserordentliche Tragweite dervorstehenden Bedingungen ineiner
hdchst bemerkenswerthen Weise hervortreten lassen.
Was diese Bedingungen firden gegenwartigen Zweck vorzugs-
weise charakterisiert, besteht darin, dass durch siezwei Sétzo mitein-
ander verknipft sind, von denen offenbar unter geinderten Bedingungen
jeder ohne den andern bestehen kann. Am meisten Interesse bietet in
dieser Bezichung derzweite von obigen Sitzen dar, indem derselbe
durch einfache Modificationen inden bilinearen Functionen g,¥suf
unziblig viele Fille susgedehnt werden kann, indenen vondenobigen
Bedingungen keine mehr orfallt ist,
6.
Ich bezeichne durch ¢— 2+ iycine complexe verinderliche
Grésso und, indem zund yinderGblichen Weise alsrechtwinklige
Coordinaten ineiner Ebene Edargestellt werden, jeden Punkt dieser
Ebene durch denihm entsprechenden Werth von ¢.
Indieser Ebene seieine Anzahl von Punkten Pgegeben, die
keine Linie stetig erfllen, und eine Linie Lvon messbarer Lange, die
einen dieser Punkte Penthilt.
Inden bilinearen Functionen gund yersetze ich simmtliche
Coefficienten durch complexe Functionen von s,die susserbalb der
Pankto Pinderganzen Ebene Eeinwerthig, endlich undstetig sind,
und anderganzen Linie Lentlang den folgenden Bedingungen ge-
nllgen:
_
‘VLVerallgemeinerung einiger Theoreme desHerrn Weierstrass. 139
1)dass [gh] und[hg], sowie (gh) und(hg) anLentlang conju-
girt sind;
2)dass g,wenn jedes Paar u,,v,durch einPaar von stets 2u
einander conjugirten Variabeln ersetzt wird, anZentlang keines
. Zeichenwechsele fahig ist;
3)dass man anZentlang aufkeinen Punkt trifft, indem awei,
vorher von inander verschiedene Wurzeln der Gleichung
A()=0 cinander gleich werden.
Bezeichnet man nun durch Qdiejenigen Punkto derEbene E,in
denen eine dieser Wurzeln unendlich gross oder einer sonst von ihr
verschiedenen gleich wird, sofolgt ausdenvorstehenden Bedingungen
derSatz,
dass indorganzon Ebene EmitAusnahme derPunkio Qdie
Unterdeterminanten 4,,(¢) jeden Linesrfactor von (¢) héch-
stens einmal weniger enthalten, als diese Function selbst ihn
besitzt.
Beim Beweiso dieses Satzes habe ichdiogenauere Erérterung
mebrerer Punkte nicht umgehen zuqirfen geglaubt. Zuniichst schicke
ichfolgende Bemerkung ber dieVertheilung derPunkte Qinder
Ebene Evoraus.
Setzt_man 4(¢) seiner Zerfillung inLinearfuctoren gleich, und
bezeichnet durch Kden Factor der hichsten Potenz von —¢ imAus-
drucke von 4(f), 90folgt, dass einer dieser Linearfactoren, also eine
Woarzel derGleichung 4(¢)=0, nur daon unendlich werden kann,
wenn entweder 4(¢) flrjedes endliche ¢unendlich wird, oder, falls
dies endlich bleibt, wenn Kverschwindet. Das erstere findet nur in
Punkten Pstatt; diePankte P,indenen dieausserhalb derPunkte P
einwerthige, endliche und stetige Function Kverschwindet, kénnen
keine messbare Linie stetig erfillen, weil Knicht inder ganzen
Ebene gleich Null ist.
Dasselbe giltausgleichen Griinden vondenPunkten P",indenen
awei, sonst voneinander verschiedene Wurzeln der@leichung 4(t) —0
cinander gleich werden. InderThat istdasaussimmtlichen Diffe-
renzen dieser Warzeln gebildeto Produkt inBezug aufdieselben sym-
metrisch, also cinwerthig, und daesnur mit einer dieser Wurzeln
mugleich unendlich oder unstetig werden kann, ausserhalb derPunkto
P,P’endlich und stetig. Daeswegen 3)anLentlang vonNull
verschieden ist, sokénnen diePunkte P’, indenen esverschwindet,
keine Linie von messbarer Linge stetig erfillen.
Daraus folgt, dase diePunkte QinderEbene Esovertheilt sind,
dass sicflrsich allein keinen Theil derselben véllig begrenzen.
140 VI. Verallgemeinerung einiger Theoreme des Herm Weierstrass
Dies festgestellt, seiinirgend einem Punkte derLinie L
4) =K(0— 9 —0.6
undjede derGrésten s,s,,...8, vonjeder andern verschieden. Dann
sindwegen 3)dieExponenten m,m,,...m, derverschiedenen Linear-
factoren anLentlang unverinderlich, and dieGréssen ¢anfderselben
Strecke reell. Ausserdem liefert das Weierstrasssche Theorem suf
dieser Linie flr4,(f)einenAusdruck Aa)=(8=OP-*(5,— B15, 8a),
wo8,(t) eine rationale ganze Function von¢ist
Eshandelt sich nun darum, zubewsisen, dass beigehdrigen Be-
stimmungen Uber dieden Gréssen sausserhalb Lbeizulegende Be-
deutung diese beiden Zerfillongen susserhalb der Punkte Qinder
ganzen Ebene Egiltig sind.
DieGréssen 5,s,,...8, sind vorliufig nurdurch dieFactoren-
zerfillung von4(f), also anLentlang definirt. Man kann sich die-
selben aber auch noch aufeine zweite Art, nimlich dadurch entstanden
denken, dass dervorher ausserhalb Lbefindliche Punkt #durch stetige
Ortsinderung indiese Linie eintritt, wobei dann dieWurzeln der
Gloichung (¢) =0stetig indieGréssen 5,s,,... s,Ubergehen.
‘Aus diesem Grunde kann man daher auch rickwarts die an L
entlang durch die obige Factorenzerfillung definirten Functionen s
mittelst derDifferentialgleichung g=SLV=1 vondieserLinieous
zubenachbarten Flichentheilen stetig fortectzen. Figt man, umhier-
beijede Unbestimmtheit suszuschliessen, dieBedingung hinzu, dass
dieFortsctzung dieser Functionen von Zausnach gegebenen Theilen
von Estets gleichzeitig andenselben Flichentheilen entlang erfolgen
soll, s0fillt jede von ihnen anjeder Stelle miteiner dort vorhandeneo
Wurzel derGleichung 4(f) =0zusammen, dadiese Fortsetzung nach
einem bekannten Satze nuraufeine Weise méglich ist, also zuden-
selben Functionen zuriickfthren muse, aus denen man sich, auf dem
vorhin beschriebenen Wege nach Z,zurtickkehrend, diedort gegebenen
Funetionen sentstanden denken kann. Beidieser stetigen Fortsetzung.
der Fanctionen sistkein Theil der Ebene Eunerreichbar, dadie
Punkto Q,welche allein bei derselben umgangen werden miissen,
einen Theil dieser Ebene von denUbrigen trennen.
Bei der gleichzeitigen Fortectzung aller sverwandeln sich die
rechten Seiten obiger Gleichungen, dieich durch D(f), Da(t) be-
zeichnen will, incomplexe Functionen von4,dieinjedem Augenblicke
ausserhalb derPunkte Qeinwerthig, endlich und stetig sind. Dadio
Differenzen 4()— D(6), 4y(f)—Dy(O anderLinie Lentlang ver-
‘Vi.Verallgemeinerung einiger Theoreme desHerr Weierstrass, 141
echwinden, sokinnen siedemnach ausserhalb der Punkte @auch in
einem anderen Theile der Ebene von Null verschieden sein. Damit
istderobige Satz. bewiesen.
Wenn ineinem Punkte Qzwei vorher verschiedoue Warzeln s
und s,einander gleich worden, sowird dort 4(f) den Factor s—t
imAllgemeinen zweimal ofter enthalten als4,,(f), nimlich stete und
auch nur dann, wenn dort 4,,(f) nicht ohne Rest durch s—¢ theil-
bar wird.
Derobige Satz beschrinkt sich offenbar nicht anfdenFall, wodie
Functionen [gh], (gh) bloss von einer einzigen Variablen »abhingen.
Esseien 2,£,,£)--- complexe Variable, undibnen entsprochend
L,L,,L,,... ununterbrochen zusammenhingende Werthenreihen, von
denen jede beidergeometrischen Darstellung derzugehérigen Variablen
darch eine Linie von messbarer Linge reprisentirt wird.
Sind alsdann alle[gh], (7h) einwerthige Functionen von#,6,4)-.-,
welche denoben gestellten Bedingungen gentigen, solange jede Variable
4,dorenteprechenden Werthenreihe Z,angehrt, und deren Unstetig-
Keitastellen Pdurch keine dieser Werthenreihen gehen und auch keinen
‘Theil desGrossengebietes vollstindig begrenzen, aus welchem die
Varisblen +,4,4,-..ihre Werthe entnehmen; dann gilt derobige
Satz imganzen Umfange dieses Gebietes, mit Ausnahme derjenigen
Stellen Q,andenen entlang eine derFunctionen s,s,,...s, aufhort,
endlich oder vonjeder anderen verschieden zusein.
Der Beweis dieses Satzes, inwelchem dieEinwerthigkeit der
Functionen [gh], (gh) auch durch Bedingungen erzwungen sein kann,
ergiebt sich durch wiederholte Anwendung des vorigen; man liest
niimlich inderVorauseetzung, dase jede Variable #,inderentsprechen-
den Werthenreihe Z,enthalten ist,zunichst nur#ausZheraustreten;
dann weist man sausserhalb Zeinen festen Werth an,und lisst nun
auch ,ausJ,herausriicken, u.s.w. Dann hirt derSatz nach der
oben angewandten Schluseweise inkeinem Augenblicke auf, gilltig zu
sein, solange man inkeine derdurch Qbezeichneten Stellen eintritt.
1
Der hiermit begriindeto Satz lisst sich nun ohne Weiteres auf
solche Fille suedehnen, wodieerste von den oben gestellten Be-
dingungen ingogobener Weise verletzt ist.
Wenn nimlich dieCoefficienten derbilinearen Functionen 9’,y’
dieser ersten Bedingung nirgendwo oder ankeiner nachweisbaren
Strecke entlang Genge leisten, sofuhre man statt g',y’zwei neue
bilineare Functionen @,yein, deren Coofficienten man alscinwerthigo
142 VI.Verallgemeinerung einiger Theoreme des Herrn Weierstrass.
Functionen von£sowilt, dass siefr¢—0 mit denCoofficienten
jener zusammenfallen, und aneiner Linie Lentlang dieverlangte
Eigenscbaft annehmen. Wenn alsdann pund 4(f) aufeinem mess-
baren Sticke dieser Linie auch den Obrigen Bedingungen geniigen,
und im Punkte s—=0 keine susserhalb desselben von einander ver-
schiedenen Wurzeln der Gleichung 4(f)—=0 susammenfallen, auch
keine derselben dort unendlich wird, soistdieGUltigkeit desSatzes
auch firdiesen Punkt, d.h.firdieDeterminante von y— tg’und
ihre Unterdeterminanten bewiesen.
Am Einfachsten erawingt man dieerste Bedingung durch Kin-
fhrung linearer Functionen vons.Haben indenFunctionen
P=Zgh}uyn, v=Z(ghyyrs
die Coefficienten (gh, (9h)’ beliebige Werthe, und bezeichnet man
durch [ghJ', (9A)" ihre Conjugirten, soertheile man inden statt jener
mubetrachtenden Functionen g,yden Coefiicienten dieWerthe
[ghATL", OKOAT4,
(gh)=ontcoor"4oYson(—a);
dann wird offenbar firs=0[gh] =[gh]; (gh) =(gh), dagegen ander
ganzen Geraden x—1entlang [gh] zu[hg], (gh) 2(hg) conjugirt,
Imgegenwirtigen Falle liegen diedurch Pbezeichneten Punkte
imUnendlichen, diePunkte 2,indenen Kverschwindet, sowie die
Punkte P", indenen sonst verschiedeno Wurzeln der Gleichung
4() =0 susammenfallen, sind nur inendlicher Zabl vorhanden, da
Kund 4(t) inBesug auf¢algebraisch sind.
Wenn daher diezweite Bedingung auf irgend einer messbaren
Strecke der Geraden x—1 erfiillt ist, und der Werth ¢—0 keinen
Pankt Poder P”bestimmt, somuss jeder Linearfactor der Deter-
minante von y— tg’ inihren ersten Unterdeterminanten hichstens
einmal weniger vorkommen, aleinihrselbst.
8.
ImVorangehenden istgezeigt, wieman derersten vondenobigen
Bedingungen geniigen kann, wenn sienicht bereits erfUllt ist.
Die sich hieran scbliessende Untersuchung, obauch diezweite
Bedingung erfillt ist,erledigt sich durch dasamSchlusse desersten
Theiles dieser Arbeit angefthrte Verfahren.
Esbleibt nurnoch ubrig, einbrauchbares Halfemittel anzugeben,
welches unter Voraussetzung derbeiden ersten Bedingungen diejenigen
Vi.Verallgemeinerung einiger Theoreme des Herm Weierstrass, 143,
fiir dieExistenz und dieAnzahl vielfacher Wurzeln der Gleichung
A() =0 liefert. Dasselbé istinderfolgenden Umkebrung deszwei-
ten Weierstrassechen Theorems enthalten.
Wenn unter Voraussetzung der beiden ersten Bedingungen s
eine Wurzel derGleichung (¢) —0,und(¢—s)"~" diehichste
Potenz von t—s ist,durch welche dieUnterdeterminanten
Aeo(!)y AxO)y +++Saal)
alletheilbar sind, s0ist4(¢) durch (¢— )",aber durch keine
hdhere Potenz von ¢—s theilbar.
IstpderExponent derhéchsten Potenz von ¢—s, durch welche
A(® obne Rest theilbar ist, soistjede Unterdeterminante 4,,(t)
(p—1)-mal durch t—z theilbar; also kann pnicht grisser alsm
sein. Dass esauch nicht kleiner alsmsein kann, ergiebt sich durch
folgende Betrachtung.
Sind @undabeliebige reelle Zahlen, sohatjedeGleichung (pag. 128)
‘ aay Al)+eeAya(f)+0€-dio(®)+eC5pRyag~9
‘preclle Wurzeln, diomitabnehmendem ¢stetig insUbergehen, wenn
sienicht schon unabhingig von ¢gleich ssind. Imletzteren Falle
wirde 4,,(t) durch (¢—s)° theilbar sein.
Istdagegen eine jener pWurzln von oabhingig, und fir
ein verechwindendes @bis auf Gréssen hdherer Ordnung gleich
$-+.ag"++--—4, 90erhiilt man dieGleichung (pag. 129, womdurch
pzuersetzen ist)
Him[cogentetpadlenerenyas]
on eo) ual)=Tim40, 40rr ataawo¢denWerthvonweyflrtsbedeutet, unddasZeichen lim.
sich aufdieAbnahme von @oder ¢—s bericht.
Nimmt man nun an, esseip—1<m—1, s0wird dierechto
Seite, also such jeder der beiden conjugirten Factoren zur Linken
gleich Null. Inderhicraus folgenden Gleichung
‘. 40 Jim.[eagt-1 +areaFol-0
istderersteSummand firjedenWerthvonaund¢reell,daucine
ganzeZablist.Daferner(ssfir9—0oderfsvon@ganz
unabhingig wird, sowirde man, wenn derGrenzworth Adieses Quo-
144 VI.Verallgemeinerung einiger Theoreme desHern Weierstrass.
tionten von Null verschieden wire, den Winkel «sowihlen kénnen,
dass dasProduct Ae‘ imaginér wird, wasmitdem Verschwinden der
Summecag’-+Aeunvereinbar istDahiernachhsauch
unter dergegenwirtigen Vornussetzung firt= verschwindet, 0ist
4,x(b, sobald p<m ist,inallen Fallen durch (¢—s) theilbar. Dann
aber iatauch dioDerivirte von 4(é) durch (¢—s), also (4) selbst,
weil esftir¢—s verschwindet, durch (f—s)*+* theilbar, gegen dio
Voraussetzung. Folglich kann auch nicht p<m sein, w.x.b.W.
Wenn 4(¢) durch diem, aber durch keine hdhere Potenz von
t—s theilbar ist,soistumgokehrt (¢—s)"-1 diehéchste Potenz,
durch welche simmtliche 4,,(¢) ohne Rest aufgehen. InderThat
bildet dioAnnabme desGogentheils einen Widerspruch mit obigem
Satze.
Dahiernach dasBestehen desSatzos mit einer Verletzung der
ihm zuGrunde gelegten Bedingungen unvertriglich ist, a0sind diese
zuseiner Giltigkeit nicht bloss ausreichend, eondern auch nothwendig.
Dagegen sind sienicht stets von einander unabhiingig.
Istnimlich inobigem Satze m—1>1, soistdieBedingung,
dass scine Wurzl der Gleichung 4(f)=0 sein soll, von selbst
erfullt.
Wenn die bilinearen Fanctionen g,yden beiden ersten Be-
dingungen gentigen, soistdiesoffenbar such mitdenbilinearen Func-
tionon g,¥,derFall, dieman ausjenen erhilt, indem man 4=0,
0,0 setzt, Daaber dieDeterminante von y—tp, nichts Anderes
als4,,(0) ist,40gelten fiirdieBeziehungen zwischen dioser undihren
eigenen Unterdeterminanten dieselben Sitze, wie fir dieBezichung
zwischen 4(t) und 4,,(t) selbst.
Ist4,,(0) firjedes gdurch (¢—s)"-* theilbar, 80muss hier-
nachinderidentischen Gleichung ,AWAD =4440 =50)Zens
dierechte Seite, und mitihrdasxweite Glied derlinken flrjedes
‘und Amindestens (m—2)-mal durch t—s theilbar sein. Daaber
4,(t) und 4,,(t) alsconjugirte Gréssen den reellen Factor ¢—s
gleich oftbesitzen miissen, soenthiilt jede von ihnen diesen Factor
mindestens [">1]-mal, wennmansodiegrisste in">"enthaltene
ganze Zahl bezeichnet, Aus dem linearen Ausdrucke von4(¢) durch
dieUnterdeterminanten einer beliebigen Reihe folgt also, dase auch
A(f)selbstdenFactor¢—smindestens (257), alsoihnjeden-
falls besitzt, sobald m—1> 1ist.
VLVerailgemeinerong einiger Theoreme des Herm Weierstrass, 145
Durch diese Sitze istdieFrage, obund wieviel Linearfactoren
von 4(f) einander gleich sind, aufdieErmittlung derjenigen gemein-
samen Factoren derUnterdeterminanten y(t), 4yy(0),--- Saa(t) 20>
riickgeftthrt, mitdenen 4(¢) 2ugleich verschwindet.
Eslisst sich mittelst derselben such umgekehrt beurtheilen, wie
man mudenBedingungen gelangen kann, welche erflllt sein mtssen,
wenn dieAnzahl dervon einander verschiedenen Linearfactoren, und
von jedem derselben derExponent gegeben ist.
‘Um zudiesen Bedingungen zugelangen, bedarf esnur einer
Wiederholung derobigen Sitze.
Damit 2B.4(¢) einen Linearfactor m-mal enthalte, muss jedes
4,q(¢) ibn(m—1)-mal besitzen; daaber derSatz auch fir4,,(¢)
gilt,somussjedezweiteUnterdeterminante Patol ihn(m—2)-‘mal enthalten, u.8.w.
Umgekehrt, wenn alle Unterdeterminanten
rao
86,91)2G495) 29-1 9m)
einen einzigen Linearfactor mit einander gemein haben, mit welchom
augleich alle zuniichst vorangehenden Unterdeterminanten
_ tay
2G:9:)---8Gm—Im—2)
verschwinden, soist4(f) durch ihnm-mal und nicht éfter theilbar.
Eswire dberfldssig, diehieraus flrallgemeinere Fille durch
Zusammensetaung folgenden Regeln suszufhren; ebenso kénnen An-
gnben ther gelogentliche Erleichterungen beiderwirklichen Aufatel-
lung derbesprochenen Bedingungen bergangen werden, dasiedurch
dasobige Theorem inVerbindung mitdemjenigen, dessen Umkehrung
csist,offen dargelegt sind.
Ztrich, 1864.
2KR.Obristotte, GoummsieAbbandiogee. I 10
VII.
Ueber diekleinen Schwingungen eines periodisch eingerichteten
Systems materieller Punkte.
(Gournal furdioreine und angewandte Mathematik, Bd,63,1864, 8.278288,
Die vorliegende Abhandiung enthélt dievollstindige Lésung dee
bekannten Problems, dieunendlich kleinen Schwingungen eines Systems
riumlich getrennter materieller Punkte 2ubestimmen, zwischen denen
anzichende und abstossende Krifte wirken, und welche inperiodisch
wiederkehrenden Gruppen imRaume vertheilt sind.
Cauchy, welcher mitdiesem Problem deranalytischen Optik eine
neue Grundlage zugeben gedachte, legte demselben eine grosse Be-
deutung bei, wie ausden zablreichen Abhandlungen hervorgeht, in
denen ersich mitdiesem Problem beschiftigt. Dieselben finden sich,
soweit siemir bekannt geworden sind, inden Comptes rendus vom9biszunf30"Bandeundim22"BandederMemoiren derPariserAkademie; dieersteren sind zum Theil inden Exercices wiederholt.
Der niichste Weg, welcher sich zurLéeung desvorliegenden Pro-
blemes darbietet, besteht inderErmittlung der Gesetze, nach denen
dieperiodischen Bewegungen desSystems inebenen Wellen erfolgen.
Sind diese bekannt, soliefert derFouriersche Satz unmittelbar dieall-
gemeinen Formeln firdieBewegung, welche aufeinen beliebigen An-
fangezustand folgt.
Aber diese Lésung kann nicht alsvollendet angeschen werden;
imart.III.derfolgenden Abhandiung wird nachgewiesen, dass die
vielfachen Integrale, aufwelche man durch denFourierschen Satz ge-
fubrt wird, Elemento enthalten, welche derLésung vollkommen fremd
sind, und welche daher durch eine Reduction jener Integrale aus-
geschieden werden miseen.
Durch eine gonauere Untersuchung deralgebraischen Functionen,
welche indiese Integrale eingehen, istmnirdieverlangte Reduction ge-
lungen, zunichst fiirdieeinfacheren Ausdricke, welche Cauchy am
Schlusse des§.2.seiner Abhandlung dber dieFarbenzerstreaung giebt,
dann auch flrdieLésung desallgemeinen Problems.
Vil Ober dieKleinen Schwingungen eines Systems materieller Pankte. 147
Indervorliegenden Abhandlung istderumgekehrte Weg ein-
geschlagen worden, Nachdem imart.III. nachgewiesen worden ist,
welche Reductionen sich beiderAnwendung desFourierschen Satzes
alsnothwendig herausstellen, wird dieAufgabe sogestellt und be-
handelt, dass man vonAnfang andieGewissheit hat, dieLésung in
einer Form zuerhalten, welche keiner weitern Reduction mehr be-
durftig ist
Eshatsich aufdiesem Wege dasmerkwirdige Resultat ergeben,
dass dieBewegung deszuuntersuchenden Systems, auch unter den
allgemeinsten Voraussetzungen, stets nur von einer einzigen Klasse
analytischer Funetionen einer verinderlichen Grisse ¢abbiingt, deren
reelle Werthe die seit deranfiinglichen Gleichgewichtsstorung ver-
flossene Zeitbestimmen. Diese Functionen habe ichdurch T/),. be-
zeichnet, und ihren Ausdruck durch eindreifaches Integral mitend-
licher Begrenzung imart.1X.Formel 18angegeben.
1
Obgleich dasProblem, mitwelchem dievorliegende Abhandlung
sich beschiftigt, allgemein bekannt ist, lisst sich doch eine ausfubr-
liche Darlegung desselben nicht fuglich umgeben.
IstITeinSystem materieller Punkte, 60wird dasselbe vollkommen
homogen genannt, wenn esfolgenden Bedingungen geniigt:
1)Alle Punkte desSystems besitzen dieselbe Masse.
2)Sind a,b,¢irgend welche Punkte desSystems, und zieht
man aus¢eine Gerade cdvongleicher Linge undRichtung
wie ab, soistdebenfalls einPunkt desSystems.
Fagt man zudiesen Bedingungen dasGrandprineip deratomistischen
Theorie,
8)dass dieEntfernung zweier materieller Punkte, wieklein sie
imUebrigen auch sein mag, doch niemals unter jeder
Grenze liegt,
soistdasSystem JTnothwendig einreticulares, d.b.diemateriellen
Punkte dieses Systems befinden sich inden Durchschnittspankten
dreier Schaaren von Ebenen, welche denRaum incongruente Parallel-
epipeds zerlegen*); lisst man den besondern Fall, woeine oder zwei
Kanten dieser Parallelepipede unondlich gross sind, unberiicksichtigt,
sosind also dierechtwinkligen Coordinaten x,y,#derverschiedenen
Punkte m,,,. desSystems JTdurch lineare Gleichungen
1)Manvergleiche Dirichlets Abbandlung tberdiepositiventernirenquail.Formen, dieses Journal Band 40.
10?
148 VIL Uber diekleinen Schwingungen eines Systems materieller Pankte.
cmataltal tal’,
mee YRBEOL EET +O,
gmyteltel el"
gegeben, indenen 1,1’,1”jedes ganzzahligen Werthes fihig, und die
Ubrigen Gréssen rechter Seite unverinderlich sind.
Diese Definition lisst sich, wieCauchy bemerkt*), aufhomogene
Mittel, welche auschemisch differenten Atomen zusammengosetzt sind,
nuranwenden, wenn man sich dieMassenpunkte m,,,. durch Atomen-
gruppen ereetzt denkt, welche umjode Ecke dervorhin erwabnten
Parallelepipedo ingleicher Weise angeordnet sind.
Wir fiigen hiernach zum homogenen System JInoch Nandere,
I,Th,...Ty, diesogeordnet sind, dass dieCoordinaten deszuI,
gehdrigen Punktes m{,,, mitdenobigen durch dieGleichungen
Mem y= Z—8,%—B—Y— ByH—m=E—T
verbunden sind. Zujeder Werthengruppe (,U1”) gehdrt dann eine
Gruppe materieller Punkte m,,, mi, ...m®,,, dieinihren physi-
kalischen Eigenschaften Ubereinstimmen oder von einander verschieden
sein kénnen. Diese Gruppen wiederholen sich periodisch aufdieselbe
Weise, wie diePunkte desSystems JT;ihre Gesammtheit kann also
ebenfalls alseinhomogenes System Pangesehen werden.
Essind nun die superponirbaren kleinen Schwingungen eines
solchen periodisch eingerichteten Systems P,mit denen diegegen-
wirtige Arbeit sich beschiftigt. Und zwar flgen wirzudenobigen
Vornussetzungen Uber dieEinrichtung dasSystems Pnoch diefolgen-
den, welche dieinihm wirkenden Krifte betreffen.
Wir setzen voraus, dase zwischen deneinzelnen materiellen Punkten
von PAttractionen (Ansichungen und Abstossungen) wirken, durch
welche sie,beideroben beschriebenen Einrichtung desSystems P,im
stabilen relativen Gleichgewichte erhalten werden.
Esseien ferner mi, undmi.4y4_r2WeibeliebigePunkte “von P,deren Massen und Coordinaien bezichungeweise m',2,Yi)#
und m!,2,yj,#,sind. Dann wirkt anmin Folge dergegenseitigen
Attraction beider Punkto inihrer Verbindungslinie eine Kraft, diebloss
von ihrer Entfornung (ik) abbingt, und durch
ait]
ag)
1)Comptes rendus Tome 9,pag. 858
VIL. Uber dieKleinen Schwingungen eines Systems materieller Pankte. 149
bereichnet werden soll. Die Componenten dieser Kraft werden also
ausgedriickt durch
£7
Ox,’ Oy? Om
Ueber dieMassen m,m',... m, 80wie Uber dieAttractions:
gesetze, welchedurchdasZeichen ,./,,917)beiverschiedenen Werthen
derIndices iund &dargestellt werden, lassen wir dieallgemeinsten
Voraussetzungen bestehen; wir setzen also weder zwischen zwei von
jenen N-+1 Massen, noch zwischen zwei von den imAllgemeinen
denkbaren }(N+1)(N+2) Attractionsgesetzen dieGleichheit voraus.DadieDifferenzen 2,—2,y,—Y#,—fyvondenendieerste nach deroben eingefthrten Bezeichnung —a,—a,+an+a'n'+a"n” ist,nurnoch von denganzen Zablen n,n’, n”abhingen, welche fr
denangezogenen Punkt m‘,,, dierelative Lage desanzichenden Punktes
ms.4.renre¢qrbestimmen, soerhiiltmandieGleichgewichtsbedingungen
firjeden’ Punkt m’,,, vonJZ,,wenn manindenGleichungen
ater aie aie 0)OMBa BI MHBa
dieerste Summation Uber alleganzzahligen Werthe vonn,n,n", die
aweite Uber dieWerthe k=O, 1,... .Nerstreckt, mit Weglassung
descintigen Gliedes (n= n'—=n"—0, k=i).
Ertheilt man hierauf dem Index iderReihe nach dieWertho 0,
1,....N, #0ergeben sich dievollstindigen Bedingungen fir das
Gleichgewicht desSystems P.
IL
Dadasrelative Gleichgewicht von PderVoraussetzung gemiss
stabil ist,sokann man seinen Punkten 20Kleine relative Ortsinde-
rungen und Geschwindigkeiten ertheilen, dass dieselben indernach-
folgenden Bewegung unsufhdrlich innerhalb belicbig enge gewiblter
Grenzen beharren.
Man kann also bewirken, dase jede relative Ortsinderung fort-
wihrend unendlich Klein bleibt. Dann lassen sich diebeschleunigenden
Krifte injedem Augenblicke durch dieOrtsinderungen linear aus-
dritcken. Folglich sind dieBewegungen inunendlich kleinen relativen
Ortsinderungen superponirbar.
Bezeichnet man zur Zeit ¢die zuden Axen parallelen Ver-
schiebungen
150 VIL. Uber diekleinen Schwingungen eines Systems materieller Punkte.
fe)[HePanklos me durch Eee=Boter=MiBe=fo [ae rake Mem eeniren durch Bytybs
soerhilt man ausdenGleichungen (1.)dieamPunkte m},,. zur
Zeit ¢wirkenden Componenten, wenn man aufderrechten Seite tiber-
allundfrjeden2;—ay9—%ysmdurch#)—2,48)—byHt ty H+ EE, onelat, also ai,y,#,bentiglich um
Bb th— no&—& wachson Tisst.
Daraus ergeben sich dieGleichungen flrdiesuperponirbaren Be-
wegungen desSystems Pinfolgender Gestalt:
ier fCmoe ae Wt a+Let],
Ottewe ii OER) OUR)pe 8)me arash WtTw a)+Fae 8],
2B ate HUEgry)4MHWOOt ELwn)+Fe)
Dieselben miissen firalle ganzzabligen Werthe von1,U,I”und
firi=0, 1,... Nbestehen, Die Bedingung, dass beiden Summa-
tionen das Glied (n—n'=n"—=0, k=i)weggelassen werdensoll, braucht jetzt nicht mehr beriicksichtigt zuwerden, dabeidiesen
‘Werthen derSummationsindices dieFactoren §;—&,u.8.w.sich auf
‘Null reduciren.
UL
Seit den Untersuchungen Cauchys ber diereticularen Systeme
pflegt man den Anfangszustand eines solchen Systems durch stetige
Fanctionen derCoordinaten auszudriicken, welche nicht bloss den ma-
teriellen Punkten des Systems, sondern auch den sieumgebenden
massenfreien Punkten Anfangsverschiebungen und Geschwindigkeiten
anweisen.
Indem man hierauf dieDifferentialgleichungen derBewegung auf
alle Punkte desRaumes ausdehnt, bestimmt man mittelst desFourier-
schen Satzes eine Bewegung descontinuirlichen Raumes, anwelcher die
inihneingetauchten materiellen Punkte ihrem Orte gemiiss theilnehmen.
Beidiesem Verfahren wird dieBewegung desmateriellen Punkt-
systems abhingig gemacht, nicht bloss von seinem eigenen Anfangs-
zustande, was firjeden einzelnen Punkt desselben inirgend einem Um-
fange derFall sein muss, sondern auch noch vom Anfangszustande des
massenfreien Raumes, was inWirklichkeit nicht der Fall sein kann.
VIL. Uber dieKleinen Schwingungen ines Systeme matereller Punkte. 151
Vondiesen, derLésung nothwendig fremden Elementen kanndieselbe
nurdurch dieReduction dervielfachen Integrale befreit werden, welche
durch den Fourierschen Satz eingefihrt worden sind.
Um diesen Usbelstand zuvermeiden, geben wir den Anfangs-
mustand des Systems Punmittelbar durch dieVerschiebungen und
Geschwindigkeiten seiner eigenen Punkte. Sei
a 36at 4 flrt=0, peb=Te, haat,
“ ior8m_gts (4) terUAV Gere
is2 3b_ gieeferhaPre Bmore
Dann lisst sich daszuIdeende Problem wiefolgt aussprechen:
Essollen, fir alle ganzzabligen Werthe von 1,,1"und flr
i=0,1,0..¥
Bers Tees Ser
alsFunctionen derZeit ¢und derAnfangswerthe VundGden
Gleichungen (3:und(4.) gemiss bestimmt werden,
Iv.
Unsere nichsto Aufgabe besteht darin, zuermitteln, inwelcher
Weise diegesuchten Functionen vondenAnfangswerthen abhingen.
Zndiesem Zwecke Inssen wiranStelle desdurch dieGleichung (4)
dargesteliten Anfangszustandes einen andern treten, inwelehem nur
der Punkt
Mayreriter
inseinem Gleichgewichte gestért worden ist,und auch diesem Punkte
nur unendlich Kleine Verschiebangen und Geschwindigkeiten <V,27’,
@¥” und 2G, 2G’, 2G” ertheilt worden sind. Aus dieser Gleich-
gowichtestérung entepringt eine Bewegung desSystems P,inwelchem
wirdieVerschiebungen desPunktes
Mee
zurZeit ¢durch X,Y,Zbezeichnen wollen.
Wir wollen zweitens voraussetzen, dass man zur Zeit t=0,
ohne dasGleichgewicht dertbrigen Punkte desSystems zustéren,
152 VIL Usber dieKleinen Schwingungen eines Systems materieller Punkte.
dieVerschiebungen @V, @V’, @V” und dieGeschwindigkeiten 2G,
2@', 2G" dem Punkto
mre
ertheilt habe. Bezeichnet man alsdann inderhieraus erfolgenden Be-
wegung desSystems PdieVerschiebungen desPunktes
Me
zurZeit tdurch ¥,),8,80muss wogen derEinrichtung desSystems P
X=%, Y-9, 27-8
sein. InderThat werden dieimzweiten Falle gemachten Voraus-
setzungen mit den auf den ersten Fall bezglichen véllig identiseh,
wenn man dasSystem Pohne Drehung solange verschiebt, bisder
Punkt mi. nach mt, 14,247 Fckt, wobei dann jeder Punkt mi,,..
nach ms rsnareer undinsbesondere m{,, nach m‘,,. geschoben wird.
Far dieGréssen X,%,Y,... lassen sich aber leicht bestimmte
Ausdrlicke finden. Superponirt man nimlich jeden der beiden An-
fangsmustinde, aus denen sieentspringen, mit dem durch dieGlei-
chungen (4.)bestimmten, sowerden imersten Falle dieAnfangewerthe
(P%, G4,V8, gnaeetma,2G,2V’,...,undinFolge dessen dieVerschiebungen (£,7,$f, umX,Y,Zvermebrt; im
sweiten Falle, wodieAenderungen cV, 2G, ¢V', ...den Anfangs-
werthen (V*, G%,V%+1,...),,.,. ertheilt werden, indern sich(&,%Dep
umX,9,8.
Drickt man demnach dieVerschiebungen X,%,¥,...durch die
Differentiale derGréssen Ei, Eye, irs ---nach den geinderten
Anfangswerthen aus, soergiebt sich ausibrer Gleichheit 2.B.
Bie ; aber tire 7 Km t gag C+ ie “OV teOVE reraer Gi renee VR eeraee
2t00 B00 - my 3 -z- tho ay 2 “2G Seo BV penBar OFFate +ap +
undallgemein, wenn man einen derBuchstaben £,9,§durch (&,1,6),
und einen derBuchstaben V,Gdurch (V,@)bezeichnot
6) 2b Birr 2Goo,IM aenaree OMOar’
VIL Usber dieKleinen Schwingungen eines Systems materieller Pankte. 153
firi=0,1,....N,j—0, 1,...3N+2,undalleganzzahligen Werthe von a,2%,4",1,0,0".
Wir setzen vonjetzt an
Boo aes.Otiwo pasty Ao_paveswoWheMitteGyeRaeGyeBae
ito gins Athen guerny ton guenns
BGfyn SEY Zap, Ses Zqpee Ses
und werden imfolgenden art.zeigen, wie sich dieBestimmung der
Functionen £,7,{vollstindig aufdieErmittlung derFunctionen R und §zuriickfahren last.
v.
Zuniichst ergiebt sichausdenflr¢—0 stattfindenden Gleichungen
Rao—Vth,i—C2,boVas"8.mitHolederGleichangen (6.),
dase firt—0, miteinziger Ausnhme von
mnReiundoe(j=0,1,...8N +42),
welche gleich1werden, alleabrigen Functionen R,8,4%,SF
verschwinden.
Ferner erhilt man ausdenGleichungen (3.), indom man sienach
einem Anfangewerthe differentiirt, mit Hilfe der Gleichungen (6.)
Differentialgleichungen, denen dioFunctionen Rund$gendgon missen.
Beachtet man, dass nach (5.)und (6.) aufGrund der inart.I
eingefthrten Bezeichnung
BGO; AmB mrewsranr OEmEWO ewrenvee COL rerWOnewirw
(PM, PE, PED anaes
AtmOspsy paernsparenTWHvareceee , deve
ist,woPdurch Roder Szuereotzen ist,jenachdem man nach Voder
Gdifferentiirt, 40erkenntmansofort,dassman,umdieGleichungen(3.) nach(V,Gy,4ra¢e 20differentiiren, nurnéthighat,dortdberall
Baty &durch Pits PA Pie?
154 VIL. Usber dieKleinen Schwingungen eines Systems materiller Pankte
. und die Differenzen
Bb ttm &—&
durch
Pacer Pe BPI aege=PitBee,
PEMaura Panty=penne? mi ersetzen.
Bebilt man diese Bezeichnung zur Abkirzung bei, soergiebt
sich also
artis. BFE)ganasUHLpenssacsOUR)genes.scen][eRe CaesOFcarayBNgalasBEN Ore BEE]gpanseyOE)pareysigs 4OURparesis @ifaeDLLesaBetGyeBtnFaasBee, erie! BUH) gyanseg2H] gpanssscerySALgpsnes,sees mse LaatbagBEgag BUTilgeeed)
Fagt man zudiesen Gleichungen dieBedingung, dass
flr#—0undj-0,1,...3N+2
apg (8) Pah, aa8
werde,undalledbrigen Functionen Pund4?verschwinden,
sowird offenbar
LP—R, wennmanalle—1, alleB/—0setzt;ILP=S, wennmanalle&/—0, alleB/—1setzt,
gleiche Indices beiP,Rund Svorausgesetat.
Diese Bedingungen zeigen, was auch flrsich klar ist, dass die
Functionen Rund Svon den Anfangswerthen Vund Gunabbingigsind;alsosind(5.)und(6.)dieVerschiebungen §,1und{lineareFane-
tionen derselben. Dadiese Functionen verschwinden, wenn man alle
Anfangswerthe aufNull reducirt, soerhiilt man ausden Gleichungen
(6)und (6)
(9)Yttreae Visursrarset Ste”Glywaeeagels AS
tee= Visurenarget SiteGayrerareels $
‘VIL. Uber dieKleinen Schwingungen eines Systems materieller Punkte. 155
wovon den beiden Summationen sich dieerste ther alle ganzzabligen
Werthe von 2,2’,2",und dieaweite sich ther dieWerthe j=0, 1,2... 3N+2 erstreckt
vi.
Man kann eine Particularlésung derGleichungen (7.) finden, in-
demmanjedeFunktion P,,,,urExponentialgréase ¢!¢*@+/0OV=1
proportional setzt, wobei u,1,u”Constanten bedeuten, welche will-
Ktirlich bleiben. Durch Superposition solcher Particularléeungen muss
‘man hierauf den Anfangsbedingungen (8.)Genilge leisten.
InFolge derbesondern Beschaffenbeit dieser Anfangsbedingungon
istesleicht, imVoraus das Resultat dereben bezeichneten Super-
position zuerkennen. Essei@cine Function derVariabeln ¢,«,
w,w',welche ebenso wieihreersteDerivirte °°firt=0vonw,w,
w”unabhingig wird. Entwickelt man diese beiden Functionen firalle
zwischen —2%undxenthaltenon Werthevonu,w,w”nachEx-
ponentialgréBen o@"*#**+2Y-1, goverschwinden flrt=0alleCoef- ficienten indiesen Entwicklungen bisaufdiejenigen, welche derVor-
aussetzung 2—2/—2"—0 entsprechen, Dies istgenau dievon den
Funetionen P,,,. verlangte Eigenschaft. Wir setzen demnach
(40) Phehyfatvatertenyteutwant
wojede Integration awischen denGrenzen —xundxsuszufthren ist.
Dann verlangen die Anfangebedingungen (8.), dass man flr
t=0 habe
(a1) iat, 2g, atmo, Ao,
wenn Avonjverschieden ist.
Femer ergisbt sich aus(10.)
1gpsfautVAE, gleeVoyoulau
Wir setzen diese Ausdriicke indieGleichungen (7.)ein, und bedienen
unsfolgender abktrzender Bezeichnung:
ene eeey at
156 Vil. Ueber dieKleinen Schwinguagen vines Systems materieller Ponkte.
ferner inderersten Gleichung
SSS
an [is] [a :Pe 8 -0=(81,31), DB 08i,88),
ai ania : ait . DD ie Fea,0i8i41), -De -o=(8i,3k+1),
DDH -DHG0-4,3542), DDFay0Gik+2),
inder sweiten
i ao ; ekPa Pr-@=(8i+1,84), ~Dieee0Bit1,3%), (12)7 - tiHET 0Gist8i+0),—SM)0Gi+1,3k+1),
a Dg 0-Bi41,314+2), —DF-o=(Bi+1,8k+2), yeOFe how %
jund inder dritien
(i (6 ; aneDLA -DHayo-Gi+2,34),-Die-@=(3i+2,3%),
DDH DF), 0i+2,31+1), -Dae o=(8i+2,3k+1),
DDB -DAG -0-i+2,31+2), —DBE o=(Bi+2,38+2),
wodieGleichungen derzweiten Verticalreihe kund ialsvon einander
verschieden voraussetzen,
Unterscheidet man indenGleichungen (7.) diebeiden Fille, wok=ioderkvon4verschieden ist,soerkeontman,dasedieselbensichmitHolfe dervorstehenden Bezeichnungen indiefolgenden verwandeln,
in denen
ipTOON yeuau"=2Byee
gesetzt ist:
o-fiEye [monta(6482 4B5,3k+ A48i,8h+90) |,
eastets 0fe,yyme +(Git,sh"46i+1,3k+1) 244Bix,BkrDAHN),
280489 0-feOFmeoe+2(Gi42,8248i42, 5NAMHAYB42,3AM) |,
wokbeiderSummation dieWerthe 0,1, ...Ndurchléuft
‘VILUeber diekleinen Schwingungen eines Systems materieller Punkte. 157
Diese Gleichungen missen flralleganzzahligen Werthe von2,2,
2”bestehen. Daaber dieindeneckigen Klammern stehenden Func-
tionen von2,2',2”unabbingig sind, soergiobt sichausderTheorie
dertrigonometrischen Reihen, dass siegleich Null seinmitssen firalle
zwischen —x und aliegenden Werthe von u,w,w",d.b.firalle
Werthe, welche diese Variabeln wihrond derIntegration durchlaufen.
Jede dervorstehenden Gleichungen liefert also cine Differential-
gleichung zwischen deneinzelnen Functionen .Setzt manderSym-
tmetrie wegen inderersten m‘= w,,,inderzweiten mé— uy,,,, inder
drittenm=4y,,,0dassmanflri=0,1,...Nhat
_8) HaeHace=aces=
sotreten diese Gleichungen simmtlich indieniimliche Form; man er-
halt far
hj=0,1,...3N4+2
panOSA (14) wae + (hg)=0.
Auf diese Weise istdasurspriinglicho Problem aufdieIntegration
des vorstchenden Systems gewohnlicher Differentialgleichungen mit
Riicksicht aufdiein(11.) gestellten Anfangsbedingungen zurlckgefuhrt,
Zudieser Integration sind indessen einige Vorbereitungen erforderlich.
VIL
Vorallem istesnotwendig, gewisse Eigenschaften derCoefficienten
(hg) festzustellen.
Zuniichet ergiebt sich ausihrer Entstehung, dass sienicht blose
von derZeit ¢unabhingig sind, sondern auch von derStelle, welche
derPunkt mi,,, imSystem II,oder Peinnimmt.
Eine zweite Eigenschaft ergiebt sich unmittelbar aus den Glei-
chungen (12). SieistinderGleichung
(Bi+1,3k+0)=(Bi+0,3k+2)
enthalten, wenn gund znach Belieben ausden Zahlen 0,1,2aus-
gewihlt werden.
Die dritte Eigenschaft, deren Kenntnis nothwendig ist, besteht
darin, dass diebeiden Gréssen (gh) und (hg), welche imAllgemeinen
complexe Werthe haben, stets zueinander conjugirt sind.
Zam Beweise dieser Behauptung werden wir inden Ausdrticken
derverschiedenen Gréseen (gh)dieVorzeichen derIndices n,n’,n” indern,
was auf den Werth dieser Ausdriicke offenbar keinen Einfluss hat.
158 VIL. Ueber diekleinen Schwingungen eines Systems matorieller Punkte.
Dann erkennt man zunichst leicht, dass dieGrissen (31+, 3i+0)
simmtlich reell sind. Daausserdem (3i+7,3i+)=(3i+@,3i+z) ist,sowird indiosem Falle derobigen Behauptung nicht widersprochen.
Wir wollen nun unter der Voraussetzung, dass kvon iver-
schieden ist,diebeiden Factoren untersuchen, welche imAusdrucke
von(3i+ 7,3k+) unter dem Summenzeichen stehen.
DamannachartLundIl.
Hazy —atanda'n pa"n", 2—2a —atanto
hat, und dhnliche Gleichungon frdieanderen Coordinatendifferenzen
gelten, s0folgt, dass x,—z,, y,—yy,#,—#, durch Aenderung desVor-
zeichens von n,',n"in—(2\—¥), —(yj—dh)» —(6,— 4)vOr-
wandelt werden. Gleichzeitig gehen also dieAusdricke
Hieraus folgt, dase inden Gleichungen (12:) derZeichenwechsel
derIndices n,n’, n”nursurFolge hat, dass aufderlinken Seite
1)dieZablen iund&vertauscht werden, und2)inderExponential-
grosse @=e-«+IV=1 dieY—1 dasentgegengesetzte Zeichen er-
hilt. Dadurch wird aber dieGrosse (3i+z, 3k+0) ohne Aenderung
ihres Werthes indieConjugirte von(3k +z,31+ 0)=(3k-+0, 3i+2)
verwandelt, w.z.b.w.
Man kaon endlich noch eine vierte Higenschaft dieser Grésson
(gh) bemerken; dieselben sind nimlich inBezug aufjede derdrei
Variabeln u,w,u”periodisch, mit der Periode 2x. Daraus zicht
man leicht denSchluss, dass diedurch dieGleichungen (11.) und(14.)
bestimmten Functionen 2die nimliche Periodicitit darbieten mUssen.
Vu.
Setzt man
w=Sane, =Sea,
D
sokann man dieGleichungen (14.) infolgende Form bringen:
@(ae),av (5) (8) +2%-0, h=0,1,...8N42
Dadiese Gleichungen linear, undihre Coefficienten constant sind,
sobiingt ihreIntegration, wiebekannt, nurvonderUntersuchung der
Determinante der bilinearen Function
wv—29!
und ihrer Unterdeterminanten ab.
VII. Ueber diekleinen Schwingungen eines Systems materieller Punkte. 159
Vergleicht man aber dieAusdriicke derFunctionen yundg/mit
denjenigen, welche inder Abhandlung tber dieVerallgemeinerang
einiger Theoreme desHerm Weierstrass (p.126) durch yund pbe-
zeichnet wurden, soerkennt man sofort, dass diedort gemachten
‘Voraussetzungen imgegenwartigen Falle erfUllt sind.
Setzt man nimlich [hh] —, und, solange gvon hverschieden
ist,[gh] =0, 80wird
oD en, .
und essind nun (gh) und (hg), sowie [gh] und [hg] 2ueinander con-
jugirt, wiedortverlangt wurde. Setztmanferner 2*/—x,+iy,,
Hh=x,—iy,, 00wird g—Sp,(2i+y}). Dieskann, dasiimmtliche
@alsMassen materieller Punkte positiv sind, nur verschwinden, wenn
allerellen Variabeln xund ysich zugleich aufNull reduciren.
Bezeichnet man daher durch
{0er (01)...4(e)=) (10) (1)—we.|
dieDeterminante vony—zg’,unddurch4,,(z)dieauseinerAenderung
desElementes (ik) entspringende Unterdeterminante von4(z), sofolgt
1,dass alle Wurzeln derGleichung 4(z) —0reell sind.
Bezeichnet man die von einander verschiedenen Wurzeln dieser
Gleichung 3+ 3°Grades durch
80folgt weiter,
TLdass man durch Zerfillung inPartialbriiche
4a) _ Ab
erhiilt, wodieFactoren Avonxunabhingig sind, unddieSummation
sich ber dieverschiedenen Wurzeln derGleichung 4(z) =0erstreckt.
Endlich zieht man ausden Gleichungen (9.)derangefihrten Ab-
handlung firdenvorliegenden Fall diefolgenden:
bm po
° a 2agBasin Agee
welche beijeder Bedeutung derGrissen 2°/, Q'/, ...stattfinden.
160 VIL. Usber diekleinen Schwingungen eines Systeme materieller Punkte
Setzt man also
as) 4,28 =Do.di,a4 =2,
0folgt ausden Gleicbungen (IIL)
wD,
(17) °savDagan
Diesfostgestellt, multipliciren wirdieGleichung (15.)mitA%,, und addiren hierauf dieausihrfr h—=0,1,... 3N+2 entspringen-
den Gleichungen zueinander; dann folgt
araens naa +je 0.
Daman aus(16.) und (11) far¢=0
’ ant ’ RehmwyAM Ge—wy
erhilt, 80istalso frcinbelicbiges ¢
+ Ty singyt4—4,8)[const 8],
mithin, wegen derGleichung (17.)
7 ofa saut), =m)D4, [Wreoss,e+9/ 2]
Ix,
Aus dem eben gefundenen Ausdrucke derFunctionen 2ergiebt
sich mit Rcksicht aufdieGleichung (10.), dass man, wenn
sins aasresrey=as)eds Btfete ayaa=Ti
acuWu<x gesetzt wird,
atthe Phemo [WEE+OTs]
erhilt, Daferner (art.V,I.undIL)Pgleich Roder Sist,jenachdem
man firjedesj©=1,B=0oderW/—0,B—1setzt,sofolgt: ath,Bie type, StarwyTha
Durch Einseteung dieser Ausdriicke erhilt man ausdenGleichungen (9.)
‘VIL. Ueber diekleinen Schwingungen eines Systems materieller Punkte. 161
dieLésung des vorgelegten Problems. Sei zur besseren Uebersicht
fir g@—0, 1,2
ae) pan
sofolgt:
Bee=Gite+SEE
AB, (20) ther—Glew+Bes
OB. See=Gre+Gen
DieEinfachheit dieser Formeln lisst nichts zuwiinschen brig.
Esscheint indessen schwer zusein, aus ihnen unmittelbar cine Vor-
stellung von derdurch siedargestellten Bewegung zugewinnen. Da-
gegen bieten siefurangeniherte Bestimmungen eine véllig zuverlissige
Grundlage dar, beiwelcher esnicht, wiebeiderdirecten Behandlung
derurspringlichen Differentialgleichungen, zubefirchten ist,dass durch
wiederholte Vernachlissigungen schliesslich alles verwischt wird, was
den Charakter desurspriinglichen Problems ausmacht.
VII.
Ueber dieBestimmung der Gestalt einer krummen Oberflache
durch lokale Messungen auf derselben.
lournal far die reine und angewandte Mathematik, Bd. 64, 1865, S.198—209,)
Die bisherigen Untersuchungen ber dieGestalt derErde gehen
simmtlich vonderdurch hydrostatische Griinde nahegelegten Vorans-
setaung us, dase dieselbe bisaufgeringe und nur zufillige Ab-
weichungen einSphiroid ist,welches seine Drehungsaxe mitderErde
gemein hat. Dieses Sphiroid, welches man zum Unterschiede vonder
wirklichen diewahre Oberfliche derErde nennt, wird dadurch bestimmt,
dass dieauf der ersten wirklich ausgefthrten Gradmessungen durch
miglichst wenig botrichtliche Abinderungen derBeobachtungeresultate
mit den auf der letztern ihnen entaprechenden ingenaue Ueberein-
stimmung gebracht werden
Das inRede stchende Problem lisst sich indessen auch noch von
einem aweiten Gesichtspunkte ausbehandeln, welcher von jeder will-
Kiirlichen, wenn auch noch soannehmbaren Voraussetzung aber die
zuermittelnde Gestalt derErde unabhingig ist,und ausdiesem Grunde
aur Entscheidung tber dieZulissigkeit einer solchen Voraussetzung
fihren kénnte.
Esversteht sich von selbst, dass auch beidieser Untersuchung
dasStudium spezieller Terrains von derBestimmung derErdoberfiiche
imAllgemeinen getrennt werden muss. Aus diesem Grande wird es
keine willkirliche Voraussetzung insich echliessen, wenn man alsdie
zubestimmende Gestalt derErde, mit Beriicksichtigung unserer vor-
Vaafigen Kenntnis vonihrer allgemeinen Wélbung, diejenige allenthalben
gewolbte und stetig gekriimmte Oberfliche Ebezeichnet, welche mit
derwirklichen Erdoberfliche nach Beseitigung ihrer lokalen Hebungen
undSenkungen vollstindig zusammenfillt. Esmuss hinzugefligt werden,
. dase dieinderletzten Bedingung liegende Unbestimmtheit wegen der
relativen Geringfgigkeit derzubeseitigenden Unebenheiten alsthat-
siichlich garnicht vorhanden betrachtet werden kann.
‘VILL. Bestimmung einer Oberfiiche durch geodBtische Messungen. 163
Zur Orientierung ther dieLage eines Punktes maufderOber-
fiche Esind dieandietigliche Bewogung der Himmelskugel ge-
knipften sphirischen Coordinaten desselben imvorliegenden Falle
nicht goeignet, weil sievon derBeschaffenheit derFliche Einder
Nao desPanktes munabhingig sind, also auch flrsich alloin keinen
Rickechluss auf dieselbe gestatten. Ich bediene mich aus diesem
Grunde zurBestimmung derLage von maufEdersphirischen Co-
ordinaten eines Punktes, den ichdas wahro Zenith derFliche Eim
Pankte mnenne, und verstehe hierunter denjenigen Punkt mderun-
endlich entfernten Himmelskugel, inwelchem diese von derinmauf
derzuginglichen Seite von Eerrichteten Normale geschnitten wird.
Dies festgestellt, erhiilt man aus den folgenden Untersuchungen
frdenvorliegenden Fall denSatz:
‘Wenn die Oberfliche Eeines sich nicht ins Unendliche er-
streckenden Kérpers allenthalben gewdlbt und stetig gebogen ist,
ferner inkeinem Punkte derselben einHauptkriimmungshalbmessor
unendlich gross oder unstetig ist,endlich flrjedes wahre Zenith,
unabhiingig davon, welcher Punkt der Fliche ihm entsprechen
mag, dieSumme derinletzterem stattfindenden Hauptkrimmungs-
halbmesser gegeben ist,soistdieFliche selbst und ihre Lago in
der Himmelskugel véllig bestimmt, bis auf einen belicbigen mit
ihrverbundenen Punkt, dber dessen Ortimabsoluten Raume noch
verfligt werden kann.
InFolge dieses Satves kaun dieGestalt derFliche Emitjeder
belicbigen Genauigkeit bestimmt werden, wenn man imStande ist,fur
eine gentigende Anzahl vonPunkten derselben, aber deren gegenseitige
Lage keine anderweitigen Angaben erforderlich sind, 1)diesphiri-
schen Coordinaten ihres wahren Zeniths, und 2)dieSumme derin
ihnen stattfindenden Heuptkrimmungshalbmesser zuermitteln.
InderThat kann man unter dieser Voraussetzung dieSumme
derbeiden Hauptkrimmungshalbmesser alsFunction derCoordinaten
des wahren Zeniths darstellen, wobei man nur darauf Ritcksicht zu
nehmen hat, dass derbeiderInterpolation zuGrunde gelegte Ausdruck
inkeinem Zenith unendlich oder unstetig wird, und einer imart,VIL
nither zubezeichnenden Bedingung gentigt. Durch den numerischen
Verlauf dieser Function und diedbrigen Bedingungen desSatzes ist
aber dieFliche Evollig bestimmt.
Esmuss hier unerértert bleiben, inwieweit sich diese Resultate
turwirklichen Ausfibrung eignen. Die Grundlage zudereelben istin
dem Satze zusuchen, dass einstetig gekrimmtes, hinlinglich Kleines
Sttck jeder beliebigen Oberfliche alseiner Fliche zweiten Grades an-
nt
164 VII Bestimmung einer Oberiiche darch geodstische Mossungen.
gehdrig betrachtet werden kann. Dieletztere muss flrjedes passend
gewihlte Stick 7derzurUntersuchung vorgelegten Fliche durch
=Messungen von derselben Art bestimmt werden, wie man siebisher
zurBestimmung desganzen Erdsphiroids ausgefdhrt hat, und liefert
dann flrdiePunkte des genauesten Anschlusses an7’das wabre
Zenith und dieSumme derbeiden Hauptkrimmungshalbmesser,
L
Dem vorliegenden Zwecke gemiss beschrinken wir die nach-
folgenden Untersuchungen aufden Fall, wodievorgelegte Fliche E
sichweder insUnendliche erstreckt, noch aufihrer zuginglichen Seite
inverschiedenen Punkten gleichgerichtete Normalen hat, noch inZu-
sammenhang, Biegung oder Krimmung irgendwo eine Unstetigkeit dar-
biotet. Zur Vereinfachung scbliessen wir Uberdies denFall aus, wo
cinHauptkrimmungsbalbmeseer aufEunendlich gross wird; esmag
indeasen beiliufig bemerkt werden, dass simmtliche Resultate giltig
bleiben, wenn dieser Fall ineiner begrenzten Anzahl von Punkten ein-
tritt, sobald nur nicht dasProduct auseinem Hauptkrimmungshalb-
messer und jeder Potenz derEntfernung von einem dieser Punkte,
deren Exponent kleiner als 1ist, indemselben unendlich wird
(art. Vb. und VI).
Die nichste Folgerung, welche wirsus diesen Einschrinkungen
ichen, besteht darin, dase nicht bloes 2ujedem Punkte mderFliche E
cineinziger Punkt malswabres Zenith, sondern auch umgekebré zu
jedem wabren Zenith nureineinziger Punkt derFliche Egehirt.
Dies festgestellt, seiCderNordpol derHimmelskugel, Ader
Durchschnitt desersten Meridians mitdem durch Cbestimmten Aequator,
Bder von Aaus auf letzterem um einen Quadranten dstlich entfernte
Punkt, Indem hierdurch gegebenen Coordinatensystem soll dienach
Osten wachsende Linge vonmdurch p,seine nach Norden wachsende
Breite durch 4bezeichnet werden.
Zor Bestimmung der Lage des entsprechenden Punktes mim
Raume bediene ichmich rechtwinkliger Coordinaten z,y,2,welche
inden durch die unendlich entfernten Punkte A,B,Cbestimmten
Richtongen wachsen. Ueber ihren Anfangspunkt, der vorliufig nicht
inBetracht kommt, kann erst spiter (art. VIII) verfigt werden.
‘Nach dem, was oben festgestellt wurde, sind dierechtwinkligen
Coordinaten von mdurch dieLinge und Breite vonmvollstindig be-
stimmt. Daausserdem wegen desununterbrochenen Zusammenbanges
und derstetigen Biegung von Zbeide Punkte zugleich ihren Ortnach
derStetigkeit indern, endlich nach derVoraussetzung kein Punktmim
Vl, Bestimmung einer Oberfiche durch geodttische Mesmngen. 165
Unendlichen liegt, 0sind x,yund#einwerthige, endlicho undstetige
Functionen derVariabeln @und g,und letztere von einander unab-
hingig.
Daaber gund @nicht bloss dieLago von m,sondern auch die
Richtung derTangentialebene von Eindiesem Punkte bestimmen, #0
sind sierickwirts von den’ verschwindenden Aenderungen abbingig,
welche z,yund #durch eine unendlich kleine Ortsinderung des
Punktes maufEerleiden. Aus diesem Grunde erlangen x,yund 2,
wenn siealsFunctionen von @und @dargestellt werden, bestimmte
Eigenschaften, welche dieGrundlage unserer Untersuchung bilden.
I
Esseien az,dy,28dieZunahmen, welche dieCoordinaten vonm
beim Uebergange zueinem aufEunendlich benachbarten Punkte m,
erlangen. Projicirt man dasLinienclement mm, aufdieNormale mm,
und bezeichnet dieWinkel zwischen dieser und den Richtungen der
wachsenden Coordinaten durch (mA), (mB), (mC), 80folgt:
xcos(mA)+aycos(mB) +7scos(mO) =0;
hier ist, weil pund @dieLange und Breite von msind,
cos(mA) =cospcos,cos(mB) —singcos0,cos(mC) —sin0.
AnStelle von @fibre icheine neue veriinderliche Grésse @mittelst
derGleichungen 5,1) cos8—2,sind— o% ©
cin, woCund$denhyperbolischen Cosinus und Sinus bedeuten, also
epee at @) Q-ft, 3-255
ist. Damit also @seine Werthe von —}x bis+$ader Reihe nach
erlange, muss @diereellen Werthe von —co bis+oodurchlaufen.
Daraus folgt
(3) con(mA)=22,cos(mB)—“"F, cos(me)=5,
wenn zurAbkarzung CundSstatt C,undS,gosetzt wird, alsoweiter
tam—82ce—BEay, endlich
a4 22, ing 2
“) ene”
ae 1 ar ng
Fe—3(Como55+singF)-
166 Vill. Bestimmung einer Oberfidche durch yeodatische Messuogen
Daaber dieVariabeln pund @von einander unabhingig sind,
also jede Aenderung dereinen dieandere und ibrDifferential unge-
ndert list, omuss man gleiche Resultate erhalten, wenn man von
den vorstehenden Gloichungen dieerste nach g,diezweite nach @
differentiirt. Moltiplicirt man vorher mit S,und subtrabirt nach dem
Differentiiren dieerste von derzweiten, sofolgt
5 ae 1 (ging 2 ay) ag~~0(awe—om54) Zadiesen Gleichungon kommen noch andere, welche sich ausder
Untersuchung aber dieKrimmung von Eergeben.
mL.
Um beiderBestimmung derKrimmungshalbmesser von Ejede
Unsicherheit inBezug aufdieBedeutung derZeichen austuschliessen,
aihlen wiraufjeder Normale mm Abscissen R,welche imFusspankte
mNull sind, und inderRichtung nach dem Zenith mhinabnehmen,
also aufderunzuginglichen Seite vonEpositiy werden.
Bezeichnet man nun durch w,o,wdierechtwinkligen Coordinaten
eines deraufmm liegenden Krimmungsmittelpunkte von F,und durch
Rseine aufdieser Normale geziblte Abscisse, also abgeschen vom
Zeichen den ihm entsprechenden Krimmungshalbmesser, soistfar
jedes Vorzeichen von R
Fp—cos(mA), Y2°=cos(mB), 75,"—cos(mC).
Ertheilt man aber den Gréssen @und ¢verschwindende Aenderungen
agund Ze,welche sogewahlt sind, dass mandem zuRgehérigen
Krimmungskreise entlang rickt, sobleiben u,v, undRungeindert,
und esfolgt
x= Récos(mA), cy—Recos(mB), és—Récos(mC).
Von diesen drei Gleichungen, ebenso wievon denvorigen, folgt jedes-
mal eine aus den beiden ander, Fuhrt man rechts diein(3)ge-
gebenen Werthe ein,soergiebt sich
sing,az Seong|a2 (BEG +ag)+(BPGr?+34)ee=o corp_dy Ssing,ay), —(8%? —38)cp+(REY+24)c0-0,
aoy(2_B)o see?+(secre =0
‘Von diesen Gleichungen dienon zwei zurBestimmung von Rund
demzugehérigen Werthe von3.Eliminirt mandenletztern, auf
‘VL. Bestimmung einer Oberiche durch geodstitche Messungen. 167
dessen Bestimmung eshier nicht ankommt, soerhilt man ohne Muhe
ausdenbeiden ersten Gleichungen mitRucksicht auf(4.)diefolgende
‘én4 éz ay’ Cazdydydz W—ROLF—o(vin95pe959)1+5Gan—apde)~ Bessichnet man daher die beiden Hauptkrimmungshalbmesser
vonEimPunkte mdurch R,undR,,indem man diese Grossen noga-
tivoder positiv nimmt, jenachdem derzugehdrige Krimmungsmittel-
punkt auf derzuginglichen oder derentgegengesetsten Seite vonE
liegt, 80folgt:
Chazby_dya2" @ BRS(5556—S996)
WV.
Durch Aufldsung derGleichungen (4,), (6.)und (6.)erbilt man
©[-3Seong—22Csing, JE- HCring —ZSeosp—*F Fring,
»GoFESeng+7Coorg,(9%) 4 seine +BFE——FiCoop—2Saing+™$™cong,
‘und wenn man dieso Werthe in(7.)einsetzt, oder aufanderem Wege,aea8),(on28)* (10)RR—(B+R)OrZ +(07$2)"(08$2)"0.
Bezeichnet man durch 4dieY—1, undsetet zurAbktirzung
ttiy=2,
0Inssen sich dieGleichungen (8) und (9) indiebeiden folgenden
usammensichen:
28_oi(_g24502 Fe (8Hts)»28(i028 —g8)4arbth,Gena(-ick—958)+iBS
DurchGleichsetzung derbeidenhieraus fir,7°9folgenden Ausdrdcke
erhilt man, alsBedingung daflr, dass dieGleichungen (8.)und(9)
dievollatindigen Differentiale von 2und yliefern, dieGleichung
a Oe 18(+R © get37Oe)
168 VIL Bestimmung einer Oberfiche durch geoditische Meerungen
Sodann erhilt man
PO gg (BE,OF).58(gi4B Ger+Sgt SOS +Fyn)+iy(MG),
oder wegen dervorigen Gleichung
8B(giBt)452(giBt
Darch ‘Trennung desReellen vom Imaginiren ergiebt sich endlich
ae, te 88 RR) 2(inBAR GU)FtBe—0ae(PME) —ap(ineME)
ayy 82gghth, 2 RtRy GL)+Get oe(ineMG)+gy(rwG™)-
v.
Die imvorigen art. gefundenen Differentialgleichungen gewahren
dasMittal aurLésung derEingange gestellten Anfgabe, dieFliche E
mitRicksicht anfdiedbrigen von ihrverlangten Kigenschaften unter
derVornussetzang zmbestimmen, dass anihrentlang farjode Rich-
tang derNormale, unabhingig von derLage ihres Fusspunktes, dic
Somme derbeiden Hauptkriimmangshalbmesser, d.h.letztere alsFunc-
tion jener gegeben ist.
Unsere nichste Aufgabe besteht nun darin, ansdenvonderFliche
Everlangten Eigenschaften firdieFanctionen 2,yund #diejenigen
Gronz- und Stetigkeitebedingungen abzuleiten, welche zuihrer villigen
Bestimmung durch dieDifferentialgleichungen (1), (IL) und (IL) er-
forderlich sind.
‘Zudiesem Zwecke betrachte ich eund @alsrechtwinklige Co-
ordinaten ineiner Ebene, wobei dann zubeachten ist,dass, weil gdio
detliche Lange deswabren Zeniths bedeutet, von dieser Ebene nur der
durch dieUngleichheit 0< @<2z begrenste Streifen inBetracht kommt.
a,Zuniichst istdieschon frther gemachte Bemerkung zuwieder-
holen,dassinFolgejenerBedingungen x,yund#allenthalben ein-
worthige, endliche und stetige Functionen von9uni gsind.
b.Dafermer R,und R,derVoraussetzung gemiss nirgendwo un-
endlich werden, s0folgt ausderoben gefandenen Gleichung (10.),
22!RAR), (py22\*_(R—R)*(ors ay (ag a)
dussongundoxnirgendwo, auchflr@=+00nicht,tberalle
Grenzenwachsen. InderThaterkenntmanleicht,dasso#numerisch
. niegrésser alsdiehalbe Differenz derbeiden Hauptkriimmungshalb-
Vill. Bestimmang siner Oberfitche durch geoditische Mearungen, 169
messerwird,undinFolgedessenC*2!stotszwischen denGrenzen R,
und R,eingeschlossen bleibt.
Mit Rocksicht auf dieGleichungen (8) und (9) folgt hieraus,
dase dieersten Derivirten von z,yund #inkeinem Punkte unendlich
werden, und wenn der numerische Werth von uber alle Grenzen
wichst, sostark abnehmen, dass dieProducte
ae a ae a2 ay oy(ser de) (Ger derGerZe)
simtlich unterhalb endlicher Grenzen bebarren.
¢.Hieran achliesst sich der Satz, dass esinder Ebeno dere,
keine Linie giebt, aufderen beiden Seiten eine derersten Derivirten
von 2,y,#verschiedene Werthe hat.
Zoniichst sind z,yund swegen ihrer Stotigkeit aufbeiden Seiten
einer boliebigen Linie dienimlichen Funktionen ihres Bogens ¢,also
suchihreDerivirten 22,2,2*aufbeidenSeitendieselben.
Errichtet man ferner imAnfange desBogenclementes 26ther ihm
dieNormale én0,dassénund‘@denselben Winkel wie0undc¢
einscbliessen, 0ist
a1 i20, 9820 at_ dnde ds0@6~dede*tpde’Bn~Bydedede?
welche Gleichungen auch frxundygelten. Folglich erhilt man aus
donGleichungen desart.IV,indem man 2durch seinen Werth ersetzt:He+iv—oyi(_9284cedeRtB20),famer955+OR+AE)
Diese Gleichung zeigt wegen dervorausgesetzten Stetigkeit vonR,+Ry,
dassauch3beimDurchgange durch2gkeineUnstetigkeit erleidet.
Dahiernach die ersten Derivirten von #sich beim Durchgange
durch Zonach derStetigkeit aindern, sogiltdasselbe wegen (8.)und
(@) auch von den ersten Derivirlen der beiden andern Coordinaten
zand y. .
4.DadieLage desersten Meridians aufderHimmelekugel nach
Belieben gewiblt werden kann, unddurch eineAenderung derselben g
nur umeine constante Grésse, sein Differential gar nicht geindert
wird, sofolgt ausdem Vorangebenden, dass z,yund rnebst ihren
ersten Derivirten beim Durchgange durch denselben stetig bleiben.
Daraus folgt firdieEbene e,g,dass jede dieser Functionen fir
donselben Werth von¢aufbeiden Begrenzungslinien @=0,p—2
denselben Werth erlangt.
eDen Polen derHimmelskugel enteprechen swei Punkte der
170 VILL. Bestimmung einer Oberfliche durch geodiitische Messungen,
Fliche £,indenen dieLinge @jeden belicbigen Werth bat, ohne
dass ihre rechtwinkligen Coordinaton unbestimmt werden. Folglich
worden letztere von gunabhingig, wenn ¢unendlich grosse Werthe
erlangt.
Diese Satze enthalten frdiohier zulésende Aufgabe alles, was
aurvélligen Bestimmung derFunctionen z,yund #ausser denDiffe-
rentialgleichungen I,II.und Ill.anGrenz- undStetigksitsbedingungen
erforderlich ist,soweit diese Functionen nicht von derbisjetzt ver-
filgbar goblicbenen Lage desCoordinatenursprungs abbingen.
VL
ZurBestimmung derFunctionen 2,yundssuchen wirdieLisung
dorfolgenden Aufgabe, auswelcher sich jeno durch Particularisirung
exgicbt.
Esseiucine Function vonrundf,welche fiirallereellen Worthe
von rund von f=0bisf=2xdenfolgendenBedingungen gentigt. 1,mund seine erston Derivirton sind dherall einwerthig, endlich,
understeres inkeinem Punkte, letztere ankeiner Linie entlang unstetig.
2,uwgentigt derDifferentialgleichung
OtganFe.
3.Fardennimlichen Werthvonterhalten uund$%ander
Grenze f=0dieselben Werthe, wieanderandern Grenze f=2x.
4.Purunendliche Wertho vontverschwindet x2,uselbstwird
vonfunabhiingig.
5.Die Summe der beiden flr t=+00 und t= —ooeintreten-
den Werthe von uistgegeben,
Die auléeende Aufgabe besteht darin, 1)dieFunétion uzube-
stimmen und 2)dieBeschrinkungen anzugeben, denen diegegebene
Function F(r, f)vermige deruauferlegten Bedingungen unterworfen ist.
Die erste Frage erledigt sich durch dieBestimmung desjenigen
Werthes u,dendieFunction uineinem beliebig gewilten Punkte
t=0, fg erlangt. Um denselben mufinden, multiplicire ichdie
Gleichung (2.)mitdem Factor
o=Llg(Cr—@) —cosf—9)
und dem Elemente @taf einer umden Punkt 9, herumfihrenden
Fliche 7,deren innerer Rand cin um diesen Punkt mit dem Halb-
‘messer ¢beschriebener Kreis Kist,und deren nachher zubestimmen-
‘VIII. Bestimmung einer Oberfiiche durch geodiitische Messungen. 171
der iusserer Rand Sheissen soll. Beide Rinder sollen sich innerhalb
deshier allein zubetrachtenden Streifens 0<f-<2xhalten.
Man erhiilt diesen Factor @,indem man mittelst des von Herrn
Riemann (Inauguraldiss. 8.13—14)angegebenen Factors71g((t—)*
+((—g)) muniichst dengesuchten Werth «durch Begrenzungswerthe
yon uund seinen ersten Derivirten ausdrickt, und dann diese letzten
nach dem von mir inmeiner Inauguraldiss. 8.38angewandten Ver-
fabren mit Hilfe von Bedingungsgleichungen climinirt, welche sich
mittelst desselben Factors ergeben, wenn man seinen Unstetigkeits-
punkt @, aus dem Streifen 0<g<2zx hinaus verlegt, also pdurch
einen ausserhalb dieser Grenzen liegenden Werth g,ersetzt. MitRck-sichtaufdieBedingung (3.)findetmanleicht,dassfir9,—9alle
Vielfachen derganzen Breite jones Streifens genommen werden milssen,
und gelangt nun durch Verbindung dieser Multiplicatoren 2adem nach
fperiodischen Factor o.
Durch Integration ther dieFliche 7’erhilt man
SoG+i)cxar—[Fenoser.
Daauf7aberall {F+$790 ist,oolisstsichdiolinkeSeitein
die Form
2(92%428)42(g28_y2e\)a. SK(@H—38)+(054—0G)over
bringen, und eshathiernach derFactor odieKigenschaft, dieInte-
gration ohne vorliufige Kenntniss der Function uzuermbglichen,
4h. die Elimination aller zwischen den Rindern von 7’stattfindenden
Werthe dieser Function zu bewirken. Dass dieser Factor ausserdem
dieEigenschaft besitzt, beigehdriger Erweiterung derFliche 7’,auch
alle Ubrigen unbekannten Werthe, bisaufden gesuchten Werth u,zu
dliminiren, also diesen zubestimmen, wird sich ausdem Folgenden
ergeben.
Sind cdo und 2diestets positiven Bogenelemente vonKund$,
und bedeutet 2ndas erste Element der uber 2Saus 7’hinaus errichte-
tenNormale, soistnach einem bekannten Satze, sobald Pund Qzwei
auf7dberall einwerthige und endliche Functionen sind, welche héch-
stens ineinzelnen Ponkten, aber ankeiner Linie entlang, unstetig
werden, Seer frees(ree,
20. .Serer fortes forers.
172 VII, Bestimmung einer Oberfitche durch geoditische Mossangen.
Dielinke Seite obiger Gleichung geht hiernach Uber in
Sled—u2e)es— f(0%t—022)coo.
Der Werth des uber Kerstreckten Integrals ergiebt sich fOr ver-
schwindende Werthe von ¢wiefolgt. Statt derimBogenelemente cio
stattfindenden Coordinaten t,ffhre ich den Winkel omittelst der
Gleichungen f—@~ccoso, re—csingein;dannwirddort
tie (teto=Gla(pe—qccos2s...),
1os,
ae_aSetente de"? ts ,otLeteonte...
woraus flreinverschwindendes ¢limco—0,lime32 =folgt.Da
gleichzeitig $%nichtunendlich grosswird,udagegen ohneUnstetig-
eit indenfesten Werth ubergeht, sofolgt
tim—f(03—138)cou.
Inderhieraus folgenden Gleichung
(a) wmfers—038)e+[Ponest
intdaserste Integral zurRechten Ober denganzen Umfang derCurve S,
dasandere ber dievon ibreingeschlossene Fliche zuerstrecken, und
dieSumme beider vonderGestalt derCurve Sunabhingig, solange
sieden Pankt ¢,@einschliesst.
Dies festgestellt, ersetze ichSdurch eindenPunkt e,gein-
schliessendes Rechteck mnop, dessen Seiten mn, no,op,pmderReihe
nach durch dieGleichungen t=—g, f—2x, t=h, f=0 gegeben
sind. Dann zerfillt dasGber Serstreckte Integral invier Theile, die
ich(mn), (0), (po), (mp) nennen will. Eswird aber
4 a
"go, aw “(82 2 a (mp)+(0)-Sc197+O87) 6+f(9 Fare2
also diese Summe gleich Null, weil dieentsprechenden Elemente beider
Integrale sichwegenderauchdurch@undarerfillten Bedingung (3.)
gegenseitig aufheben. Sodann erhiilt man
‘VU. Bortimmung einer Oberfidche durch geoditische Messungen. 173
a
eo én) two)=f(_G8-088)_ 22h
to (ond—fae09),.5th oder.
Loo eT L) =f(tb=)same ~FTaeee
x S@+e) ©an) (me)ofle09stye panesae
Lisst man nun gund hGber alle Grenzen wachsen, soverschwindet
imbeiden Integralen derSubtrahend wogen derBedingung (4.),da-~-
fund%,wioleichtaasehenist,beidegogen dieGrenze ,'.convergiren.
Ferner haben dieFactoren von,".dieKinheit zurGrenze, wihrend u
inbeiden Fallen vonfunabhiingig wird.
Istalsow’derflrr—+00,u,derfirr——ooeintretende feste Werth von u,sowird, wenn gundhdber alleGrenzen wachsen,
Tim(po)+(mm)=“4.
Durch dienimliche Erweiterung desRechtecks mnop geht also
diefirwgefandene Gleichung indiefolgende aber
.
av) wntmSIF(t,Norte,
welche den gesuchten Werth udurch bekannte Gréssen ausdrickt,
also dieLésung derersten Aufgabe enthiilt.
Dievorstehende Gleichung muss fir @—-+00, w=; flr @=— oo,
=, also inbeiden Fillen w’—, durch einIntegral suagedrickt
liefern, Zudem nimlichen Resultate gelangt man bequemer, und
ohne derLésung derzweiten Aufgabe vorzugreifen, indem man die
Gleichung (2)mit—,\.reecf maltiplicirt, unddannzwischen den-
selben Grenzen, wie inIV.integrirt. Man findet sofort
wW) “sue-ASfrenrerar.
174 VIM. Bestimmung einer Oberfitche dureh geoditische Meaeungen.
Vu.
Wir gehen jetzt curzweiten Frage ber, obdieFunction Fbis
auf dieinIV.und V.hervortretenden Convergenzbedingungen voll-
kommen willktrlich gegeben werden kano, oder obdiederFunction
auferlegten Bedingungen noch weitere Beschrinkungen inderWabl
von Fnach sich ziehen.
Beschrinkungen dieser Art, falls sieUberhaupt existiren, mUssen
inGleichungen bestehen, welche keinen Aufschluss Uber dieFunetion
mebr enthalten, also ans(2.) durch Elimination simmtlicher Werthe
von ugefunden werden.
Umdiese Elimination 2ubewirken, multiplicie ichdieGleichung (2.)
miteinem gecigneten Factor ©undmit7t2/, undintegrire dann ther
alle Werthe von rund f.Damit hierdurch zuniichst alle innerhalb
derBegrenzung stattfindenden Werthe vonueliminirt werden, muss
nebst seinen ersten Derivirten zwischen denGronzen einworthig, end-
lich und bisaufeinzelne Punkte auch stetig bleiben, und derDifle-
rentialgleichang 24+29—0gontgen,weiljedemitdenbrigenBe- dingungen vertrigliche Verletzung einer derselben eine Theilung des
Integrationsgebietes néthig macht, und eneiner Gleichung swischen
denanderTheilungsstelle stattfindenden Werthen vonuflbrt. Damit
ferner dieandenGrenzen 0,f—2xstattfindenden Werthe von
sichwegheben, missen auch@und[%furdasniimliche tanbeiden
Grenzen dieselben Werthe erlangen.
Sind diese Bedingungen erfUllt, sowird
1
foreneer ={[28—w2I ca.
Ausserdem ergiebt sich aber ausdenselben, etwa indem man dieGlei-
chung (IV.) auf2anwendet, dass ,ausserhalb etwa vorhandener Un-
stetigkeitepunkte, inseinem ganzen Verlaufe durch einen nach den
Cosinus und Sinus derVielfachen vonffortachreitenden Ausdruck dar-
geatellt werden kann, von dem esinjenen Punkten nur ummessbare
Grésson abweicht, und man erbilt dann ausderDifferentialgleichang
Qm A+ Ae cos(f—a,) +Aye cos(2/—a)...
+Bye-*con(f—b,) +Bye-**cos(2f—by)-.
Dieser Ausdruck zeigt sofort, dass dienoch riickstindige Elimi-
nation der flr r=+00eintretenden Werthevon9undu,wennman
‘VIL. Bestimmung einer Uberfliche durch geodittische Messungen. 175,
sich jeder neuen Bedingung aber diedort verschwindenden, von/ab-
hingigen Theile von uenthilt, nardann gelingt, wenn derAusdruck
for Qauf sein erstes Glied Areducirt wird.
Far Q—1 fillt dierechte Seite véllig weg, und esergiebt sich
alseinzige, derFunktion Jaufzuerlegende Bedingung dieGleichung
(VL) JS[Re Neret=0.
DadiesesResultat vonderGeschwindigkeit, mitwelcher34im Unendlichen verschwindet, unabhingig ist,0giltesauch firdiebei
derBestimmung von x,y,#firF2uwihlenden Functionen.
VIL.
Seien jetat o’und o,diejenigen beiden Punkte derOberfliche E,
deren wahre Zenithe der Nord- und Stdpol derHimmelskugel sind.
Den bisher verfgbar geblicbenen Anfangspunkt derCoordinaten 2,y,£
verlegen wirindieMitte zwischen o'und o,,80dass, wenn dieCo-
ordinaten dieser Punkte bezichungrweise 2’,y',s/und 2,y,,4,sind,
r+a—0, ¥t+y—0, f+H=0 wird,
Bezeichnet man daher dieWerthe, welche R,,R,Sund Cfir
et, p—f annchmen, durch ®,, 8, Gund G,sofolgt aueIV.
mitRucksicht aufdiedurch dieGleichungen (L),(IL), (IIL) jedesmal
gegebene Bedeutung von #’,wenn wieoben
o=21g(Cir—9)—cos(f—9)) gesetzt wird,
S8(ogf®$B)—2(ginpBHM) 2aS[-FF (om)—J(sarE*)]oaeer,©2(ginRAM)48(ang(+B)Toce 9JRE(iar2%)+5(oofEDocrer, 18+R, feKOT) oorar,
wo,wieauchindenfolgenden Formeln, nachtvon—cobisoo,nach fzwischen den Grenzen 0und 2xauintegriren ist.
Ersotzt manhier@durch —;, soerhilt mannachV.,weil
£54=2’int,dieCoordinaten desjenigon Punktes 0,derseinwabres
Zenith imNordpol der Himmelskugel hat. Wegen der Stetigkeit
116 Vill, Bestimmong einer Oberfithe durch geoditische Messungen.
von®,+8, fallen dieGlieder mitdennach fgenommenen Derivirten
weg, und esfolgt:
vif ea 7foalECE emrerer,podff©2AR) cinrors y-if Cae) Faint,
at 18 +R). ’-if-eke eo)teres,
Ersetzt man endlich @durch dieKinheit, soerhalt man mit Rack-
sicht aufVI.diedenrechten Seiten vonI,I.undLl.aufsmerlegenden
Bedingungen, welche sich sufdiefolgenden redaciren:
SaséZA) cosserer 0,
SSECE)sinrarer=o,
18 RAR) seSEzCE exer 0.
DaR,+ R,alsFunction von @und @gegeben oder durch Interpola-
tion dargestellt werden muss, soenthalten dievorstehenden Gleichungen
cine beiderWahl dieser Function massgebende Bedingung, obne deren
Beriicksichtigung diedbrigen Bedingungen desProblems untereinander
inWiderspruch gebracht werden.Diesimmtlichen auf2,+R,bezUglichen Bedingungen lassensichshin zusammenfassen, dass diese Function nirgendwo unendlich oder
unstetig werden darf, und dase inihrer Entwicklung nach Kugelfunc-tionendercos(mA),cos(mB),cos(mC)dasaweite,nachdiesenCo-sinus lineare und homogene Glied fehlen muss. InderTat fUhren
dievorstehenden Gleichungen unmittelbar aufdiese letzte Bedingung,
wennmandieDerivirto von"9% durchtheilweise Integration weg-
schafft, und dann anStelle von tdasComplement derBreite 0einfubrt.
IX.
Far ein abgeplattetes Sphiiroid S,dessen Umdrebungsaxe zur
s-Axe parallel ist,hat man
a8 /_conot By+Ba—saoconda(S)
wenn dieWarzel positiv genommen wird, und adenHalbmesser des
Acquators, +dieExcentricitit derMeridianellipse bedeutet, also dieAb-
plattung a=1—V1—2 ist.
‘VIII, Bestimmung einer Oberfldche durch geoditische Messungen. 177
‘Umgekehrt kann nach den obigen Resultaten cine Fliche E,
welche dervorstchenden Gleichung gemiss verliuft, nurdann vondem
Sphiroid Sverechieden sein, wenn sieentweder aufihrer zuginglichen
Seite inverschiedenen Punkten gleichgerichtete Normalen hat, oder
sich insUnendliche erstreckt, oder Stetigkeitsunterbrechungen inZo-
sammenhang, Biegung oder Kriimmung darbietet, wobei jedoch vonder
Frage, obbeiobiger Gleichung auch jeder vondiesen Fallen méglich
sei,Abstand genommen ist.Sind aber allediese Fille ausgeschlossen,
80fallt dieFliche Hentweder mit $zusammen, oder siekann mitS
durch eine Verschiebung ohne Drehung zur villigen Deckung ge
bracht werden.
Wenn daher dieobige Gleichung beipassender Wahl vonaund«
ineiner genligenden Zahl vonPunkten derErdoberfliche erfUllt wirde,
‘sowiire dies allein schon hinreichend, umdieIdentitiit derletztern mit
dem Sphiiroid Ssicher 2ustellen
Abgesehen von den Schwierigkeiten, welche diehier geforderte
genaue Bestimmung deswahren Zeniths und derentsprechenden Haupt-
krimmungshalbmesser darbietet, gewahren dieobigen Resultate den
Vortheil, eine stufenweise undnurdurch dienotwendige Unvollkommen-
heit derMessungen begrenzte Anniherung andieWirklichkeit zuge-
statten, indem diegeschlossenen Ausdriicke flrdieCoordinaten x,y,#
dieWerthe derFunction R,+R,nurlinear enthalten, also frjedes
Glied, welches zurgenaueren und vollstindigeren Darstellung dieser
Function inihren Ausdruck neuaufgenommen werden muss, cinvon
denbereits vorhandenen Ausdricken flrdieCoordinaten unabhiingiges
Correctionsglied 2udenselben liefern.
Zarich, 10.December 1864.
E.mobrietottel, Oommnetts Abbandonges. 2
IX.
Ueber dieDispersion des Lichtes.
(Annalen der Physik und Chemie, Bd. 124, 1865, 8.53—60.)
Inden Comptes Rendus vom 13.Juni 1864 S.1111 hatHr.
Mascart neue Bestimmungen Uber dieLinge derLichtwellen und die
Brechungsindices derentaprechenden ordentlichen Strahlen imDoppel-
spath veréffentlicht, welche sich inungefihhr gleicher Ausdehnung, wie
dieBeobachtungen Esselbach’s (diese Ann. Bd.98,8.513) dber das
gewohnlich sichtbare und dasultraviolette Spectrum verbreiten. Bei
dergrofeen Genauigkeit dieser Angaben schien esmirwinschenswerth,
dieselben mueiner nochmaligen Prifung derDispersionsformel 2ube-
nutzen, welche ichausCauchy's Theorie abgeleitet habe (diese Ann.
Bd.117, 8.278.0,8.113).
Leider mufste such beidieser Gelegenbeit aufdieVortheile ver-
ichtet werden, welche sich darbisten, wenn man dieRechnung direct
‘andievollstindigen Originalbeobachtungen anknOpfen kann. Denn
wenn auch jedes Priifungsverfahren zueiner Bestitigung derzupri-
fenden Formel fhren kann, sobald nurjede einzelne Abweichung von
denBeobachtungen, welche esverlangt, klein genug ist,soistdoch
nur dieAusgleichung der vollstindigen Originalbeobachtungen nach
derMethode derkleinsten Quadrate imStande, dieEntacheidung Ober
dieRichtigkeit derFormel zuliefern, ohne sievon jeder einzelnen Ab-
weichung, also von derzufilligen Vertheilung derBeobachtungsfebler,
abhiingig zumachen.
Die Priifung durch dieOriginalbeobachtungen wiirde sich nach
. folgenden Grundsiitzen zurichten haben. Daimvorliegenden Falle
‘simmtliche Beobachtungen inWinkelmessungen bestechen, also von
gleicher Art sind, soberechne man aus ihnen nach den bekannten
Regeln diePricision einer cinzigen Beobachtung vom Gewichte 1von
awei verschiedenen Gesichtspunkten aus, zuerst, indem man die der
unmittelbaren Messung unterworfenen Winkel alsvon einander unab-
TX.Ueber dieDispersion desLichtes. 179
hhingig betrachtet, was sicbeiderBeobachtung auch wirklich sind,
undzum zweiten Male, indem man sieindievonderDispersionsformel
verlangto Abhingigkeit voneinander versetzt. Bezeichnet man alsdann
diePricision imersten Falle durch A,imandern durch H,soliefert
derQuotient 7dieverlangte Entscheidung infolgender Weise
Nach dem Grandprincip derMethode derKleinsten Quadrate mute
sorgfiltigen und vollstindigen Beobachtungen einméglichst grofses
Zutrauen eingeriumt werden. Folglich verdient von beiden Ausglei-
chungen diejenige denVorzug, welche denOriginalbeobachtungen die
grofvere Pricision auschreibt. Wenndaher >1ist,soverdient die
aweite Ausgleichung den Vormug vor der ersten, d.h.dieAnnahme,
dafe die Formel véllig genau sey, istwahrecheinlicher als dieAn-
nahme desGegentheils. Findet sich <1, 0istman um umge-
Kehrten Schlusse gendthigt. Esversteht sich von selbst, wie dieseBetrachtung sichmodificirt, wennmanetattderGréfaenHundiihrewahrscheinlichen Grinzen einfhrt.
Imgegenwirtigen Falle lagen nicht dieResultate derunmittel-
baren Messungen selbst, sondern nurdieausihnen berechneten wabr-
scheinlichsten Worthe der Indices und Wellenlingen vor; tber die
wabrscheinlichen Fehler derletatern istnichts mitgetheilt. Esmulste
hiernach von derMethode der Kleinsten Quadrate ginzlich Abstand
genommen werden, daselbst indem Falle, woman dieIndices und
Wellenlingen wie unmittelbar gemessene GréBen bebandeln wollte,
schon ausGrinden derHomogenitit dieihnen beizulegenden Gewichte,
oder dieauletztern umgekebrt proportionalen wahrecheinlichen Febler
bekannt seyn mifaten
Ich habe dsher ein anderes Ausgleichungeverfabren angewandt,
welehes sich dorch dieBequemlichkeit der numerischen Rechnung
empfiehlt, unddurch dieKleinheit dervonihmverlangten Abweichungen
die Ueberzeugung gewihrt, dafs dieAnwendung derobigen Grund-
sitze wegen der Gite derBeobachtungen und derGenauigkeit der
Formel gerechtfertigt, und uberdiefs ohne beschwerliche Rechnungen
Gurchzufithren seyn wirde. Dasselbe besteht infolgendem.
Esseyen n,,443m)445... dieaus Beobachtungen bestimmten
Werthe derElemente einer Reihe vonStrablen, wobei ndenBrechnngs-
index, 4dieentsprechende Wellenlinge bedeutet.
Znjedem dieser Elemente fge icheinenach folgenden Bedingungen
gewilte Correction:
aa
180 1KUeberdieDispersiondsLihte
A. Diecorrigirten Elemente
Nean+4n, 4—14 42
gentigen inaller Strenge derDispersionsformelMe9(Mt.(4\2(R)-2G+4-0. Q
B. DieSumme derQuadrate aller logarithmischen Correctionen
ant (ahv—((2)+ (@)]
wird durch passende Wabl dermitRicksicht aufAnoch verfigbaren
Correctionen und derConstanten Ny,4,zueinem Minimum.
Tehsetze nun voraus, dafe man sich vorliufig angentherte Werthe
‘tytyYon Ng,4pverschafft habe, waserfahrungsgemifs durch directe
Berechnung derselben ausdenElementen zweier Strahlen (s.u.Form. 9)
erreicht wird, und setze .
Meg BOMMy,fur60,1,,...5 ®)
dann kann man mitBestimmtheit darauf zihlen, dafs alle gesuchten
Correctionen sich auf héhere Decimalstellen werfen, mithin die Qua-
drate und Producte aller zund ywegen ibrer Kleinheit sufser Betracht
fallen.
Schafft man nun aus (1)mittelst derGleichung (2)alle corri-
girten Elemente weg, und setzt von hier ab
Gy Gy, ©saa cpaSC)NIC) ie) IC)
80erhiilt man nach Beseitigung aller nicht linesren Theile diefiralle
Strahlen giltige Gleichung
Sttm—rtriw—9)=0, @
wihrend Vin
Va[e+y)
‘ibergebt, wojedochdasGliedxf+yffeblt.Bezeichnet mandaherdurch4,#4,-..vorléufig unbestimmte
Factoren, soerbilt man alsMinimumsbedingungen zuden Glei-
ehungen (4)noch diefolgenden
2=p, y—ru forjeden Strobl,
TK,Usber dioDispersion dee Lichton 181
forner
[x]=9,[ru] =0,
welche letzten sich auch indio Form
[2]=0, J-90 6)
‘setzen lassen.
‘Aus den beiden ersten und aus (4)ergiebt sich
enaD teth, ymre. (6)
Setzt man daher
1 r rrfrral-4 Gee]-% [Fe]-¢
t rt ofael-@ [eFa]-r
0folgtaus(6)Amy+Byt+4(B—p)=0
Bayt Cy+4(C—7)=0, ‘also schliofaich
BO-)—CB—H B@-p—A(o-»cnn?(se (7Cs
‘Aus (8)sieht man noch dieGleichung
(my, (eesy)mt?1]
welche 2ueiner flrdienumerische Rechnung wichtigen Folgerung
fihrt. Danimlich alle Elementenpaare n,2derGleichung (1)an-
nihernd gentigen, soisthier derZibler sebr klein, wibrend derNenner
inden bisher beobachteten Theilen desSpectrums stots Uber 3bleibt.
Folglich istr,von ¢,,also auch jedes Glied von Bund Cnur sehr
‘wenig vom enteprechenden Gliede von und 7verschieden, was beim
Anfeehlagen derTafoln sobr zuStatten kommt. Sodann aber ergiebt
sich hieraus, dafs indenZablern vonz,undy,ausdenMinuenden
und Subtrahenden dieersten Ziffem sich grofsentheils wegheben, und
aufser den durch dieUngensuigkeit derTafeln becintrichtigten End-
ziffem nur wenige auverlissige Stellen brig bleiben. Diefa hatzur
Folge, dafs man, obgleich alle xund yhdchatens aufawei Stellen
genau zuberechnen sind, beiderBerechaung vonr,f,B,8, C,ysi¢ben-
stellige Tafeln mitaller Sorgfalt anzuwenden hat
Die Constanten m,4)werden amzweckmiligaten ausdenEle-
menten 1m,2,5m,)2,tweier Strablen nach denFormeln
182 IX.Ueber dieDispersion desLichtes.
Boy emot—m Creeeeaeaera ® yp ae
berechnet, wobei jedoch diebeiden Strahlen nicht 2unahe bei ein-
ander gewihlt werden dirfen. Vernachlissigt man diese Vorsichte-
mafsregel, sobleiben, namentlich beischwach dispergirenden Sub-
stanzen indendrei Differenzen, ausdenen niund 42sich zusammen-
setzen, sowenig feblerfreie Decimalstellen iibrig, dafs besonders die
Bestimmung 4%hichst unsicher wird.
Ichwiirde dieses Umstandes nicht erwihnen, wenn ernicht bei
dertiblichen Prifung dervonCauchy selbst gegebenen Formel durch
diefortlaufende Proportion
1a
momibobe...
giinzlich Uberschen wirde, und gerade bei schwach dispergirenden
Substanzen, aufwelche diese Formel sich anwenden liifst, ammeisten
berticksichtigt werden mufs.
Die folgende Tafel enthilt dieResultate meiner Rechnung. Zur
Vergleichung habe ich noch die Indices nach Rudberg und die
‘Wellenlingen nach Esselbach hinzugefigt, bemerke aber inBetreff
der letztern, dafs Hr. Mascart durch M,N,... bisSnicht dienim-
lichen Streifen wie Esselbach bezeichnet zuhaben scheint.
Zuden Streifon A,S,7hat Hr.Mascart nur dieIndices be-
stimmt, Ich habe diezugehdrigen Wellenlingen, diesich unter 4
finden, nach meiner Formel berechnet. Die entsprechenden Werthe,
welche man unter den Wellenlingen nach Esselbach findet, hat
Hr.Helmholtz (Berl. Monatsber. 1855, S.760) angegeben. DieBe-
rechnung vonWellenlingen ausden2ugehdrigen Indices istsehr mifs-
lich, namentlich wenn jene sebr grofs sind, daindiesem Falle inder
Wirklichkeit, also auch nach jeder derWirklichkeit sich anschliefsenden
Formel unmerkbare Aenderungen der Indices schon betrichtliche
Aenderungen der Wellenlingen nach sich ziehen. Nimmt man als
Feblergriinze desIndex vonAnurflnf Kinheiten derletzten Stelle,
sowird die Fehlergrinze der zugehdrigen Wellenlinge nach der
Formel =0,0184.
DieConstanten N,und 4,sind bisindieletzte Stelle genau,
wovon ichmich durch eine 2weite Ausgleichung mitZugrandelegung
derdurch dieerste corrigirten Constanten m,4,dberzeugt habe. Sie
stimmen mit den Werthen
nny—23185und2,=0,1748,4,,%" =0,065481,5Par.Zoll,
IX.Ueber die Dispersion des Lichtes. 183
welche ichinmeiner ersten Arbeit sus den Rudberg’schen Indices
B,Gabgeleitet habe, sehr nahe Aberein.
Die Correctionen der Indices sind unbedeutend, imUltravioletten
sogar auffallend gering, wihrend sieimgewohnlichen Spectrum die
Abweichungen derRudberg’schen Indices von denen desHn. Mascart
durchgingig dbersteigen.
DieCorrectionen derWellenlingen sind simmtlich soklein, dafs
dieausgeglichenen Wellenlingen mitden beobachteten vollig identisch
werden, wenn man siesuf gleiche Stellenzahl reducirt. Diese Er-
scheinung erklirt sichderHauptsache nach dadurch, dafs imwirklichen,
wie indem nach derFormel (1)entworfenen Spectrum dieWellen-
Vingen sich von einom Strahl aum andern weit stirker indern, alsdie
Indices. Dahiernach kleine Aenderungen derWellenliingen aufdie
Indices keinen merklichen Einflu® haben, sowirde man, umdieCor-
rectionen der Indices auf Kosten derWellenlingen hinabzudriicken,
letztere unverhiiltnifsmilsig grofen Aenderungen unterwerfen missen,
wasdurch obige und ahnliche Minimumsbedingungen verhUtet wird.
184 IX,UeberdieDispersion desLichtes.
3 Se3S83955 P3229S9
| SP+tbbib Piieee
g|a8828252 ssasere
42 ~/sSS25S2SE 2RFS8R223
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Fed dtoda 28 ‘FPgsenezes seesecs g5 4] 33333333 3339333Be ES)F011 T1444
Seebater Saneeee 3 Beefs See5232
dis s3222 252552 22253glalg/24422 24222592283
|digeq |SS252 323 35225533[AEFBalascas Kes 5Rmnos
|sagsses2 sosdsss
RP tetradPileeee
+. |dseaeced anesnae =g2|822339523 22232222 2 3253852 S2S2E25gE |SESSES55 SSS2555
+| I)saassss2 sasgces
Ay S447 0717 T11s4h4
wit} _—_8)
Palle mecevence eenscusce
a3 |s83283252 cf328s222a2) 2+|§83123922 992222222a [area ante soae rae be
ai Tlhewaes eae ar2 {] 3333 338
Ee) +t+++ +1
3B "| $888 S58
apa) TSERRSKORSRRowOR aN
Google
xX.
Zur Theorie der einwerthigen Potentiale.
lournsl fordiereine und angewandte Mathematik, Bd.64,1865, 8.821-368.)
Die Eigenschaften der Potentiale von Massen, welche korperliche
Riume oder Oberflichen stetig erflllen, sind seit denUntersuchungen
von Gauss und Green und den Entdeckungen Dirichlets sovoll-
stindig festgestellt, dass eineaufdiese speciellen Functionen beschrinkte
Untersuchung fastausschliesslich aufdieReproduction bekannter Resal-
tate angewiesen sein wirde.
Die eben bezeichneten Potentiale sind aber weder dieeinzigen,
welche inder Lehre von den nach dem Nowtonschen Gesetze wir-
Kenden Anzichungskriften inBetracht zuzichen sind, noch vonaus-
scbliesslicher Bedeutung firdieAnwendungen. Vielmehr missen 2u
ihnen, wieausderTheorie desMognetismus und derlinearen elektri-
schen Strime bekannt ist,noch andere gefligt werden, beidenen die
Anzichung von einzelnen Punkten oder den Kleinsten Theilen einer
Linie aus wirkt, und von denen namentlich die auf den letzten Fall
beztiglichen, inhinlinglicher Allgemeinheit aufgefssst, jenen anWich-
tigkeit kaum nachstehen ddrften.
‘Man erkennt indessen sehr leicht, wenn man nur den Unterschied
awischen dem Potential eines schweren Massenpunktes und demjenigen
eines magnetischen Elementes beachtet, dass die Eintheilung der
Potentiale nach fingirten Massenvertheilungen keinen Ueberblick Ober
den Umfang dieser Functionengattung gewahren kann, ganz abgesehen
‘von denSchwierigkeiten, welche sich darbieten, wenn man diecharak-
teristischen Eigenschaften solcher Potentiale anihren, durch dievor-
ausgesetzte Massenvertheilung bedingten Ausdriicken selbst aufeucht.
Um dieso Fragen zuerledigen, binichdsher inderfolgenden
Arbeit nicht von gegebenen Ausdrilcken dereinzelnen Potentiale aus-
gegangen, sondern von einer Definition derselben, durch welche die
allen einwerthigen Potentialen susserhalb ihrer Unstetigkeitastellen ge-
meinsamen Eigenschaften (art. I)undihre ausnahmslose Darstellbarkeit
186 X,ZorTheoriedersinwerthigen Potentiale.
durch convergente Rechnungsoperationen (art. VL) zuMerkmalen dor
ganzen Gattung gemacht werden. Von diesem Standpunkte ausbesteht
dasZiel derUntersuchung darin, dieganze Functionengattung nach
Massgabe dermitdengenannten Bedingungen vertriglichen Unstetig-
eiten inihre charakteristischen Unterabtheilungen uzerfillen, und
dieanalytischen Formen zuentwickeln, durch welche dieFunctionen
jeder Abtheilung dargestellt werden.
Eskann alscinVortheil dieser Behandlungsweise bezeichnet
worden, dass siebeijeder Gattung von Potentialen die wesontlichen
Eigenschaften derselben ihrem vollen Umfange nach hervortreten life.
Inder That findet sich unter den bekannten Sitzen ther die Potentiale
von Kérpermassen und Flichenschichten (art. V.¢., IX.m., XIL q.),
auf welche die folgende Untersuchung ihrer Natur nach ebenfalls
fhren musste, keiner, dernicht von Beschrinkungen befreit worden
ist, diesich zwar beim directen Nachweise dieser Sitze anden Aus-
driicken jener Potentiale durch doppelte und dreifache Integrale nicht
vermeiden lassen, aber nur aus den hierbei verfligbaren Hilfemitteln
ontspringen.
Die Gleichungen III. (0.) und IV.(3.) sind echon mehrfach auf-
gestellt, aber noch nicht zuden Folgerungen benutzt worden, diehier
aus ihnen gezogen werden, wozu allerdings inden schwierigern Fallen
die Halfesitze d.und e.des art, VII. erforderlich sind. Mit Racksicht
auf dieWichtigkeit dieser und ahnlicher Formeln durfte eine voll-
stindige Begrindung der erstern nicht Ubergangen werden. Um in
denart,VIL, XL,XIL den Gang derUntersuchung nicht unterbrechen
zamilssen, habe ichden Beweis einiger dort benutzter Hilfesitze an
denSchluss derAbhandlung inbesondere Noten verlegt.
L
Wir bezeichnen durch x,9,§dierechtwinkligen Coordinaten eines Panktes oimunbegrenzten Raume ®,und durch o°deninihm statt-
findenden Werth einer gegebenen einwerthigen Function, welche, mit
Ausnabme von isolirten Punkten, Linien und Flichen, nirgendwo un-
bestimmt oder unstetig ist,und nurinisolirten Punkten qunendlich
wird. Inder Nihe der letztern beschrinken wir das Anwachten von
@'durch dieBedingung, dass dasProduct
Fe,
wenn tdieEntfernung von obisqbedeutet, beijeder Richtung von
tmitrzugleich verachwindet, sobald furkeinpassender, von 1ver-
schiedener positiver echter Bruch gesetzt wird. Endlich setzen wir,
X.Zur Theorie dereinwerthigen Potentiale. 187
wenigatens vorliufig, fost, dase o’ausserhalb eines gegebenen Raumes
W,,derkeine unendlich weit vom Coordinatenanfange entfernten Punkte
enthilt, gleich Null sein soll.
Unter diesen Voraussetzungen untersuchen wir diejenigen Func-
tionen »von f,9,j,welche den folgenden Bedingungen geniigen:
U.Imganzen Raume ®, mit Ausnshme gegebener Punkte p,
Linien {und Flichen f,sind vund soine ersten Derivirten ein-
werthig, endlich und stetig.
. Ausserhalb der inQf.bezeichneten Stellen besteht zwischen don
aweiten Derivirten von vdieGleichung
at atv atv aSat Get gen fee:
©.Den Fall, woeine erste Derivirte von voder vselbst aneiner
Flache entlang unendlich oder unbestimmt sind, schliessen wir
aus.
Nihere Bestimmungen ber dieZahl und Beschaffenheit derAus-
nabmestellen p,{,funddasVerhaltenvon»andenselbenbleibender spiteren Untersuchung vorbehalten.
UL.
Durch conforme Umbildung desRaumes §istman zunichst im
Stande, jede Function »sufeine andere Function »vonderselben Art
zuriickzufihren, dieaneoenge gezogene Bedingungen gebunden ist,
dass sieeiner weitern Behand- 4
lung auginglich wird.
Neben dem unbegrenzten o
Raume §denke man sich einen °
zweiten, ihmindenKleinsten 4Theilen ahnlichen Raum R,und .
indemselben dreirechtwinklige ‘s
Axen; dieCoordinaten eines R *!
angehdrigen Panktes oinBezug .
aufdiese Axen sollen z,y,2 °
heissen. Esseien ferner p’undp’
awei in®undRnach Belieben angenommene Punkte, deren Coordinaten,
jedesmal mitBezug aufdiedem betreffenden Raume angehirigen Axen,
1,m,nund J,m,m sind. Bezeichnet man nundieEntfernungen op’und
op’durch 8und s,sowird nach einem Satze desHerm Liouville')
1)Journ. deM.Liouville, XV. Wegen desUcberganges von »und¢zu
und ¢und der sich hieran knipfenden Relationen vergl. diewichtige Abhand-
lung des Herm Liouville imnlmlichen Journal XII. 286—288,
188 X.Zar Theorie der cinwerthigen Potentiale.
dieverlangte Beziohung zwischen denentsprechenden Punkten ound0
beider Riume aufdieallgemeinste Weise durch dieGleichungen
@)-1-(6)'@=0, y—m=(Su—m, 5-2(SJe—m
oder dieausihnen folgenden
at sat pom yom pon_amn a a
dargestellt, vorausgosetzt, dass dieAchnlichkeit entaprechender Figuren
bei belicbiger Grisso derselben und imaginire Bezichungen ausge-
schlossen werden,
Die letzten Gleichungen lassen diegeometrische Bezichung zwi-
schen den entsprechenden Punkten beider Riume unmittelbar erkennen,
wenn man einen dieser Riume solange verschiebt und dreht, bisdie
Ponkto p’undp’und dieRichtangen derwachsenden Coordinaten u-
sammenfallen, wobei derFall, dass dies letztere nicht angeht, susser
‘Acht gelassen werden kann. InderThat geht dann dieVerbindungs-
linie zweier enteprechender Punkte 0,ostets durch denPunkt (p','),
und ihre vondiesem Punkte ausgehenden Radienvectoren 8,swerden
zueinander umgekehrt proportional.
Nennt man p’undp’dieMittelpunkte derbeiden Riume %und
R,sofolgt ausderGleichung 5—a', dass imMittelpunkte deseinen
Raumes dieunendlich entfernten Theile deeandern abgebildet sind.
Ausserhalb p'sind z,y,#einwerthige, endliche und stetige Functionen
yon f,9,j,und umgekebrt letztere ausserhalb p’ingleicher Weise mit
jenen’ verbunden, Folglich gehdrt ausserhalb der Mittelpunkto zu
jedem Punkte deseinen Raumes eineinziger, ihnabbildender Punkt
imandern Raume; wenn dieEntfernung eines Punktes vom zugehdrigen
Mittelpunkte messbar, d.i,weder unendlich gross, noch unendlich
Klein ist, sogilt dassolbe von seiner Abbildung imandern Raume;
endlich worden zusammenhingende Ocrier inderAbbildung nicht ge-
trennt, unterbrochene nicht ausammengefigt.
Gleichzeitig mit dieser Umbildung von ®fuhre ichzwei aufR
bezogene Funetionen und ¢ein(vergl dieoben erwahnte Abband-
jung vonLiouville), welche dieconformen Umbildangen vonvundg”
heissen mogen, und mitRicksicht auf diein(1.) festgestellte Be-
ichung zwischen denVariabeln g,9,undzy,#durchdieGleichungen
2) v=4tv, e=(4)'e,
oder diefolgenden
« ayong en(Se
bestimmt sind.
X.Zar Theorie der cinwerthigen Poteatiale. 189
Dies festgestellt, gehon wirdaza ber, dioimvorigen art.firo”
and »gestellten Bedingungen auf@und vauUbertragen, und wihlen
2adiesem Zwecke denMittelpunkt p’von8ausserhalb 9’undsimmt-
licher Ausnahmestellen p,{,f.
Dann kann dieAbbildung R’von&inwelcher alloin @vonNull
verschieden ist, weder den Mittelpunkt p’von Renthalten, noch bis
ins Unendliche reichen, ersteres, weil §'nicht bis ins Unendliche
reicht, letzteres, weil p’nicht imInnern von ®'liegt. Dahiernach
=(4)"e' imPunkte p’,ungeachtet desdortinsUnendliche wachsen-
don Factors &*gleich Null bleibt, sokann esnurmit@°zugleich un-
bestimmt, unstetig oder unendlich werden, ersteres also nur inisolirten
Punkten, Linien und Flichen, lotzteres nur insolchen Punkten 4,welche
den Pankten qvon %entsprechen.
IstrdieEntfernung von qbis0,und bedouten 8,,s,dieAb-
stinde derPankte q,qvon den zugehérigen Mittelpunkten, 0folgt
‘ausder, durch dieGleichungen (1.) und dieProportion 8:8,=8:8
leichtzubeweisenden Aehnlichkeit derDreiecke p’0q,p’go,ahalso santtom(5)(a):He:
Lisst man 0mit q,alsauch omit qzusammenfallen, 80verschwindet
auf der rechten Seite der Factor to’ nach art. L,der andere Factor
wird—(%)°" alsonichtunendlich gross. Folglich verschwindet
eunabhingig von derRichtung vonr,sobsld omitgzusammen-
fillt. Diefiirgeintretenden Bedingungen sind also vonderselben Art,
wie dieinart. I.fir9”gestellten.
Anders verhilt essich mitv;dieber dieLage vonp’getroffene
Bestimmung filhrt eine wesentliche Beschrinkung inderLage derAus-
nahmestellen von vund eine Zerlegung von &.inzwei Bedingungou
herbei, von denen dioeine sich aufdas Innere von R,dieandere sich
auf die unendlich entfernten Theile dieses Raumes bezicht.
DadieAusnahmestellen p,{,fvon»ausserhalb p'liegen, soliegen
ihre Abbildungen p,1,fsimmtlich ineinem endlichen Bereiche vonp’,
derart, dass man siemitp’ineine Fliche Seinschliessen kann, die
keine unendlich weit von einander und von dem willkirlich zawih-
lenden Coordinatenanfange entfernten Punkte enthilt. Inp,l,fver- lieren vund seine ersten Derivirten derDefinition gemiss dieKigen-
schaft, zogleich einwerthig, endlich und stetig 20sein; dasselbe giltim
Allgemeinen auch noch vom Punkte p’,aber von Keinem anderen
Punkte des Raumes R.
190 X.ZurTheoriedereinworthigen Potentale.
Inder‘That liefert jeder imUnendlichen liegende Punkt pdes
Ranmee ®einen mit p’zusammenfallenden Punkt p;jeder Linie {und
jeder Fliche f,diein bisinsUnendliche reich, entapricht eine Linie ¢
und eine Fliche f,diesich inp’schliesst. Enthalt §keine Ausnahme-
stelle von imUnendlichen, sowird p’gleichwobl eine Aumahmestelle
von werden, sobald 8mit&zugleich Uber alle Grenzen wiichst,
Bezeichnet man durch «,f,7dieCosinus derWinkel, welche die
Richtang vonp’nach omitdenAxen derx,y,2bildet, sowird 2.B.
=*7!,undmanerhiltaus(1.)und(22)
ose av tran ap av av)GE0227 Bae2a(e oe+OatH):
‘NenntmandaherdiefestenWerthe, welcheae,age,aeinpt
erlangen, P,QundR,und lisst nunoinderdurch «,8,ybestimmten
Richtung insUnendliche ricken, wobei dann schlieBlich 0mitp’zu-
sommentillt, sofolgtderSatz,dasss*°°gegendiefestoGrenze
P—2a(eP +BQ+/R)convergirt. Achuliches giltvons*=und
oe.
Daaberhiernach s*°°beiunbegrenzter Zunahme vonsnicht
AberalleGrenzen wichst, 00muses“*°=5?224sveanderGronze
verschwinden. Bezeichnet man daher durch Mfdenfesten Werth, den
av—soinp’ erlangt, sofolgt unter derselben Voraussetzung, wievor-
hin,limso—2,lim#22—— Ma;undmansichtleicht, dassman
hier sdurch dieEntfernung rzwischen ound einem beliebigen, in
endlicher Entfernung von p’liegenden Punkte Oersetzen kann, weil
derQuotient +imUnondlichen =1wird. Folglich haben wirdenSatz:
Sind «,B,7dieCosinus derWinkel, welche dieRichtung von
einem feston Punkte Onach omitdenAxen bildet, und istrdie
Entfernung beider Punkte, sogelten firdievon Ouncudlich weit
entfernten Punkte odesRaumes dieasymptotischen Ausdriicke:
vaM Oo_MaaeMBovMy a nsihe
Wir siehen endlich aus dem Vorstehenden noch die fir unsere
; aeae 20 spiternZwecke ausreichende Folgerung, dassv,2°,752und+2°
imUnendlichen verschwinden, ohne vorher ihre Stetigkeit 2uunter-
brechen.
X.Zor Theorie der einwerthigen Potentale. 191
Schliesslich wird (vergl dieAbhandlung von Liouville)
a, tyaD s\'pete |Beateae+ytap~(a)[ast oy+Ges)
also, wenn man den rechts inKlammer stehenden Ausdruck wie Ub-
lichdurch4ebereichnet, 40——42(4)'e' =—40
DieFunctionen vgenigen daher denfolgenden Bedingungen:
A.ovund seine ersten Derivirten sind, mitAusnahme gewisser
Stellen, imganzen Raume Reinwerthig, endlich undstetig.
B. Ausserhalb derselben Stellen besteht zwischen den zweiten
Derivirten von odieGleichung
Av=—4x0.
C.Hine Ausnahme von diesen Bedingungen wird nur inbe-
stimmten Punkten p,Linien 1und Flichen fgestattet. Diese
Ausnahmestellen sind soimRaume vertheilt, dass man siein
eine Fliche $einschliessen kann, welche keine unendlich weit
‘yom Coordinatenanfange entfernten Punkte enthilt.
Den Fall, wovoder eine erste Derivirte von vaneiner
Fliche entlang unendlich oder unbestimmt wird, schliessen
wir aus.
D.Istr dieEntfernung vonobisruirgend einem festen Punkte 0,
0convergiren
ao ao ae *Faz Tay? "Ge
ohne Stetigkeitsunterbrechung gegen Null, wenn o,ohne $zu
Aiberschreiten, inbeliebiger Richtung insUnendliche rickt.
E,Diefixgglltigen Bedingungen sind dienimlichen, wie die
inart.Iflr@'gesteliten.
Folglich istvcine Function derselben Art, wiev,jedoch vonspe-
ciellom Charakter, daalleAumahmestellen insEndliche gertckt sind,
und flir die unendlich entforten Theile des Raumes die Dirichlet-
sche Bedingung D.cingetreten ist. Wir haben daber den Satz, dass
jede Function »sich auseiner solchen speciellen Function odurchconformeUmbildung desRaumesRundderFunctionen vund¢ergiebt.DieFunctionen »unterscheiden sich von cinander 1)durch die
Zabl und Beschaffenheit ihrer Ausnahmestellen und 2)durch dieGe-
seize, nach denen sieund ihre ersten Derivirten dort anwachsen oder
unstatig werden. Was den ersten Punkt betrfft, sowerden wir im
Folgenden stots die Grenzfille ausschliessen, wo die Anzahl der
Punkte p,dieLange einer Linie 1oder derInhalt einer Fliche fun-
192 X.Zur Theorie der einwerthigen Poteatiale,
endlich gross ist. Diese Beschrinkung derAufgabe istkeine wesent-
liche, und hatnurdenZweck, von derUntersuchung derHauptfalle
Convergenzfragen fern 2uhalten, welche bloss aufdenUebergang zu
denGrenzfillen Bezug haben, und injedem einzelnen Falle besonders
auerledigen sind (art. XIIL).
mL.
Wir denken uns einen zusammenhingenden Theil Vdes unbe-
grenzten Raumes, indesson Innerem sich Hohlungen befinden, welche
simmtliche Ausnahmestellen von venthalten, und nennen Sdie Ge-
sammtoberfliche dieser Hohlungen, S,dieiussere Oberfliche von V,
sodass dievollstindige Begrenzung dieses Raumes durch dieFlichen
Sund S,gebildet wird. DieElemente derdrei Gebiete V,S,undS
werden wirdurch @V,7S, und2S,ihre Coordinaten ohne Unterschied
durch z,y,2,dagegen dieCoordinaten eines inVfestgewilten
Punktes Odurch X,¥,Zbezeichnen.
Um diesen Punkt OalsCentrum legen wireine Kugel K,deren
Halbmesser cwir soKlein wihlen, dass alle Punkte von KinsInnere
von Vfallen, und eine aweite Kugel K,, deren Halbmesser dioLingen-
einheit ist. Istalsdann ZoeinOberflichenelement von K,, und sind
&,1,$seine Coordinaten inBezug aufdrei durch Oingleicher Rich-
tung mitden urspringlichen gelegte Axen, sosind inBezug aufdie-
aelben Axen ct,cm,cfdieCoordinaten seiner Centralprojection aufK,
und ihr Inhalt co ist das Oberfiichenelement der letztern.
Wir errichten endlich ther @Sund 2S, Normalen, dieerstere
nach Vhinein, dieandere aus diesem Raume hinaus, und nennen die
erstenElemente dieserNormalen épundp,,sodassz.B.=den
Werth bedeutet, welchen die Derivirte von @nach der aber 2Ser-
richteten Normale inihrem Anfongspunkte auf2Shat.
1.Multiplicirt mandieGleichung 4o——4x0 mit—2",wor
dieEntfernung von Obiszum Elemente 2Vist, und integrirt Uber
alleElemente von VmitAusschluss derinKenthaltenen, soergiebt
1atsichmitHulfederGleichung*ay=2(2Hot)o>undmit
1
at
Ricksicht darauf, dassderAusdruck +avy unddiebeidenabn-
lich gebildeten withrend derIntegration einwerthig, endlich und stetig
bleiben nach dem Greenschen Saize
X.Zor Theorie dereinwerthigon Potentale 193
1 17 ae awr1(100*)of(22*) J?f(s apap, Setae)\eip—?ap)8
1@ ol(iow.
womurLinken derAccent amIntegralzeichen bedeutet, dass dasVo-
Jumen derKugel Kvom Integrationsraume ausgeschlossen ist.
Setzt man zurAbktrzung
1 1a= resrao ran BS88-0, eS(eights
10folgt hierans:
ayv LSCes+)e0- SX+9).
Indieser Gleichung lassen wir ¢verschwinden, und werden be-
vweisen, dass unter diesen Umstinden beide Seiten gegen feste Grenzen
convergiren, undauch beim Ubergange zurGrenze c= nicht auf-
héren, einander gleich zusein.
DasIntegral1;Je229 istnumerisch Kleiner alsdasProduct ous*
at‘cd6—c unddemgréssten numerischen Werthe, den
ae ae ae ao
meng tee
aufKerlangt. Daaber {+1!+{?denunverinderlichen Werth1 hat, sokann dieses Product wegen A.durch Verkleinerung von¢unter
jedeGrenzegebracht werden,folglichconvergirt 7.S536mitab-
nebmendem cobne Stetigkeitsunterbrechung gegen Null.
Nennt man ferner 1,denWerth; dendieeinwerthige Function o
inOerlangt,undersetztdasIntegral7.[ovedurchv9+Afo-aee,
s0convergirt derzweite Summand wegen derStetigkeit vonvmitab-
nehmendem ¢stetig gegen Null.
Folglich convergirt beiunbegrenzter Abnahme von cdielinke
Seite obiger Gleichung ohne Stetigkeitsunterbrechung gegen diefesto
Grenze 5.
‘Auf der rechten Seite indert sich wihrend dessen nur das erste
Glied, und zwar istder Zuwachs, den sieerlangt, wenn cinden
RB. Obrlatottel, Gesamte ADhandingen. 18
194 X.ZurTheorie dereinwerthigen Potentale,
Mleineron Werth babergeht, gleich[rerf9eo. Solange Oinmess-
barer Entfernung von allen Punkten gliegt, indenen ¢unendlich
wird, verschwindet dieses Integral offenbar mitczugleich; istdagegen
selbst einer dieser Punkte, sosetze man dasselbe, beipassender Wahl
desvon1verschiedenen positiven echtenBruches kgleich f'r'-*anfr4ea0.
Dannkannman¢20kleinwiblen, dassrpwibrend derIntegration
numerisch kleiner alseine beliebig gegebene Zahl Ableibt, also das
Integral, abgesehen vom Zeichen, Kleiner als
ferrerf acenae OR
wird. Folglich convergirt dieses Integral auch imgegenwirtigen Falle
mit¢und dem kleineren }zugleich stetig gegen Null.
Man kann daher ¢soklein wahlen, dass jeder Zuwachs, den die
rechte Seite obiger @leichung durch fernere Verkleinerung von¢noch
erhalten kann, unter eine beliebige Grenze godrickt wird. Daaber die
_rechte Seite, solange ¢von Null verschieden ist, einen vallig be-
stimmten, endlichen Werth hat, sofolgt hieraus zuniichst, dass siebei
unbegrenzter Abnahme voncohne Stetigkeiteunterbrechung gegen eine
feste Grenze convergirt, welche dadurch erhalten wird, dase man in
ihrem ersten Gliede dieIntegration Uber dasganze Volumen Vausdehnt.
Daendlich dieobige Gleichung fureinbeliebig Kleines cbesteht,
solange nur¢von Null verschieden ist, und dioletzten Aenderungen,welcheihrebeidenSeitenerleiden,wennman¢vollendsverschwindenlisst, selbst verschwindend Klein, also nicht ummessbare Gréssen von
einander verschieden sind, sokann die Gleichheit auch durch den
Usbergang zurGrenze c=0nicht aufgehoben werden, und esergiebt
sichnunfolgende, beijederLagevonOimInnernvonVgiltige
Gleichung:
av (0, nnf 4-6).
1
i rx ior 2,Hitte mandieGleichung 4o——4x0 mit“TXeV—fgg
multiplicirt, und dieIntegration imfrttheren Umfange ausgefthrt, 20
wirde sich
ae ESE EB ere~Seager+WY8.y
X.Zar Theorie der einwerthigen Potentiale, 195
ergeben haben, wo(S)' und (S_)' dieIntegrale bedeuten, welche man
usdenvorhin durch($)und($,)bezeichneten erhilt, wennman+
1
at
durch 5ersetzt, d.h.unter demIntegralzeichen nachXdifferentiirt.
ImElemente c2o wird nach deroben eingefihrten Bezeichnung
2—Xact, 7%—4,alsoistdielinkeSeitegleich
1 ae are " "a(ote’)BLE 98(eee =[Ake 20.
Bezeichnet man sber durch ¢KdasVolumenelement von K,soist
wegenderStetigkeit von0ScK=ffv&cteo. Lisst man hier cum
éewachsen, undhebt indenAnderungen beider Seiten mit4xctac
‘weg, 80folgt
1(005,_afoteras _(a(ote)5sadd2°9~“Gaetde~Janctae°*
aaCEwabrend derIntegration wederunendlich nochunbestimmt
wird. Also haben wir
1
1co ey s a aLSteaSogiev +-(8.
DielinkeSeiteisteinMittelausdenWerthen, welche 2°aufKer-
langt,undgehtdahorwegenderStetigkeit von22mitabnelimendem ¢
stetigindenfestenWerth 2uber,welchen dieseDerivirte inOhat.
Kénnen wir daher beweisen, dass auch dierechte Seite mit ab-
nehmendem ¢ohne Stetigkeitsunterbrechung gegen eine feste Grenze
convergirt, sofolgt, dass dieGleichung such noch anderGrenze ¢=0 besteht.
Liisst man cinden kleineren Werth btbergehen, soerhilt die
rechte Seite den Zuwachs
‘. (ar 1fotae— [Xfrotes.
SolangeOinmessbarer Entfernung vonjedemPunkteqliegt,ver-echwindet dies mit¢zugleich; fallt.O miteinem Punkte ¢zusammen,
s0wirdfireinhinlinglich Kleines ¢wihrend derIntegration /r+tae
numerisch kleiner alsf'A2o—4xA, weil§xwischen—1und1liegts
1
196 X.ZarTheoriedereinwerthigen Potentiale.
‘chwied . fae ecto
folglich wirdjenor Zuwachs Kleiner als4x4 ff=424° =",
und verschwindet daher auch jetzt noch, wenn ¢und das Kleinere }
imNull dbergehen. Daraus folgt:
1
an a .. (o) eefosteV+(S— (Sy.
Zugleich istderNachweis geliefert, dass daserste Glied zurRechten
einen vollig bestimmten, endlichen Werth hat, was von den beiden
andern Gliedern ohne Weiteres einleuchtet.
Iv.
Lisst man dieFliche S,sich immer mehr erweitern, sodass sie
fortwihrend neue Teile desiusseren Raumes inihrInneres aufnimmt,
ohne bereits dberschrittene Theile auszuscheiden, sokann sich aufder
rechten Seite derGleichung
v (0) wnf+ o-6)
das erste Glied nur solange indern, alsesausserhalb S,noch Stellen
giebt, indenen gvonNull verschiedene Werthe hat. Von dem Augen-
blicke an,woS,diese Stellen simmtlich aberschritten hat, wird das
IntegralJ227vonderferneren Umgestaltung derFliche S,anab-
Dasselbe tritt cinmal ein, wenn @xwar imganzen Raume Werthe
haat, jedoch soverliuft, dass das uber den ganzen Rauin erstreckte
Integralf22YvonderAnordnung derIntegration unabhiingig con-
vergirt, ‘InderThat kann man unter dieser Voraussetzung dem Inte-
grationsraume, ohne dabei Begrenzungstheile ineUnendliche zuverlegen,
einen solchen Umfang ertheilen, dass Keine ferere Erweiterung dee
selben den Worth des Integrals um eine beliebig kleine, gegebene
Grosse zuindern mehr im Stande ist.
Fur denFall, dass gnicht bloss ineinem begrenzten Raume
vonNull verschiedene Werthe hat, setzen wir diese Bedingung ale
erflllt voraus.
Liisst man daher allePunkte derFliche S_insUnendliche riicken,
wobei nach den einmal gestellten Bedingungen inVkeine Ausnahme-
stelle von»aufgenommen werden kann, sowird vorstehende Gleichung
eine, firalle ausserhalb $liegenden Punkte Ogilltige, convergente
+X. Zar Theorie der cinwerthigen Potentale. 197
Darstellung von %stete und auch nur dann liefern, wenn (S,) obne
Stetigkeitsunterbrechung gegen eine feste Grenze convergirt, dievon
dem Gesetze, nach welchem dieUmgestaltung von S,erfolgt, unab-
hingig ist.
DieFliche S.schliessen wir ineine Fliche Sein, deren Ele-
ment wir8S! nennen; daserste Element derGber 25%, ausdem von
beiden Flachen begrenzten Raume hinsus errichtaten Normale soll
durch 2p’, bezeichnet werden. Seiwocine zweite, nebst ihren ersten
Derivirten indiesem Raume einwerthige, endliche undstetige Function,welchederGleichung Jw—0geniigt.Integrirt mannundieGlei-
chung04t0— wom J.(38—w22)+...4zew Uberdenzwischen
S,undS;liegenden Raum W,sofolgt, wenn mit4xweggehoben wird
1 aw av ood ow ao 0)Efe) a8.~bfOe—wae)5.4fowow.
Sotatmanhiert+, undlisstnundieFlichen S,undS;
unabbiingig voncinander insUnendliche ricken, soconvergirt der
obengestellten Bedingung zufolge {wW stetig gegen Null. Wenn
daher gleichzeitig dielinke Seite gegen cine feste Grenze convergirt,
0intdies auch dieGrenze des ersten Gliedes zur Rechten, nimlich
von (S,). Nimmt man aber firSeine umOalsCentrum mitdem
Radius rbeschriebene Kugel, sowird dielinke Seite
1
oF 1a. . ovweit) neondifettriteteeeis
Dieselbe istalso numerisch Kleiner alsdieSomme ausdengréssten
numerischen Werthen, welchev,r22,z,2%auf8.annchmen.
Dajeder von diesen vier Summanden wegen D.durch Vergrésserang
von runter jede Grenze gebracht werden kann, soconvergirt mit
wachsendem rdielinke Seite obiger Gleichung stetig gegen Null; dies
istalso auch, nach dem vorhin Bemerkten, derWerth, inwelchen (S,)
stotig thergeht, wenn alle Punkte derFliche S,insUnendliche ricken.
Wir haben demnach den Satz:
a,Sobald oimganzen, dieFliche $umgebenden Roume den
Bedingungen 4.,B.,D.gentigt, unddasIntegralJ22an
abhingig von derAnordnung derIntegration convergirt, ist
injedem Punkte Ovon V.
4) aafe+9
198 X.ZurTheoriedercinwerthigen Potentiale.
Vv.
DieUntersuchung derGleichung
1
at ar, . . (o) ay-fers (8.
1
at
erledigt sichaufdemsolben Wege. Setztmanin(3.)w—55und
nimmt firS,wieder eine Kugel vom Radius rund dem Centrum 0,
1
ah
sowirdaufihr57=4,alsofolgtous(3.)
ata a ie r.
at 1 freee ae, av, dey, 7--ift:tyetnteasityeceJantew.
Aufderrechten Seite convergirt daserste Glied wegen D.mitwachsen-
dom rnotwendig gegen Null; wenn daher auch daszweite Glied bei
unsuegesetzter Erweiterung derFlichen S,und S:verschwindet, so
giltdasselbe von(S,). Daraus folgt derSatz:
b.Sobald »imRaume Vsusserhalb SdenBedingungen A,B,
1atD.genigt,unddasIntegralSezer unabhiingig vonder
Anordnung derIntegration convergirt, istinjedem Punkte O
von V
an_te Sa—J esxe +)
Durch Verbindung dieses Satzes mit dem vorigen folgt weiter:
¢Wenn »imRaume ausserhalb SdenBedingungen .,B.,D.
1
atgendgt,unddiebeidenIntegralefx,Seaycan
hiingig vonderAnordnung derIntegration convergiren, erhiilt
man3%ausdemAusdrucke vonv,durchDifferentiiren unter
dem Integralzeichen.
Durch diese Sitze istdieFrage nach den ersten Derivirten von
vollstindig aufdieErmittelung derAusdritcke zurickgefthrt, durch
welche vselbst dargestellt wird, wesbalb wiruns imFolgenden nur
noch mitdenletzteren zubeschiiftigen haben.
X.Zur Theorie der einwerthigen Potentiale. 199
VL
Durch dieGleichung (4.) wird jede den Bedingungen 4.,B.,D.
genigende Function »imganzen, ausserhalb Sliegenden Raume V
durch convergente Rechnungsoperationen dargestellt.
Daaber SausdenOberflichen S,,S,ete.dereinzelnen Héhlungen
rusammengesetzt ist,indenen dieAuenahmestellen p,1,ete.von»ein-
geschlosson sind, #0istindieser Gleichung unter
at ) 1 r1@o), =Seop7op)Ss
eine Summe vonIntegralen (S,), (S,)ete.derselben Form zuverstehen,
vondenen jedes sich Uber einederOberflichen §,,S,ete.erstreckt.
‘Lasst mannundieOberfliche einer dieser Héhlungen, etwa 8,sich
immer mehr umdieentsprechende Ausnahmestelle pzusammenzichen,
#0kann dies in(4.)denWerth derrechten Seite nicht indern, solange
vdenBedingungen des art.II.geniigt Daaber gleichzeitig wegen
derflr@gestellten Bedingungon f22‘beidieserErweiterung seinos
Integrationsraumes gegen eine feste Grenze convergirt, und ausser
diesem und(S,) alleUbrigen Glieder derrechten Seite von(4.)un-
geindert bleiben, 80convergirt auch (S,)gegen eine feste Gronze.
Folglich milssen umgekehrt dieanden Ausnahmestellen von 9
eintretenden Bedingungen fround[°sogewihlt werden, dassbei
fortgesetzter Verengerung derIntegrationsfizchen S,,S,ete.jedes der
Integrale (S,), (S)), ete.firsich gegen cine feste Grenze convergirt.
Istdies erreicht, 20wird vydurch dieGleichung (4.) anderGrenze
imganzen Raume ausserhalb seiner Ausnahmestellen dargestellt.
Damit istjedoch derFall nicht ausgeschlossen, dass derhiermit,
gewonnone Ausdruck der Function vineiner Ausnahmestelle Werthe
angiebt, welche vondem derFunction andieser Stelle vorgeschriebenen
‘Verlanfe unabhiingig sind.
Man weiss, dase solche lokale Abweichungen einer Function von
einem sie sonst darstellenden Ausdrucke inmanchen Fallen nur von
derForm desletatern abhingen und durch eine Aenderung derselben
gehoben werden kénnen.
Wir echliessen nun alleVerstésse gegen dieBedingungen 4.und
B.aus, deren aieFunctionen »wegen ©.fahig sind, ohne dass die
oben gefundenen, imganzen abrigen Raume giltigen Ausdriicke dieser
Functionen anihnen Theil nehmen kénnen.
DieFunctionen, welche nun noch brig bleiben, unddieausihnen
200 X.ZorTheoriedereinwerthigen Potentiale.
durch conforme Umbildung folgenden Functionen (art, II.)begreifen
wir unter dem Namen dereinwerthigen Potentiale.
Diefolgenden Sitze bezichen sich ausechliesslich aufdiedenBe-
dingungen C.undD.genigenden Potentisle, welche wirzurUnter-
echeidung von den dbrigen wiebisher durch »bezeichnen.
vu.
Hilfssatz. SeiReinepositive Variable und/(R)eineFunction
von R,dienebst ihrer ersten Derivirten /“(R) oberhalb R= 0biszu
einem gegebenen Werthe R—a hin weder unbestimmt, noch unend-
lich, noch unstetig wird, wihrend ihrVerbalten imPunkle R= Oselbst
noch dahin gestelit bleiben mag.
Dann besteht swischen dem Verlaufe derbeiden Functionen /(R)
und /'(R) inunendlicher Néhe von R= 0einZusammenhang, inBe-
treff dessen wirfolgende Sitze hervorheben.
4,Wenn firein positives &und jede unbegrenzte Abnahme
vonRR'+1/"(R) ohne Unstetigkeit gegen eine feste Grenze A
convergirt, soconvergirt Rt/(I) stotiggegendieGrenze —4;
wichst unter derselben Voraussetzung Rt+1/'(R) Ober alle
Grenzen, soistdasselbe mitR‘(R) derFall.
¢Wenn beijeder unbegrenzten Abnahme von RRf‘(R) ohne
Unstetigkeit gegen eine fest Grenze Aconvergirt, tobatsuch
gsdenWerthAzurGrenze; wiiehstunterderselben Vor-
sussetzung R/(R) ber alle Grenzen, sofindet dasselbe mit
1)logRstatt.
Beweis. Ist0<Ry<R,<a, sofolgt
4 3
eR 1(Ry)=(Ry)=JR(BR)gp%
af(R) awischen R,undR,weder unbestimmt, noch unendlich, noch
‘unstetig ist. Daferner zwischen denselben Grenzen R'+1/‘(R) stetig
undzavonZeichenwechseln freiist,sokannman,wiekleinauch
Fysoin mag, sum Mindesten aufeine Art R,zwischen Ryund R,20
wiiblen, dass dierechte Seite
&
ranfe wird.*
X.ZarTheorie dereinwerthigen Potentiale. 201
(@) Solange nun k>0ist,folgt hieraus
ERY(R) —ERR) —REFBDL—(Fe)']-
Indiesor Gleichung lassen wirRyund R,abnehmen, jedoch 0,dass
wenn aundbzwei ohne Ende abnehmende Zablen bedeuten, Rifort-
wihrend unterhalb der kleinsten von den ebenfalls abnehmenden Zahlen
Fae%04OREbleibt. Dannwerden Ri/(R) und(eyBruehtheile
vonaund 6,ersteres etwa —a,letzteres —0,0, und R,instetiger
oder sprungweiser Abnahme derNull immer niher gebracht. Esfolgt
kOa—KR(Ry)—Ri**f'(R,)U —6,0),
woman sich dieGréssen a,b,Ry,RyundR,inderangegebenen Ab-
pahme zudenken hat.
Wenn daher —kR&/(R,) beiabnehmendem Rytber alleGrenzen
wichst, oder gegen eine feste Grenze convergirt, sokann man dieAb-
nahme von R,nach einem solchen Gesetze erfolgen lassen, dass
RY+/(R,) ingleicher Weise verliuft.
Wenn aber umgekehrt Ri+*/((R,) unter allen Umstinden zuletzt
unendlich gross wird, undnicht etwa bloss dann, wenn 2,lings einer
besonders ausgewahlten Werthenreihe abnimmt,somussauch—kR&/(R,) beiverschwindendem Ryunendlich gross werden; convergirt Ri+#/"(R,)
beijeder unbegrenzten Abnabme von F,gegen eine feste Grenze A,
sohatauch —kRf(R,) diesen Werth AzurGrenze, w.z.b.w.
(@)Fur k=0 folgt ebenso
1B) By) _lg7,fog8,~fog~F(R)[1—eee]
Lisst man auch hier R,und2,verschwinden, jedoch so,dass logR
numerisch oberhalb dergrossten vondenwachsenden Zahlen 128%,
1)bleibt,20bedarfeszumBeweise von¢,nureinerWiederholung
dereben angewandten Schlisse.
Diese beiden Sitze lassen sich verallgemeinern, jedoch ohne Hin-
rufligung neuer Bedingungen, durch welche ihre Brauchbarkeit beein-
triichtigt wird, nicht umkebren.
f.Lehrsats, Eineinworthiges Potential »und seine ersten Deri-
virten kénnen ineinem von jeder andern Ausnahmestelle ge-
trennten Punkte mweder unendlich, noch unbestimmt, noch
anstetig sein, sobald dieProducte
de de de
me, we, we
202 X.ZarThosedersinwethigen Potential
beijeder unbegrenzten Abnahme der Entfernung RvomPunkte2,y,#biszumfestenPunktemstetiggegenNull
convergiren.
Beweis. Fande das Gegentheil statt, sowiirde mzuden Aus-
nahmestellen von gehdren. Wir scheiden demnach ausdem Raume
Veinenabnehmenden RaumV,,aus,welcher menthilt, undnennen
S,dieumdietibrigen Ausnahmestellen von vgelegte Fliche.
Nun seiweinzweites einwerthiges Potential, welches sich von v
nurdadurch unterscheidet, dass esimInnern von V,,denBedingungen
‘A.und B.geniigt, wihrend esausserhalb V,,genau denselben Be-
dingungen wie»unterworfen ist,derart dass, wenn auch noch inV,,
den Bedingungen A.und B.geniigte, inVdberall »—wwire.
Dann reicht eszum Beweise desSatzes hin, zuzeigen, dass der
Unterschied derbeiden Ausdriicke, durch welche »und wimRaume
Vdargestellt werden, ausserhalb V,,tberall —0ist,unddass dies gilt,
wie klein auch V,,sein mag.
Istdies niimlich bewiesen, sofihrt dieAnnahme, esseiimab-
nehmenden Raume V,selbst vvonwverschieden, zurFolgerung, dass
dieFonction »imPunkte meinen Verstoss gegen dieBedingungenA,undB.begeht,dessenihr,flrdenganzentbrigenRaumVgiltiger
Ausdruck wunfihig ist. Eswitrde also »keine derDefinition des
einwerthigen Potentials genigende Function sein, und nurdadurch in
eine solche verwandelt werden kénnen, dass man inV,,ihren Verlauf
den Bedingungen A.und B.gemiiss abiinderte.
‘Aus (4) ergiebt sich auniichst unter derVoraussetzung, dass O
ausserhalb S,liegt,
w=fee*+(8),
wo(S,) dasfrilher durch (S)bezeichnete Integral, ausgedehnt tber die
Fliche S,,bedeutet.
Der Ausdruck firvpergiebt sich flrden Fall, dass Oausserhalb
S,und V,,liegt, durch folgende Betrachtung. Man lege ummale
Centrum eine Kugel Kvom Radius R,welche den abnehmenden Raum
V,,Vollig einschliesst, und wihle Rsoklein, dass Ound S,ausser-
halb desVolumens Vxdieser Kugel liegen. Dann kann man firdie
Function »dieFliche $zusammensetzen ausS,undderKugelfiicheK. Diesfestgestellt, istdervon S,herrihrende Theil derVoraussetzung
gemiss indenAusdriicken firvyund w,dernimliche. Dasselbe gilt
von dem tber Vnach Ausschluss von Vxerstreckten Integrale von
X.Zur Theorie der einwerthigen Potentale 203
e2Y Scheidet mandaheraurBildung vonv,ausVdasVolumen Vr
aus, und figt zuS,dieOberfliiche dieses Volumens, sowird
aa
Ve ay 5
DaderVoraussetzung gemiss1°25—6.782%+9Re+eRe,
also nach d.auch Rvund Ko mit Raugleich verschwindet, und r
wihrend derIntegration von Null verschioden bleibt, soconvergirt das
ther dieOberfiiche von Vxerstreckte Integral mitRaugleich stotig
gegenNull;dasselbebeweistmanvondemIntegrale Svetaufdem
inart,IILeingeschlagenen Wege.
Solange also dieEntfernung von Obismvon Null verschieden
ist,wieKlein dieselbe Gbrigens auch sein mag, istvy—1g,w.2.b.w.
Dieser Beweis kommt darauf hinaus, zuzeigen, dass dieBedingung,
voder seine ersten Derivirten sollen inmunendlich, unstetig oder
unbestimmt werden, jedoch so,dassR*5,ReundRS?mitR
zugleich stetig verschwinden, sufdenselben Ausdruck frvfUbrt, wie
dieBedingang, dass A.und B.inmgar nicht verletzt werden. So-
lange also cininmstattfindender Verstose gegen diese Bedingungen
sich innerhalb der imLehrsatze verlangten Grenzen hilt, isterein
soleber, dessen jeder in(4.) enthaltener Ausdruck unfihig ist, und
den wir dsher beider Definition des einwerthigen Potentials aus-
schliessen.
g.Lehrsatz. Bin einwerthiges Potential vund seine ersten Deri-
virlen kénnen anfeiner Linie von endlicher Linge, dievon
jeder anderen Ausnahmestelle getrennt ist, weder unendlich,
noch unbestimmt, noch unstetig sein, sobald dieProducte
ae pie poe
ne, Ri, Ree
beijeder unbegrenzten Abnahme derkirzesten Entfernung R
vom Punkte x,y, biszur festen Linie stetig gegen Null
convergiren.
Beweis.WassuchandieserLinie1stattfindenmag,#0erhilt man doch stets einen Ausdruck firdieWerthe, welche vausserhalb 1undSerlangt,wennman1mittelsteinerFlicheS,ausV'ausschliesstund wie eine Ausnahmestelle behandelt, Nennt man dasvon S,ein-
geschlossene Volumen V,,sowird durch den Ausschluss von V,die
204 X.ZorTheoriedereinwerthigen Potentale.
Gleichung (4.)nureoweit geindert, dass aufihrer rechten Seite noch
der Ausdrack
1
ah 1 r_ 100), LA
hinzutritt; derselbe ist,wieaus(3.) leicht folgt, von derGestalt der
Fliche S,unabbingig.
Bei anbegrenzter Verengerung von §,convergiren beide Theile
dieses Ausdruckes stetig gegen Nall.
Far den sweiten Theil ergicbt sich dies unmittelbar aus den tber
@und dieLinge von 1gemachten Voraussetzungen. Um dasNimliche
firden ersten Theil zubeweisen, nennen wir Rdiektrzeste Ent-
fernung von 2S,bisaurLinie 1,(rp) den Winkel zwischen rund ap,
woraus%=—cos(rp) folgt,undsetzen
atR(,2r_ 1a0)_ 1p, coir) 1 pea(i- a RG)-&
wodurch derselbe dioFormfoo%' amnimmt. Istdaherunterden
absoluten Werthen, welche @withrend derIntegration erlangt, 2der
as,grisste,soistdieserTheilnumerisch kleinerals@fca
Liiest man aber alleElemente 26,immer niher anJheranricken,
sven R2®, Ret. poe ae 2° set toconvergiren RG", REE, RSE, alsoauchRGE undR2E stotig
gegen Null. Dies istnach ¢,nicht anders méglich, alsdass zugleich
logkUdumsomehr Ro—RlogR-7-2pverschwindet. Solangealso ©nicht unendlich nahe aneinem Punkte von Jliegt, convergiren
mitRzugleich alle Werthe von @,also auch @stetig gegen Null.
Ertheilt man derFliche S,dieGestalt einer Rohre), deren zu1
sonkrechter Querschnitt einKreis vom constanten Radius Rist,wih-
rend sein Centrum sufJliegt, und scbliesst dieRobre durch zweiHialbkugeln, derenMittelpunkte denAnfangunddasEndevonJbilden,s0wird[052014 422,wenn1dieLingederLinie1be-
deutet; also wird beiverschwindenden Werthen von Rander Grenze
‘a8,Spi 2a
1)Note 2
X.Zar Theorie der einwerthigen Potentiale 203
Folglich wirdS‘oA!numerisch KleineralsdasProduct xweier
Grossen Qund 2x/, von denen dieerstere verschwindet, wihrend die
andere nicht Uber alleGrenzen wachst, woraus dasBehauptete folgt.
Unter den Voraussetzungen des Lehrsatzes wird also vinjeder
messbaren Entfernung von !durch denselben Ausdruck dargestellt, den
man erhilt, wenn »such anIentlang den Bedingungen A.und B.
geniigt Folglich istdieser Ausdrack, und mit ihmoalseinwerthiges
Potential anIentlang jeder mit den dbrigen Voraussetzungen des
Lebrsatzes vereinbaren Verletzung vonA.und B.unfihig.
A,InartIL.C.istderFall ausgeschlossen worden, wovoder
‘eine seiner ersten Derivirten inallen Punkten einer Fliche unendlich
‘oder unbestimmt wird. .
Der Grand hiervon istfolgender. Legt man umdieFliche feine
vonS$abgeliste Fliche S,,sowirde man unter derVoraussetzung,
anfentlang werde eine erste Derivirte von voder vselbst unendlich
oder unbestimmt, imAusdrucke vonveinGlied (S,) erhalten, in
welchem dieunter dem Intogralzeichen stehende Function beifort-
gesetzter Verengerung vonS,schliesslich aufhirt, dieIntegration zu
gestatten.
Daraus darf man indessen nicht schliesson, dass eskeine Aus-
driicke gebe, welche susserhalb derFliche feineinwerthiges Potential
darstellen, aber anihrentlang unondlich oder unbestimmt werden.
Indenbisjetzt untersuchten Fallen muss diese Erscheinung jedoch als
eine wirkliche Divergent des Ausdrucks von obezeichnet werden, da
siebloss anderForm desAusdruckes haftet, und durch Aenderung
dieser Form beseitigt werden kann. Beispiele dieser Arterhiilt man,
wenn man denausart.V.}.folgenden Ausdriicken firdieDerivirten
der inart. XIL r.bezeichneten Potentiale auch noch anden Ausnshme-
stellen eine Bedeutung einriumt.
‘Aus den vorstehenden Lehrsitzen ergeben sich alsCorollare die
folgenden, indenen diejedesmalige Bedeutung von Rausdem Vor-
hergehenden erhellt.
i,Ineinem Punkte oder einer Linie von endlicher Linge, die
einer anderen Ausnahmestelle sngohdren, kann cin cinwerthiges
Potential oder eine seiner ersten Derivirten niemals unstetig oder un-
bestimmt werden, ohne dass eine derletzteren unendlich wird.
k.Wird daseinwerthige Potential »oder eine seiner ersten Deri-
virten indem, vonjeder anderen Ausnahmestelle getrennten Punkte m
tunendlich, sokannmindestens einederGréssen 222,we,wee
nicht beijeder Richtung vonRmitRaugleich verachwinden.
206 X.ZurTheoriedereinwerthigen Potentale.
1.Wird daseinwerthige Potential voder eine seiner ersten Deri-
virten injedem Punkte einer Linie unendlich, dieweder von unend-
licher Lange ist,noch einer anderen Ausuahmestelle angehért, 00kann
mindestens einederGréssen Ra,RoyRZnichtbeijederunbe-
grenzten Abnahme von Rgegen Null convergiren.
VUL.
Wenn wir daher dieeinwerthigen Potentiale »nach ihren Ver-
stéssen gegen dieBedingungen A.und B.ordnen, sobleiben folgende
Fille brig:
1.Diese Bedingungen werden imganzen Raume erfallt (art. IX.).
2Ausmahmepunkte. Das Product aus einer derersten Derivirten
‘yon »und dem Quadrate derEntfernung Kvoneinem festen Punkte p
convergirt nicht beijeder unbegrenzten Abnahme von Rgegen Nall
(art. X.).
3,Ausnahmelinien. Das Product aus einer der ersten Derivirten
von »und dem kirzesten Abstande Rvon einer Linie1convergirt nicht beijeder unbegrenzten Abnahme vonRgegen Null (art. XL).
4.Ausnahmeflichen. Beim Durchgange durch eine Fliche von
endlicher Ausdehnung erleiden voder seine ersten Derivirten plotaliche
Aenderungen (art. XIL).
Wenn die Fliche Ssich mit Ausscheidung aller Theile deo
Raumes, indenen dieBedingungen A.undB.erfdllt sind, immer enger
andio Ausahmestellen anschliosst, sozerfallt siezuletzt insoviele
von einander getrennte Theile, alsAusnahmestellen vorhanden sind.
Jedem dieser Theile entspricht imAusdrucke von oeinGlied, welches
einer derdrei zuletzt genannten Gattungen von Potentialen angehdrt.
Folglich kann jedes Potential »durch eine Summe vonPotentialen der
vorbin bezeichneten vier Gattungen dargestellt werden.
IX. Erster Fall.
m.Wenn den Bedingungen A.und B.imgavzen Raume, ohne
Ausnahme irgend einer Stelle, Gentige geschieht, soistin
jedem Punkte Odes Raumes
sobald dasIntegral zurRechten unabhiingig von derAnord-
nung derIntegration convergirt.
InderThat fillt jetzt ausderGleichung (4.)dasIntegral (S)weg, da
X.Zar Theorie der einwerthigen Potentiale. 207
esnicht mehr nétig ist,aus Veinzelne Theile wogen einer dort statt-
findenden Verletzung vonA.oder B.auszuscheiden.
Esfolgt hieraus, dass man jedes einwerthige Potential vdurch
Subtraction einesIntegralsS2ineinanderes,1,verwandeln kann,
welches ausserhalb derAusnahmestellen derBedingung 4w—0 ge-
niigt, wihrend dieandiesen Stellen selbst stattfindenden Verstésse
gegen A.und B.ganz ungeindert bleiben.
X. Zweiter Fall. Aumahmepunkte,
Findet einVerstoss gegen die Bedingungen A.und B.nur in
einem einzigen Punkte pstatt, und ist@dberall —0,sowird ausser-
halb der den Punkt peinschliossenden Fliche S
%=(S),
unddieser Ausdruck ist,wiemanaus(3)flr@—0undw—+
schliesst, von derGestalt derFliche Sunabhiingig, solange siepein-,
Osusschliesst.
Nimmt man daher filr$eine Kugel vom Halbmesser Rund dem
Centrum p,sowird
1
at 1+_190)my wad(ee-135)mie,
solange Rkleiner alsdieStrecke Opist,und dierechte Seite von R
unabhingig.
Soll inptberhaupt eine Verletzung von A.und B.méglich sein,
0darf sich dieselbe nicht innerhalb derinf.angegebenen Grenzen
halten. Stellt man also dieBedingung, dass
0 pie pede
Re Bay Ra
beiabnehmendem Rnicht aber alle Grenzen wachsen, dass dies aberbeijederVerkleinerung von»eintritt,sodarfvjedenfalls nichtkleinerals2sein. Nennt man diezunichst ber »liegende ganze Zabl
n+3, sokann »nur eine derZablen 0,1,2... bedeuten, und es
verschwinden
es2e, Reed, ess22, andwegend.auchR40
mit Rzugleich, wihrend
+108 +108 1OPRS, RS, Rese
208 X.ZurTheoriedereinwerthigen Potentiale,
‘ber alle Gronzen wachsen. Esfindet sich imFolgenden, dase
y=n+2 sein muss,
1.Nimmt man zunichst firnseinen Kleinsten Werth Null, und
lisst Rabnehmen, soreducirt sichdierechte Seite derausderobigen
folgenden @leichung
1
a 1205544 F,—mR ae), 4aadfidgetbf(weiss+coat) eg
inwelcher r,dieEntfernung von Obispbedeutet, anderGrenze
aufihrerstesGlied,daR*£%derVoraussotzung gomiss, alsonachd.
auch Rty und, weil dieDifforenz derDreiecksseiten r,r,kleiner
alsdiedritteSeiteRist,(r—r,)R°2% verschwindet, DerFactor
[iqree=[308mussnachdemObigeneinenvonRoderder
Gestalt vonSunabbingigen Werth —4aMhaben.
x.Sobsld imganzen Raume @=O ist, und aussorhalb des
Punktes pnirgendwo einVerstoss gegen dieBedingungen A.
und B.statifindet, ferner beiunbegrenzter Anniherung anp
320 av avRegt, west, eee
verschwinden, und
‘ae.sot,folge Sies-- setint,folg u
ue
BeiderAnwendung dieses Satzes aufdieUmformung von+kann
man ausser den Bedingungen desSatzes noch beliebige andere Eigen-
echaften dieser Function benutzen, dadiese mitjenen nicht imWider-
sprache stehen, sondern aus ihnen folgen.
2.Fur denallgemeinen Fall, woneine belicbige positive ganze
‘Zshl ist,mag Folgendes gentigen.
Entwickelt man+mittelst desbinomischen Satzesoderaufandere
Weise nach steigenden Potenzen derUnterschiede z—1, y—m, s—n
zwischen den Coordinaten z,y,2desFlichenclementa R*26 und den
Coordinaten Z,m,nvonp,aoerhiltmaneineReihe
aby ER,
X,Zar Theorie der oinwerthigon Potentiale, 209
inwelcher 7,einhomogenes Polynom yw"Grades jener Coordinaten-
differenzen ist. DadieNenner von z,y,#unabhingig sind, soistfar
jedes u4T,—O0, folglich, wieaus(3)flr9=Oundw= Z,folgt,
dasIntegral1[7,2%_p2), un/0THs
von der Gestalt derFliche $unabhingig, solange sicden Punkt p
cinschlissst. Sein Werth bleibt also ungoindert, wenn man flrSdio
imvorigen Falle construirte Kugel nimmt, und Rnach Belicben ab-
nehmen lisst, at
Vereinigt mannunindenReihen fur+und5%alleGlieder,
welcheimNennereinehéherePotenzvonr,enthalten, alsdie(n+1)",
ineinen Rest, #0fallon beifortgesetzter Verkleinerung von R‘aus
dem Ausdracke flrvy,unter denobigen Vorsussetzungen dievon den
Resten beider Reihen herrithrendon Glieder weg, und esergiebt sich
wnetht
Die Factoren M,,sind belicbige Kugelfunctionen ptOrdnung der
Winkel, welche dioRichtung pO bestimmen. Die inihnen verfllg-
aren Constanten bestimmen sich beidenAnwendungen meistentheils
usdeninderRegelbekannten Zeichenwechseln von2%undseinem
Verhalten beiwachsenden undabnchmenden Werthen von¢,,wobei
nach dem Obigen cine ungefihre Schitzung des Werthes von »
hinreicht.
8,Auch indem Falle, wodieersten Derivirten von vbeiunbe-
grenzter Anniherung anprascher anwachsen, alsjede Potenz der
reciproken Entfernung von diesem Punkte, stellt dasIntegra
1
a= 1F190) ms, inn(os=)mee
noch immer »imganzen Raume ausserhalb derumpgelegten Kugel
dar, und zwar istsein Werth vom Halbmesser Rdieser Kugel véllig
unabhiingig.
Wenn tberhaupt einIntegral dervorstehenden Form [p]mitab-
nehmendem Rgegen eine von Null verschiedene feste Grenze conver-
girt, 90geht osdort alseinwerthiges Potential ineinsolches aber,
welches inp,aber nicht ausserhalb dieses Punktes cine Aumahmestelle
E-B.obristottel, Onmammulie AMbandienges. Z 1“
210 X.ZarTheorie dereinwerthigen Potentiale.
besitzt. Liegt ineinem solchen Felle paufciner Ausnahmelinie oder
Fliche von»,s0sagen wir, osfinde inpeinVerstoss gogen dieBe-
dingungen A.und B.statt, welcher such ineinem isolirten Ausnahme-
punkte méglich ist
Jodes cinwerthige Potential ©lisst sich daher durch Subtraction
von Integralen derobigen Art ineinanderes, 1,verwandeln, welches
yon allen inisolirten Ausahmepunkten méglichen Verstéssen gegen
A.und B.bofreit ist. Dann muss das, mittelst dieses Potentials w
gobildete Integral [p], woimmer derPunkt pgewablt worden mag,
beiunbegrenzter Abnahine von Rentweder vonRabhingig bleiben,
oder wenn eseine fest Grenzo hat, mit Rqugleich verschwinden.
Denn wenn [p]beisbuchmendem Rzwar von Runabhingig wirde,
aber nicht gegen Null convergirte, sowire peinem isolirten Aus-
nahmepunkte gleich zuachten.
XI. Dritter Fall. Ausnshmelinien.
Findet einVerstoss gegen dioBedingungen A.und B.nur auf
einer Linie 1von endlicher Linge statt, und ist@dberall —0, soist
ausserhalb der Jeinschlicssenden Fliche S
%=(5),
und dieses Integral istvon derGestalt derFliche §unabhingig, so-
lange sie1ein-, und Osusschliesst
Der Einfachheit wegen setzen wirvoraus, dass dioLinie 2nicht
ausgetrennten Stiicken besteht, und dberall stetig gebogen ist. Diese
‘Voraussetzung bildet keine wesentliche Einschrinkung derUntersuchung.
Besteht nimlich 7ausmebreren voneinander getrennten, aber stetig
gebogenen Theilen, sosetzt sich (S)ausebensoviel Integralen vonder
Artzusammen, aufwelche wirunshier beschrinken; hingt !zusammen,
jedoch so,dass stetig gebogene Theile beiihrem Zusammentreffen Ecken
bilden, sokann man dies soanschen, alsobzwei stetig gebogene Linien
einen Endpunkt miteinander gemein haben.
Stellt man nun dieBedingung, dass dieGréssen
0 pede pee
Re, RE, Re
beiunbegrenzter Abnshme derkiirzesten Entfernung Rvom Punkte
z,y,#biszorLinieJniemalsberalleGrenzenwachsen,dassaber jede Verkleinerang von vdies zurFolge habe, 20darf vnicht <1
sein, weil sonst nach art,VII.g.anJentlang jeder Verstoss gegen
A.und B.unméglich sein wirde, Istm+2 diezunichst Uber v
X.ZarTheorie dereinwerthigen Potentials, a1
iegende ganze Zahl, also mcine derZahlen 0,1, 2,..., sover-
schwinden hiernach die Grdssen
weends, eeedt, RAZe,undwegendReto .
mitRugleich anJentlang, wihrend von den Gréssen
ae mde made
mit, mit, mit
mindestens cine Ober alle Grenzen wichet.
Wirschlieasen denFallsus,woineinzelnen Punktenvon1solehe
Verstésse gogen A.und B.stattfinden, wiesionach dem vorigen art,
such inisolirten Punkten méglich sind.
Dann ist»bisaufcine begrenzto Anzahl vonGréssen bestimmt,
Aber diozuseiner vollstindigen Definition noch injedem einzelnen
Elemente von1verfiigt werden muss, (Vergl. unten ()).
Far diefolgende Untersuchung isteszweckmissig, derFliche S
diefolgende Form iugeben. Wir bezeichnen dieEndpunkte von1 durch aund ¢,zwei benachbarte Pankte von Idurch a,und ¢,und
setzen non $zusammen auseiner uma,¢, alsAxe gelegten Rébren-
fiche 5) vom Halbmesser R,undzwei ther aund¢hinausreichenden
Verschlusestiicken S,,8,von denen jodes sich mittelst eines der
Normalebene von Jangehérigen Streifens anS,senkrecht ansetzt. Die
spiter rabenutzende Folge dieser inrichtung besteht darin, dass ver-
schwindende Aenderungen von RdieEndpunkte derAxe ,¢, von 5,
ungeindert lassen.
Bezeichnet man dieTheile von (S), welche von derIntegration
fiber dieSticke S,,$,,8,von Sherrtthren, durch (@),(0)und (¢),
so!wird
m= @)+O+.
Wir beginnen nunmitderUntersuchung desIntegrals (J)firein
ohne Ende sbnehmendes R.
Istqcinzwischen @und ¢liegender Punkt vonJ,sdieLingedesBogensaq,sodass¢zu-oderabnimmt, jenachdem qan7entlangnach¢oderarickt,undistésdasvonqansgehende Bogenelement
von 1,PderKrimmungsradius inq,6’derWinkel zwischen Pund
einem vonqausgehenden Halbmesser derRébrenfliche 5,sowird das
Element25,derletzteren—R(1—23")go’as,unddaRmaihm
senkrecht steht,
1)Note 2.
ue
212 ‘X.Zar Theorie der einwerthigen Potentiale.
woderAccent omIntegralzeichen bedeutet, dass dieIntegration nach
sich von a,bis¢,erstreckt.
Scien 2,y,#dieCoordinsten vong,diewiralsFunctionen vons
betrachton, und 2’,y/,«’ihre ersten, x”,y’,2”ihre zweiten Derivirten
nach s.Durch glegen wirdrei rechtwinklige Axen qT;qP,¢N, vou
denen dieerste indieVerlingerung von @sfillt, diezweite nach dem
Kriimmungseentrum und diedritte sogerichtet ist,dass siezusammen
durch blosse Drehung beziehungsweise indieRichtung derwachsenden
2,y,6gebracht werden kénnen. Setzt man nun
Yeaty'-A, Fa'-eP-B, ey'—y2-C,
sowerden dieCosinus zwischen diesen und den positiven Axen der
2,y,#folgende:
Richtongscosinus vong7': 2) fs’
Richtungscosinus von gP: Pz” Py” Ps”
Richtungscosinus von gN: PA PB PC.
Bezeichnet man ferner durch r,dieEntfernung vonqbisQ,unddurch
@,b,cihre Richtungswinkel, sowird
cosa—=sy,COSb—=ay,coscmaz,
wennX,Y,Zwiefriher dieCoordinaten vonOsind.
Dies vorausgeschickt, lisst sich dieEntfernung rvon 0biszum
Elemento 7S, ineine flrden gegenwirtigen Zweck passende Form
bringen. Bezeichnet man nimlich durch odenEndpunkt von rsuf
28, #0sind r,Rundr,dieSeiten desDreiecks ¢Oo, also wenn @
denrgogentberliegenden Winkel 090bedeutet, r=r3—2r,Roos+R. Zur Bestimmung von @seien ferner 4und i’dieNeigungswinkel von
,undR.gegen q7,6undnach dem bereits oben Festgesteliten 6°die
Neigungswinkel derdurch 7°unddieGeraden r,,Rgelegten Ebenen
gegen dieKriimmungsebene 7qP; dann wird
08@—0084cos4’+sinAsin2’cos(—6),
oder cos@=sin4cos(#—6),daRzuqTsenkrechtsteht,also 2'= 90 ist. Daraus folgt
=r} —27,Rsindcos(0'—0)+FY,
wihrend 4und @durch dieGleichungen
‘X.Zur Theorie dereinwerthigen Potentiale. 218
cost—2’cosa +yfcosb+4"cose, sin1cos=Pz"cona+Py”cosb+Ps’cone, sinsind—PAcova+PBcob+PCcose
bestimmt sind.
Indiesem Ausdrucke vonrhingen r,,4und@nurvonderLage
derPunkte qund Oab,aber nicht vom Halbmesser Rund auch nicht
von6.Dar,>R ist,60folgt
1
FOZ priPe
wounterP,,dieKugelfunction P,(sin1cos('—6)2uverstehen ist.Fabrt man dies inden Ausdrack von (J)ein, und setzt zurbessoren
Uebersicht
1fae an8e 17 28082feryBmoy,BoreBt=ty,
1[a0 083800 14 cos6800 BSFPeSS le&SokeSH=Pow
80wird
.
O=-SmRU,, —SFU,
¢ +
—SmkV +SRV,
Dainden Ausdrticken Uund VdieIntegration zwischen endlichen
Grenzen stattfindet, die nach dem Obigen bei vorschwindenden
Knderungon vonRungeindert bleiben, undrwischen denselben 25
nicht unendlich oder unbestimmt wird, s0ist
2Uma 2%aley a ae
Solange aber derEndpunkt Ovonr,susserhalb derum1mitdem
Halbmesser Kbeschriebenen Robrenfizche liegt, werden U,,, undseine
Derivirte U,,oberhalb R=0wederunbestimmt,nochunendlich,noch ‘unstetig; dasselbe giltvonV,,, und V,. Folglich kann man aufdiese
Funetionen vonRdenLehrestz d.desart,VII. anwenden, und erhilt,
wenn derFall, woRe+1U,, oder R=+*V, beiverschwindendem Run-
bestimmt, unendlich oder unstetig wird, ausgeschlossen wird, fllrm>0
limmE*U,, ——limR*'U,,
JimmRY=—SolimBH7
214 X.Zar Theorie der sinwerthigen Potential.
Dafernorwegenderfir2%geatellton Bedingungen indererstenvon
denvorstehenden Gleichungen beide Seiten fOrm>, inderzweiten
firm-+1>n verschwinden, 80folgt
at . Vim()=tim[S282 Bes7,—RU,—2SRu,], o°™ +
oder geordnet .
(«)lim()=1im[-BY+2S(24S*BHT,—meg.)
Dies vornuageschickt, unterwerfen wirvan1entlang der Bo-
dingung, dase beiunbegrenster Abnahme von Rinjedem Punkte ¢,firjedenWerthvonpundfirm—0,1,...%
(B)YimRe+8[25conm6"—8)26’——4x(Ayconf+B,sin)sei,woA,undB,vonfunabbingige Functionen desBogensssind,
welche dieIntegration anJentlang indem zurBildung von lim(0)
erforderlichen Umfange gestatten.
‘Aus dem bekannten Ausdrucke firdieKugelfunctionen
P,,(cos4cos4’+sin4sin2’cos(6’— ®)
erhilt man filr 2'— 90°
P,(sin4c08(0—6)=1, P,(sinA008(0'—6))=sincos(6'—0) und allgemein
P,(sin4c08(0'—0)=4,008m(7—6)-+.4,,, 008(m—2)(0'—8) ++,
wo
2OM!veinam n=2Ggweypisind
ist. Diedbrigen Factoren 4sind ebenfalls von 6’und 0unabhingig,
kommen aber beiderfolgenden Untersuchung nicht inBetracht.
Wendet man nimlich denvorstehenden Ausdruck vonP,,sufdie
Bestimmung desliRettSf;Co imBO22Peo
n,indem man von m=0anaufwirtsachlieast,sozeigtsichsofort, dass P,,durch sein erstes Glied ersetzt werden kann, undesergiebt sich
im2[2pag firm=0lim225 R20—4,
flrm=1,2,...0 limFM[2p——A,(AqcosmO+B,sinm6).
X.ZurTheorie dercinwerthigen Potentiale. 216
Ebenso findet sich firm—1,2,...0
Rett eo yo, atimf2p,-cosl2'=—$4,,(A,,c08(m—1) 0+B,,sin(m—1)6).
Daraus ergeben sich diefolgenden Ausdricke, ousdenen in(«)der
Grenzwerth von (0)zusammengesetzt ist:
lim—RU, Sf
im—Rett,ag(2m!['sind™(Aqcormd+ Basins)(Hm NT?ah a ad
tgRTgoAMD,[satin 1+Bain) Fm Tae) Pr %
dieAccente andenIntegralzeichen bedeuten, dass dieIntegration anJ
entlang vona,bis¢,zuerstreckenist. . Liisst mandaherdieFlichen S,und8,sichbiszudenPunkten
4,und¢,erstrecken, und ersetzt sienun derEinfachheit wegen durch
Kageln mitdenHalbmessern aa,—¢,, e¢,—¢, und denMittelpunkten
@und¢,0gehen imAusdrucke vonvy(a)und(¢)inIntegrale [a]
und [¢](voriger art.) tber, undesfolgt
v9=[a]+lim@)+[e).
Dieses Resultat umfasst verschiedene Fille.
1.Wenn diedurch A,undB,,bezeichneten Functionen vons80
beschaffen sind, dase vondonIntegralen (), ausdenon lim()besteht, einzelne divergent werden, wenn man siebiszuden Endpunkten a‘und¢vonJerstreokt, sobildendieIntegrale [a]und[c]wesentliche
Bestandtheile desAusdruckes von v,indem siezurAusgleichung der,
bei abnehmenden Werthen der Halbmesser c,und ¢,eintretenden
Divergenz von lim({) dienen.
2.Wenn dagegen dieFunctionen Aund BdioIntegration such
bisandieEnden von Jhinan gestatten, sokann man c,und ¢,ver-
schwinden lassen, undverlangen, dass such [a]und[e]verschwinden.
Denn daindiesem Falle jedes derIntegrale [a]und(¢]flrsichgegen
‘eine feste Grenze convergirt, 80wiirden sie, falls diese Grenzen von
Nall verschiedon wren, indenAusdruck von vzwei Glieder liefera,
welche man nach dem Schlusse desvorigen art.auch dadurch ein-
fihren kann, dass man einen isolirten Ausnahmepunkt nach aund
einennach¢riicken lisst,undwelche ebenso durchBeseitigung dieser
Ausnahmepunkte ohne eine Abinderung inden dbrigen Bedingungen
‘entfornt werden Kénnen, wie esoben alsgeschehen vorausgesetzt
worden ist. Daraus folgt derSate:
a>
216 X.War Theorie der einwerthigen Potentale,
0.Exseiocineinwerthiges Potential, welches nursufeiner un-
unterbrochen zusammenhingenden und stetig gebogenen Linie
von dermessbaren Linge 1gegen dieBedingungen A.undB.
verstisst, und auch suf dieser von allen inisolirten Aus-
nahmepunkten méglichen Verletzungen dieser Bedingungen
befreit ist. Wenn slsdann imganzen Raume e—0 ist,und
anIentlang beiunbegrenzter Abnahme von R
i ae i ze impre8® 1)limm+s$2—0, limR4520,limw+*s20,
2)firm=0,1,...0 limRe![20smio——4A,
8)firm=1,2,...0 limBos[25sinmg'00——4B,
ist,soistfirjeden Pankt Osusserhalb 1=lim(1)oder
y=ffAyae2,(am) sin2"(4,,conmd+Bysinm6) +3a 2 a
__sin271(4,,con(m —1)6-+Butin(mw—1)6)Pr es,
vorausgesetzt, dase dieFunctionen A,,undB,dieIntegration
fiber dieganze Linie 1hinweg gestation.
Mittelst der hier anwendbaren Sitze d.und ¢.des art. VIL. or-
geben sich aus den Bedingungen 2)und 3)folgende Kigenschaften
dee vorstehenden Potentials:
limainfor --424,
TimmF*fvcosmo‘eo—4x4,firm=1,2,-0.0.Jimmefosinm0oof—4nB,
Dieselben kénnen ebenfalls dazu dienen, umzueinem gegebenen Aus-drackevonvdieGréssenAundBzubestimmen.
Einfache Beispiele zubeiden Fallen erhilt man durch conforme
Umbildang einwerthiger Functionen von ¢+i9,welche murineiner end-
lichen Anzahl von Punkten der z,9Ebeneunendlichwerden,oder ihrer reellen Bestandtheile. Betrachtet man nimlich eine solche als
Function von %,9,j,80verhilt siesich wiecine denBedingungen dee
X.ZurTheorie dercinwerthigen Potentiale. 217
‘art.Ifrg’gleich Null gentgende Function v,dienobst ihren ersten
Derivirten $?,32anfgeraden Linien,diemurj-Axeparallel sind,un-
endlich wird, und susserhalb derselben endlich undstetig bleibt. Diese
Linien worden durch die conforme Umbildung inKreisbégen ver-
wandelt, deren Enden imMittalpunkte desRaumes z,y,7zusammen-
stossen. Dierationalen Functionen liefern Beispicle zum zweiten Falle,
logYETfannzurErliuterung desandemdi og YE rar Erliuterang desandern dienen.
3,WenndieerstenDerivirtenvon»anJentlangunendlichgross von unendlich hoher Ordnung werden, sostellt der Ausdruck
(S)=@©+(@+(© noch immer vsusserhalb derFliche Sdar, und
sein Werth istauch jetzt noch vom Halbmesser Rund derForm von
8,und S,unabhingig. Allgemein geht jeder Ausdruck dieser Form,
dervon derUmgestaltung derFliche Sunabhingig wird, wenn sie
sich immer enger um1zusammenzicht, anderGrenze alscinwerthiges
Potential ineinsolches Uber, welches susser derLinie 7keine andere
Aumahmestelle besitzt. Man kann daher durch Subtraction von
Potentinlen dieser Gattung jedes cinwerthige Potential vineinanderes,
1,verwandeln, welches sobeschaffen ist,dass dermittelst derWerthe
‘von 1gebildete Ausdruck (S) fiirjode belicbige Linie 7beifort-
gesetzter Verengerung derFliche Sentweder von der Gestalt dieser
Fliche abbingig bleibt, oder falls ercine feste Grenzo hat, ander-
selben verechwindet,
XIL Vierter Fall. Ausnshmefiichen,
Die Bedingungen A.und B.werden nur aneiner zusammen-
hingenden Fliche fentlang verletst, von welcher wirvoraussetzen,
1)dass siekeine unendlich weit von einander entfernten Punkte
enthilt, und dase dieLinge ihres Randes, wenn einsolcher
vorhanden ist,nicht unendlich gross ist;
2)dassdieAnzahlihrerEckenundKanten, sowiedieZablihrer Durchschnittspunkte mit Geraden von verschwindender
Linge und mitCurven, die2uihrem Rande oder 2ueiner be-
stimmten, aufihrverzeichneten Linie 1(vergl unten 3))in
unendlicher Nahe parallel sind, nicht unendlich gross ist.
Wir setzon ferner voraus, dass ¢imganzen Raume ausserhalb f
gleich Null ist. Indiesem, wieinden froheren Fallen darf ausdem
Umstando, dass 40 auffselbst nicht gleich Null gosetzt worden
kann, nicht goschlossen werden, @habe dort von Null verschiedene
218 X.Zar Theorie dereinwerthigen Potentiale.
Werthe, weil auffselbst von derBildung desAusdruckes 4»dber-
haupt keine Rede sein kann.
Den Fall, wo»oder eine seiner ersten Derivirten inallen Punkten
eines Flichensticks von endlicher Ausdehnung unendlich oder un-
bestimmt wird, haben wirbereits ausgeschloseon. Wir fgen hierm
noch weitere Beschrinkungen inden anfentlang vorauszusetzenden
Vorstéssen gegen A.undB.Diese Verstisse bestehen nach art.VIII.
inblossen Unstetigkeiten, welch voder seine ersten Derivirten beim
Durchgange durch ferleiden, und welche, abgeschen von einzelnen auf
fliegenden Punkten und Linien, mit keinem Unendlichwerden dieser
Funetionen verbunden sind. DieBeschrinkungen, denen wirdieso Un-
stetigkeiten unterwerfen, betreffon 1)dieGeschwindigkeit, mitwelcher
»oder seine ersten Derivirten anwachsen dirfen, wenn man solchan
Punkten und Linien von Ausen her, und 2)dievon jener wohl zu
unterscheidende Geschwindigkeit, mit welcher ihre Springe wachsen
trfen, wenn man diesen Stellen anderFliche fentlang immer
niher rickt,
‘Wenn dieUnstetigkeiten von»oder seinen ersten Derivirten sich
biaanden Rand 4derFliche ferhalten, eowerden diese Functionen
aufdem Rando selbst unbestimmt, indem siebeim Umbiegen umden-
selben allebeim Durchgange durch fdbersprangenen Werthe instetiger
Reihenfolge durchlaufen. Folglich gehort derRand 4imAllgemeinen
ebenfalls zuden, auffnochbesonderszuunterscheidenden Ausnahme- stellen, von denen erbloss durch seine Lage auffunterschieden ist.
Wenn suffinirgendeinemPunkteoderaneinerLinioentlang eine, auch inisoliorten Punkten oder Linien mdgliche Verleteung
von A.stattfindst, sokann man dieselbe ohne eine Aenderung inden
‘tbrigen Bedingungen dadurch vollstindig beseitigen, dass man ausdem
Ausdrucke fiir veine von den imzweiten und dritten Falle auftreten-
den Formen ausscheidet. Wir setzen dies alsgeschehen voraus, und
beschriinken dem entaprechend dasUnendlichwerden von vund seinen
ersten Derivirten durch dieunten folgende vierte Bedingung.
Dies festgestellt, betrachten wirfalseinen Spalt imReume, und
bezeichnen einen Punkt ovonf,jenachdem eralsaufdereinen oder
dorandern Seite desSpaltes liegend betrachtet wird, durch o,oder 04,
dieWerthe von »indiesen Punkten durch v,,%und unter derVor-
aussetzung, dass man beim Differentiiren von o,und o,ausaufden,
‘ber beiden Seiten des Spaltes von ihm abwirts errichteton Normalen
fortschreitet, seineDerivirten durchBSundaDannstellensichdie
anfentlang 20erfilllenden Bedingungen wiefolgt:
X.Zur Theorie der einwerthigen Potentiale 219
8)MitAusnahme von isolirten Punkten m,einer Linie 1(vergl.
oben 2)und deeRandes 4sind »undseine ersten Derivirten
aufbeiden Seiten vonfnirgendwo unendlich oder unbestimmt.
DiePunkte msind nurinbegrenster Zahl vorhanden, unddieAnzahlderEckenvonIund2,sowiedioLingevonJist obenfalls nicht unendlich gross.
4)Legt man umjeden Pankt malsCentrum eine Kugelfiiche S,,
und umdioLinien 2und 4alsAxen Rohronflichen S,undS,,
simmtlich vom Halbmesser c,sosoll zugleich mit¢jedes der
®
1
at 1r_1ae wmeef(optgos -
. 25,
(|~axJ \ap—+e/*|as,
vorschwinden.
5)Beim Durchgange durch fsind vund seine ersten Derivirten
unstetig, und zwar istimPunkte 0
20,1Omfetipo 4aE,
yy 42,
6)IstRdiegeradlinige Entfernung vonobiszueinem Punkte
‘m,und nihert sich o,ohne fzuverlassen, diesem Punkte
aufeiner beliebigen Bahn, soverschwinden
RHE, RHQ,
mitRzugleich, sobald fr&cine passonde, unter 1liegende
positive Zahl gesetet wird.
7)Nahert sich dagegen o,ohne fm verlassen, einem derLinie
oder 4angehdrigen Punkte so,dass seine Bahn zuletzt indio
Normalebene dieser Linie fallt, soverschwinden zugleich mit
dergeradlinigen Entfernung Rbeider Punkte dieGréssen
RE, RQ,
wenn kwieder einen von 1verschiedenon positiven echten
Bruch bedeutet.
Indonverschiedenen Fallen, welche sich hier darbieten, kann &ver-
schiedene Werthe haben, welche jedoch simmtlich kleiner als1sein
milssen, For unsern Zweck reicht eshin, unter &den gréssten von
allen diesen Werthen 2verstehen.
220 X,ZarTheoriedereinwerthigen Potentiale.
Setzt man nun dieum alle Aumshmestellen von »2legende
Fliche Smusammen aus den Flichen S,,5,,5,(siche oben 4))und
denausserhalb derselben liegenden Theilen der Spaltfigchen, und be-
aeichnet man durch 2,und@f,diemitdem Elemente afvonf20-
sammenfallenden Elemente derletztern, sogeht diefirjeden susser-
halb §liegenden Punkt Ogiltige Gleichung v,—(S) mit Rocksicht
aufdiein4)eingefthrten Zeichen Ober in
/
1/
1 a>ae 1F_12%1F_10% wok)(itindine J(atetit)an+O4+@+ Dim),
wenn die Summation im letzten Gliede aur Rechten sich ber allo
Punkte merstreckt, und indenersten Glider derAccent andeutet,
dase dieinnerhalb derKugeln und Rohren liegenden Elemente afvon
derIntegration ausgeschlossen sind.
Indenbeiden ersten Gliedern lassen sich zunichst dioenteprechen-
1 1
at a,
denElemente vereinigen. Berlicksichtigt man,dassinoi--i
ist,80ergiebt sich wegen 5)
p im
9a EarFora @ nfB+JastortO+@+ zim.
Nennt man ferner @f,, af;,af,dieElemente derinsInnere von S,,
§,5,fallenden Theile von f,und setzt
Ssay Bah Eafe + fi Jfienn, Jortinnoy Jas, vam
sokann man endlich schreiben
a Bat7 waft Soaaiers%, wenn
T=O+@-E—E,—0,—0,+D(lm)— E,—On)
gesetut wird, unddasWeglassen derAccente bedeutet, dase dieInte-
gration inden ersten Gliedern ber alle Elemente vonfohne Aus-
nahme zu erstrecken ist,
Dabei istjedoch vorausgesetzt, dass diese Glieder durch dieEr-
woiterung ihres Integrationsgebietes weder unendlich, noch unbestimmt
X.ZurTheorie dereinwerthigen Potentiale. 221
worden. Dies ist,wieimFolgenden gezeigt wird, wirklich derFall,solangediefrEund2,gestellten Bedingungen 6)und7)erfilltsind.
‘Worden dagegen diese Bedingungen #0abgeiindert, dassdioInte-
Bar 2ordiner .. graloJ=PundJf2,5,"ofdivergiren,wennmandioIntegration bisanJ,4,mhinan erstreckt, somuss derurspriingliche Ausdrack
(«)beibehalten werden, indem nun dieGlieder (0),(2), [m] murAus-
gleichang derbeiabnehmendem ¢eintretenden Divergenz derersten
Glieder dienen.
Wir werden beweisen, dass beidenobigen Bedingungen jedes ein-
zelne Glied von 7mitdem Halbmesser ¢rugleich verachwindet. Da
dieAnzahl dieser Glieder wegen 3)keine unbegrenste ist, soistdas-
selbe dann such von ihrer Summe 7’nachgewiesen.
Nennt man Rdiegeradlinige Entfernung von@f,,bism,und be-
zeichnet durch den in6)erwihnten positiven echten Bruch, soist
1
RYE af,” nastyoF.Ohm 2f88.ty,ounfmstBos
1
, RYE cad ersetztmanaberdieFactoren 7%undR'%9,% durch passende
Mittelwerthe MfundN,undsot[25—0,sowirdE,—Mo,
0,— No. Dawegen 6)dergrisste Werth von MundN,und nach
Note 1.auch @mitczugleich unter jede Grenze sinkt, sogilt das-
selbe von E,,und 0,.
Beseichnet man femer durch Rdio auf cinem Halbmesser der
Rehrenfliche 5,geziblte Entfernung von @f,biszurAxe 1,durch k
donin7)erwibnten positiven echten Bruch, unddurch I’,NV’passende
1atMittelausdenWerthen, welcheBEundRQ5inE,und0,
wihrend derIntegration durchlaufen, undsetztmanJSfon,90wird
E,— Mn, 0,—N'n; und dewegen 7)dergrosste Werth von Mt’
und N’, und nach Note 3.auch 7mit¢zugleich unter jede Grenze
sinkt, s0giltdasselbe vonE,und 0,,und ausdemselben Grande von
E,und 0,.
Man kann dsher dieHalbmesser derFlichen $,,S,,S,,s0klein
wihlen, dass diodurch ihrvélliges Verschwinden bewirkten Aendo-
angen E,+E,+ DEq0,+0;+50q derIntegrate[E20una
222 X.Zur Theorie der einwerthigen Potentiale.
im
8Jo252ofWeiner alsallesBelisbige werden; folglich convergieren
‘diese Integrale ohne Unstetigkeit gegen feste Grenzon, wenn man siebisanJ,4,mhinanorstreckt.
Dasugleich mit¢wegen 4)auch jedes derIntegrale (1),(2),[m)
vorschwindet, sofolgt ferner, dass derUnterechied 7’zwischen v,und
’ masderSummederbeidenIntegraleSmundSiM58ofunterjede Grenze gedriickt wird, wenn man dieHalbmesser derFlichen 5,S,,
S,,ohne Ende abnehmen lisst. Daraus folgt:
p.Die Function oistdurch dieBedingungen 4.,B,D.des
art,IIund 8)bis7)véllig bestimmt, solange dieFliche f
den Bedingungen 1)und 2)entapricht, und ggleich Null ist,
und rwar istflirjoden ausserhalb fliegenden Punkt O:
Lat z +
‘Aendert man insbesondere dieBedingung 5)dahin ab,dase ont-
weder 2,oder Egleich Null ist,soergisbt sich:
4g.Istunter Voraussetzung sller dbrigen Bedingungen oselbst
beim Durchgange durch dieFliche fstatig, dagegen
ao,|dmon42m aad,
wihrend Edenin6)und 7)gesteliten Bedingungen gentgt,
80 ist
BiwnfBH.
1.IstdieDerivirte von »nach derNormale derFliche fbeim
Durchgange durch dieselbe nicht unstetig, jedoch
0-0, =42Q,
wihrend 2,diein6)und 7)gestellten Bedingungen erftllt,
so ist
Sasswm) ao.
. Diese Siitze gelten selbst dann noch, wenn imersten Fallv,und
ty,imzweitenaundSinunendlicher Nahevon2,4,meinender
X.ZarTheorie dereinwerthigén Potentiale. 228,
artigon Verlauf annehmen, dass esnicht mehr gestattet ist,2,resp.
Eandiesen Stellen noch gleich Null musetzen, wofern nur dort den
Bedingungen 6)und 7)Genige geschieht. IndorTat kommen hier-
dureh zuvpnurIntegrale 0,,0,,0,resp. Ey,E,,Eq, welche simmt-
lich Kleiner alsjede angebbare oder mit anzugebenden Werthen ver-
gleichbare Zabl sind.
Man kann endlich, ohne dass dievorstehenden Sitze ihreGoltigkeit,
verlieren, dieBedingungen 6)und 7)durch dieallgemeinere ersetzen,
dassdioUbereinenbelicbigen TheilFvonferstrockten Integrale Sat
1
at undSQaofbeistetiger Erweiterung vonFnieunbestimmt, un-
endlich oder unstetig werden, weil diese Bedingung dasVerechwinden
von Eq; OmEyOyE,und 0;nach sich sieht.
‘xu.
Zuden imVorangehenden untersuchten Gattungen einwerthiger
Potentisle missen nun noch alsbesondere Fille diejenigen gefflgt
werden, beidenen dieAnzahl derAumahmepunkte, dieLinge einer
Ausnahmelinie oder derInhalt einer Ausnahmefigche unendlich gross
ist, sowie diejenigen, welche Ausnahmestellen imUnendlichen be-
sitzen,
Wir bemerken indieser Bezichung sunichst denfolgenden Grund-
satz, dermitdenndthigen Modificationen injedem dereben genannten
vier Félle Anwendung findet.
‘Wenn derAusdruck oeines einwerthigon Potentials beiun-
begrenzter Erweiterung einer Ausnahmestelle &zuletzt in
cinen, vom Gesetzo dieser Erweiterung unabhingigen Aus-
druck uGbergeht, 90stellt udasjenige einwerthige Potential
dar, welches derinsUnbegrenste erweiterten Auahmestelle
entspricht.
Bezeichnet man diese Letztere durch 1B,soreicht eszum BeweisedesSatzeshin,2azeigen,1)dasswcineinwerthiges Potential ist,2)dass esausserhalb Bnirgendwo gegen dieBedingung A.verstéest, und
8)dass u,soweit Bmit©cusammenfillt, stets dieselben Unstetig-
keiten wie wbesitzt. Das Letztere folgt aus der Form des Aus-
druckes v,welche zurFolge hat, dass ausderDifferent u— alleauf
©beztiglichen Theile wegfallen; daauseerdem derUnterschied zwischen +
%und »nach den Bedingungen des Satzes durch hinlingliche Er-
weiterung von%imganzen Raume ausserhalb 8unter eine beliebige
224 X,ZurTheoriedereinwerthigen Potential
Grenzo hinabgedriickt werden kann, und »dort diebeiden merst ge-
nannten Eigenschaften besitzt, sokénnen dieselben auch dem Ausdrucke
%nicht abgehen.
xIV.
Nach diesem Satze bleiben nur noch diejenigen einwerthigen Po-
tentiale zuuntersuchen brig, welche Ausnshmestellen imUnendlickien
besitzen, ohne dass ihre Ausdriicke sich ausdenoben gefundenen durch
unbegrenzte Erweiterung einer solchen Stelle ergeben. Dieselben
milssen nach art. II. und VL aus den bisher betrachteten siimmtlich
durch conforme Umbildung erhalten werden.
Zurleichteren Ubersicht gehen wiraufdieinart.I.definirte
Function »zuriick, indem wir 9’—0 setzen, und ausserdem dieBe-
dingung stellen, dass »vonsolchen Ausnahmestellen, diekeinen Punkt
imUnendlichen besitzen, befreit ist.
Dehiernach dieAusnahmestellen von ventweder vollstindig im
Unendlichen liegen, oder ohne Unterbrechung susdenunendlich ent-
fornten Theilen desRaumes bisinsEndliche reichen, sokann man den
Raum f,9,§mittelst einer nieingetrennte Sticke zerfallenden Fliche
inzwei Theile zerlegen, von denen dereine alle unendlich entfernten
‘Theile desRaumes und simmtliche Ausnahmestellen enthilt, wihrend
derandere, den wir8nennen, von ihnen véllig freiist. Dann lisst
sich derWerth vp,den»ineinem beliebigen Punkte 0desReumes
®hat, nach artIII.durch einther dieOberfliche vonBerstrecktes
Integral darstellen, dessen Werth infolge der fur »gestellten Be-
dingungen vonderGestalt dieser Fliche unabhiingig ist,solange inB
keine Ausnahmestellen aufgenommen werden.
Dies festgestellt, legen wir umden Mittelpunkt p’desRaumes
2,9, (art. IL) eine Kugelfliche @,umjede Ausnabmelinie yon v
eine Réhrenfliche, und unterscheiden beijeder Ausnahmefidche ihre
beiden Seiten, indem wirsiealseinen Spalt imRaume ansehen.
Dann kinnen wir dieOberfliche von @zusammensetzen 1)aus
demjenigen Theile S,derKugelfliche &,derausserhalb simmtlicher
Robren- und Spaltflichen liegt, und 2)ausderjenigen Fliche S,die
durch simmtliche insInnere von$¢fallenden Theile derletzteren ge-
bildet wird.
Dehnt man nun dieBezeichnungen desart.III.1.aufden vor-
liegenden Fall aus, sofolgt ausderGleichung (0.) desselben art.
. %=(8)-G.)-
Laisst man jetzt &oder ©,insUnendliche riicken, und ©sich dem-
X.Zur Theorie der einwerthigen Potentiale. 225
gemiss erweitern, sosind zwei Falle méglich; entweder convergirt das
Integral (6), also wogen derfurvgestellten Bedingungen auch (6)
gegen eine feste Grenzo, oder esistdies nicht derFall.1.ImerstenFallegeht(6)ineinesvondenimvorigenart.be-handelten Potentialen tber, und eswird demnach (©,) anderGrenze
ebenfalls cineinwerthiges Potential. Wir verwandeln dasselbe durch
eonforme Umbildung, zuderen Mittelpunkt wirdasCentrum p’von
GKnohmen, inein aufden Raum 2,y,#beaigliches v.Dann ent-sprichtderKugelfliche &inletsterem eineneueKugelfliche K,undden unendlich entfernten Theilen desRaumes x,9,3das Centrum p’
von K.Man erhilt aufdiese Weise (art. IL)eineinwerthiges Potential
o-4G.),
wolches ausserhalb p’allenthalben den Bedingungen A.,B,,D.dos
art,ILflr@—0 gentigt, also zudenimart,X.behandelten gehdrt,
Folglich wird umgekehrt derGronzwerth von(Sq) imvorliogenden
Falle durch conforme Umbildung derinart.X.bebandelten Gattung
von Potentialen erhalten, was indem Falle, wo>imUnendlichen
nicht vonunendlich hoher Ordnung unendlich wird, aufrationale ganze
Functionen von £,9,§flbrt.
2.Wenn dagegen beifortgesetzter Erweiterung von &zwar die
Differenz von(S) und(G,) beieinem festen Werthe beharrt, aber
keines von beiden Integralen flrsich gegen eine feste Grenze conver-
girt, soverwandelt sich »durch dienimlicho conforme Umbildung in
eineinwerthiges Potential v,welches eine nicht bisinsUnendliche
reichende Ausnahmestelle besitzt, diesich imPunkte p'achliesst. Der
Kugel &und dem zur Ausschliessung der Ausnahmestellen von »
dienenden System §vonRéhren- undSpaltfigchen’ entepricht imRaume
z,y, #dioKugel Kmit dem Centrum p’und einSystem Fvon
Flichen, welche dieAumshmestellen von»cinschliessen. Beseitigt
man von beiden Flichen XundFdiejenigen Theile, welche insInnere
derander fallen, und nennt dieabrig bleibenden Theile S,undS,
sowird »nach art.IV.durch dieGleichung
%= (9)+(5)
dargestellt, undesistnunnach art,II.
©-4FO, -G)-FG.)-
Daraus folgt, dass beifortgesetzter Verengerung vonKoder S,swar
dieSumme derIntegrale (S)und (S,) ungeindert bleibt, aber keines
von beiden firsich gegen eine feste Grenze convergirt
EB onsistottel, Oemmmeli ADbandtengen. T 6
226 X.ZurTheorie dereinwerthigen Potentiale.
Folglich wird man imgegenwirtigen Falle aufdieinart.XLund
XIL erwihnten Fille surickgefthrt, wozurVermeidung divergenter
Ausdrficke flr0aus einer Linie 7oder einer Fliche fabnehmendo
Stiicke derselben ausgeschieden, und durch eingeschaltete Kugelfléchen
ersetzt_ wurden.
Die einwerthigen Potentiale zerfallen hiernach inzwei getrennte
Gattungen, von denen dieeine durch die, indenart.IX—XIL ge-
gebenen, geschlossenen Ausdricke dargestellt wird, wihrend dieandere
dieDarstellung durch Formen, deren Elemente von der reciproken
Entfernung sbhingen, nur unter derBedingung gestattet, dass die
durch dioWahl dieser bestimmten Formen herbeigefthrte Divergens
durch Ausscheidang von Restglieden gehoben wird. Functionen dieser
Art sind bisjetzt wenig untersucht worden, dasicnach dem eben
Geaagten mitderLehre von den Kriften, dienach dem umgekshrten
Quadrate derEntfernung wirken, inkeiner Beziehung stehen.
Note 1.
Um donPunkt mderFliche SalsCentrum legen wireine Kugel
vom Radius c,und nennen S’dasinihrInneres fallende Stick vonS.
Eswird vorausgesetzt, dass S’durch Gerade, diezueiner Coordinaten-
‘axeparallel sind, hchstens nmal, d.h.nicht unendlich oftgeschnitten
wird, Istjetzt 28’einElement von S’,Rseine Entfernung von m,
keine unter 1liegende positive Zahl, soconvergirt dasIntegral
3
o-Sfay
mitabnehmendem ¢gegen Null.
Zum Beweise verlegen wir denCoordinatenanfang nach m,und
bezeichnen diepositiven Flicheninhalte derProjectionen von 25’auf
dieCoordinatenebenen durch @8,,, 68,,, 08,, woraus
osSgtSptSah folgt, weil 28’alsSumme derpositiven Projectionen von28,, 25,
88;aufdieEbene von25’kleiner alsdieSumme dieser Grésson selbst
ist, Legt man jetzt aber dieys-Ebene um malsCentrum zwei
Kreise, deren Redion Rund R+ 2MKleiner alscsind, soistdie
Summe aller suf den von ibnen begrenzten Kreisring fallenden Pro-
jectionen 2S,’ kleiner alsn-2xR@M, also dervondiesen Projectionen
herrihrende TheilvonS.caKleineralsm-22@®R dividirtdurch
denKleinsten Werth, welcher R'+* indiesen Projectionen beizulegen ist,
X.ZurTheorie dercinwerthigen Potentale 221
AlsojedenfalsKleinerals22228.thiniafeicomfB
—287.1. Dadassolbe frdiebeiden anderen Integrale gilt,sofolgt
o<S"%c-4 Solangealso1—% einenvonNullverschiedenen
positiven Werth hat, und mnicht aber joder angebbaren Zahl liegt,
kann man diepositive Grésse @durch Verkleinerung von¢unter jede
Grenze bringen, w.x.b.W.
Note 2.
DieOberfliche eines Raumes, den eine beliebig fortbewegte Kugel
vom constanten Halbmesser Rdurchdringt, nenne icheine Réhren-fiche,RihrenHalbmessor unddieBahn1desKugelcontrums ihreAxe.Die Curve, inwelcher dieKugel Kdurch eine ihrer fritheren
Lagen geschnitten wird, istcinKreis, dessen Ebene zurVerbindungs-
linie derKugelmittelpunkte inder Mitto senkrecht steht, und den
niimlichen Punkt zum Centrum hat. Liisst man beide Kugeln zu-
sammenfallen, 60geht ihrDurchechnitt indieCurve Uber, anderent-
lang Kvon derRébrenfiiche $berihrt wird. Dieselbe isthiernach
einHauptkreis von K, dessn Ebene imCentrum von Kzur Axe t
senkrecht steht. Daraus ergeben sich diefolgenden bekannten Sitze,
welche hierderUbersicht wegen zusammengestellt werdch mussten.
1.Die Rhrenfliche Swird von jeder Normalebene ihrer Axe1 ineinem Kreise vom Halbmesser Rgeschnitten, denwirden Quer-
schnitt nennen.
2,Alle Halbmesser eines Querschnitts sind Normalen von S;jeder
Quorschnitt intalso cine Krimmungslinio von $und ihrKrimmungs-
radius constant —R.
Durch dioEndpunkte q,q'eines Bogenelementes atderAxe lege
ich dieNormalebenen von 1,und nenne diehierdurch auf Sbe-
stimmten Querschnitte N,N’. Istnun @l,einElement vonN,0sein
Anfangspunkt, und él,das von Nund N’begrenzte Element der
zweiten durch ogehenden Krimmungslinie von S,sosind @l,undél,
zaeinander, undweil sieinderTangentialebene vonSliegen, auch
beide murNormale ogsenkrecht. Folglich istausser elauch noch
@h,nurEbene desQuerschnittes Nsenkrecht. :
8,Jedes Element cl,einer Krimmungslinie derzweiten Schaar
istmudem, von den nimlichen Normalebenen derAxe begrenzten
Elemente 21dieser letzten parallel.
DieLange von él,berechnen wir mittelst seiner Projection aly
aufdiezualgehdrige Krimmungsebene derAxe. Dadl,20dl,also
18
228 X.Zur Theorie dereinwerthigen Potentiale.
auch zudieser Krimmungsebene parallel ist,soistseine Lange gleich
derLange 2l;seiner Projection. Letstere istzualparallel, und mit
diesem durch dieselben Normalebenen derAxe, also auch durch die-
selben Hauptnormalen von 1begrenzt. Folglich liegen alund 2h’auf
zwei concentrischen Kreisen dem nimlichen Centriwinkel gegentber.
Nennt man Pden Kriimmungshalbmesser von 1,P’den Halbmesser
deaanderen Kreiser, sofolgt93=2,alsoat,—al,=al.
Bezeichnet man aber durch 6’denWinkel zwischen derRichtungvonqnachoundvonganPentiangnachdemKrimmungs-centrum hin, codass 6,wenn oanNentlang sich fortbewegt, von
0bis2awachsen kann, soergiebt sich P’=P—Reosd, also
ah=(125°")at. Lisst man forner 6”um26’wachsen, sobeschreibt odasBogen-
clement a1,also ist2,=R20’.
Das Element derOberfliche Sist25—@l,2h, mithin
as—(1-29) raw.
Intdaher 1dieLange derAxe 1,soistdioGesammtoberfliche vonS
zwischen dem ersten und letzten Querschnitte gleich
Safe—29°)Roo~2eRl.
Note 3.
‘Auf derFliche Sseicine Linie 1verzeichnet, deren Linge und
Eckenzahl nicht unendlich gross sind. Umdiceo Linie alsAxe logen
wir eine Schaar von Réhrenflichen, und nennen Rden Halbmesser
einer belicbigen Rahre 2,cdenHalbmesser derweitesten Rahre 2.
Diese letztere schneidet ans $einStick S’heraus, von dem wir vor-
ussotzen, dass esvonjeder goraden Linie undjeder Krimmungslinie
iner dergenannten Réhrenflichen héchstens inmgetrennten Punkten,
4h. nicht unendlich oftgoschnitten wird.
Istjetat 28’ein, awischen dioRobren von den Halbmessern R
und R+aRfallondes Element vonS',keine unter 1liegende positive
Zabl, 80convergirt das Uber dieganze Fliche S’erstreckto Integral
es"SF
mitabnchmendem ¢gegen Null
X.ZurTheorie dereinwerthigen Potentiale. 229
Zum Beweise dieses Satzes isteine Zerlegung von 7erforderlich.
Die Rahrenfliche 2%,setzt sich aus Kugelattcken und Rohrenfiachon
imengern Sinne zusammen. Dieletzteren kénnen durch einen Quer-
achnitt Qerzeugt werden, dersich anden stetig gebogenen Theilen
von 1entlang fortbewogt. Zuden ersteren gehdren diehalbkugel-
formigen Verechlussetticke ther denEnden von{und, wieausderEr-
seugung derFliche durch Fortbewegung einer Kugel hervorgeht, in
jeder Ecke mvon 1zwei Kugelsectoren, welche dieangrenzenden
Rahrenstiicke inVerbindung setzen, und von denen dercine innerhalb,
derandere ausserhalb beider Sticke liegt.
Dehnt man nun in7ueret dieIntegration Uber alle Elemente
@S’aus, welche von QUberstrichen werden, a0werden injeder Ecko
1mdieindeneinen Kugelsector fallenden Elemento zweimal aufgenommen,
dagegen dieimanderen und indenVerschlussatilcken liegenden weg
gelassen. Ist1’dasResultat dieser Integration, somuss man also, um1.maerhalten,zu1'flrjedeEckeundjedesEndevon1einIntegralSaeaddiren,undfirjedeEckeeinsolchesIntegralsubtrahiren;
indiesen Integralen istRdieEntfernung von 2S”biszum fraglichen
Punkte von1,wihrend 2S” dasElement desinsjedesmalige Kugelatick
fallenden Theils vonS’ist. Jedes dieser Integrale istalso kleiner als
of‘247tndumsomehrKleineralsdasselbe Integral, wennesuber
alle indievolle Kugel fallenden Elemente 25”erstreckt wird. Dafir
dasletztere dieinderersten Note gestellten Bedingungen erfullt sind,
0verschwindet esselbst, und umsomehr jedes mu1hinzuzufigende
Integral mit¢zugleich. Dasselbe giltvonderSumme dieser Integrale,
daihre Anzahl nicht unendlich gross ist. Folglich verschwindet auch
1-71 rogleich mitc.
DieUntersuchung kann hiernach aufdenFall beschrinkt werden,wo1stetiggebogen, undS’durchdieRohrenfliche 2vomHalb-messer ¢und ihre Querschnitte inden Enden von1begrenstist.Wir setzen demnach vornus, dass der Krimmungshalbmosser Pvon 1
nirgendwo Kleiner alscinegegebene Strecke 7wird, undwihlen ¢<7;
dannwirdflrjedenWinkel @1° positiv undKleiner als2,
wovon spiter Gebrauch gemacht wird.
Dies festgestellt, betrachten wirderleichteren Darstellung wegen
dieHalbmesser R,dieza!parallelen Krimmungslinien J,derRébren-
flichen und ihre, indieQuerschnitte fallenden Krimmungelinien J,als
drei Schsaren von Lichtstrahlen. Dann wirft 28’injeder dieser drei
Beleuchtungen einen Schatten, inderersten aufdieRéhrenfliche 2
230 X.ZurTheoriedereinworthigen Potentiale,
vom Halbmesser R,inderzweiten aufden Querschnitt Qund inder
dritton aufdenjenigen Theil EderKrimmungsebene von 1,welcher
dierickwérta gohende Verlingerang von Penthilt, Nennt man die
Flicheninhalte dieser Schatten, wie sieanfgezihlt warden, 22, 2Q,
aE, soist
2S’<2Z4+0Q+6E,
dadiodrei Schatten von 5’ wie zucinander senkrechte Projectionen
von28’oder wieVergréwerungen solcher angeschen werden kénnen.
Bedeutet 22, den Flicheninhalt des Schattens, den 22 sufdio
ussersto Rahrenwand 2,wirft, und hdas Vergrsserungsverhiltnis,
sowird22=22+;eswirddemnach such
"25 0%, (20, (2BSESBSS SE
wenn rechts derjedesmalige Werth vonRdurch dieLage desschatten-
werfenden Elementes @5’ bestimmt wird, und dieIntogrationen sich
ther alle beschattoten Theile von 2, Qund Eerstrecken, und zwar
liber jedes Element sooft,alsosElemente 25’giebt, deren Schatten
essufoimmt.
Nennt man 7l,, 24dieElemente derbeiden Krimmungslinien
1,h,diovom Pankte pderFliche Zsusgehen, und @denWinkel
zwischen dem nach pfihrenden Halbmesser Rund dem Kriimmungs-
halbmessor Pim Fusspunkte von Rauf 1,soistcl,—R20,
at,=(1—75")ct,wennclund@tvondenselben Querschnitten be-
grenzt werden. DieElemente von2,QundEwerden hiernach folgende:
aE—ach=R(1—25")at20,
2Q—cyeR— ReReO,
2B=eRchfrO=x,aleo=(1+F)aeR
Folglich ist235pin(y29)crcg c2et~ eR (1 $2)cco<20-Ha100,
22_R29 R20,# é.'y
@E RydeR_2010R(a) a
Bildet man jetzt flrjedes Element 25’dieverstirkte Ungleichheit
88'Sogt-teie94RI 2910RSE<2d-Hel00 +R-*0R00+2210R,
X.Zur Theorie der cinwerthigen Potential. 231
undbeachtet beiderAddition, dass sufjedos beschattete Element 22,
2Q, @Enicht mehr alsnSchatten fallen kOnnen, sowird umsomebr
#8 afoa- 4 212),Si<n[ee farcefrarea+2f2i}
wodieIntegrationen ther jedes beschattote Element 225, 2Q,2Enur
‘einmal zuerstrecken sind. Diese Ungleichheit wird mindestens nicht
geschwicht, wenn statt dossen dioIntegrationen ther alleElemente
ausgedehnt werden, also ist
a<nfdal- ot+ety 21e-4].
Solange daher+,+unddiepositive Zahl1—ivonNullverschieden
sind, kann man diepositive Grésse 7durch Verkleinerang von¢unter
Jede Grenze hinabdrticken, w.2.b.w.
Zarich, 15.Juni 1865.
XI.
Ueber den Einfluss vonRealitats- und Stetigkeits-Bedingungen
aufdieLosung gewohnlicher Differentialgleichungen.
Gournal fardiereine und angewandte Mathematik, Bd.66,1866, 8.114)
DieAufgaben, deren Lésung von derIntegration gewdhnlicher
Differentialgleichungen abbingt, flhren inderRegel Nebenbedingungen
mitsich, welche ausdermitdemProblem gegebenen realen Bedeutung
dercinzelnen Variabeln entspringen, und demgemiss etets ineiner Be-
schrinkung derVerinderlichkeit dieser Gréssen bestchen.
Man hatdiosom Umstande bisher keine besondere Beachtung ge-
schenkt, indem beidenmirbekannt gewordenen Untersuchungen tber
Probleme dieser Art die Schllase sich ausschliesslich auf die den all-
gemeinen Lésungen gewdbnlicher Differentialgleichungen cigenthim-
lichen Formverlfilinisse stitzen, ohne. dass dieFrage erwihnt wird,
obdiese Formen auch diohier unorlissliche Eigenschaft besitzen, jene
nur ufGrossenverhiltnisse gerichteton Nebenbedingungen ununter-
brochen zmbefriedigen.
Dies istnun keineswegs unter allen Umstinden derFall; vielmehr
Kann esvorkommen, dase diese Nebenbedingungen zuwesentlichen
Abweichungen von den Gesetzen 2wingen, nach denen dieinderall-
gemeinen Lisung dargestellten Functionen durch die Differential-
gleichungen vonbekannten zuunbekannten Werthen fortgesetzt werden,
und dann treten Erecheinungen ein, die bisher unbemerkt bleiben
mussten, weil siedurch eine von diesen Gesetzen nirgendwo ab-
weichende Rechnung nicht aufgedeckt werden kénnen.
1
Wir beschrinken unsderDeutlichkeit wegen aufdenFall, wodie
Anuflésung gewdhnlicher Differentialgleichungen dazu dienen soll, um
dieBewegungen materieller Punkte zubestimmen. Diese Aufgabe
achliesst ihrer Natur nach drei Bedingungen ein, dase nimlich 1)bei
allen jene Bewegung unmittelbar bestimmenden Gréssen imaginire
‘XL.ZurTheorie dergewOhnlichen Differentialgleichungen. 233
Aenderangen, 2)beiderZeit und den Coordinaten unstetige Aende-
angen, und 3)beiderZeit alleBeschrinkungen inderZa-oder Ab-
rnahme suageschlossen bleiben.
Dies Bedingungen wirden nicht besonders zuerwihnen sein,
wenn siemit den Differentialgleichangen derBewegung niemals in
Widersprach kommen kénnten, InWirklichkeit sind aber diese lotz-
teren nichte anderes, alsGleichungen zwischen unbekannten Gréssen,
yon denen einzelne die Derivirten anderer sind. Sic enthalten also
thatsichlich zwei von einander zuunterscheidende Bedingungen, von
denen dieeine darin besteht, dase dieWerthe jener Grissen durch die
Werthe derthrigen gegeben sind, dioandere darin, dase sietberdies die
Derivirten anderer seinsollen. Soeathilt z.B. dieDifferentialgleichung
AGFsine+2cosa)'+35($2cosa—asing)'—1
leichzeitig alle Bedingungen, welche durch diebeiden Gleichungen
Asina+2cosa)'+55(ycona—asing)tm1, y=$=
susgodrickt sind.
Dahiemnach zwei von cinander durchaus unabhingige Bestim-
mungen vorliegen, von denen jode dasZeichen vonyandieZu-oder
Abnahme von xbindet, nimlich cinerseita dieurspringliche Gleichung
zwischen denGrossen zundyselbst nebst denStotigkeits-Bedingungen,
andererseits dicGleichung y—47nebetdenRealitits- undStetigkeits-
Bedingungen, soistunmittelbar Klar, dass Widerspriche xwischen
simmtlichen Bedingungen nicht immer unméglich sind, undunter wel-
chen Voraussetzungen sieeintreten milssen.
Ein Widerspruch swischen diesen stimmilichen Bedingungen tritt
sits und auch mur dann ein, sconn eine Difforentaigleichung oder ein
System solcher inirgend einem Augenblicke anfingt, das Zeichen der
Derivirten einer Function inciner den Realitits. wind Stetigkets-Be-
dingungen widerspreckenden Weise mu beslimmen. Von demaclben
Augenblicke anisteine reelle und zugleich stetige Fortsetzung dieser
Function nur méglich, wenn entweder eine zweite, sich dort stetig an-
schliessende, imAllgemeinen singulire Lésung existit, oder dieDif-
ferentialgleichungen ineiner enteprechenden Weise abgeindert werden.
Es sind hier zwei Fille 2aunterscheiden:
I.Wenn eine Function 2und dieunabhingige Variable ¢inFolge
derStetigkeitabedingungen ihre Aenderuagen imfriheren Sinne fort
setzenmilssen, aberzugleich $7—2’durchdieDifferentialgleichungen
zaeinem Zeichenwechsel geawungen wird.
234 XL. Zar Thoorio dergowshalichen Diferentialgleichangen,
II,Wenn 2’ohne Unstetigkeit sein Zeichen nicht wechseln kann,
aber. beistetigem 2’durch dioReslititsbedingungen verhindert ist,
seine Aenderungen imfritheren Sinne fortzusetzen.
Dieser xweite Fall tritt 2.B.ein,wenn dioDifferentialgleichungen
farz,alsFunction von 2’betrachtet, cinMaximum beipositivem,
oder einMinimum beinegativem 2’lieforn, ohne dass denBedingungen
derAufgabe durch eine besondere Lésung gentigt werden kann, welche
eine dem Zeichen von 2’entaprechende Fortsetzung von xgestattet,
2.B,inderDifforentislgleichung (2'—a)*+ 2*— a?fir2'=a, 2—a.
Hat zvonNull ausgehend diesen Werth erreicht, sokann eswogen
desZeichens von2’nicht zufriheren Werthen zurlckkehren, wegen des
Werthes von 2’nicht beidem Werthe abeharren, und wegen der
Differentialgleichung und der Realititsbedingungen denselben nicht
Uberschreiten.
BedeutetbeieinemmechanischenProblem,welchesdiesenFallsu- lasst,xérgendeineCoordinate,tdieZeit,also$7dieGeschuindigheit, mitwelcherxwiichst,soreichtdieAngabederbeschleunigenden Kréfte nebst den Anfangs-, Realitits- und Sletigkeits-Bedingungen sur villigen
Bestimmung derBewegung nicht fiiralle Folgesciten hin, sondern nur
bissudem Augentlicke, wojener Fall sum ersten Male cintritt. Von
diesem Augenblicke anistdiestetige undsugleich reelleFortsetsung von
beistetigem4unmiglich, also,dadieersterewegendesunbeschriinkten
Wachsens vontnothwendig ist,wird$=sueinerUnstetigheit geswungen,
diejedoch vollkommen willkirlich ist,weil diebis2ujenem Augenblicke
twirkenden Bedingungen keineAngabeiiberdieGriissederselbenenthalten.
Auch dererste Fall istunter zwei verschiedenen Vornussetzungen
méglich. Sind niimlich zp,f,dieWerthe von zund ¢,firwelche
derselbe eintritt, sogentigt man entweder von daabdenBedingungen
derAufgabe durch eine, von derbisdahin giltigen verschiedone, aber
beiz=2,t=, sich stetig anschliossende Lésung, oder eshort, falls
eine solche Lésung nicht existirt, wenigstens eine derGréssen 2,¢auf,
reell zusein. InderThat kann unter dieser Voraussetzung 2,wenn
tden Werth ftberschreitet, weder —z,bleiben, weil dies eine von
derfrttheren, einverinderliches 2vornussetzenden, verschiedene Lésung
wire, noch kann es,ohne imaginir 2uwerden, ztiberschreiten, weil
hierbei z’sein Zeichen indern wiirde, wihrend derdritte Fall, dass es
aufritheren Werthen aurlickkehre, durch dieVoraussetzungen desvor-
liegenden Falles ausgeschlossen ist.
XI, Zur Theorie dergewSbolichen Difterentiaigleichangen, 285
EinBeispiel diosorArtistdieGleichung 2*(32)\—1— 2%Setat
man$7—y,undbetrechtet 2undy
als rechtwinklige Coordinaten eines
Punktes, soentapricht dieser Gleichung
eineCarvevondernebenverzeichneten “]|\%Gestalt, welche diey-Axe zweimal zur
Asymptote hat. 4 «Lasst man nun xzwischen den *
Grenzen —1und1oscilliren, undver~ x
langt, dase hierbei alle einzelnen Theile
imAusdrucke flr ysich mit 2nach
derStotigkeit ander, wieesspiter za “ %
beweisenden Sitzen zufolge beiderun-bestimmten Integration vorstehender a\|[>Differentialgleichung wirklich geschieht,
#0wird diese Curve durch den Punkt
2,y von a,aus inder Richtung
GyM4,Oy,4,%,My,4,Oy,&,,-.. durchlaufen, indem y,#0oft2durchNollgeht,voneinemderWerthagebiete +oound—ooinsandere
springt, umsich vondaabeine Zeit lang nach derStetigkeit zuindern.
Dies widerepricht jedoch aufderSeite dernegativen xderBe-
dingung, dassbeireellen Werthen allerVarisbeln stetsy—$7sei,in-
domaufdemZweige o,,a,beiabnehmendom z,$7positiv, aufdem
Zweige a,ay,beiwachsendem 2,3nogativ seinwOrde. Wennmen
daher ausobiger Differentialgleichung 2durch unbestimmte Integration
ermittelt, und diewillktrliche Constante derBedingung gemiss wihlt,
dase der Punkt 2,ymurZeitf=0vona,ausgehe,00kanndioso LésungreelleWerthefllrbeireellem¢nurbiszudemAugenblicke liefern,woxsumerstenMale=0wird.
2
Dievorangehenden Gréssenbestimmungen stiltzen sich ausdrilcklich
aufdieBedingung reeller Werthe aller Variabeln, und kénnen ohne
dieselben nicht bestehen; siebegriinden daher keine Schitisse aufent-
aprechende Higenschaften der durch dieDifferentislgleichungen be-
dingten analytischen Formen. Um auch firdieletzteren dieFolge-
angen festzastellon, welche sich andieobigen Ausnahmefille kntipfen,
most dieUntersuchung beiunbeschrinkten Variabeln durchgefihrt
za
236 «XL,ZurTheorie dergowbbnlichen Ditfarentialgleichungen.
werden. Der hierbei einzuschlagende Weg bestimmt sich durch den
nachher zubeweisenden Satz, dass der Uebergang von einem System
alsdurchunbestimmte Integration vollstindiger Differentiale bewirktan-gesehen werden kann.
Wihrend dieser unbestimmten Integrationen, welche man sich in
der bekannten Weise alssuccessive, diepartiellen Differentiale der
Reihe nach beriicksichtigende zudenken hat, durchlaufen nun dieun-
abhingigen Varisbeln und diederIntegration unterworfenen Functionen
Werthenreihen, welche zwar unbestimmt gelassen sind, aber nichts
desto weniger einer wesentlichen Einschrinkung unterliegen.
InderThat istjedes Resultat derunbestimmten Integration, so-
weit dieser Begriff aberhaupt reicht, einAusdruck «,deralssolcher
eifester, tbrigens willkirlicher unterer Begrenzung stetige Aenderungen
nur mit deroberen Begrenzung zugleich erleidet, und denAusdruck
unter dem Integralzeichen zum Differential hat. Wenn daher derAus-
druck uGberhaupt vom Integrationswege, nicht bloss von seiner Be-
grenzung abhingt, somuss diese Abbingigkeit eine solcho sein, dass
eine stetige Aenderung desIntegrationsweges beifester Begrenmung
entweder eine sprangweise Aenderung von uzurFolge hat, oder, wo
%nichtunstetigist,esganzundgarungedndert lisst.InFolge dessen istdurch dieunbestimmte Integration jeder Inte-
grationsweg ausgeschlossen, andem entlang dieWerthe derunter dem
Integralzeichen stehenden Ansdrlcke nicht allenthalben inderspeciellen
‘Weise aufeinander folgen, wie siesich beiderstetigen Fortecteung
derentaprechenden Functionen Ober complexe Werthsgebiete anein-
ander flgen. Denn wenn derselbe eine angebbare Stelle onthielte, an
welcher derdurch diestetige Fortsotzung bestimmte anslytische Ver-
auf einer von diesen Functionen unterbrochen ist,sowiirde man durch
stetige Ortsinderung dieser Stelle dem Resultate derIntegration stetige
und von Null verschiedene Aenderungen ertheilen kénnen.
Wenn daher inFolge anderweitiger Bedingungen indem Augen-
blicke, woderIntegrationsweg eine bestimmte Stelle Uberschreitet, bei
einer vondenderIntegration unterworfenen Functionen deranalytische
Verlauf unterbrochen werden muss, somuss von diesem Augenblicke
andasResultat dieser Integration vondem derunbestimmten abweichen,
da beide sich inverschiedener Weise inden.
Wenn einSystem Avon »gowdhnlichen Differentialgleichungen
erster Ordnung zwischen eben soviel gesuchten Functionen dieEigen-
schaft hat, dass sich aus ihm nicht simmtliche Derivirten eliminiren
Inseon, 60besteht seine allgemeine Lésung ausnGleichungen Bzwischen
XI, Zar Theorie der gewShalichen Differentialgleichangen, 237
den gesuchten Functionen und »willktrlichen Constanten, welche be-
kanntlich inBezug aufdieFunctionen von einander unabhiingig sind,
‘und Uberdies, was fiirunseren Zweck ebenso wesontlich ist, dieselbe
Higenschaft inBezug aufdiewillkirlichen Constanten besitzen, Denn
liessen sich diese aus Bcliminiren, sowire das Eliminationsresultat
entweder identisch, und dann bestinde dasSystem Bousweniger alsnGleichungen, oderdasselbestelltesichdaralseinevondenGlei-chungen Agoforderte Relation, inderweder willktrliche Constanten
noch Derivirten vorkommen kénnen, und dann liesson sich ausAalle
Derivirten climiniren, was derVoraussetzung zuwider ist.
Folglich istdurch dieGleichungen Bjede vondennwillkitrlichen
Constanten invillig bestimmter Weise abhingig gemacht von derun-
abhingigen Verinderlichen unddenurspritnglich geeuchten Functionen.
Esgiebt daher auch wvoneinander unabhingige vollstindige Differen-
tiale, welche inFolge derGleichungen Agleich Null sein mOssen, und
von denen sus man durch unbestimmte Integration zueinem mitB
gleichbedeutenden System vonGleichungen gelangt. Folglich muss die
allgemeine Lésung von Awenigstens mittelbar alsdasResultat un-
bestimmter Integrationen angosehen werden. Dasselbe gilt von der
allgemeinen Lisung jedes beliebigen Systems gewShnlicher Differential-
gleichungen, dadasselbe, aufseine wirklich Ordnung reducirt (vergl.
dieAbbandlung von Jacobi im64,Bande dieses Journals, Seite 297),
alseinSystem Adargestellt werden kann.
Hieraus zichen wir nun den Schluss, dass dieallgemeine Lisung
gewihnlicher Differentialgleichungen beimechanischen Problemen, weil sie
dem Resultate unbestimmter Integrationen entspricht, nach Beriicksichtigung
derAnfangsbedingungen nurbissudemAugenblicke giltigist,wosum ersten Male einer Derivirten durch dieDifferentialgleichungen einden
Realitits- und Stetigheits-Bedingungen widersprechendes Vorscichen an-
‘Umgekebrt kann von denobigen Ausnshmofillen weder dereine,
noch derandere eintreten, 60lange dieallgemeine Lésung beireellen
und stetigen Aenderungen derVariabeln jeder Function reelle, und wo
das gefordert ist, augleich stetige Aenderngen anweist, weil unter
dieser Voraussetzung einWiderspruch zwischen derZu-oder Abnahme
einer Function und dem Zeichen ihrer Derivirten wnméglich ist.
3.
Zam Schlusse will ichaneinigen einfachen Beispiclen nachweisen,
wie inden obigen Ausnahmefallen dieRealitits- und Stetigkeits-Be-
dingungen zurBestimmung derferneren Bewegung verhelfen, und zu
238 XL.ZurTheorie dergew8hnlichen Differentialgleichungen.
diesem Zwecke einyon mirvorlingerer Zeit gefundenes Verfahren
benutzen, welches, wenn auch aufeine specielle Gattung vonDifferen-
tialgleichungen beschrinkt, doch vorzugewoise goeignet ist,umdiehier
erérterten Verhiltnisse zurAnschauung mbringen. Dasselbe gewahrt
‘uberdies beieiner grossen Zabl von Aufgaben derMechanik ohne dio
geringste Muhe eine sovollstindige Einsicht inden Verlauf derzu
‘untersuchenden Erscheinung, wie siedurch dieRechnung nur eelton,
und stete nur aufUmwegen erreicht werden kann. Daseelbe beateht
inFolgendem.
Isteine Differentialgleichung erster Ordnung
) t(«G7)-0
zmuntersuchen, inwelcher dieunabhiingige Variable ¢nicht vorkommt,
sobetrachte man ineinem System rechtwinkliger Coordinsten zals
dieAbscisse zweier Punkte mund mzurZeit f,von denen dererstere
aufderAbscissenaxe beharrt, wihrend dieOrdinate ydesandern —$7
ist. Wahrend alsdann msich derGleichung (1.) gemiss ander
Abscissenaxe entlang fortbewogt, beschreibt dermitmsteta aufder-
selben Ordinate befindliche Htlfspunkt 4eine Curve, deren Gleichung
(2) f@) =O
ist,und welche dieGeschwindigkeitscurve heissen soll.
Diosfestgestallt, iat$7—y,4¥—4%.y;folglich wirddioGe-
schwindigkeitscomponente von parallel zurz-Axe durch dieOrdinate,
parallel zury-Axe durch dieSubnormale der Geschwindigkeitscurvedargestellt. Dietangentiale Geschwindigkeit vonyisthiernachgleichdem von ubissur2-Axe reichenden Stiicke NderNormale. Legt
man dieRichtangen derwachsenden zund ywie tblich nach rechts
tndoben,sobowegt sichwwegenderGleichung 37—ynachrechte
oder links, jenachdem essich Gber oder unter mbefindet.
Ist¢derKrimmungshalbmesser derGeschwindigkeitscurve, deder
Winkel, umdenersich wihrend derZeit dtdreht, dsdasdvgegen-
Aberliegende Bogenclement, soistede —ds. Bezeichnet man daher
dieWinkelgeschwindigkeit, mitwelcher dioNormale sichdrebt, durch
@,80folgtpo—44,also x
o-%.
Betrachtet man malscine Masseneinheit, sowird dieanmwir-
ondebeschlounigende Kraft47—$¥ durch dievonmselber aus-
‘XI. Zur Theorie dergewdhnlichen Differentialgleichungen. 239
gehende Subnormale dargestellt, undzwar, wieman sichleicht Uberzeugt,
stets aufderjenigen Seite vonm,nach welcher siediesen Punkt xieht.
Auf diese Weise istdie2untersuchende Bewegung vonmauf
dieBewegung des Holfspunktes 4suriickgefilhrt, und dieletstere
augenfillig, solange usich aussorhalb der2-Axe befindet, weil indiesem
Falle dieGeschwindigkeit von4und ihre Richtung sich ausderGe-
stalt derGeschwindigkeitecurve und derLage von wunmittelbar zu
erkennen geben.
Wenndagegen indie2-Axoeinrtckt, alsoy=$7—0wird,#0
kommt m,welches jetzt mit »zusammenfallt, dort filreinen Augen-
Dlick zurRuhe, Obesinderselben verharren, oder seine Bewegung
weiter fortsetzen muss,hingtdavonab,obmit$7auchdieandere
Geachwindigkeitscomponente $¥=y$¥ vonwerlischt. Istdiosder
Fall, ist2.B.derWinkel, unter welchem »die2-Axe trifft, kein
rechter, sogeht 4und mitihm mindenRuhezustand aber. Damit
dioBewegung von»nach seinem Kintritte indie2-Axe nicht erldsche,
isterforderlich, wenn such nicht inallen Fallen hinreichend, dase dort
y§%vonNullverechieden bleibt. WasunterdieserVoraussetzung
stattfindet, hiingt hauptsichlich davon ab,obderPunkt, dendieGe-
echwindigkeitscurve mitderz-Axe gemein hat, einRickkebrpunkt, ein
Wendepunkt oder einPunkt gewohnlicher Biegung ist. Dieverschie-
denen hier méglichen Falle lassen sich indessen stats soleicht erledigon,
dass eine allgemeine Erérterang Uber dieselben Uberfitasig ist.
LSeidieBowegung vonmbestimmt durchdieGleichung 4-5——2,
mitdorBedingung, dass firt=1,z—1und$7—0sei,nebstallen
ausdem Begriff derBewegung folgenden Realitite- und Stetigkeite-
Bedingungen. Wir fgen noch hinzu, dass dieGeschwindigkeit vonm,
ohne durch Null zugehen, ihre Richtung nicht umkehren soll, was
dieStotigkeitsbedingung flrunendliche Wertho von7vertritt.
Durch einmalige Integration findet sich dieoben alsBeispiel be-
nutzteGleichung 2*(j2)'—=1—2%; alsoistdieGleichung derGe-
schwindigkeitscurve z4y! =1—23Dieselbe giebt flry—0, z= +1,
yQ¥=1.Wonn daherderPunktudiez-Axe trifft,sogehter
durch dieselbe hindurch mitderGeschwindigkeit 1.Daferner sich
unter derz-Axe nach links, ber derselben nach rechts bewegt, #0ge-
langt er,aufwelchem Zweig ersich such befinden mag, mitwach-
240 XI. Zur Theorie dergowahnlichen Differentialgleichungen
sender Geschwindigkeit undwachsender Ordinate aufdieunendlich ent-
fernten Theile dieses Zweiges. Indemselben Augenblicke geht dermit
ufortwihrend aufderselben Ordinate befindliche Punkt mmitunend-
lich grosser Geschwindigkeit durch denAnfangepunkt, wodurch wsuf
diebonachbarten Theile desanderen Zwoiges Ubergefuhrt wird. Da
hiernach 4dieGeschwindigkeitacurve unsufhdrlich inderselben Rich-
tung, unddieselbe Stelle jedesmal mitderselben Goschwindigkeit durch-
linft, 0istseine Bewegung eine rein periodische. Folglich fuhrt. m
periodische Oscillationen zwischen den Abscissen z= 1und z——1
aus. +Dadberdies dieGeschwindigkeitscurve inBerug aufdieCoordi-
natenaxen symmetrisch ist,sosind auch dieViertelsschwingungen von
msymmetrich. Die Dauer einer ganzen Schwingung istdemnach
viermal s0gross, wiedieZeit, deren »bedarf, umeinen Quadranten
amdurchleufen. Wegen dt=*istdieletatere—f2deipositivem
y,also —1. DieDauer einer vollstindigen Schwingung betrigt also
4Zeiteinheiten.
Durch Integration findet man mit Ricksicht auf dieAnfange-
bedingungen 2—=V#2—F, was nurvont=0 bist—2 reall ist.
‘Anden Grenzon dieses Zeitraums wird 2—0, und hier tritt derFall
ein, dass, wenn 2seine reellen Aenderungen durch Null hindurch fort-
sotzt,derAusdruck 2/1—2*fur$7beistetigerAenderang seiner
inzelnen Theile das Zeichen wechselt, was dioreelle und zugleich
statige Fortsetmang von2und ¢durch dieDifferentialgleichung selbst
unméglich macht.
ILSei«einereelle Zahlzwischen 0und,unddieBewegung
yonmbestimmt durchdieDifferentislgleichung 4+S" +2=0;
diettbrigen Bedingungen sollen dieselben sein, wieimvorigen Beispiele.
Durch einmalige Integration erhaltmana*($2)—(1 —2')(cotga*+2%). Daraus ergisbt sich weiter durch unbestimmte Integration
fer t=const.—arctgVgape
und hiersus durch passende Bestimmung derConstanten nach einer
Kleinen Reduction 2*—cos*(1—f)—cotga? sin*(1—). Folglich hat2diePeriode2x.Daindessen,wiemansofortsicht,2ausvorstehonderGleichang zuAnfange nurwihrond desZeitraums 1—@<t<1+«
reelle Werthe erlangt, solassen sich ausderPeriodicitit desAus-
XLZarTheorie dergowBholichen Diffrentnigleichongen, 241
druckes fiir zkeine weiteren Schltisse zichon. An den Grenzen dieses
Zeitraumes tritt derselboe Ausnahmefall wieimvorigen Beispiclo ein.
DioGeschwindigkeitscurve,derenGleichung.2*y*— (1—z")(cotga*+2") int,hateine hnliche Gestalt, wieimvorigen Falle; wosiedie2-Axe
schneidet, wird dieGeschwindigkeit von u,abgesehen vom Zeichen,
=gijar altovonNullverschieden. Folglich finden inBezug aufdie
Bewogung von #und mauch diovorigen Schltsse statt. Die Zeit,
deren ywbodarf, umeinen Quadranten mudurcblaufen, ergiebt sich ausdemobigenAusdracke firfgleicharctg(tga)—«,da«zwischen 0
und%liegt. Folglich fahrtmperiodische Oscillstionen zwischen den
Abscissenz=1undz——1aus,aberdioDauereinerganzenSchwin- gung istnicht —2x, wiedieallgemeine Lisung andeutet, sondern 4a.
IIL. Sei dieBewegung des Punktes mdurch dieDifferential-gleichang ;ira dzwe
und diohinzugehdrigen Bedingungen bestimmt.
DiosoGleichung hatdiesingulire Ldsung $7—1; durchIntegration
findetmandagegen 3(292+ 3)(1—$%)#— 14—52%, boipassonder
‘Wahl derIntegrationsconstanten. Dieletstere hatzurFolge, dass die
Goschwindigkeitscarve, deren Gleichung 3(2y +3)(1—y)#— 14—52"
ist, nothwendig durch dieAnfangslage von wgeht, d.h.wseine Be-
wegung aufderGeschwindigksitecurve beginnt. Eawird sich zeigen,
dass nicht unter allen Umstinden auf ihr verbleibt.
Was nun dieGestalt dieser Curve betrifft, soistdieselbe runichst
aymmetrisch inBezug auf
diey-Axe. Auf derSeite
der positiven 2gehdren i
zujedem zzwischen 1und fA .
Viddreireelle y,von“~~ ad
denen eines negativ ist, Mf
sonst nur ein einziges.
Dayj¥—2Vi-y fr
z=1, y=0 nicht vor-
schwindet, sofindet dort
ein senkrechter Durch-
schnitt mit der z-Axe
statt, welcher dioFortbewogung von nicht hinder Fury—1,
2B Christoffel, Gmnele Athandizge. I 16
242 ‘XL. Zar Thootie dergewdhalichen Diferentialglichungen.
2—V% wird4%—0, alsohatdieCurvedorteineSpitze¢,inwel-
cher ihre beiden dort von links her zusammentreffenden Zweige von
derinderFigur punktirten Geraden y—1, welche der singuliren
Lisang entepricht, berihrt werden. Endlich erlangt yfrz— 0ein
Maximum.
Essind hiernach inBetreff der anfinglichen Lage von udrei
Vornussetzungen méglich.)BefandysichzaAnfangoin«aufdemZweigea,20bewogtsich sunichat nach rechts, gebt dann durch dio2-Axe, und setst
‘yon dort ausseine Bewegung Uber 6hinweg ohne Ende fort.
b)Befand psich muAnfange aufdem Zweige abc, sobewogt
essich nach rechts bis¢Von dort kann es,weil dieOrdinate in
ihrZeichen nicht wechselt, nicht nach links zurtickkebren, wibrend
dieGeschwindigkeitscurve sich von¢ausauch nicht weiter nach recht
fortaetzt. Folglich wirde dicstetige Fortbewegung von mUber die
Abscisse 2=V3von¢hinausohneeineUnstetigkeit von$7—y
nicht méglich sein, wenn nicht dieincberdhrende Gerade cseinen
den urspriinglichen Bedingungen ebenfalls genligenden Ortflrwbil-
dete. Inc angelangt, geht daher waufcsUber, und bebilt von da
abdieGeschwindigkeit 1. :
@)Befand endlich sich zuAnfange ina’,s0durchliuft esden
Bogen «’’c undgeht dann aufcstber.
Der Gang von m,oder derVorlauf von 2alsFunction von t,
lisat sich hiernach leicht beurtheilen.
IV. Sei eine positive Constante, und dieBewegung von mbe-
stimmt durchdieDifferentialgleichung ($7—2)$7+292=0,die
Anfanfangsbedingung, dassflr¢—0,2—2,$7—ywerde,unddie
hierzn gehdrigen Realitite- und Stetigkeits-Bedingungen.
.
4 ae a‘ fii
a i
XLZur Theorie der gewthnlichen Diferentalgleichungen. 248,
Setzt man (y,—AP+2c,sofolgt($7—2)'+2%=e,und
firdieGleichung derGeschwindigkeitscurve (y—h)'+2¢=o.Die- selbe istalso einKreis «pyc’f'y’ vom Halbmesser c,dessen Mittel-
punkt inder Hohe hther dem Coordinstenursprunge liegt. Wir
wollen nun annehmen, yund 2%seien'so gewihlt, dass c>h wird,
dieDurchschnittspunkte mitder2-Axe scien «’und 7’,unddiebeiden
Punkte, indenen derKreis vonseinen Ordinaten berthrt wird, «undy.
Dann sind inBezug auf dieanfingliche Lage von pvier Voraus-
setzungen mdglich.
)Befand ywsich anfange zwischen ¢und y’,00bewegt essich
mitabnehmender Geschwindigkeit nach dem Durchschnitte 7’mitder
z-Axe, woeszur Ruhe kommt.
1)Befand ysich anAnfange aufdem Bogen «’’y', s0bewegt
essich nach links, und kommt wieder iny'zurRube.
)BofandwsichzaAnfangeaufeinemderBogenapyoderay, sobewegtessichinbeidenFillennachrechta,bisesdenPunkt7 erreicht, wobei mdieGeschwindigkeit herlang. Von dort kann
nichtnachlinkszurtckkebren, weildieOrdinate y=$*ihrZeichen
nicht wechselt, und nicht weiter nach rechts gehen, dadie Ge-
schwindigkeitscurve sich indieser Richtung nicht fortsetzt, undausser
derGleichung desobigen Kreises keine andere Lisung existirt, welche
denvorliegenden Bedingungen Gentige leistet.
Folglich istzurstetigen ond zugleich reollen Fortsetzung von=
und¢indemAugenblicke, wouinyanlangt,eineplatzliche, dbrigens .
willktrliche Aenderung von$7—yerforderlich.
Seialsoy,derWerth, aufden3vonhausindemAugen-
Dlicke springt, wox—c wird; dann folgt ausderurspringlichen Dif-
forentialgleichung, wenn (y,—h)'+=cfgosetztwird,(y—h)'+2—ct; also wird der neue Zweig der Geschwindigkeitscurve einmit dem
vorigen concentrischer Kreis, dessen Halbmesser ¢,>cist.
Jenach dem Werthe von y,springt nun der, ankeine stetige
Ortsinderung gebundene Htlfepunkt #,nachdem erin7angelangt ist,
nach f,oder 8. Liogt ausser A,auch noch f;ber derz-Axe (Figur
links), sowiederholt sich dervorige Fall, indem nunusowohl vonA,
wievonf;ausnach dem ingleicher Hohe mityliegenden Punkte 7,
rilckt,alsocineneueUnstetigkeit von4%erforderlich wird,diezu
einem neuen Kreise mitvergréssertem Halbmeseer fuhrt. Liegt 8;unter
16°
244 XL. Zur Theorie dergow0bolichen Differentialglechungen.
derz-Axe, und springt #von ynach £;,sorilckt esvondort nach
¥%{Cigur rechts), wooszurRube kommt.DieBewegung vonmoderderVerlaufvonzalsFunction von¢bedarf hiernach keiner weiteren Erérterung.
Weitere gooignete Beispiele zorAnwondung desvorliegenden Ver-
fahrons, welche allerdings nicht aufdiehier behandelten Ausnahme-
fille fahren, liefert dieLehre vom konischen Pendel, vonderDrehung
eines Kérpers umseinen Schwerpunkt und von derBewegung eines
schweren Punktes auf einer belicbig gogebenen Curve. Alle dicse
Anwendungen sind jedoch soeinfach, dass esnicht néthig ist,hier
darauf niher cinzugehen.
Zarich, 5.Januar 1866.
XID
Sul problema delle temperature stazionarie
elarappresentazione diuna data superficie.*)
(AnnalidiMatematica paraedapplicata, SerieIl,Bd.1,1868,8,69—108,)
Ilpresente lavoro sioccupa delproblema delle temperature sta-
ionarie sopra superficie piane, col'ntento diesporre ipunti divista
generali chedevono mettersi afondamento nella trattazione diquesta
quistione.
Hogiudieato conveniente diritenere perlapresente ricerea le
condizioni essenziali delproblema nella stesea semplicita che&propria
della quistione fisiea. Sesipone ilproblema nella sua forma pit
generale, allora ilsuo interease invade unnuovo campo, onde perquestocaso2giustificata unaspecialericercacheriservoadun'altracccasione,
L’unico cangiamento chemisono permesso perquesta volta, con-
cere Tequazione differenziale del problema, che hocompletata col
mezzodiuntermineindipendente, inguisacheVespressione 4+oe
non vien posta eguale zero, maadunafunzione arbitraria @di2,y.
Fatta astrazione daragioni pidriposte, questa aggiunta hal’evidente
vantaggio chevengono dora inavanti esclusi diversi eussidi nonadatti
fricerche generali, peres.trasformazioni esoluzioni particolari.
Iprincipale interesse chesiannoda aquesto problema, dipende
dalla suaconosciuta relazione colle proprieta generali diuna funzione
4iuna variabile complessa 2+iy. Lericerche fatte finora, perquanto
qui potranno occorrere, non iirano perd tanto adapprofondire espie-
gare completamente questo legame, quanto piuttorto arendere utile
questo legame pergliscopi dell’integrazione.
Seajintroducono nelfequasione +2"—0,inIuogodelle
*)Tradusione del Dott. Carlo Formenti, inPavia
246 XIL Salproblema delle temperature stazionarie larappresentazione etc.
coordinate ortogonali x,y,leparti reali 8,@diuna funzione diz+iy
come varisbili indipendenti, invirtd diquella relazione non vien can-
gista laforma dell’equazione differenziale. Dacidsihasubito il
principio adoperato dalsig.Lamé nelle suepregevoli Logons surles
coordonnées curvilignes, cheInsoluzione delproblema perIasuperficie
circolare 2*+y*<c! basta perderivarne, sotto certe supposizioni fatte
intorno allafunsione @+iaedalla grandezza dic, Insoluzione perla
superficie +at<e,
La stessa trasformazione serve anche difondamento alla bella me-
moria delsig.Neumann (Giornale diBorchardt, ¢.59,pag. 348).
Laquale, oltre aduna diligente ricerca sulle curve (dapprima trattatedaCauchy) 640%=<,cheilsignorNeumann chiamalinceiTivello, .prosenta eziandio wun importante progresso nella tratte-
zione dell’attuale problema, facendo dipendere, permezzo diconsi-
derazioni che sono analoghe alla teoria diGreen sulpotanziale, la
determinazione della funzione primitivamente cercata daun’altra
[nf'do,inquantoalvalore—fasart.1.]che8indipendente dai
valori arbitrari diquella nelcontorno, esoltanto dipende dalla forma
delcontorno edalla posizione diunpunto arbitrario p.Lespressione
4iquesta funzione in9edo2data apag. 354, ©ladeterminazione
di8ed@permezzo di edyvien ridotta adunproblema (pag. 355)
ilquale, ameno diuna condizione didiscontinuité non messa inevi-
denza, matuttavia facile acompletarsi, costituisce uncaso particolare
della quistione primitiva. Non visidanno perd applicazioni diquesta
interessante riduzione acasi determinati.
Quanto siaanche @meriuscito ditrovare muovi punti divista
cdutili sussidi per lapresente questione, lomostreranno lericerche
che seguono.
L
Sia distesa sulpiano zyuna superficie Fadunsolo strato ©
semplicemente connessa (eine einblittrige undeinfach susammenhangende
Flaiche), ilexicontormo siaformato dauna data curva K. Cidsup-
posto, sicerca una funzione Udiz,y,che unitamente alle sue deri-
vate prime siaadunvalore (cinwerthig) econtinua inF,¢che
sodisfaccia all’equazione:
Be+TF=(2,9),
mentre lungo ilcontorno Ksia:
U=v(2,y)-
“XIL Salproblema delle temperatare stazionarie elarappresentazione eto. 2247
Per determinare Uinpunto odiF,sepsriamo daFuncerchio
iraggio @,ilcuicentro sia0,eformiamo, mediante una funzione§ che colle sue prime derivate sianella restante superficie J”adun
‘valore ©continus, Yequazione:
au, au " *Selo +32]arforar.
Sesiindica condsunelemento arbitrario della linea K,condp
ildifferenciale della normale adsdiretta verso V'esterno, @finalmente
‘con @Tangolo cheilraggio ¢uscente daofacolla direzione delle z
cerescenti; ilprimo membro dell'ultima equazione diventeri:
au a au ae Oe, OE "~fee- ot)as—f(esevet)aofu[sh+Hier.
Cidposto,assoggettiamo £alleseguenticondizioni:
A.Lango Iacurva Ksiadappertutto §0.
B.Per@tendenteazerodiventioft=-1cdiosa |84SE O.InF,fuoridio,sin H+FEO.
DaB.pelteoremaVILe.dellamiateoricadeipotensialiadun valore(GiornalediBorchardt,t.64,pag.337%)discondecheanche ideconverge verso illimite 1,quando 9tende azero. Per conse-
guenza,insiemecongsiannullaeteloge-i,eTultimaes-prossione annullandosi g,sitrasforma in:
a-fejhde+220).
Noi otteniamo adanque:
wmalfortacs forar,
‘quindi ladeterminazione diJ®ridotta aquella di§.
si
Lrequazione C.8lacondizione affinch® jiay—jeae siaildiffe-
rensiale totale diuna fanzione diz,y.Indicando questa funzione
con 7,siottiene
aban _aban
_ Bem2y?~ay752?
*)Dieser Band 8.200.
248 XIL Salproblema delle temperature stazionarie ¢larappresentasione ete.
quindi onmt+in
®unafanzionedis—2-+iy,¢&ne&Inpartereale.Questafun- rione, per leA.eB. eperlegidposto condizioni, heleseguenti
proprieté:
1.LungoIscurvaK,lafantione@®imaginariasenzapartereale, mod, e*=1.
2,Fuoridio,$°epperdanchea,&1sonomonodrome (eindndrig)
econtinue.
8,Sesiconsiderano §ed come funsioni delle coordinate polari
@,8,aventi origine in0,quando @cresce peruna rotazione
del'asse delle xverso Vasse delle y,2:
aia a aeeect ila a
Dacidseguesubitoper@—0,$=1.Sequindiilpunto(z,y)
gira nella direzione positiva intorno alpunto 0,per ciascun giro 7
cresce di2x, ed@di2xi, perchd §@adunvalore. Perlostesso
motivo nelpiano(¢,6),lungolalinea@—0, 2$£—0%); quindi
per@—0siha032=0,Tag—0.Nerisnltachenelpuntoola fanzione ©—log(s—,) ®monodroma, edinsieme anche continua,
perchd ilquoziente
em loge—s) iToge—n)~loge$00—1+Stagetio? siannulla cong,cidchesarebbe impossibile seIafunzione ©—log (¢—#),
monodroma in0,ivifosse discontinua.
Quindi &2dappertutto inFadunvalore econtinua, ©fuori
io,dove diventa infinitamente piccola delprimo ordine, ®inoltre
diversa dazero. Sesiindica conwquesta funzione, sihailseguente
risultato: /
Sia wuna fanzione di#adunvalore ©continua inF,
tale che ilsuo modulo nel contorno Kdiquesta superficie
*Perprovarequestaproposizione, bastamostrarechelafunsioneU'=t—loge, che8adunvalore inF,&inoanche continus, poich® allorn essa sara costanteTangolasummensionata lines¢—0(easedelle6),Sonell'art,IsiassumeU" inInogo diU,vari g—0 allinfuori dio, Inoltre, per Inrepproeeatazione diU”
inumpunto qualsivoglin mdiverso dao, nonoecorre cheilpunto osineacluso
auF,pidporqrv0Fla9So, go. Conmgunenart O°8rappreeentata daunintegrale extesoseltanto longoXK,epperd ®unefunsione =
tunvalore econtinua inogni punto diF,edinparticolare nelpunto o.
‘XIL Sulproblema delle temperature stazionarie ¢Israppresentazione etc. 249
abbia ilvalore 1;nel punto oessa divenga infinitamente
piccola del primo ordine edintutti gli altri punti delle eu-
perficie Frimanga invece diversa dazero. Allora Isparte
reale dilogwsodisfa atutte lecondizioni poste per §,@si
pud porre:
§=logmod w.
Se w’ 8una seconds funzione di#che sodisfuccia »tutte lecon-
dizioni poste perw,=sariinFadunvalore, nénullanéinfinite;
edilsuomodalosariinKegualesd1.Quindiogniramodellafun-
zionelog=@inFmonodromo econtinuo, edinKpuramente ima-
ginario. Lasuaparte reale &percid nelcontorno diFeguale azero,
nell'interno népolidroma (mekrdndrig) nediscontinus, equindi dap-
pertutto inFeguale zero,Perconseguenza log @costante @pu-
ramente imaginario, =yi. Dacidsiricava w'= ew, cio wperle
antecedenti condizioni &determinate fino ad un fattore co-
stante dimodulo 1,equindi §@determinate completamente.
mL
Seora siscompone Iafunzione 1nelle sueparti reali:
wmutiv,
siccomeIungoK®modw—1enelpuntoodiFsihaw—0,cosineemerge cheipianidellasedellawsidevonocorrispondere in
modo, che alla data area Fesistente nel primo piano corrispondanel’altropianoilcorchiou*-+o?<1,alpuntooilcentrodiquest’altimo,ed alcontorno KdiFilcontorno del cerchio. La determinazione di
wcoincide quindi colla soluzione della questione: rappresentare
Yarea data Fsulpiano della w,trasformandola inuncerchio
diraggio 1,inmodo che nel centro diquest'ultimo riesca
rappresentato unpuntoosceltoadarbitrio inF.
Dalla conclusione delprecedente articolo risulta chequesto pro-
blema&pienamente determinato, inquanto cheduerappresentazioni
cireolari diF,Yuna delle quali siottiene dall'altra facendola rotare di
tunangolo 7,non possono essere considerate come essenzialmente
diverse,
Questo risultato edinpari tempi ildimostrare cheilpresente
Problems ammette una soluzione percisscana forma diF,sono com-
ae
250 XIL Salproblema delle temperature stasionarie «Israppresentarions ete.
presi come caso particolare nella proposizione generale sopra lesuper-
ficie semplicemente connesse, cheRiemann hasviluppata nella sua
dissertazione inaugurale, p.30.*)
Iv.
Per lericerche ulteriori, conviene sostituire alproblema dell’arti-
colo antecedente unaltro che dipenda dacondizioni pid facili ad
essere sodisfatte.
Poich®mod(¢—s)non2altrocheladistanzarettilineadeidue
punti #©%,cosi ilIuogo ditutti ipunti 2,iquali sodisfanno alla
condizione mod (s—s,)=mod(¢—s,),&Inrettaperpendicolare nel punto dimezzo aquella checongiunge ipunti 4,©#. Quindi sesi
‘assume per4,Lespressione s5’— — iyconiugata dis—+iy,ne segue perypositivo chelafanzione:
nella meta y>0 delpiano, diventa infinitamente piccola nelsolo
punto oepropriamente delprimo ordine; nelresto rimane continua ©
nolcontorno diquesta superficie raggiunge ilmodulo 1.Per questa
superficie ®quindi conosciuta anche §.
Soorasi®ingrado dirappresentare ilpiano della Z—X+é¥
sulpiano della s,inmodo chealmezzo piano Y>0, cheinseguito
siindicherd conE,edalsuo contorno (chiuso all'infinito) ¥—+0
corrisponda nelpiano della ¢un’area Fcolproprio contorno dato X,
edaciasoun punto dell'una superficie corrisponda unpunto unico
dolaltra; eseinquesta supposizione Z,2ilvalore diZnelpunto 0
diF,eZ,ilsuoconiugato, allora ciascun punto delpiano #cor-
rispondente aZ,'giace fuori diF,perchd Z;'® situato fuori diE.InoltreZ®soltantonelpuntoodiFogualeaZ,perchdaciascunpunto Z,diEcorrisponde unpunto unico odiF.Assumendo quindi:
@ Crean
twdiventera nelpunto odiFinfinitamente piccola delprimo ordine
@nolresto diFsiconserveri adunvalore, continua ediversa da
zero, edacquisterd nelcontorno KdiF,ilquale corrisponde alcon-
torno diE,ilmodulo 1.Quindi perlasuperficie F&:
z- OO) §=logmod=n
*)Annali diMatematica, t.2(I,serie)
‘XILSalproblema delle temperature stazionarie ¢Israppresentazione etc. 251
Essendo ds,2Xgliclementi corrispondenti deicontorni diFed
E,cosi puro dp,4¥ icorrispondenti elementi delle loro normali,
siavr:
a__aay tp~~BYbp porch acagione della somiglianza delle parti infinitamente picoole,
alla direzione didpcorrisponde Iadirezione delle Ydecrescenti, Qui
SX,comme rapporto diclementi lincaricorrispondenti, degualea
az_ax ay a 7" mod$F=F,dunqueS¥ds—aX.AloraJf2Inparterealedi
206per¥=0. Quindi perVelemento dsdiKcorrispondente al
aX, aiottione:
ae a¥,dX ©halls asOsa
ede000 allora stabilite tutte leospressioni richiesto nell’art. 1,tosto
che Iasuperficie Esiarapprosentata semplicemente sopra F.
v.
Poligoni odun solo strato.
SiaFunpoligono adunsolo strato, composto diunsolpezzo
cogli mvertici 4,%,-..%,chesisuccedono inungiro positivo in-
tomo adFnell’ordine deiloro indici. L'angolo interno nelvertice #,
siaindicato con %,,inmodo chesari:
a) ZDe—4) =22.
Noi ciproponiamo Iaquestione dirappresentare semplicemente Ia
superficie Esuquesto poligono.
Siano a,,a,...a,ipuntidell'assedelleXcorrispondenti ai vertici #4,%)--.4,delpoligono. Questi punti siseguiranno Yun
Valtro nella direzione delle Xerescenti, nello stesso ordine deiloro
indici, ©quindi fradue diessiilpassaggio sidovra fare pelpunto
infinitamente Iontano dell'asse. Noi supporremo che questi sieno i
punti a,,4,,onde fralequantita reali aavr Iuogo Issuocessione:
a,<a<ase<a,. : 1punto giacente sulcontorno delpoligono fraz,¢£,,checorrisponde
alpunto infinitamente lontano dell’asse delle X,verra indicato con #’.
Cidposto, sitratta distabilire unatale dipendenza fralequan-
tita ©Zche: 1)adungiro positivo intorno all’una delle duesuper-
ficie F,Ecorrisponda ungiro positive intorno all'altra; 2)che i
252 XII. Sulproblems delle temperature stazionarie ©larappresentazione etc.
punti s,Zdurante ilgiro passino contemporaneamente peripunti s,,
4a,;3)che#percorra unalinea retta ogni qual volta Zdescrive uno
deisogmenti a,,0,; finalmente 4)che nella rapprosentazione diE
suF,nellinterno delle duesuperficie esista perfetta eguaglisnza di
angoli, cio’ nesiaeaclusa qualanque diramazione (Verneigung).
‘Mentre #©Zpercorrono icorrispondenti segmenti rettline’ 4,_,#,,
4a,_,4, indirezione positiva, rimane inalterata laparte imaginaria di
log2%dipendente soltanto daquestodirezioni, Nellostessomomento
perd incui#piega intorno alvertice s,,©quindi Znelsuogiro
positivo intorno adEoltrepassa ilpunto a,,deruota dell'angolo x—A,
indiresione positiva, mentre 4Zconserva Iagua direzione. Quindi in
uunmezzogironegativo intorno ada,,log2%creacedi(x—4,)i, ciodinuninterogiropositivo crescedi
<4 HE*.Qui;epperd(Z—a)*2dina,monodroma, ndnulland
infinite, Diquisegue cheilprodotto
sah sh wnoynay F(Z) (Za) fame
Tango Vasse delle Xnon hapunti didiramazione (Versweigungspuncte),
nadivalor zero, nédidiscontinuita, perch® altrimenti Kavrebbe od
altrivertici overtici d'altra natura, Indltre 2%,(©quindi perIn
relazione (1)anche z)dev'essere intutta Insuperficie Zmonodroma,
continua ¢diversa dazero; perch? altrimenti lasuarappresentasione
odavrebbe diramazioni ©quindi nonsarebbe adunsolo strato, oppure
‘siestenderebbe all'infinito.
Lafunzione zadunque non ®mai inEpolidroma odiscontinue,
¢deve inoltre essere talecheinciascun eogmento a,_,<, dell’asse delle
Xilrepportomansiacostante, perchdquestisegmenti devono
essere rappresentati linearmente. Siccome perY—0 8dZ—dX, per
Iarealta delle quantita a,ilprecedente prodotto stainrapporto co-
stante eolsuomodulo; percid
1
rd
deve essere costante inciascun segmento a,_,a,, quindi per Iasua
continuita avri Iostesso valore costante intutto Lasse delle X. In-
dicando questo valore con c,sihaper Y= 0:
logz=logmodz+loge;
IL Sulproblema delle tomperatare atasiousrie @larappresentaziono ote. 258
adungue nell’asse delle Xlaparte imaginaria dilogz&costante;od essendoyinEFmonodroms, continuaedivereadazero,cidnon2al-
_ trimenti possibile senon quando logz,¢quindi anche z,hadapper-
tutto lostesso valor costante, Designando conAquesto valore, aiha:
hay day joy
(1) ds AG—a,)" a)" ---(Z—a)" a2,
dove orailrapporto della costante Aalsuomodulo deve essere scelto
inmodo,che44 ottenga nelpuntos’ilvalore checorrisponde
allsdatadirezioneda2,04,. So@8Yangolo diquesta direzione con quella delle zcrescenti
ec uns costante positive, siotterr’:
4g om es Qdence —Z)"(4-2) *-(,-2)" 42,
supposto cheInvariabile venga limitata alla superficie E,©ciascun
fattore 1
@-25
venga definito colla condizione dirimanere positivo nell’ssse delle X
finch? siaX<a, Ponendo conquesto limitazioni:
day oan fey @)ce—Z)"-(q—Z)" ++-(a,—Z)" =a,
siottiene mediante Vequazione:
z
@ s—=fzaz,
Inrichiosta reppresentazione diEsopra F.
Indicando illatodelpoligono fraivertici z,,4,,,conZ;**, siha
(©)=fmodsdX, Ly=fmodedX,..., Iny—finodeaxEs s ons
: *
T=fmod2dX+fmodedX,2 “2
20doppertutto inmod2vienposto¥—0. Siccome #inEnon presenta nddiramazioni nddiscontinuita,
254 XIL Solproblema delle temperature sasionsre ¢Iarappresentasione ete.
costf'2dZ presoInngoVintero contorno diE8nullo,ciodavutori-
guardo alla (1):
Jeax=0,
ovesiintegri lungo lalines Y=+0. Diqui sihanno due equa-
tioni frailatiL©gliangoli 4,chenon sono altro chelecondizioni
conosciute perch® ilpoligono Ksiachiuso.
VL
Pergliantecedenti risultati @risoluto ilproblema dell'art. IVper
ciascun poligono F,dirappresentare ciod semplicemente EsuFin
modo che cisscun punto del'una superficie corrisponda unpunto
unico delValtra
Siccome perogni posizione delpunto ZinE2dato ilcorrispon-
dente punto #diF,cosi aipud inparticolare perVespressione:
z-28,
delart. IV,sempre assegnare illpunto 4,diFeorrispondente aZy,
perilquale Pultima formula delart.IoffrailvalorecereatodiU.In questo senso adunque (eIapid parte delle soluzioni ditali questioni
non vanno pidoltre) Iaquestione dideterminare Usipudconsiderare
come risoluta pertutti ipoligoni F.
Affatto diversamente sipresenta Iaquestione quando non sivoglia,
contentarsi dicid, ma invece sidomandi che Inquantita Z, che
occorre perlaformazione di1,venga determinata perciascuna qualsi-
voglia posizione delpunto odiF.
Infatti questa domanda nonaltro significa senonche,mediante la
inversione dell'equazione (4),Zsiapresentata come fansione di#.
Unesame pitdiligente mostra chesono solamente quattro ipo-
ligoni Fperiquali questa quistione pud essere posta senza ulteriori
modificazioni, vale adire ilrettangolo, iltriangolo equilatero, edue
triangoli rettangoli, Visoscele cio? equello icuiangoli alfipotenuse
sono di30° ©60°.
Intutti glialtri casi odove essere limitata 1avariabilita di seZ
nelle superficie Fed E,onde non siottiene alcuna semplificazione,
mentre vaperduta l'importanza analitica delproblema; oppure, ove si
richieda Iainversione convariabili illimitate, ilproblema della rappre-
sentazione deviessere posto altrimenti.
Edinvero, seinFi rapporti angolari sono tutti razionali,
XML Salproblems dele temperature atasionasiee larappresentazions ole. 255,
quindi #@una funzione algebrica diZ,sipud facilmente perquesta
funzione determinare lasuperficie 7’rappresentante ilsuo modo di
diramazione (Versweigungsart), ¢Yordine 2p+1della suaconnessione
(Zusammenhang), edallora per conseguire V'inversione dell’equazione
ds—2dZ, devonsi aggiungere aquesta, come @noto, ancora p—1
altre equazioni dz,—2,dZ,, dove tutte lex,sono funzioni algebriche
diramate come 7,etutte les,sono integrali diprima specie non
aventi traloro relazioni lineari, alla quale ultima condizione invirtt
dell’equazione (1)dell’art. precedente sodisfa anche s.
Intermini pidsemplici, cidsignifica doversi inquesto caso rap-
presentare simultaneamente Eeupsuperficie, una delle quali 2la
stessaF,elealtredipendono daF.Ilcasodip—1mostragiache
daquesto punto divista ilproblema primitivo sidecompone ininfiniti
gruppi dicasi particolari.
Delresto, daqueste considerazioni risulta cheirisultati dell’arti-
colo precedente insegnano inciascun caso #conoscere Iaclasse di
fanzioni alla quale appartengono we£,anche quando l'espressione
diUsiastata trovata per altra via,
vu.
Ormai non rimane chearender possibile, collo svolgimento diun
esempio trattato anche conaltri metodi, ilconfronto fraquesti edil
proceso qui esposto. Noi scegliamo perbrevita ilpitsemplice di
tatti, cio’ ilcaso che lasuperficie Fsiaunrettangolo. Assumendo
nell’art. I,lafunzione arbitraria p=0,sipudassaifacilmente deter-
minare per questa superficie laUcol metodo dato daFourier
(cfr. Lamé Legons surlesfonctions inverses destranscendantes, XIV),
mailprincipale risultato della ricerca, ciod ladeterminazione della
specie difanzioni dalla quale dipende lasoluzione, non sipotrebbe
riconoscere per questa viache astento, sebbene laposteriore verifi-
cazione del medesimo non offra alcuna difficolta.
Siano aebilatidelrettangolo F,posti rispettivamente sugli
assi delle x,ypositive. Noi possiamo allora porre:
4-4, 4—a+bi, 4—bi, 2-0,
ed otteniamo:
Ake h--Z, «0,
quindi:
#=0:V@—Zq—Z)(—Z)(%—Z),
dove laradice @definita come dianzi.
4
256 XIL. Salproblema delle temperature staziooarie ¢Israppresentazione etc.
Lasuperficie 7&aduestrati (eeilatirig), coipunti didirama-
zione 4,<a, <a, <<a, situati sull'sase delle X. Assumendo, cidche
2lecito, peilimiti siquali siestendono idue strati di7’gliorli
delle rette congiungenti o,cona,eda,cona,,fraquesti limiti gli
strati saranno connessi, edEsari lameta positiva (corrispondente ad
¥>0) delprimo strato.
Per questa connessione di7’eperlecondizioni imposte allespres-sione2,questaottione1)valoricontrariinduepuntidi7’situatiYan sopra Valtro, edinrece 2)valori coniugati indue punti coniugati
dello stesso strato.
Facendo inoltre nella solita maniera, spartire daunpunto inE,
untaglio trasversale (Querschnitf) intorno ad0,4, eV'altro intorno adya,,nevienecheZperYequazione de—2dZ®determinate comeunafanzione dis adunsolo valore, avente idueperiodi 2a,2bi,
icuivalori emergono anche dacidchesegue.
Trasportando ina,ilpunto d’incontro deiduetagli trasversali, ©
ridueendo quest'ultimi alinee rette, laconnessione delprimo strato col
secondo traa,¢a,edinciascuno strato laconnessione della meti
potitiva colla met negativa fraaoda,sari tolta. Larappresen-
tazione della superficie 7”cosi modificata, sulpiano #,diviene unrettangolo IT,icuilati2a,2bsonoparalelliagliassidelle2,y,ele
cuidiagonali s'incontrano nellorigine 2,—0, ¢delquale adunque F
@quella quarta parte checade nelquadrante positivo.
Perdimostrarlo, sitirianzitutto incisscuno strato daa,alcor-
rispondente punto Zuna lines, inmodo cheleduelinee coriottenute
z
sicoprano; alloraIasomma degliintegrali f"zdZ, presilungoqueste
due linee, sari ntlla, quindi aduepunti di7”giscenti Puno sull'altro
corrisponderanno due valori contrari dis,cio’ due punti delpiano #
Incui congiungente passa per Vorigine ¢,—0 ed@ivi divisa
per meta
Tirando ‘inoltre daa,sullo stesso strato di7”due linee simme-
triche rispetto all'asse delle X, ciod congiungenti soltanto punti
coniugati eterminate insiffatti punti, siotterranno mediante l'inte-
grazione valori coniugati disanche neipunti estremi. Due punti
coniugati dello stesso strato di7”vengono dunque rappresentati nel
piano #induepunti coniugati, cio’ situati simmetricamente rispetto
alfasse delle 2.
Dacidrisulta subito cheIT®Iarappresentazione di7’. Sei
rettangoli neiquali vien diviso ITdagli assi coordinati nell’ordine con
XI. Sulproblema delle temperature stazionarie ¢1arappresentazione ete, 257
‘euisisuccedono inungiro positivo intorno all’origine, sidenotano con
F,F,,Fy, Fy, possiamo concladere, siccome per lecondizioni del
problema E2digidrappresentato suF,che Iaparte positiva del
secondo strato coperta daEsari rappresentata suF,, lameta noga-
tiva delprimo strato saFy,©quella delsecondo suF,. Contempo-
raneamente &dimostrato che2a,2bisono imoduli diperiodicita di2.
Questi risultati sono sufficienti peresprimere lafonzione:
z-%OTe
mediante #.Infatti se4,®quel punto diF’che corrisponde al
punto Z,diE,allora Z—Z diventa inIneidue punti #,,—
infinitamente piccola del primo ordine, mafuori diquesti diversa da
zero. Sem &coniugatoa4,Z—Z,'non>maiinITegualeazero, foorch? neipunti s,', —4’,neiquali @infinitamente piccola delprimo
ordine. Quindi w@una funzione diz adunvalore, coiperiodi 2a,
2bi, laquale nelrettangolo ITdeiperiodi ?infnitamente piccola sola-menteper#—(¢,,—%);infinitamente grandesolamente per#—(4,—%’),fesempredelprimoordine;©perZ—cosiriducoaeM!Diqui
segue chemediante Isfunzione diJacobi:
: 0,(2)=2gcone—2gsen32+2q*eenbz...
Jawsipud esprimere nella forma:
mien)9g(mle+ wotSn)ES") ene eG(7 tay? 2-6 >CSP) 6C)
dove C®una costante.
Se2’@ilpunto fra£,©4,,checorrisponde alpunto diEinf-
nitamente lontano, siha:
(<6)9(x10+40)
ma—FymeER)" i )0(“SE)
Sicoome#@reale,nelfattorediCildenominatore ®coniugato alnumeratore, onde ilmodulo diquesto fattore sari ~1.Quindi, se
Iaquantita o,soggetta soltanto aquestlultima condizione, siassume
eguale alfattore diC,riescira C=1,epperd:B.D.Christottel, OmammaieAShandnngee X ra
258 XII. Sulproblema delle temperature stazionarie ¢lsrappresentazione etc.
nle—4)) 9(ney«Lal3b(Ee) ane™,me—")) 9(704%)? .9.550") abe)
Moltiplicando questespressione diwo,collespressione chenerisulta
perilvalore coniugato w,siotterra ilquadrato delmod 1,©quind?
perladeterminazione diUnelpunto 1,diF:
aww, §=plogww'.
Decomponendo 1inu+ivsirisolve-inoltre ilproblema dirap-
presentare ilrettangolo F'sulcorchio u*+ "<1, inmodo che il
centro delcorchio corrisponda alpunto 4,diF,daacogliersi arbitra-
riamente.
Itrealtri problemi accennati nell'art. VI, periquali soltanto &
ancora possibile larappresentazione diwopermezzo di2,sipossono
delpari risolvere facilmente coimezzi quisdoperati.
Zurigo, 25marzo 1867.
Xm.
Ueber einige allgemeine Eigenschaften derMinimumsfidchen.
(Journal firdiereine und angewandte Mathematik, Bd.67,1867, 8,218228)
Die sogenannten Minimumsflichen besitzen cine merkwirdige
Eigenschaft, welche ichbeiGelegenheit meiner Abhandlung tber die
Bestimmung krummer Oberfléchen durch locale Messungen auf den-
selben (dieses Journal Band 64%) Herm Weierstrass mitgetheilt habe.
Dieselbe besteht inFolgendem.
1.Scien Sund Szwei Minimumsfiéchen, d.b.solehe, flrwelche
die Summe der beiden Hauptkrimmungen injedem Punkte =O ist.
Nachdem jede von diesen Flichen ineine beliebige Lage gebracht
worden ist, wible man aufihnen Flichenstiicke 7,7”soaus, dass
1)sufkeinem von beiden dieselbe Normalenrichtung zweimal, dagegen
2)jede aufdem einen stattfindende Normalenrichtung auch aufdem
andern vorkommt.
Betrachtet man unter diesen Voraussetzungen einen Punkt m’von
T”alsBild desjenigen Punktes mvon7,flrwelchen diegleiche Nor-
malenrichtung stattfindet, 60wird 7”einindenkleinsten Theilen ihn-
liches Bild von 7.
Beidiesem Satze istderFall nicht ausgeschlossen, dass dieFlichen
,S’sich nurdurch ihre Lage imRaume von einander unterscheiden.
Durch blosse Drehung einer Minimumsfliche kann man also beliebig
viele Abbildungen derselben aufsich selbst erhalten.
2.Der obige Satz bleibt bestchen, wenn eine derFlichen S,S
durch eine Kugel ersetat wird.
‘Aus diesem xweiten Satze folgt der erste durch Wiederholung.
Daansserdem alleAbbildungen einer Kugelfliche sufeiner Ebene be-
Kannt sind, #0sind es‘auch alleAbbildungen ciner Minimumsflache,
wiemuerst von Herm Weingarten gefunden worden ist.)
1)Vorgl. die reichhaltige Abbandlung: Usber dieOberfitchen, frwelche
ciner derbeiden Hauptkritmmungebalbmesser eine Function desandern ist. Diesen
Journal Band 62,p.164, 166.
*)Imvorliogenden Band 8.162,
a
260 XII. Ueber einige allgemsine Eigenschaften der Minimumefitchen.
chhabe mich veranlasst gesehen, diesen Gegenstand weiter zu
verfolgen, und namentlich 2uuntersuchen, welche Flichen 7’dberhaupt
dieEigenschaft haben, dass sich ihnen cine zweite 7”zuordnen liast,
welche, ohne zu7homothetisch musein, einindenkleinsten Theilen
athnliches Bild von 7liefert, wenn sienach obigem Princip auf7’be-
zogen wird. Von dieser Untersuchung sind selbstverstindlich alle die-
jenigen Flichen 7suageschlossen, aufdenen jede Uberhaupt vorhandene
Normalenrichtung eine Linie bestimmt, also dieaufeine Ebene ab-
wickelbaren Flichen.
Eshat sich herausgestelit, dase dieverlangte Eigenschaft eine
Flichenfamilie begriindet, welche sich auch alsdasSystem derjenigen
Flichen definiren lisst, dieeinebenes Bild gestatten, inwelchem ihre
Kriimmungslinien durch zwei Schaaren zueinander senkrechter Geraden
dargestellt werden. Esbesitzt hiernach jede Fliche, anwelcher die
auerst erwihnte Eigenschaft nachgewiesen ist, auch diezweite, und
umgekehrt.
Diese Flichenfamilie istechr umfassend; mittelet derFormel B.
des art.V.,welche dasKriterium derselben enthilt, findet man leicht,
dass miihrnicht bloss dieMinimumsflichen imgewdhnlichen Sinne,
sondern allgemein diejenigen gehdren, deren mittlere Kriimmung con-
stant ist,also dieMinimumsflichen Uber gegebenem Volumen; ausserdem
gehdren hierhin alleFlichen zweiten Grades, alleRotationsflichen, u..w.
Indieser Familie entepricht jeder Fliche 7cine andere 7°,und
imAllgemeinen such nur eine nebst ihren homothetischen, welche
durch 7ihrer Gestalt und Lage nach bestimmt ist,wenn von Trans
lationen ohne Drehungen abgesehen wird, dieanderAbbildung nichts
Andern. Die einige Ausnahme hiervon bildet dieKugel, frwelche
dieAufgabe, T’mfinden, unbestimmt ist, weil sieselbst jeder be-
liebigen Minimumefiiche entspricht.
Dadieeinfachen Halfemittel, welche ichbeidieser Untersuchung
benutzt habe, sich auch bei anderen Gelegenheiten alsbrauchbar er-
weisen, 80erlaube ichmir, imFolgenden zuzeigen, wiesich imAn-
schlusse aneinen directen Beweis derobigen Sitze tber Minimums-
flichen dieGbrigen Resultate ergeben haben. Jene Sitze selbst habe
ichurepriinglich ausdem art.IV.meiner oben erwihnten Arbeit er-
halten.
I
Wir beginnen unsere Untersuchung mitderAufstellung dergeu-
metrischen Bedingungen, welche erforderlich sind, damit zwei Flichen
7,7"einander ahnlich werden, wenn jedem Punkte mvon Tsein Bild
XIML Ueber einige allgemeine Eigenschaften der Minimumsfitchen. 261
mm’auf7”durch dieBedingung gleicher Normalenrichtung zugeordnet
wird, inwelchem Falle mund m’entsprechende Punkte heissen
sollen.
Zudem Zwecke bestimme man nach Gauss (Disqu. gen. circa
superf. ¢.L)eine Richtung imRaume mitHtlfe einer Kugel Kvom
Halbmesser 1durch denPunkt, inwelchem eingleichgerichteter Halb-
messer anfderKugelflache endigt. Sind also N,N’ dieNormalen der
Flichen 7,7’indenPunkten m,m’,cowerden dieso Punkte einander
enteprechen, sobald beide Normalen dem nimlichen Pankte Xvon K
enteprechen. Damit ferner zwei von entsprechenden Punkten m,m’
ausgehende Linienclemente 2s,2s’derFlichen 7,7”inentsprechenden
Punkten endigen, mfseen auch inihren Endpunkten dieNormalen dem
nimlichen Punkte von Kentaprechen. Der unendlich Kleine sphi-
rische Bogen QB=4giebtdanndenWinkelan,umdensichdie Normale Ndreht, wenn ihrFusepunkt von maus 2sbeschreibt.
‘Wir haben nun zuuntersuchen, welche Bedingungen erforderlich
sind, damit dasVerhiltnis derentsprechenden Linienelemente 2s,25°
von der Lage des ihre Endponkte bestimmenden Panktes ‘Bunab-
hingig wird.
Seien aN, 2N, inmbeginnende Bogenclemente derbeiden Kriim-
mungelinien von Z,@,,0dieihnen entsprechenden Krimmungshalb-
meeser derFliche. Ferner sei4,derWinkel, umden sich g,dreht,
wenn sein Fusspunkt 2, durchliuft, ebenso 8,derWinkel, umden
sich @drebt, wenn sein Fusspunkt @N, durchliuft, also abgesehen
vom Zeichen 2, —@8, 2N,—0,9, und cs"=gf0t-+ 0361. Haben
Ci»Ci»8,6,dieselbe Bedeutung frdieFliche 7”imPunkte m’,20
wird s'?= 0\2,?+ 0;0,? und mithin das2untersuchende Verhiltniss
&y-eatOLat,ae)~Fhend,”
Daraus ergeben sich dieSitze Uber dieMinimumsfizchen sofort.
Nimmt man nimlich ¢/"— 9,3,of=of,dh. flr7und 7’Minimume-
oder Kugelfigchen, 20heben dieDrehungswinkel sich weg, indem aus
derBetrachtung derKugelK4"=}+6}=6,"+4,'folgt.Istnun, um zorallgemeinen Untersuchung dberzugehen, 0das
Centrum derKugel Kund sind R,,Ny,Nj,N;diejenigen Punkto des
durch %alsPol bestimmten Aequators, welche den Richtungen
&M,, @Ny, CN, @N, derKrimmungelinien von 7und7”entaprechen,
0folgt, weil derPunkt 8von Ksowohl dem Endpunkte von 2s,
alsauch dem von2s’entepricht, dass derUcbergang von®nach B
auffolgende awei Arten bewirkt werden kann:
+262 XUIL. Usher einige allgemeine Eigenschaften derMinimumsfiichen.
1.indem man zwei unendlich Kleine Drehungen umdieAxen of,
o%, zusammensetzt, von denen dieerste den Winkel 8,,dieandere
den Winkel 8,betrigt;
2.indem man zwei dieWinkel 4,3,betragende Drehungen um
dioAxen of,, 09, zusammensetzt.
Dies festgestellt, ziblen wiraufdem Aequator von®,ausLingen,
dienach ,hinwachsen, und setzen fest, was offenbar gestattot int,
dass von denPunkten ,,%;derzweite diegréssere Linge hat. Ist
alsdann «dioLinge von,,4dieLinge deeMeridians NW, sowird,weilalleBogen unendlich Kleinsind,8,—4sind,8,—2cos2,8,=4sin(d— a),8=4cos(d —a),mithin
(#)-2?contd—a)+of?sin?~@) oe 20002+eyFaind®
sobald és,25’inentsprechenden Punkten anfangen und endigen.
Dieser Ausdruck sollnun von derLage desPunktes ‘B,d.h.von
Aunabhingig sein, Man erkeunt ohne Mthe, dass diese Bedingung
frjeden beliebigen Werth von «,d.h.unabhingig von den Rich-
tungen, indenen dieKrimmungslinien derFlichen 7,7”von m,m’uagehen, nurdannerfUlltwird,wennzugleich¢j*—0;',of=o}ist,was den bereits oben erledigten Fall liefert.
Istdiese Bedingung nicht erfillt, sokann dasVerbiltniss der
beiden Linienelemente nurnoch indem Falle von 2unabhingig sein,
wenn «—0 oder ein Vielfaches von 90° ist. In allen diesen Fillen
wird jedem derbeiden von mausgehenden Krimmungslinienelemente
eines der beiden von m’ausgehenden parallel; wir schliessen daher
keinen Fall aus, wenn wir
«=0
setzen, d.h.fordern, dass 2, mit2N,, @N, mit 2M, gleiche Rich-
tung habe. Dann wird
(ae2cosd?+ef?sindt ar)~oyteoni*+ sind
unddieswird nurdann von2unabbingig, wenn ¢,°:of=¢;':@}, a.b.
entwoder %=$,oderSi=—%wird.a
Diezweite vondiesen beiden Lésungen liefert denallgemeinen Satz:
WennsweiFliichenTundT’inderBesiehung sueinanderstehen, dassinjesweidurchgleicheNormalenrichtung einander entsprechenden
Punkten m,m’derselben 1)auch dieHauptschnitte beider Fliichen ein-
ander parallel werden, und 2)swischen den Verhiltnissen derKriim-
mungen paralleler Hauplschnitle dieRelation
‘XIIL Ueber einige allgemeine Kigenschaften derMinimumsflichen. 263
i4ata? ‘slattfindet, sowirdT’einindenHeinstenTheilendnlichesBildvon ,wennjederPunitm!alsdasBilddesentsprechenden Punktesman-geschen wird.
Indiesem Satze sind dieauf dieMinimumsfiichen bezilglichen
‘ebenfalls enthalten. Nimmt man nimlich flr7”eine Minimumsfiiche,
#0folgt aus der xweiten Bedingung, dass 7cine Kugelfliche soin
‘muss, und diese geniigt offenbar auch derersten Bedingung.
Dieerste Lésung fubrt aufganz elementaro Resultate, diehaupt-
sichlich alsVervollstindigang desvorigen Satzes anfuufassen sind. In
derThat fordert dieselbe, wieleicht zusehen ist,und auch ausden
folgenden Untersuchungen hervorgeht, nichts anderes, alsdass 7’und7”
homothetisch sind, woraus dann freilich, dadieAehnlichkeit fr be-
liebig grosse perspectivisch liegende Theile vorhanden ist, auch die
Achnlichkeit derkleinsten Theile folgt.
Esergiebt sich aber hieraus, dass ausser dendurch denersten Sats
estimmten Fliichenpaaren und ihren homothetischen keine andern ezi-
stiren, welche dievon uns geforderten Eigenschaften besiteen.
0.
Eswirft sich jetzt dieFrage auf, wie und unter welchen Vor-
sussetzungen dieBedingungen deeobigen Satzes befriedigt werden
Gnnen.
Zudem Zwecke bemerken wir zuniichst, was aus derzweiten Be-
dingung folgt, dass inenteprechenden Punkten nothwendig diecine
Fliche gewalbt, dieandere sattelfErmig gebogen sein muse. Um Ober
bestimmte Vorstellungen 2uverfligen, wollen wirdaher, was aufden
echliesslichen Verlauf derUntersuchung keinen Einfluss mehr haben
wird, festeetzen, esseien @,,Q,0;Positiv, e,dagegen seinegativ.
‘Wir bezeichnen nun dierechtwinkligen Coordinaten vonmdurch
2,%4durch 2’,y',#diejenigen von m’,susserdem dieRichtungs-
eosinus derNormale, derersten und zweiten Kriimmungslinie inm,
also wogen des geforderten Parallelismus such inm’durch a,b,c;
45by,6}yyby»GyWobei dieVorzeichen der Groseen a,b,¢80ge- wahlt sein sollen, dase diedurch siebestimmte Richtang derNormale
derjenigen entgegengesetzt wird, inwelcher von derOberfliche ausdie
positiven Kriimmungshalbmesser anfgetragen werden.
InFolge des Parallelismas derKriimmungslinien werden auch
dieDrehungswinkel umdie2uihren Tangenten porallelen Axen far
beide Flichen gleich, also d,—0,, 8;=,.
264 IIL Usber einige allgemeine Eigenschaften der Minimumsfitchen,
Wir bestimmen nun munichst dieGréssen, umwelche dieCoordi-
naten vonmundm’unddieRichtungscosinus derNormale inFolge
dieser Drehungen zunehmen.
Dreht man dieNormale umeine zurTangente derzweiten Krim-
mungslinie parallele und durch das Krimmungscentrum des ersten
Hauptachnitts gehende Axe heram, bisderDrehungswinkel 2,geworden
ist, sodurcbliuft ihrFusepunkt auf beiden Flichen dieerste Krim-
mungslinie, undweil g,,¢,positiv sind, beide inderselben Richtung.
Die zurickgelegten Wego sind 2N,— 04, 2N;=0,4,mithindie Zunabmen von 2und 2’:
BemaQdy, 2'—040,04,
vorausgesetzt, dass man den Drehungswinkel 8,positiy oder negativ
nimmt, jenachdem msich inderRichtung a,b,¢, oder ihrentgegen
bewegt.
Nach derLehre von derKriimmung derFlichen istaber auch
a2=4,€2—@20,wornusinbidenFillen ‘
2a=0,8, folgt.1
Dreht man dieNormale umeine zurAnfangsrichtung derersten
Krommungslinie parallele und durch das Krimmungscentrum des
aweiten Hauptachnittes gehende Axe heram, bisderDrehungswinkel
4,geworden ist,eodurchliuft ihrFusepunkt aufbeiden Flichen die
aweite Kriimmungelinie, aber inentgegengeretzton Richtungen. Sind
My, ‘Ny diewirklich aurdckgelegten Wege, sonimmt zuma2N,
au,2’uma,/N, ab. Nun ist/N,=0,0, @N;—— 0,4,, alsowachsen
und 2’um
BE=409, 2'—=040481,
wieder vorausgesotzt, dass 4,positiv oder negativ genommen wird, je-
nachdem msich inderRichtang a,b,c, oder ihrentgegen bewogt.
Daaussordem G2—ia22'—@,0aitt,20folgt
a=048,.
Daraus ergeben sichflrdievollstindigen Differentiale diefolgenden
wichtigen Formeln:
Ba=0,018+40191, CY—=DOdy+brOrdyy CH=GQds +OrBiytamad, +4,8,, ?b— bd, +b, fo—Gd +46,
balm 010,94 +40,8, Cy’ 00,85 +4040, C4— 40,8,+G04,
von denen dieaufdieFliche 7’allein besiglichen flrjede beliebige
‘XIIL Ueber einige allgemeine Eigenschaften derMinimumsfidchen. 265
Fliche gelten. Aus den beiihrer Herleitung unterschiedenen Fallen
ergiebt sich brigens, dass diese Formeln von den zuEingange Ober
dieVorzeichen derKrimmungshalbmesser gemachten Voraussetzungen
unabhiingig, also aufbeide Fille desvorigon art.anwendbar sind.
m1.
Setzt man nun, umdieerste Lésung dosart.Izubefriedigen,C=KerC=key,80wirdc2'=ken,ry'—koy, c2’—kee.Damitdiese Gleichungen cine Fliche 7”bestimmen kénnen, milssen ihre
rechten Seiten vollstindige Differentiale sein. Betrachtet man sals
Function von 2,y,sofolgt aus dor ersten Gleichung, dass &von y,
ausderzweiten, dass esvon xunabhingig, also constant sein muss.
Diese Lésung liefert also, wie schon frther angewandt worden ist,2u
jeder belicbigen Fliche ihre simmtlichen homothetischen.
Iv.
ZurBefriedigung derxweiten Lisung
é.4ate?
sotzenwir@,—Hes,0,——Hey- Dannwirdda'——Hea,da'=Hoe, aBW * so
Nennt man nun diejenige Seite einer Fliche, von welcher ihre
Normalen ausgehen, ihre Vorderseite, 90ergiebt sich ausdiesen For-
meln zunichst, dass imvorliegenden Falle dieVorderseite von 7auf
derRuckseite von 7”abgebildet wird, und umgekehrt, vorausgesetzt,
dass mam unter einer Abbildung eine imgewohnlichen Sinne, also
nicht verkehrt ihnliche versteht.
Sodann ergeben sich frdievollstindigon Differentisle dieGlei-
chungen
éx'—HG2— 02),tyHeyzy), ef=H(es—22),
von denen zuniichst gezeigt werden soll, dass sieausdenBedingungen
unserer Untersuchung nicht blose folgen, sondern dieselben auch um-
gekehrt nach sich zichen.
Sind nimlich a,4,¢dieRichtungscosinus derNormale vonTZ,so
sind sie66such fr7’,weil ausdenvorstehenden Gleichungen
folgt aca'+bey+ccs’=0
Daferner dieKrimmungslinienclemente @N,, 2N, auf einander
sonkrecht stehen, 20folgt ds’=H*(0N?+2N})—H's",alsoist7” ein inden Kleinsten Theilen ahnliches Bild von T.
266 XIII. Usber einige allgemeine Figenachaflen derMinimumafitchen.
Anf Grund dieser beiden Folgerungen ergicbt sich endlich nach
art.IauchderParallelismus derKrimmungslinien beiderFlichen.Folglich enthalten dievorstehenden Differentialgleichungen alle
fr diegegenwartige Aufgabe nothwendigon und ausreichenden Be-
dingungen.
‘SetztmanasH—&,s0lassendieobigenGleichungen sich indieForm *
18 ex—Q[20a—(E +2)r2],
9 tit (&) y-appo-(E+2)y],
141), ig-a[2ce -&+ade]
bringen. Dieselbe zeigt sofort, dase unsere urspringliche Aufgabe, die
Bedingungen 2ermitteln, damit aueiner gegebenen Fliche J’cine sie
inderverlangten Weise abbildende existire, aufdieHerstellung und
Deutung derIntegrabilititebedingungen zurlickgefthrt ist,welche er-
forderlich sind und hinreichen, damit diedrei vorstehenden Ausdriicke
zugleich vollstindige Differentiale werden.
Esistindesson zweckmiissig, flrdiese Untersuchung dieDifferen-
tialgleichungen soviel wieméglich inderurspriinglichen cinfachsten
Form beizubehalten.
v.
Wir sotzen voraus, dase 2,yundsalsFunctionen zweier vonein-
anderunabhiingiger Variabeln 1,tinderWeisedargestellt, sind,dasederGleichung éu,—0 diejenige Schaar Krimmungelinion von 7’ent-
spricht, welcher dievorhin alserste bezeichnete angehért, derGlei-chung4,—0dieandereSchaar. Bezeichnet mandaherdieDeri-virten von 2,¥,#nach th,%durch 2,2%,2) U.8.W.,80wird
(em mly, Ce mem, Ws.w.
i :
Femer folgt ausdenGleichungen ¢x=9,24, (2=0/4, wenn
Pe ey
1 1
ten, ton
ssetztwird, . * &
éa éa
i te
mithin durch Elimination von a
a(ar, an ay near eer EO
XIN, Ueber einige allgemeine Eigenschaflen der Minimumatitchen, 267
wor noch swei ahnliche Gleichungen flryund ¢kommen. Ausser-
dem ist
(2) B+ +1 =0.
Dies vorausgeschickt, nehmen dieDifferentialgleichungen desvorigen
art. diefolgende Form an:
Gat!—H(att,—20%),
(A) ey’=H(yye%—%2m), oa=H(e214—4,34).
Far logH=ZliefertdieerstealsIntegrabilititsbedingung
fatjla+2m-0, ‘oder wegen (1.)
[z-2i]+(22+2.28]5 -o. ay—nom] tow,+RHam OO
Mit Rocksicht auf(2.) folgt aus dieser und den beiden hierzu-
gehérigen Gleichungen, daBnothwendig
aZ_ 2a 8% 8ayoy hom? 8m Oy
sein muss, und umgekehrt sind mitdiesen beiden zugleich alleIntegra-
bilitétsbedingungen erfullt.
Damit aber diese beiden Gleichangen miteinander bestehen kénnen,
isterforderlich und hinreichend, dass
2@(4_any, 2(1any @) deGabe) +mGage) ~?
sei, Istdieso Bedingung erfullt, 0liefern also diovorstehenden Aus-
driicke flr2Zeinvollstindiges Differential, und diesobestimmte
Fanetion z Hew
macht such dieAusdriicke filr22’,Zy’,de’muvollstindigen Differen-
*tialen. Zugleich istersichtlich, dass derletztern Forderung aufkeine
andere Weise gentgt werden kann.
Esbedarf nurnoch dergeometrischen Interpretation von(B). Sei
atta, gtat+aae,
sofolgt aus (1.) und (2.)
(3) _1_@m _@log =_1_an_Blogty: nonumy? Rom, ou?
wodurch (B) in
268 KILL Ueber einige allgemeine Figenschaften derMinimumsfiichen.
ogaeeyGu,Ou Aihergeht.DieseGleichung fordertalso,dasslog{sichalsDiferenz einer bloss von w,und einer bloss von #,abhiingigen Function dar-
stellenlnsse,dassalso bo)
bv)
dem Quotienten auszwei solchen Functionen gleich sei.
Fohrt man nun, was anden frihern Voroussetmngen nichts
Andert, mittelst derGleichungen 9(u,)étq—2u,,¥(Uy)éth—2m,2woi neue Variabeln u,,u,ein,sofolgt,dassdieAllgemeinheit unseres Resultates nicht geiindert wird, wenn wir (w,) und (1) constant
und einander gleich setzen. Dann wird dieLésung von (B.)
@) bob.
Damit also dieGleichungen (4.) durch passende Wahl vonHintegrabel
gemacht werden Kénnen, isterforderlich und hinreichend, dase dasQuadratdesLinienelementes von7’sichindieFormast—§3(0ut+2ut) bringen Insee, wihrend 2u,— 0,2%— 0dieDifferentialgleichungen der
deiden Schaaren Krimmungslinien von 7sind. Wir haben hiernach
den Satz:
. Damit einerFliche Teinesweite T’inderobenverlangten Weisesugeordnet werdenKinne,isterforderlich undhinreichend, dassTcinindenKleinsten Theilendhnliches cbenesBildgestatte, inwelchemseineKriimmungslinien durch swei Schaaren sueinander senkrechler Geraden
dargestellt werden.
UndumgekehrtkinnenalleFlichenT,sudenendieGleichungen (RL) oder (A.) eine sugeordnete T°liefern, indieser Weise aufeiner
Ebene abgehildet werden.
Bezeichnet man beiderAbbildung von 7aufderEbene der14,ti
dasVergrisserungsverhiltniss durch2,sowird
ast—m*(eut+eu), und esergeben sich firdieFamilie derFlichen 7aus(4), (2), (1.)
und (3,dieDifferentialgleichungen:
Rtwtdam, aytuntag0, Btyt amm,
ayy=FEay+OE,
sa=ay5My,
‘XIU, Usber einige allgemeine Eigenschaften derMinimomsfiichen. 269
Ist7diesen Gleichungen gemiiss bestimmt, sowird
alogm alogm 8m— ay—2OEOy,
‘also Z—const.—2logm,H-4,
sodass man zurBestimmung von7”dieintegrabeln Gleichungen
aaZi(a2m,— mem),
ay4.2m —m2m),
ad—A(0m,—442m) . erhilt.
Esisthier nicht derOrt, diesen Gegenstand durch Ausfthrung
von Beispielen weiter zuverfolgen.
Zarich, 2.April 1867.
XIV.
Beweis des Fundamentalsatzes der Invariantentheorie.
(Glournal fardiereine und angewandte Mathematik, Bd,68,1868, 8.246—252.)
Inderfundamentalen Begriindung derInvariantentheorie, durch
welche Herr Aronhold dieses ganze Gebiet aufeineinziges, vonjeder
Willkirlichkeit befreites und dergréssten Ausdehnung fahiges Princip
aurlckgefilhrt hat, wirft sich dasHauptgewicht auf dieFrage, wiegrossfiireinegegebenehomogene FunctionineinemSystemvonGrund-formen dieAnsahl derselben vorausgesetst werden darf, wenn dasselbe
nur coneinander unabhdngige enthallen soll, weil nur beigesicherter
Kenntnis dieser Fundamentalzablen beartheilt werden kann, obgegebeno
Fanctionen ¥und F’ durch lineare Substitutionen ineinander trans-
formirt werden kénnen, und durch wieviel Substitutionon dies erreicht
werden kann.
Die Anzahl der voneinander unabhingigen Invarianten einer
homogenen Function, mitwelcher alleGbrigen Fundamentalzahlen ge-
geben sind, istbisjetzt auf zwei verschiedenen Wegen bestimmt
worden, zuerst durch Abzihlang derTransformationsbedingungen und
der zueliminirenden Substitutionscoefficienten, dann mittelst derpar-
ticllen Differentialgleichuogen derInvariantentheorie. Bemerkenswerthe
unddenallgemeinen Fall bildende Abwoichungen vonden beidiesen
Beweisen vorausgesetzten Verhiltnissen, welche sich mir beiandern
Untersuchungen darboten, haben mirgezeigt, dass beide Beweise un-
aureichend sind und tbereinstimmend das voraussetzen, was sich bei
genauerer Betrachtung alsdieHauptfrage flrden2uleistenden Beweis
herausstellt.
Bezeichnet (n,p)dieAnzahl derCoefficienten einer homogenen
Function Fvom p** Grade und mVariabeln, soist(n,p)auch die
Anzahl derBedingungen flrdieTransformation dieser Function in
eine andere mittele einer gegebenen linearen Substitution. Durch Eli-
mination dern-n Substitutionscoefficienten ergeben sich dieTransfor-
anationsrelationen, also dieabsoluten Invarianten von F.
XIV. Beweis des Fundamentalsatees derInvariantentheorie. 21
Nimmt man nun an,unter den urspriinglichen ‘Transformations-
bedingungen Insse sich eine Gruppe vonm+n Gleichungen euswahlen,
welche inBesug auf dieSubstitutionstionscoeffcienten voneinander un-
abhdngig sind, s0wird dieAnzahl derTransformationsrelationen, also
der absoluten Invarianten
o=(np)—m.
Wenn aber eine solche Gruppe von»-m Gleichungen nicht existiren
sollte, sowirde mitRiicksicht aufdenUmstand, dase dieurspring-
lichen Transformationsbedingungen beidervonihnen geforderten Wahl
vonF”nieaufeinen Widerspruch fhren kénnen, folgen, dass beider
‘Transformation von Fineine mitméglichst viel willktrlichen Coeff
cienton verschene Funetion F”
1)nicht alle Substitutionscoefficienten bestimmte Werthe er-
langen, sondern eine Anzahl 4derselben willktrlich bleibt, und in
Folge dessen
2)die Anzahl der Transformationsrelationen um 4Kinheiten
grisser istalsdiedurch Abzihlen gefandene normalmissige Anzahl
©=(#,p) —n* derselben.
Eswarden demnach auch diemerkwardigen Folgerangen weg-
fallen, oder einer durchgreifenden Modification bediirfen, welche sich
inderLehre von den zugehdrigen Formen und denCovarianten an
dioVoraussetzung kniipfen, dase durch dasResultat derTransformation
dieanzuwendende Substitution véllig bestimmt sei.
Im65" Bande dieses Journals pag. 267 istdieFrage nach der
Anzahl voneinander unabhingiger Invarianten von derUntersuchung
desSystems partieller Differentialgleichungen
Dylt=0
abbiingig gemacht worden, denen alle absoluten Invarianten und nur
solche geniigen, und gezeigt worden, dass jede Gleichung, welche sich
ausdiesen n-n Gleichungen durch Differentiiren und Elimination der
hihern Derivirten ergiebt, aus Gleichungen desSystems auch linear
rusammengesetzt werden kann. Dieser Nachweis reicht jedoch zuder
daraus gezogenen Folgerung nicht aus, indem dieUbrigen Sitze, auf
welche diese sich stiizt, eine Bedingung enthalten, welche injedem
besonderen Falle alserflllt nachgewiesen werden muss,
Wenn ein System linearer und inden Derivirten homogener
Differentialgleichungen erster Ordnung, wie das obige, durch Diffe-rentiiren undElimination derhihernDerivirten nuraufCombinationen
derurspriinglichen Gleichungen fbrt, sonenne ichdasselbe einvoll-
‘standiges, und achlicsse dabei absichtlich den Fall nicht aus, woindem
272 —_—_XIV, Boweis des Fundamentalsstzes der Invariantentheorie,
System selbst auch noch Gleichungen enthalten sind, welche ausandern
linear folgen; solche Gleichungen nenne ichiiberziihlige.
Befreit man einvollstindiges System von seinen iibersdligen Glei-
chungen, 50Wirt esnicht auf, einvollstindiges ausein.
Ein von allen tberzibligen Gleichungen befreites vollstindiges
System hatstets soviel, und niemals mehr voneinander unabhingige
Lésungen, alsdieAnzabl derVarisbeln, vermindert umdieAnzahl
derGleichungen betrigt
Istdaherineinemvollstindigen System:NdieAnsahtderVariabeln, MdieAnzahlderGleichungen iiberhaupt unddieAnsahlderitber-ssihligen, 80istdieAnsahl seiner voncinander unabhingigen Lisungen
-N-M+p
Wenn daher inobigem System von Differentialgleichungen die
Anzabl derUberzibligen ist,#0folgt:
1)Die Anzahl der voneinander unabbingigen absolaten In-
varianten vou F,d.idie Anzahl der ‘Transformationsrelationen ist
(n,p)—12+4—o+4, also um gwEinheiten grisser alsdiedurch
Abzihlen gefundene normalmissige;2)beiderTransformation vonFinF’kénnendabernt—pwCoefficienten vonF”willktrlich angenommen werden, und dann schon
sind diebrigen bestimmt;
8)beidieser ‘Transformation bleiben »Substitutionscoefiicienten
willkirlich.
‘Aus diesen Erérterungen inVerbindung mit den vorangehenden
‘ergiebt sich zurGentige nicht blos dieNothwendigkeit einer genauen
Bestimmung derZahl »,sondern auch, dass hier derSchwerpunkt aller
Zahlenbestimmungen der Invariantentheorie liegt Auf der andern
Seite isteoklar, dass cine besondere Untersuchung Uber dieZabl w
nur indem Falle dberfidssig sein wOrde, wodieGrundformen ent-
weder unmittelbar ausdenurspriinglichen ‘Transformationsbedingungen,
oder dureb directe Integration der partiellen Differentialgleichungen
abgeleitet werden, weil nurineinem dieser Faille diegenaue Anzahl
derTransformationsrelationen sich von selbst ergiebt.
DieZabl 4kann durch dieLésung derAufgabe gefunden werden,
n-nCoefficienten 40zubestimmen, dase fUrjede beliebige Function 12
EaDall
Nullwird,indemgdieAnzahlderjenigen 4ist,welchehierbeiwill-kirlich bleiben. Vermége derWillkiirlichkeit von Iergeben sich
hieraus (n,p)Gleichungen, welche man erhiilt, indem man nachein-
ander 11durch die verschiedenen Coefficienten von Fersetzt.
XUV. Bewois denFandamentalsstzes der Invariantentheorie. 273
Ware man imStande, unter diesen (n,p)Gleichungen irgend oine
Gruppe von m-m Gleichungen zuermitteln, von denen sich beweisen
lisst, dase ihre Detorminante vonNull verschieden ist,80wilrde jodes4=0folgen,alsoaufdemdirectesten Wegebewiesen sein,dass=Oist.
Beieiner allgemeinen Begrindung derInvariantentheorie hindert
aber nichts, dieanfvorstehende Artdefinirte Zabl yvorlinfig inder
Theorie mitzufthren, bissich bequeme Hulfsmittel zuihrer allgemeinen
Bestimmung darbieten, und diese finden sich, wiediefolgenden Be-
trachtungen zeigen, firdiehomogenen Funetionen inder Lehre von
den zugehdrigen Formen, welche den Beweis desSatzes, dass fiirp>2 sets w=0ist,ohne Schwierigkeit gostattet. .
1.
‘Wir setzen also voraus, dass dioBestimmung derCoefficienten 2
‘sufwvoneinander unabhiingige Lisungen
fubrt, ausdenen sich jede andere nach derFormel
dam Dod
ausammensetzt. Diese besonderen Lésungen 2{,unterwerfen wirmit
Ricksicht aufunsere spitern Untersuchungen deroffenbar zulissigen
Bedingung, dass sieausser Coefficienten von Fkein anderes willktr-
\Tiches Element enthalten sollen.
Bei dieser Voraussetzung echliesst man aus der oben nach-
gewiorenen Anzahl absoluter Invarianten inbekannter Weise, dass die
Anzahl voneinander unabhingiger Invarianten Uberhaupt
a=—(yp)—m tet .
ist, Dieser Schluss erleidet nur dann eine Ausnahme, wenn gar keine
absolute Invariante existirt, also firp> 2nur, wenn n= 2,p= 3ist.
Far diesen Fall hatHerr Aronhold durch Integration derDifferential-
gleichungon gezeigt, dass eine einzige Invariante, also keine absolute
existirt, weshalb indiesem Falle u=0ist.
2.
Sei, mit den zugehdrigen Polynomialecefficienten (a,«,...) ge-
schrieben, Fm8(e404...) gg...4%. -
Umzugebirige Formen mitden Variabeln ,4,...zufinden, erhebt
man dielineare Function U=12, +wz, -+-++ indiep*Potenz, und
sucht Invarianten derhomogenen Function F+¢U?, wo¢einen con-HB.Ohsistottel, GasammeleADbandlangen. I 18
274 XIV, Bewois dea Fundamentalantzos der Invariantentheorie.
stanten Parameter bedeutet. Istalso I7(ds,.,...) eine Invariante von
F,und von den«unabhiingig, sowird bekanntermassen
T=Ti(Gaye,...+tugsuge. .-)
imweitern Sinne eine zugeh6rige Form, vornusgesetzt, dass 11’nicht
von den Variabeln u,oder beiwillktlichen unicht vom Parameter ¢
unabhingig ist.
Nun erkennt man durch Differentiiren sofort, dass, welche Function
derCoofficienten von Fallein 17immer bedeuten mag, dieaus ihr
abgeleitete 17’nur dann bei belicbigen Werthen deruvon ¢unab-
hangig sein kann, wenn JIselbst von allen aunabbingig ist.‘Alsoliefertjedewirkliche Invariante IIvonFaucheineswirklichesugehirige Form I.
Die Anzahl derinBezug aufdie»Variabeln uvoneinander un-
abbingigen zugehGrigen Formen kann niemals gréseer als sein. Um
dieFrage muentecheiden, wann diese Zahl erreicht wird, betrachten
wirvorliufig den Fall, woFmindestens »vou einander unabhingige
Invarianten 17,(ds,.,..) hat, ¢=1,2,..., Dann sind dieFunctionen
T= T1,(dae,...+ tupsuge...) nach dem Vorangehenden wirkliche mu-
gebdrige Formen. Wiren diese inBezug aufdieVarisbeln unicht
unabhiingig voneinander, 90kénnte man eine Function fsowihlen,
dass f(ITj, Ty,...1’) von denwunabhingig, also f(IT,, Ty,.--IZ.)
wide. Dann aber ware dieser letztore Ausdruck nach dem Frihern
vonallen Coefficienten derFunction Funabhingig, und II,,Il,...1,
wiren keine voneinander unabhingige Invarianten.Ausnvoneinander unabhiingigen Invarianten erhdiltmanalsoauch‘neugehirige Formen,welcheinBesugaufdieVariabeln uvoneinander
unabhiingig sind.
Dies festgestellt, lisst sich leicht zeigen, dass furp>2,selbst
unter derVoraussetzung, 4seinicht Null, diezugehdrigen Formen in
dernormalmissigen Anzabl nvorhanden sein wirden, 4.h.dase unter
denangegebenen Bedingungen dieAnzahl derInvarianten 9Sn ist.
Wenn niimlich »vonNull verachieden ist,sotritt derungiinstigete
Fall furdieErfullung der Ungleichheit
@p)—w tet Sn
cinflrp=1,was(mp)5(m—1)(m+2)
giebt. Daferner dielinke Seite, sobald n> 1ist,wegen derGlei-
chung(n,p+1)=(n,p)[i+=]mitpaugleich wichst,sotritt
unter der Voraussetzung, dass p>2 sei, der ungtinstigste Fall ein
XIV. Beweis des Fundamentalsatzes der Invariantentheorie. 275
firp=3,wasMOEROTDS 1042)
giebt. Durch Beseitigung positiver Factoren kann man dieser Be-
dingungdieForm (»—2)(n—3)50
geben, und dies istflrjedes ganzzahlige nderFall.
3.
Durch Division mit einer Invariante kann man stets bewirken
dass eine zugehdrige Form beim Usbergange muden transformirten
Coofficienten undVarisbeln ganz ungeindert bleibt. Solche zugehdrige
Formen sind durch dasGleichungssystem
Da¥+zu—0 bestimmt.‘
‘Man therzeugt sich leicht, dass auch diese Gleichungen einvoll-
stindiges System bilden. Istdaher p,dieAnzahl der tberzibligen
Gleichungen dieses Systems, soistdieAnzahl seiner voneinander un-
abbingigen Lésungen:
n+ (mp)—mtHy. Verwendet man aber zueinem vollstindigen System voneinander
unabbingiger Lésungen dervorstehenden Gleichungen méglichst viel,
also(n,p)—n'+ quabsolute Invarianten, sobilden diezurVervoll-
stindigung desSystems erforderlichen Losungen einSystem von zu-
gehdrigen Formen, welche inBezug aufdieVariabeln «voneinander
unabbingig sind, undausdenen sich mitHinzuziehung vonInvarianten
jede andere zugehdrige Form zusammensetzen lisst.
DieAnzahl derinBezug aufdieVariabeln «voneinander unab-
hngigen zugehdrigen Formen istdemnsch:
nt h—e.
Ware nun, immer unter derVoraussetzung p>2,derFall mog-
lich, dass» von Null verschieden ist,sowiirde ausdem Schlusse des
vorigen art.
ane
folgen. Lasst sich beweisen, dass hierin einWiderspruch enthalten
ist,soistbewiesen, dass »nicht von Null verschieden sein kann.
DerVoraussetzung gemiss ist4,dieAnzahl derjenigen 4,welche
willktirlich bleiben, wenn man ausdem Ausdrucke
ay BuDa? +Shae
-
276 ‘XIV. Beweis des Fundamentalaatees der Invariantentheorie.
allo Derivirten von ¥eliminirt. Da das erste Glied nur Derivirten
nach Coefficienten von Fenthilt, somuss esfir sich verschwinden,
also 4,,dieinart.1angogebene Form
da Seely
ac
haben, wodieGréssen 4f,vonallen willktrlichen Elementen, nament-
lich den uvillig freisind. DieuCoefficienten ¢milsson jetzt #0ge-
wiblt werden, dass auch daszweite Glied identisch verschwindet. Man
ethilt also diemBedingungegleichangen
De Du-0 G=12...0)
oF
zwischen den4Grossen ¢,und eswird jetet dioAnzahl derjenigen
«¢,welche hierbei willktzlich bleiben.
Nimmt man aber an, seivon Null verschieden, somuss j= jt
sein, also jedes cwillktrlich bleiben. Dies istnicht anders méglich,
alswonn firjedes iund ¢
SH, -0
ist,und awar fralleWerthe derunabhiingigen Varisbeln 1,ty,..ty.
Daaber dieCoefficienten 2°,vondenuvéllig unabbingig sind,
0miissen sieallo Null sein, was mit der Annahme, uscivon Null
vorachieden, imWidersprache steht. Folglich ist,frp> 2,diese An-
nahme selbst unzulissig. :
Wenn aber p=0ist,soistumsomehr4,—0,dam+m,—p nicht grésser alsm,also, nicht grésser als sein kann. Da dics
offenbar auch fardieDifferentialgleichungen derCovarianten gilt, haben
wir also den zubewoisenden Satz:
Die Ansahl dervoneinander unabhiingigen Incarianten sowie allerAibrigenGrundformen istfiirjedehomogene Function, derenGradgrésserals2ist,dienormalmissige.
Zarich, 19.December 1867.
Anmerkang.
TnRandbemerkangenssines mehrfach erwihnten Handeremplars weist
Christoffel selbst auf die Schwiichen des vorstehenden Beweisversuches hin.
Xv.
Theorie der bilinearen Functionen.
(Goumal fardiereine und angewandte Mathematik, Bd.68,1868, 8,263—272.)
Die inmeiner vorangehenden Arbeit firdiohomogenen Functi-
onen bewiesenen Lehrsiitze lassen sich mit Leichtigkeit aufdenFall
‘susdehnen, wodiezutransformirende Function FinBezug aufpSy-
steme von je»Variabeln linear und homogen ist,und Oberdies auf
jedes Varinbelnsystem dieselbe lineare Substitution angewandt wird.
Setzt man niimlich in#allediejenigen Variabeln einander gleich,
firwelche dieselbe Substitution gilt, sogeht Fineine homogene Fune-
tion @von derp**Ordnung und »Dimonsionen aber, welche, sobald
p>2 ist,dienormalmissige Anzahl »voneinander unabhingiger zu-
gehériger Formen besitzt. Diesezugehérigen Formen von®sindaber
auch zugebdrige Formen von Fund nurinsoweit specialisirt, alssie
dieCoefficionten vonFnurindenjenigen Verbindungen enthalten, zu
denen diese sichbeim Ubergange vonderp-fach linearen Function F’
zurhomogenen Function ®vereinigt haben.
Dahiernach Febenfalls dienormalmissige Anzahl nvoneinander
unabhingiger zugehdriger Formen besitzt, soistbeiderTransformation
von Fdurch das Resultat derselben die anzuwendende Substitution in-
sofern vollig bestimmt, alssiekeine willktrlichen Constanten enthalten
kann, Folglich sind such diedbrigen Grundformen indernormal-
missigen Anzahl vorhanden, und die Anzahl der voneinander unab-
hingigen Invarianton ist2.B.=n?—n?+1.Far denFall p=2verlieren diese Sitzo ebenso, wiebeidenho-
mogenen Funetionen ihreGdltigkeit, nurdass dieErscheinungen, welche
diese Ausnahmefille darbieten, und welche Uber die bier erwihnten
‘Transformationsprobleme hinaus zurallgemeinen Regel werden, bei
denbilinearen Functionen vollstiindiger hervortreten, alsbeidenhomo-
genen Functionen zweiter Ordnung.
Die Frage nach den Grundformen einer bilinearen Function
F=S(9h)z,u5 (Qh 1,2,..-0)
278 XV. Theorie der bilinearen Functionen.
erledigt sich ameinfachsten durch diewirkliche Darstellung derselben.
Wirwerden inart.1firdieFunction ¥imGanzen [‘*]absolute In-
varianten'), Ee)zugebérige Formenundebensoviel Covarianten dar-
stellen. Aus ihrer Bezichung zum Transformationsprobleme wird dann
zuniichst derNachweis gofthrt, dass diese Formensysteme vollstindig
sind. Dass sieauch von tbersibligen Formen freisind, also nurvon-
einander unabhiingige enthalten, ergiebt sichdann durch folgende Ober-
legung.
Die wirkliche Anzahl Idervoneinander unabbingigen absoluten
Invarianten istunter allen Umstinden gleich der normalmissigen,
vermehrt umdieAnzahl wvon Substitutionscosfiicienten, welche bei
iner culissigen Transformation von Fwillkrlich bleiben; flrdiebi-
linearen Functionen istalso I=. Diestets zulissige Transformation
vonFinsichselbst(art.IL)zeigtaber,dassallgemein o-(F], also
gleich istderinart.I.gefundenen Anzahl von absolaten Invarianten.
Folglich istdieses Formensystem nicht nur vollstindig, sondern
such frei von Uberzibligen Formen. Daraus ergiebt sich dann nach
dem inmeiner vorigen Arbeit benutzten Prinzip, dass diesusdiesem
Invariantensysteme hervorgegangenen zugehdrigen Formen und Co-
varianten, soweit sich solche wirklich ergeben konnten, ebenfalls von-
einander unabhingig sein missen.
Dies festgestellt, ergiebt sich mittelst desvon Hern Aronhold
gelehrten Verfahrens firdieabsoluten Invarianten ITvonFsehr leicht
dasSystem vonnnDifforentialgleichungen
(4) Dall =0,
wo
om om Dy=ZheFh)+505OF]
ist,und welchem alle absoluten Invarianten und nursolche gentigen.
Dieses System istein vollstindiges. Bezeichnet man nimlich,
wasbeiallen Untersuchungen dieser Artgrosse Vortheile gowahrt und
imFolgenden beibebalton wird, durch dasZeichen
dieNull oder Eins, jenachdem &voniverschieden oder ihm gleich
1)Uatar[2]wirdimFolgvodon stediegrtteineothaltone guase
‘Zabl verstanden.
XV. Theorie der bilinearen Functionen. 279
it,sofindet frjede Fonction derCoefficienten vonFdieidentische
Gleichang
(B) Dj,Dall—DaDysT= ({)Dy(3)Dyal
statt, wolche Herr Clebsch bereits im65% Bande dieses Journals
pag. 268 fiirdiehomogenen Functionen, wenn auch inverschiedene
Fille zerlegt, anfgestellt hat; dieselbe hatganz allgemeine Guiltigkeit.
Siezeigt, dase jede Gleichung, welche aus dem System (4.) durch
Differentiiren und Elimination derhaheren Derivirten hervorgeht, auch
‘ausGleichungen desSystems linear zusammengesetzt werden kann. .
Daaber imSystem (4.) dieAnsabl derVariabeln mitderAnzahl
derGleichungen Gbereinstimmt, soistdieAnzahl »dertbersihligen
Gleichungen dieses Systems gleich derAnzahl seiner Lésungen, also
«-[F)
wihrendesflrp>2stetaNullist.Fardieaugekirigen Formen¥unddieCovarianten ®exgebensich, wenn jede durch einegecignete Invariante dividirt wird, dieGleichungs-systome °© Da¥+Fam=0,Dad252—0,-
deren Vollstindigkeit man leicht boweist. Disselben sind ausserdem
yon Aberaibligen Gleichungen frei. InderThat istdieAnzahl der
Lésungen desersten Systems, nimlich dersbsoluten Invarianten und
mugebdrigen Formen zussmmengenommen, —(]+["t*]—n, also
dienormalmissige; dasselbe gilt vom andern System.
Far dieZwischenformen @erhilt man, wenn jede durch eine ge-
cignete Invariante dividirt wird, dasGleichungssystem
Dy@+ ou—2380.
Daseelbe isteinvollstindiges, und wieausdem flrdieSysteme (0)
geflhrten Beweise hervorgebt, von dbersibligen Gleichungen frei; die
Anzahl seiner voneinander unabhiingigen Lésungen istdaher 2n.
‘Verwendet man aber zueiner vollstindigen Lisung dieses Systems
miglichst vielabsolute Invarianten, zugehérige Formen undCovarianten,
s0bleiben 2n—[2]—2-["F*]=[2] cigentliche Zwischenformen
‘brig, welche
1)mitden zugehdrigen Formen einSystem vonninBerug auf
dieVarisbeln w,
2)mitden Covarianten einSystem von ninBezug sufdioVa-
riabeln z,
280 XV.Theorie derbilinearen Functionen.
8)mit beiden und den abscluten Invarianten einSystem von 2n
inBezug aufdieCoofficienten vonFvoneinander unabhingigen
Funetionen bilden.
Diese[*]Zwischenformen bilden alsocineselbstindige Gattung
von Ausdriicken, indem siesich aus den fibrigen Grundformen nicht
zasammensetzen lassen, und begriinden insofern einen derwesentlich-
sten Unterschiede zwischen den bilinearen und den Functionen von
hohern Ordnungen. InderThat besteht auch flrjede dieser letatorn
einSystem von 2nZwischenformen, welche inBezug sufdieVaria-
beln 2und wvoneinander unabhingig sind. Verwendet man aber zu
einem solchen System vollstindige Systeme von zugehdrigen Formen
und Covarianten, sobleibt keine Zwischenform mebr dbrig, woraus
hervorgeht, dass indiesem Falle jede Zwischenform auszugehdrigen
Formen und Covarianten zusammengesetzt werden kann, vorausgesetzt,
dass diese simmtlichen Formen durch Division mit einer Invariante in
dermebrfach erwahnten Weisemodificirt wordensind,worumanstetsmit,inund derselben, nicht absoluten Invariante undihren Potenzen ausreicht.
Der Grund von dieser und jeder andern Abwoichung derbilinearen
Fanetionen vom Verhalten der Functionen héberer Ordnungen liegt
darin, dass fr dieletztern dieoben durch ubereichnete Zahl stets
Null ist, und osgeht hieraus hervor, dass neben derHerstellung der
Grandformen sich beiden bilinearen Funetionen noch folgende beiden,
bei der hier vorauegesotzten Gattung von Transformationsproblemen
frsieallein existirenden Aufgaben darbieten:
1)Die Transformation einer bilinearen Function insich selbst
und der Nachweis der willkirlichen Elemente in der hieraus ent-
springenden Substitution;
2)derdirecte Nachweis derjenigen [4]Gleichungen, welche im
System (A.) Ubersihlig sind.
Wegen derHalfsmittel, welche heiderHerstellung derGrund-
formen benutzt werden, und derAnwendung derzugebdrigen Formen
zurBestimmung derSubstitution verweise ichaufdiefundamentale
Abbandlung desHerm Aronhold im62" Bande dieses Journals.
LDie Grandformen der bilinearen Function F.
Man verificirt leicht, dass die Determinante
P=E+(11)(22)...(nn) demGleichungesystom ;
DyP=2 ()?
XV. Theorie der bilinearen Functionen. 281
Gentige leistet;alsoistPInvariante vonF,undwenn¢diestetsvon
Null verschiedene Substitutionsdeterminante bedeutet, dieTransformirte
von P
PimrP.
Dies festgestellt, sei§dieausFdurch Vertauschung derVariabeln-
aysteme hervorgehende bilineare Function,
F=SGh)y,2 =S(hg)z,y-
Dabeibeiden Variabelusystemen dieselbe Substitution vorausgesotat
wird, sohat§dieselben Invarianten wieF,und alle simultanen In-
varianten von F’und sind zugleich Invarianten von F.Dasselbe
giltdemnach auch von den Invarianten derFunction 1F' +, #0-
lange 4,4constante Werthe haben.
Setzt man daher denCoefficienten von2,y, indieser Function,
nimlich
Ah) +w(hg) =[9h],
sofolgt, dass auch
E+[11][22]...[on]=1,w) eine Invariante von Fist, und zwar flr alle constanton Werthe von 2
und y.
Far dieAnwendungen dercugehirigen Formen istesndthig, die
einfachen Voraussetzungen derEinleitung 2uverlassen, und statt der
Variabeln uallein zwei Varisbelnsysteme einzufthren. Wir suchen
demnach simultane Invarianten von 1F+i mitdem Producte zweier
Jinearen Funetionen U—u,z,, U’— Eujy,, also der bilinearen
Function
U,=Su,u,z¥y
‘Aus dem Vorangehenden ergiebt sich dieInvariante
[UI]+amu,[12]+amu,| |iem(22)bans,...}
welche fra=0in11(2, u)Ubergeht. Dieselbe istinBezug auf«
linear und bleibt ungeindert, wenn man 2mit »und augleich das
System derVariabeln umit dem derw’vertanscht. Setzt man sie
=IIA,4)+aP(A,u;uw’),sobutauch¥diezuletzterwibnteKigen- schaft, und eswird, wenn durch
1,(2,#) dieauseiner Aenderung desElementes [gh] entepringende Unterdeter-
minante von I1(2,4)bezeichnet wird,diegesuchte zugehdrige Form(a,wsHW)=ST1,(2,HH,
282 ‘XV.Theorie derbilinearen Functionen.
alsoeinebilineare Function derVariabelnsysteme u,’.InDeterminanten-
form wird
|Ow mo. |
_.—u, (11) [12]... [In]
CA,wy,#)—|—uy (21)[22]... [2n]}-
4[m1][»2]...[nn]
Um bilineare Covarianten zuerhalten, setzen wir
oF oF
fenXeEk
und suchen simultane Invarianten von AF+«§mitdemProducteder linearen Functionen 2X,y,, 2¥,z,, indem wirdieCoefficienten X,¥
wieConstanten behandeln. Das Vorangehende zeigt, dass diehieraus
fliessenden Covarianten erhalten werden, wenn man inWjedes u,u’
durch dasentsprechende Y,Xersetzt; also ergiebt sich dieCovariante
(2,u;9)=P(A,w;¥,X).
Was dieBezichung zwischen diesen und ihren Transformirten be-
trifft, sofolgt ausderGrandeigenschaft von P,auswelchem dieVor-
stehenden alsEntwicklungscoefficienten entspringen,
T=, =P, W=ro.
Wir werden nun zuniichst zeigen, dass diese Gleichungen firdie
‘Méglichkeit derTransformation vonFinF”und dieBestimmung der
dies leistenden Substitutionen nicht bloss erforderlich sind, sondern
auch hinreichen, sobald siefiralle Werthe von 4und merfullt sind,
d.bh.dass dievermige derWillkirlichkeit von 4und mausII,¥,®
hervorgehenden Formen hinreichen, umausihnen jede andere Form
derselben Art zusammenzusetzen.
InderThat wird fitr141, «0 identisch ®—I7(1,0)F, also
©=11'(1,0)F" und 11'(1,0)F’=r11(1,0)F,endlich,weil17’(1,0) =r'II(1, 0)ist,F’=F,w.2.b.w. Dass inderGleichung PJ]=PJ’allefirdieMéglichkeit der ‘Transformation vonF'inF”erforderlichen Bedingungen enthglten sind,
hatzuerst Herr Kronecker inseiner Abhandlung tber diebilinearen
Funetionen von gerader Dimension n')durch directe Transformation
derselben ineine Normalform bewiesen.
1)Monateberichte der Berliner Akademie, Sitzung v.15. October 1866,
pag. 601
XY. Theorie der bilinearen Functionen. 283
Um dieAnzahl derFormen zuObereehon, welche inobigen Aus-ArickenwegenderWillktrlichkeit von4unduenthalten sind,sotzenwir
H+ (creco)ay OE =bay
woraus allgemein
Gm eutea Suma On= 8a
folgt. Wird alsdann noch
. Atuems, t-p=t, also
[6k]=86,+ty ‘
gesetzt, 20wird .ow «, see
wa|—% 0 86,+18...
ty86418, 80 a(
woraus JTdurch Woglassung desausden uund u’gebildeten Randes
erhalten wird.
Vertauscht man nun 4mit#,und jedes umitdem entsprechen-
den uw’,80wechselt¢seinZeichen,s,IZund¥bleibenungedndert. Danun JTvon den Variabeln u,w’unabhingig ist,cohat seine Ent-
wioklung dieForm
T=I+*8TL, +8-H, +,
wihrend, wenn entwickelt
te et eee A
ist,dioEntwicklungscoefficionten ¥,bilineare Functionen derVariabeln
1,w’sind, welche beiderVertauschung derbeiden Variabelnaystome
entweder ungelindert bleiben, oder nur ihre Zeichen wechseln, ersteros
beiungeradem, letzteres beigeradem 0.
Setzt man daher, umden inderEinleitung vorausgesetzten Fallzuerhalten, jedesw’dementaprechenden ugleich,sofallenalle¥,
mitgeradem Indexweg,undosergeben sichnun["+]Invarianten,
[£7] mgehorige Formen miteinemeinsigen Variabelnsystem, also
ebensoviel Covarisnten derselben Art, aus denen alleFormen gleicher
Gattung zusammengesetzt werden kénnen, Dass sieauch voneinander
unabhingig sind, liset sich ausderEinrichtung derElémente von
erkennen, wird sich aber auch imfolgenden art.ergeben.
‘Von denbesonderen Fillen, welche sich hier darbieten, und welche
allosufbekannte Determinantensitze hinauskommen, heben wireinen
284 XY. Theorie der bilinearen Functionen.
desFolgenden wegen hervor. Fur einungerades »wird nimlich ¥,,
wie man aus dem Ausdrucke flr ¥erkennt, wenn man ¢—0, t—1
setzt, dasProduct auseiner linearen Funktion der uund dernimlichen
Funktion mitdenVariabeln w’.Folglich kann diebilineare zugehdrige
Form ¥,durch eine inden lineare ersetzt werden, welche wirdurch
(uw)bezeichnen werden, sodassB,—y(u)y(u’) wird.
IL Transformation der bilinearen Function Finsich selbst.
Sei
aSb WZ
dieSubstitution, durch welche Fin
F=S(ghyny ‘ubergefthrt wird, und
4Dah
dieindenzugehdrigen Formen auszufdhrende transponirte Substitution,
welche fiirbeide Variabelnsysteme deruund w’gilt.
Soll nun allgemein
(ghy=@h) sein, also durch dievorausgesetzte Substitution Finsich selbst mit
andern Variabeln transformirt werden, sofolgt aus der Gleichung
T'= IT, dass
fel
sein muss.
Der bessern Uebersicht wegen setzen wirvon hier an
At+p=s—1, l—-pt,
wodurch dieGrundformen J1(4,u), W(A,u; u,v), O(a, a; 2,9)in
Funetionen von¢tibergehen, welchewirdurchI7(t),¥(t;u,u’),(¢;2,9)bezeichnen, undvondenendieersteeinegeradeFunction von¢ist.Beim obigen Werthe von +?ergiebt sich flr diezugehdrigen
Formen dieGleichung
() Bt; 0,0) —P(t; ww)
oder
ZAM ~ZNO,
welche firjedes ¢erfullt sein muss,
Wir beweisen zuniichst, dass ausdieser Gleichung stets r*—1folgt. Vergleicht man niimlich beiderseits dieCoefficienten vonuu,, 80folgt
ST,Oe =Tas SMOeyeald
XV. Theorie der bilinearen Functionen, 285
und wenn man mittelst dieses Ausdrucks die von Null verschiedene
Determinante E+I,;My...II,,bildet,*—1,wieerforderlich ist. Dies festgestelit, istesnothwendig, diebeiden Fille zaunter-
scheiden, womgerade oder ungerade ist.
TmerstenFalle, n=2m,istderGradvon¥inBezugauf¢um eine Einheit Kleiner, alsderGrad vonJT.Schliesst man nun denFall
aus, wonicht alle Coefficienten von Fwillkirliche und voneinander
unabhingige Werthe haben, sohatdieGleichung I(f) =0mLésun-
gen #=o!,f= o},... =o}, dieallevoneinander verschieden sind.
Dividirt man jetzt dieGleichung (1.)durch I(t), 80ergeben sich
susihrdurch Zerlegung inPartialbriiche zwei Systeme vonjemGlei-
changen, welchedenWurzelfactoren t—,, ¢+©,entsprechen, und
dieGleichung (1.)véllig ersetzen. Der erste Wurzelfactor liefert die
G@leichung
ZMs(0) 4H,—FM)
beachtet man, dass 17,,(—«,) =—II,,(o,) ist,soergiebt sichausdem
andern Wurvelfactor dieGleichung
21,,(0,)0,%, =51,(0,)4,%-
‘Multiplicirt man mit 17,,(@,), wokeinen beliebigen Index bedeutet,
80zerfallen die vorstehenden Ausdriicke inLinearfactoren
2) SMO), FMI SMO), SMa),
8)3M,(0%,SM(o)%,— FM,(0),SMalo.
‘Dajedesv,lineare Function derwallein,undjedesvdieselbe Func-tion derw’allein ist,80folgt aus(2.)
2Mo)0,=4,21(0,)H)
SMe), =EBM),
woalleawillkiirliche Constanten undoffenbar vonkunsbhingig sind.
Vertauscht man hier dieVariabeln «und w’,sovertauschen sich
‘auch die und o',und esfolgt, dass dieGleichungen (3.)von selbst
befriedigt sind.
Also haben wir zur Bestimmung dergesuchten Substitutionen,
durch welche beigeradem m—2m die Function Finsich selbst
‘transformirt wird, die2mGleichungen
286 XY. Theorie derbilinoaren Functionen.
ZArlo)(o,— 4.4)=0,
2M,(o)u,—42,)=0,
indenen derIndex &gleichgtltig ist,und durch jeden andern ersetzt
werden kann.
Zor Bestimmung der inversen Substitution erbilt man ihnliche
Gleichangen. DadieDeterminanto dioser Gleichungen, wieman durch
Bildung derselben leicht findet, von Null verschieden ist,sosind die
Unbekannten ©alslineare Functionen derwmitdenm—[7] will-
Kiirlichen Constanten abestimmt
Foreinungerades »—2m+41sind¥undITvomnimlichenGrade in¢.Folglich liefert diePartialbruchzerfillung indiesem
alle 1)einSystem von 2mGleichungen dernimlichen Form wie
dasvorstehende, und 2)nach derBezeichnung amSchlusse desvorigen
art,noch dieBedingung ¥,(0, 0’) —¥,(u, 1’),welche durch dieein-
fachere y(v)—r-y(u) ersetzt werden kann, unddsher keine willktr-
liche Constante indiegesuchte Substitution einfuhrt. Folglich ist
indieserdieAnzahl derwillktirlichen Elemente wieder m—[]-
Die Anzahl der willktrlichen Substitutionselemente stimmt daher
inallen Fallen mit derAnzahl von absoluten Invarianten dberein, die
sich imvorigen art.ergeben haben, und esisthiernach dieses In-
variantensystem nicht blose vollstindig, sondern such frei von dber-
ahligen Formen. Dasselbe gilt daher auch, wie schon bemerkt wurde,
von den Obrigen Formensystemen.
IIL Transformation von Finspesielle Formen.
Fur dioTransformation von Finirgend eine gegebene Form F”
haben wirdemnach dienothwendigen und ausreichenden Bedingungen
TQ, w)=PG, w),
(A,nj0,})BA, ww,w),
HG,nBn) 08,u29),
von denen dieerste diesimmtlichen Bedingungen flrdieMoglichkeit
der Transformation enthilt, die xweite die directe und die dritte die
inverse Substitution liefert,
Wir stellen unsnun dieAufgabe, dieSubstitution so2ubestimmen,
dase F’ incine Summe von mbilinearen Functionen
XY. Theorie der bilinearen Functionen. 287
Ai SHY Em, (9h=1,2,...m)
fi=SGhY EM, (Gh—=my+1,9,+2...)
f= SGhY Ey Gp—thy +1,yg +2,«2)
zerfillt, welche sogewiblt sind, dass einVariabelnpaar ,,7,,welches
ineine von diesen speciellen Functionen eingeht, inkeiner von den
tbrigen mehr vorkommt
_
‘Aufdieselbe Weise, wieinart.I.17(2, 4)ausF,(i,q, uw) und
(i,u,z,y)ausIT(,q) abgeleitet wurde, leitemanausjederder
vorstehenden, einer geringern Anzahl vonVariabelnpaaren entsprechen-
denFunctionen eine Invariante, rugehrige Form und Covariante ab,
welche fardieFunction 7durch ,(1, 1),¥4(2,a©,0°),a(t,my&,0) dezeichnet werden sollen.
Dann wird offenbar flr die Function
dieInvariante Aithiteothe
A(A,B)=(4, #)(2, #)---em(A, Ht),
wibrend, dieHerleitung von ¥und @ausITsofort erkennen lésst, dass
Fdwie,2) pans®8) ci ae
#00 ED) elms Be)
Se ee eC
it.
Setzt man diese Ausdriicke den derurspriinglichen Function F
entsprechenden gleich, und zerfallt beiderseits inPartialbriche, sozer-
fallen diehier auftrotenden besondern Werthe derFunctionen ¥,,,)
¥,®nach dem vorigen art.inLinearfactoren, und esmuss nunjeder
solche Linearfactor dereinen Seite einem durch dieBedingung eines
gleichen Nenners und entsprechender Varinbeln vollig bestimmten
Linearfactor auf derandern Seite proportional gesetzt werden.
Wir verfolgen dies nicht weiter, und ziehen aus dem Voran-
gehenden nur noch diefolgende Bestimmung aber diezulissigen Di-
mensionen dereinzelnen Functionen 7.
Setzt man wieder i+p—s—1, 1—p=t, 0werden beide
Seiten derflrdieMéglichkeit derTransformation nothwendigen und
ausreichenden Bedingungsgleichung
ATCA,B)—H(A,)ta(A)«+HayB)
ganze Functionen von ,und dielinke Seite sowie dieaufeinander-
288 XY. Theorie der bilinearen Functionen.
folgenden Factoren derrechten inBezug auffvomGrade(F),(i)
(ho) [e2)- Damit dieseGleichung beiwillkitrlichem ¢
durch geignete Wahl derFunctionen f,’befriedigt werden kine, ist
esalso erforderlich, dass beide Seiten inBezug auf#vom nimlichen
Grade sind, also
m= My =m-1]T+Pat)+-+P)-(9]
ist, Bezeichnet aber «dieAnzahl derjenigen Functionen /;,welche
von ungerader Dimension sind, soistdielinke Seite offenbar
an
unddarausfolgt,dassunterdenFunctionenf,’,fy,...[4sichfiirein geradesnkeine,fiireinungeradesnnureineeinzigevonungeraderDi- mension befinden darf. Istdiese Bedingung erfullt, soistdieverlangte
Transformation von Fstets méglich.
Nimmt man daher, umdiegrisste Vereinfachung zuerhalten, die
Dimensionen simmtlicher Functionen fsoklein wiemoglich, sozer-
fillt1”foreingerades nincineSumme von[}]biniren Functionen,
wozu flreinungerades mnoch eineingliedriger Ausdruck kommt.
Der erste von diesen Fallen liefert die von Herm Kronecker inder
oben erwihnten Abhandlung zuerst eingefuhrte Normalform.
IV. Die Zwischenformen und die tibersihligen Differential-
gleichungen der absoluten Invarianten.
Um eine gréssere Anzahl von Zwischenformen ruerhalten, aus
denen sich dann dievorgugsweise charakteristischen zusammensetzen
lassen, suchen wir mit Ausscheidung von friher bestimmten Formen
simultane Invarianten von
AF+w= S[oh]2,y,
mit den linearen Functionen
U=Zu,z, V=EX,y, W= Ey,
indem wir schliesslich
- oF aX=oyBay,
sotzen, wodurch Vund WinFund §tbergehen. Vermehrt man
also inI(2,z)jedesElement [gh]um
= au,X,+Bu,E,+rd,+0m,X,,
XY. Theorie der bilinearen Functionen. 289
entwickelt dann nach Potenzen von «,B,y,,soergiebt sich
TQ,#)+28,+96,+78,+80,4-,
wo die Entwicklungscoefficienten der linearen Glieder, welche wir
allein berticksichtigen, dieAusdriicke
6,=SI, 4,Xy
8,=STy- 4B,
6,—SI1,,-4,E,,
O.= ST, 4X,
haben und eigentliche Zwischenformen sind. Zwischen diesen vier
Formen bestehen einfache Beziehungen.
‘Zonichstbemerktmanleicht,dassdurchVertauschung von4mit» ©,mit @,,©,mit6,vertauscht wird. Sodann ergiebt sich
26, +40,—1-U,
16,4 20,— 1-0.
Setzt man daher
40,4 20,— 10+ 6,
so wird
20,+20,—1U—8,
und @eine neue Zwischenform, welche aufdoppelte Weise dargestellt
werden kann
© 1(6,— 6)=#(@—6),
‘also durch 2utheilbar ist, und dberdies durch Vertauschung von 4
mitwnicht gelindert wird.
Hieran knfpfen sich nun merkwirdige Resultate. Ersetet man
allgemein z,u, durch
DyF =2,2F4,27Fm 255 +My,
(vergl. dieEinleitung), undbezeichnet das,washierdurch aus@,wird,
darch @,(F), 80folgt, weil Uin2Fthergeht,
10,(F) +4O(F) -21F+6(F), 40,(F) +46,(F) =2UF—@(F).
Nun istin26,+4,derFactorvonJI,,gleich
au,X,+wa,X,—Sainz, +wlig)ems
derselbe geht durch dieangegebene Substitution ber in
SUD, F+wi)Da.
Indiesem Ausdrucke findet sich derFactor von2,y,ohne Schwierig-
R.Monriatettet, QuamncleAShandiengen. ra
290 XY.Theorie derbilinearen Funetionen.
keit—(ih)[9k]+(ig)[KA];alsoistin26,(F) +¢@,(F) derFactor
von2,%, gleich
$11,,(M [9k]+Gig{kh}—2IT- (),
mithin
26,(F)+4O(F)=2IF,
@(F)=0,
26,(F) +#6,(F) =211F.
Die zweite von diesen Gleichungen liefert den Satz:
Istdieobige Zwischenform:
O=Shut,
$0ist identisch
ZADaF=0, alsoauchfiirjedebeliebige Function PderCoefficienten vonF
Zh DaP =0.
Diese Gleichung enthilt dievollstindige Losung derAufgabe, dietiber-
zabligen Differentialgleichungen derabsoluten Invarianten zubestimmen.
‘Da nimlich
6,—Oy=SMX, —ME),
und ©=1(6,—@,)ist,80folgt
4a=LZ(MM, —HT,)-
Einen andern Ausdrack erhilt man aus derGleichung ©=4(@,—®,),
nimlich
y=weS(M,— G)T,)-
Diehalbe Summe beider ergiebt endlich diesymmetrische Darstellung
1 Sgq) 2 an
Aa5(Osan) —9sa)
Setzt man nun
T=Tigi+Tat Mighty +o+Tye,
sofallen aus 4,,diemit 4*und u*multiplicirten Glieder fort, wie
man leicht verificirt, und auch aus dem Umstande schliesst, dass ©,
mithin auch 4,durch Aptheilbar ist,sodass inderEntwicklung
von 4,nur (n—1) Glieder dbrig bleiben. Da aber allgemein
1,_,~ I,ist,soerhalt mannur"+ verschiodene Glieder, wenn
(n—1) gerade, undnur*Glieder, wenn(n—1) ungerade ist,slsoall-
XV. Theorie der bilinearen Functionen. 291
gemein ealverschiedene Lésungen derAufgabe, dien-nCoefficienten 2,,
0mubestimmen, dass
ZADuP
firjede beliebige Function Pverschwindet.
Dadurch sind ebensoviel Gleichungen desSystems
DyP=0
alslineare Folge der tbrigen nachgewiesen, was direct bestatigt
werden sollte.
V.Bigenschaften der2,,.
Durch das Schlussresultat des vorigen art. erlangen dieCoeffi-
sienten derspeciellen Zwischenform @einselbstindiges Interesse, wos-
halb wirzum Nachweise ihrer Eigenschaften Ubergehen.
Da6(Z,«)Entwicklungeglied einer Zwischenform IIist,welche
derGleichung 11’=r'ITgentigt,soistunterVoraussetzung derin art,ILangegebenen Substitution
65,0) —FO@,u),
‘und esgentigt hiernach dem System partieller Differentialgleichungen
20 26_ot Dy@+Fu,=%gu,72(4)8
daseelbe gilt von jeder der vier Zwischenformen, pus denen @2u-
sammengesetzt wurde.
Seinun 2/,das, was aus2,,wird, wenn jeder Coefficient von F
durch den entaprechenden Coefficienten dertransformirten F”ersetzt
wird, alto @(z,u)—5%,21,; dann folgt ausderersten Gleichung
DHE PTAaTMa:
‘Nimmt man beiderseits dieDerivirte nach&,und»,,#0folgt,weilFenty amy_Dl0Brist 47Gay aingeBen? Denpenbe
SetztmansodanndenAusdruck von6indieDifferentialgleichungen
ein, 80folgt
Dadyr=2(i)bya(i)duct(8)de
Istdaher Pirgend eineFunction der2,alsoauchderCoefficienten
aw
292 XV.Theorie derbilinearen Functionen.
von F,s0folgt
4) ap ap apDuP=2(i) SanctatDi(GayaAats,):
Wenn daher Phomogen istund dem Gleichungesystem
aP aPBare Med)?
gontigt, s0istescine Invariante vonF.DieBedeutung dieses Resul-
tates wird sich ausdem Folgenden ergeben.
VI.Ueber die den Zwischenformen cigentiimliche Substitution.
Nach dem Vorangehenden ist@(z,%) eine bilineare Function,
deren Transformation sich von der frither betrachteton dadurch unter~
scheidet, dass dieaufdiebeiden Variabelnsystome anzuwendenden Sub-
stitutionen nicht Gbereinstimmen, sondern zueinander transponirt sein
sollen. Seiallgemein
G=S1,,2,%
eine solche Function, welche durch diebeiden Substitutionen
2Dib So
in
=81,,8,0, ‘bergeftbrtwird.
Vermége der @leichung G’=GfolgtausderLehrevonden Zwischenformen, weil
* ae ae_aeDini a.
Dies festgestellt, seiITeine Function derCoefficienten vonG;dann ist
am ar paw
or ae ae80, [hoe—eda
am ypam 2Gitahes)
XV, Theorie der bilinearen Functionen. 293
Wenn dsher diorechte Seite dieser Gleichung flrjedes iundkver~
schwindet, soistITabsolute Invariante von G,und umgokebrt.
Dieabsoluten Invarianten von G,unter Voraussetzung obiger
‘Transformation, sind also durch dasGleichungesystem
an an 4) bull=SO(FibabeGh)7°
definirt, und esliest sich nunzunichst leicht zeigen, dass Gbeiobiger
‘Transformation auch nur absolute Invarianten besitzt.
Um dios sabeweisen, setzo man dierationale Funetion 11gleich
dem Quotienten aus zwei von gemeinsamen verinderlichen Factoren
bofreiten ganzen Funetionen. Dann erhilt man nach bekannten Schldssen
fardiese einSystem von Differentialgleichungen
bP =enP,
wo’dieFactoren ¢simmtlich constant sind, Wir werden nun zeigen,
dass diesolben alle Null sein mtssen, woraus dann der vorstehende
Sate folgt
Aus derDefinitionsgleichang
2G 26
8G=155—5u,Me
sicht man leicht diefolgende
@) 8nbaG~648.6=(Ou=(2)8.8,
welche nun auch firjode belisbige Function Pgilt. Aus denobigen
Differentialgleichungen folgtjetzt0—({)eu?—(en? also,wenn
nicht P—0ist,waswirausschlicssen, ({)¢,4—() ey»woraus all-
gemein e,—(;)@, mithin 3,P—(})P folgtDaaberidentisch
54,,P =0ist,sofolgtendlich 9=0,w.2b.w.
Vergleicht man diese Resultate mit dem Schlusso desvorigen art.,
0folgt, dass jede Invariante ciner bilinearen Zwischenform von F,
mit Racksicht auf die den Zwischenformen eigenthimliche Trans-
formation gebildet, auch Invariante vonF’selbst ist.
Esistsehr leicht, Invarianten von @zuerhalten. Sei
H=SG,,z,%,
eine derselben Transformation wie Gunterworfene Function oder —@
selbst. Dann istnach art. V.
294 XV.Theorie derbilinearen Functionen.
atogr
a atogrGaStee?
‘mithin
io «a,Steer, 2)Dia $(Bou) 4Fer
__Wenn daher eine bloss ausCoefficienten von Ggebildete Function
(i) dieHigenschaft hat, dase
AG) =f)
ist,soistauch
t(24.6.,) =(31.6):
Nunfindet manleicht, dassS%,—5%,, ist;nimmt man daher das
erstemal HG, und dann neue, sich von selbst ergebende Formen
firH,soerhilt man folgende Reihe von Invarianten von G,die
nach dem Obigen simmtlich absolute sind:
Shy
Diba (D)it ”
THe
DDalasha
U8 Wwos
Ein zweites Verfahren ergiebt sich ausdenDifferentialgleichungen
(4). Danimlich ausdiesen
28,00 am ‘aam b)OT“the~2a(ai,)+(eat(i)at folgt,soist identisch
aaqn anDie ba Bin)
‘Wenn daher Ieine Lisung desSystems (A.) ist,soistauch
enme
eine solche, und hieraus kénnen durch Wiederholung noch weitere
Lésungen 0017=6°11,6°11u.8.w.folgen. Nunbestiitigt manohneWeiteres, dass4—5+Ii---lyq don
XV. Theorie der bilinearen Functionen. 295
Gleichungen (4.) gondgt. Folglich worden dieselben frjeden con-
stanten Werth von «auch befriedigt durch
tyehyveh| . byathe |ee,
: |
Waydaaeelaw |
worin moffenbar voneinander unabhingige Lésungen enthalten sind.
DieWarzeln derGleichung 4(a)—0 sind ebenfalls Invarianten
‘on G,wieman mittelst derDifferentialgleichungen (A.), denen 4(«)
und seine nach «genommenen Derivirten firjedes «gentgen, leicht
destitigt. Zwischen diesen Wurzeln und den unter (D.) angegebenen
Invarianten besteht ein sehr einfacher Zusammenhang, den zuerst
Herr Borchardt (Bd. 30dieses Journals pag. 38)gefunden hat, und
wolcher sich auch aus dem Folgenden ergiebt.
‘Wir werden nimlich zeigen, dase dievorausgesetzte Substitution
steta sogowihlt werden kann, dass G’dieForm
@=Soar,
annimmt, und dass alsdann dieCoefficienten @dieWurzeln der Glei-
chung 4(x)—0 werden. Istdies bewiesen, #0wird 1,—0,= 0,
und dieunter (D.) gegebenen Invarianten werden:
Bh SliZo,Dhabi Zor,Dhalsbi— Lo’,vs.
Daallgemein
Ban Zehr$ 7
ist,soistzurAusfubrbarkeit obiger Transformation von Gflrjodes +
dasGleichungssystem
Peal 0%
erforderlich. Also missen dioGréssen @dieWurzeln derGleichung
4(@)=0,oderesmussidentisch
4(@) =(@,—4)(0,—«) ...(@,—a)
sein. Sind die@dieser Bodingung gemiiss gewihlt, solassen sich die
‘Tronsformationsbedingungen flrjedes ibefriedigen. Daraus folgt
aber, dase in(a) allevoneinander unabhingigen Invarianten von @
enthalten sind und dioAnzahl dereelben nist. Endlich folgt firdas
System (4.), dessen Vollstindigkeit durch dieGleichung (B) nach-
296 XV. Theorie der bilinearen Functionen.
gewiesen ist,dass dasselbe genau ndberziblige Gleichungon enthilt.
InderThat findet man leicht, dass derAusdrack
ZHdal
flrjede Function 17verschwindet, wenn man dieCoefficienten »aus
einer derfolgenden Gleichungen wilt:
ta(i)
Baha
HR Zhao
we Dhl
uaw
Die invariantiven Eigenschaften dieser cbenfalls zuerst von Herm
Borchardt (inderoben erwihnten Abhandiang) eingefthrien Aus-
Articke ergeben sich ohne Weiteres aus(C.). Mittalet derselben findet
manleicht,dassallgemein ‘7’derCoefficient vonwrinderab-
steigenden Entwicklung von
_Blog(2)Bh
ist. BeiderWichtigkeit derAusdricke y,,flrdieUntersuchung der
Gleichung 4(a)=waresnichtohneInteresse,dieeigenthimliche Bedeutung nachruweisen, welche ibnen inderTheorie derbilinearen
Fanctionen zukommt.
Zurich, 27.December 1867.
XVI.
Allgemeine Theorie der geodatischen Dreiecke.
(Mathematiache Abbandlungen der Koniglichen Akademie derWinenschaften 22
Berlin 1868, 8.119-176.)
Die vorliegende Abhandlung beschiftigt sich mitderallgemeinen
‘Theorie geoditischer Dreiecke, ohne irgend eine boschrinkende Voraus-
setzung aber dieLingo ihrer Seiten oder dieOberfliche, inwelcher sie
enthalton sind. Die Untersuchung solcher Dreiecke istbisher nurfir
diebeiden besondern Fille auageflhrt worden, welche sich inderprak-
tinchen Geodisie darbieten, nimlich hauptsichlich ineiner sehr umfang-
reichen Literatur flrdas von derKugel nurwenig abweichende ab-
geplattete Rotationsephiroid, flrwelches namentlich Gauls, Bessel,
Jacobi und inder neuesten Zeit General Baeyer und Hansen An-
niherungeformeln abgeleitet haben, diefllrnumerische Zwecke nichts
tuwiinschen brig lassen. Der zweite Fall, welcher noch behandelt
worden ist, betrifft dieunendlich kleinen geodiitischen Dreiecke auf
beliebigen Oberitichen, deren Theorie Gaufa inseinen Disquisitiones
gencrales circa superficies curvas (art. XXII bisEnde) entwickelt hat.
Diealigemeine Frage, welche imFolgenden behandelt wird, ist
dagegen noch nicht bericksichtigt worden, obgleich dergenaue Zu-
sammenhang derselben mitderLehre vondensufeinander abwickelbaren
Flichen, und dieAufforderung von Gaufs selbst zurweitern Ausbil-
dung dieser Theorie (1.c.art.XIII) wohl geeignet sein konnten, dieAuf-
merksamkeit aufcinProblem zulenken, welchem, flreinen besondern
Fall, eingrofser Theil jener berdhmten Abhandlung gowidmet ist.
Dafs gleichwohl derVersuch einer ankeinerlei Einschrinkungen
gebundenen Begrindung derhohern Geodisie bisher unterblicben ist,
dirfte sich zum Theil dadurch erkliren, dafs diebisherigen Unter-
suchungen von zuspecieller und imZusammenhange damit von zu
verwickelter Natur gewosen sind, umdieMoglichkeit einer geeets-
miifsigen Behandlung dieser Fragen erkennen mlassen. InderThat
geht ausdiesen Untersuchungen zwar hervor, welche Grifsen —niim-
298 XVIAllgemeine Theoriedergooditischen Dreiscke.
lich dieSeiten und ihre Azimuthe anden Ecken —zurvollstindigen
Kenntnifs eines geoditischen Dreiecks erforderlich sind, aber nicht,
welche mitdiesen Gréfsen verbundenen Functionen eingefthrt werden
m{ssen, umzuden Grundformeln fureine Trigonometrie beliebiger
krummer Oberfluchen zugelangen.
Tehbetrachte esnun alsdasHauptresultat derfolgenden Unter-
suchungen, dafs, ebenso wiedieLehre vondennach dem Newton'schen
Gesetze wirkenden Anzichungskriften von einer einzigen Function, dem
Potential abbingt, dieGeodisie einer beliebigen krummen Oberfliche
auf dieTheorie einer einzigen Function von vier Variabeln zurick-
kommt, welche ich die reducirte Linge eines goodatischon
Bogens nenne und durch (00,)bezeichne, wenn ound o,dieEnd-
puncte dieses Bogens sind.
Istdiese Grofse alsFonction derCoordinaten von ound 0,be-
stimmt, soliefern meine Untersuchungen unmittelbar dieendlichen
Formeln frsimmtliche Winkel undAzimuthe eines geoditischen Drei-
ecks, und dievollstindigon Differentiale dieser nimlichen Gréfsen so
wiederdrei Seiten (Abschnitt IV.art.23).
Diese Function wird, mitAusnahme eines besonders zuerledigen-
den Falles, sufser denzugehdrigen Grenz- und Stetigkeitsbedingungen
durch eine partielle Differentialgleichung dritter Ordnung bestimmt,
welche nicht linear ist,und demnach beidem gegenwirtigen Stand-
puncte derLehre von den partiellen Differentialgleichungen allerdings
einer allgemeinen Behandlung keum zuginglich sein wird. Gleichwohl
durften sich aufdem durch diegegenwirtigen Untersuchungen erdff-
neten Wege selbst firdieAbleitung vonangeniherten Resultaten Vor-
theile darbieten, wenn man, statt aufdiese Differentialgleichung, direct
‘ufdasSystem von Gleichungen operirt, aus welchem siehervorgeht
(Abschn. III.art20.&.8.6).
Die Function (00,), welche hier reducirte Linge genannt wird,
istnun, bisaufdieVarisbeln, vondenen sieabhiingt, nichts anderes
alsdieGréfse, welche Gaufs (Lc. XIX) durch mbezeichnet, und von
welcher beim Ubergange vonbeliebigen Coordinaten p,qzugeoditischen
Polareoordinaten r,@(art. XXII) beildufig bemerkt wird, dafs man sie
ebenfalls erhalten kann, sobald rund galsFunctionen von pund q
bestimmt sind. Hierzu istnur dieIntegration zweier partiellen Dif-
ferentialgleichungen der ersten Ordnung erforderlich, von denen die
eine indenDerivirten vom aweiten Grade, dieandere linear ist.Wein-
garten hatzuerst bemerkt (Borchardt’s Journal LXII. pag. 63), dafs
dioerste von diesen Gleichungen mit derjenigen ubereinstimmt, von
welcher inderJacobi-Hamilton’schen Theorie dieBestimmung der
XVI. Allgemeine Theorie der goodStischen Dreiecke. 299
geoditischen Linien abhingig gemacht wird, und man aus einer so-
genannten vollstindigen Lésung derselben eine vollstindige Léeung
derzweiten Gleichung erhilt, indem man nach derwillkirlichen Con-
stanto differentiirt und mit einer neuen Constante multiplicirt.
Eskann demnach den Anschein haben, alsobdurch dioZuriick-
fUhrung von maufcine nicht lineare partielle Differentialgleichung
Aritter Ordnung dieKinfachheit derBedingungen ohne Noth geopfert
werde, Dies istindessen nur solange derFall, alsman, wieaman-
‘geflbrten Orto, statt derbeiden Endpuncte ound o,nur den ersten
und dasAzimuth dergeoditischen Linie oo, inihm alsgegeben be-
trachtet Will man dieunter dieser Voraussetzung gefundenen Resul-
tate fiirdenZwock dergegenwartigen Untersuchung brauchbar machen,
‘60mufs malsFunction derCoordinaten von ound o,dargestellt, also
dasAzimuth inoeliminirt werden, und dies wird gerade durch, die
erwihnte Differentialgleichung dritter Ordnung geleistet.
Zudieser und den Ubrigen Differentialgleichungen, welche sich in
denfolgenden Untersuchungen darbieten, gehdren Stetigkeitsbedingungen,
welche ausderLehre von dengeoditischen Linien abgeleitet werden
milssen, Aus diesem Grunde wurde esnothwendig, dieBedingungen,
welche zum Verschwinden derersten Variation eines Bogens erforder-
lich sind, vollstindig hereustellen. Dieselben bestehen 1)inderbe-
kannten Differentialgleichung und 2)inden Stetigkeitsbedingungon,
welche erforderlich sind, damit dervom Integralzeichen freie Theil der
ersten Variation frsich = werde. Untersuchungen Ober diezum
Vorschwinden dieses Theiles derersten Variation erforderlichen Stetig-
keitsbedingungon und diemit demselben vertriglichen Unstetigkeiten
habe ichbisher nirgendwo gefunden, obgleich dievollstindige Kennt-
nifs dieser Verhiltnisse firProbleme derVariationsrechnung von der
grofsten Wichtigkeit ist, und ihre Nichtberlicksichtigung 2uWider-
sprichen fhren kann.
Daanfserdem imFolgenden dieDifferentialgleichungen flrgoodi-
tische Linien indrei verschiedenen Formen benutzt werden, und 2wei
derselben vonden sonst Ublichen abweichen, somulste cine méglichst
gedringte Ableitung dereelben vorangeschickt werden.
300 XVI,Allgemeine Theoriedergeoditischon Dreiecke.
Inhalt,
Erater Abschnitt Ober diogeoditischen Linien imAllgemeinen.
1.Coordinatensysteme imRaume undaufderFlicho 5.Stetigkeitabedingung
fOrdas letstere. Die Richtangen inderTangentialebene werden durch
Azimutbe bestimmt,
2.Allgemeine Form derDifforentialgleichongen flrgeodttische Linien. H0lfs-
grofeen und Formeln.
8.Dievollatindigen Bedingungen forgeodRtische Linien: Stetigkeitabedingung,
‘Theorem von Gaufs.
4.Geodltische Polarcoordinaten. Die reducirte Linge eines geoditischen.
Bogens. Stetigkeitabedingungen fardieselbe.
Zweiter Abschnitt. Theorie dergeoditischen Dreiocke,
5,Bezeichnungen firdieSeiten, Winkel und dieAvimuthe anden Ecken.
6.Dio Derivirten nach der Richtung von aby.
1.Die Derivirten nach der Richtang von 2¢q.
8,Relationen 1)swischen den Orlainderungen inden Seiten und den Differen-
tialen der unabhingigen Variabeln, 2)rwischen den partiellen und den
Richtungederivirten, Das vollatindige Differential suagedrdckt durch Rich-
tunguderivirten. Dievollstindigen Differentiale derLinge eines geoditischen
Bogens und seiner Azimathe inden Endpuncten,
9.Die partiellen Differontialgleichungen flrdionimlichen Gréfven. Integra-
Dilitdtabedingungen flrden Bogen. Theorem ther diereducirte Lange.
10,Integrabilititabedingung fir die Aximuthe. Differentialgleichung fir dio
redueirte Linge; das Krommungematy
11,Dieabrigen Integrabilithtebedingungen furdieAximuthe. Einfachste Form
aervelben.
412,Entwickelte Form der Integrabilitatabodingangen.
18.Aufgabe der weitern Theorie.
Dritter Abschnitt, Theorie der reducirten Linge eines geoditischen Bogens.
14.Lehraatz von Gaufe Gher das Krimmangemals. Dasselbe Theorem und
seine Umkshrang firdiereducirte Linge.
16. Definition der reducirten Absciaee.
16.Allgemeine Eigenschaften derselben.
11.Ober dasVerschwinden derreducirten Abscisse. Geometrische Deutung der
Reealtate.
16,Untertcheidung derFalle, wodesKrimmungemats negativ oder positiv ist,
Theoremo von Jacobi.
19,Diflerentialgleichung dritter Ordnung fir die Wurseln der Gleichung[ap]—=0.Integration derselben. 20,Bedingungen firdioreducirteLinge,welchenurdieCoordinaten derEnd-puncte enthalten. Aumabmefall.
‘21,Der Aumahmefail wird durch das Verschwinden der Invariante bedingt
22,Bestimmung derFltcheogattangen, beidenen dieser Aumahmefall eintritt,
Vierter Abschnitt. Geoditivche Classification der krammen Oberfilchen,
28. Die Grundformela,
24,Stetige Ortaknderung eines geoditischen Dreiecks ohne Anderung seiner
Elemente.
26,Vereinfachung der Bedingungen flrdieeelbe.
26,Die erste Flichengattang.
31. Die rweite Flichengattung.
28.Die dritte Flichengattong.
29,Dio vierte Flichengattung. Siebildet denAusnahmefall deedritten Ab-
achnittes,
XVI Allgemeine Theorie dergeoditischen Dreiecke. 301
Erster Abschnitt.
‘Ober diegeoditischen Linien imAllgemeinen.
1.
ohsetze voraus, dafs derRaum aufdrei rechtwinklige Axen dor
4,¥,#bezogen ist,welcheinvélligbestimmter Weiseorientirt sind,etwa dadurch, dafsaufser dem Anfangspuncte noch diedreiPuncte ~
gegeben werden, inwelchen dieunendlich entfernte Himmelskugel von
den Richtungen derwachsenden x,yundsgetroffen wird.
Sodann seicine kramme Oberfliche Svorgelegt. Dadiehier
deabsichtigton Untersuchungen sich nur aufsolche Verhiiltnisse be-
tichen, welche ungeindert bestehen bleiben, wenn Sohne Dehnung be-
Tiebig verbogen wird, sowirde esunzulinglich sein, diese Oberfliche
durch eine einzige Gleichung swischen z,y undsdarzustellen. Wir
setzen voraus, dafs $durch drei Gleichungen
==9(%9%,¥=¥(P,9), #=7(P,9)
gogeben ist,inwelchen p,q voneinander unabhingige Varibeln be-
deuten. Dann entsprechen jedem Puncte vonSbestimmte Werthe von
¥,q, welche wirebenfalls dieCoordinaten dieses Punctes nennen, und
‘umgekehrt entepricht jedem Werthepaar p,¢ einbestimmter Punct von
5,wenn, was beiErérterangen dieser Artnothwendige Voraussetzang
ist,mehrdentige Ansdricke durch Trennung ihrer Zweige aufeindentige
auriickgefthrt werden.
Den Gleichungen 7p—0, 2g—=0 entsprechen zwei sich gegen-
scitig durchdringende und dieOberfliche stetig bedeckende Kurven-
systemo. Ich setze, was freisteht, voraus, dale jede Kurve dieser
Systeme ihre Richtung nach derStetigkeit andert, solange Sstetig
gebogen ist,oder allgemeiner, umden Fall, woSKanten darbietet,
mit2uumfassen, dafs diebeiden Scheitelwinkel, unter denen einLinien-
element derOberfiiche von einer solchen Kurve geschnitten wird, nie
voneinander verschieden sein sollen.
UmdieinderTangentialebene eines Punctes vondemselben aus-
gehenden Richtungen voneinander muunterscheiden, sihlen wir in
dieser Ebene umdenBerdhrungepunkt herum Azimathe, deren fester
Schenkel die Richtung der von dort aus wachsenden pist, und
welche fir alle Puncte der Oberfléche inder nimlichen Richtung
wachsen.
302 XVI.Allgemeine Theoriedergeodatischen Dreiecke.
2.
Dies festgestellt, bezeichnen wir 1)durch @das Azimuth der
wachsenden q,2)durch ezp, géq dieWege, welche der Punct p,
murticklegen warde, wenn nureine seiner beiden Coordinaten p,q um
ihrDifferential wichst, 20dafs ¢,9 positive Groften werden, endlich
8)durch 7sdas Linienelement, welches derPunct p,q beschreibt,
wenn beide Anderungen zugleich stattfinden, unddurch 6seinAzimuth.
Dann folgt
as"=Pap" +2egcoswapaq +g*2q,
cap—Mes,
goq—128 as,
Wir worden nun ausdeninderKinleitung angegebenen Grinden
inverschiedenen Formen dieBedingungen dafir herstellen, dale 8dio
Fortsetzung einer bisanden Punct p,q reichenden geoditischen
Linie wird.
Betrachtet man runichst pund qalsFunctionen desBogens s
dieser Linie, s0erhilt man durch eine Rechnung, diewir dbergehen
atirfen, zwei Differentialgleichungen von derForm:
op 11) (apy* 12) dpdq 22) 29)"gem (T)GH)—2(2)5858—(2)Ge) a(11)py*_9(21)ap20_(22)(20)* sam (EGE)2(a(2)Ge)
yon denen eine Lésung, nimlich dieGleichung
. anda,5s(20)' 2(2)'+egcos3228+o*(22)'—1
Dekannt ist, InWirklichkeit liefert dieIntegration auf derrechten
Seite cine willktirliche Constante; dieselbe mule aber —1 gosetet
werden, wenn sdieBogenliinge dergeoditischen Linie sein soll.
Die Coefficienten dieser Differentialgleichungen bilden einSystem
vonHalfagriBen, welche beijeder Untersuchung uber geoditische Ver-
hiltnisse anStelle derersten Derivirten von¢,9,@eingefthrt werden
mitssen; wirgeben daher ihre Werthe inzwei Formen, indem wirin
der zweiten Columne
E-¢, F=egcoso, G=g, A-EG-F
voraussetzen:
XVL, Allgemeine Theorie dergoodltischen Dreieeke. 303
UT)285+paner(G4—fap")wa(O95+PogPFBp)
(ih-po(@t- 2)-¥0232-7 5F-2)
(i)sakesGomes) -an(637-Fop) US)sl eek) ah 2-788
(T)-aha(“Se- i)wanRCSF 85)
Vertauscht man daher dieRichtungen derwachsenden pund q
miteinander, sovertauschen sich inden Coefficienten derDifferential-
gleichungen dieIndices 1und 2,¢vertauscht sich mitg,und dasvon
Zpsusgecihlte Azimuth @von 7svertauscht sich mitdem von 2g
ahlten Azimuth @— 0. onDarchUakebrang igh
Bre(i}tgemo(s} HoelT]+acoee(3} BreomelT]+ols]reewe(T]+7] eran(STFESI)seme[E(F]+5(TI): ‘Aus denbeiden letzten Formeln zichen wirnoch freine spétere An-
wendung (Zweiter Abschnitt, art.10)dieidentische Gleichung
al -sle-ale aletl Wir benutzen endlich dieobigen Formeln curHerstellung derzweiten
Derivirte einer beliebigen Function mvon pund qnach s.Wird der
Punct p,q aufdieoben bestimmte geoditische Linie beachrinkt, #0
engiebt sichmitRacksicht aufdieWertho von3°,£2;
am_sin(o—0.0m,sindamG7eineOp+gunecq?
cl co re NE
+0GaetLépoe~LilapC2lag]
+Gana)(Se—(Tap-(2)Se)
304 XVI.Allgemeine TheoriedergeodBtischen Dreiocks,
woru wir noch die Identitat
sin(o—6))* pine—Oaine sindGe) +egcn0+9"(Fine)2 fiigen.
3.
Wir nehmen die vorangehende Untersuchung, welche dieBe-
dingungen frgeoditische Linien nicht vollstindig enthilt, voneinem
zweiten Gesichtspuncte auf, indem wir(vergl: Disqu. g.¢.8.XVII)
nach den Gesetzen fragen, nach denen sich, aneiner geoditischen
Linie entlang, dasAzimuth @derselben andert.
Far die erste Variation des Linienelementes erhilt man, wenn
ap,#qdurch 8ausgedriickt werden,
84s—ec0s008p+9008(o—8)08q
+{sin(@—6)c0868 loge+sinBcos(a—0)Blogg—sinOsin(o—0)d0} 2.
Istaber doderWeg, umwelchen derPanct p,q beiderVariation
‘verschoben wurde, ysein Azimuth, also
98q—"¥30, edp—22—%ae, .
0 wird
¢00808p+9cos(@—6)8g—cos(y—6)86, mithin
68=[008(y—6)46)—dp-de0080—89-29cos(o—8)+{sin(@—0)¢0806 loge+-sin0.08(a—8)dlogg—sind sin(o—6)8}2+.
Soll nun dieVerbindungslinie saweier festen Puncte 0,0, eine geo-
ditiache sein, somufs dasvon obiso,erstreckte Integral dieses Aus-
drackes beijeder Wabl von ép, 8gverechwinden, durch welche der
Zosammenhang derVerbindungslinie nicht aufgehoben wird. Daraus
folgt runichst
Om—ap.2000 ggP9ema—%
+AOR MOmOppg 4HAPEONO—O gIggysBOHNO~ yg,
flrjedes dp,3g.
Istdiese Bedingung erfillt, sowird dieVariation desBogens 00,:
45=[cos(—6)d6},
wodieZeichen andenKlammern andeuten, daft man zudenGrenzen
derIntegration tbergehen soll. Andiesen Grenzen ist86=0. Aber
dies reicht zum Verschwinden deavorstehenden Ausdruckes nicht aus,
XVI. Allgemeine Theorie der geodtischen Dreiecke, 305
‘sondern esisthierm noch aulserdem erforderlich, dafs cos(y—6) 66
awischen donGrenzen stetig sei,und zwar flrjede zulissige Variation
der Linie 09.
Wir legen nun, woscine Kanto derOberfliche Uberschreitet, 6
indieselbe, und nehmen é¢undyallenthalben stetig an,wodurch mit
Rocksicht aufdiestetige Richtungsinderung derLinien aq—0, von
denen ausdasAzimuth ygeihlt wird, alle beiderVariation aube-
rilcksichtigenden Bedingungen inhinreichender Allgemeinheit befriedigt
sind. Dann erkennt man sofort, dafs zum Verschwinden derersten
Variation noch dieStetigkeit von@ansentlang erforderlich ist. Da
nun nach art.1 der eine Schenkel ep von @stets einer Kurve an-
gebirt, welche kein Linienelement von Sanders alsunter beiderseits
gleichen Scheitelwinkeln schneidet, sogilt dasselbe auch vom andern
Schenkel as.
Eine geodatische Linie andert daher, solange Sstetig ge-
bogen ist, ihre Richtung ebenfalls nach der Stetigkeit, und
bildet beim Ubergange dber eine Kante von Smitderselben
beiderseits gleiche Scheitelwinkel.
Setzt man nun inder obigen allgemeinen Bedingungsgleichung
den Factor von dpgleich Null, und schafft dann dieDerivirten von
¢,9 und @mittelst derinart.2gogebenen Ausdriicke weg, soerhilt,
man nach einer einfachen Reduction
S82} sin@—9)—5[3]ing,
mithin durch Vertauschung derRichtungen von apundagdieUbrigens
nicht wesentlich verschiedene Formel
20-2)—5(78)sind—4(13} sin(0—0),
‘welches dieverlangten Bedingungegleichungen ineiner frdiefolgenden
Anwendungen geeigneten Form sind.
Von den verschiedenen Folgerungen, welche sich anden oben
stehenden Ausdruck von 4sknipfen lassen, missen wirnoch eine her-
vorheben. Ersetzt_ man den geoditischen Bogen o0,, was ebenfalls
eine Variation desselben ist,durch einen unendlich benachbarten geo-
ditischen Bogen oo', und istydas Azimuth des Weges 0,0', 80
wiichst 00, um 5— cos(y—6)-0,0' Soll’ daher 00, ungeindert
Dleiben, 80mufs cos(y—@)—=0, also o,o' ino,su00, senkrecht
sein. Daraus ergicbt sich derschdne Satz, den Gaufs imart.XVE.D.Ohristottal, GovammaltsAbbandlenges. 1 0
306 XVI,Allgemeine Theoriedergeodltischen Dreiecke,
seiner Disquis. gen. c.s.c.aufzwei Arten abgeleitet hat, und der zw
denFundamenten unserer Untersuchungen gehirt:
Dreht sich eine geoditische Linie von unveranderlicher
Lange umeinen festen Endpunct, sobleibt siefortwihrend
senkrecht zuder vom beweglichen Endpuncte beschriebenen
Kurve.
Diese Kurve nennen wireinen geoditischen Kreis, und den fester
Endpunet dergeoditischen Linie sein Centrum,
4
Werden von einem festen Punkte oauf $unter allen Azimuthen
geoditische Linien gezogen, soistdurch dieAngabe desAzimuthes @
und dervon 0ausgeziblten Lange reiner solchen Linie dieLage
ihres Endpunctes o,aufSvéllig bestimmt. Betrachtet man nach
Gauls (Disqu. g.XV. XVI) diese beiden voneinander unabhingig ver-
anderlichen Grdfsen alsCoordinaten desPunctes o,,soentspricht der
Gleichung ¢—=0 dieSchaar aller von oausgehenden geoditischen
Linien, undderGleichung cr—0dasSystem aller geodittischen Kreise,
deren Centrum der feste Punkt oist.
Von diesen beiden Kurvenschaaren hat nach dem vorigen art. die
erste, und weil beide sich unter rechten Winkeln durchdringen, auch
diezweite dieinart.1von den Kurvenschaaren Zp=0, ¢g=0 ge-
forderte Eigenschaft, kein Linienelement vonSandere alsunter beider-
seits gleichen Scheitelwinkeln zuschneiden.
Wir siblen nun auf jedem geoditischen Kreise von dem p=O
enteprechenden Puncte ausBogen 6,dieaufallen Kreisen indernim-
lichen Richtung wachsen, und wiblen diese Richtung 90,dafs siefir
unendlich kleine Werthe von rmit derRichtung derwachsenden p
bereinstimmt. Dann wird 6furjeden geoditischen Kreis eine Func-
tion vong,und wenn ihre Derivirte
ae
Hom
gevetzt wird, mderFactor, mitwelchem man den Centriwinkel 2p
multipliciren mufs, um das ihm gegenitberliegende Element 66des
geoditischen Kreises vom Halbmesser rzuerhalten.
Diese Gréfee mnennen wir, was sich durch dieEigenschaften
derselben (Zweiter Abschn., art.9und dritter Abschnitt) rechtfertigen
wird, diereducirte Linge des geodatischen Bogens r,und be-
zeichnen sie, wodasCentrum ovom beschreibenden Puncte 0,unter-
schieden werden mufs, durch
(00),
XVI. Allgemeine Theorie dergeoditischen Dreiecke. 307
s0dala also (0,0) diereducirte Linge von runter derumgekebrten
Voranssetzung sein wird, dafsrsich umo,alsfesten Endpunct dreht,
und dervorhin unbewegliche Panct 0einen geoditischen Kreis be-
schreibt.
Jedem bestimmten Werthe von rentapricht einendlicher Werth
von m,und beide inden sich zugleich nach derStetigkeit. Wirde
nimlich m—$% ingendwo unendlich, somOlfstedortentweder dergeo:
ditische Kreis den Leitatrabl rberihren, statt ihnsenkrecht muschnei-
den, oder etwilrde diegeoditiache Linie rvoneiner unendlich benach-
barten inoberihrt, unddann wire anrentlang stets m= oo. Warde
mineinem Puncte xvonrunstetig, s0wirde diese geodatische Linie,
wenn sieunendlich wenig umogedreht wird, inzwei beixgetrennte
Sticke zerfallen, also das bisoreichende Stick nicht ber sein bei«
stattfindendes Ende hinaus alsgeoditische Linie fortgesetut werden
kénnen.
Das Quadrat des Linienelementes wird jetat
bs? art+mag’;
ist@dasAzimuth von 7s,und inderWeise geziihlt, dafs dieAzi-
muthe derLinienelemente, welche denwachsenden rund @enteprechen,
beziehungsweise 0und3werden, sowird
ér—cos@-és, mip —sin®- és.
Soll endlich 2sdieFortsetzung einer bisano,reichenden geoditischen
Linie sein, welche dort unter dem Azimuth 6eintrifft, soergiebt sich
amcinfachsten auf directem Wege dieZunahme dieses Azimuths bis
zum Endpunete von2s
26=~sino28"5,
(Dinqu. g.c.8.¢.XIX).
Die Untersuchung derzweiten Variation zeigt ferner, dale cin
wenn auch noch soKleines Stick von rniemals die klrzeste Ver-
bindungslinie seiner Endpuncte sein kann, wenn eseinen Punct ent-
hilt,inwolchem 22"unstetig wird.Einekitreeste Verbindungolinie
awoier Pancte geht also anjedem Puncte derbezsichneten Art vor-
bei; triffe eine geoditische Linie inihrem Verlaufe aufeinen solchen
Punet,sowirddurchdiehiergeforderte Stetigkeit von44%ihreweitere
Fortsetrang ausgescblossen (III. Abschnitt, artt. 16.16).
20°
308 XVI.Allgemeine Theorie dergeodittischen Dreiecke.
Zweiter Abschnitt.
‘Theorie der geodittischen Dreiecke.
5.
AufderOberfliche Sseicingeoditisches Dreieck vorgelegt,
dessen Seiten a,b,csind. Vondenbeiden Theilen derFliche, welche
andiese Figur angrenzen, nennen wireinen dasInnere desDreiecks,
undbezeichnen nundieimInnern desDreiecks denSeitena,b,cgegentiberliegenden Winkel durch a,8,ydieCoordinaten ihrer Ecken
durch 2,Ja;PasYs}Py%»Uberhaupt denWerth, welchen einever-
fnderliche Grfse ineinerdieser Ecken annimmt, durch Anbingung des
Index «,f,7.
ian
Bu
Be,
ant
a WN ay
y a, f8,/poy
SPA Py
fi *§—$<*=
aNa aap
Wir aihlen ferner aufjeder Seite voneinem willkitrlichen Anfange-
puncte ausAbscissen, welche inderjenigen Richtung wachsen, firwelche
dasInnere desDreiecks aufderSeite derwachsenden Azimuthe liegt.
Sind aufderSeite adieAbscissen von6und7gleich a,,a,;
* > * Fon © Vydas
> ¢ > ey Bm CanOps
ferner dieAzimuthe ihrer positiven Incremente
Gay, 24, 0b,, (ba, Bla, OC,eeu 9720,Oy a
Ws,W,,ByBeyCayCy,
80bestehen zwischen diesen und den Winkeln desDreiecks dieRelationen:
G-Beitamx, Uy—-Ct+p—x, B-Wty—a
XVI. Allgemeine Theorie dergeod&tischen Dreiecke. 309
80dafs dieWinkel desDreiecks mitdenAzimuthen zugleich gegeben
sind. Endlich werden diereducirten Lingen derSeiten a,b,¢(art. 4)
durch
(Bx); (7a), (aB) oder durch (yA), (a7), (Be)
dezeichnet, jenachdem diese Seiten sich umdiePuncte f,y,aoder
um7,«,Bdreben,
Abgeschen von den reducirten Lingen der Seiten, mit denen wir
uns imfolgenden Abschnitte beschiftigen werden, sind hiemnach fir
dievollstindigo Kenntnife eines geoditischen Dreiecks 9Elemente er-
forderlich, nimlich dio 6Azimuthe anden Ecken und die drei
Seiten.
Diese 9Grdften sind Functionen derCoordinaten derdrei Ecken,
und wirstellen unedieAufgabe, ihre partiellen Derivirten nach diesen
Variabeln 2abestimmen, deren Anzahl —54ist.
Diese Aufgabe wird geldst scin, wenn wir dioDerivirten nach
den6Abscissen ay,a,,... ermittelt haben, dajene sichausdiesen
musammensetzen lassen (artt. 8.9).
InFolge unserer Bezeichnungen reicht osaber firdiesen Zweek
aus, dieDerivirten nach b,und cyherzustellen, daaus diesen die
‘brigen sich durch cyklische Vertauschung ergeben.
6
Wichst b,umb,,80bleiben Wy,&,,B,,yundaungedndert; .
¢dreht sichumdieEcke @und ihe,Bee
‘Uberstreicht dorteinenWinkel, der a
epheifsen mag.
DieZunahmen vonb,B,Gy 4 y
werden be, @,29; ferner wird
(Ba)2—q=bq.sina,2¢—2b-coe, a
und weil cygegen dieRichtung
vom Drehungspuncte 8nach dem beschreibenden Punete «wichst,
2a=0B,—06,—sin«29802 9p,
Endlich wird nach art.3dieZunahme desAzimuthes 8,, vom An-
fang biszum Ende desElementes 6b,von b: .
. 1) 1/2) oe Ja
woraus 26, sofort folgt.
310 XVE Allgemeine Theorie der geodatischen Dreiecke,
Durch Elimination von épergiebt sich also:
au, 2%, a,g,[11| 1fat «Glog (Ba)BEMk=OGees] sin®.—09—(sin, sineou, 2B,94/11) 1fat} 0,singSend ane) in(B,—o)—2 {7}sin, Feae
aa. alogBa) a6 sina dy
Beeeab,ba)the aaav ze Feo Awl Fimo.
Wir haben hier, wieauch imFolgenden, dieDreieckswinkel «,8,y
noch nebenbei beriicksichtigt, dawir ihre vollstindigen Differentiale
beieiner spiitern Untersuchung gebrauchen werden.
1
‘Wichst c,umé¢,,80bleiben U,,U4,C,,6undaungeiindert;
bdreht sich um dieEcke yund iberstreicht dort einen Winkel, der
2heifsen mag.
DieZunahmen von¢,y, A B,sind —@e,, —ov, toy; &
forner wird (ya)a¥ —@e,- sina,
@b=—Ze,- cosa, und dieZu-
nahme des Winkels zwischen @
@b,und éc,(art. 4)
eae)=—sing289)a6, oder
fa=2B,—26,—sine?9EO9ae,
Endlich wird dieZunahme desAzimuths G,,vom Anfange biszum
Ende desElementes Zc,von ¢
a.—[%/ :}0C.—@)—%{2}sin6.]ec,
woraus @B, sofort folgt.
DurchElimination vondwergiebtsichalso: am, 08, iee, aM,4)88,sineOyg(t]oe afa Bem0FemGeeGlatin0)—ZL]sas, a2B,gefra) . 2 Fen0Bea8l't)sinC,—0,)\—2 (8)sing,sine260.289_
ba ina210Kre)88 a; singFe 86,79 be,Ge} aaa ae Fe,7°5c,7—083c,~~}
XVI Allgemeine Theorie dergeodatischen Dreiecke ail
8.
Durch eyklische Vertauschung ergeben sichausdenvorangehenden
Formeln dienoch feblenden Richtungsderivirten, und dieselben missen
nun indiepartiellen Derivirten nach denCoordinaten p,qderdrei
Ecken umgesetzt werden.
Zwischen denOrtainderungen 2b,,£¢,,é¢,v.8.w.unddenDiffe-
rentialen derunabhingigen Variabela p,,J,Py¥%w.bestehen die
folgenden Gleichungen:
Ecke a:
sineed— sinC-e¢p+sin(S—o)g2q_ sino-edp——sin(B—o)¢b—sin(6—w)resinece=—sinB-cap—sin(B—o)géq sino-géq— sinB-2b+sinze
Eeke p:
(a)Jsinpacm sine’p+ein(M—o)g2q sinw-e7p=—sin(S—o)ee—sin(&—a)éasinga——sin-edp—sin(C—o)g2q sino. g2q~ sinGce-+sin 2a
: Eeke 7:
sinya= sinB-e-p+sin(B—a)92q sino-e2p——sin(—a)ea—sin(B—w)Zbsinyeb——sin-edp—sin(X—o)g@q sino-gég— sinW2a+ein Bad.
Daraus ergeben sich diefolgenden Bezichungen zwischen den
particllen und den Richtungederivirten einer beliebigen Function 2:
Hoke «:
sinogf——sin(B-o0) 72+sinB22sing——win$—sinB32
sino§2——sin(6-0) 22+sinC22.sing2Fsin(6-0)$5—sin(B-0)$2
. Heke p:
osinoS——sin(6-0)22+sin22singe—int2sin$2 sino——sin(W-0) FesinSesnpStsin(Aa)$2—sin(6-0)92
Ecke y:
sine$2——sin(-0)32+sin22singZ2— sinB— sina
sinagy——sin(®-0) 224sinB22sing32—sin(B-0) 32—sin(Uw)
Setzt man nun indasvollstindige Differential von@statt derpar-
tiellen Derivirten ihre voratehenden Ausdriicke durch dieRichtungs-
derivirten ein,soergiebt sich vermBge derGleichungen (a)
aa aa aa 20mFiOatFeePatFeeCGEoy
312 XVI, Allgemeine Theorie dergeoditischen Dreiecke.
alsodienimlicho Form, wiewenn dieOrteinderungen £b,,¢,y2¢yy---
dievollstindigen Differentiale voneinander unabhiingiger Functionen von
ParGarPyy+++Wiiren.
Auf diese Weise erhilt man dievollstindigen Differentiale 2u-
niichst inder Form:
a Wy a sg ak aeat,[4{2}in(C0)—5[9]sin—singMEAP)ey1) 2)inof]a,18821+[B{2] sina) —5[7]sina]za,+Gteb,
; 4) 1pm) ny 210eu,—[4{'2}sin®—o)—2{7}sinB+sinySteet),
9) os 1a) sing +[Af]sinto)—F[2]sin1]20,+Fyep
2a=008Bécy—a,—cosy2b,+2a,cam2eq"0g. 4sine[MEEgp,4dlowtre) Bmety fapeaeting 2b,+HIce],
und wenn man ausden drei ereten Gleichungen dieOrisinderungen
2a,u.6.w.fortachatft:
_aytineyeyn21)50)21080Caintee at,=—HT(2}e+(2}eq]—“See?[sinteen
+sin(%—°)924)—gy [sieWeep+sin(M—o)oea],
é g,tine,rps a 21086”)[gine7;2M,—EPO pt (Mag)—28ED[ainme: aPeteeaL(op+[og]—2MEEP[intern
+sino) 92a]+oa[tinMeer+sin@—0)92a]], ob
2a=cos, ¢,ap,+c08(%,—o,) 9,24,—009My:ep2Py
—008(My—@4)9474.
Wenn nun indiesen Gleichungen dieFunctionen (By), (yf) ihrer ur-
aprlnglichen Definition gemife bestimmt wiren, sowirden dieBe-
dingungen derIntegrabilitit nothwendig identisch erfillt sein. Folg-
lichmiissen wirumgekehrt durch dieIntegrabilititsbedingangen zuden
charakteristiechen Eigenschaften dieser Functionen gelangen.
Die vorstehenden @leichungen lésen dieAufgabe, zubestimmen,
wie sich die Linge einer geoditischen Linie und ihre Azi-
muthe inden Endpuncten findern, wenn letztere unendlich
wenig verachoben werden.
XVL. Allgemeine Theorie dergeodiitischen Dreiecke. 313
9.
Fur dieLange einer durch dieCoordinaten ihrer Endpuncte ge-
gebenen geoditischen Linie und ihre Azimuthe indenEndpuncten er-
alten wirdemnach dasfolgende System vonpartiellen Differential-
gleichungen:
2%,gptinegit «ordlon() am, sin att9ptineg(any_ Bog(7B) aM__,snfeeelC1Pech ae,~~aM, gysine, ia . alogga) 2%, sin(,-o,)My__gatines (2)_ -o, My gst) 4 on(2)asinhya har
aM, 9,Sime, p11 in 2!8(82) am, sin2%,geting) ier) Myeae
“am, gysine, p21 ‘ tog(Br)2%)sim(Wy—o4)EydeleteeedCtioea ia
aa aIL|ig~—omy Bp,~eee,
“|@a éa|-—se00,—e) F908 ya).
Zujeder von diesen drei Gleichungsgruppen gehéren 6Integrabilitite-
bedingungen, welche aber aus bekannten Griinden nicht alle vonein-
ander unabhingig sind. Aufeerdem istubemerken, dale indenIn-
tegrabilititabedingungen dieDerivirte eines Azimuths stets durch ihren
vorstehenden Werth ersetzt werden mufs, und inFolge dessen eine
Anzahl derselben identisch wird. Dies bezieht sich vormugsweise auf
dieGleichungen IIL, mitdenen wirbeginnen.
‘Man erbilt
aa og OM, aM,Hegde,~DMs=—680%,39s
setzt man hier ftirdieDerivirten ihre Werthe ein, 90folgt
. sin . sinMy —egsinye,Gat=—esi,eyTae also ist
(67) =8),
4.h,die reducirte Linge einer geoditischen Linie bleibt un-
geindert, wenn man Anfangs- und Endpunct derselben ver-
tauscht. Wir haben also den Satz:
Man drehe eine geoditische Linie ohne Anderung ihrer
Lange unendlich wenig aus ihrer urepringlichen Lage, ein-
mal um den einen, das anderemal um den andern Endpunct.
314 XVI. Allgemeine Theorie dergeoditischen Dreiecke.
Sind alsdann dieDrehungswinkel amfesten Endpuncte ein-
ander gleich, sosind esauch dieYom beweglichen Endpuncte
beschriebenen Wege.
InFolge dieses Resultates istesbeiderreducirten Linge eines
geoditischen Bogens Wberfitesig, anzugeben, welches der feste und
welches derbewegliche Endpunct desselben sein soll, und wir setzen
dsher von hier ab: :
(By)=7B)=(@),(va)=(7)=),(@B)=(Ba)=(0)- Wir werden imFolgenden flrdiereducirte Linge (a), alsFunction
einer derbeiden Abscissen a,,a,betrachtet, Differentialgleichungen
finden, und diezugehdrigen Grenzbedingungen aufstellen. Bei diesen
isteswegen derVoraussetzung, datsa,>a, sei,nicht mehr gleich-
giltig, welcher von denbeiden Puncten B,yderfeste, welches der
bewegliche ist. InderThat wird, wenn a,constant istund yinun-
endliche Nahevon8rickt, (87)=«,—a,,d.h.anderGrenze,wo beide Puncte 2ueammenfallen,
@n-0, (ror.
Nimmt man dagegen a,constant, und lifst 6unendlich nahe any
rilcken, 80wird (7A)=<,—a,, alsoanderGrenze
GA)-0, Pm —1.
Um beiderallgemeinen Untersuchung aber dieFunction, welche wir
reducirte Linge nennen, diese Ungleichférmigkeit indenGrenzbedin-
gungen zuvermeiden, werden wirsie(art. 15)durch eine andere, die
reducirte Abscisse, ersetzen, beiwelcher dieGrenzbedingungen immer
die nimlichen sind.
MitBerticksichtigung desobigen Resultates geben dieUbrigen In-
tegrabilititabedingungen furdieGleichungen Ill.nichts Neues.
10.
Bei denIntegrabilititebedingungen flrdioAzimuthe isthervor-
auheben, dafs diejenigen, welche keine zweite Derivirte derreducirten
Liinge (a)enthalten, identisch werden, wenn man ausihnen dieDeri-
virten derAzimuthe wogschafft. Wir unterscheiden nun diebeiden
Fille, woeineIntegrabilititebedingung sichdurch doppelte Darstellung
dor zweiten Derivirte eines Azimuths nach den Coordinaten derselben
oder verschiedener Keken ergiebt.
Der erste Fall fuhrt firjedes Azimuth aufzwei Bedingungen,
von denen aber nach dereben gemachten Bemerkung dieeine iden-
XVI. Allgemeine Theorie dergeodiitischen Dreiecke. B15
tisch erflit ist, Dieandere darf nurfreinAzimuth, 2.B.fr9,
aufgesucht werden, dadieentsprechende sichfir%,offenbar durch
Vertauschang von7,0a,mitf,2a,ergiebt
SotztmandiebeidenAusdriicke, welchesichfiraaergeben,
einander gleich, soerhilt man zunichst cine ziemlich verwickelte
Formel, diowirtbergehen, dasieaufeinbereits vonGaufs (D.g.XIX)
gegebenes Resultat fhrt. Darch Reduction dieser Gleichung mittelst
derFormeln (%.)desvorangehenden art. 8ergiebt sich nimlich
1MO) 1 (Apysinesit)7 2posine yawaetagate(Galela]alete}=
woimzweiten Summanden derIndex 7weggelassen ist.
Mit Ricksicht suf eine Formel des art, 2filhren wir nun eine
neue Gréfee ein, 80dats
. argsin@ (11) Bpgsiney21))_ Bresine (22)7__ 2resine 12 eginehmeeTale lala eae lad)
wird, wodurch dievorstehende Differentialgleichung dieForm
(a)oe+h,(@)0 annimmt.
Transformirt man sber das Linienelement, indem man durch eine
ganz beliebige Substitution zwei neue Variabeln p’,q’anStelle von
p,q einfihrt, sodats
est eap'?+2e'g'cosa’ap'ag’+g'teq?
wird, somufs man firdio,von derWabl eines speciellen Coordinaten-
systems p,qunabbingige Grofse—2,20 genaudenselben Ausdruck
k,erhalten, nurdafsdberall, wo¢,9,©,Zp,2steht,dieentaprechen-
don accontuirten Gréfsen erscheinen.
Folglich ist&eine absolute Invariante, und man kann ihren
Werth sofort bestimmen, indem man denUrsprang derrechtwinkligen
Coordinaten 2,y,#nach 7verlegt, p'= =,q’—y und bisaufGréfsen
dritterOrdnung “lytte Fae
nimmt, Manfindetdannhaa ab.&istdasKrommungs-
mafe der Fliche SimPuncte p,g.
Die obige Differentialgleichung flr(a)istdionimliche, welche
Gauls mittelst seines allgemeinen Ausdrucks flrdasKrimmungsmals
(Ding, g.o.8.XI)abgeleitet hat(ibid. XIX).
316 XVI, Allgemeine Theorie dergoodAtischen Dreiecke.
Wenn daher 8derAnfangepunct ist,sohaben wir
aa)oe+h,(a)=0, undfra,—a4:(a)=0,sen.
Betrachtet man dagegen yalsAnfangspunct, sofolgt
oe+4,(a)-0,
und fir a,—a,:ta=03(@)=0,a-1.
. iL.
Bildet man fr%,und%,diezweiten Derivirten nach denCoor-
dinaten verschiedener Ecken, soergiebt sich mit Weglassung ver-
schwindender Glieder:
A gi Gog(a)__@_(sin, aon,(sintyGay)aim(wo)»
8 « log(a)_a_(sin(@,—e,)»xiasin,Ga,)an(ot)
2 (sin (@1,—c,) 21) 2 (Say307,(sins,“)aa,)ane(@)
—*_ (sin, —0,) 2198) 2_(82M)9,4,(siaeo)Ga,)am(@):
HF ai Dtogia)) __@_( sintlyaay st, a)~a(et)>
3 i Blog(a)__2_(#0yep)2)5%,(in,éa,)abn;(@):——*_(ein (a,—o,) 228) 2 (Bea,(8%0,)aa,(@)
~ea(ti@,-2,)2 me)-wz(csSue) .
Eswird sich imFolgenden umdioEntwicklung dieser undderim
vorigen art. gefundenen Differentialgleichungen handeln. Bevor wir
dazu tbergehen, zichen wir eine Folgerung aus ihnen, indem wirin
derersten Gleichung jeder Gruppe dieRichtungen derwachsenden p,,
Pyinby, Geyverlegen, oder wenn man will, umgekehrt verfahren.
XVL Allgemeine Theotie dergeodttischen Dreiecks. 317
Dann wird B,—0, 6,0, also (ort.5)%,—y—x, M,—2—f.
Diegenannten Formeln gehen daher indiefolgenden ther
2(sinp2¥98(@))42(sine3,(00F")+9g("a))~°2(siny21080)2(ain)des(t735)—a8,Cal)—% und eslifat sich umgekehrt ohne Schwierigkeit zeigen, dafs ausdiesen
Gleichungen dievorangehenden simmtlich folgen, wenn aber dieRich-
tungen derLinien b,¢passend verftgt wird.
‘Man kann endlich diese beiden merkwirdigen Gleichungen indie
Formen a4 a(4a a(2:e 2 ay A ab;(64)-a,(08)»3a(ah)-a,(84)
setzen und dann verificiren, dafs beiwiederholtem Differentiiren nach
denRichtungen von2,, 2¢,dieReihenfolge derOperationen gleich-
ailkig it,
12.
Um dieBedeutung, welche wir inderFolge denindenbeiden
vorangehenden artt. gefundenen Resultaten beilegen werden, deut-
licher hervortreten 2ulassen, werden wirdieso Gleichungen invéllig
‘entwickelter Form darstellen.
Inden beiden Formelneystemen des vorigen art. enthilt jede
Gruppe zwei Uberfilssige Gleichungen, dajede zweite Derivirte von
log(a)xweimal dargestellt wird. Wir kénnen uns daher mit zwei
Combinationen von Gleichungen jeder Gruppe begutigen, und multi-
pliciren dieerste und dritte @leichung inderersten Gruppe mit
cos(,—o,), —cosW,,inderzweiten mitcos(2,—o,), cos%,,und
bilden ihre Summe; verfébrt man ebenso mitder2weiten und vierten
Gleichung, #0folgt:
inwo,2(219800)_ ~o,)2—(8% _)cos,—2_(1% sineigay)—Crdas—te)Magee a)ino,2_(2108(0) 2vin@,-2) asin, -0,)snes5a,(“5ee=Cony) 55,(—pe))008oe )
ino,2(21°80) oog(,-,)2(aM _ _2_(_satysino,aldey)~~0e(%-a)) aawy)+000554(To)ine2(20860) atinyep) 2(tiay-eyfin,aq,gee)~~008hy)95,@)+208ye ’):
318 XVI, Allgemeine Theorie dergeoditivchen Dreiecke.
Diowirkliche Ausfthrung aller Derivirten gibt endlich, wenn zurAb-
kirzung con(Rly—9)Blog(a)_8MyAlog(a)_ os eP My a
£088=@)Dog(a)_28%Glog(a)_ osoP,%8%,’ gesetat wird: .
sind,artog(a)_sin(Wly-e,) aloga) sin, contsinega a i rn
sin, 2Alog(a) NaClyMpFoga),5timll,,) cone, sin —2ee) Fg) ogOY Baa,|rlsPy8ty 4985Payee,*we Oe)*sind,attog(a)_sin(,—9,)2*1og(a) sin cossino,tty09,07, ¢,t, op,0p,+ 2 Pr~—We
80M,glogi(a)_*0(H,—2,) artog(a),9tin(ye)»_eonly-e,) sine,HsF045 BByetgFey Von diesen vier Gleichungen folgt eine ausden Gbrigen, wovon man
sich leicht Uberzeugt, indem man ausden beiden ersten B,, aus den
beiden letzten B,eliminiert.
Dieentwickelte Form derGleichung
FO+h(a)=0cat
ergiebt sich ausden Schlufsformeln desart.2,und lautet:
sinwy" 9a)_j11)(0)_11)2)(ime) Fae—(TE-U2)Se+oko]fin—o)sinG@)_/12)€(@)_131)2@) BeetLanceLilapLalog+egeoseke) sinM\*raa) 22)8(a) 22)2(a) +Give)[gr (3)Se(2)Sp+2k]=,
woderIndex yweggelassen wurde und durch fersetzt werden kann.
13,
Will man sich derimvorigen art.entwickelt dargestellten For-
mela zurBestimmung von (a)bedienen, soistdazu dieKenntnifs der
yon funter dem Azimuth Wyausgehenden geoditischen Linie er-
forderlich.
Wir kénnen nun alseinHauptziel dergegenwirtigen Unter-
suchungen dieAufgabe bezeichnen, dieBestimmung der reducirten
Linge eines geoditischen Bogens alsFunction derCoordinaten seiner
beiden Endpuncte anBedingungen 2uknipfen, dienur von derLago
XVI. Allgemeine Theorie der geodlitischen Dreiecke, 319
dieser Puncte abbiingen, und dieKenntnifs einer geoditischen Ver-
bindungelinie dieser Puncte nicht voraussetzen.
Kann man diesen Bedingongen gems (a),(6)und(¢)alsFunc-
tionen der Coordinaten von «,,7bestimmen, soliefern, wie sich im
folgenden Abschnitte art.20.D.ergeben wird, dieFormeln desvorigen
art.und dieausihnen durch Vertauschung folgenden diesiimmtlichen
Azimuthe, und milssen daher alsdie endlichen Formeln fir die
Aufldsung geoditischer Dreiecke anfgefalst werden, wihrend es
zurBestimmung derSeiten noch einer Integration vollstindiger Ditfe-
rentiale bedarf.
Dritter Abschnitt.
Theorie der reducirten Linge eines geoditischen Bogens.
i.
Wird einekrumme Oberfliche ohneDehnung, alsoohne Anderung
ihrer Linionelemente, beliebig gebogen, sobleibt injedem Puncte der-
selben dasKriimmungsmafs ungeindert (Disqu. g.c.s.XII), weil der
Ausdruck desselben norvondem desLinienelementes abbiingt. Dabei
einer solehen Umbiegung auch jede geoditische Linie eine solche
bleibt, sofolgt nach derDefinition derreducirten Linge, daft auch
diese beiderUmbiegung derOberfliche ungoindert bleibt. Nennt
man daher bei aufeinander abwickolbaren Flichen entsprechende Ele-
mente solche, diebeiderAbwickelung zurDeckung kommen, sofolgt
der Satz:
Zwei aufoinander abwickelbare Flichen haben in ent-
sprechenden Puncten das gleiche Krimmungsmafs (Gauls lc),
und entsprechende geodatische Bogen haben dieselbe redu-
cirte Linge.
DaderAusdruck firdasKrimmungsmafs denjenigen desLinien-
clementes nicht bestimmt, #0lifst der erste Theil dieses Satzes sich
nicht umkehren; wohl aber giltdieUmkehrang deszweiten Theorems:
Kann man die Puncte zweier Flichen einander in der
Weise alsenteprechende zuordnen, dafs diereducirte Linge
der geoditischen Verbindungslinie von zwei Puncten der
ersten Fliche stets dieselbe istwie fir dieentsprechenden
Punete der andern, solassen sich diese Flichen aufeinander
abwickeln, und eskommen hierbei stets entsprechende Puncte
zur Deckung.
320 XVI.Allgemeine Theoriedergeoditischen Dreiecke.
Nimmt men nimlich indenvorletsten Gleichungen desart.10
den PunctysonahebeimfestenPuncte8an,dalsa,—a,alseine sohr Kleine Gréfse erster Ordnung bezeichnet werden kann, sowird die
reducirte Linge dieses Bogens vermége derDifferentialgleichung bis
aufGréfeen dritter Ordnung genau: (2)—a,—a,. Weil aber diese
Grdfse, wenn a,—ay unendlich klein wird, indasLinienelement 2wi-
schen denunendlich benachbarten Puncten f,7Ubergeht, somufs man
durch Entwickelung derFunction (a)* —wenn dieCoordinaten von
Bund ydurch p,q und p,q’ bezeichnet werden —einen Ausdruck
von der Form
(a= E('—p)*+2F(p'—p)(@—9) +G9
erhalten, derbisaufGréfson vierter Ordnaung genau ist,undwodie
Coefficienten nur noch vondenCoordinaten p,q desPunctes 6ab-
hhingen. Dadorch istaber dasLinienclement gegeben, undsein Qua-drat5"Evp'+2Fipeq+Gag’.Folglichistdurchdenallgemeinen Ausdruck derreducirten Linge eines geoditischen Bogens alsFunction
derCoordinaten seiner Endpuncte dasLinieneloment derentsprechenden
Oberfiiche vollig bestimmt, woraus derobige Satz folgt.
15.
AnStelle derreducirten Linge werden wir jetzt eine Function
einfubren, welche wir surUnterscheidung die reducirte Abscisse
nennen und infolgender Weise definiren,
Beidenreducirten Lingen (8), (yf) war vorausgesetzt, dafs man
‘aufeiner gogebenen geoditischen Linie Bvon einem beliebigen An-
fangspancte ausAbscisson rzihle, dieinderRichtung von Bnach 7
hinwachsen, Dadurch war, beiunverindorlicher Lage von B,der
Panct yaufden Theil r>ay von ®Bbeschrinkt, und unter dieser
Voraussetzung war
SEP+kr)=0,
und far
roa, (B7)—0, “r—4,
Wir heben diese Beschrinkung derAbscisee rauf,undlassen die
vorstehende Differentialgleichung, ohne Anderung inden Grenz-
dedingungen, furallemitdenStetigkeitsbedingungen (art,4)vertrig-
lichen reellen Werthe von rbestehen.
XVI. Allgemeine Theorie dergeodatischen Dreiecke. 321
Die s0entatchende Function von rnennen wir die reducirte Ab-
‘cise von 7inBezug auf AalsAnfangspunct, und bezeichnen sic,
wenn rs,7,dieAbscissen dieser Puncte sind, durch
[rar].
Istalso ry>14)0istdiesauch diereducirte Linge (8?) desBogens
By;istdagegen r,<r, alsodiereducirte Linge —[r,r,], 80stimmen
alle Bedingungen fOr(rpr,] mitdenjenigen aberein, welche man aus
den Schlufagleichungen desart.10unter derselben Voraussetzung aber
dieLage derPuncte y,Bfiir—(a)——[ryry] erhiilt. Folglich istin
diosem Falle [r4rj] =—[Fr] wiesichimfolgenden art.aufanderm
‘Woge ergeben wird.
Will man sich daher inden geoditischen Formeln statt derredu-
cirten Linge (a)derenteprechenden reducirten Abscisse bedienen, was
beiansgeflhrien Rechnungen nicht umgangen werden kann, 80istes
nicht mehr gleichgiltig, welchen derbeiden Ausdriicke [r47,], [r,r4]
‘man fir(a)setzt, sondern man mufs denjenigen nehmen, flrwelchen
dieannweiter Stelle stehende Abscisse diegrofsere ist.
16.
Ist@dioAbsciase eines gegebenen Punctes der geoditischen
Linie 8,80wird diereducirte Abscisse
fer]
desPunctes rmitBezug auf«alsAnfangspunct durch folgende Be-
dingungen definirt:
aa 1 Merl+eer]=0
imAllgemeinen, und flrr=«
erj—o, ero.
Dazu kommt das imersten Abechn. art. 4gefundene Resultat, dafs
{er] und seino erste Derivirte allenthalben stetig sein milseen, wasjonachdemVerlaufoderLinie®alsBeschrinkung derVerinderlichkeit‘von moder aber such von raufrufassen ist,
Multiplicirt man dieGleichung 1.mit[r]Zr, sofolgt durch
Integration, dats derAusdruck
far]221—ppp]Mend .
constant ist.Nimmt mandaher zurBestimmung seinos Werthes ein- .
‘EB. Christoffel, Gesammelte Abhandiungen, 1 1
322 XVI.Allgemeine Theoriedergeodatischen Dreiecke.
mal r=, dann r=8,#0findetersich——[fa],undauch—|af]; also haben wir
2 [aA] +[Ba] =0,
wie schon imvorigen art. gefunden wurde, und
ate) aan 3,for]2129)—(py)le")—fay.
Nimmt man hier dieDerivirte nach A,und lifst dann fmit «zu-
sammenfallen, 80folgt
afer)_afar)afer] “enSie—ee=.
Bildet man endlich mittelst 3.dasProduct [aA][yr], #0folgt durch
cyklische Vertauschung derPunete «,f,7
5 [er](67) +(Br)[v4] +[rr][a6] =0.
Diese Gleichung istnichts anderes alsderaufvier Puncte einer
geoditischen Linie suegedchnte bekannte Satz Aber vierPuncte einer
Geraden. ImUbrigen sind dieGleichungen 3.und 5,Additions-
theoreme, vondenen diederKugeloberfliche entaprechenden Sitze ther
dieFunction [ar] —sin(r—s) diespecielisten Fille sind.
1.
Wir gehen nun zurUntersuchung derjenigen Abscissen rUber,
fllr welche
[ar] 0
wird. Um auch firdenFall, wodiegeoditische Linio eine insich
murlickkehrende ist, diebeidieser Untersuchung stattfindenden Ver-
hhiltnisse gehdrig uberiicksichtigen, ordnen wir die 2diesen
Abscisson gebérigen Puncte nicht nach ihrer geometrischen Aufein-
anderfolge an®entlang, sondern nach der Aufeinanderfolge ihrer
Abscissen, 90dafe immer derFall mbglich bleibt, woeinspiterer
Punct desSystems riumlich zwischen zwei ihm vorangchenden liegt.
Um endlich beidergeometrischen Deutung von Untersuchungen
Uber diereducirte Abscisse unrichtige Folgerungen zuvermeiden, mute
einmerkwirdiger Umstand berickeichtigt werden, derbisjetat noch
nicht beachtet worden zu ein scheint.
Ichwill voraussetzen, man habe flrzwei aufeinander abwickel-
bare Flichen Sund S’dierechtwinkligen Coordinaten ihrer Puncte
durch dieselben Variabeln p,q inderWeise dargestellt, dafs xwei
Puncte, welche gleichen Werthen derVariabeln p,qentsprechen, bei
XVI. Allgemeine Theorie der geoditischen Dreiecke, 323
derAbwickelung aufeinander fallen, Hatman alsdann flreine geodi-
tische Linie apderFliche Sdiereducirte Abscisse (af] inFunction
derCoordinaten ihrer Endpuncto dargestellt, soistdieser Ausdruck
nach art.14auch diereducirte Abscisee flrdiegeoditische Linie «’’
derFliche 5’,aufwelche sich jene abwickelt, aber nurunter derVor-
aussetzung, dalsdieFliche S’auch wirklich dievollstindige Abwicke-
lung derLinie apenthalt,
InderThat folgt ausderLehre von derAbwickelung krummer
Oberfiichen keineswogs, dafe, wenn einTheil einer gegebenen Fliche
sich einer bestimmten Bedingung gemifs ohne Dehnung, aber mitoder
ohne unstetige Richtungsinderangen der Tangentialebene umbiegen
lift, dies auch von dervollstindigen Fliche gilt.
‘Man denke sich 2.B.von einer Rotationsfliche Seine von zwei
Parallelkreisen und zwei Meridianbigen begrenzte Zone, welche dio
Oberfidche wenigstons theilweise mehrfach bedeckt, und mmal umdie-
selbe herumreicht, Soll diese Zone durch Auseinanderwickelung in
eine neue, geschlossene Rotationsfliche S’verwandelt werden, welche
nureinmal umihre Axe herumreicht, soistdies steta, aber auch nur
dann méglich, wenn aufderurepriinglichen Zone derNeigungswinkel
ihrer Normale gegen dieEbene desAequators nirgendwo grélser int
alsderjenige Winkel imersten Quadranten, dessen Sinus —+ist.
Durch geeignete Wahl von nkann man beijeder Rotationsfliche S
(mit Aumshme desKegels) bewirken, dafs esZonen gicbt, welche
dieser Bedingung genligen, und andere, dieihrnicht gentigen. Diese
letzteren gehen beiderAufwickelung verloren, und dieneue Fliche 5”
wird von allen sufderurspriinglichen vorhandenen geoditiechen Linien
nurdiejenigen Sticke enthalten, welche anfeiner Zone derersten Art
lagen.
Wenn man dsher firdiese neue Fliche S’finden wirde, dats
2.B,dioreducirte Abscisse [a’6’] fir einen reellen Werth f’ver.
schwindet, sokann immerhin derFall stattfinden, dafs demungeachtet
dieOberfliche S”keinen diesem Werthe enteprechenden reellen Punct
enthilt, und man kann alsdann nur schliefsen, dafs esnoch andero
durch dieFunction [a’f'] nach art.14bestimmte Oberflichen Sgiebt,
aufdenen S’abwickelbar ist,ohne sieganz zubedecken, undwelche
aufihrem unbedeckten Theile xujenem reellen Werthe f’auch den
enteprechenden realen Punct darbieten.
18.
Dieses soverstanden, istes2B. nach dem Jacobi’schen Kri-
torium flrdiekirzesten Linien Klar, dala dieLinie ®nur solange
at
3824 XVI.Allgemeine Theorie dergeoditischen Dreiecke.
eine Ktrzeste Verbindungslinie von rmit@ist,alsawischen rund «
Kein mit @sich indernder Werth fenthalten ist, flr den
[aA] —0 ist.
SeinundasKrimmungsmafs kaufeiner denPunet «enthaltenden
Strecke vonBnogativ. Dain«selbst[ar]=0, “2-1, also
positiv ist,sowird uAnfange [ar] mitrzugleich wachsen, folglich
[ar]selbst, undmitihm“I¢7]——k[ar]positivwerden. Solange
dies derFall ist,wichst also auch dieerste Derivirte, und zwar aber
1hinaus, mithin [er] umsomebr, und mitbeschleunigter Geschwindig-
keit. Da[er] inder entgegengesetzten Richtung unaufhérlich ab-
nimmt, solange inegativ ist,sofolgt derSatz:
Zwei unendlich benachbarte geoditische Linien kénnen sich von
ihrem Eintritt ineinFlichenstiick vonnegativem Krimmungematse bis
zum nichsten Austritte aus demselben niemals inmehr als einem
Pancte schneiden.
Mit Ricksicht auf das oben erwihnte Kriterium fiir kitrzeste
Linien folgt hieraus auch dervonJacobi ohne Beweis susgesprochene
Satz (Vorlesungen ther Dynamik pag. 46):
Auf einem Flichenstiicke vonnegativem Krimmungsmalse istjede
geodiitische Linie augleich eine kGrzeste Verbindungslinie ihrer End-
puncte,
Den Beweis dieser Sitze kann man auch ausderGleichung
en GP=f(CP)Hert
ichen. Weniger einfach istdieUntersuchung frdenFall, wodas
KrimmungemaB positiv ist
Istkpositiv, 80haben [ar] und seine zweite Derivirte entgegen-
igesotzte Vorzeichen. List man daher rununterbrochen wachsen, 80
wird dieerste Derivirte wacheen oder abnehmen, jenachdem [ar]
negativ oder positiv ist, wihrend umgokehrt [ar] selbst wichst oder
abnimmt, jenachdem dioerste Derivirte positiv oder negativ ist. Wir
hhaben demnach vier Fille zuunterscheiden, zuderen geometrischen
Darstellung wir8umden Punkt «unendlich wenig drehen, sodats,wennapderDrebungswinkel beiaist,derPunctrdenzu®senk-rechten Weg [ar]2p beachreibt, welcher nach derselben oder derent-
gegengesetzten Seite wiecpaufutragen ist,jenachdem [ar] positiv
oder negativ ist,und einwirkliches Schneiden beider Linien eintritt,
wonn [er] sein Zeichen wechsolt.
XVI Allgemeine Theorie dergeoditischen Dreiecke. 825
Liegt rnahe genug bei«,0ist[er] positiv flrr>«, negativ
farr<a,4)inbeiden Fallen positiv. DieseFallefinden also
unter allen Umstinden wenigstens einmal statt.
1)Istoun[ar]negativ, %)poritiv, sonohmen beidemitrzu,
und dieZanahme von [ar] isteine beschleunigte. Findet dice statt
sufderStrecke 1,<r<ry, 80wird
Ofer fan]>Gel(1) +fend,
und daraus folgt, dale r,nicht jede Grenze Uberschreiten kann. Denn
sonst wilrde, wie weit auch dienegative Gréfse [ar,] unter Null liegt,
dierechte Seite derUngleichheit durch Vergréfeerung von r,positiv
gemacht werden kénnen, wihrend sie<[er,], also negativ. bleiben
mufs, Wenn man daher imvorliegenden Falle r,also auch diepositive
Grotse212°)wachsen lifst,somufseinmal derFalleintreten, wodic
urspringlich negative Gréfse [ar] gleich Null undhierauf positiv wird.
Esvorsteht sich von selbst, dale diese Schlisee ihre Gtltigkeit
verlieren, wenn beiwachsendem rdasKrimmangsma(s nicht immer
positiv bleibt.
2)Istnunauch [ar] positiv geworden, sonimmt [ar] noch immer
au,2")dagegen nimmt ab,unddioZunshme von[ar]istdemnach
cine verzigerte. Hier sind awei Fille denkbar; entweder convergirt
beiunbegrenzter Zunahme vonr24)gegeneinepositive festeGrenze,
die such —0 sein kann, und dann verschwindet nuletzt dio xweite
Derivirte, also such [er], d.i. k,weil [er] nicht abgenommen hat,
flzo von Null verschieden ist. Dieser Fall tritt 2.B. bei den
Meridianen eines Rotationsparaboloids ein. —Oder sber osgeht
alee!durchNall,[ar]berschreitet einMaximum, undestrittder
folgende Fall ein.
3)Ist[ar]positiv, “*)negativ, sonehmen beideab,wahrend r
wichst, ersteres mitbescbleunigter Geschwindigkeit, und man beweist
wieimersten Falle, dala inFolge dessen [ar] durch Null gehen mals.
4)Istaufdiese Weise such [ar] nogativ geworden, 20nimmt
seine Derivirte wieder 2u,[ar] selbst fibrt fort abzunehmen, aber mit
verzigerter Geschwindigkeit. Jenachdem nun, wie imaweiten Falle,
dieDerivirte gegen eine feste Grenze convergirt, dienicht positiv ist,
826 XVI.Allgemeine Theorie dergeoditischen Dreiecke.
oder durch Null geht, wird [ar] imAbnehmen bleiben, oder dererste
Fall eintreten, der seinerseits wieder den zweiten nach sich zicht.
Esfolgt also, dafs beipositivem Krimmungemalte eine derur-
spriinglichen unendlich benachbarte geoditische Linie, welche jene im
Puncte «schneidet, imxweiten und vierten Falle andieser ohne Ende
entlang loufen kann, ohne sievonNeuem zuschneiden, dale dagegen
auf den ersten und dritten Fall nothwendig einDurchechnitt folgt,
ebenso wiedem xweiten und vierten nothwendig einsolcher vorangeht.
Dasich ferner ergeben hat, dals [ar] und seine ersto Derivirte
sowohl beipositivem wiebeinegativem Krimmungemafse niegleich-
zeitig verschwinden, sofolgt noch, dafs mitdem Verschwinden von[ar]
stets einwirkliches Schneiden, niemals einBerdhren dergeodittischen
Linien verbunden ist. Wenn daher mehr alseinSchnittpunct statt-
findet, 90gehdren zwei, beiwachsendem raufeinander folgende Schnitt-
puncte niomals zurnimlichen Art, undeswecheelt [ar] beim Uber-
achreiten eines Schnittpunctes jedesmal sein Zeichen.
19.
Eslobnt derMthe, unter derVoraussetzung, dafs dieGleichung
1 [er] =0
mehr alseine Wurzel hat, dieAbhingigkeit derselben von der stete
vorhandenen Wurzel r=a einer eingebenden Untersuchung auunter-
worfen.
TatBeine von «verschiedene Wurzel dieser Gleichung, #0folgt
us art. 16Formel 5,flrjedes rund y
[er]_far]; Gln 4.h.esist alsdann
(ar)
(Br)
von rganz unsbhiingig. Dies giltauch umgekehrt; denn wenn dieser
Bruch nach rconstant ist,sofindet auch dievorangehende Gleichung
statt, und aus der erwihnten Formel folgt bei beliebigen rund 7
[rr][@B] 0,d.b.[«f] —0, weil imersten Factor rbeliebig ist.
‘Aus doridentischen Gleichung 3.art.16folgt aber unter dernim-
lichen Voraussetzung, dafs vorstchender Bruch gleich ist
Aer] ,a8r]
or ar?
.
beiebenfalls willkirlichem r,Nimmt man daber r= oder r=,
sofolgt
XVI. Allgemeine Theorie dergeoditischen Dreiecke. 827
(er)_dee) {6r]_alee] __ates) 2(Br) Op”[ar) Oa éa’
wenn [af] selbst —0ist.
Betrachtet man nun falsFunction vona,sofolgt ausa[«f] —0,
wenn man dieDerivirten wegschafft:
ah folglich ist er
3 FTC. 3a (ar)
‘stets positiv und niemals Null oder unendlich. Denn kénnte dies z.B.
fiir ein bestimmtes «verschwinden, somiifste die rechte Seite fur
dieses aund jedes rgleich Null sein, was einWiderspruch ist
‘Wenn also die@leichung 1.noch eine zweite reelle Wurzel 6
hat, sowird diese mit «zugleich stets und ohne Stillstinde wachsen,
‘solange siestetig ist,
Sa ae), aed)ie Ge7%
alsowegen2.und3. opw—=-1, #5.
Dann folgt
n=Mloe4Bap,
oderdaderFactorvon7p,welcher ——k,[af]ist,verschwindet,
au_aap]
aa9008" Daransfolgtweiter tu[ap],aap]opdat aatep +da0p" da
Ofep) a[ap] apiae endlichk auFamke utS.
‘Setzt man hier flruseinen Werth ein,sofolgt schliefslich
OH"9AB apy" apy 4 3(FA)22828—4x,(28)'—an,(22),
‘welcher Differentialgleichung dritter Ordnung alleWurzeln 6derGlei-
chung [«f] —0Goniige leisten.
328 XVI. Allgemeine Theorie dergeoditischen Dreiecke.
Man bestitigt leicht, dale dienimliche Differentialyleichong sich
auch ergisbt, wenn man’ palsFunction von«sobestimmt, dals za
zwei Lésungen derGleichung
on+hem=0,
ie nicht inconstantem Verhiltniase zucinander stehen, sich stets
awei Lésangen derGleichang
oR+hM=0
angeben Inssen, welche das nimliche Verhiltnifs liefera, Dies Ver
fabren istgenau dasselbe, durch welches Herr Kummer (Crelle’s
Journal XV. p.89und 127) die Jncobi"sche Differentialgleichung
abgeleitet hat, welcher simmtliche Modulargleichungen derelliptischen
Functionen Genige leisten, undwelche einen besondern Fall dervor-
stehenden bildet.
Dieallgemeine Lésung obiger Differentialgleichung stellt sich dem-
nach infolgender Form dar:
(ove) _pltsl-+ate6)(eye)~rCA)-+etme)?vorausgesetzt, datsweder[0,<,),noch[4p]—0ist,weilsonstnachdem zaEingange dieses art.gefundenen Satze eine vonbeiden Seiten
derGleichang constant wire. Aus demeelben Grunde darf ps—gr
nicht =0sein,
Was dieConstanten p,,r,¢betrifft, 20mason dieselben offenbar
sogowilt werden, dafs beide Zihler und ebenso beide Nenner gleich-
zeitig verschwinden kénnen. Sind nimlich p,,p,dieWerthe, welcheBfir@=a,und«=aerlangt,somufszurRechtenderZiblerftirB= py der Neoner fir ff, verschwinden, Aus der Differential-
leichang firMffolgt also, dale jener zu(f,6], dieser zu[6,6] pro-
portional ist, und unsere allgemeine Lésung nimmt hiernach diever-
einfachte Form
(we), 66fel7"6 an, wo 4eine Constante ist.
Sind endlich such «,,gleichzeitige Werthevon«6,sofolgt durch Elimination von 2
5 (evea) Love _(0A) (6.8)(eyes)Ce]7(sea)0) alsallgemeine Lasung der Differentialgleichung 4.inwelcher die
néthige Anzahl willktrlicher Constenten turEvidenz gebracht ist,indem
XVI.Allgemeine Theorie dergeoditischen Dreiecke. 329
liber dieWerthe f,,f,,6,vonB,welche drei gegebenen Werthen
;,&%4,@von«enteprechen sollen, nach Belieben verfigt werden kann.
Mit Benutzung einer inderPlanimetrie tblichen Ausdrucksweise kann
man also sagen:
Die Differentialgleichung 4.ist die nothwendige und
ausreichende Bedingung dafir, dafs der Punct 8mit drei
festen Puncten 6,,fy,6,stets das nimliche Doppelverhilt-
nifs gebe, wie der Punct «mit drei ebenfalls festen Puncten
Hy My Me
Diese sechs festen Puncte kénnen nach Belicben angenommen
werden, bisaufdieBedingung, dafs vondensechs reducirten Abscissen
Cees], (ei), [exes], (6.1), (8:6s)> (222s)
keine =0sei.
Wablt man unter dieser Voraussetzung, falls dies méglich ist,
By,Byund By0,dale
[BJ =0, [426:]—9, [a6] —0
wird, sogeht dieLéeung derGleichung 4.Ober indieGleichung
[<A] 0, von derwirsusgegangen sind. InderThat tritt alsdann
[A8) i, i {Altftp)12constantes Verbiltnife m{510,undeefolgtmunichst
;
(ese) fore)
(Alf Al
Nimmt man hier «=@,B=By,80wird wegen [4] —0zurLinken
derDivisor gleich dem Dividenden, also ist4—1 und esfolgt
(es@] (48) +[se] [41] =0,
endlich wegen 5.art16
[oA][0g]=0,4.i.[6]=0, wetbow
20.
Seimdiereducirte Linge eines geodatischen Bogens, welcher dio
Pancte 4,%undp,q verbindet. Will man sich zurBestimmung von
mslsFunction vonp,qderGleichung B.desart. 12bedienen, so
mufs man noch, aufser denbereits festgestellten Stetigkeitsbedingungen,
dioamSchlusse desart.14gefundene Anfangsbedingung hinzuftigen,
zufolge welcher m,wenn p,q inunendliche Nihe von py,gorilckt,
bisaufGrofsen vierter Ordoung dasQuadrat des beide Puncto ver-
bindenden Linienclementes wird.
330 ‘XVLAllgemeine Theorie dergeoditischen Dreiecke.
Dies setzt aber voraus, dats man inderDifferentialgleichung“B. dievom Azimuth &abhingigen Coefficienten, welche nach art.2nichts
anderes als(32), —2229, (22)'sind,ansdendortaufgestoliten
Difforentialgleichungen bestimmt, und dann dasVerhiltnify zweier von
ihnen rum dritten durch p,7,py,4und dasAzimuth bei75,%aus- godritckt habe
Umdiese Schwierigkeit zubeseitigen, werden wirdieGleichung
B.nocheinmaldiferentiiren, undmittelst derhieraus folgenden 3?und
24eliminiren, woraus dannfurmeinepartielle Differentialgleicbung
folgt, inwelcher nurp,qvorkommen, wihrend dieCoordinaten 75,d9
narnoch inGrenzbedingungen eingehen, und dasAzimuth beiP,%
ausallen Bedingungen eliminirt ist.
Far diefolgenden Rechnungen, diedurchgingig nur angedeutet
werden milssen, werden wir atatt derbisherigen Bezcichnungen ein-
fachere wihlen, deren Bedeutung sich aber darch dieVergleichung
mitden enteprechenden Formeln von selbst ergiebt.
.EssindpundqalsFunctionen vonssomubestimmen, datszwei Differentialgleichungen von derForm (vergl. art.2)
1 vimdp?+2p+9? Gm Ap?+Quyt+m0?
erflllt werden, und zugleich
2 Ep+2Fp'q'+ Gg?=1
wird, wenn dasQuadrat desLinienelementes
est— Eep'+2Fepeg+Geg?
ist. Endlich milssen p,q flrs—0 inpy,adbergehen.
Die Ausdriicke, welche in1.rechts vom Gleichheitszeichen vor-
kommen, worden wirdurch (J,,1;¥,), (JnH4%) bezeichnen.
B.Intdievorige Aufgabe geldst, und wird
atm_j11)am_pt)amaprUt)ap—(a)3g+Bem€atm_12)dm__(21)dm 1apa(ilap—lalaq+Fem=8am(28)2m_138)amog—Lt}5p—Ua}ag+Gem—8
XVI. Allgemeine Theorie dergeoditischen Dreiecke. 331
gesetzt, sohaben wirausdererwahnten Gleichung B.zurBestimmung
von m:
2 Ep?+25p'q'+Gq?=0,
woru aufser den Stetigkeitsbedingungen noch dieAnfangsbedingung
gebdrt, dafs, wenn p,q vonpy,gynur noch umunendlich kleine
Grdfsen erster Ordnung verschieden sind, bisaufGrofsen vierter Ord-
nung genau
3.mtmEo(p—po)?+2Fy(p—Po)(4—a)+Go(a—a0)"
wird.
©.Wir setzen nun voraus, dafs diesen simmtlichen Bedingungen
geniigt ist Dann bestimmen p,q alsFunctionen vonseine vonpo)%
susgehende geoditische Linie, swird dieLinge deszwischen beiden
Puncten enthaltenen Stiickes dieser Linie und m,wie verlangt, die
reducirte Linge von s.
Aus&,2.folgt durch Differentiiren
1,2Gp+Fop"+ GetGe)a'tFEv+(E+238)peg+...0, * op. ogop. ,
und wenn man hier firp”,g” aus %.1.ihre Werthe einsetzt:
22Gp'+Fa)Aa)+2(80'+Ga)ayry)+Evt---—0:
Diese Gleichung ist,wieB.2. inp’,q’homogen, aber vom dritten
Grade. Wenn dieselbe nichtbeibeliebigen Werthen derGréBen 2,u,v
identische Folge von 8.2.ist,sokann man ausbeiden Gleichungen
p'und q’eliminiren; dasResultat dieser Elimination
3. [m]=0,
istdieoben erwihnte partielle Differentialgleichung. Zuihrgehért
aufser denStotigkeitsbedingungen noch %.3.alsAnfangsbedingung.
‘Wenn dagegen dieGleichung ©.2.beibeliebigen Werthen der
Grdfsen 2,#,vmitB.2.vertriglich ist, sogentigen p’,q’mitWB.2. augleich den linearen Gleichungen Ep’+ §q'— 0,§p'+Gq—0. In
diesem Falle istalso Ep?-+ 2p'q'+Gq?einvollstindiges Quadrat, und mgenigt derpartiellen Differentialgleichung
@) P-EG-0.
DadieGleichung [m]—0 jetzt firalleWerthe dersechs Gréfsen
4,#,vbesteht, soistsienothwendige Folge dervorstehenden.
Wihrend also diereducirte Lange minallen Fallen sufser den
Anfangs- undStetigkeitsbedingungen derGleichung ©.3.genigt, giebt
332 XVI.Allgemeine Theoriedergeodstischen Dreiecke
esnoch Aumahmefille, wosiedereinfachern Differentialgleichung (3.)
Geniige leistet, und jene eine Folge von dieser wird.
D. Wir untersuchen nun dieumgekehrte Frage, obauch jede
derGleichung 6.3.und den dazu gehdrigen Bedingungen gentigendo
Function eine reducirte Linge ist. Damit dies derFall sei, ister-
forderlich und hinreichend, dafs mitZugrundelegung der40bestimmten
Function msich auch diein%.und QB,gestellten Bedingungen be-
friedigen Inssen.
Die Gleichung ©.3.istdieBedingung daft, dafs denGleichungen
8.2,undG.2.durchdennimlichen Werthvon2;—igentigtwer-
denkénne. Wirsetzenalsovoraus, essei£eineLésung derGlei-
chung 8.2, durch welche auch 6.2.befriedigt ist. Setet man dies
in©2ein,80sind auch p’,q’ bestimmt bisaufa Zeichen, vonwelchem
dieRichtung derwachsenden¢abbiingt,undwelchesaufdasVerhiltnis $2Keinen Einflufs hat.
Durch Differentiiren folgt jetzt ausB.2.dieGleichung C.1,und
‘wenn man vondieser diebereits befriedigte Gleichung 6.2.subtrahirt
und denFactor 2beseitigt
1.(€p'+ Fa" —Cies)) +[8P'+Galle” —Gaam)] =0.
Differentiirt man diebeiderBestimmung vonp’,q’benutzte Gleichung
XU.2,soerhilt man eine Gleichung vonderselben Form wie©.1,und
von welcher zubemerken ist,dats sienach art.2vermége derBedeu-
tungderCoefficienten 4,——{'!} a.8.w.identisch wird,wennman
p,q durch (2,12), (asHs%) ersetzt. Esistalso auch, sobald p’,9°
derGleichung W.2.gentigen,
2 [Ep’ +Fa']lp"— (4u.%)] +Fp’ +GV”—atys)]=0. Wenn die Determinante
8 gn|OP+BaBet@| : |Ep’+Fa’Fe'+Ga’
dieser beiden Gleichungen nicht —0 ist,sosind also auch dieDiffe-
rentialgleichungen W.1.erflllt, und zwar isteine einmalige Integration
derselben geleistet, indem p’,q’ alsFanctionen vonp,q,Po,qoethalten worden sind. Bestimmt man also hieraus p,q #0,dals siefirs—O
inpo,goGbergehen, sosind alle Bedingungen %.und B.befriedigt,
undesistdann namentlich wegen %.2.dieunabhingige Variable s
dieLinge einer geoditischen Linie zwischen p,q, und p,g, und m
ihre redueirte Linge.
XVI. Allgemeine Theorie dergeoditischen Dreiecke. 833
Wenn dagegen unter dernimlichen Voraussotzung, dafs denGlei-
chungen W.2,8.2und G.2,Gentige geleistet ist,4identisch ver-
‘schwindet, s0sind dieGleichungen 91,nicht mehr cine nothwendige
Folge derbeiden vorstehenden. Man kann indiesem Falle eine Grofee 2
80bestimmen, dats Ep’+§q’—1(Ep'+Fa’),undzugleich§p’+Gq"=2(Fp'+ Gq’) wird. Addirt man diese Gleichungen, nachdem man
dieerste mitp’,dieandere mitg’multiplicirt hat, 90folgt wegen .2.
und %.2.0—4, 00dals also, wenn 4identisch verschwindet, anStelle
von @.2.dieeinfachern Gleichungen Ep’+§q'=0, §p’+Gq’=0treten.
Folglich geniigt mindiesem Falle auch noch der Gleichung
B'—EG—0. Eswird sich weiter unten ergeben, dale nicht jede
Function, welche diese Gleichung befriedigt, cine reducirte Linge ist,
abgesehen davon, dafe sich nurinAusnabmefillen unter denLésungen
dieser Gleichung Oberhaupt reducirte Lingen befinden.
‘Aus denvorangebenden Untersuchungen ergibt sich also dasfol-
gende Resultat: Jede Function m,welche sufser den Anfangs- und
Stotigkeitebedingungen noch derDifferentialgleichung ©.3,aber nicht
zugleich derGleichung 6.(3.)genigt, isteine reducirte Linge, undes
lassen sich ausdem Ausdrucke dieser Function mittelst derGleichungen
B.2.und W.2auf algebraischem Wege p’und q’,also das Azi-
muth %dervon pgp mach pqgehenden geodatischen Linie finden,
wihrend eszurBestimmung ihrer Linge noch einer Integration be-
darf. Bei derBestimmung vonp’,q’ wird einVorzeichen verfllgbar,
welches bestimmt ist,sobald festgestellt wird, obsvonp,q) nach pq
hin, oder inumgekehrter Richtung wichst. Vgl. art.13.
21.
Die Untersuchung desAusnahmefalles, welcher sich imVoran-
gehenden dargeboten hat, stttzt sich aufdieBemerkung, dafs derAus-
druck 4,unter Vorsussetzung linearer Substitutionen flrp’und q’
allein, diesimultane Covariante derbeiden Formen
w= Ep?+25p'q' +Ga"?
vm Ep'?+2Fp'q'+Gq'*
ist, Man findet inFolge desson durch geeigneto Specislisirung dieser
Formen
Go-Ew §o—Fuan-|e oeoeeek
334 XVIAllgemeine TheoriedergeodStischen Dreiecke.
Inunserm Falle istaber (1.2.) o-—1 und (B.2)w=0;folglich
wird
2-9-6.
Dieser Ausdruck ist seinerseits wieder die Invariante von bei linearen
Substitutionen flrp’und q’allein; eristaber auch eine Invariante
inweit ausgedehnterm Sinne.
Setzt man zunichst inden Gleichungen derOberfiiche S
== 9(P,0), y=¥(P,9), #—=2(P)9)
furdieVariabeln p,q 2wei voneinander unabhiingige Functionen von
Pi%»Cin, wodurch dieFliche Snicht geindert wird, sogeht die
Function »ber ineine neue Fanetion
om Expy?+2Fip'a+Gia, durch welche derneue Ausdruck des Linienelementes bestimmt ist,
und die Function u,welche bei beliebigem mnichts anderes be-
deutet als
os
unSatkm,
geht Ober ineine neue Function
Hy Ep+2hp'a' +Ga,woG,,§,@,fiirdieneueFormdesLinienclementes unddiezuge-horigen Variabeln, wegen desvorstehenden Werthes vonu,derkein
Coordinatensystem voraussetzt, ebenso gebildet sind, wiefriher G,§,G.
Da man andererseits die Werthe der Coefficienten inden trans-
formirten Formen erhiilt, indem man inden urspriinglichen Formen
blofs die lineare Substitution
a Ce) (») PmBpPetGgG9Uap, PtGq,
macht, und 4hierbei dieerste Potenz derSubstitutionsdeterminante
rmOPOd_oetgap,a4,~89,"om ausecheidet,90folgtG'-€,6,—°FEG).
Seiallgemeiner S,eine aufSabwickelbare Fliche und das System
ihrer Gleichungen
T=(PG) YRNP) #=MPG):
Dann kann man pund qalsFunctionen vonp,undg,60bestimmen,
dala die Linienelemente beider Flichen einander gleich werden, also
wieder
con
XVL. Allgemeine Theorie dergeodNtischen Dreiecke. 835
wird, Aus dernimlichen Substitution ftirpund gergiebt sich eine
lineare Substitution (p)flrihreDerivirten p,q’. FUbrt man dieerstero
inmaus,80bleibtw=2%+kmbeijederBedeutung vonmunge-
andert, wenn SaufS,abgewickelt wird, also istauch
umm,
mithin wieoben i—6,6, —r'(*— EO).
DerAusdruck §?— €G, dessen Zusammensetzung durch dieiden-
tische Gleichung
ag+ov"+og=Bip+2Fpeg+Gog! -
bestimmt ist,iataloo Invariante gegentiber jeder Substitution vonFune-
tionen g,,¥%,%anStelle von g,w,z,durch welche
egtw+oxogh+outtext wird, unsbhiingig davon, obhierbei gleichzeitig p= g,,¥—Y, und
1% sein kann oder nicht.
Inderselben Weise mufs dieses Theorem auch flrdasKrimmangs-
mals ausgesprochen werden, wenn man dieSubstitutionen, denen gegen-
‘ber dasselbe invariant iat,richtig bezeichnen will.
22,
Um nun dieNatur der Flichen zubestimmen, fir welche bei
jeder Lage desPunctes p,qdiereducirte Linge meiner geoditischen
Verbindungslinie dieses Punctes mit dem festen Puncte p,%der
Gleichung,
4=—0
genigt, mag dies nun flralleoder nurflrspecielle Lagen desPunctes
By)%stattfinden, bezeichnen wir den geoditischen Bogen zwischen
bbeiden Puncten durch r,seinAzimuth beip,q durch g,undnebmen
dieneuen Variabela p,—r, g,—. Dann wird dasQuadrat desvon
‘P,7ausgehenden Linienelementes
est=er?+meg’,
undhieraus folgt (art. 2undB.1.art.20)
‘Om6,-Fathm
aim__dlogm Om 5srae or a
atm,(om)*_1(emt ©,—Fy+(Fe)—aeGq)tm
336 XVI,Allgemeine Theoriedergeodstischen Dreiecke
Damcine reducirte Linge seinsoll, sowird €,—0; ferner ist
og Bw
‘also erhalten wir
(B*logm\* (dpq_ ep24)" (aebe) ~(539a608)8—EO),
und dadierechte Seite =(sein soll,
Bogm _“erag~
Folglich istmdas Product aus zwei Factoren, von denen jeder nur
cinederbeidenVariabela r,@enthilt, Daaber2"furr—0indie
Einheit tbergeht, soistmvon gvéllig frei, und Function vonr
allein. Daraus ergiebt sich weiter, dafs wuch desKrimmungemals &
nur vonrabhiingig, also anjedem geoditischen Kreise entlang con-
stant ist,dessen Centram derPunct 7,goist.
‘Wenn umgekebrt, beigeeigneter oder beliebiger Lage desPunctoo
Po:GEnurvon ¢,nievon gabbingt, eowird auch diereducirte‘LingemFonction vonrallein,und4identisch =0.
Bei dieser Beschaffenbeit von mzeigt aber derAusdruck des
Linienelementes, dafs dieFliche Sohne Dehnung ineine Rotations-
fliche umgebogen werden kann, #0dala p,,gPunct derDrehungs-
axe wird.
Indiesem Falle verwandela sich allevonpy,g»ausgehenden geo-
ditischen Linien inMeridiane, frderen reducirte Lingen, weil sicvom
‘Azimuth punabbingig sind, 4—0 ist,undesgiebt daher umgekehrt,
wenn dieVoraussetzungen unserer Untersuchung erfillt sind, Keinen
vonPs,dyausgehenden geoditischen Bogen, frwelchen 4von Null
verschieden ist.
Der Fall, dafo diereducirte Linge derGleichung 4—0 gentgt,
bietet sich also dar,
1)beidenFlichen vonconstantem Krimmungsmatse flrjede
beliebige Lage desPunctes p,,9;
2)beijeder andern Flache, diesich aufeine Rotationsfliche
abwickeln lifet, wenn man filr9,g>einen derjenigen Puncte
wiblt, welche dabei auf dieDrehungsaxe fallen, vorausgesetat,
dafs dieurspriingliche Fliche dberhaupt einen solchen Punct
enthilt.
XVL Allgemeine Theorie dergeoditischen Dreiecke. 337
Inallen dbrigen Fillen ist,wenn man flrmeinereducirteLinge nimmt, 4von Null verschieden, folglich nicht blofs jede reducirte
Linge eine Lasung derimart,19gefundenen Differentialgleichung
[m]-0
nebst dendazu gehdrigen Bedingungen, sondem auch umgekehrt jede
Function, welche dieses System vonBedingungen befriedigt, eine redu-
cirte Linge.
Daendlich nicht jede Lisung derGleichung 4—0 eine reda-
cirte Linge ist, sondern nur eine solche, dievon punabhingig ist,
weil nurindiesem Falle €,—0 wird, 20folgt, dale indenbeiden
cbigen Ausnahmefilien auch dieGleichung 4—0 zurBestimmung
dorreducirten Linge nicht hinreicht, sondern diese, was indiesen
Fallen aber auch zuniichst liegt, direct ausderurspriinglichen Gleichung
on+km=0
gefunden werden mufs. :
‘Von den obigen Ausnahmefillen wird der erste imfolgenden
Abschn, art.29seine vollstindige Erledigung finden; derandere tritt
nurflirbesondere Lagen desPunctes 74,4ein,und bedarf alsGrenz-
fallkeiner besondern Behandlung.
Vierter Abschnitt.
Gooditische Classification der krummen Oberfiichen.
23.
Nachdem imVorangehenden nachgewiesen worden ist,welche Be-
doutung denimzweiten Abschnitte gefundenen Integrabilititsbedingungen
beigelegt werden mufs, werden wirdiesimmtlichen Formeln mitBe-
nutzung derinzwischen gefundenen Vereinfachungen inentsprechender
‘Weise zusammenstellen. Wir halten dabei anderVoraussetzung fest,
dale dieinden Seiten desgeoditischen Dreiecks gezihlten Abscissen
inderart5fesigelogten Richtang wachsen, sodafs diereducirten
Liingen derSeiten, durch reducirte Abscissen susgedrickt, diefolgen-
den werden:
@=], O=[re], ©=[e8]-
E.Robrtetotte, QuamAttandiengn, 2
338 XVI,Allgemeine Theoriedergeoditischen Dreiecke.
A.Die endlichen Grundformeln
Ga+a)=0
aa) 8(a)(a) ©)dayéa;—bay20,—| oe+h,(a)=0
2(a:galog(a) @sing’Hy("intaay”)+86a)= ®(siny210@(@) _2(sinBy_
Die tbrigen Formeln, welche hierhin gehiren, ergeben sich durch
ceyklische Vertauschungen; dieentwickelten Formeln werden wir nicht
wiederholen.
B.Die Differentialformeln.
Dieselben lauten inunentwickelter Form:
; 4) 1721) aing82%,—[sl1}sin(C—0)—4{7}} sin6sing350)ep
a(t) 1/3) 5, sa +{at2}sin(h—o)—4 {9}sindt]09,+Gre,
Co[A(3]sin(B—0)—4{7} sin+sin7ZO)on,
+[{2]sincr—o) 49]sintt]ea,+ayep
Ga—cosBac, —2a,—00872,+Ca, sing sins ging (21080-»4Slog) aa—tea,—SyeaetineGEO20,+EMec,).
In entwickelter Form wird
‘gain(11oyBlog(a) ‘gain/2t oa,—[2{7}tesineGE‘27[ese{2}. Ao(ay sin, sin,+gsin(U—o) 3a,180Tye yey. sine(11 «oyBlog(ay) ‘gino(24m=—[2882]enna op,—[ese]. o sin in(t—e +9sin(h—0)2580)24,oglenetoyGyeedy
2a=¢,008%,cp, +9,008(,—0,)2a,—¢,c08i,2p,—9,008(%,—0,)24,.
XVI. Allgemeine Theorie dergooditischen Dreiecke. 339
Wenn essich nicht blofs umeine einzige geodittische Linie, sondern
umeingeodatisches Dreieck handelt, somilssen auch hier noch die
durch cyklische Vertauschung folgenden Formeln beigefigt werden.
24,
Die vorstehenden Resultate wenden wiraufdieUntersuchung der
Frage an,unter welchen Voraussetzungen dber dieFliche $inéhn-
licher Weise, wie esbeiderKugel derFall ist,zwischen den Ele-
menten, niimlich den Seiten und Winkeln cineé geoditischon Dreiecks
Gleichungen bestehen, welche von denCoordinaten p,qderdreiEcken
unabhiingig sind.
‘Wenn eine solche Gleichung stattfindet, sowird beieiner stetigen
Ortsinderung des Dreiecks, bei welcher flinf Elemente ungeindert
bleiben, auch dassechste sich nicht indern. Einahnlicher Schlufs gilt
indenbeiden andern noch méglichen Fallen, wozwischen den sechs
Elementen zwei oder drei voneinander unabhingige Gleichungon “statt-
finden.
‘Wenn umgekehrt eine stetige Ortsinderung desDreiecks mdglich
ist, beiwelcher seine simmtlichen Elemente ungeindert bleiben, so
sind die Ausdricke der sechs Elemente durch die Coordinaten der
drei Ecken keine voneinander unabhiingige Functionen der letztern,
indem die Differentiale der Coordinaten durch die Differentiale der
Elemente nicht véllig bestimmt sind, weil sonst jene mitdiesen zu
gleich verschwinden mifsten. Unterscheidet man nun diejenigen Co-
ordinaten, deren Differentiale beigegebenen Differentialen derElemente
willktirlich bleiben, von den dbrigen, und eliminirt dieletztern, so
gehen dieerstern nothwendig von selbst heraus, und man erhilt dem-
nach ebensoviel voneinander unabhiingige Gleichungen zwischen den
Elementen desDreiecks allein, alsDifferentiale vonCoordinaten seiner
Ecken willktrlich bleiben.
Esistdemnach zuuntersuchen, obdiesechs Gleichungen
@)—éa=0, ch—0, ce=0, a=0,2B=0,ty=0 bei von Null verschiedenen Werthen der Grofsen
@) ParGar gr GayPyr CQyy
oder was anfdassolbe hinauskommt, derfolgenden
@) Ey, CysCegy(yy VayCy
méglich sind oder nicht, und imersten Falle, wieviel vondenletztern
dabei willktirlich bleiben.
Diese Untersuchung tber dieFille, wodieAuflésung derGlei-
chungen (1)keine bestimmte ist,hiingt nurscheinbar vom Verschwinden
2°
340 XVLAllgemeine Theoriedergeoditischen Dreiecke.
iner sechszeiligen Determinante und ihrer Unterdeterminanten ab, in-
dem diedrei ersten von denGleichungen (1)sich stets und ohne Un-
bestimmtheit nach dreiUnbekannten, 2.B.2a,,2b,,/¢,auflsen lassen,
durch deren Elimination man zudrei Gleichungen gelangt, deren De-
terminante zu untersuchen ist.
‘Auf einem solchen direkton Wege wiirde man indessen zukaum
fibersehbaren Resultaten gelangen.
25.
Setct man zubesserer Ubersicht
cosetconpoosy_y,coef-tocsycora cony+cosaconf_ tinBin »Singaine einen F,
rund die Determinante
1 —cosy —cos8
—cos7 1 —cos «|= 6,
—cosB —cose 1
20 wird
—ae it pr foe_ 1-Mm pay? A—BOsoaringany
u.8,w,und man erhilt:
a—cosy2b—cosBae=sin(sinyca,+Bsina’e,)—sinA(sin82a,+sineeb,),
nebst zwei ihnlichen Gleichungen, welche aus dieser durch Ver-
tauschungen folgen.
‘Um dendrei ersten Gleichungen (1)zugendgen, nebmen wir
sinyea,+Bsinedc,—2i26, sinfaa,+Tsinadd, =2iet
sinab,+sinpea,—ysek, sin700,+AsinBocy—yS2e
sinBa¢y+Asinyat,—252",sinade,+Bainyea,—282h,woraus ; ;(1—B?)sineae,-eie—Brine
=F)si=ytttpetiny (69)sinadd,— yS24—FaSAE
u.a.w,folgt Durch dieWerthe von2,y,#sindalsodieGréBen (3)
véllig bestimmt, und dieAnzahl der willkirlich bleibenden istin
beiden Systomen dicselbe.
XVI. Allgemeine Theorie der geoditischen Dreiecke. B41
Nun ist
teem§[sinyea,+Spinace,|—[sinBea,—52sinaay]
1pein, (80) i 17sing(806) i ~@[eiset(392-8)sinezes|—G[tae(G2+1)singad,], alsofolgtcem2Petite4(20)_g)smb(_*aca=gy[Fieet(op-—8 6"aay2a)|1fjsiny (2047)snr(_y_p_#_)]. ~wet (G24+") (Ge+9)|
Setzt man nun
(a) aFEtAWOA, FP+e-OB, FL+r-Ol.
a a aF2-A-@A, FP-8-OB,GP-r-Olp sowirdderFactorvonygleich
sine?sineinyameer derFactorvon#wirdgleichfinan sing sneteinpeinypg und der Factor von«wird:
1_ (sing _siny sing sinywae(Oe) —28ameney—Tomerory 1_(sinfi_iny)_sinasing¥siny! (BB,|Fr)_sinatsin@iny ml ~S) ee apting) ve
wenn ferner
2(rinsin”)ginpain(8824Tu)—gingt visesinping(te) —82«8mBing(Fg+ny)—Hina
e jay sine) ga (le AAA cinge, siaaaiepany(Oe~ar)—sineninBoing(50+ZF)—inpBy
inesin) aagin(AA,88) os amanFainy(ay—Be)—tinesinBoing(Gr+a4)—ain,
gesetet wird.
Bei diesen Bezeichnungen wird sls, wenn ca—0, 2b—0,c=0ist, aecamNON A2+Ty+Bs].
Diese Umformungen setzen jedoch voraus, dais
8=—AeosSTEFLcogPEI=*9g1HE=FoggSHE—?
.
342 XVI.Allgemeine Theorie dergeoditischen Dreiecke.
‘yon Noll verschieden sei. Von den vier Factoren dieses Productes
verschwindet aber der erste filrjedes belicbige geoditische Dreiecknurdann,wenndasKrimmungsmals «+B+7—2jedesDreiecks =O
(Disqu. g.c. 8.XX), also auch das Krimmungsmafs der Fliche S
allenthalben =0, und diese Fliche auf einer Ebene abwickelbar ist.
Diese Flichen sind also vonderfolgenden Untersuchung ausgeschlossen,
wasjedoch keine Beschrinkung ist, dadieTrigonometrie derselben
beiunsern Untersuchungen vorausgesetzt wurde.
Wire derzweite Factor frjedes geoditische Dreieck derFliche
Sgleich Null, sowire dasKrimmungemals jedes Dreiecks nurvom
Winkel «abbingig, und sein Differential =2¢«, waseinWiderspruch
ist. Wir erhalten demnach dasfolgende Resultat.
Fir jede Fliche S,dienicht auf einer Ebene abgewickelt werden
kann, besteht dieBedingung dafir, dafs aufihreingeoditisches Drei-
eckohne Anderung seiner Elemente stetig verschoben werden kénno,
darin, dafs den drei Gleichungen
Ac+Ty +B, =0
Bay+Aye+02 =0
Tet Bact Ay=O
genigt werden kénne, ohne dafs dieUnbekannten z,y,¢simmtlich
verschwinden.
Bleiben mvondiesen Unbekannten willkilrlich, sobestehen zwischen
denElementen desgeoditischen Dreiecks gerade nvoneinander unab-
hiingige Gleichungen, welche keine andern veriinderlichen Gréfsen ent-
halten.
26. Die erste Flichengattung, n= 0.
Ist die Determinante
A.T,Be|TyByAy|“4 B,A,Ty
nicht identisch =, 0werden 2,yund¢—0, und osistdann die
stotige Ortsiinderung eines geoditischen Dreiecks ohne Anderung seiner
Elemente imAllgemeinen unméglich.
Imvorliegenden Falle sinddieDifferentiale vonp,,ga)--- 4,durch
dieDifferentiale derElemente vollig bestimmt, solange nicht A—0
wird, was nurfirspezielle Dreiecke méglich ist. Folglich sind nicht
Dlofs die Elemente des Dreiecks durch die Coordinaten der Ecken,
sondern auch umgekehrt diese durch jene bestimmt Istdiese Be-
XVI. Allgemeine Theorie dergeoditischen Dreiecke. 343
stimmung eine mehrdeutige, sofindet dasselbe Elementensystem bei
mehrern geoditischen Dreiecken statt; aber esistnicht méglich, diese
durch stetige Ortsiinderung ineinander dberzufthren, ohne dafs wabrend
dieses Uberganges Anderungen indenElementen stattfinden.
21. Die aweite Flachengattung, n—1.
Diezweite Flichengattung findet statt, wenn A,aber nicht jede
Unterdeterminante von Aidentisch verschwindet.
Alsdann istvon denGrofsen 2,y,seine willkirlich, und durch
diese sind die beiden andern bestimmt. Auf einer solchen Fliche findet
‘also firjedes geoditische Dreieck cine Gleichung zwischen seinen Ele-
menten allein statt, aber auch nur eine einzige. Eskdnnen daher finf
Elemente desDreiecks und ihre stetigen Anderungen beliebig an-
genommen werden, und durch diese istdas sechste Element nebst
‘seinen stetigen Anderungen bestimmt.
Von densechs Gréfsen dp,, 29,,--. €qyistnureineeinzige will-
kurlich, Ein aufderOberfliche gegebenes geodittisches Dreieck kann
also imgegenwirtigen Falle ohne Anderung seiner Elemente stetig
vyerschoben werden, jedoch nurinderWeise, dafsjede Ecke eine vallig
bdestimmte Kurve durchlauft.
Werden daher aufeiner Fliche derzweiten Gattung finf Elemente
‘eines geoditischen Dreiecks gegeben, soisthierdurch dassechste, und
furjede Ecke eine Ortskurve vollig bestimmt, und zwar istdieLage
simmtlicher Ecken gegeben, sobald irgend einer von ihnen cine be-
stimmte Lage aufihrer Ortskurve angewiesen wird. Gleichzeitig sind
dann auch die Azimuthe an den Ecken bestimmt.
28. Die dritte Flichengattung, n—2.
Die dritte Flichengattung findet statt, wenn alle Unterdetermi-
nanten, aber nicht alle Elemente von Aidentisch gleich Null sind.
Indiesem Falle istauch A—0, und esbleiben von den GroBen
,y,#awei willkOrlich, unddurch diese istdiedritte bestimmt. Auf
einer Fliche dieser Gattung finden also flrjedes geoditische Dreieck
awei Gleichangen zwischen seinen Elementen statt, welche dieCoordi-
naten der Ecken nicht enthalten.
Von densechs Gréfsen Gps, 2qe,---€4, bleiben ferner zwei will-
kurlich, und durch diese sind dieObrigen bestimmt. Die stetige Orte-
Anderung eines geoditischen Dreiecks von unverinderlichen Elementen
istalso inderWeise méglich, dals eine Ecke aneiner belicbigen
Kurve entlang verschoben werden kann, wihrend hierdurch diegleich-
zeitige Bewegung derbeiden andern Ecken véllig bestimmt ist.
344 XVI.Allgemeine TheoriedergeodAtischen Dreiecke.
Eine Fliche dervorliegenden Gattung enthilt also jedes aufihr
‘uberhaupt mogliche geoditische Dreieck unendlich oft, und zwar auf
drei Arten, indem jeder Punct derFliche fureine beliebige derdrei
Ecken genommen werden kann, wodurch dann diebeiden andern Ecken,
also dieRichtungen dervon derersten Ecke ausgehenden Seiten, véllig
bestimmt sind.
Auf einer Fliche derdritten Gattung kann man demnach Ober
vier Elemente eines geoditischen Dreiecks und dieCoordinaten einer
Ecke nach Belieben verflgen. Dadurch sind diebeiden andern Ele-
mente und die Coordinaten der beiden andern Ecken bestimmt. Ist
diese letztore Bestimmung eine mehrdeutige, soergeben sich furjeden
Panet der Fliche mebrere, inden Elementen congruente Dreiecke,
welche dort dienimliche Ecke, 2,B.«haben. Aber diese congruenten
Dreiecke knnen durch stetige Drehung umdiegemeinsame Ecke «
nicht zurDeckung gebracht werden, ohne da® wahrend desstetigen
‘Uberganges Anderungen indenElementen stattfinden InderThat
ergiebt sich ausdem Obigen auch derSatz:
‘Wenn man aufeiner Fliche derdritten Gattung eingeoditisches
Dreieck umeine seiner Ecken, zB. «dreht, ohne diedort anstofsen-
denElemente 8,«,¢ zuindern, soerhilt man uach und nach alle
geoditischen Dreiecke, welche mitdiesen drei Elementen aufderFliche
‘berhaupt construirt werden kénnen, und zwar gilt dies, woauch der
Punet «aufderFliche angenommen werden mag.
29. Die vierte Flichengattung, n=3.
Dievierte Flachengattung findet statt, wenn simmtliche Elemente
vonAidentisch gleichNullsind.
Indiesem Falle bleiben z,yund ¢willkdrlich, und osfinden da-
heraufjeder Fliche dieser Art drei von denCoordinaten derEcken
unabhiingige Gleichungen zwischen densechs Elementen jedes geoditi-
schen Dreiecks statt.
Esbleiben ferner dreivondenGrofeen ép., ¢ge,---@qy willketr-
lich, unddurch diese sind diedrei tbrigen bestimmt. AufdenFlichen
dervorliegenden Art istalso diestetige Ortsiinderung eines geoditi-
sehen Dreiecks vonunverinderlichen Elementen inderWeise moglich,
dafs eine Ecke, 2B.aaufeiner beliebigen Kurve verschoben, und
Bleichzeitig einer derbeiden andern Ecken noch eine ununterbrochene
Bewegung ertheilt wird, diebisaufdieBedingung unverinderlicher
Elemente willktirlich ist,also neben einer translatorischen Bewegung
mitderEcke aineiner Drebung desDreiecks umdieselbe besteht.
XVL Allgemeine Theorie dergeodttischen Dreiecke, 345
Der vorliegende Fall istbisjetet dereinzige, wodieweitern
Untersuchungen sichvollstindig haben durchftbren lassen. Aus den
Gloichungen A,=0,Ay—0folgt
aa)__80)_ayba, Bay"?
und ausA,—0,weil auch By=0,Tu—0ist:
sin) _siny
© @*
Vermige derersten Gleichung geht dioFormel
Ba) __(0)(a)_0,26,~84,04, fiber indiegewdhnliche Differentialgleichung
Xa)_(2€a))*. 5—(3)+1=0.
Dieselbe wirddurchMultiplication mitae integrabel, undliefert
y (2Y-1---@
wo¢dieIntegrationsconstante ist. Dies indievorige Differential-
gleichangeingesetztgicbtFE+(a)-0,y
folglich istdssKrammungsmals derFliche anjeder geoditischen Linie
entlang constant, und wirerhalten denSatz:
Dievierte Flichengattung wird gebildet durch dasSystem aller
derjenigen Flichen, deren Kriimmungsmals constant it.
Wird dasselbe wieder durch bereichnet, sofolgt mitRucksicht
aufdieflra,—a,stattfindenden Grenzbedingungen
1on(VE 1 (@)=JsinVEC,—9p)=FosinVB.
Durch cyklische Vertauschungen ergeben sich demnach dieflralle
Flichen von constantem Krimmungemalse kgiltigen Formeln:
sin(aVB)_sin®VE)_sineVh wine0B sing?
cone+confcony cos(aVk) =aa
cos(DYE)—Smet sonrcene
cos(CVE)=see
346 XVI.Allgemeine Theoriedergeoditischen Dreiecke.
Der merkwiirdige Satz, dafs dieindervorstchenden Weise ge-
schriebenen Formeln dersphirischen Trigonometrie nicht blofs firdie
aufderKugel abwickelbaren Flichen, sondern auch noch firdiejenigen
Flichen giltig sind, deren Kriimmungsmals einen negativen constanten
Werth hat, istzuerst von Hern Minding (Crelle's Journal XIX) ge-
fanden worden.
Hiermit istderAumshmefall erledigt, weleher sich amSchlusse
des vorigon Abschnitts dargeboten hat, und estreton nun flr alle
Ubrigen Flichengattungen die dort gefundenen Resultate inKraft,
denen zufolge diezurAuflésung eines geoditischen Dreiecks erforder-
lichen Formeln sich ausart,23unmittelbar ergeben, sobald dieredu-
cirte Linge eines geoditischen Bogens alsFunction derCoordinaten
seiner Endpuncte dargestellt ist, wozu jene Formeln nicht erforder-
lich sind.
Gelesen inder Akademie der Wissenschaften am 17. Dezember 1868.
XVII.
‘Uber dieTransformation ganzer homogener Differential-
ausdracke.
(Monataborichte derKgl. preuss. Aksdemio derWissenschaften suBerlin 186%,
81-8)
Wenn man ineinem homogenen Differentialausdruck pter Ordnung
F=EFoj0,.0y8%ayeay ++Oay
imwelehem die Coefficienten beliebige Functionen dernVariabeln
%,%,...2, sind, statt dieser Variabeln einSystem von einander un-
abhingiger Functionen derneuen Variabeln 2,2},...2,einflhrt,so erhilt man einen neuen Differentislausdruck F’von gleicher Ordnung
und Dimension, welcher aus dem urspringlichen auch durch zwei suc-
cessive Substitutionen erhalten werden kann, nimlich dadurch, dafs man
1)dieDifferentiale ¢2durch eine inden22’lineare Substitution trans-
formirt, undalsdann 2)indenCoefficienten F,,0,... selbst ebenfalls von
den urspriinglichen zuden neuen Variabeln abergeht. Jene lineare
Substitution nenne ichimFolgenden dieHauptsubstitution.
Sind nun umgekehrt zwei Differentialausdricke Fund F’vou
gleicher Ordnung und Dimension gegeben, sokann man sich ebenso
wie inderInvariantentheorie dieFrage vorlegen, unter welchen Be-
dingangen FinF’transformirt werden kann und falls dies méglich
ist,welche Substitution dieverlangte Transformation leistet.
Unter den verschiedenen Fallen, welche sich hier darbieten, ver-
dionen dieDifferentialausdricke zweiter Ordnung besondere Aufmerk-
samkeit, sowohl wogen der wichtigen Probleme, indenen sievor-
kommen, alsauch weil sieden Differentialausdriicken héherer Ord-
nungen gegentiber einen Ausnahmefall bilden.
‘Wenn nimlich p>2ist,soliofertdieInvariantentheorie unter derVoraussetzung, dafs blofs dioHauptsubstitution ausgefuhrt wird,
348 XVIL Ober dieTransformation gunser homogener Differentialaasdrdcke.
inerseite eine Anzahl von Bedingungsgleichungen firdieMoglichkeit
derTransformation, und andererscits mittelst der, bisaufbesondere
Fille stets inder normalmifsigen Anzahl vorhandenen zugehdrigen
Formen véllig bestimmte Werthe firdieCoefficienten inderHaupt-
substitution. Damit sind aber nicht alle Bedingungen flrdieMog-
lichkeit derTransformation vonFinF”gewonnen, sondern eswird
nun eine rweite Untersuchung ndthig, dieBedingungen betreffend, da-
mit dieaus den zugehdrigen Formen hervorgehenden Ausdriicke fir
8%, %,...2z, auch, wie erforderlich, dievollstindigen Difforentiale
derurspringlichen Variabeln werden. Furdiese Untersuchung bilden
diemugehdrigen Formen selbst dioGrundlage, und zwar genau wegen
der bekannten Eigenschaft dorselben, unmittelbar nicht diedirekte,
sondern dietransponirte Substitution zuliefern.
Obne diese Betrachtungen weiter zuverfolgen, sicht man nun
ohne Weiteres ein, weahalb diequadratischen Differentialformen sich
derallgemeinen Behandlung entzichen; derGrund hiervon liegt darin,
dats diealgebraische Invariantentheorie flr dieselben nur eine 2u-
gehdrige Form liofert, also ohne Hinzuzichung der Integrabilitite-
bedingungen nicht dieMittel gewihrt, umdieHauptsubstitution durch
dae Resultat dereelben zubestimmen.
Ichhabe daher den Fallp—2 flrbeliebige Werthe von nbe-
handelt, mich dabei jedoch aufdieVorausseteung beschrinkt, dafs die
Determinante von F nicht identisch —0 ist. Im Verlaufe dieser
Untersuchung, welche imJournal desHerm Borchardt erscheinen
wird, trennen sich zwei verschiedene Fille von einander, indem sich
alsHouptfall derjenige herausstellt, inwelchem das Resultat der
‘Transformation dieanzuwendende Substitution vallig bestimmt, wih-
rend demselben Ausnahmefiille zurSeite stehen, indenen esstetige
Variationen derSubstitution gibt, welche F’ungeindert lassen. Za
diesen gehdrt 2.B.derFall, woYF das Linienelement einer in
sich selbst ohne Dehnung verschiebbaren Oberfliche ist, und osist
aufserdem mubemerken, dale diese Ausnahmefille nicht blofs far
p=2, sondern uch fir alle Obrigen Ordnungen 2berilcksich-
tigen sind.
Far diedem Hauptfalle entsprechenden quadratischen Differential-
formen finde ichnun dasmerkwirdige, undausderNatur derSache
keineswegs imVoraus merwartende Resultat, dala alleBedingungen
firdieMéglichkeit derTransformation vonFinF",sowohl was die
Haupteubstitution, als was die zuihr gehdrigen Integrabilitats-
bedingungen betrifft, sich ohne Ausnahme alsGleichungen zwischen
Invarianten derFormen FundF”darstellen lassen, wenn dieser
‘XVII. Uber dieTransformation ganzer homogener Differentialausdricke. 349
‘Ausdrack zurBezeichnung dergleichen Formverhiltnisse wie inder
‘Algebra angewandt wird, unddafs auch hier zugehdrige Formen
und Covarianten inderselben Bedeutung, wenn auch ans ganz
anderer Quelle anftreten, wie beiden anslogen algebraischen ‘Trans-
formationsproblemen.
Die erwihnten Invariantengleichungen werden durch die all-
gemeine Theorie inzwei vollig bestimmte Gruppen zerlegt. Unter
den Gleichungen der ersten Gruppe finden sich deren m,durch
welche dieurepriinglichen Variabeln elsFunctionen der neu einzn-
fuhrenden véllig bestimmt sind, und diese Werthe miissen die
‘tbrigen Gleichangen der ersten Gruppe, soweit solche vorhanden
sind, und alle inder zweiten enthaltenen zuidentischen machen.
Unter Voraussotzung dieser Werthe der urspriinglichen Variabeln
liefern alsdann dieGleichungen zwischen den zugehérigen Formen
véllig bestimmte Werthe firdieCoefficienten derHauptsubstitation
und diese sind, ohne dafs neue Bedingungen erforderlich werden, in
verlangter Weise dieDerivirten derurspringlichen nach den neuen
Variabeln.
Wenn dagegen dieAnzahl dervon einander unabhangigen In-
varianten und zugehdrigen Formen von Fzurvélligen Bestimmung
derurspriinglichen Variabeln und derCoefficienten inderHauptsub-
stitution nicht hinreicht, sobietet Feinen der oben erwahnten
Ausnahmefille dar, und esisthiernach klar, dafs diesimmtlichen
Bedingungen firdiese Falle inidentischen Gleichungen zwischen sol-
chen Invarianten und zugehSrigen Formen von F’bestehen, welche
im Hauptfalle voneinander unsbhingige Functionen simmtlicher
Variabeln sind.
Unter denbesondern Fiillen, welche ichbehandelt habe, zeichnen
sichdieterniren Formen durcheinebemerkenswerthe Vereinfachungder Resultate aus. Ich erlaube mir daher dieselben fir diesen Fall
volistindig mitzutheilen.
Man bezeichne durch Edie Determinante der terniren Form
F= 0,22,0%,,
und durch E,,inbekannter Weise ihre Unterdeterminanten. Ferner
bilde man folgende 18Ausdriicke
h|1(8%|Bay, Be,y|\~3Ga+S—Fe). and mittelst dieser
350 XVI Ober dieTransformation ganzer homogener Differentialausdricke.
=1 (ten_ten_dey) Fee2ai-2\\¢ 4aaeth ~388at)+2(aiie/-l2le)wed(Ben4BeyBoy Boy Aumy(Hs+GY—gabeZr)
Eqg|31|) 20)_[a2]|a9
nebst den durch oyklische Vertauschungen von 1,2,3 ausibnen fol-
genden; endlich die18Ausdriicke
a4Awak2FdintEyrdar Ay=Ft—BEE+Be|eee,
sowie alle ihnen enteprechenden frdieneue Form
Fe Soni zien.
Mittelst dieser Ausdritcke alsCoefficienten werden diedrei alge-
braischen Formen
P=FAyX,X,,
®- SEX,
6=S40, XX,
und firF’dieentsprechenden I”,®',6’mitdenVariabeln ¥und V
anStelle von Xund Ugebildet.
Dann sind diefurdieMéglichkeit derTransformation von Fin
F’erforderlichen und ausreichenden Bedingungen genau dienimlichen,
wie diejenigen, welche stattfinden miseen, damit durch eine lineare
Substitution
Xm Sree
Tin IY, ®in©transformirt werde und gleichzeitig unter Voraus-
setzung der transponirten Substitution
Vem Sri 0,
©und ©entsprechende Zwischenformen werden, welche derGleichung
o-Re
geniigen, unter RdieSubstitutionsdeterminante verstanden.
Dieser Satz findet jedoch nur unter derVoraussetzung statt, dafs
diesechs absoluten zugehdrigen Formen und Invarianten vonI’,®von-einanderunabhingige Functionen derVariabeln 2,2525U,UyUysind.
XVIL. Ober dieTransformation ganzer homogener Differentialausdricke, 351
Istdiese Bedingung erfillt, soerhilt man aus denCovarianten-
gleichungen dieCoefficienten derinversen Substitution
Bam AX
undzwar40,dafsallgemein aBon3 wird,
Dazu bemerke ichnoch, dafs dievier simultanen Invarianten der
Funetionen I;®diejenigen sind, welche ich alsein vollstindiges
System von Invarianten desDifferentialausdruckes Fbezeichne.
Anmerkung.
Dieser Avszug der ephler im10,Bande des Joumals fir reine und an-gowandteMathematik erschienenen undanfdenfolgendenSeitendiowesBandes=*sbgedruckten Abbandlang Christoffels warde derAkademie von Borchardt
inderGesammtsitzung am7.Januar 1869 abergeben,
XVII.
Ueber dieTransformation derhomogenen Differentialausdracke
zweiten Grades,
Gournal fardiereine und angewandte Mathematik, Bd.70,1869, 8.46—70.)
1
Fobrt man inden Differentialausdrack
F=JS0,82,02,; i,k—1,2,...0,
inwelchem dieCoefficienten beliebige Functionen dervon einander
unabhingigen Variabeln 2,,2,...z,sind, statt derletztern einSystem
voneinander unabhiingiger Funetionen derneuen Variabeln 21,21,...2,
ein, s0geht Fineinen neuen Differentialausdruck
F= Soj,22,2%,
‘ber, welcher dem urspringlichen vermége derausgefthrten Substitu-
tion gleich ist.
Sind umgekehrt die beiden Differentialausdricke Fund F’ge-
geben, sokann man sich dieFrage vorlegen, welche Bedingungen er-
forderlich sind, damit der eine inden andern transformirt werden
Kénne, undfalls diesméglich ist,welche Substitutionen dieverlangte
‘Transformation leisten.
Wir bezeichnen firdiese Untersuchung dieSubstitutionsdetermi-
nante und dioDeterminanten von Fund F”wiefolgt:
az, Om BamStiga"
Dt On Oy=E, DE Oy OyEY
Dann findet, wieausderalgebraischen Invarisntentheorie bekannt ist,
eine und auch nureine Transformationsbedingung
E'=E
‘XVIII. Transformation der homogenen Differentislausdrticke zweiten Grades. 353.
statt, und diese wirde auch fiirdenvorliegenden Fall ausreichen, wenn
die Coefficienten @von Fund die Elemente von rconstant wiren.
Imgegenwirtigen Falle missen jedoch noch andere Bedingungen er-
fUlt sein, danicht jedes System linesrer und homogener FunctionenYon22,,224)..+2%,welchesanStellevon22,2%,...22,gesetatFinF*dberfihrt, diegestellte Aufgsbe lést, sondern nureinsolches,
welches den Integrabilititsbedingungen gentgt, damit dieAusdricke
flr22,, Oa, ...2x,vollstindige Differentiale werden.
Wenn allgemein Feinhomogener Differentialausdruck von be-
liebiger, und F’von dereelben Ordnung ist, #0finden ebenso flrdie
‘Transformation von FinF’, weil frdieDifferentiale lineare Subati-
tutionen gelten, runiichst diesusderalgebraischen Invariantentheorie
entspringenden Bedingungegleichungen statt, unddiezugehdrigen Formen
liefern, wenn dieOrdnung von Fgrisser als2ist,imAllgemeinen
véllig bestimmte Werthe fiirdieCoefficienten indenAusdriicken der
urspringlichen Differentiale durch dieneu einzufthrenden. Aber diese
Coefficienten milssen noch denhinzugehdrigen Integrabilitatsbedingungen
unterworfen werden, wobei dieEigenschaft derzugehdrigen Formen,
unmittelbar nicht diedirecte, sondern dietransponirte Substitution 2u
liefern, wesentlich inBetracht kommt (vergl. art.10).
Vereinfachungen dieser Artfinden fiirdiehomogenen Differential-
ausdriicke zweiten Grades nichtstatt,dasichflrdieselben ausden
algebraischen Bedingungen nur eine Invariante und eine 2ugehdrige
Form ergiebt. Ichwerde daher imFolgenden dieHulfsmittel ausein-
andereetzen, mittelst deren dieser aufdenverschiedensten Gebieten s0
wichtige Ausnahmefall sich erledigen lisst, und bemerke nur noch,
dass tberdenFall,woF=22}+22}+é2$ist,cinausfthrliches Werk von Hern Lamé existirt (Théorie des coordonneés curvilignes),
wihrend diegegenwirtigen Untersuchungen urepriinglich durch die
Ausdehnung des Problems deraufeinander abwickelbaren Flichen auf
Gebiete von mDimensionen veranlasst worden sind.
2.
BeiderUntersuchung derBedingungen, welche furdieMéglich-
keit der@leichung
ay Douteen =Yoye2,22,
erforderlich sind und hinreichen, werde ichmich aufdenFall be-
sohrinken, wodieDeterminanten Eund E’dieser Differentialausdriicke
nicht identisch gleich Osind. Dieneuen Variabeln 2’werden alsdie
unabhiingigen betrachtet und ihre Differentiale constant angenommen.E-A.Chrlatottel, GesammsieAbhandlengen, 1 23
354 XVII. Transformation derhomogenen Differentislausdriicke rweiten Grades.
Ersetztmannunjedesdz,durch@2;+2,undbezeichnetdie den Differentialen 32° entsprechenden Zunshmen der urepringlichen
Variabeln xebenfalls durch 62, somuss in(1.)allgemein 2xdurch
22+dxersetztwerden.FohrtmanalsdannbeiderseitsdieQuadrate undProduete aus, soergiebt sich nach Beseitigung Ubereinstimmender
Theile
(2 20, 27,82,— Lo0,,22,824.
Vergleicht man hier dieCoefficienten von é2), sofolgt
a: BetDowie b2,—>o,,82,,
und hieraus
re ,‘paOxy (3)x,—Doe Shen,
woE;,inbekannter Weise dieauseiner Aenderung von@;,(nicht
von@,,) entepringende Unterdeterminante vonE”bedeutet.
In'der Gleichung (2.)lasse man nun jedes 2’umsein Differential
é2’, in(1.) dagegen um2’wachsen, wodurch dieDifferentiale zur
Rechten nicht geindert werden; dann folgt:
Do,27,82,+Dio,27,82, +Jo,ez,262, —Seo;,22;82,,
Db0y82,02,+2S0,027,824, —S805,22,22,.
Dividirt man dieaweite Gleichung durch 2und subtrahirt sievon der
vorangehenden, 80folgt
Jo,H2,82, +300,027,824, —$Sour er,
=Dio),02,52,— 4S80),22,22,.
Wird nun aur besseren Usbersicht
1[2|Pe,es)_[on (4) slat -e)-2]
gesetzt, woraus
hg)_poh ort_fh)49k ®) CE)=Ee]meSP-(21+0%]
folgt, und dieselbe Beveichnung beidertransformirten Form benutzt,
80ergiebt sich
6)Douttaex+ >plenenen =DTG]e202.* oo Si
Hier ersetze man 62,durch seinen Werth aus(3), wodurch dierechte
Seite in
XVII. Transformation derhomogenen Differentialausdricke zweiten Grades. 355
. Ey a,Pleataa’,>Oyo Oba, Dll, Dont
‘ubergeht. Durch Vergleichung derCoefficienten von 3,folgt also
a it). B24aoat Sebzon
DieseGleichung moltiplicire ichmit“+undsummire UberdieWerthe
yon k. Wird alsdann
itEe a o)S- (7)
gesetzt, woraus
ney fat @) -()
folgt, und diegleiche Bezeichnung beidertransformirten Form an-
gowandt, soergiebt sich
os, aN ap)'22,a2+Blresea—3D“FyBeee
woraus offenbar auch riickwarts dieGleichung (6.)folgt, und eswird
hiernach firalleWerthe von @,6und r:
as, ik)OyOa ap\/22, @)weet Qtr -QM
DieseGleichung liefert“+ Gleichungen furjedesr,alsoimGenzen
einSystem vonn+" simultanen partiellen Differentialgleichungen
zurBestimmung dergesuchten Substitution. Sind dieselben befriedigt,
sosind selbstverstindlich dieIntegrabilititabedingungen furdielinesren
Ausdriicke derurspringlichen durch dieneuen Differentiale erfillt.
Diese Gleichungen vereinfachen sich sehr betrichtlich, wenn alle
Coefficienten @derurepriinglichen Form constant sind, indem indiesem
Falle, aber wegen (7.)und (6.) auch nurunter dieser Voraussetzung,
alleAusdrdcke {‘*)verschwinden. Manerbiltalsdann furjedeurepring-
liche Variable einSystem vonlinearen partiollen Differentialgleichungen,
und firalle Varisbeln das nimliche System. Das gleiche Resultat hat
Herr Lamé ftirden von ihm behandelten oben erwibnten Fall ge-
fanden.
as
856 XVI. Transformation derhomogenen Diferentialaasdricko rweiton Grades
3.
Wenn esnicht méglich ist, dieurspriinglichen Varisbeln =als
Funetionen derneuen 2°sosubestimmen, dass dieGleichungen (9.)
befriedigt werden, 90istdieTransformation vonFinF’unmdglich,
dsdiese Gloichangen sich mitNothwendigkeit ergeben, wenn dieMog-
lichkeit dieser ‘Transformation vorausgesetzt. wird.
Sind dagegen dieGleichungen (9.) aufirgend eine Weise erftllt,
80wirft sich dieFrage auf, inwieweit sierum Rickschlusse aufdie
Gleichung (11), d.h.aufdieFormel F=F’berechtigen. Umdies 2u
untersachen, fllhre man dievorsusgesetzte Lésung derGleichungen (9.)
inFein, woraus
P=JSoj,02\02, =F"
folgen mdge. Dann handolt essich darum, welche Bezichungen zwischen
denentsprechenden Coefficienten von F”und F”stattfinden.
Nun sind dieGleichungen (9.) nichts anderes alseine identische
Umformung derGleichung (6.), aus welcher sieselbst folgen, und
welche siesuch rickwarts nach sich zichen. Geht man aber, statt von
F=F, jetzt vonF— F”aus, soliefert dieRechnung desart.2statt
desAusdrucks, welcher dort sufderrechten Seite von(6.)steht, den
neuen Ausdrack
“PYeat2x',82;,,
‘und dieser muss dem urspriinglichen gleich sein. Also ergiebt sich
allgemein ..WT-
woraus wegen (5.)
ae, 0%
‘ox,~Ox,
firalle Werthe von g,h,kfolgt. Die entaprechenden Coefficienten
von F” und F”unterscheiden sich demnach nur um additive Constanten.
Damit diese Constanten vorschwinden, reicht esaus, dase irgend einmalF"=F’werde,mitanderenWorten,dassdieLésungder@leichungen (9.)den aus derGleichung (1.) hervorgehenden Transformationsrelationen
am0%_ (10)Donte A~o,,
firirgend einspecielles Werthesystem derneuen Variabeln Gentige
Ieiste. Wir haben also den Satz:
‘XVIIL Transformation derhomogenen Differentialausdricke xweiten Grades. 357
Wennesmiglichist,dieurspriinglichen Variabeln2,,2p...2, alsFunctionen derneuenVariabeln 2,2,...2,90subestimmen,dassdasGleichungssystem (9.)befriedigt wird,undmanunterwirftdiese Functionen noch derAnfangsbedingung, dass sienebst ihren
ersten Derivirten fiirirgend einspecielles Werthesystem derneuenVariabeln deninderGleichung F=F”enthaltenen Transformations-relationen Geniige leisten, sofinden diese Transformationsrelationen
und mit ihnen die Gleichung F=F" fiir alle Werthe der neuen
Variabeln statt
Daraus folgt, dase diein(1.) enthaltenen Transformationsrelationen
durch dieGleichungen (9.)bisanfdieihnen zuontnchmende Anfange-
bedingung dberfllssig gemacht werden, sobald dieletztern miteinander
vertriglich sind.
Das Gleichungssystem (9.) enthalt also, seine Miglichkeit vor-
ausgesetst, bisauf dieerwihnte Anfangsbedingung diesimmilichen
fiirdieTransformation vonFinF”nothwendigen undausreichen--den Bedingungen, und ersetst hiernach gleichecitig diealgebraischen
aus (1.) hervorgehenden Transformationsrelationen und diehinsw-
gehirigen Integrabilititsbedingungen.
4.
FardieMglichkeit derGleichungen (9.)sind neue Integrabilitate-
bedingungen erforderlich, 2uderen Herleitung wirjetzt Ubergehen. Um
tugleich denNachweis zufthren, dass diese dieGleichungen (9.)nicht
rlickwarts nach sich zichen, betrachten wir statt der letziorn das
System, welches ineiner derfolgenden Gleichungen enthalten ist:
az, >» py" rwyPeatRheeBetha+Cp @ae, Sei ar"4(7sade+SUFlemByla+ (2)
wo,wieimFolgenden allgemein, dieersten Derivirten
ar yt
an,7Me
gesetzt sind, wihrend wirfrdiehdhern Derivirten diegewdhnliche
Bezeichnung beibehalten. Aus demVorstchenden wird alsodasSystem
(9)erhalten,indemmandieGréssen(Sh)allegleich0setzt.
DieinRede stehenden Integrabilititsbedingungen werden erhalten,
wenn man dieerste Gleichung (9'.)nach z,,diesweite nach x,dif-
ferentiirt und dieDifferenz bildet, wobei die dritte Derivirte von z,
358 XVIII. Transformation derhomogenen Differentialausdriicke rweiten Grades.
wegfallt. Beachtet man,dassauchdieGlieder, welche einenachx,und
x,genommene zweite Derivirte enthalten, sichwegheben, sofolgt:
afr}al] a, iya, zich wentSPaertag—2Ilats
altaed apy2, ery’2,
Daraus geht zuniichst hervor, dase dieIntegrabilititebedingungen far
dasSystem (9'.) genau dienimlichen sein werden wie firdie ur-
spriinglichen Gleichungen (9.),sobalddieGréssen ()demfolgenden
Gleichungssystem Geniige leisten
SME THI (uyears enyey AL)af ~Di) Ve)+ee,
welches sich leicht ineine symmetrische Form setzen lisst.
Ichsetze nunvoraus, dass diese Bedingung furalleWerthe von r,a,Bundyerfllltist.Werden alsdannindervorangehenden Gleichung
flrdiezweiten Derivirten ihre Werthe aus(9.eingesetzt, 0folgt:
alt}al?I] 2feaaMy
+Dee(Sele-Peh ew)
SU (SCe-Pelee)
(ter aN). ~2a oe,
+DNSOYeBdarw)
~QS Sear)
‘XVI. Transformation der homogenen Differentialausdricke zweiten Grades. 359
Hier heben sich alle@lieder weg, indenen dasProduct auszwei Deri-
virten uvorkommt; vereinigt man diedbrigen Glieder, indem man
rechts 4mit vertauscht, sofolgt:
al)_al} 1)(o6)_f08) (2m1)) SHELAED,Senestsetl)ees (12)ae
ate’ a7)’
; ' 22 <B\fery’_fary'(0ey "5 -2 tz,~ez,+SUNN 7)(Pyar
Wir haben also dasfolgende Resultat.
Das Gleichungssystem, selches aus(12.) hervorgekt, wenn fiirr,«,BundyalleWerthevon1bisneingeselst werden,enthiltallefiirdieMoglichkeit desSystems (9.) erforderlichen Integrabilitats-
bedingungen. Aber eskann dieGleichungen (9.)might ersetsen, in-
dem ausihm riickwiirts nicht diese, sondern dieallgemeinern Glei-
chungen (9.')folgen, indenendieunabhiingigen Glieder ()dem
Gleichungssystem (11.) Gentige leisten.
5.
DieGleichungen (12.) mitssen firdieweitere Untersuchung durch
cinanderee, gleichbedeutendes System ersetzt werden. IchmultiplicirefardiesenZweckmito,,u}undsummiretiberalleWerthevonkundr.Esistklar, dase diehieraus folgenden Gleichungen auch wieder zum
System (12) zurtickfthren, wenn man, nachdem dieeben bezsichnete
Sommation wirklichausgofthrt ist,mit5%.="multiplicit, hierautauerst nach4,dannnach1summirt undzuletat 9—1setzt.
Bei derangegebenen Operation geht die Gleichung (12.), da
wegen (10.) .Jo,H) =044
ist,munichet in
;
Dei Deakas ostel Ueled
ee yan’ .(ALTTYsorpatypertpenyyn) =aLL, sreeenteren aa;
Atber, sodass dienoch rickstindigen Reductionen frbeide Seiten der
Gleichung dienimlichen sind, Nun istnach Gleichung (7.)
360 XVII. Transformation derhomogenen Differentialausdriicke rweiten Grades.
Del? |-[2),
also wird dieaufderlinken Seite nach rgenommene Summe
wigSlee teHGeatSIRI (PIED,
wenn inden beiden Summen, welcho Derivirten von oenthalten,
pstat rgesetzt wird. Femer istnach (6.)
den rip), pik) eyENO) eee 0
oy ‘i com(l-ae--G) ae-frl-()
und die inRede stehende Summe wird
aft) ft] : ‘SE SEED.
Diesen Ausdruck bezeichne ichvonhier abdurch (gkhi), sodass, wenn
dieGrossen {%'},{9}mittelst derGleichungen (7.)weggeschattwerden, .af) af] ;osonFEI SyC02)-ID:
oder wenn man dieDerivirten susfuhrt,
Bo,|Bem, do, eo,«ay[ora=F+eae -ae)Fas(foe [|+SCI0-0D
wird. InFolge dieser Bezeichnung, welche wir auch firdietrans-
formirte Form benatzen, nehmen dieIntegrabilititsbedingungen (122)
diefolgende Gestalt an:
(15.) («dp =.Oia
Far dieses System vonGleichungen giltdasnimliche Resultat wiefir
dieGleichungen (12.), dass siedasvollstindige System aller zu(9.)
gehrigen Integrabilititebedingungen bilden, aber nicht die Glei-
chungen (9),sondern dasallgemeinere System (9)unter Voraussetzung
XVIL. Transformation derhomogenen Differentialausdricke zweiten Grades. 36]
derRelationen (11.) nach sich ichen, also die2(1.)gehdrigen Inte-
grabilititebedingungen nicht ersetzen.
DieCoefficienten imvorstehenden Formelnaystem haben folgende
Eigenschaften. Vertauscht man in(13) imith,20folgt
16+) (okih) =—(gkhi).
Vertauscht man in(14.) gmit&,sofolgt
(16) (kghi) =—(kbs)
Vertauscht man in(14) gmit¢undzugleich &mith,s0ndert sich
sufderrechten Seite wegen Eye—Euy nichts, und esfolgt
(ihitg) =(9k)
oder
(a6) (high) =(gthi).
Endlich erhilt man ohne Weiteres
(16+) (kha)+(ghik)+(gikh)=0,
wobei zubemerken ist,dass diese Formel aufeine dervorangehenden
zurtickfubrt, sobald sich unter denZahlen ghik awei gleiche befinden.
Mittelst dieser vier Formeln liest sich dioAnzahl derin(15.)
enthaltenen und wesentlich voneinander verschiedenen Relationen leicht
bestimmen.
Zuniichst sind wegen (a. und (b,) alle Fille ausruschliessen, wo
a@=8 oder B—7 ist, sowie diejenigen, welche durch Vertauschung
von «mit doder von #mit yfolgen. Fir adsowie firAysind
demnach nurCombinationen ohne Wiederholung derZahlen 1,2,...
zunehmen, derenAnzahl gleich"*=—a,ist, Jetzt zerfallen dieAusdritcke («38> indrei Gruppen, dieerste
von n,Ausdriicken, welche derVoraussetzung aé—Byentaprechen,
dieaweite von"=" Ausdricken, indenenadnichtgleichByist,
wihrend diedritte Gruppe von gleichviel Ausdritcken, welche sich aus
derweiten durch Vertauschung von «3mitByergiebt, wegen (c)
auszuechliessen ist. Also erhalten wir wegen (a), (b.) und (¢)nur
m+) Ausdricke (0687)’
‘Daaber jede Gruppe «87, inwelcher keine Zahl mehr alsein-
malvorkommt, eine Gleichung (d)liefert, solassen sich imGanzen
n= bal 1)(0—2)(n—3)
von den eben erwihnten Ausdricken durch andere darstellen, und es
bleiben nur
MH 4 _tt)2 * 12
362 XVIIL Transformation der homogenen Differentislausdricke rweiten Grades.
von einander werentlich verschiedene Ausdricke («3By)' Ubrig; dies
istdemnach dieAnzahl derGleichungen (15.), soweit sienicht aus-
einander folgen.
DieAnzahl derGleichungen (10.)ist““*); addirtmandieszur
vorstehenden Zahl, soerhilt man
n(n+1) n(n?—1) (H+29(n+ Iain—3) MED RDttnpOTDALIN) |
und esistdemnach frn—2 dieAnzahl derGleichungen (10.) und
(15) kleiner alsdieAnzabl n*+n derinihnen vorkommenden Un-
bekannten, nimlich der urspriinglichen Variabeln und ihrer ersten
Derivirten, frn—3istsiedieser gleich und flr»>3istsiegroBer
als dio Ietztere.
,
Ebenso wie dioGleichungen (10.) alsTransformationsrelationenzurGleichung (1.)oder(2.)gehdren,#0sindauchdieGleichungen (15:),
wieausihrer Form hervorgeht, dieTransformationsrelationen zueiner
Form vierter Ordnung. Bevor wirzurHerstellung dieser Form dber-
gehen, werden wirnachwoisen, wie man allgemein ausden zuirgend
einer Form gehérigen Transformstionsrelationen mittelst der Glei-
chungen (9.)zudenTransformstionsrclationen fireine neve Form ge-
langen kann, deren Ordnung umKins gréseer istwiedieOrdnung der
urspriinglichen Form.
Sei
oe : G,Fi eB iy
cine ausdenCoefficionten vonFabgeleitete undindenDifferentialen
22,22,...0xwfach lineace Form, @,ihretranaformirte, mithin all- : ”
gemein (CA id©(iin.ius.--u's,
wowiebisher —
=%mae
musetzen ist. Differentiirt man nun nach 22,80folgt
Bie tedee ee
ae i)ah te PmDSbi)fiews iG,
+StetahSG i, is
XVIIL Transformation der homogenen Diferentislausdrdcke aweiten Grades, 363
Setzt man nun inPfr die zweiten Derivirten ihre Werthe
an, a2,)" 2 85) gle. wig, |a“Bl r)us,
ein, 20erhilt man fir Peine Differenz U—V, wo
> id COREE EE
HDUPYDt aided ahpe
c we,
MDE) oeeaHPGre gt]
und"
VmSein STEGAADH(D]Ga. te]
ist, Fuhrt man den hierdurch bestimmten Werth von Pcin, und
bringt Usufdielinke Seite derGleichung, wihrend aufderrechten
alles unter einSummenzeichen gebracht wird, soergiebt sich folgendes
Resultat:
Unter der Vorausseteung, dass alle Integrabiltdtsbedingungen
formationsrelationen u*" Ordnung
am) (64046)=SGrigio
cinneues volistindiges System vonTransformationsrelationen (u+1)”
Ordnung
an) (YB GiDaa,
wenn man*
ag)CRA tea2STPGat (PB]Gat]t
setst und diese Beseichnung auch fiirdietransformirte Form benutst.
Mittolst dieses Satres kann man aus einer Gleichung G,—G, cine
Reihe Ghnlicher Gleichungen G,41— Gi'+1, Gua Gisa, usw. ab-
leiten, bisman aufidentische Relationen oder solche kommt, dieaus
frttheren susammengesetzt sind.
364 XVIII. Transformation derhomogenen Differentialausdriicke zweiten Grades.
Der erste Fall tritt bei der Function ¥selbst ein. Nimmt man
nimlich (,i,) =0,,,, 80wird
wey 0m e ‘i)=FESUEottous)f
Bony pity) _piiy~e -TE)-[2]
nach einer inart.5.benutzten Formel, unddies istwegen Gleichung (5.)
stete gleich Null.
1
Wir gehen nun zurDarstellung derjenigen homogenen Form G,
‘ber, zuwelcher dieGleichungen (15.) als‘Transformationsrelationen
gebdren. Dieselben lauten
a wo) Ot;Om,Bay,8: (18)(cee)<2(sisi)5aetBe ford
und esistwegen (16.)
(19.ao Chi) Giq)=——Gibt) Gait)=G44) iris) +Gish) +Gait) =0.
Wirmultipliciren dieGleichung (18)mit221,62,Dz,,4z,, untera,4,D,4verechiedene Differentiationszeichen verstanden, und setzen
2iisigi,)02,82,Dz, 42,—Cy a
dann folgt aus(18) durch Summation dber alleWerthe der«
Gi=G,.
Hier istalso G,cine quadrilineare Form derVariabelnsysteme 62,dz
Dz, 4z, welche alle derselben linearen Substitution unterworfen sind.
Aber diese Form istwegen derEigenschaften ihrer Coefficienten eine
sehr specielle.
Vertauscht man imiti,,was nichta indert, dabeide diegleichen
Werthe durchlaufen, und ereetat dann (i,ii,i,) durch —(iiji,i,), 20
folgt, dass G,nursein Zeichen indert, wenn 2mit6vertauscht wird.
‘Nimmt man furii,nurdieCombinationen ohne Wiederholung, sofolgt
G,—Deibivi) @a,04,—64,82)Dz,44,,
Das Gleiche ergicbt sich furDund 4,wenn i,und iverteuscht
werden, und esfolgt
(20)G,—'Sit) 2,82,—6x,8z)(Dz, 4z,—Dz,4z,),
XVII Transformation derhomogenen Differentialausdriicke zweiten Grades. 365
wenn derAccent amSummenzeichon bedeutet, dass sowohl flrii,,als
farj,i,nurdio“*=" Combinationen ohneWiederholung derZahlen
1,2... mgesetat werden durfen.
Vertauscht man nun imiti,i,miti,und wendet dieGleichung
(rinii,)=Gi,i,i,)an,90folgt,dassG,ungeindertbleibt,wennall- gemein 22,2, —é2,82, mitDx,4z,—Dz,42, vertauscht wird. @leich-wohldarfmannichtD=und4—4odereinesvonbeidensetzen,weil sonst dieCoefiicienten (ii,4,%,) und (iyi,ii,) oder, wasdasselbe ist,
(iii) und (ii,%,i,) nicht mehr voneinander getrennt bleiben, sondern
zuihrer Summe vereinigt werden, mithin ausG,— G;nicht mebr alle
‘Transformationsrelationen (18.) hervorgehen kénnen.
Dieletzteren ergeben sich auch ausden Formen
Hy=Diiyini)ezda,Dx,42, —D(iiyiyiex,Dz,42, 8%,
I,mDivine, Dx,4%, =Dbivigi)ex,47,8%,Dx,,
welche ausG,durch cyklische Vertenschung von ,Dund 4hervor-
gehen, und esistwegen (19.) identisch
G+ H+ J,-0.
8
Ichsotze nun voraus, man habe nach art.6.ausden Coefficienten
(ivigigi,) von G,neue Ausdriicke (ii,ii,i,) abgeleitet und mittelst der-
selben eine inden Differentislen @x,@2,2,@z,2xfllnffach lineare
Far ara
Form G,gebildet. Ebenso seiausG,aufdemselben Wege eine sechs-
fach lineare Form G,,ausdieser eine sicbenfach lineare G,abgeleitet
worden, u.s.w, bisman aufFormen kommt, deren Coefficienten ent-”
weder verschwinden oder suf frihere Formen zurickfuhren. Dann er-
giebt sich dasGleichungssystem
(A) FaF, G=Gi, GG, ..,
und esgeht aus-dem Vorangehenden hervor, dase flrdieMglichkeit
derersten von dieson Gleichungen dieMéglichkeit aller Obrigen er-
forderlich ist
Damit aber dieGleichung F—F’ méglich sei,isterforderlich
und hinreichend, dass dieontsprechenden Transformationsrelationen
() (qm)=Paina,
fir(i)=o,,undzugleich dieIntegrabilitatebedingungen
ou, aut, B. Be Oe @)
ae, Os,
866 XVIIL. Transformation derhomogenen Diffeentialausdricke rweiten Grades.
erfillt sind. Denn wenn beide Gleichungseysteme erflllt sind, 20giebt
esnFunctionen ,,%5,...%, derBeschaffenheit, dass dieGleichungen (F.)
durch diealigemeine Annahme
62%
Me Bx,
befriedigt werden, und dieSubstitution z,—0,, 2y—0%)... 2,— 0,
leistet dann dieverlangte Transformation von FinF*.
Damit dieGleichung G,—@; méglich sei, missen dicTrans-
formationsrelationen
(G) (e000) —SCivininidul woul
‘und dieIntegrabilititsbedingungen (B) erfullt sein..
Ebenso missen diese letzteren neben den ‘Transformationsrelationen
(G,) (a) =Si ful
erflllt sein, damit dieGleichung G,—G; méglich sei,u.s.w.
Dies festgestellt, wirde die‘Transformation von FinF”schon
dann unméglich sein, wenn dieverschiedenen Systeme von Trans-
formationsrelationen (F.), (G4); (Gs:) (Ge-), u.8.w.algebraisch nicht
miteinander bestchen kénnten, abgeschen von dennothwendig hinza-
zufligenden Integrabilititebedingungen (B).
Ichsetze daher, indem vondenGleichungen (B) ginzlich Abstand
genommen wird, voraus, die verschiedenen Systeme von Transfor-
mationsrelationen, deren Herleitung und Aufeinanderfolge oben fest-
gestellt wurde, seien algebraisch erfullt; dann handelt essich darum,
‘obdieIntegrabilititebedingungen (B.), vermittelst deren sus F=F”
alle dbrigen Gleichungen (4.) folgten, Uberfldssig sind oder nicht.
9.
Umdiese Frage, welche derKernpunkt desganzen Transformations-
problems ist, 2erledigen, will ichzur Vermeidung tberfldssiger
Rechnungen diehier erforderlichen Schldsse zunichst unter einer be~
stimmten Voraussetzang darlegen, welche keineswegs festgehalten werden
soll, und dann erst zur Behandlung der Frage inderjenigen Form
‘ubergehen, inwelcher siegestellt werden muB.
chwill also voraussetzen 1)dass dieUnbekannten 2undubei-
spieleweise durch das Gleichungesystom (G,.) vollstindig und ohne
Widerspruch bestimmt sind, unddass 2)diese Werthe derUnbekannten
auch dem folgenden Gleichungssystem (G,.) gentigen.
XVIIL Transformation derhomogenen Differentislausdrtcke zweiten Grade. 367
Nimmt man nun von denGleichungen (G,.) dieDerivirte nach
2.,,80folgt einGleichungesystem
Ane ead” Hii AD Oey afae -> Fate Me,+T
op)ahatat (6) Tm>(irivid gawn,
ite
«cau? +Sabine atapoo. rr “
InBerug aufdieses System istsunichst fostzustellen, was ausunserer
ersten Voraussetzung folgt, dass durch dasselbe dieWerthe aller
Derivirten
ae, ou,
vollig bestimmt sind, d.h. dass das System (G;,) eine derAnzahl
dieser Unbekannten gleiche Anzahl von Gleichungen enthilt, welche
inBezug aufjene von einander unabhingig sind, und keine Gleichung
dieses Systems mit andern imWidersprache ist.
‘Setzt man nun
ay (8aZ-4~(2)
ad, 4s, aa) 7h
0sind()-0,(c)0dieGleichungen, mittelst dereninart.6.
ausdenvorstehenden Gleichungen (@;,) diesoeben alsdieUnbekannten
dieses Systems bezeichneten Derivirten weggeschafft wurden, wodurch
jene indieGleichungen (G,.) dbergingen.
Schaflt man stat dessen diese Derivirten aus den Gleichungen
(G,) mittelst dervorstehenden Formeln weg, 20erbilt man aufder
rechten SeiteeinenindenGrissen (‘),(2)Tinearen TheilU,,der
sich vonderurspringlichen rechten Seite von(G,.) nurdadurch unter-
aut scheidet,dass%zdureh(*),iedurch(2)ersetztist.Dietbrigen Glieder heben sich gegen diolinke Seite weg, dawir voraussetzen,
dass dieGleichangen (G.) erflllt sind. Folglich gehen dieGlei-
chungen (G,) her ineinGleichungssystem
U,=0,
868 XVII Transformation derhomogenen Diferentislansdricke aweiten Grades.
welches ausjenenerhalten wird,wenndieUnbeksnnten durch(/),
(2)ersetzt, undalleunabhingigen Glieder unterdrickt werden.
Dieses System enthilt also ebenfalls eine der Anzahl der Un-
bekannten ($),(1)gleicheAnzahlvonGleichongen, welcheinBe- |
zug aufjene von einander unabhingig sind. Folglich kénnen diese
Gleichungen nurdadurch befriedigt werden, dassmanallgemein (*)—0,
(a)=alsonamentlich firjedesiund«
=2
Ma Gx,
setzt.
Wenn daher dieGleichungen (G,.) allein alleUnbekannten véllig
bestimmen, und dieihnen gentigenden Werthe derselben auch dieaus
(G,) fiiessenden Gleichungen (G,.) befriedigen, sosind alle Integra-
Dilititebedingungen erflllt, sodass bei diesen Voraussetzumgen die
Gleichungen (B.) dberfidesig werden.
10.
Esbedarf nach dem Vorhergehenden keiner neuen Rechnung, um
einzuschen, dass diese Folgerungen auch noch stattfinden, wenn alle
Unbekannten durch dieGleichungssysteme (G,), (G,), (G,), ...obne
Widerspruch véllig bestimmt sindundzugleich denGleichungen (4,1),
(G,41)s (Grar)y --+Genilge leisten, welche sichausdiesen nach art.6.
ergeben. InderTatfolgt dann ausjedem System (G,) mit Rilcksicht
anf(G,,,) einGleichungssystem U,—0, undesmuss sich dann unter
derSchaar von Gleichungen
U,=0, U,=0, U,=0, ...
eine Gruppe finden, welche ebenso viel Gleichungen enthilt alsUnbe-
kannte vorhanden sind, und deren Determinante vonNull verschieden ist.
ZndenGleichungen, ausdenen man dieurspringlichen Unbekannten
zund um bestimmen hat, gehdren inerster Linie dieTransformations-
rolationen (F:) selbst; sieunterscheiden sich von den Gbrigen ausser
ihnen 2uverwendenden Gleichungssystemen, z.B.von denGleichungen
(G,.) dadurch, dass dieausihnen nach art.6.abzuleitenden Gleichungen
identisch erfullt sind, indem sich fr(i,i,) —@,,, (éi,4,)—0 ergab.
Folglich erhalten wirdenLehreate:
Aus dem urspriinglichen Differentialausdrucke Fleite man su-
nichstnachdenartt.5.und7.dieFormG,ab,unddannaus
XVIII, Transformation der homogenen Differentialansdricke awsten Grades. 369
dieser nach art6.dieFormenreike Gy,Gy,u.s.1e. Wenn alsdann
durch dieTransformationsrelationen, welche suden Gleichungen
P=F, -G/, G-G, ... GG,
gekiven, dieWerthe derUnbekannten xund uohne Widerspruch
willig Bestimmt sind, und diendmlichen Werthe derUnbekanntenauchnochdenTransformationsrelationen Geniigeleisten,welchesich ausdernéichstfolgenden Gleichung
Gy Gea
ergeben, 20sind rugleich alle fiirdieTransformation vom FinF°
exforderlichen Integrabilitatsbedingungen erfilt, und eswird allgemein
ayw=oh.
Durch diesen Lebrsatz, welcher inallen Fille’, woerAnwendung
findet, dieFrage nach denIntegrabilitatsbedingungen aberfdssig macht,
wird firdieAnwendungen der algebraischen Invariantentheorie ein
neues und frachtbares Gebiet eriffnet.
InderThat Kommt beiderAnwendung dieses Satzos derUm-
stand nicht mehr inBetracht, dass dieGréwen éz,(2,...vollstindige
Differentiale bedeuten, sondern manhatF,G,,G,,... nurnochals
algebraische homogene Formen mitdenVariabelnsystemen @z,22,...
tubetrachten, unterderVoraussetzung, dassalleVariabelneysteme der
némlichen linearen Substitution unterliegen.
Unter dieser Bedingung hatman nun, was ausrein algebraischen
Gronden entschieden wird, dieReihe dersufeinanderfolgenden Forsten
F,Gy Gs, ...soweit fortzasetzen, bissienabsolute Invarianten und
ebensoviel 2ugehirige Formen ¥,liefern, vondenen dieersten inBe-
sugaufdieVariabeln x,dieletztern tberhaupt von einander unab-
hingig sind. Sodan hatman noch firdieumeinGlied weiter fort-
geselzte Formenreihe F,G,,Gy,...einvollstindiges System von Iu-
varianten J,Jj,...2ermitteln, welche inBerug auf dieCoeffcienten
dieser Formen von einander unabhiingig sind,
Dann besteht dasSystem aller frdieMoglichkeit derTransfor-
mation von FinF”erforderlichen und ausreichenden Bedingungen in
denGleichungen T-rl, Lard, ..,
wordieSubstitutionsdeterminante ist,und dieExponenten 4constante
Werthe haben.
Esistangemessen, diese Incarianten I,I,,...derhinreichend
weit, aber nicht weiter alsnithig fortgescteten Formenrcihe F,Gy,Gy,---BBChrlatottel, GemmmetieAbtandangn. 2
370 XVII. Transformation derhomogenen Differentialausdricke zweiten Grades.
auch alseinvolistindiges System von Invarianten desDifferentialaus-
druckes Fsubezeichnen.
Sein U,,Uy, ...U,dieVarisbeln inden urspringlichen, V,,
Vy,...Vydieselben inden transformirten zugehdrigen Formen, so
dass zururepriinglichen Substitution
én,=Duan’,
dietransponirte V=EM,
gehdrt. Sind unter dieser Voraussetzung dieGleichungen zwischen
den mugehérigen Formen diefolgenden
PVay Vay= BOs, Uy---)y
flrs—1,2,...n-und constante Werthe der j,20folgen, wean
unter &eine beliebige Function der urspriinglichen Variabeln ver-
standen, undallgemein en
y=
gesetzt wird, dieGleichungen
@2eB @232 WiFeeSage) OR(SesGage)”
Solche, eine willkiirliche Function 2enthaltende Ausdriicke
202a w(Fegee-)
milssen alssugehirige Formen desDifferentialausdruckes Fbeseichnet
werden.
Ebenso liefern dieCovarianten des Systems F,G,,G,, ...=
Gleichungen O1(C2,,ey.) =POOny, 724,«>,
und dieDifferentialausdriicke
(2, @, --.)
miissen alsCovarianten desDifferentialausdruckes Fselbstbezeichnet werden.
11.
UmdenInhalt desimvorigen art.gefundenen Satzes genau fest-
zustellen, muss hervorgehoben werden, dass dieBedingungen desselben
nicht unter allen Umstinden erfiillt werden kénnen. Wenn es sich
2.B.umdieFrage bandelt, obzwei gegebene Oberfidchen sufejnander
ohne Debnang abgewickelt werden kinnen, sohatman eine Gleichung
F=F' firn=2 zuuntersuchen. Wenn nun dieAbwickelung einer
XVILL, Transformation derhomogenen Differentislausdricke sweiten Grades, 371
Fliche aufdieandere, slso dievorstehende Gleichung méglich ist, 80
wird man ausdenindenGleichungen F=F’,G,— Gj,G,=G;,..-
enthaltenen Transformationsrelationen, wie weit diese Reihe auch fort-
gesetzt werden mag, doch indenjenigen Fallen niemals bestimmte
Werthe der zund uerhalten, wo die vorgelegten Flichen insich
selbst stetig verschoben werden kénnen, weil indiesen Fallen die
‘Transformationsrelationen, ohne Aenderangen der neuen Variabeln,
stetige Aenderungen derurspriinglichen gestatten.
Esisthiernach leicht, dieBedingangen firdenallgemeinen Fall
anzugeben, welcher derVerschiebbarkeit einer Fliche insich selbst
entepricht.
Das Gréssengebiet derVariabeln 2,%,... 2,wird einbeiun-
veriinderlichem Finsich verschiebbares genannt, wenn durch dasRe-
sultat der Transformation von Fdie anzawendende Substitution nicht
vollig bestimmt ist. Esistklar, dass diesimmtlichen Bedingungen
flrdasStattfinden dieses Falles inidentischen Gleichungen zwischen
solchen Invarianten und 2ugehdrigen Formen von Fbestehen, welche
unter den Vorsussetzungen desvorigen art.von einander unabhiingige
Funetionen der Variabeln zund wsind.
Indiesem Falle werden dieIntegrabilitatsbedingungen nicht aber-
fidssig, weil man allen Transformationsrelationen genigen kann, ohne
dieinart.9.durch(i),(2)bezeichneten Ausdriicke gleich0zu‘setzen.
Far alle abrigen Fille gilt das schne, und aus der Natur der
Sache keineswegs apriori zuerwartende Resultat, dass alle firdie
Moglichkeit derTransformation von F’inF’nothwendigen und aus-
reichenden Bedingungen sich alsGleichungen zwischen Invarianten
darstellen lassen, wenn dieser Ausdruck zurBezeichnung dergleichen
Formverhiltnisse wieinderAlgebra angewandt wird, und dase auch
beidem hier behandelten Transformationsproblem zugehSrige Formen
und Covarianten genau inderselben Bedeutung, wenn auch ausganz
anderer Quelle auftreten, wiebeidenanslogen algebraischen Problemen.
12.
AlsBeispiel zurvorangehenden Theorie behandle ichdenFall
n=3, beiwelchem sich merkwardige Vereinfachungen darbieten.
Werden wie inGleichung (20.) firi,i,ebenso wie forkk, nur
Combinationen ohne Wiederholung derZahlen 123, also z.B.nurdie
Gruppen 23,31,12genommen, sokann man dieTransformationey
rolationen (18.) von G,indieForm
a
872 XVIIL Transformation derhomogenen Differentialausdritcke sweiten Grades.
(BxBa7s70)’="Gataaha)(uy,—alu)(agile—attwl) setzen.
Ichbestimme nunvierZahlen f,y,iundkdurch dieBedingung,
dass 68,By, 77172) ‘iyi, und kk,ky positive Permutationen derZahlen
123 werden, sodass also gleichzeitig z.B.
B=1, B=2, B38,
oder 6=2, 6,—3, A,—1,
oder B=3, f,—1, 8-2
wird. Man erkennt hieraus, dass auch umgekehrt durch den Werth
yonBsowohl f,als6,bestimmt ist.
Dies festgestellt, bezeichne ichdieauseiner Aenderung von wi,
hervorgehende Unterdeterminante vonrdurch ri,und setze, dai,iysowiekk,durchdieWerthe voniund&vélligbestimmt sind,
(isk) =Any
0dass nach (14.)
L(gamyaay_doy, Eas|8]pa su32aecds958Gat)+28Celle]-[elle) @)1/2!,Geyote,Pe, Eayptt 127713An=9(533 tageh athens) te Cl)-LTe)
wird, woraus die Abrigen durch 2yklische Vertauechung von 123
folgen.
Dann nehmen dieTransformationsrelationen von G,dieeinfache
Form an:
(b) Ay,F407.
Inabnlicher Weise lassen sich die zuF'=F"gehérigenTransforma- tionsrelationen, wie2.B.ausderzugehdrigen Form vonFhervorgeht,
durch diefolgenden ersetzen:
©) E,,=DEwin.
Hierzu gehért dieBemerkung, dass wegen derGleichungen (19.)
(@) Aum Av
istund, was spiter zurAnwendung kommt, A,,sein Zeichen wechselt,
wonn i,und i,oder ,und A,miteinander vertauscht werden.
DieGleichungen (6.)und (c.)sind hiernach nichts anderes alsdie
‘Transformationsrelationen firdiesimultane Ueberfihrung derterniren
quadratischen Formen
‘XVIII. Transformation der homogenen Differentialausdriicke zweiten Grades, 373.
r=P4aXXv,
©- SEX, .
indiefolgenden
r=ZAEE,
o- SEER
mittelst der linearen Substitution
© X=S48),
deren Determinante
. Ra?
ist,und zuwelcher dieinverse Substitution
©) BnDX
gehort.
Esistbekannt, dass dieses Transformationsproblem einbestimmtes
ist,indem viersimultane Invarianten unddreizugehdrige Formen exi- ‘
stiren, welche inBezug aufdieVariabeln derletztern und dieCoef-
ficienten von I’,@von einander unabhingig sind. Daraus ergeben
sich drei absolute Invarianten; wenn diese auch inBezug auf die
Variabeln x,2,,7,von einander unabhingig sind, soistesnach dem
Lehrestze des art. 10.flrdiegegenwirtige Untersuchung nur noch
néthig, zuFund G,dienichstfolgende Form G,abzuleiten. Nun
istnach art. 6.
Givi) =a5) ~2[ean +(8)Gamm)
+(P)aaa) +PP]Gana):
Indieser Summe hatman imersten Gliede flr4nurdieWerthe i,
und izunehmen, da(i,i,k,4,)—0ist.Verfihrtmanebensobeiden brigen Gliedern, und vertauscht inden Fallen, woi—i oder =k
gesetzt wird, diesen Index mitdem zugebérigen, sofolgt zuniichst
(aint)—PS—Gist[88]+(8}+(8)+(BE)
+(8G) +(99)GK) +PEGE” +(P)GikeD-
Nun sind iii, iii, und kkk, kkAzugleich mitiii,undkh,ky
814 XVIIL, Transformation der homogenen Diferentialausdricke zweiten Grades.
positive Permutationen von123; slso folgt, wenn rechts inderKlammer
desSubtrahenden noch(4°)+{4}addirtwird:
.
5 OAn r
i rf b +AaHE At(Aa t(Eat PB)Aa+PE)Aa:
Diesen durch dioWerthe g,i,kvéllig bestimmten Ausdruck bezeichné
ichdurchA,,,80dass(gisishihs) =Asay
und nach der leicht herzuleitenden Formel
or)_1aED(i)~ ne,
OA Ay2E gh gh O)A=Gtee+tS(T]Ant(F]4a]
wird, Dieser Ausdruck hatdieEigenschaft, ungeindert zableiben,
wenn imitk,dagegen sein Zeichen zuwechseln, wenn i,mit i,oder
,mitk,vortauscht wird. InFolge dessen Inssen sich diezuG,— G;
gehérigen Transformationsrelationen
oarGBAang GG
indie infachere Form
@) Ain=BAe
bringen und fihren nun zueinem weitern merkwirdigen Resultate.
Sind nimlich frdiezugehdrigen Formen von Iund ®U,U,U;
die urspriinglichen, V,¥,V, dieneuen Variabeln, sodass dieent-
sprechende, zu(¢)transponirte Substitution wird
5) V.-2nU,,worausdurchUmkehrung , |«) u,-D ier.
folgt, soerbilt man ausderGleichung (¢), indem man mitV,z,5,
multiplicirt und nach @,8,7summirt:
Pia VRB 1BAU, Ky.
Daaberr—RteinePotenzderSubstitutionsdeterminante ist, und inbeiden Summen sowohl dieVariabeln derurspringlichen als
auch diederzugehdrign Formen vorkommen, somiissen dioselben
XVIII, Transformation der homogenen Diferentialsusdricko rweiten Grades. 375
‘entaprechende simultane Zwischenformen sein, undwirkénnen demnach
den folgenden Lehreatz aussprechen:
Um diefiir dieMiglichkeit der Transformation eines terniiren
quadratischen Differentialausiruckes
F=So,27,2%, ‘ineinenandern Fr=Zoycx,22,
erforderlichen und ausreichenden Bedingungen und, falls dieselben
erfillt sind, dieSubstitution zuerhalten, welche dieverlangte Trans-
formation leistet, bilde man mittelst derCoefficienten vonFdiedrei
algebraischen terndiren Formen
Dm 2A,X,X, .
O-ZE,X,X,
O=2A UXXs
‘und fiirF'ingleicher Weise dieentsprechenden Formen I”,@',0mitdenVariabeln3undVanStellevonXundU. Dann sind die verlangten Beditigungen genau diendmlichen,
welche erforderlich sind und hinreichen, damit durch eine directe
Substitution
X= 2n5,
Tin I’,®in©transformirt werde, und unter Voraussetsung der
V~SnU,
gleichzeitig ©und 6entsprechende Zwischenformen werden, welche
der Gleichung
o-Re
geniigen.
Dieser Sate findet jedoch nurunter derVoraussetsung statt, dass
diesechs absoluten sugehirigen Formen und Invarianten vonI,®
‘voneinander unabhiingige Functionen derVariabelnx,2,7,U,U,U,sind. Istdiese Bedingung erfilllt, soerhiilt man ausden Gleichungen
svischen den urspriinglichen und transformirten Covarianten von
T,©dieCoefficienten ut,derinversen Substitution, alsodar
durch dieInvarianten bestimmt ist,w,selbst undswar so,dass
allgemein
1 2%
“nae wird,
376 XVII. Transformation der homogenen Differentialausdriicke rweiten Grades.
Istsienichterfillt,80folgtstattdesvorstchenden SatsesdasResultat, dass dasGrissengebiet der Variabeln 2,2,% ohne Aende-
rung von Fstetig insich verschoben werden kann.
Aus art.10.folgt, dass unter denVoraussetzungen desvorstehen-
denSatzes alle frdieMéglichkeit derTransformation von FinF”
erforderlichen und susreichenden Bedingungen sich mittelst dersimul-
tanen Invarianten dreier homogenen Formen F,G,, G,und ihrer
transformirten darstellen lassen. Dieses Resultat setzt ebenso wie der
obige Satz voraus, dass beiderElimination derSubstitutionscoefii-
cienten w,oder r£,aus welcher dieinRede stchenden algebraischen.
Grundformen hervorgehen, aufIntegrabilititsbedingungon zwischen den-
selben keinerlei Ricksicht genommen werde.
Nun istoben gefordert, essollen sichdieGréssen ,,,durch dio
Coefficienten vonI’und®,unddieGrossen 4,, indergleichen WeisedurchdieCoefficienten vonI”und®soausdricken lassen,dass1)©einesimultane Zwischenform von I’und ®,2)6’dienimliche simultane
Zwischenform vonI”und@,und3)6’[email protected]
von Rzeigt, dass diesen Bedingungen nicht geniigt werden kann, wenn
dieGréssen A,,, rationale Functionen derGrissen A,,, E,,sind.
Andererseits lassen sich diese Bedingungen sicher befriedigen, wenn F”
nicht willkirlich gegeben, sondern ausFdurch irgend eine Substitu-
tion, 2B.dieidentische 2,—2,abgeleitetwordenist.Alsohaben wir den Satz:
Man kann fiirjeden terndiren quadratischen Differentialausdruck |
FdieindenGleichungen (f.)eingefiihrten Griissen A,,, alsirratio-naleFunctionen derCoefficienten vonIund®sodarstellen, dass@cinesimultane Zwischenform vonIund@wird,diesuihrer transformirten inderBesichung 6’—Ri@ steht.
Fagt man mudieser dieGleichungen Y=’, ©’—®und
ZLnii-B,
soerhilt man 31Transformationsrelationen, susdenen sich, obgleich
dieVariabeln von @verschiedenen Substitutionen unterworfen sind,
die9Substitutionscoefiicienten ri,soeliminiren lassen, dass alle Eli-
minationsresultate die Invariantenform
I'=RI
annehmen.
Indem Hauptfalle, wodurch das Resultat derTransformation
yon I’und ®dioanzuwendende Substitution vollig bestimmt ist, gilt
dasGleiche nothwendig auch von den drei Functionen I,®und @.
Alsdann istdieAnzahl der von einander unsbbingigen Invarianten
‘XVII Transformation der homogenen Differentialausdriicke zweiten Grades. 377
1)von Fund @allein gleich 4,2)von F',®und ©sueammen
gleich 22, also 3)dieAnzahl derjenigen unter ihnen, welche noth-
wendig Coefficienten von @enthalten, gleich 18.
Nach der inart. 10.angewandten Ausdrucksweite hatalso der
Differentialausdruck Fimgegenwartigen Falle 22Invarianten dber-
haupt und 21absolute, ausserdem drei von einander unabhingige 2u-
gehdrige Formen und ebenso viel Covarianten.
Ueber diebeim vorigen Lehreatze ausgeschlossenen Differential-
ausdricke F,mudenen unter andern-das Quadrat desLinienelementes
imRaume von drei Dimensionen gehért, liegt eine Abhandlung sus
dem Nachlasse Riemanns*) vor, mwelcher Herr Dedekind diedort
‘unterdrickten analytischen Entwicklungen inAussicht gestellt hat.
1)Ueber dieHypothesen, swelche derGeometrie suGrunde legen. Abb. der
Gottinger Ges. d.W.vom Jahre 1967, Band XIII. (Gesammelte Werke S.254.)
8,Januar 1869,
\
XIX.
Ueber eindieTransformation homogener Differentialausdracke i
zweiten Grades betreffendes Theorem.
(Journal fardiereine und angewandte Mathematik, Bd. 70,1869, 8,41-245.)
DieLehrsitze, welche ichimart.10meiner Abhandlung tber die
‘Transformation der homogenen Differontialsusdriicke zweiten Grades
(p.46dioses Bandes)*) bowiesen habe, setzen voraus, dass man diedort
eingefuhrte Formenreibe F,G,,G,,...soweit fortgosetzt habe, bissie1)nabsoluteInvarianten und2)ebensoviel zugehdrige Formenliefert,
‘yon denen dieerstern inBerug aufdieurspringlichen Variabeln, die
letztero Uberhaupt voneinander unsbhingig sind. Von diesen beiden
Bedingungen ist,wieichseitdem bemerkt habe, dieerste flrdasStatt-
finden dererwihnten Sitze nicht bloss nothwendig, sondern auch hin-
reichend, sodass diezugehdrigen Formen stets indergeforderten Zahl
vorhanden sind, wenn mvoneinander unabhiingige absolute Invarianten
exiatiren.
Der Beweis dieses Satzes stitat sich auf einen Umstand, welcher
beiderAuflésung linearer Gleichungen eintreten kann und derfol-
genden Anwendung wegen einer Erdrterung bedarf. Derselbe besteht
darin, dass einSystem von linearen Gleichungen, welches nicht zur
vélligen Bestimmung aller Unbekannten hinreicht, gleichwohl unter
Umstinden flrgewisse Unbekannten Werthe lifer kann, welche von
jeder Unbestimmtheit frei sind.
Um dioBedingungen firdiesen Fall darzustellen, seiA.cin
System von p-+m oder mebr linearen Gleichungen mitden Unbe-
Kannten 1,%45---Ypem nd denunsbhingigen Gliedern 4,£5,..
Tehsetze voraus, dass alle Determinanten dieses Systems, deren Ord-
nung >pist,gleich Null, aber dieDeterminanten p**Ordnung nicht
allegleich Null sind. Insbesondere seidiejenige Determinante p**Ord-
nung vonNull verschieden und—4,welche denUnbekannten ¥,,4)+--Yp
indenGleichungen entepricht, deren unabhiingige Glieder #,,4,...#,
sind (vergl Baltzer, Theorie und Anwendung der Determinanten,
aweite Auflage, §.8,3und §.4,7).
%)8.862 dieses Bandes.
XIX. Ueb. eind.Transformation homog. Differentialausdriicke betr. Theorem. 379
‘Werden nundiese pGleichungen nach y,,y,---y, aufgelést, und-
diegefundenen Werthe indiedbrigen Gleichungen eingesetzt, sofallen
aus diesen (nach §.8,16 desangef. Werkes) auch dieibrigen Un-
bekannten ¥,41;Ypya>+--Yp4m Weg, undmanerhiilt demnach einerseits
dieWerthe, welche den Grissen #,,,, #,,2,--. beigelegt werden
milssen, wenn dasSystem A.keinen Widerspruch enthalten soll, wih-
rend andererseits dasResultat folgt, dass dieUnbekannten y,,94,---Y
sichdurch 9541) Ysa +Ypym Susdriicken, diese letatern dagegen will-
kirlich bleiben.
Damit nun, wasdem obigen Fale entspricht, 2.B.y,einen Werth
erhalte, dervonjeder Unbestimmtheit freiist,isterforderlich undhin-
reichend, dass diemDeterminanten p**Ordnung =0sind, welche aus
4hervorgehen, wenn man jeden Coefficienten vony,durch dender-
selben Gleichung entnommenen Coefficienten einer derUnbekannten
Ypsts Myst +<-Ypym ersetzt, indem diese Ausdriicke bisaufs Zeichen
dieCoefficienten sind, mit denen diese Unbekannten imAusdrucke von
4-y, multiplicirt sind.
1
Ich will nun imAnschlusse an die artt. 9.10. meiner oben er-
wihnten Abhandlung voraussetzen, esliege einSystem vonG@leichungen
beliebiger Form
rep) 4=0
vor, inwelchem zwei Gruppen von Unbekannten vorkommen, niimlich
%j,%,.-.a, undwi,uj... ue), und eine Grappe vonunabhiingigen
Variabeln, niimlich 2,2,,...2. Von diesem System werden folgende
Eigenschaften vorausgesetzt:
@)Das System (1.) liefere véllig bestimmte Werthe derUnbe-
kannten zals Functionen der Variabeln 2’.
2)Obesauch zurBestimmung derUnbekannten «ausreiche,
bleibt dahingestellt.
©)Dagegen soll, wenn man nach den unabhingigen Variabeln
differentiirt und hierauf
ex, au? --5 @)Paley FeHVSHZ)
einsetzt, oinGleichungssystem
(3) 8-0
folgen, von welchem ichvoraussetze, dass esdurch diedem
System (1.)geniigenden bestimmten Werthe derxundirgend
eingleichzeitig gentigendes System derubefriedigt wird.
880 XIX. Ueb. eind.Transformation homog. Differentialausdriicke betr. Theorem.
Dann ergeben sich folgonde Schlisse. Wegen a)liefern dieGlei-
chungen
a ou
ay og7°
vllig bestimmte Werthe firdieDerivirten von z,,2)... %4) Wib-
rend dieFrage, obdieausihnen folgenden Wertho derDerivirten von
,,jy«--ebenfalls von jeder Unbestimmtheit frei sind, nach 3)da-
hhingestellt bleiben muss.
‘Aus(1’) eliminire man nun alleDerivirten mittelst derGleichungen
7 amoa(i)MFowoa fi@) get (DsFE9 2)+(Ops
dann muss man, weil dieGleichungen (1’.) inden Derivirten linear
sind, anejeder von ihnen cine Gleichung von derForm U+8—0
erhalten, wo®dieselbe Bedeutung wioin(3.)hat,undUaus2%
. -aay iyQuy i erhaltenwird,wennmanallgemein 3%durch({),Be,durch(.”)
ersetzt und diejenigen Glieder woglisst, welche keine Derivirte ent-
halten, Daaber nach Voraussetzung c)stets 8—0ist,soliefort jede
Gleichung (1') eine neue Gleichung
@) U=0,
welche sich von jener nur dadurch unterscheidet, dass alle unab-
hangigen Glieder unterdriickt sind, wihrend die urspringlichen Un-
ae,aut iy(4 . bekannten57,zgdurchandere, nimlich (2)(eA)ersetztsind.
Diesem Gleichungseystem kann man daher geniigen, indem man
alleUnbekannten —0setzt. DaesaberfirdieUnbekannten (*)
Werthe liefern muss, diekeine Unbestimmtheit enthalten, sokann ihm
suchmurdadurch geniigt werden, dassmanalle(!)—0 sete. Wir
haben daher den Satz: ‘
4)Wenn dieobigen Voraussetzungen erftllt sind, sosind auch
die Unbekannten ut!des Gleichungesystems (1.), (3.) keiner
Unbestimmtheit fihig, sondern esfolgt allgemein
eo 2%
wee
2
Dies festgestellt, betrachte ich noch einmal dieSysteme von
‘Transformationsrelationen, welche aus den Gleichungen F=F’,
XIX Ueb. eind.Transformation homog. Differontialausdricke bets. Theorem 381
G,=G;, G,=G,,... hervorgehen. Nimmtmanan,dassdiozuden Gleichungen
@) F=F, G=G, G=G, 6-6
gebdrigen Transformationsrelationen vollig bestimmte Werthe der
urepringlichen Varisbeln 2alsFunctionen derneuen Variabeln 2’lie-
fern, und dass diese, sowie irgond eingleichzeitig gentgendes System
der uauch den in
) Gres Goes
enthaltenen Transformationsrelationen Gente leisten, sofolgt ausdem
obigen Satze, dass allgemein
6) wh,
also dieTransformation von FinF’méglich ist
DieBedingungen hierfir ergeben sich wiefolgt. Man botrachte
dieGleichungen (4.) und (5.) alsrein algebraische und bilde 1)ein
vollstindiges System voneinander unabhingiger absoluter Invarianten
I,,Iz,-..1,desFormensystems
(a) F,GyGey. Gy
2)dieabsoluten Invarianten 1,44, Jiy1)---Ji,welebo20jonengeftgt werden milssen, umeinvollstindiges System voneinander unabhingiger
absoluter Invarianten derumeinGlied weiter fortgesetzten Formenreihe
@) FyGyGey. GySpgs
zu erhalten,
Dann istfirdieAnwendbarkeit derobigen Schlisse erforderlich
undhinreichend, dass1)unter den2Invarianten derersten Gruppo ‘
sich deren n,etwa J,,,,...1, befinden, welche inBezug auf die
Variabeln 2,,2, -..2voneinander unabhingig sind, und dass 2)dio
Werthe derurspringlichen Variabeln alsFunctionen derneuen, welche
sich aus den Gleichungen I,=J,, —Jj,...1,—T, ergeben, auch
den tbrigen Gleichungen J,—J,dererstenGruppe,soweitsolche vorhandensind, und allen Gleichungen I,—J;der2weitenGruppe Geniige leisten. Sind nimlich diese Bedingungen erfullt, soenthalten
dieaus (4.) und (6.) hervorgehenden ‘Transformationsrelationen auch
inBezug aufdieWerthe derUnbekannten «keinen Widersprach, und
esfolgt nun mitNothwendigkeit dieGleichung (6.). Mit Racksicht
darauf, dass beidiesen Untersuchungen voranegesetst ist, dass die
Determinante vonFnichtidentisch =0ist,habenwiralsodenfol-genden Satz:
382 XIX. Ueb. eind.Transformation homog. Differentialausdricke betr. Theorem.
Esscien Fund F"swei vollstindige quadratische Differential-
formen mitdenVariabeln 2,2,,... 2,und x,2... 2. Um
euuntersuchen, obdieeine indieandere transformirt werden kinne,bildemandieFormenreihe F,G,,Gy...fiirFunddieent-sprechende fiirF’. Wenn alsdann unter denabsoluten Invarianten von
@) F,GyGyo Gy .
alsSystem vonsimultan sutransformirenden algebraischen Formen
betrachtet, sichderennbefinden, welche inBeeugaufdieVariabeln
voneinander unabhiingig sind, ohne dass dies derFall ist, wenn
man G,ausderFormenreihe weglisst, sobeslehen dienothwendigen
und ausreichenden Bedingungen fiir dieMoglichkeit der Transfor-
mation des Differentialausdruckes FinF"darin, dass die als
algebraische betrachteten Formen
@) F,Gy,Gey++GyrGyys
durch tibereinstimmende lineare Substitutionen gleichseitig in
@) FY,GyGyosGorGoan
transformirt werden kinnen, und diese Bedingungen werden daher
durch die Gleichheit der entsprechenden absoluten Invarianten der
Formenreihen (b.)und (b') vollstiindig ausgedriickt.
Wenn dagegen diealgebraische Formenreihe (a.), wieweit sie
auch fortgesetst werden mag, niemals nabsolute Invarianten liefert,
welche inBeeug auf dieVariabeln xvoneinander unabhiingig sind,
80istdie Transformation von FinF’selbstindenFallen,wo siemiglich ist,doch keine bestimmte,
weil indiesem Falle, wodieInvarianten allein zur Ermittelung der
gesuchten Substitution nicht ausreichen, noch dieDifferentialgleichungen
desProblems zuHilfe genommen werden miissen, sodass dieSub-
stitution nothwendig verfiigbare Elemente enthilt, welche stetiger
Aenderungen fuhig sind.
Berlin, den 7.April 1869.
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